Ovids Metamorphosen – Teil der „Rape Culture“

Christina Hoff Sommers hat auf Twitter auf einen Artikel hingewiesen, nachdem Ovids Metamorphosen inzwischen auch auf der feministischen schwarzen Liste stehen.

Textauszug:

During the week spent on Ovid’s “Metamorphoses,” the class was instructed to read the myths of Persephone and Daphne, both of which include vivid depictions of rape and sexual assault. As a survivor of sexual assault, the student described being triggered while reading such detailed accounts of rape throughout the work. However, the student said her professor focused on the beauty of the language and the splendor of the imagery when lecturing on the text. As a result, the student completely disengaged from the class discussion as a means of self-preservation. She did not feel safe in the class. When she approached her professor after class, the student said she was essentially dismissed, and her concerns were ignored.

Ovid’s “Metamorphoses” is a fixture of Lit Hum, but like so many texts in the Western canon, it contains triggering and offensive material that marginalizes student identities in the classroom. These texts, wrought with histories and narratives of exclusion and oppression, can be difficult to read and discuss as a survivor, a person of color, or a student from a low-income background.

Der Evolutionsbiologe Richard Dawkins, vor allem bekannt als einer der führenden Köpfe des Neuen Atheismus, der eigentlich dem Feminismus durchaus wohlwollend gegenübersteht, allerdings nicht in der radikalen Form, hat aufgrund ähnlicher Fälle kürzlich einen passenden Hashtag ins Leben gerufen:

University probably is not for You, #UPINFY

Die meisten Kommentare unter dem Artikel sind auch recht deutlich. Z.B.:

„She did not feel safe in the class“
„Students need to feel safe in the classroom“

You people sound like 1980s Christian mothers talking about theirs kids being exposed to the evil influence of Madonna. Grow up, open up, care less about your identity and more about your passions, and please be passionate about anything… except your own identity. Such an insufferable breed of self-centered Care Bears.

oder:

As a woman, I find other women who can’t take a literature class without swooning because of upsetting material embarrassing. That’s why they didn’t let women read the newspapers back in the 19th century, because it might disturb their delicate psyches. The pathetic state of higher education makes me ill.

Es erinnert schwer an den Vorfall vom vergangenen Jahr, als eine Erziehungswissenschaft-Erstsemester-Vorlesung an der Humboldt-Universität Berlin gesprengt wurde, weil angeblich „Philosoph_innen wie Hegel, Rousseau oder Kant aus einer eurozentristischen weißen Perspektive rassistische Ansichten verbreiteten“. Fefe, Arne Hoffmann und ScienceFiles hatten damals berichtet.

Der Versuch des Radikalfeminismus, bestimmte Werke der Weltliteratur auf den Index zu setzen, mutet inzwischen an wie Denkverbote und Gesinnungsterror. Wenn man sich mit den wichtigsten Denkern unserer Zivilisation, dem westlichen Literatur-Kanon, nicht mehr beschäftigen darf, ist das kein Fortschritt, sondern das Gegenteil von Emanzipation. Es ist der Versuch, für die eigenen Befindlichkeiten einen Absolutheitsanspruch zu erheben. Und das ist, man muss es so deutlich sagen, nichts weiter als ein Rückfall in die Barbarei.

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23 Antworten zu Ovids Metamorphosen – Teil der „Rape Culture“

  1. St. Elmo schreibt:

    Herr Dawkins hat absolut recht mit seiner Aussage,

    Wer so traumatisiert ist das er beim Lesen von Fachbüchern bzw. Meisterwerken der Weltliteratur Angstzustände bekommt sollte nicht an die Universität sondern in die Therapie.

  2. Matze schreibt:

    „Denkverbote und Gesinnungsterror“

    Wie in den guten alten Tagen…

    Ich würde ja gerne sagen, dass es an der bigoten Prüderie der USAler liegt, aber das es auch in DE solche Leute gibt, wie die an der Humboldt-Uni, passt da dann auch nicht mehr.

    Ich weiß nicht wie es bei euch so war, aber ich hatte während meiner Schulzeit mindestens 4mal Deutschland unter dem Nazi-Regime thematisiert und wenn man heutzutage, egal zu welcher Uhrzeit, durchs Fernsehprgramm zappt, läuft immer irgendwo eine Sendung zu den Kriegsverbrechen von Nazideutschland.

    Wer hierzulande nichts von Bücherverbrennung (Denkverbote) weiß oder davon wie Nazis sich vor die Geschäfte von Juden gestellt haben und jeden böse ansahen der auf die Idee kommt, dort einzukaufen (Gesinnungsterror, heute vergleichbar mit Shitstorm, die das Ziel haben das Menschen mit anderen Ansichten ihre Jobs verlieren), muss eine wirklich sehr eingeschränkte Wahrnehmung besitzen.

    Es gab bei Telepolis mal einen Artikel, der hieß in etwa „Konservative neigen zu leichtem unangestrengtem Denken“ oder so. Ich finde ihn leider gerade nicht wieder, aber da musst ich gleich wieder dran denken.

    • Alex schreibt:

      @Matze
      „Wer hierzulande nichts von Bücherverbrennung …(im NS)… weiß … muss eine wirklich sehr eingeschränkte Wahrnehmung besitzen.“

      Vorher:
      „“Denkverbote und Gesinnungsterror” Wie in den guten alten Tagen…“

      Ist doch paradox?

      • Matze schreibt:

        „Wie in den guten alten Tagen…“

        Das war sarkastsich gemeint

      • EasyAl schreibt:

        Das Paradoxe bezog sich auf die heute eingeschränkte Wahrnehmung. Tatsächlich scheint das mit der Bücherverbrennung vergessen, wie sonst könnte man so hemmungslos und unwidersprochen vor allem Gedankenkontrolle fordern?

        Das mit den „guten, alten Tagen“ von dir habe ich natürlich als zutiefst ironisch, sarkastisch oder so aufgefaßt, keine Sorge, habe das nicht missverstanden.

  3. Alex schreibt:

    Allein die Vermenschlichung des „Gens“ als „egoistisch“, implizierend, daß es bei der Evolution auf etwas wie Willen ankäme, sollte einem alle Haare zu Berge stehen lassen. Einst versuchte ich noch unbeschwert von diesen Gedanken das einschlägige Buch von Dawkins zu lesen, in der Hoffnung etwas über Biologie zu lernen. Ich kam über die ersten Seiten wegen Langeweile nicht hinaus und beschäftigte mich lieber mit den Feinheiten der „RNA Welt“, Translationskontrolle duch codon usage, Transkriptionsapparat in Wechselwirkung mit den DNA Reparatursystemen und ähnlichen wirklich erhellenden Arbeiten. Das „zentrale Dogma“ (Einbahnstrasse Gen—>Protein) ist wahrlich etwas überkommen, wenigstens schwingt in diesem Begriff eine gewisse Selbstironie mit.

    Und lieber Herr Dawkins: Als Universitätsprofessor sollten Sie schon weniger der Meinung sein, es ginge an der Uni um „neue Ideen“, als um die seriöse Vermittlung der bewährten Ideen. Neue Ideen werden Ihre Studenten schon ganz von alleine haben, aber ohne die Vermittlung der alten werden sie den Wissenschaften kaum behilfreich sein können. Sonst legen die mit ihren „neuen Ideen“ aus der antiwissenschften Genderideologie nämlich gleich von Anfang an los, wenn Sie die grundsätzlich so ermutigen, an der Uni ginge es vor allem um „neue Ideen“.

    • aranxo schreibt:

      Ich glaube, Du hast das was ganz grundsätzlich nicht verstanden.

      Es kommt ja darauf an, für wen die Ideen neu sind. Du kalkulierst nicht ein, dass viele alte Ideen für Erstsemester sehr neu sind, weil sie davon vorher schlicht noch nichts gehört haben.

      Dawkins meinte sicher nicht absolut neue Ideen, sondern die für junge Studenten neue Ideen. Nehmen wir z.B. die Evolutionstheorie, sein Hauptfach. Die ist für Dich, für mich, für Dawkins selbst und überhaupt die gesamte Wissenschaftswelt sicher nicht neu. Und hier in Europa ist sie weitgehend Common Sense, wird als real akzeptiert. Das ist in den USA ganz und gar nicht so. Dort glauben mehr Menschen an die kreationistische Idee, die Erde sei mit allen Lebewesen vor ca. 6000 Jahren von Gott geschaffen worden, als an die Evolutionstheorie. Wenn also in den evangelikal geprägten USA ein Student an die Uni kommt, bestehen gute Chancen, dass er vorher von der Evolutionstheorie noch nichts wirklich gehört und erst recht nicht verstanden hat, außer vielleicht, dass sie der Bibel widerspricht und damit böse ist und falsch sein muss.

      Und wenn man auch nur ein bisschen was von Dawkins gelesen hat, ist die Vorstellung, er würde der Evolution irgendeinen Willen oder ein Ziel unterstellen, völlig abwegig. Ganz im Gegenteil argumentiert er ja immer gegen einen zugrundeliegenden Willen, und genau das ist es, was den Kreationisten nicht passt, denn damit ist ja ein schöpfender Gott außen vor.

      • Alex schreibt:

        „Dawkins meinte sicher nicht absolut neue Ideen…“
        Da bin ich ganz anderer Auffassung, die Rhetorik mit den Unis als Erprobungsarena „neuer Ideen“ ist weit verbreitet und bezeichnet nie die klassischen Lehrinhalte (die für eben die ahnungslosen Studenten neu wären).
        Und dass kreationistisch eingeschworene high school Abgänger ausgerechnet Biologie studieren würden, halte ich für einen Witz 😉

        Wieso ist es abwegig, Dawkins „würde der Evolution irgendeinen Willen oder ein Ziel unterstellen“ — wenn schon deutlichst im Titel darauf verwiesen wird?
        „Egoistisch“ ist kein Begriff der Biologie, höchstens augenzwinkernd oder ironisch zu verwenden. Kommt mir so vor, als wolle er damit Laien ansprechen.

  4. Kein Gedanke daran, dass die Betroffenen / Getriggerten evtl. unter einer Angst- und Zwangserkrankung leiden?

    • aranxo schreibt:

      Ja und? Dann gehören sie in eine Psychatrie und nicht an die Uni.
      If you can’t stand the heat, get out of the kitchen.

      Wenn Universitäten anfangen, ihr Curriculum danach auszurichten, ob sich irgendwer auf den Schlips getreten fühlen könnte, dann ist das das Ende von Geistesfreiheit. Dann kann man das Konzept von Universität auch gleich in die Tonne kloppen.

      Hier gehts doch um die Frage, wer sich nach wem richten muss. Und da kann es einfach nicht sein, dass Wissenschaft und Universitäten das aufgeben, was sie ausmacht, nur weil irgendwelche dahergelaufenen Studenten mit irgendwas nicht klarkommen. Da kommen erst angst- und zwangserkrankte, dann kommen die politisch korrekten und als drittes kommen die religiösen, die meinen, dies oder jenes dürfte nicht gelehrt werden, weil es ihre Gefühle verletzt. Und am Ende hat man dann „Universitäten“, wie man sie sich im Iran vorstellt, sprich, die den Namen nicht mehr verdienen.

  5. schlaumeierin schreibt:

    Ich kann im zitierten Artikel keinen Hinweis auf eine „schwarze Liste“ entdecken, sondern lediglich Überlegungen dazu, wie man Studierenden einen Textkanon präsentieren kann, der ihrem vielfältigen Hintergrund gerecht wird. Menschen, die Folter oder Vergewaltigung erlitten haben, sollen nicht mehr studieren dürfen, nur weil es vorkommen kann, dass die Inhalte Erinnerungen triggern? Wäre ein verständnisvoller Umgang mit solchen Menschen nicht sinnvoller?
    Wir haben in der sechsten Klasse den Film „Die Brücke“ im Religionsunterricht gesehen. Ich bin bis heute sensibel für Gewaltdarstellungen in Filmen und schaue mir bestimmte Filme bewusst nicht an – als Zwölfjährige war ich mit dem Inhalt absolut überfordert, habe auf den Boden geschaut und gehofft, dass es bald vorbei ist. Nachher meinte der Lehrer, ich hätte doch was sagen sollen, ich hätte natürlich rausgehen dürfen. Kam zwar etwas spät, aber immerhin – er war verständnisvoll. Mehr fordert die Autorin des zitierten Artikels auch nicht.

    • aranxo schreibt:

      Gegen Verständnis für solche Erfahrungen ist auch überhaupt nichts einzuwenden. Und das muss auch nicht heißen, dass solche Menschen nicht mehr studieren dürfen.
      Dann mögen sie eben die entsprechende Veranstaltung verlassen oder erst gar nicht besuchen. Meinetwegen kann man auch Triggerwarnungen in Vorlesungsverzeichnissen einführen, a la „Dieses Seminar kann Spurenelemente von Rassismus, Sexismus oder Gewaltdarstellungen enthalten“. Dann weiß jeder, wo er besser nicht hingeht, wenn er sich davon angegriffen fühlt. Dann gibts aber auch keinen Schein dafür.

      Man kann aber nicht einfach die Verantwortung den anderen zuschieben und meinen, die eigenen Befindlichkeiten müssten darüber entscheiden, was in den Kanon bzw. gelehrt werden darf. Was letztendlich einer Zensur gleichkommt. Und schon gar nicht kann man verlangen, dass man von Dingen, die nicht ins eigene Weltbild passen, verschont bleibt. Das hat nichts mit Universität zu tun.

      • crumar schreibt:

        @Aranxo

        Das hier ist bestimmt sehr nett gemeint: “Dieses Seminar kann Spurenelemente von Rassismus, Sexismus oder Gewaltdarstellungen enthalten”.

        Aber diese Labelung halte ich für das eigentliche Problem.

        Rassismus, Sexismus und Gewalt existieren (real!) in unserer Gesellschaft und – um diese zu bekämpfen – deshalb muss man sich wissenschaftlich mit Ursachen, Erscheinung und Folgen beschäftigen.

        Von Rassismus, Sexismus und Gewalt sind unterschiedliche Personengruppen unterschiedlich betroffen.
        Die Trigger-Warnung ergeht jedoch an *alle* und suggeriert durch den Bezug auf die Psyche (Trauma) eine *kollektive* Betroffenheit, die einfach nicht existiert.

        Ganz davon abgesehen, dass dieser Psycho-Jargon die jungen Menschen zu ohnmächtigen Opfern macht.
        Denen abgesprochen wird, mit zukünftigem Widerstand einer Erfahrung zu begegnen und daher wird – an ihrer und an Eltern statt – für sie entschieden, sie seien vor der Konfrontation mit dieser Erfahrung zu schützen.
        Das ist aber nicht *lernen* – es ist das glatte Gegenteil, es ist Bevormundung.
        Halte sie in der Pubertät!

        Ich kaufe einer weißen Mittelklasse-Studentin außerdem nicht ab, sie sei von Rassismus betroffen, weil sie sich von der Behandlung des Themas Rassismus betroffen *fühlt*.
        Hingegen ist die Suggestion, ihrer besonders delikaten Psyche sei die Behandlung des Themas nicht zuzumuten doppelt schädlich.

        Es ist die kaum verhohlene Einladung, die soziale Realität nur insofern zur Kenntnis zu nehmen, wie es die eigentliche Befindlichkeit zulässt oder erfordert.
        Und wenn die Realität zu „offensive“ ist oder die Beschäftigung mit einem Thema Unbehagen hervorruft („it hurts!“), dann kann man verlangen (!) sich mit dieser nicht auseinandersetzen zu müssen.

        Somit wird ein idealer Filter konstruiert, soziale Realität nach individueller Maßgabe zu konstruieren und die eigene Ignoranz auch noch zu adeln.
        Denn vermarktet wird diese Ignoranz nach außen hin als individuelle Sensibilität.

        Von daher halte ich solche Label für kompletten Unfug (nicht persönlich gemeint!)

        Schönen Gruß, crumar

      • aranxo schreibt:

        @crumar
        Das war auch ein nicht ganz ernst gemeinter Vorschlag von mir. Ich stimme Dir vollkommen zu. Es ist ganz und gar nicht wünschenswert, wenn man der Ignoranz, dem Nicht-Wissen-Wollen auch noch Vorschub leistet und es adelt.

        Angesehen davon wäre es auch überhaupt nicht praktikabel. Wie schlaumeierin schreibt, müsste praktisch fast jedes Seminar dergleichen Labels bekommen. Außerdem müsste dann jeder Dozent seine sämtlichen vorgestellten Texte vorher auf eventuell triggernde Stellen absuchen, wobei er aber vielleicht gar nicht vorausahnen kann, was jemanden triggern könnte, weil das ja evtl. völlig individuell ist. Und wehe, es fehlte eine Warnung und jemand fühlt sich trotzdem angegriffen. Schuld ist dann der Dozent, der dann als ungehobelter Klotz von den entsprechenden Studentengruppen vorgeführt wird.

        Ich gebe schlaumeierin recht, wenn sie sagt, dass problematische Inhalte von Texten nicht einfach übergangen werden sollten. Die Frage ist dann allerdings, ob es sich dabei um Haupt- oder Nebenaspekte des Stoffes handelt. Natürlich kann man auch über Nebenaspekte diskutieren, sie sollten nur nicht ständig in den Mittelpunkt gerückt werden, nur damit sich bestimmte ideologisierte Leute als die besseren Menschen fühlen können, weil sie ja so „kritisch“ sind und immer auf denselben Themen rumreiten.

    • Alex schreibt:

      „sollen nicht mehr studieren dürfen“

      Sie müssen es ja nicht und können diesen Lehrinhalten fernbleiben (im Gegensatz zur Schule, wie bei Dir!). Wo also ist das Problem?

  6. schlaumeierin schreibt:

    Ich finde, hier wird im Kreis diskutiert. Zunächst einmal ging es um Beispiele aus den USA, wo die Auswahl der Kurse und die Präsenzpflicht möglicherweise anders geregelt sind als an deutschen Unis – wir können das also nicht mit unseren eigenen Studienerfahrungen vergleichen.
    Dann ging es auch nicht darum, dass bestimmte Inhalte nicht ins „Weltbild“ passen, sondern darum, dass ein Dozent einen Text über gewaltsame Verführung (Beispiel Ovid) rein unter literarischen Aspekten besprach, ohne den Inhalt auch nur zur Diskussion zu stellen – und dann einer Studentin, bei der das Erinnerungen getriggert hat, auch noch ohne jedes Verständnis begegnete. Das war ein Beispiel dafür, wo vielleicht etwas Nachholbedarf beim Umgang mit dem Unterrichtsstoff wie auch mit Studierenden bestehen könnte.
    „Dieses Seminar kann Spurenelemente von Rassismus, Sexismus oder Gewaltdarstellungen enthalten“ – sorry, also ich habe mehrere historische Wissenschaften studiert, da könnte man das praktisch über jede Lehrveranstaltung schreiben. Das gehört schon dazu, dass solche Inhalte vorkommen, das möchte auch sicher niemand „bereinigen“ – im Gegenteil, diese Inhalte sind es ja gerade, mit denen man sich auseinandersetzen möchte. Aber dann sollte es im Seminar eben auch passieren und nicht stillschweigend übergangen werden.
    Ich bin sehr wohl der Ansicht, dass Studierende sich mit ihrer ganzen Persönlichkeit in ihr Fach einbringen sollten, das ist in aller Regel ein Gewinn für die Forschung und die wissenschaftliche Diskussion. Aber das ist natürlich die Perspektive einer Geisteswissenschaftlerin.

    • EasyAl schreibt:

      „Ich bin sehr wohl der Ansicht, dass Studierende sich mit ihrer ganzen Persönlichkeit in ihr Fach einbringen sollten“

      Das ist ja das Problem mit den ganzen Geistes“Wissenschaften“. Sie sind wenig mehr als narzisstische Selbstspiegelungen ihrer Akteure, auf dem Lehrstuhl oder auf der Lernbank.

      Man vermisst jede kritische Reflexion, von der man sagen könnte, sie sei „Gewinn für die Forschung und die wissenschaftliche Diskussion“. Statt dessen wird Politik gemacht und man fordert dies noch ausdrücklich und schamlos!

      Der andauernde „Verrat der Intellektuellen“ an Logik und Vernunft – dafür stehen die sogenannten „Geisteswissenschaften“ vor allem.

      • schlaumeierin schreibt:

        Aha. Daher weht also der Wind.

      • petpanther schreibt:

        @Schlaumeierin

        Eigentlich nicht.

        Es geht um intellektuelle Unehrlichkeit, Indoktrination und (Gesinnungs-) Totalität sowie Korruption.

        Das übliche Schlaumeiern um die darin beinhaltete echte Gewalt zu verdecken nutzt da nicht mehr. Die Bigotterie kommt zunehmend in den Fokus. Und das soll ja unterdrückt werden. Mit Repressalien und Gesinnungsterror.

  7. Graublau schreibt:

    Als kleine Ergänzung, seinerzeit gefunden via Genderama: „USA: Juraprofessoren können Sexualstrafrecht immer schwerer unterrichten, weil Studenten sich von allem „getriggert“ fühlen“

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