»Der Kaiser ist nackt!« Ulrich Kutscheras Angriff auf die Gender Studies.

Ulrich Kutschera (*1955) ist seit 1992 Inhaber des Lehrstuhls für Pflanzenphysiologie und Evolutionsbiologie an der Universität Kassel und seit 2007 Visiting Scientist an der Stanford University in Kalifornien. Und ist – spätestens seit einem Radiointerview bei Rundfunk Berlin-Brandenburg im Juli 2015 – der leibhaftige Gottseibeiuns des Feminismus und der akademischen Gender Studies. Dies so sehr, dass ihn die Universität Marburg aktuell nicht einmal als Vortragenden zu seinem eigenen Fachgebiet im Studium Generale erträgt. Eine seiner provozierendsten Thesen lautet, dass sich die Fachrichtung der Gender Studies mit der christlich-fundamentalistischen Ideologie des Kreationismus analogisieren lasse, da sie sich in vergleichbarer Weise der Zurkenntnisnahme grundlegender Erkenntnisse der Evolutionsbiologie verweigere. Seine Kritik der Gender Studies hat Kutschera im Februar dieses Jahres unter dem Titel »Das Gender-Paradoxon. Mann und Frau als evolvierte Menschentypen« in Gestalt eines Buch von gut vierhundert Seiten Umfang veröffentlicht, mit dem ich mich im Folgenden auseinandersetzen möchte.

Kutscheras Buch ist eine themenspezifische Zusammenstellung von Befunden der Biologie, die man allesamt auch gängigen Lehrbüchern entnehmen könnte (von denen er selbst eines verfasst hat), die hier aber mit dem ausdrücklichen Ziel präsentiert werden, mit aus der Sicht der Biologie unhaltbaren Behauptungen der Gender-Forschung konfrontiert zu werden. Aufgrund dieser Zielsetzung bietet das Buch keinen systematischen, sondern einen anlassgetriebenen Text. Wollte man ihm einen barocken Untertitel verleihen, so könnte dieser lauten: »Ein Florileg aus Befunden der Evolutionsbiologie, ausgewählt nach Kriterien des Zusammenstoßes mit unvereinbaren Standpunkten der Gender Studies und feministischen Politik, sowie am Leitfaden exemplarischer Konflikte aus Gegenwart und Vergangenheit dargestellt.« Diese Konflikte sind zum Teil Kutscheras eigene Zusammenstöße mit einem debattierenden oder Debatte vortäuschenden Publikum, zum Teil der Presse und Literatur entnommene Beispiele. Aus der Art der Präsentation dieser Konflikte wird sowohl die provozierende Wirkung als auch die potentielle Sprengkraft des Textes ersichtlich.

Kutscheras Argumentation beabsichtigt im Wesentlichen die Begründung folgender Thesen:

(1) Die Gender Studies beruhen in entscheidenden Hinsichten nicht auf seriöser wissenschaftlicher Methodik, sondern auf ideologischen Glaubenssätzen.

(2) Ein wesentlicher Teil dieser Glaubenssätze geht auf die Schriften des amerikanischen Psychologen John Money zurück, die vom Feminismus rezipiert wurden, obwohl ihre wissenschaftliche Unhaltbarkeit bereits in den 60er Jahren nachgewiesen wurde.

(3) Die Gender Studies können aufgrund ihrer Verweigerung der Kenntnisnahme biowissenschaftlicher Erkenntnisse legitimerweise dem religiösen Kreationismus analogisiert werden.

(4) Der Grad der Realitätsverweigerung von Vertreterinnen und Vertretern der Gender Studies trägt analog zum Kreationismus sektenhafte Züge und führt zu im Namen des Feminismus ausgeübten politischen Repressionsversuchen gegen Kritiker.

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Kurznachrichten vom 24.03.2016

Die letzten Tage war ich nur mäßig im Internet surfen, weshalb ich auch nur wenig in den einschlägigen Medien gesurft habe. Das, was mir über den Weg gelaufen ist, hat am Tag drauf auch meistens bei Genderama gestanden, so dass es wenig Sinn macht, das nochmal nachzuliefern. Der heutige Post ist ein buntes Sammelsurium aus ernsthaften und merkwürdigen Beiträgen, wobei die Großthemen der letzten Wochen, also Frauenkampftag, Gender Pay Gap, die Landtagswahlen, AfD, Flüchtlinge und schließlich der Anschlag in Brüssel weitgehend ignoriert werden. Dazu wurde und wird schon mehr als genug geschrieben. Na gut, komplett Umschiffen kann ich jetzt nicht versprechen…

Fangen wir mit den ernsthafteren Themen an:

1: Gestern gab es im ARD-Nachtprogramm eine wirklich sehenswerte Doku über Männer, die aus den unterschiedlichsten Motiven Viagra oder andere Potenzmittel nehmen. Ruhig, einfühlsam, unaufgeregt, so sollten ernsthafte Dokumentationen sein. Zeit mitbringen (86 Minuten)!

2: Die Mitteldeutsche Regiobahn führt auf den Zügen zwischen Leipzig und Chemnitz spezielle Frauenabteile ein, um „das Sicherheitsgefühl der weiblichen Fahrgäste zu stärken“. Auf Twitter findet das eher geteiltes Echo. Die meisten zielen darauf ab, dass dies genau die Geschlechtertrennung herbeiführe, die im Islam gewollt sei.

Aber wenn Männer mal unter sich bleiben wollen, dann gilt natürlich das hier:

safespace

3: Auf seiner neuen Website sinniert Dr. Alexander Ulfig über „Das geheimnisvolle Schweigen der Männer„, womit das Schweigen bzw. Sich-Nicht-Wehren gegen die Dämonisierung und Diskriminierung von Männern gemeint ist. Letztlich ist dies auch eine Kurzrezension des Buches „Von Höllenhunden und Himmelswesen“ des Geschlechterforschers Gerhard Amendt. Zwei Faktoren sieht Ulfig (bzw. Amendt):

In erster Linie sind es Schuldgefühle, die durch ständige Schuldvorwürfe erzeugt werden. Männer, die diese Schuldgefühle haben, glauben daran, für eine angebliche Jahrtausende währende Unterdrückung der Frauen büßen zu müssen. Sie möchten das Leid, das Männer Frauen angeblich zugefügt haben, wiedergutmachen. Schuldgefühle bei Männern zu wecken, hat sich als erfolgreiches Mittel der Durchsetzung von Frauenprivilegien erwiesen.

Aber es sind nicht nur die Schuldgefühle, die das Schweigen der Männer begünstigen. Viele Männer empfinden dabei ein Überlegenheitsgefühl, Frauen schwach zu sehen, sie von Verantwortung freizusprechen, um selbst mehr Verantwortung zu übernehmen. Sie möchten Frauen schwach sehen, weil dadurch ihr eigenes Selbstwertgefühl gestärkt wird.

Ich würde noch einen dritten Faktor als wesentlich ansehen: Aufgrund dieses Bedürfnisses nach einem Überlegenheits- bzw. Souveränitätsgefühls nehmen Männer ihre eigenen Probleme viel zu lange nicht wahr und blenden aus, dass es ihnen bereits wesentlich schlechter geht als sie glauben. Und wenn sie sie dann wahrnehmen, schreiben sie sich die Schuld oft selbst zu, was das Erkennen von strukturellen Nachteilen durch die Gesellschaft erschwert.

Der Lösungsansatz von Amendt gefällt mir allerdings nicht:

Frauen sollten die Vorwurfshaltung gegenüber Männern aufgeben. Erst wenn Frauen Männer für ihr Leben nicht verantwortlich machen, sondern dafür selbst Verantwortung übernehmen und sich dadurch von ihrer Opferrolle befreien, könnten Männer ihre Schuldgefühle überwinden und sich von überkommener Ritterlichkeit befreien. Als Folge davon würden Männer ihr Schweigen brechen und eine aktive Rolle in der Geschlechter-Debatte spielen. Nur auf diese Weise könnten Männer und Frauen einen Dialog auf Augenhöhe führen.

Der einzige Kommentar unter dem Artikel weist zurecht darauf hin, dass man darauf allerdings noch lange warten müsste. Ich fürchte, es muss umgekehrt laufen: Männer müssen ihre Schuldgefühle und die überkommene Ritterlichkeit aufgeben sowie das Schweigen von sich aus brechen. Erst dann sind Frauen gezwungen, die Opferrolle aufzugeben und in die Verantwortung zu gehen. Weil niemand mehr zuhört, wenn das Klagelied angestimmt wird.

Weiter gehts mit zwei typischen Beispielen von weiblicher Anspruchhaltung:

4: Über den Bachelor hatte ich es neulich schon einmal. RTL musste da jetzt noch einmal nachkarten und hat alle Beteiligten zu Frauke Ludowig eingeladen. Was dabei rauskam (ich hab’s nicht gesehen) muss wohl ein ziemliches Rumgezicke gewesen sein.

Und schon fegt der Sturm der Entrüstung über ihn hinweg. Jasmin ist der Meinung, dass Leonard das, was er den Damen in Florida so erzählt hat, nicht immer ernst gemeint hat. Zu viele Komplimente gab es auch und der Cindy habe er zu spät gesagt, dass da keine Chemie zwischen ihnen beiden sei. Und außerdem, da sind sich die Damen weitgehend einig, habe der Bachelor zu viel geknutscht.

Wie verwerflich! Frauen dagegen dürfen Männer gegeneinander ausspielen und mitnehmen, was sie kriegen können? Und zu viele Komplimente, das geht ja schon mal gar nicht.

Ganz besonders, wenn Daniela einmal das Wort hat, spürt man, wie die Studio-Temperatur um ein paar Grad sinkt. Offenbar hat sie immer noch nicht ganz verwunden, dass sie seinerzeit nur das kleine „Bachelor“-Abzeichen in Silber bekommen hat. Als Leonard ihr erzählt, dass er sich die letzte Folge, in der sie leer ausging, angesehen hat und er gar nicht wissen will, wie es ihr damals ging, antwortet die Blondine frostig. „Ja, das willst du nicht wissen“ und erweitert Leonards bisheriges Repertoire an Gesichtsausdrücken um einen vierten: unangenehm berührt.

Die Erfahrung, nur zweite Wahl bei einer Frau zu sein, und die, dass sich die jeweilige Frau nicht groß dafür interessiert, wie es einem damit geht, dürfte fast jeder Mann spätestens mit 16 oder 17 einmal durch haben. Und es hört danach ja nicht auf.

5: Im Magazin von „Elitepartner“ meint ein Autor namens Maximilian Krabbes, der männliche Single mittleren Alters müsse „wie sein weibliches Pendant“ um seinen guten Ruf kämpfen. Tenor des Beitrags: Wer als Mann Mitte 40, Anfang 50 Single ist, gilt als Loser.

Einsam reitet der Cowboy durch die Wildnis. Von Frauen umschwärmt und von Männern beneidet. Denn er ist wild und frei, ein Mann für zärtliche Stunden und ungebunden. Dieses Klischee ist so romantisch wie vorgestrig. Der ewige Junggeselle wird kaum noch bewundert. […]

Ab wann ist ein Mann zu alt fürs Single-Dasein? Beäugt werden genau genommen eigentlich nur zwei Schubladentypen: der langjährige Aufreißer mit den Bindungsproblemen und der chronisch Alleinlebende, der nie eine Frau halten konnte. Diese Männer gelten vielen ab einem bestimmten Alter als suspekt, und sie fühlen sich nach eigenen Angaben oft unter Rechtfertigungszwang. […]

Im Forum von ElitePartner haben Singles dieses Thema diskutiert. Eine Nutzerin formulierte es besonders scharf: „Ein 50-jähriger Mann ohne Kinder hat in seinem Leben etwas falsch gemacht“, schrieb sie. Die meisten anderen Frauen stimmten ihr mehr oder weniger zu. Sie unterstellten diesen Singles, ewige Jungs mit Bindungsängsten zu sein.

Klar, wer sein Leben genießen will, anstatt sich in den Dienst einer Frau gestellt zu haben, muss ja was falsch gemacht haben.

6: Ich bin da auf eine Facebook-Gruppe mit dem großartigen Namen „Reclaimyourfotze“ gestoßen und bin mir bis jetzt noch nicht sicher, ob das eine radikalfeministische Gruppe oder eine Parodie darauf ist. Wieder einmal ein Fall von Poe’s Law. Lustig ist es auf jeden Fall.

7: Wer bis jetzt geglaubt hat, als weißer heterosexueller Mann sei er von jeglicher Opferolympiade ausgeschlossen, bekommt eine neue Chance, doch noch mitspielen zu dürfen: wenn er denn Linkshänder ist. Ist eigentlich schon mal wem aufgefallen, dass die Social Justice Whiners Diskriminierungen immer erst dann entdecken, wenn sie eigentlich schon zu Spurenelementen zusammengeschrumpft sind? Vor ca. 50 Jahren hörte das endlich auf, dass Lehrer Linkshänder dazu zwangen, mit der rechten Hand zu schreiben. Heute bestehen die Diskriminierungen mehr so in ergonomisch geformten Scherengriffen und von Tinte gefärbten Handballen, mit denen man über das gerade Geschriebene fährt. Kleiner Tipp: Werde Moslem, zieh nach Arabien! Dort darfst Du von rechts nach links schreiben. Ist sicher befreiend.

Fundstücke: Patriarchatssitzung, radikalfeministische Weltsicht und der leider doch misslungene Comic

Via Kommentar von gerks bei Erzählmirnix bin ich auf folgenden Comic gestoßen:

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(Quelle)

Da musste ich doch gleich an die Patriarchatssitzung denken, auf der ich folgenden kritische Frage stellte:

Wenn wir jede einzelne Frau (bzw. jeden einzelnen Menschen, der nicht weiß/heterosexuell/männlich ist) unterdrücken können und das bis in den Alltag von jedem durchdrücken können, wenn wir durch Rollenbilder in Werbung und Popkultur und abwertende Sprüche jede Frau auf Linie bringen können: Ja, warum gewöhnen wir als erstes einigen Frauen nicht das ständige Meckern ab? Das mögen wir Männer doch gar nicht. Wieso lassen wir das also zu?

Wie’s so ist, man schaut sich mal um nach weiteren interessanten Beiträgen und so fand ich dann eine Analyse des radikalfeministischen Blicks auf diese Welt:

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Quelle)

Ein dritter Comic, diesmal ursprünglich von Lauren Southern, zeigt allerdings sehr deutlich die Probleme von überzogener Satire:

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(Quelle)
Hier ist der Rassismus im Ergebnis doch deutlich zu erkennen: Eine rein WEISSE Fläche!

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? „Ist denn die ganze Welt verrückt geworden?“ ist die passende Frage bei manchen Absurditäten, die durch die Medien geistern (und dann wenigstens zu solchen Comics inspirieren).

The Go-Go’s: The Whole World Lost Its Head

Kurznachrichten vom 11.03.2016

1: Daisy Ridley, die Darstellerin der Rey im neuen Star Wars-Film, wird für ihre Darstellung in dem Film kritisiert. Warum? Weil sie zu schlank ist.

„I can’t believe the unrealistic expectations I’m setting for young girls,“ a speech bubble read. „Don’t they know real women have curves?“

Da möchte man meinen, Rey ist eigentlich das feministische Idealbild der taffen Powerfrau, die sich in allen Situationen locker durchschlägt und alles auf Anhieb kann, weil sie ja im Besitz einer Vagina ist, und nun das. Ridley will sich aber nicht dafür entschuldigen, wie sie ist, und meint stattdessen:

I’m a normal girl thrust into extraordinary circumstances, just like Rey.

Genau. Als „Normal Girl“ fliegt man ja eben mal so einen Millenium Falcon ohne Einweisung perfekt durch sämtliche Schluchten und Engstellen und prügelt im ersten Schwertkampf seines Lebens einen Sith-Lord mit halber Jedi-Ausbildung fast zu Boden. Ja nee, is klar.

2: Kommen wir zu den positiven Nachrichten: „Bier verbessert Ihre Leistung im Bett„, meint gentside.de herausgefunden zu haben. Na, das ist doch mal endlich eine gute Nachricht für Männer.

3: Im STERN echauffiert sich Sarah Stendel über die Partnerwahlkriterien des „Bachelor“. Und argwöhnt dabei, dass dies nicht seine eigenen seien, sondern die des Senders. Dabei macht sie allerdings genau dasselbe, nämlich ihm vorschreiben zu wollen, welche Kriterien denn genehm seien. Wo kämen wir denn hin, wenn Männer selbst entscheiden könnten, nach welchen Kriterien sie sich Partnerinnen aussuchen?

4: Das kommt raus, wenn man eine Kampagne für „Women in Tech“ machen will und es gründlich versemmelt:

https://twitter.com/Crisprtek/status/707801866126663680

Danisch hat da auch was dazu.

5: Zum Weltfrauentag hat extra 3 schon letztes Jahr was „lustiges“ gemacht. Nach dem Motto: Männer, jammert nicht rum, ihr seid eh überall privilegiert. Was das für ein Geschrei gäbe, würde man sich über Frauen so lustig machen.

6: Das Bundesforum Männer beweist wieder einmal, dass es alles andere im Sinn hat als eine Interessensvertretung für Männer zu sein, weshalb man auch für die Verschärfung des Sexualstrafrechts ist, das es noch einfacher als bisher ermöglichen wird, alleine aufgrund der Aussage des vermeintlichen Opfers zu verurteilen.

Kurznachrichten vom 07.03.2016

 

In den letzten Tagen hatte ich wenig Zeit und Lust zum Schreiben, also hat sich einiges angesammelt. Dann mal los…

1: Christian von Alles Evolution weist auf einen Aufruf der Süddeutschen Zeitung per Twitter hin, nach dem Material zum Thema „Gleichberechtigung“ gesammelt wird.

Christian hat gleich mal ein paar Links geschickt. Wir dürfen es ihm nachtun.

2: Hadmut Danisch ist auf einen Wettbewerb des NRW-Emanzipationsministeriums mit Namen #netzheldin gestoßen, den dieser Beitrag gewonnen hat, und den Danisch gebührend kommentiert.

3: Der Studierendenrat der Universität Halle hat mal eben 8000 Euro studentischer Mitgliedsbeiträge dafür übrig, um Erstsemester mit veganen Verhüterli zu beglücken.

4: In der Rubrik: „Das sanfte Geschlecht“ gibt es heute wieder zwei hübsche Beiträge. Hier der erste:

Am Dienstagabend schlug eine Frau in der Notfallambulanz des Stendaler Johanniterkrankenhauses so heftig auf einen Mann ein, dass die Polizei gerufen werden musste.  Eine 32-jährige Frau schlug fortwährend mit einem Rucksack auf einen 29-jährigen Mann ein, während dieser in Behandlung war. […] Zum Motiv wurde bekannt, dass die Frau vor einigen Tagen Geburtstag hatte und der Mann nicht gratulierte.

Im zweiten Fall ist nicht nur das sanfte Geschlecht, sondern mit ihm in Personalunion auch die Religion des Friedens beteiligt:

Hinweise verdichten sich, dass die Messerattacke eines Mädchens auf einen Bundespolizisten einen islamistischen Hintergrund hatte. Die 15-Jährige hatte vor einer Woche in Hannover dem Beamten mit einem Küchenmesser in den Hals gestochen und ihn schwer verletzt. […] Bereits als Siebenjährige hatte sie Kontakt zu dem Salafistenprediger Pierre Vogel. In einem Video mit ihm rezitierte sie Koranverse. Ob die 15-Jährige selbst zur Salafistin wurde, ist unklar.

5: In einem lesenwerten Beitrag stellt sich Thorsten Barnickel auf den Seiten des Humanistischen Pressedienstes (hpd) zwischen biologistischen Essentialismus von klerikal-konservativen Kräften einerseits und kulturalistischen Gendertheoretiken andererseits und plädiert stattdessen für ein „uneingeschränktes Ja zum Wissenschaftsprinzip in Schule, Unterricht und Lehrerbildung“ und die Einbindung der „Erkenntnisse der Evolutionsbiologie bezüglich wesentlicher Aspekte menschlichen Sozialverhaltens einschließlich derer bezüglich Geschlechterfragen“.

Im Hinblick auf die Unvereinbarkeit mit dem, was die Biologie zu Geschlechterfragen zu sagen hat, stehen sich kulturalistische Formen der Gendertheorie und christlich-religiöse Vorstellungen vom „Schöpfungsplan“ Gottes für den Menschen bzw. Mann und Frau in nichts nach. Würden Schüler im Biologieunterricht angemessen über die evolutionsbiologischen Grundlagen der Zweigeschlechtlichkeit, über die Vielfalt der in der Natur beobachtbaren direkten und indirekter Reproduktionsstrategien im Allgemeinen und den Bedeutungsgehalt des beobachtbaren Geschlechtsdimorphismus beim Menschen im Speziellen informiert, würde von der Vorstellung, allein die lebenslange und rein monogame Ehe zwischen Mann und Frau, wie sie die Kirchen im Blick haben, entspräche der „natürlichen Schöpfungsordnung“ des Menschen, genau so wenig übrig bleiben wie von der besagten Form der Gendertheorie.

Zu wünschen wäre das m.E., ich halte das aber leider für sehr optimistisch. Bis dahin ist noch ein langer steiniger Weg.

6: In einem weiteren Beitrag beim hpd behauptet der Journalist Kaan Göktas, dass die Genitalverstümmelung von Jungen („Beschneidung“) nichts mit dem Islam zu tun habe, weil sie mit dem Koran nicht begründet werden könne. Dies sei ein weit verbreiteter Irrtum. Der Prophet Mohammed und die ersten Muslime seien nicht beschnitten gewesen.

Es gibt keinen Eintrag über Beschneidungen im Koran. Ganz im Gegenteil, im Koran steht: “Gott hat den Menschen vollkommen erschaffen und er darf nicht verändert werden.”

Wenn sich das in der muslimischen Gemeinde herumsprechen würde, wäre es sicher ein Fortschritt. Ich fürchte nur, es wird als Einzelmeinung angesehen werden und viele Imame werden weiterhin die Beschneidung propagieren.

7: Wo wir es gerade über Gender und Islam haben: Mo von „Jesus and Mo“ entdeckt gerade seine weibliche Seite:



8: In den USA ist an der University of Kansas eine weitere Professorin unter den Beschuss von Studenten der PC- und SJW-Fraktion geraten. Ihr Vergehen: Sie hat das böse N-Wort benutzt, zwar nur als Zitat, aber selbst das reicht aus, damit sich Studenten dort uncomfortable fühlen. Ein weiteres Vergehen von ihr war, zu Bedenken zu geben, dass Studenten eventuell für ihr Scheitern selbst verantwortlich sein könnten.

Quenette’s use of the n-word, however, was not her students’ only complaint. She also suggested that students were dropping out of KU not because they were victims of racism or felt threatened on campus, but because of their low grades. Uh oh.

9: Passend dazu ein netter Sketch vom Mitchell und Webb, der ein wenig das SJW-Denken aufs Korn nimmt:

10: OT-Beitrag des Tages: Die angebliche Analyse des baden-württembergischen Wahlprogramms der AfD der Piratin Katharina Nocun (Spitzname „Kattascha“) schwirrt nun ja schon seit längerem viral durchs Netz. Allerdings entpuppt sich das bei näherem Hinsehen als eine manipulative Effekthascherei, in der sie die AfD-Aussagen größtmöglich negativ interpretiert. Kattascha verdreht die Aussagen so, dass sie möglichst Nazi-mäßig klingen. Das haben ihr bereits zwei Blogs nachgewiesen, die mal genauer als sie selbst im AfD-Programm nachgelesen haben und die wohlgemerkt betonen, dass sie selbst nicht gerade AfD-Fans sind. Die Blogs sind seidwalk und Huhn meets Ei. Wer nur Zeit für einen Beitrag hat, der von „Huhn meets Ei“ ist m.E. einen Tick besser.

Kurznachrichten vom 02.03.2016

1: Im Belästigungsfall im Kieler Einkaufszentrum Sophienhof hat die Polizei jetzt zurück gerudert. So dramatisch scheint die Situation doch nicht gewesen zu sein. Genderama berichtete bereits gestern. So wie es sich jetzt darstellt, war das nicht mehr als ein Anbaggerversuch, die umstehenden anderen Männer hätten nicht eingegriffen und seien allenfalls Schaulustige gewesen. Vielleicht sollten wir die Auswertung der Überwachungskameras abwarten, um das beurteilen zu können.

2: In der FAZ philosophiert man mal wieder unter dem Titel „Wo sind die echten Männer?“ über die Krise der Männlichkeit. Mit durchaus ein paar richtigen Gedanken.

Man kann aber auch noch einmal an jene Nacht in Köln denken, als, wie man in den Kommentaren lesen konnte, das deutsche Weichei mit einer „archaischen Männlichkeit“ konfrontiert war. Dass junge Männer, die sich zusammenrotten, um Frauen zu betatschen, zu begrapschen und sexuell zu belästigen, dafür bestraft werden müssen, wenn man sie identifiziert, ist ja eh klar. Darf man aber an diese Feststellung noch die Frage knüpfen, wie unglücklich, unbefriedigt und einsam jemand sein muss, dessen Silvesternacht auf solche geraubten und erzwungenen Berührungen hinausläuft? Wenn das die archaische Männlichkeit ist, dann möchte man doch ausdrücklich lieber das moderne Weichei sein.

3: Der Deutschlandfunk interviewt Miriam Tariba Richter, die 500. Frau, die über das Bund-Länder-Professorinnenprogramm an eine Professur gekommen ist. Dabei grübeln sie und ihr Interviewer Manfred Götzke darüber, warum trotz der Mehrzahl an weiblichen Abiturienten und der höheren Abschlussquote von Frauen an den Unis immer noch so wenige in den Führungsstellen ankommen. Tja, woran kann das nur liegen? Selbstverständlich an noch zu wenig Frauenförderung! Und dass es im akademischen Mittelbau fast nur noch befristete Stellen gibt, benachteiligt natürlich Frauen ganz besonders, weil

das ist natürlich sehr unattraktiv für Menschen, die auch eine gewisse Sicherheit brauchen, sei das jetzt eine standortgebundene Sicherheit oder auch eine finanzielle Sicherheit.

Was für Männer ja Ü-BER-HAUPT kein Problem ist, wie wir wissen.

4: Die Unkenrufe über Addyi, das „Viagra für Frauen„, scheinen sich ein halbes Jahr nach der Einführung zu bestätigen.

Aus der Einnahme der Pille resultierte durchschnittlich nur eine befriedigende sexuelle Erfahrung mehr innerhalb von zwei Monaten […] Als Nebenwirkung der „Pink Viagra“ genannten Pille verzeichneten sie einen deutlichen Anstieg von Schwindel, Schläfrigkeit, Übelkeit und Erschöpfung. […] Die Tablette muss täglich eingenommen werden. Alkohol sollte über die gesamte Einnahmedauer nicht konsumiert werden, weil die Nebenwirkungen dadurch noch verstärkt werden. […] Der Preis […] liegt je nach Krankenkasse zwischen 30 und 75 Dollar (26 bis 66 Euro) pro Monat.

Fazit: Teuer, mickrige Wirkung, heftige Nebenwirkungen. Klingt ziemlich nach ’nem Flop.

5: Reina Gattuso klärt uns über den „orgasm gap“ auf und Schuld ist wie immer: The Patriarchy! Diese bringt den Männern bei, beim Sex nur an den eigenen Spaß zu denken. Schlimm, schlimm, schlimm. Aus eigener Erfahrung weiß ich allerdings, dass das beileibe kein männliches Monopol ist.

You roll off of me, get up, take the condom off/pee/do whatever it is people with penises do in the bathroom immediately after they’ve come (world’s great, great mysteries), put your pants on, come back into bed, and fall asleep. Sex is now over. Sex is now over because you have decided it is over. You have decided sex is over because you are a man, and because this choreography that favors men with penises — man becomes erect, man penetrates woman, man ejaculates — is what we have been told sex is.

Das ist natürlich traurig, aber ist das nicht dieses „yes means yes“-Prinzip? Haben nicht Feministinnen gefordert, jegliche sexuelle Handlungen jederzeit einseitig abbrechen zu dürfen, wenn sie nicht mehr wollen? Wäre dieses Einfordern von weiteren sexuellen Zuwendungen nicht mindestens „Entitlement“, wenn nicht sogar „rape culture“?