Kurznachrichten vom 05.02.2019

1: Große Aufregung über eine angeblich sexistische Werbung des Discounters Lidl auf Facebook:

lochistloch2

Das Vergehen von Lidl: Sich nicht gewahr darüber sein, dass der Spruch von Männern des öfteren benutzt wird, um deutlich zu machen, dass eine Frau für Sex nicht unbedingt hübsch sein, und man sich auch nicht gleich emotional engagieren müsse. Lidl hat die Werbung angeblich schon wieder zurückgezogen und sich halbgar entschuldigt. Donuts sind jetzt also sexistisch, während es ok geht, das gesamte andere Geschlecht pauschalisierend anhand der übelsten Klischees darzustellen (Gilette). Ich fürchte, da geht einigen wohl etwas die Phantasie durch. Andere müssen das dann auf die Spitze treiben:

2: Das neue „Paritätsgesetz“, das den Parteien für den Landtag Brandenburg eine quotierte Landesliste vorschreibt, wie nun auch von dem Juristen Alexander Hobusch von der Universität Düsseldorf auseinander genommen.

3: Bei Tag 24 gibt es einen schönen Rant von Autor Uwe Schneider, warum er jetzt zum alten, weißer Mann geworden und das auch gern ist. Der Titel lautet: „Tempolimit, Sexismus, Rauchen: Hört endlich auf, mich ständig zu belehren! Eine Polemik“. Nur eine Schwäche hat der Text: Schneider würde am liebsten „den ihm ständig entgegen gestreckten erhobenen Zeigefinger mitleidslos“ brechen. Cooler wäre allerdings, einfach mit dem nächsten zurück zu grüßen.

4: Lena Jäger, ihres Zeichens Projektleiterin, also quasi Chefin der Initiative „Frauenvolksbegehren“ in Österreich behauptete ernsthaft, die jüngste Häufung von Frauenmorden in Österreich durch zugewanderte Täter liege am noch stark wirksamen Patriarchat in Österreich. Wörtliches Zitat: „Die Ausländer kommen nach Österreich und schauen sich offensichtlich von den Österreichern das Morden ab.“

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Rasiert Gillette seine Dislikes auf YT?

Eine Ergänzung zur Gillettepanne (Die Firma Gillette wirbt mit einem männerverachtend-feministischen Video, das massenweise Empörung hervorruft; näheres bei Genderama):
Als ich mir heute das YT-Video angeschaut habe (do 17:30) war ich einigermaßen erstaunt über die vielen Likes (ca. 400 000 Likes zu 800 000 Dislikes; also immerhin ein Drittel Likes!) und bin daher skeptisch geworden. In den Kommentaren fand ich dann sehr viele Beschwerden darüber, dass Gilette offenbar die Likes und Kommentare fleißig rasiert. Hier einige Beispiele:
„Eric Wilkinson
vor 3 Minuten
DANNYBOY73 The only thing gillette is shaving, is the numbers off their dislikes … every time I come back to this video my dislike is gone“
„Trollita
vor 59 Minuten
As of now, over 112,000 comments have been deleted by Gillette, per social blade analytics.“
„Loru Y
vor 20 Minuten
They’re also deleting the likes on comments. I’ve had my likes, on specific comments, deleted.“
„ɴ̅I̅ ̅ ̅ s̅ı̅Ͻ̅
vor 10 Minuten
@Loru Y Same here. When I wrote my comment within 2 mins I had 8 likes, at 3 mins it was at 12, the next 4hrs I came back it stayed at 12, yesterday morning was up to 17, this morning 11. Don’t know if they wiped out the likes completely and started over or just taking off a few at a time. And my comment wasn’t even that bad imo.“
„PositronicReflex
vor 7 Minuten
I’ve disliked this video 4 times already. 425k likes my foot. Manipulated numbers.“
„Hurin Thalion
vor 30 Minuten
Heavy manipulation of likes. In two days it’s gone from a like/dislike ratio of 1:10 to 1:2. Seems legit.“
„NPC; trollingtowakeyouup4253
vor 2 Tagen
Removing them just as quickly, mines been removed like 12 times. Keep coming back just to check.“
…und weitere. Einer der zitierten Kommentatoren spricht von einem Like:Dislike-Verhältnis von 1:10 vor zwei Tagen. Auch bei Genderama und AllesEvolution wird dieses Verhältnis genannt, das sich dann offenbar rasant geändert hat. Der Verdacht der Manipulation der Likes ist also äußerst naheliegend. Ich kann allerdings nicht mit letzter Sicherheit beurteilen, ob das stimmt (und ob das überhaupt möglich ist, Likes oder Dislikes zu entfernen), weil ich davon nicht viel verstehe. Mein eigener Dislike blieb bisher stehen. Kann jemand mit Ahnung dazu seine Meinung sagen?

 

Kurznachrichten vom 11.01.2019

Arne ist noch in der Winterpause und ich habe schon lange nichts mehr geschrieben, also…

1: Eine Studie der Uni Rostock hat ergeben, dass Männer nach einer Trennung diese besser verkraften, wenn sie – Trommelwirbel! Tusch! – ihre Kinder noch sehen dürfen. NDR-Info hat dazu ein Radio-Feature. Bei dem Beitrag weiß man nicht, ob man lachen oder weinen soll. Zum einen entfahren einem ständig loriotekse „Ach!“, „Ach was!“, „Da seid ihr jetzt auch schon drauf gekommen?“, zum anderen ist man ja schon froh, wenn solche Themen überhaupt mal im Mainstream-Radio stattfinden, und das sogar durchgängig positiv im Interesse der Väter, mit einem Plädoyer für das Wechselmodell. Und ohne feministisches Dazwischengrätschen.

2: Eine Leserzuschrift bei Michael Klonovskys Acta Diurna hat angesichts der Attacke auf den AfD-MdB Frank Magnitz eine interessante Feststellung zu Geschlechterrollenverteilung gemacht, die ich mir erlaube, hier fast komplett wiederzugeben:

Von linker Seite hört man jetzt Argumente wie: Gewalt gegen ‚Nazis‘ die Hass schüren sei legitim oder wer Hass sät, wird Hass ernten oder ähnliches wie, eine andere Sprache verstünden diese Leute nicht usw. Jetzt also, wenn es in ihrem Sinn passt, dann ist Gewalt ok, richtig und legitim.

Aber, gehen wir mal davon aus, dass die Angreifer höchstwahrscheinlich männlich waren. Ist das dann am Ende nicht ein Eingeständnis, für das Grobe, für die Drecksarbeit auf Männer angewiesen zu sein? Ohne Männer kann also Kampf gegen ‚rechts‘ in ihrem Sinne nicht stattfinden. Grüne, Feministen und Buntisten sind auf Männer, hinlangende, Brutalität anwendende Männer angewiesen. Wenn es ihren Zwecken dient, dann ist Gewalt von Männern wieder gut und nützlich.

Und weils gerade zum Thema passt, Hadmut Danisch hat zum selben Thema, aber in einem anderen Lebensbereich ähnliche Beobachtungen gemacht.

Vermischtes: „Unteilbar“-Demo, Frauenvolksbegehren, Gender-Pay-Gap, Blödsinn, Abtreibung

1. Großdemo „Unteilbar“ in Berlin

In Berlin haben eine viertel Million Menschen für… also bzw. gegen.. also… – ja was eigentlich genau? – demonstriert. Natürlich geht es vielen Demonstranten einfach darum, gegen die Fremdenfeindlichkeit zu protestieren, die in den letzten Jahren durch AfD und Pegida wieder in der Öffentlichkeit angekommen ist. Das ist ein aufrechtes legitimes Ziel, doch das gemäßigte Fußvolk steht in Berlin neben linken Aktivisten und Ideologen, die politische liberale, humanistische Werte für sich vereinnahmen, denen sie heute keineswegs mehr gerecht werden können. Die Mainstreammedien unterstützen die Linken dabei, indem sie deren politisches Vokabular unkritisch übernehmen. Ein paar Beispiele aus diversen FAZ und ZEIT-Artikeln, die erklären, wofür die Demo angeblich steht:

für die Offene Gesellschaft

Der linke politisch korrekte „Antirassismus“ ist heute gegen die Offene Gesellschaft – ein wichtiger liberaler Begriff, der vom Philosophen Karl Popper geprägt wurde und heute offensichtlich nicht mehr verstanden wird.

gegen Hass

  1. Hass kann auch berechtigt sein, weshalb es unsinnig ist, ganz allgemein „gegen Hass“ oder „für Liebe“ zu demonstrieren. Das ist inhaltsleerer Kindergarten.
  2. Die heutige Linke ist alles, nur nicht frei von Hass.

gegen die Spaltung der Gesellschaft und gegen Rassismus

Wer die Welt in die bösen „Rassisten“ und die guten „Antirassisten“ einteilt und der anderen politischen Seite nur mit Ignoranz und Vorverurteilung begegnet und wer darüber hinaus z.B. Weiße gegen „People of Colour“ (oder Frauen gegen Männer) ausspielt, der ist es, der die Gesellschaft spaltet.

für bunt statt braun

  1. Ihr seid nicht „bunt“, ihr seid rot. Meinungspluralismus (bunt) ist etwas wofür die heutige Linke so gar nicht steht – schon gar nicht in der Flüchtlingsfrage.
  2. Eure Gegner sind längst nicht alle Nazis (braun). Das ist wieder die alte Vorverurteilung. Wann versteht die Neue Linke endlich, dass sie ihre Gegner nicht einfach mit den Braunhemden der SA gleichsetzen kann!

gegen rechts

Das alte Feindbild, das der Tabuisierung aller Meinungen, die gegen links sind, dienen soll – sich also grundsätzlich auch gegen Feminismuskritiker richtet. Hierzu ein Auszug aus einem vorangegangenen Artikel von mir:

Der identitätspolitische Kampf „gegen rechts“ – Der undemokratische Kult um ein Tabuwort

Natürlich kann man gerne gegen eine beliebige rechte Position sein, aber dann nenne man diese doch bitte beim Namen und erkläre warum man sie ablehnt; anstatt dass man einfach in einem Akt kollektiver Selbstvergewisserung klar stellt, dass man irgendwie gegen rechts ist. Dieses Bekenntnis ist keine Argumentation sondern reine identitäre Abgrenzung im Sinne eines Lagerdenkens.

 

Das Problem ist nun – ich möchte es nochmal wiederholen – nicht, dass sich Bürger gegen Islamhass und Fremdenfeindlichkeit einsetzen, sondern das Problem ist, dass sie sich dabei von linker Ideologie vereinnahmen lassen und sich mit Politikern und Aktivisten gemein machen, deren Verhältnis zur freiheitlichen Demokratie höchst zweifelhaft ist. Damit machen sie ihren Protest unglaubwürdig und tragen zur Abschottung der Lager bei. Und das zweite Problem ist, dass die unkritische Berichterstattung dies unterstützt. Für die Geschlechterfrage ist dies von Belang, weil die Front gegen rechts selbstverständlich auch gegen Feminismuskritiker instrumentalisiert werden wird, auch wenn dies von den meisten Teilnehmern solcher Demos nicht intendiert sein dürfte.

 

2. „Frauenvolksbegehren“ in Österreich

Die FAZ interviewt Lena Jäger, Projektleiterin des „Frauenvolksbegehrens“ in Österreich. Diese glänzt in ihren Antworten mit Widersprüchen und unsinnigen Erklärungen, die äußerst bescheidene Kenntnisse von Politik, Gesellschaft und dem eigenen Tun offenbaren. Wer sich den Quark durchlesen möchte, kann das hier tun. Viel wichtiger ist jedoch, in die Forderungen des Volksbegehrens einzusteigen, die in dem Interview viel zu kurz kommen. Der Forderungskatalog ist lang; ich versuche es mal runterzubrechen:

  • 50%-Zwangsquoten für die gesamte Gesellschaft, einschließlich des politischen Betriebs (Einschränkung der Demokratie)
  • umfassende Zensur- und Umerziehungsmaßnahmen (Werbung, Bildungseinrichtungen) gegen alles was nicht genderkorrekt ist
  • staatliche Förderung feministischer Medienberichterstattung (institutionalisierte politische Beeinflussung der Medien)
  • „Volle Lohntranzparenz“ und tiefe Eingriffe in marktwirtschaftliche Lohnentwicklung
  • Verpflichtung von privaten Unternehmen zu Gleichstellungsmaßnahmen
  • 30h-Woche für alle (damit soll die geschlechtliche Aufgabenverteilung irgendwie abgeschafft werden)
  • mehr Unterhaltskram für Alleinerziehende (davon hab ich Gott sei Dank keine Ahnung)
  • Rechtsanspruch auf kostenlose öffentliche Vollzeit-Kinderbetreuung bis 14 Jahre (!)
  • komplett steuerfinanzierte Verhütungsmittel und Abtreibungen (in allen Krankenanstalten)
  • mehr Frauenhäuser
  • geschlechtergetrennte Unterbringung von Flüchtlingen (auch Ehepartner scheinen mitgemeint zu sein)

 

Knapp eine halbe Million Österreicher hat sich für diesen antidemokratischen und freiheitsfeindlichen, prüden und männerverachtenden Scheiß begeistern können und hat das Volksbegehren unterschrieben. Viele haben wahrscheinlich nur „Frauen“ gelesen und ihren Stempel drunter gesetzt.

 

3. Pay Gap in MINT-Branche

Die FAZ berichtet über den GPG in MINT-Berufen fast ohne femi-Moralisierung. Die gemessenen Werte sind relativ hoch. Die Überschrift „Was Frauen verdienen und Männer bekommen“ ist wohl als Unterstellung zu verstehen, dass Männer das bekommen würden, was eigentlich Frauen erarbeitet haben. Weiter heißt es dann im Artikel, Frauen verdienten „zu wenig“. Diese Wertung, die eine Ungerechtigkeit suggeriert, ist eigentlich hinfällig, wo am Ende des Artikels doch zugegeben wird, dass

allerdings der unbereinigte Wert wenig aus[sage], da die Analysten unterschiedliche Stellenprofile miteinander verglichen. Um eine exakte Aussage bezüglich der Entgeltlücke treffen zu können, müsse der Wert nach vielen Parametern bereinigt werden. In ihrer Auswertung seien lediglich der Beruf, die Personalverantwortung sowie das Studienfach berücksichtigt worden.

 

4. ZEIT: Frauenbewegung von Problemen entfremdet, zerstritten und unverständlich – aber trotzdem voll wichtig

Bei Zeit Online gibt es die feministische Rubrik „10 nach 8“, deren Artikel auf der Blödsinn-Skala von 1 bis 10 meistens im Mittelfeld liegen. So auch der neue „10 nach 8“-Artikel von Caroline Rosales, die sich als „ganz gewöhnliche Frau“ vorstellt. Wie das ganz gewöhnliche Frauen so machen, besucht sie feministische Lesezirkel und versucht, sich so weit wie möglich feministisch korrekt zu verhalten. Doch die intellektuellen Diskurse sind ihr zu hoch und die unterschiedlichen Ansichten darüber, wie sich die moderne Frau zu verhalten hat, setzen ihr zu. Anscheinend schafft sie es nicht, nach ihren eigenen Überzeugungen zu denken und zu handeln und macht sich lieber von anderen abhängig. Folgerichtig beklagt sie daher die akademische Abgehobenheit und die Grabenkämpfe innerhalb der Bewegung. Nun versucht sie aber diese Meinungsverschiedenheiten und ihren theoretischen Unterbau zu ignorieren und Einigkeit zu beschwören, damit den „ganz gewöhnlichen Frauen“ endlich geholfen werden kann. Was diese vereinten feministischen Kräfte inhaltlich leisten sollen, weiß die Autorin aber auch nicht so genau. Das einzige handfeste, was ihr hier einfällt ist die Abschaffung von §219a (Verbot der Werbung für Abtreibung). Ansonsten noch irgendwas gegen „Mutterbild“ und Kleinfamilie und dann soll noch irgendeine neue Partei gegründet werden. Na, da werden sich die gewöhnlichen Frauen aber freuen. ;D

In Wirklichkeit geht es mal wieder nur um das gar furchtbarste Übel für die Sache der Frau: Dass die bösen Rechten in der Frauenfrage mitreden und den Feminismus kapern. Also heißt es mal wieder: gegen rechts – egal warum.

Denn während wir Frauen uns selbst kannibalisieren, haben ausgerechnet populistische rechte Parteien das Thema Feminismus für sich entdeckt. Die AfD in Deutschland, der Rassemblement National (RN) in Frankreich, die Trumps (insbesondere Ivanka) schmücken sich mit dem Wort, instrumentalisieren es […]

Merkt die Autorin nicht, dass sie damit die beklagten Grabenkämpfe einfach nur nach rechts verlagert und geht es ihr wirklich nur um die Belange der „ganz gewöhnlichen Frauen“ oder doch nicht vielmehr um die eigene linke Diskurshoheit, von der andere Frauen überhaupt nichts haben?

 

5. ZEIT: Abtreibungsfrage

Feministen tun zur Zeit so, als würden die Rechte der Frauen mit Füßen getreten werden, weil es in Deutschland ein Werbeverbot für Abtreibung gibt. Die Zeit berichtet jedoch ausgewogen und unaufgeregt (Daumen hoch!).

§219a hat den Zweck zu verhindern, dass Abtreibung als etwas normales unbedenkliches gehandhabt wird. Man muss nicht so weit gehen, Abtreibung als „Mord“ zu bezeichnen, aber es handelt sich nun mal um etwas, was in diese Richtung geht, unter Umständen eine Straftat darstellt und daher nicht öffentlich normalisiert werden sollte. Daher finde ich den Gedanken von §219a grundsätzlich richtig. Ein Verbot, über Schwangerschaftsabbruch nur zu informieren, halte ich jedoch für falsch. Hier gibt es auch verfassungsrechtliche Bedenken. Die ZEIT berichtet von einem problematischen Gerichtsurteil diesbezüglich. Ein zweiter Artikel zu dem Thema lässt die AfD-Politikerin Beatrix von Storch zu Wort kommen, die §219a verteidigt:

„Was rechtswidrig ist, darf nicht beworben werden“, sagte sie der Neuen Osnabrücker Zeitung. „Abtreibung ist kein Menschenrecht.“ Sie wünsche sich stattdessen eine „Willkommenskultur für Kinder“.

 

Frauentag 8.März: Feministsiche Parlamentarierinnen wollen freie Wahl aushebeln

  1. Paritätsgesetz (Frauenquote) für Bundestag geplant:

Anlässlich des Weltfrauentages haben Politikerinnen von CDU und SPD wieder eine Frauenquote für deutsche Parlamente ins Gespräch gebracht. Es sei zu prüfen, „welche Stellschrauben bei einer Wahlrechtsreform gedreht werden können“, damit wieder mehr Frauen in die Parlamenten einziehen, sagte Bundesfrauenministerin Katarina Barley (SPD) den Zeitungen des Redaktionsnetzwerkes Deutschland (RND). Dafür plädierten auch die CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer und die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF).

Hier geht’s weiter. Was auffällt: Der Artikel ist völlig unkritisch. Der ZEIT kommt dieser verfassungswidrige Irsinn ganz normal vor; auch bei der FAZ ist keine Kritik zu lesen. Die Kommentare unter dem ZEIT-Artikel sprechen hingegen eine andere Sprache; fast alle sind ablehnend. Manche sprechen von einer Einschränkung der Demokratie und Unvereinbarkeit mit dem GG. Und natürlich wird fleißig zensiert, wie sich das gehört, wenn das dumme Volk sich gegen ein quotiertes Parlament wehrt.

Hier ist zum Thema schon alles gesagt:

https://geschlechterallerlei.wordpress.com/2017/10/01/schnapsidee-bei-der-spd-frauenquote-fuer-den-bundestag/

https://geschlechterallerlei.wordpress.com/2018/03/04/quotierte-wahl-in-italien/

https://scheidendegeister.wordpress.com/2018/01/12/jammerpolitikerin-frauen-sind-die-falschen-fuer-den-job/#comment-1196

 

2. Frauenstreik in Spanien

Ach ja, ein Frauenstreik. Da kann ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen. Einige tausend Frauen in ganz Spanien haben gestreikt und sind gegen irgendwas mit Männern und für irgendwas mit Frauen auf die Straße gegangen.

Taz:

Gründe für den Ausstand gibt es viele. Frauen verdienen, je nach Studie, bis zu 23 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. 75 Prozent der Teilzeitarbeitsplätze sind von Frauen besetzt. Nur 50 Prozent der arbeitslosen Frauen erhalten Stütze. Bei den Männern sind es 60 Prozent. Außerdem haben nur knapp 38 Prozent der Frauen einen Rentenanspruch, bei den Männern sind es 62 Prozent. Die Renten der Frauen liegen 57 Prozent unter denen der Männer. 42 Prozent der Alleinerziehenden leben an oder unter der Armutsgrenze. 81 Prozent davon sind Frauen.

Klingt nach krasser Diskriminierung und hat sicher überhaupt nichts damit zu tun, dass viele spanische Frauen einen männlichen Ernährer haben oder hatten und hat sicher auch nicht im geringsten was mit persönlichen Lebensentscheidungen zu tun.

Bento (Femi-Magazin vom SPIEGEL) jubelt und spricht von einem „Generalstreik“ von 5,3 Millionen Frauen, der „das ganze Land lahmgelegt“ habe. Da wär ich skeptisch. Wie man feststellen will, wie viele Hausfrauen gestreikt haben, ist mir außerdem nicht ganz klar. Wogegen die Frauen da streiken scheint Bento außerdem relativ wurscht zu sein; einzig von „Gewalt gegen Frauen“ ist die Rede, aber was ist dieser Begriff wert, wenn er von heutigen Feministen benutzt wird?

 

3. ZEIT interviewt Grüne Baerbock zum Thema „Gleichberechtigung“

Baerbock: Sexismus habe ich bei [den Grünen] nicht erlebt. In der Partei haben wir dagegen ja auch vielfältige strukturelle Regelungen, die dem vorbeugen, zum Beispiel Quoten für Ämter.

Diese Quoten sind Ungleichberechtigung, also selbst Sexismus in Bilderbuchformat.

ZEIT ONLINE: Der Frauenanteil bei den Grünen liegt bei 41 Prozent, das ist der beste Wert unter allen im Bundestag vertretenen Parteien. Trotzdem ist das weniger als die Hälfte. Woran liegt das?

Baerbock: Strukturelle Diskriminierung betrifft auch Parteien. Das fängt damit an, dass Parteiveranstaltungen oft abends um 19 Uhr beginnen. Wenn man wie ich kleine Kinder hat, kollidiert das voll mit dem Abendbrot und der Gute-Nacht-Geschichte. Das kann ein Grund sein, der Frauen die Beteiligung erschwert. Flexiblere Zeitmodelle können da helfen. Wichtig ist zum Beispiel auch, Sitzungen so zu begrenzen, dass sie zu einer festgelegten Uhrzeit auch wirklich zu Ende sind. Oder Parteiveranstaltungen jenseits von Parteitagen nicht gleich am Samstag und am Sonntag abzuhalten.

Wenn man keine Zeit hat für Politik, kann man ihr ja fernbleiben. Oder sein politisches Engagement halt auf ein Maß begrenzen, das sich mit dem Familienleben vereinbaren lässt. Aber über „strukturelle Diskriminierung“ zu jammern, gilt hier nicht. Abgesehen davon ist diese Baerbock natürlich weit entfernt davon, zuzugeben, dass sich Frauen einfach weniger für Politik interessieren. Naja, alter Kaffee. Im Westen nichts neues. Jetzt noch ein kleiner Lacher zum Abschluss und dann gehts ins Bettchen:

ZEIT ONLINE: Der Frauenanteil unter den Grünen-Parteimitgliedern liegt bei 41 Prozent. Von den Grünen-Abgeordneten sind aber 58 Prozent Frauen. Ist das nicht aktive Männerdiskriminierung?

Baerbock: Nein, das ist aktive Frauenpolitik. Ich bin stolz drauf, dass das bei uns so ist.

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Nachtrag:

Ich habe ich schon gefragt, warum sich nur SPD- und CDU-Vertreter an der Initiative beteiligen. Warum nicht auch Grüne und Linke; müssten die nicht besonders begeistert sein? Nein. Ironischerweise befürchten genau diese beiden Fraktionen den Vorstoß von Barley und Kramp-Karrenbauer, denn die hier geplante Parlamentsquote wird für die Unions- und SPD-Fraktion maßgeschneidert sein. In der SPD-Fraktion herrscht eine 40%-Quote und in der Union gibt es keine verbindliche Quote sondern ein 33%-Quorum. Bei der grünen Fraktion hingegen herrschen 50%+ und bei der Linksfraktion 50%. D.h.: Wenn sich SPD und Union mit ihrer Quote durchsetzen wird sich diese zwischen 33 und 40% bewegen. Da es auserdem höchstwahrscheinlich keine Geschlechterquote; d.h. es würde (ähnlich wie in Frk. und It.) die Regelung geben, dass die Fraktion aus min. 40% Frauen und min. 40% Männer bestehen müsste, oder so ähnlich. Und genau damit könnten nun insbesondere die Grünen ein Problem bekommen. Denn die Männerquote von 40% halten sie nur knapp ein. (zur Zeit: 41%). Nicht dass die Grün*innen am Ende noch männlicher werden müssten! Ich vermute, dass das der Grund für die Zzurückhaltung der Grünen ist.

Kurznachrichten vom 23.01.2018

1: Der Regisseur Dieter Wedel ist aufgrund der #metoo-Vorwürfe als Intendant der Bad Hersfelder Festspiele zurückgetreten. Laut Bild ist er sogar mit einer Herz-Attacke ins Krankenhaus eingeliefert worden. Allerdings findet sich diese Information nirgendwo sonst.

Zuvor hat er auf der Website der Festspiele eine Erklärung veröffentlich, die es in sich hat.

Ich höre von Menschen, denen fünfstellige Beträge für Aussagen gegen mich angeboten wurden. Sie haben den Eindruck, dass mit enormem Aufwand Recherchen durchgeführt werden, deren Ergebnis aber von vornherein feststeht, denn als sie sich positiv über mich geäußert haben, wurden sie nicht zitiert. Andere vermeintliche Zeuginnen haben in den letzten Tagen versucht, mich zu erpressen. Wenn ich ihnen nicht eine noch höhere Summe anböte als Verlage oder Zeitungen, von denen sie angesprochen wurden, würden sie mich sofort – unabhängig vom Wahrheitsgehalt – belasten.

Wieder andere berichten mir, wie ihnen von den recherchierenden Journalisten Sätze in den Mund gelegt wurden, die sie so nicht erklärt und gemeint haben.

Wenn das stimmt, dann ist das der moralische Bankrott für #metoo. Wenn man die Kampagne nicht schon vorher schon für moralisch äußert fragwürdig hielt, natürlich. Weiter gehts mit:

In diesem Klima der Vorverurteilung, der sogenannten „Verdachtsberichterstattung“, die auf keine erwiesenen Fakten gestützt sein muss, kann ich den Kampf um meine Reputation nicht gewinnen – weder mit juristischen Mitteln noch mit medialen Stellungnahmen. Es gibt belastende Hinweise, die die Glaubwürdigkeit vermeintlicher Zeugen erschüttern. Es haben sich bei mir und meinem Anwalt Menschen gemeldet, die dafür einstehen wollen, um dem Gemisch aus Gerüchten, Unterstellungen, Vermutungen und Anschuldigungen Substanzielles entgegenzusetzen. Doch was bringt es am Ende? Außer vielleicht der Erkenntnis, dass inzwischen auch nach Eintritt der Verjährung allein schon der Verdacht genügt, um jedermann zu jedem beliebigen Zeitpunkt an den medialen Pranger zu stellen.

Dummerweise outet sich Wedel schon vorher als Maskulist, und zwar mit dem Satz:

Ich verabscheue jede Form von Gewalt, gegen Frauen ebenso wie gegen Männer.

Dieter, so geht das nicht! Weißt Du denn nicht, dass der Satz heißen muss: „Ich verabscheue jede Form von Gewalt gegen Frauen. Punkt.“? Weißt Du denn nicht, dass Gewalt gegen Frauen das schlimmste und verabscheuungswürdigste ist, was es auf dieser Welt gibt? Und Gewalt gegen Männer, naja, irgendwie egal? So wirst Du ganz sicher nicht bei Feministinnen punkten, wenn Du einfach Dinge miteinander vergleichst, die niemals miteinander verglichen werden dürfen!

2: Beim letzten Mal habe ich ja ganz vergessen, die ziemlich schräge Nachricht zu bringen, dass L’Oreal jetzt mit einem Hijab-Girl wirbt – für Shampoo! Macht Sinn. Vielleicht wirbt ja Fielmann demnächst mit nem Typen mit aufgesetztem Motorradhelm. Gibts eigentlich noch die blaue Ersatzflüssigkeit bei Damenbinden, ich schaue schon lange nicht mehr Werbung.

Nun gibt es aber eine neue Entwicklung, denn irgendwer hat ausgegraben, dass sich just dieses Model, Amena Khan, vor knapp vier Jahren auf Twitter sehr israelfeindlich bzw. m.E. auch antisemitisch geäußert hat (Absprechen des Existenzrechtes Israels sollte m.E. reichen für die Bezeichnung Antisemitismus)

loreal_tussi

Aufgrunddessen rudert sie jetzt zurück und sülzt was von „diversity“, „harmony“ und „inclusivity“. Klingt für mich nach dem üblichen Kübra-Geblubber. Ob das jetzt Taqiyya ist, dürft Ihr selbst entscheiden.

3: Die FH Potsdam will die aktuellen Trends nicht verschlafen und bietet ein „Social Justice und Diversity Training“ an, als Fortbildung für schlappe 2.240 €. Für uns hier besonders interessant:

Modul 7: Gender / Queer (Sexismus/ Heterosexismus)
Wie werden aus Kindern Mädchen und Jungen? Wie werden aus Mädchen Frauen und aus Jungen Männer und gibt es nur zwei Geschlechter?

Also, für die erste Frage hätte ich da so nen Hint, aber ich fürchte, das meinen die anders. (via Fefe)

4: Laut einer Studie sei das Stresslevel der US-amerikanischen Bevölkerung seit dem Amtsantritt von Donald Trump so hoch wie noch nie. Und natürlich soll Trump selbst daran Schuld sein, zumindest legt das der ZEIT-Redakteur nahe.

Nun ja, wenn die Demokraten in den USA mit ihrer Schneeflöckchenkultur aus dem Hyperventilieren und dem Dauer-Getriggert-Sein über ihre Wahlniederlage gar nicht mehr herauskommen und dem Land ständig einreden wollen, wenn Trump noch zwei Wochen im Amt wäre, käme der Weltuntergang aber wirklich, wirklich ganz, ganz sicher, dann braucht man sich auch nicht zu wundern, wenn der Stresslevel bei diesen Leutchen ziemlich hoch ist. Sie reden sich den Quatsch ja selber ein. Ich kann da nur raten, mal runter zu kommen und sich ein wenig in Frustrationstoleranz zu üben. Das scheint den regressiven Linken völlig abzugehen.

Kurznachrichten vom 20.01.2018

1: Woody Allen ist offensichtlich als das nächste Opfer von #metoo auserkoren. Es geht um die alten Vorwürfe seiner Adoptivtochter Dylan von anno 1992, er habe sie als Kind missbraucht, die Allen aber stets zurückgewiesen hat. Es gab damals auch eine Untersuchung der Staatsanwaltschaft, die damit endete, dass keine Klage erhoben wurde. Es gibt also überhaupt nichts neues, aber hey, wir haben da gerade so eine super Kampagne, warum nicht auch mal wieder olle Kamellen wiederkäuen?

Einen besonderen Kotau vor den #metoo-Furien hat jetzt ausgerechnet Colin Firth hingelegt. Der Schauspieler verkündete über den britischen Guardian, nie wieder mit Allen zusammenarbeiten zu wollen. Merkwürdigerweise hatte er vor vier Jahren, als er mit Allen den Film „Magic in the Moonlight“ drehte, anscheinend noch keine Bedenken, obwohl da die Vorwürfe allesamt schon über 20 Jahre auf dem Tisch lagen. Möglicherweise hat er aber auch nichts davon gewusst, weil sie zwischenzeitlich vermutlich zurecht der Vergessenheit anheim gefallen waren. Dennoch hätte ihm klar sein müssen, dass die Vorwürfe alt, längst verhandelt und nicht mehr abschließend zu klären sind, außer einer der Kontrahenten gäbe zu, bisher gelogen zu haben.

Vielleicht liegt es an seinen Rollen, dass ich Colin Firth bisher als einen integeren Menschen angesehen habe, aber dieses Bild hat jetzt traurigerweise große Risse bekommen. Wir leben leider wieder einmal in einer Zeit, in der es wohlanständig ist, sich Lynchmobs anzuschließen, und verwerflich, Skepsis walten zu lassen.

2: Nochmal #metoo: Am Mittwoch lief bei NDR info in der Sendung Redezeit eine Diskussion mit dem Thema „Nicht mein Feminismus – Läuft die #metoo-Debatte aus dem Ruder“, mit Dr. Svenja Flaßpöhler, Chefredakteurin des „Philosophie Magazins“, Stefanie Lohaus Geschäftsführende Redakteurin bei „Missy Magazine“ und Benjamin Maack, Autor und Spiegel-Online-Redakteur. Insbesondere Svenja Flaßpöhler, auf die Arne bei Genderama erst vor ein paar Tagen hingewiesen hat, ist durch moderate, vernünftige Positionen aufgefallen. Hörenswert.

3: Jasper von Altenbockum von der FAZ musste sich böse Kritik anhören für seinen Satz „Der einzige Mann in der SPD-Führung scheint Andrea Nahles zu sein“. Darauf antwortet er in einem weiteren Beitrag und weist darauf hin, dass diejenigen, die sich hier über angebliche Gender-Stereotype echauffieren, im Gegenzug ebenfalls gerne mit Gender-Stereotypen hantieren:

Sie schreiben, es sei ein „genderspottender“ Satz. Alles andere als „genderspottende“ Autoren versuchen uns immer wieder zu erklären, dass Frauen einen anderen Politikstil pflegen als Männer (nicht auf Konfrontation aus, ohne Statusgehabe, vermittelnd, an der Sache orientiert, etc.). Ein etwas skurriles Beispiel dafür war die Äußerung von Susanne Gaschke nach ihrem Rücktritt als Kieler Oberbürgermeisterin, sie sei Opfer einer „testosterongesteuerten“ politischen Unkultur. Will sagen: Männer sind Machtmenschen, wollen sich unbedingt durchsetzen, sind auf Stärke, Status und Dominanz fixiert, etc. […]

Das war übertrieben, lag aber auf derselben Linie. Wenn es aber so ist, dass es zwischen Männern und Frauen durchaus Unterschiede gibt im politischen Habitus, muss man sich dann nicht auch fragen, wann dieser jeweilige Habitus in bestimmten Situationen erfolgversprechend ist, wann nicht?

4: Alexa, die Werbewanze von Amazon, ist jetzt eine Feministin. Man sollte sich auch die Kommentare unter dem ZEIT-Artikel durchlesen. Es gibt tatsächlich Menschen, die glauben allen Ernstes, man könne eine Maschine mit einem Mikrophon, die mit dem Internet verbunden ist, sexuell belästigen, ja sogar vergewaltigen. Ich hätte da nur so eine Frage an diese Feministinnen: Habt ihr denn auch brav immer Euren Dildo nach Consent befragt, bevor Ihr ihn benutzt habt? BENUTZT!!!! Spricht da nicht alleine schon eine Missachtung aus diesem Wort?

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