Noch mehr Kurznachrichten

In Ergänzung zu Aranxos heutigen Kurznachrichten

  1. Anne Wizorek zieht in der ZEIT über Kohl und seine Familie her

Die Femi-Bloggerin und Aktivistin Anne Wizorek (#aufschrei) mault in einem Helmut-Kohl-Gedenkbeitrag bei ZOn über den „Patriarchen“ Kohl und seine arme unterdrückte Ehefrau. Wizorek:

Mittlerweile verbinde ich den Namen Helmut Kohl auch mit dem veralteten Geschlechterbild eines Patriarchen, der nur für die Arbeit lebt, und dessen Frau alles Familiäre mit einem Lächeln auffängt – während sie hinter verschlossener Tür darunter leidet.

Als Beleg für Kohls „veraltetes Geschlechterbild“, unter dem seine Frau angeblich zu leiden gehabt hätte, führt sie an, dass sie mal eine Satiresendung gesehen hatte, in der Kohl Kreuzworträtsel löst (ich hab’s auch nicht verstanden). Mehr Begründung für diese Respektlosigkeit Kohl und seiner Frau gegenüber gibt’s von Wizorek nicht.

Kleines Bonbon dabei: ZOn kontrolliert alle Kommentare zu ebendiesem Artikel besonders streng mit der Begründung:

Die Wahrung der Pietät ist uns bei Todesfällen wichtig, weswegen alle Kommentare vor der Veröffentlichung geprüft werden.

Ah ja, aber feministische Pietätlosigkeit ist natürlich kein Ding, denn sowas ist ja fortschrittlich.

http://www.zeit.de/gesellschaft/2017-06/erinnerungen-helmut-kohl-ddr-wiedervereinigung/komplettansicht#kondolenzbuch-kommentare-info-1-tab

Die Politisierung von Kohls Familie hat übrigens Tradition. Wikipedia listet einige Beispiele für Schmutzkampagnen und Sippenhaft gegen Hannelore Kohl auf:

https://de.wikipedia.org/wiki/Hannelore_Kohl#Ehe_mit_Helmut_Kohl

 

2. Grüne werden Koalition 2017 von Homo-Ehe abhängig machen

Eine Nebensächlichkeit spaltet die Menschheit: Das Thema Homoehe ist für manche Leute so wahnsinnig wichtig, dass die Grünen angekündigt haben, nach der kommenden BT-Wahl mit keiner Partei zu koalieren, die die Homoehe nicht akzepiert. Das betrifft insbesondere die CDU, die gegen die „Ehe für alle“ ist.

http://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-06/buendnis-90-gruenen-bundestagswahl-ehe-fuer-alle-wahlprogramm

Man mag für die Öffnung der Ehe sein, ich persönlich habe damit auch kein Problem, aber die Regierungsfähigkeit des Landes von so einem Pipifax abhängig zu machen ist nicht nur affig, sondern kann auch unangenehm werden. Man stelle sich mal vor, alle Parteien würden sich so verhalten. Könnte es dann zu Koalitionen kommen?

Oder ist die Homoehe gar kein Pipifax sondern wirklich eine der wichtigsten politischen Fragen der Gegenwart? Jein. Nüchtern betrachtet ist die Frage relativ unwichtig, denn die bestehende „eingetragene Lebenspartnerschaft“ hat einen ähnlichen Status wie die Ehe und die Aufwertung zur echten Ehe verändert nicht so viel. Allerdings ist die Homoehe für die neue queer-feministische Linke eines der wichtigsten Identitätsmerkmale. Wer sie verweigert, der muss zur falschen Seite gehören und ist unwählbar – so denken einige Grün-Wähler anscheinend. Da nun aber die Grünen nicht mehr die einzige Partei sind, die sich für die Homoehe einsetzen, müssen sie noch einen nachsetzen um sich besonders entschlossen und queer und fortschrittlich zu geben. Die Entscheidung der Grünen (bei der Volker Beck treibende Kraft war) ist daher vor allem Symbolpolitik für Watte-gepackte queer-vernarrte Politikverweigerer.

 

3. Lesbische Grüße an die EU?

Ein ganz ähnliches Thema wie grad eben: Serbien hat einen neuen Premier: weiblich, lesbisch, irgendwie liberal und proeuropäisch und unsere Leitmedien sind begeistert. Sie ist zwar leider nicht auch noch schwarz und behindert aber immerhin: Ana Brnabić – eine Lesbe als Regierungschefin des orthodoxen Serbien! Das ist in der Tat etwas verwunderlich, da die serbisch-orthodoxe Kirche sich gegen Brnabić ausgesprochen hat, aber trotzdem ist mir etwas aufgestoßen, wie ihre Sexualität bei z.B. SpOn und ZOn in den Vordergrund gezerrt wird. Doch ein Grund mehr, um den Vorgang kritisch zu betrachten. Spiegel schreibt den vielsagenden Satz:

[…] schließlich steckt hinter Brnabics Nominierung  als Regierungschefin [durch Präsident Vucic, nicht durch das serbische Volk] auch das Signal an die Europäische Union, dass Serbien einen pro-westlichen, pro-europäischen Weg verfolgt – und keinen eher pro-russischen […]

Das bezog sich darauf, dass Brnabić wirtschaftsliberal und proeuropäisch ist, doch der Schluss liegt nahe, dass dasselbe Prizip auch für die Frage nach der Sexualität gilt. Serbien unter Präsident Vucic möchte der EU beitreten. Brnabic ist dem Präsidenten anscheinend sehr hörig und politisch sehr unerfahren – sprich: die perfekte Marionette, was auch bei SpOn und ZOn angesprochen wird. Dass sie durch ihre Sexualität bei der Diversity-begeisterten europäischen Öffentlichkeit gut ankommt, war möglicherweise ein von Präsident Vucic einkalkulierter Schachzug: „Schaut mal wie modern wir sind! Scheißt doch drauf, dass wir hier ein Demokratiedefizit und eine schwache Wirtschaft haben – wir haben eine Lesbe! Das habt noch nicht mal ihr.“ Mag sein, dass es nur ein Zufall ist, dass die Dame lesbisch ist. Ich halte es aber für gut möglich, dass hier die Sexualität politisch instrumentalisiert wurde.

 

4. Maas steht zu Netz-DG, stellt aber Änderungen in Aussicht

Kleines Update bei der ZEIT zum geplanten Meinungsmanagement unseres „Justiz“-Ministers. Wer es nicht kennt: Heiko Maas (SPD) will soziale Netzwerke (FB, Twitter, Youtube..) dazu verpflichten, „Hatespeech“ und „Fakenews“, die von Nutzern gepostet werden, sofort zu löschen. Und zwar ohne Gericht, Staatsanwalt und diesem ganzen anderen neumodischen Rechtsstaatsgedöns. Wenn die Seitenbetreiber nicht spuren, können sie satte Strafen zahlen. Welche Aussagen strafwürdig sind und welche nicht, dürfen sie dabei selbst entscheiden. Autoritäre Feministen und sonstige Sprachpolizisten jubeln und liberale Bürgerrechtler sind entsetzt, denn die Folge könnten historische Eingriffe in die freie Debattenkultur im Netz sein, da die Sozialen Netzwerke vorsichtshalber lieber 10 000 Kommentare zu viel als 10 zu wenig löschen werden. Zum Update und zur neuen Rechtfertigung von Maas habe ich allerdings nicht mehr zu zu sagen, als schon bei der ZEIT geschrieben wurde:

http://www.zeit.de/digital/internet/2017-06/hasskommentare-netzwerkdurchsetzungsgesetz-netzdg-aenderungen/komplettansicht

Ein interessantes aber schon älteres Interview zu dem Thema mit Renate Künast (Grüne) gibt’s hier. Dort sieht man, wie Leute die eine solche Form der Zensur durch die Hintertür wollen, denken. Künast geht Maas Vorhaben nämlich noch nicht weit genug, da es „nur“ strafbare Inhalte unter Strafe stellen will aber legale „Hatespeech“ einfach so unangetastet bleiben soll. Im Ernst.

 

5. Weitere interessante Kurznachrichten bei Genderama. Denn, heute ist der 17. Juni, der Kurznachrichtentag! der Tag an dem sich mutige DDR-Bürger mit Kurznachrichten gegen sowjetische Panzer gestellt haben, die ihnen Stalins Gendermainstreaming aufzwingen wollten 😉

In Gedenken der Helden des 17. Juni 1953. Menschen wie euch braucht die Welt!

Kurznachrichten vom 17.06.2017

1: Bei der WELT gibt es eine Besprechung der Netflix-Serie „Flaked“  mit dem Titel „Das halten Frauen von diesem neuen Typ Mann“. Der „neue Typ Mann“, der in der Serie gezeigt wird, ist der „Narcissist Loser“, also der Typ, der sich auch, obwohl längst der Jugend entwachsen, auf nichts festlegen will, und und stattdessen ohne Job in den Tag hinein lebt. Die Autorin Anne Philippi beschreibt ihn so:

Er hat keine Verwendung für seine Krise, er hat einfach nur eine Krise und wühlt in seinem „deep shit“, eine flapsige Formulierung für psychische Störungen à la L.A. Der „Narcissist Loser“ kann zum Beispiel ganz gut Möbel bauen, aber er macht es nicht. (Weil er ja eine Krise hat.) Er fährt mit seinem Beach Bike zu AA Meetings und wieder zurück. Dazwischen: Drama mit Freundin/Ex-Frau und Kampf mit gentrifiziertem Barista-Mann. Das ist sein Leben.

Philippi schließt dann mit dem Fazit:

Ich habe von „Flaked“ alle Folgen geschaut und empfand ein amüsantes Mitleid für Chip. Ein Gefühl, welches der „Narcissist Loser“ in Frauen auslöst. Achtung Männer, es ist kein gutes Gefühl.

Also Jungs, ihr habts gehört: Hört endlich auf mit dem rumhängen! Sucht Euch endlich eine Frau, für die Ihr Euch nützlich machen könnt! Rein in die Tretmühle, Karriere machen, Häuschen bauen, damit sie sich ohne finanzielle Sorgen in Ruhe selbstverwirklichen und sich bei den Latte-Macciato-Freundinnen – während die Kinder in der Ganztags-Kita outgesourced sind – darüber beschweren kann, dass er so wenig da ist und dann nicht mal 50% vom Haushalt macht. Und wenn er langweilig geworden ist, wird er gegen den nächsten kunstsinnigen Beau ausgetauscht. Kinder und Haus bleiben bei ihr, er darf das weiter finanzieren, ohne nochmal was davon zu haben. Die nächste Frau, die er abkriegt, rätselt dann über seine „Bindungsunfähigkeit“. Sind das etwa keine traumhaften Aussichten, das Loser-Dasein endlich abzustreifen?

2: Comedian Oliver Pocher lästert in seiner Show „Global Gladiators“ allgemein über seine Ex-Frauen und beschwert sich darüber, dass Alessandra Meyer-Wölden, Ex-Frau und Mutter der drei gemeinsamen Kinder, mal eben in die USA gezogen ist, er seine Kinder kaum noch sieht, aber dennoch 660 Euro Unterhalt pro Kind zahlen muss. Die Kommentatorin der WELT, Claudia Becker, findet das gar nicht gut. Zumindest das öffentliche Lästern von Pocher. Und Sharlely „Lilly“ Becker, Ehefrau von Boris Becker, die in der Show ebenfalls mitwirkt, meint zu den 660 Euro:

„Das ist ein Dinner“, sagte Lilly, und meinte vermutlich, dass das doch nicht so viel Geld sei.

Außerdem meint Lilly noch:

Ohne Kindermädchen […] ginge bei ihr gar nichts. Sie bräuchte eine Fulltime-Nanny, weil, alleine mit Amadeus sei ja „absolut keine Zeit für mich selbst“ da.

Ja, wenn man Ehefrau von Boris Becker ist, sieht die Welt eben ganz anders aus.

Einerseits hält sich mein Mitleid mit dem Holzkopf Pocher eher in Grenzen. Andererseits, warum sollte man nicht auch mal in einer solchen Show das Thema getrennte Väter und die Anspruchshaltung von Frauen, die Kinder hätten wie selbstverständlich bei ihnen zu sein, ansprechen? Man muss es ja nicht unbedingt im Stil von Pocher tun. Und: wieviele Promi-Frauen habe ich in Fernsehen schon über ihre Ex-Männer lästern hören, ohne dass sich eine Redakteurin bemüßigt gefühlt hat, dieses zu tadeln?

Kurznachrichten vom 09.06.2017

1: Tamara Wernli beschäftigt sich zum zweiten Mal in der Basler Zeitung mit „Toxischer Männlichkeit„, nachdem eine Studie herausgefunden hat, dass Frauen mit männlicheren Partnern zufriedener sind.

Das von Studienleiterin Andrea L. Meltzer auf zwölf Seiten dargelegte Resultat offenbart, dass Frauen mit Ehemännern, die sich selbst anhand ihres Verhaltens als männlich einstufen, um den Eisprung herum zufriedener mit ihren Partnern sind als Frauen mit weniger maskulinen Ehemännern.

Wernli meint dazu:

Die Tatsache, dass wir Frauen ausgerechnet während unserer biologisch wertvollsten Zeit – dann, wenn wir nichts weniger tun, als den Fortbestand der Menschheit zu sichern – mit maskulinen Partnern zufriedener sind als mit verweichlichten, lammfrommen Stubentigern, dürfte sich für «Gender Studies»-Professoren anfühlen wie eine zu eng gebundene Fliege.

Ihr erster Beitrag zum Thema von voriger Woche ist ebenfalls lesenswert.

2: Ebenfalls ein Beitrag zur Verteidigung von wohlverstandener Männlichkeit kommt von Ben Shapiro:

But boys want to become men; men want to be men. As Christina Hoff Sommers points out: “Most boys evince healthy masculinity. . . . telling a boy to ‘man up’ can be harsh and degrading. But teaching him to ‘be a gentleman’ is another matter.”

If men are not told to be “gentlemen,” some will be emasculated, but more will become destructive men. If men are not trained by good men, they will be trained by bad men; if they have no good males to follow, they follow bad ones.

3: Noch eine Studie. Sie will herausgefunden haben, dass Männer – aufgepasst – auf untreue Frauen stehen. Hat das das Potential, das Weltbild von Feministinnen zu erschüttern, nach deren Lesart Männer nichts lieber tun, als Frauen im Ehejoch zu unterdrücken und eifersüchtig auf ihr sexuelles Monopol auf eine Frau pochen? Nun ja, gemach, gemach. Die Studie beruht auf einer Umfrage des Dating-Portals „Victoria Milan“, das man auch eher in die Casual Sex und Seitensprung-Schiene einsortieren dürfte. Insofern betreibt „Victoria Milan“ eventuell schlicht Werbung in eigener Sache.

Vielleicht haben da ein paar Beteiligte nicht ganz verstanden, dass es natürlich auf die Situation ankommt, in welcher Männer Untreue von Frauen gut finden und in welcher nicht. Wenn es um unverbindlichen Sex geht, ist Untreue kein Problem. Warum auch, erhöht sie doch die Chance darauf, dass es überhaupt zum Sex kommt. Geht es allerdings um eine langfristige Partnerschaft, sieht es ganz anders aus. Also einfach das gute alte Hure-Heilige-Prinzip, sprich der Versuch der Optimierung des Verhältnisses von Fortpflanzungschance im Verhältnis zum notwendigen Ressourcenaufwand. Ich weiß nicht, was daran so schwer zu verstehen ist.

4: Katrin Göring-Eckhardt (Grüne) hat bei der Kundgebung zum Christopher-Street-Day in Hannover für Konservative, die Bedenken gegen die sog. „Ehe für alle“ haben, folgenden Satz übrig:

„Diese Leute sind nicht homophob, das sind einfach Arschlöcher“

Roger Letsch kommentiert das auf seinem Blog Unbesorgt.

Mit Verlaub, das ist schon nicht mehr öko- oder in dem Fall genderpopulistisch, das ist schlicht ordinär. Das sind dieselben Leute, die anschließend wieder von Verrohung der Sitten im politischen Geschäft schwafeln. Dieses Umsichwerfen mit Verbalinjurien ist aber auch bezeichnend für die Situation der Linken und Grünen. Man wähnt sich so dermaßen auf der moralisch richtigen Seite, dass man Argumentieren gar nicht mehr für nötig hält und meint, es reiche stattdessen, Andersmeinende herabzusetzen oder in die rechte Ecke zu stellen. Die letzten Wahlergebnisse zeigen allerdings, dass dieses Konzept an seine Grenzen gestoßen ist. Wenn Linke auf dieser Schiene weitermachen wollen, werden sie auf Dauer nur noch mehr Rückhalt in der Bevölkerung verlieren.

Update: Was ich eigentlich auch fragen wollte: Gilt das auch für Muslime, die die „Ehe für alle“ ablehnen, Frau Göring-Eckhardt? Ist das nicht ein wenig islamophob?

5: Hagen Grell unterhält sich in einem neuen Video mit dem Verführungscoach Maximilian Pütz, unter anderem über die Hetzjagd auf Xavier Naidoo und den Film „The Red Pill“.

Kurznachrichten vom 01.06.2017

1: Der Schlager der Woche in geschlechterpolitischer Hinsicht ist natürlich der Wechsel im Ministerium für alle außer Männer (=BMFSFJ). Manuela Schwesig verlässt den Ministerposten, durchbricht eine weitere gläserne Decke und wird Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern. Sie wird also quasi die Vorpommeranze.

Ihr folgt Katharina Barley (ebenfalls SPD) im Amt der Familienministerin. Der Tagesspiegel schreibt:

Ihre Aufgabe sieht sie dabei vor allem im Kampf um grundsätzliche Haltungen. In den knapp vier Monaten bis zur Bundestagswahl gebe es keine großen Gesetzgebungsvorhaben mehr, sagte Barley am Dienstag in Berlin. Aber es gebe laufende Projekte und „vor allem die große Linie, die gesellschaftspolitische Linie, und um die geht es.“ Wie man zu Gleichberechtigung, Vielfalt und Demokratie stehe, sei eine „grundsätzliche Frage“.

Mit anderen Worten: Es wird sich nichts groß ändern. Für Männerbewegte eher eine schlechte Nachricht. Es war aber auch nichts anderes zu erwarten, solange die SPD dieses Ministerium besetzt hält.

2: Menstruation ist völlig unnötig und nur eine fiese Verschwörung der vermaledeiten Fleischesser, findet eine vegane Feministin. Durch Veganismus könne frau sich davon befreien, berichtet die Brigitte, deren Journalistin anscheinend nicht ganz davon überzeugt ist.

3: Katrin Göring-Eckhard begrüßte auf dem gerade beendeten Kirchentag Zuhörer mit der Ansprache „Liebe Kinderinnen und Kinder“ und kassierte dafür einen Shitstorm. Daraufhin beteuerte sie, dass sie das doch gar nicht ernst gemeint habe. Das sei „Selbstironie“ gewesen. Nun ja, immerhin kommt es in letzter Zeit nicht nur bei AfDlern vor, dass man hinterher darauf besteht, das wäre ja alles anders gemeint gewesen. Auch die Politkorrekten hauen einfach mal nen Spruch raus (Margot Käßmann!) und hinterher ist man eben absichtlich missverstanden worden. Man sollte allerdings als politischer Beobachter schon sehr darauf achten, wer wem was durchgehen lassen will und wem nicht. Ein wirklich vernünftiger, ausgewogener Beitrag zum Thema Käßmanns kleinem Arierparagraphen kam übrigens von Gerd Buurmann.

4: Das „guerilla sculpting“ in der New Yorker Wall Street geht weiter. Eine feministische Bildhauerin hatte vor einigen Monaten eine Skulptur namens „Fearless Girl“ einer anderen Skulptur eines kraftvollen Bullen gegenüber gestellt, wodurch sich dieser Bildhauer beleidigt fühlte, weil die zweite Skulptur die positive Ausstrahlung seines Bullen in eine negative verwandele (m.E. zurecht). Pikant an der Geschichte war, dass beide Bildhauer keine Genehmigung zum Aufstellen von der Stadtverwaltung eingeholt hatten. Soweit zur Vorgeschichte.

Jetzt hat ein dritter Bildhauer eine dritte Skulpur hinzugestellt, um wiederum das „Fearless Girl“ lächerlich zu machen, nämlich einen kleinen Hund, der ihr ans Bein pinkelt.

pissed_fearless_girl

Das finden jetzt allerdings einige Frauen frauenfeindlich:

But many female passers-by Monday said “Fearless Girl” has come to represent women taking on Wall Street — and just about anybody else standing up to financial firms — and that Gardega’s peeing dog is misogynistic.

Ich find’s ok. Wer austeilt, muss auch einstecken können. Zur Gleichberechtigung gehört, dass das auch Frauen nicht erspart bleibt.

5: Onyx macht sich mal wieder zum Horst. Zitate aus dem Zusammenhang reißen, nicht verlinken, damit auch keiner ihre Behauptungen überprüfen kann, erst behaupten, dass niemand einem Statement in einem Blog-Kommentar (das nur sie verwerflich findet und alleine ausreichend, um die ganze Männerrechtsbewegung zu „entlarven“) widersprochen habe, dann zurückrudern mit der Einschränkung, dass niemand SOFORT widersprochen hat, oder halt nur lau. Will aus einer Mücke einen Elefanten machen, hat aber allenfalls den Mückenschiß dazu. Wie man das eben von Onyx kennt. Ach, wer sich den Quatsch antun will, selber nachlesen…

6: Bei den Störenfriedas leidet eine Autorin namens Nimue unter dem „manspaining“ ihres Freundes, der sich als „misogynes Arschloch“ herausstellt, weil er ihr einen Tipp gibt, wie sie ihre Vagina in fortgeschrittenem Alter in Form hält. Leider findet sie später heraus, dass er dummerweise recht hat und sie diese Info vorher von ihrer (evtl.) inkompetenten Frauenärztin nicht bekommen hat.

Warum hat mir das meine Frauenärztin nicht gesagt? Warum weiß ich das nicht über meinen eigenen Körper? Warum muss mich mein Freund darüber aufklären und damit meiner berechtigten Kritik an seinen Vorstellungen einer engen Vagina jede Grundlage entziehen?

Schuld an alledem ist danach dann weder ihre Frauenärztin noch ihre Faulheit, ein paar der in die Hunderte oder Tausende gehenden Aufklärungsbücher, die sich auf dem Markt befinden, zu lesen, sondern das „ständige, vollinvasive Vorgehen der Gynäkologie“, das „Ausdruck männlicher Gewalt über Frauenkörper“ ist. Schuld ist natürlich auch die Pornoindustrie, die falsche Vorstellungen verbreitet. Ach was? Und ich dachte immer, das seien seriöse Dokumentarfilme!

Also, wenn ich das richtig verstehe, übt ihre Frauenärztin durch ihr Nichtwissen männliche Gewalt auf sie aus. Kann man so sehen. Oder auch nicht. Ein wirklich amüsantes Beispiel von Realsatire.

7: Wieder ein wenig off topic: Der linke Philosoph Slavoj Žižek lässt sich in der NZZ (wo sonst) über Political Correctness aus, speziell in der Queer-Szene. Durchaus lesenswert:

Ironischerweise ist nun bei diesem Umzug die Vergangenheit fast spiegelbildlich verkehrt. Jetzt ist es die Heterosexualität, die geduldet ist, wobei erwartet wird, dass die heterosexuelle Mehrheit ihre Präferenzen nicht mehr mit allzu viel Stolz zur Schau stellt. Dies würde sofort als heterosexistisch denunziert. […]

Alle haben sich an die offizielle Sprachregelung zu halten, alle haben das angeblich subversive Potenzial alternativer, in Wahrheit jedoch privilegierter Lebensentwürfe zu loben und zu preisen.

Kurznachrichten vom 27.05.2017

1: Serdar Somuncu findet Promi-Frauen nervig, die sich zum Feminismus bekennen, um ihren Marktwert zu steigern.

2: Don Alphonso greift noch einmal die Übergriffe in einem Tübinger Kulturzentrum auf und stellt diese in einen größeren Zusammenhang.

3: Zwei Tage nach dem Attentat von Manchester hat eine Journalistin das größte Problem unserer Gesellschaft entdeckt, nämlich mal wieder Männer, die sich in der U-Bahn breitbeinig hinsetzen (sog. „manspreading“). Und natürlich machen das Männer nicht, um bequem zu sitzen, sondern um Dominanz und Macht auszustrahlen. Ja nee, is klar. Haben ja auch ein paar Gender-„Forscher“ gesagt. Dann muss es ja stimmen.

4: Auch die Jusos Berlin nutzen den Vatertag/Christi Himmelfahrt, um Männer als „root of all evil“ hinzustellen:

vatertag

So ein wenig Aufruf zur Straftat ist auch ganz schick, wenn es um die gute Sache geht. Wo da allerdings „gesellschaftliche Strukturen und Machtverhältnisse“ zelebriert werden, wenn ein paar junge Männer sich voll laufen lassen, ist mir ziemlich unklar. Wenn junge Frauen pöbeln, wie bei Femen oder auf dem 2. Deutschen Gender-Kongress, dann ist das natürlich gerechtfertigter Protest.

5: Eine Frau hat sich mit 9 Jahren in einen Bahnhof verliebt und fühlt sich seitdem mit ihm verheiratet. Kann mir mal eben jemand sagen, welches Gender das ist? Ich hab das grad nicht parat.

6: Die Vulgäre Analyse, der Doktorant und die „Übermenschen“ Dorian und Imp diskutieren zwei feministische Artikel nämlich:

Recht spaßig gemacht, manchmal ein wenig abgleitend in pubertären Humor, aber dennoch ok und ganz lustig.

7: Noch mal ernst und tatsächlich ein wenig Off Topic, aber dennoch will ich auf den m.E. ausgewogenen Artikel von Lucas Schoppe über den islamistischen Terroranschlag in Manchester und die Verantwortung von muslimischen Mitbürgern hinweisen.

Kommentator Gereon meint dazu gleich im ersten Kommentar:

Ach Herr Schoppe.
Jetzt auch Nazi?
Willkommen im Club.

Das bringt es leider auf den Punkt. Wer sich der herrschenden Anordnung widersetzt, nämlich Ruhe bewahren, hinnehmen, Kerzen anzünden und nationale Symbole beleuchten, ansonsten aber schulterzuckend weitermachen wie bisher, wer sich erlaubt auf den Elefanten im Raum hinzuweisen, den von den „Guten“ niemand sehen will, der ist ganz schnell ein Rassist und Nazi.

 

Kurznachrichten vom 21.05.2017

1: Das Leipziger Landgericht sprach einem Bewerber für eine W3-Professur im Fach Pädagogik an der Universität Leipzig einen massiven Schadensersatz zu, weil dieser trotz eindeutig gewonnenem Berufungsverfahren die Stelle nicht bekommen hatte, und die Rektorin der zweitplatzierten Bewerberin den Vortritt geben wollte. Dies deshalb, weil diese im Gegensatz zum Sieger Kompetenzen im Bereich Gender Studies mitgebracht hätte. Das Gericht hielt es sogar für erwiesen, dass die Rektorin bewusst Gerüchte über sexuelle Verfehlungen des erstplatzierten Bewerbers streute, um diesen aus dem Bewerberfeld zu schlagen.

Hadmut Danisch und Genderama berichteten bereits darüber, aber jetzt hat sich auch ScienceFiles ausführlich mit dem Thema befasst. Sehr lesenswert. Wer das Urteil im Original lesen möchte, das gibt es bei Danisch zum Download.

Das Fazit von ScienceFiles:

So geht Frauenförderung (vermutlich nicht nur) an der Universität Leipzig:
Weil die Berufungskommission sich an fachliche Kriterien hält und den geeignedsten Bewerber auf Platz 1 der Berufungsliste setzt, verzögert Rektor Beate Schücking das Verfahren und versucht nach Überzeugung von drei Leipziger Richtern, die über 8 Stunden Beweisaufnahme durchgeführt haben, den Bewerber auf Platz 1 durch das Gerücht, er habe sich der sexuellen Nötigung schuldig gemacht, aus dem Weg zu räumen. Dass dabei der Leumund und Ruf von Dr. G. zerstört werden könnte, ist Schücking offensichtlich egal. Sie hat ein wichtigeres Ziel: Den „Aspekt der Frauenförderung als gesamuniversitäres Interesse“ durchzusetzen. Und wenn es um Frauenförderung geht, dann gelten Moral und Anstand offensichtlich nichts.

Dem kann ich mich nur anschließen. Und ich kann nur hoffen, dass dies noch ein (disziplinarrechtliches) Nachspiel für die Rektorin gibt.

2: Die jungle world hatte neulich in der Druckausgabe vom 11.5. einen Beitrag über die Antibabypille für den Mann, dessen mögliche baldige Marktreife und die Hindernisse auf dem Weg dahin. Als Schuldigen für die Verzögerung macht der Autor Fabian Hennig „die Geschlechterverhältnisse“ verantwortlich, was natürlich nur eine verschämte Umschreibung für „die Männer“ ist. Der Artikel ist auch online verfügbar. Ein Auszug:

Während die Frauenbewegung die Entwicklung der Antibabypille unterstützte – rein markt­wirtschaftlich ging es also auch hier nicht zu –, verharrt der Mann in einem Status selbstverschuldeter Fruchtbarkeit. Statt sich für ein modernes männliches Kontrazeptivum einzusetzen, das ihm eine bequeme Kontrolle über seine Reproduktionsfähigkeit ermöglichen könnte, verübelt er seiner Partnerin die ihr von ihm aufgezwungene Machtposition. Statt öffentlich für ein neues Präparat einzutreten, ereifern sich Maskulinisten lieber über jene Frauen, die ausgerechnet ihnen ein Kind anhängen wollten, um sie an sich zu binden oder ihnen zumindest den bekanntlich ja nicht gerade üppigen Unterhalt abzupressen. So gab 2015 der britische Telegraph ausgerechnet dem Feminismus eine Mitschuld am dürftigen Entwicklungsstand männlicher Kontrazeptiva: Feministinnen wollten die Macht, die die Kontrolle über die Reproduktion der Gattung mit sich brächte, für sich behalten.

Ein Manifest für neue Kontrazeptiva für Männer kam 2016 entsprechend nicht aus einer sozialen Bewegung, sondern von einem medizinischen Fachkongress des »International Consortium for Male Contraception«. Die Entwicklung, so heißt es dort, »zuverlässiger, reversibler und kostengünstiger männ­licher Kontrazeptiva« sei wichtig, um »Millionen von sexuell aktiven Männern« eine Teilhabe an der Familienplanung zu ermöglichen und die reproduktive Gesundheit von Paaren zu verbessern. Mit dem hier formulierten Ziel einer marktreifen Entwicklung bis 2026 appellierten die Verfasser an Pharmaindustrie und Gesundheitsbehörden. Ahnend, dass dies nicht aus­reichen könnte, plädieren sie jedoch – diese Notwendigkeit habe die Geschichte der Pille für die Frau gezeigt – für die Unterstützung von »Initiativ- und Interessengruppen als Vorkämpfer für männliche Kontrazeption«. Bisher ist jedoch keine politische Bewegung in Sicht, weshalb selbst das im Manifest anvisierte Ziel einer Entwicklung moderner Kontrazeptiva für Männer bis 2026 zumindest für Europa und die USA utopisch klingt.

(Hervorhebungen von mir)

Was soll man dazu noch sagen. Wenn man natürlich die existierende politische Bewegung, die sich genau dafür einsetzt, wahlweise ignoriert, totschweigt, dämonisiert und ihnen auch noch die falschen Ziele (das Gegenteil von dem, was sie tatsächlich fordern) andichtet, dann kann man auch behaupten, die Männer und speziell die „Maskulinisten“ wollten das ja gar nicht. Was schlicht die komplette Verdrehung der Tatsachen ist. Bisher habe ich nur Männerrechtler getroffen, die die Existenz einer endlich vernünftigen Verhütungsmethode für den Mann freudigst begrüßen würden.

Wenn es wirklich nur ein Gerücht sein soll, dass Feministinnen an der Macht festhalten wollten, die die Kontrolle über die Reproduktion mitbringt, und angesichts des feministischen Dauergejammers über die furchtbaren Hormonbomben, die man täglich schlucken müsse, wo sind denn dann die Feministinnen, die sich für eine Pille für den Mann einsetzen, wenn diese doch die Frauen von dieser schlimmen Last und Verantwortung für die Nachwuchsplanung befreien könnte? Ich habe noch keine gesehen.

3: Die Weltraumaffen haben unseren Blog in ihrem gestrigen Sonder-Stream ausdrücklich als einer der wenigen lesbaren deutschsprachigen Blogs gelobt. Ich habe mir die Stelle aber nicht gemerkt, also müsst ihr Euch schon das ganze Video ansehen:

Wer die Stelle wiederfindet, kanns ja gerne in den Kommentaren hinterlegen. 🙂

4: Wieder ein wenig Off-Topic und wieder die NZZ: Dort ist ein sehr lesenswertes Interview mit Jörg Baberowski zu lesen, der in letzter Zeit heftig von einer trotzkistischen Splittergruppe angefeindet wurde, und der sich über die autoritäre Linke unserer Tage und die Gefahren der Political Correctness auslässt. Ein paar Auszüge:

Was ist denn heute eigentlich links?

Vor Jahrzehnten galt als links, wer in der sozialen Frage als Anwalt der Schwachen auftrat. Heute gilt als links, was eine Wohlstandselite der Gesellschaft verordnet: staatliche Bevormundung der Bürger, Selbstbestimmung auf Kosten anderer, die Tribalisierung und Ethnisierung der Gesellschaft, offene Grenzen und die Verteufelung des Nationalstaats, die Anbetung der Globalisierung, die Moralisierung aller politischen Fragen und die Rehabilitierung der Religion gegenüber der Aufklärung.

Das ist ein ziemlich heterogener Cocktail.

Zugegeben: Niemand hätte vor vierzig Jahren für möglich gehalten, dass solche Standpunkte einmal für links gehalten werden würden.

[…]

Auf die politische Korrektheit wird seit einiger Zeit lustvoll eingedroschen. Aber eine überlegte, angepasste Wahl der Sprache ist ja auch Ausdruck von Respekt. Können Sie dies nachvollziehen?

Sie dürfen einen weissen, ungebildeten Mann aus der Unterschicht nach Herzenslust beleidigen. Kein Tugendwächter würde sich darüber empören. Höflichkeit und Respekt im Umgang miteinander sind unabdingbar für eine offene, liberale Gesellschaft – aber Respekt heisst auch: dem Gesprächspartner freies Denken und Sprechen zuzumuten. Die Tabuisierung ist ein Akt der Respektlosigkeit, weil sie dem anderen unterstellt, er sei zu dumm zu verstehen, was gesagt wird. Die Achtundsechziger haben anfangs selbst gegen die Tabuisierung aufbegehrt – gegen das Schweigen ihrer Eltern, die Nazis gewesen waren, sie geduldet oder sich ihnen unterworfen hatten.

Die Achtundsechziger setzten sich mit den Schrecken der Vergangenheit auseinander, aber sie legten zugleich den Grundstein für die Moralisierung des Politischen, indem sie entschieden, worüber und wie über die Vergangenheit noch gesprochen werden konnte. Seither ist der Widerstand gegen einen toten Diktator Legitimation genug, um sich moralisch über andere Menschen zu erheben. Alle anderen Bevormundungsstrategien folgen dem gleichen Muster. Wer über Rassismus, Kolonialismus, über Krieg und Frieden oder das Verhältnis der Geschlechter anders urteilt, als es der hegemoniale Diskurs erlaubt, wird moralisch diskreditiert.

[…]

Es lassen sich verschiedene Arten und Steigerungsformen der Diffamierung des Sprechenden unterscheiden. Stufe 1, ziemlich harmlos: Der andere ist ein Idiot. Stufe 2: Der andere ist ein schlechter, also ein moralisch minderwertiger Mensch. Stufe 3: Der andere ist krank.

Ja, und dann gibt es noch eine vierte Stufe: Der andere gehört zu einer Gruppe, die das Recht auf freie Meinungsäusserung verwirkt hat und die man diskreditieren darf, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen. Ein weisser, heterosexueller Mann darf Rassist genannt werden, eine Frau mit passendem Migrationshintergrund darf hingegen sagen, was sie über andere denkt.

Kurznachrichten vom 20.05.2017

1: Eine 32-Jährige ehemalige Pädagogikstudentin wurde gestern vom Landgericht München I verurteilt, weil sie vor fast 9 Jahren ihren Freund beim von ihm erwarteten Liebesspiel mit einer Handkreissäge durch Schnitte in den Brustkorb und die Halsschlagader getötet hat. Ihr Freund war zu dem Zeitpunkt gefesselt und konnte aufgrund einer aufgesetzten, abgeklebten Taucherbrille nichts sehen. Die Strafe: Zwölfeinhalb Jahre Gefängnis wegen Totschlags.

Das Gericht konnte jedoch Mordmerkmale wie Heimtücke oder niedrige Beweggründe nicht erkennen.

Totschlag, das bedeutet: im Affekt, d.h. unkontrolliert und spontan. Das kann ich gut verstehen. Wer von uns hat nicht eine ans Stromnetz angeschlossene Handkreissäge griffbereit neben dem Bett liegen für spontane Sexspielchen oder Gewaltorgien?

Man stelle sich vor, wenn ein Mann seine Freundin auf diese Weise umgebracht hätte. Unter „Monster“, den man bis ans Lebensende einsperren muss, wäre er nicht weggekommen in unserer Presse. Ob das als Mord zu werten wäre, wäre nicht mal ansatzweise eine Frage.

2: Die schwedische Generalstaatsanwaltschaft stellt die Ermittlungen wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung gegen den Wikileaks-Gründer Julian Assange ein. Seit fast fünf Jahren sitzt er deswegen in der ecuadorianischen Botschaft in London fest. Eigentlicher Hintergrund ist ein Auslieferungsgesuch der USA wegen Geheimnisverrats.

3: Frauke Petry hat ihr Kind bekommen, einen Sohn namens Ferdinand. Die Reaktion der toleranten Menschenfreunde auf Twitter war gewohnt empathisch:

4: Wieder einmal gab es sexuelle Übergriffe in einem linken Kulturzentrum, diesmal dem Epplehaus in Tübingen. Unter den Tätern sollen auch mehrere Schwarze gewesen sein.

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) griff den Post der Fachschaft auf und schrieb auf seiner Facebook-Seite: „Was ist los im Epple?“ Zudem ermutigte er Opfer der Tatnacht, sich bei ihm zu melden und ihre Erlebnisse zu schildern. Das wollten die Fachschaftsvertreter nicht auf sich sitzen lassen: „Wir tolerieren es nicht, daß unsere Stellungnahme von Oberbürgermeister Boris Palmer und anderen Kommentierenden für politische und rassistische Zwecke mißbraucht wird.“ Dadurch werde das eigentliche Problem, nämlich der Sexismus, in den Hintergrund gedrängt.

Wie immer bei den Politkorrekten: Hat alles nichts mit Herkunft und Sozialisation zu tun. Männer generell sind einfach scheiße.

Boris Palmer veröffentlichte daraufhin einen Erlebnisbericht einer Besucherin, die auch auf die Veränderung des Klimas in Tübingen in den letzten Jahren hinweist.

Das einst friedliche Studentendörfchen in dem ich zu jeder Tages-und Nachtzeit mal mit einer, mal mit drei Weinschorlen intus heimgelaufen bin, hat sich zu einer Gefahrenzone entwickelt. Aufgrund von Verfolgungen, Übergriffen und Anmachen wird mein Alltag mittlerweile von anderen Menschen überdeterminiert, sprich wie ich wann wo wie gekleidet rumlaufe. Mein einst humanistischer Grundgedanke hat sich aufgrund von wiederholten Handlungen eines gewissen Phänotyps in ein Vermeidungsverhalten entwickelt.

Man kann natürlich auch die Augen vor alledem verschließen und das als „rassistische Hetze“ abtun. Aber wenn das so weiter geht, werden nicht nur die Frauen die Gearschten sein, sondern auch die Männer, die hier im Westen nicht nur durch 50 Jahre Emanzipation ganz anders sozialisiert wurden, ihre Lektion gelernt haben und damit deutlich zivilisierter sind (und mir ist es egal, wenn das irgendwer als rassistisch oder kulturimperialistisch auffasst).

Wenns dumm kommt, werden wir bald wieder lernen müssen, Frauen zu verteidigen, was mir jedenfalls in den letzten 40 Jahren nicht ein einziges Mal passiert ist. Und Primitivfeministinnen werden das Verhalten von zugezogenen Idioten als pauschalen Beweis für „Männergewalt“ nehmen bzw. tun es jetzt schon. Auf beides habe ich überhaupt keine Lust. Und wenn ich dran denke, dass ich mit meinen Steuern diese beiden Idiotengruppen auch noch querfinanziere, noch viel weniger.

5: Wo wir gerade bei frei flottierender Idiotie sind: „Freebleeding“ ist ja derzeit mal wieder der neueste (?) feministische Trend, der von den USA zu uns herüber schwappt. Angeblich will man das Tabu um die Monatsblutung brechen, das es zwar spätestens seit der Hippie-Bewegung Ende der 60er Jahre nicht mehr gibt, aber egal, denn viele Feministinnen leben mit ihrem Weltbild noch in den 50er Jahren und merken nicht, dass die Türen, die sie da einrennen wollen, schon lange offen sind.

Michèle Binswanger schreibt dazu beim Schweizer Tagesanzeiger:

Ist es nicht eine Freude? Nicht, dass wir bluten, natürlich, wer blutet schon gern aus einer Körperöffnung, noch dazu aus einer so unzugänglichen? Nein, das Schöne ist, dass wieder ein Tabu ausgegraben wurde, das nun auf dem Altar der Freiheit zerdeppert werden kann. Sich für Körperfunktionen schämen? Kommt gar nicht infrage. Und deshalb wird gefreebleedet, was die Unterhose hält. Menstruation steht ja für so vieles, das uns in unserem Alltag kleinhält – auch wenn mir der tiefere Sinn dieser Behauptung gerade entfallen ist.

Aber wer braucht Sinn, wenn er einfach sein Frausein zelebrieren kann? Die Freebleeder richten sich an alle, die sich noch immer vor unserem Blut ekeln und Menstruation als etwas Schmutziges betrachten. Dabei stehe sie doch für Fruchtbarkeit und sollte gefeiert werden. Doch so sehr ich für Befreiung bin – ich werde nie Freebleederin werden, wenn zu seinen Blutungen zu stehen, bedeutet, in ihnen herumzusitzen.

Aber wehe, ein Mann rülpst oder furzt, pinkelt im Stehen, oder setzt sich in der Straßenbahn bequem hin, da werden ihm aber schnell mores beigebracht. Von derselben Sorte Mensch.

6: Ein wenig Off-Topic, doch ein Dauerthema, mit dem auch wir als Männerrechtler uns ständig herumschlagen müssen, dem Niedergang des Journalismus. Da sind gerade zwei hervorragende Artikel dazu erschienen: „Man wird ja nochmal vermuten dürfen!“ von Thomas Rietzschel auf der Achse des Guten und als besondere Empfehlung „Journalismus im Kampfmodus: Hetzer, Idioten und Dumpfbacken“ von Heribert Seifert auf der Neuen Züricher Zeitung. Ich frage mich schon länger, warum man derart intelligente Analysen fast nur noch im Internet oder in Schweizer Zeitungen liest.