Denn sie wissen Bescheid: Journalisten

Sebastian Eder (FAZ) heult mit den Mainstream-Wölfen gegen Arne Hoffmann und die Männerbewegung

Man kann Arne nur für seine Gelassenheit bewundern, mit einem sehr ins Persönliche abdriftenden Verriss auch noch sachlich umzugehen, als beträfe es nicht ihn selbst (siehe seine Kommentierung in Genderama). Mich betrifft der FAZ-Artikel nicht, aber mein erster Reflex war, dem Journalisten Sebastian Eder ins Gesicht zu kotzen und zwar im Strahl. Es ist erneut dieser widerwärtige, selbstgerechte, selbstgefällige, ignorante Stil, den unsere Berufsschreiberlinge an den Tag legen, der mich auf die Palme bringt.

Selbstverständlich wissen sie Bescheid, was gut und was falsch ist. Da gibt es kein vertun. Hat man ihnen doch lang und breit in Schule und Studium eingetrichtert. Aufrichtiges Interesse an anderen Meinungen, welches man ja eigentlich bei Journalisten erwarten sollte? Meistens Fehlanzeige, wenn es dem eigenen Weltbild entgegenläuft. Gleichzeitig wird anderen stets Intoleranz und eine verquerte Weltsicht unterstellt.

Es sei Ihnen versichert, Herr Eder, wir sind alle in den 80ern und 90ern groß geworden und haben alle dasselbe Schul- und Gesellschaftssystem genießen dürfen mit den darin vorherrschenden Ansichten. Wir kennen die Mantras. Der Unterschied ist: Einige haben begonnen zu zweifeln. Wie erfrischend wäre es für den Blätterwald, wenn Journalisten öfter mal zweifeln würden. Stattdessen wird – wie im oben verlinkten Artikel – süffisant draufgehauen. Der Lacher und das überzeugte Kopfnicken der ach-so-tollen Mehrheit gewiß. Wie billig man doch voran kommt, wenn man in einem sich selbst bestätigenden System lebt, nicht wahr?

Aber Herr Eder kann NOCH billiger:

Es wäre insgesamt recht einfach, sich über Arne Hoffmann lustig zu machen.

Warten Sie, Herr Eder, ich bemühe mich, vielleicht habe ich im hintersten Winkel meines Magens noch ein paar Kubikzentimenter für Sie übrig. Oder anders ausgedrückt: was heißt hier „es wäre recht einfach“? Ihr ganzer Artikel lebt davon, dass Sie es sich einfach machen, Arne Hoffmann zu diffamieren. Egal, ob es um sein Aussehen, seinen Kleidungsstil, seinen Kontakt zu Frauen, seinen Lebensstil, seine Bücher oder sonstwas geht. Um seine Anliegen geht es Ihnen nicht. Denn die sind ja „falsch“. Das war Ihnen schon klar, als sie per Telefon oder E-Mail einen Interview-Termin mit ihm vereinbarten. Und weil das alles „falsch“ ist, darf auch verdreht und übertrieben werden, Stichwort: „Was sind das für Männer, die das Gefühl haben unterdrückt zu werden?“.

Wenn Sie Schneid besäßen, dann würden Sie Genderama für ein paar Wochen mitlesen und anschließend Ihr vorgefasstes Urteil öffentlich revidieren. Denn es geht dort nicht darum, eine irgendwie geartete Form von „Männerunterdrückung“ darzustellen, sondern um die Aufdeckung von Ungerechtigkeiten, wie diese von Männern hingenommen werden müssen. Und, um mit einer falschen Logik aufzuräumen, die Aufdeckung von Ungerechtigkeiten auf der einen Seite (Männern) bedeutet nicht, die Ungerechtigkeiten auf der anderen Seite (Frauen) zu negieren. Allerdings bedeutet dies eine Relativierung. Und damit werden Sie und auch die Frauen zunehmend leben müssen. Denn gottlob gibt es auch eine 5. Gewalt: Die (privaten) Stimmen im Internet. Und die werden nicht mehr schweigen, egal, wieviel Dreck auf sie ausgekübelt wird.

zum selben Thema:

  1. Lucas Schoppe: Die Gewalt der vierten Gewalt – Ein Fallbeispiel
  2. Frankfurter Allgemeine fährt Attacke auf Genderama – News vom 29. August 2017
  3. Genderama: Reaktionen auf Sebastian Eders Hit Piece in der Frankfurter Allgemeinen
  4. Fietes 2 Groschen: Wir müssen mal über Arne reden, Sebastian – und über Dich
  5. Uepsilonniks: Wenn Argumente fehlen: Antimaskulistischer Dreck von Eder & Co.
  6. Scheidende Geister: Arne Hoffmann als Bedrohung unserer Gesellschaft
  7. Lucas Schoppe: Gibt es eine journalistische Verantwortung? Eine Frage an die FAZ
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Fundstück: Der Doktorant über den Segen der Anonymität

Der Doktorant bringt noch eine Zugabe zur Wilderer und Verlierer-Geschichte:

„Anonym gehasst“ – Dokto-Rant #6

Schöne Diskussion um Anonymität: „Warum denn anonym? Was Ihr macht, ist doch harmlos!“ – „Ja, sicher ist das harmlos und das finden wir auch, nur leider sehen das einige Leute anders und versuchen das als Hass zu brandmarken.“ Und wenn man erst einmal stummt geschaltet wurde, wird es verdammt schwierig, den Prozess wieder umzukehren. Und die Nachwirkung ist viel größer: Mache einen fertig und zig andere Leute üben erst gar nicht ihre Freiheit aus, weil sie befürchten, dass ihnen auch etwas passiert.

Dazu gehören auch die bewusst angezielten Verschiebungen in der Frage, was legal ist und was nicht bzw. die Bestrafung dessen, was nicht illegal ist, sondern nur als „moralisch anstößig“ gebrandmarkt wird.

Doxxing ist deswegen gefährlich, weil dem sozialen Druck gegen Arbeitgeber und Umfeld kein Riegel vorgeschoben werden kann (wer das versucht, bekommt seinerseits sozialen Druck). Und auch ein Unschuldiger ist sozial verbrannt (vgl. Falschbeschuldigungen).

Anonymität ist die beste Möglichkeit, auf Missstände aufmerksam zu machen, die durch sozialen Druck in der Öffentlichkeit verschwiegen werden.

Ja, sicher, wie Arne Hoffmann einmal ausführte: Mit irgendeinem seltsamen Nutzernamen ist man weniger zitierfähig. Aber auch diesem Fall läßt sich abhelfen, indem man einen halbwegs seriösen, nach einer Person klingenden Namen wählt (siehe Lucas Schoppe).

Eines der widerlegten Argumente gegen Anonymität war, dass man unter Klarnamen gesitteter miteinander reden würde. Bereits 5 Minuten Facebook-Kommentare zu lesen heilt einen für alle Zeiten von diesem Irrglauben. Man sieht aber auch anhand der Youtube-„Promis“, die immer wieder Schleichwerbung für Produkte machen, dass ein Gesicht nicht für mehr Vertrauenswürdigkeit sorgt, sondern im Gegenteil die Zuschauer einlullen kann.

Auch die Idee, dass Leute sich danebenbenehmen, weil sie anonym sind, stimmt nicht. Leute werden jede Art von Anstand über den Haufen, wenn sie meinen, dass sie richtig liegen und das das einzige ist, was zählt. Das andere wäre übrigens Ausdruck eines sehr negativen Menschenbildes, laut dem sich Menschen nicht anständig benehmen würden, wenn man sie nicht ständig im Auge behalten würde.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Da der Doktorant auch darüber redet, wie er via „guilt by association“ versucht wird zu verurteilen…

Sentenced: Guilt and Regret

Fundstück: Wikipedia gegen Gender-Biomedizin

In meiner Kritik des Interviews mit Ulrich Kutschera hatte ich folgendes geschrieben:

Gut, bei der Wikipedia gestehe ich zu, dass Argumentieren oft tatsächlich keinen Sinn hat. Da haben schon mehrere tatsächliche Wissenschaftler bei Artikeln aus ihrem Fachgebiet das Handtuch geworfen, weil da einfach die Masse über „die Wahrheit nach Wikipedia“ abstimmen können und die Meinung eines uninformierten, aber gut vernetzten Menschen mit viel Zeit locker mehr wiegt als die eines Studierten.

Dabei habe ich ganz vergessen zu erwähnen, dass vor inzwischen einem Jahr das Blog Gender-Diskurs vermeldete, bei der Wikipedia sei ein Artikel über Gender-Biomedizin ohne weitere Umschweife gelöscht wurden. Dabei ging es darum, dass man in der Medizin biologische Unterschiede zwischen Mann und Frau berücksichtigt – also letzten Endes das Gegenteil der Annahme akzeptiert, dass es bis auf die Geschlechtsorgane keine Unterschiede zwischen Männern und Frauen gäbe. (Der Vorfall wurde seinerzeit hier im Blog in den Kurznachrichten erwähnt – dort mit einer anderen Quelle.)

Der Artikel ist als PDF noch verfügbar. Wie daraus ersichtlich wird, wurden in den Einzelnachweisen unter anderem die erwähnten Bücher von Kutschera und Axel Meyer verwendet.

Dass die Wikipedia in einigen Bereichen stramm ideologisch unterwegs ist, fällt in die Kategorie „schrecklicher Verdacht„. Hier ergibt sich der von mir schon vorher erwähnte AH-Effekt („Das habe ich doch schon bei Arne Hoffmann gelesen…“). Man schaue auf das Menü der Startseite von Genderama, Stichwort „Politische Manipulation der Wikipedia“.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Ok, eine ganz fürchterliche Assoziation zum Stichwort „Medizin“…

Bon Jovi: Bad Medicine

Fundstück: Sinkende Einkommen bei Männern führen zu weniger, bei Frauen zu mehr Ehen

Das Blog „MGTOW Deutsch“ erwähnt gleich zweimal einen Artikel von Florian Rötzer bei Heise namens „Sinkende Einkommensunterschiede setzen Männer unter Druck„. Was in diesem Artikel steht, fügt sich wie ein Puzzleteil in die im Blog schon besprochene Studie „Trade Liberalization and Mortality: Evidence from U.S. Counties“ von Justin R. Pierce und Peter K. Schott (Entwurf vom Dezember 2015 als PDF).

Am Anfang wird zwar das Feindbild weißer Mann bemüht und verschwiegen, wie viele Frauen für Donald Trump gestimmt haben, aber immerhin werden auch tatsächliche wirtschaftliche Sorgen als Hintergrund erwähnt. Bereits bekannt ist: In wirtschaftlich schwierigen Zeiten steigt die Suizidrate bei Männern in Osteuropa und – schon oben im Rahmen der Studie von Pierce und Scott erwähnt – in den USA.

Basis für den Heise-Artikel ist eine neue Studie von David Autor, Gordon Hanson und David Dorn namens „When Work Disappears: Manufacturing Decline and the Falling Marriage-Market Value of Men“ (PDF).

Für die „Schicht der Männer ohne Hochschulabschluss zu tun hat, die in der verarbeitenden Industrie tätig sind, um ihre Jobs fürchten oder diese bereits verloren haben“ ergibt sich folgendes traurige Bild:

Weil ihre Karriere- und Einkommensaussichten sinken oder wegbrechen, sinkt auch ihre Attraktivität auf dem Heiratsmarkt und damit wohl auch bei der Partnerwahl. Das macht wütend und verzweifelt.

Und bei diesen Männern hört es nicht auf:

Allerdings sind die Ergebnisse wohl über diese Schicht hinaus gültig. In den letzten Jahrzehnten ist der Anteil der jungen Menschen, die verheiratet sind, stark zurückgegangen. Zwischen 1979 und 2008 fiel der Anteil der Frauen im Alter von 25-39 Jahren, die verheiratet sind, bei den Hochschulabgängerinnen um 10 Prozent und um 20 Prozent bei denjenigen, die einen Highschool-Abschluss oder weniger haben. Parallel dazu steigt die Zahl der der Kinder in Alleinerziehenden-Haushalten, so hat sich in etwa derselben Zeit die Zahl der Kinder von unverheirateten Müttern fast verdoppelt.

Hier sieht man, wie Probleme miteinander verbunden sind. Der sehr deutlich betitelte Artikel „How Not to Be Poor“ listet als einen Tipp gegen Armut „keine außerehelichen Kinder haben“ auf und zeigt in einer Grafik, dass Armut in der Gruppe der Alleinerziehenden mit Abstand am häufigsten vorkommt.

Seit der Finanz- und Wirtschaftskrise wurde in den USA deutlich, dass mehr Männer als Frauen von deren Folgen betroffen waren und dass die Gehälter der Männer stärker darunter leiden.

Hier stellt sich dann spätestens der AH-Effekt ein („Das habe ich doch schon bei Arne Hoffmann gelesen…“), gefolgt vom „PfelM-Reflex“ („Ich gucke mal nach, was in dem Buch Plädoyer für eine linke Männerpolitik darüber steht…“). Und siehe da, es findet sich selbst bei schneller Suche folgendes:

Kapitel „Der Mann als ökonomischer Verlierer“, S. 144, 146, bezogen auf Deutschland. Für das Phänomen, dass Männer stärker von der Wirtschaftskrise betroffen sind, habe ich irgendwo den Terminus „hecession“ aufgeschnappt.

Bei Wirtschaftskrisen oder bei steigenden Importen aus dem Ausland sollen sich die Mechanismen auf dem Heiratsmarkt besonders nachhaltig auf dem unteren Ende der Einkommensschichten auswirken. Die Zahl der Männer, die arbeitslos sind oder weniger verdienen, auch weniger als die Frauen, steigt, während ihre Attraktivität für die Frauen sinkt. Dazu kann ein Anstieg im Drogen- und Alkoholkonsum, der Kriminalität und auch der Mortalität kommen.

Die Autoren gehen in der Studie vor allem den Auswirkungen einer erhöhten Einführung von chinesischen Waren auf dem US-Arbeitsmarkt nach.

Genau wie die oben erwähnte Studie von Pierce und Schott, nur dass hier noch der Heiratsmarkt dazukommt.

Steigt jedoch die Arbeitslosenquote bei den jungen Frauen mit geringer Qualifizierung relativ an, erhöht sich Heiratsbereitschaft.

Nichts Neues: Frauen haben im Notfall die Möglichkeit, in eine Partnerschaft „zu fliehen“ und aus dem Arbeitsmarkt auszusteigen. (Ja, nicht jede und unter allen Umständen, aber tendenziell.)

Nach den Berechnungen der Wissenschaftler würde ein „Schock“ von einem Punkt Anstieg chinesischer Importe auf hauptsächlich männliche Beschäftigung zwischen 1990 und 2007 den Anteil der 18-25-jährigen Frauen, die keine Heirat eingehen, um 3,9 Prozentpunkte ansteigen lassen, während ein solcher „Schock“ auf überwiegend weibliche Beschäftigung den Anteil der jungen Frauen, die niemals verheiratet waren, um 3,1 Prozentpunkte senkt.

Mit anderen Worten: Sich alleine auf die Frauen und ihre Unabhängigkeit zu konzentrieren wäre das falscheste, was man machen könnte! Geht es nämlich den Männern schlecht, gibt es mehr Armut für alle, auch bei den Kindern. Wie Lucas Schoppe gerne ausführt: Die meisten Menschen haben überhaupt kein Interesse an einen Geschlechterkrieg, weil sie viel zu sehr auf Kooperation angewiesen und daher an ihr interessiert sind. Es kann daher auch nicht sinnvoll sein, Interessen von Männern und Frauen in Konkurrenz zueinander zu sehen, ohne den Gesamtzusammenhang zu betrachten. Hier würde sich tatsächlich ergeben: Im Zweifelsfall auf den Mann achten – eine sehr unangenehme, unkorrekte Botschaft.

Sollten die Analysen für die „Handelsschocks“ auf den Arbeits- und Heiratsmärkten für die Regionen, in denen das verarbeitende Gewerbe wegbricht, das Mitte des 20. Jahrhunderts den Wohlstand breiter Schichten garantiert hat, aber seit Jahrzehnten schrumpft, zutreffen, dann dürfte auch die kommende Automatisierungswelle ähnliche Folgen haben. Dann wären aber nicht nur die Arbeitsplätze von Arbeitern betroffen, sondern auch die von Höherqualifizierten und Akademikern, was nach der Studie den Heirats- und Partnermarkt noch maßgeblicher beeinflusst.

Und da können wir direkt den nächsten Bekannten erwähnen: Schließlich hat der Stadtmensch als Dauerthema, dass aufgrund der zunehmenden Automatisierung immer mehr Stellen wegfallen – und dass die Politik keinerlei Lösungsansätze anbietet, geschweige denn das Problem erst einmal anspricht, falls sie es überhaupt erkannt hat. Stattdessen werden wir mit irgendwelche sinnlosen Symbolkampagnen und -gesetzen beschäftigt.
So lassen sich in einem großen Bogen eine Palette von Themen miteinander verknüpfen: Wirtschaftslage, Gesundheit von Männern, Heiratsmarkt, Geschlechterunterschiede, Armut in der Gesellschaft.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Schien mir ganz angemessen für den heutigen Tag…

Jan Garbarek and The Hilliard Ensemble: Parce Mihi Domine

Warum ich mich über 400.000 Männer und 40.000 Frauen freue

Die Studie des BMFSFJ, Männer-Perspektiven: Auf dem Weg zu mehr Gleichstellung? (PDF), wurde unlängst bei Genderama zweimal und dann noch heute bei Alles Evolution zum Thema gemacht. Die zitierten Aussagen sind tatsächlich dazu geeignet, Hoffnung zu machen.

Der „engere Kern des Maskulismus“ mache aber nur etwa ein Prozent der männlichen Bevölkerung aus.

Arne Hoffmann kommt dadurch auf ca. 400.000 Männer – und das ist wohlgemerkt nur der harte Kern! Später werden noch 0,1% der Frauen genannt. Also kommen noch einmal 40.000 Frauen hinzu.

Der Fehler der Studie: Man wollte den Maskulismus kleinreden durch solche mageren Prozentangaben, übersah dabei aber, dass dabei immer noch große absolute Zahlen herauskommen. Ich erinnere mich an einen ähnlichen Fall, erwähnt in einem CCC-Video (ich meine mit Martin Haase… oder Fefe?). Regierung oder Geheimdienst wollte die Bevölkerung in Sicherheit wiegen mit der Angabe, 99% der Bürger in Deutschland würden ja nicht abgehört. Leider entspricht das noch immer einer komplett abgehörten Großstadt. Auch spätere Korrekturen (99,9% oder 99,99%) ergaben zu hohe Fallzahlen.

Gemeint war: Das sind ganz wenige! In Wahrheit ist das schon eine gefährliche Menge. 1% können sich übers Internet organisieren. Der Effekt für einzelne Versprengte kann sein: Oh, ich bin nicht der einzige.

Letzten Endes stünde auch die allergefälligste Studie vor dem Problem, das Doppeldenk im Weltbild der Auftraggeber zu bedienen: Einerseits gehört dazu „Jeder mit gesundem Menschenverstand ist für uns“, andererseits „Wir werden von Männerhorden bedroht, die uns auf offener Straße guten Tag wünschen.

Diese Männer sähen in der Gleichstellungspolitik nur ein Synonym für die unnötige Frauenförderung.

Das liegt nur daran, dass sie es bis jetzt gewesen ist. Ich würde statt „unnötig“ lieber „einseitig“ verwenden.

Genderstudien – also Studien, die sich mit gesellschaftlichen Rollenbildern von Frauen und Männern auseinandersetzen – würden von dieser Gruppe kategorisch als „pseudowissenschaftlich“ und „ideologisch“ eingestuft.

Herzlichen Glückwunsch, richtig erkannt! Es ist nichts gegen eine echte Geschlechterwissenschaft einzuwenden – sie muss nur wissenschaftichen Ansprüchen genügen, also in diesem Fall die Biologie als Grundlage, nicht als konkurrierende Lehre oder Irrglauben sehen und ohne ideologische Scheuklappen durchs Leben gehen.

Gleichzeitig begreift die Mehrheit der Männer das Thema „Gleichstellung“ symmetrisch: Aus ihrer Sicht muss Gleichstellungspolitik gleichgewichtig die Gleichstellung von Frauen wie die Gleichstellung von Männern in den Blick nehmen. Das verlangt, nicht einfach nur die verschiedenen Themen der Frauen-Gleichstellung auf Männer zu übertragen, zu spiegeln oder „männlich zu deklinieren“, sondern einen eigenen neuen Blick zu entwickeln für die Bedürfnisse und Anliegen von Männern in ihrer Vielfalt heute. So sind 60% der Männer der Auffassung, dass sich Gleichstellungspolitik noch nicht ausreichend mit den Anliegen der Männer befasst.

Beachtlich, dass diese Einstellung so klar gebracht wird. Das ist die Kernüberzeugung von dem, was unter Männerrechten und Maskulismus vertreten wird.

Am häufigsten äußern junge Männer (68 %; besonders stark 26 %) den Wunsch nach einer offensiveren, differenzierten und systematischen Gleichstellungspolitik für Männer. Hier zeigt sich ein Generationeneffekt: Von den älteren zu den jüngeren Altersgruppen steigt der Anteil derer, die eine Gleichstellungspolitik für die Anliegen der Männer fordern, von 47% auf 68 %.

Bonus: Gerade die jüngeren Männer sehen das so. Also kein „alte Männer“-Bashing möglich. Hier ist er, der neue Mann!

Überhaupt, dass sich 60% der Männer gegen Gleichstellung aussprechen, obwohl diese Position in den Massenmedien und dem öffentlichen Diskurs als „rückständig“ oder „nazigleich“ verkauft wird. Wenn man dann noch berücksichtigt, dass das eine gefällige Studie sein sollte… man kann das zwar noch so drehen, dass plötzlich „60% der Männer rückständige Nazipositionen unterstützen, diese bösen Männer mal wieder“, aber es bleibt doch der Eindruck, dass diese Propagandaschlacht trotz Dauerbeschallung verloren wurde. Im übrigen: So sieht das aus, wenn die eigene Persönlichkeit kein zartes Pflänzchen ist, die sich vom Gerede der Umgebung beliebig formen läßt.

Die gute Nachricht lautet also: Selbst in Veröffentlichung des ideologischen Gegners läßt sich anscheinend nicht mehr verschweigen, dass es auch Leute gibt, die die Welt ganz anders sehen, und einige der Positionen werden sogar korrekt wiedergegeben.

Selbst solche Teilerfolge sind begrüßenswert: Als Erzählmirnix einen eher weniger gelungenen Comic veröffentlichte, führt das laut den Kommentaren bei Alles Evolution dazu, dass überhaupt einmal Leute auf Maskulismus aufmerksam wurden. Die neugierigen, offenen, vielleicht auch ein wenig unzufriedenen, geistig hungrigen Leute sind die, die man zuerst erreichen kann!
Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Egal, was die ganze Studie sagt – von diesen Ausschnitten habe ich gute Laune! Ich lass mir das Leben nicht verdrießen!

Nik Kershaw: I Won’t Let The Sun Go Down On Me

Männer und ihr Pornokonsum

Es folgt ein Gastartikel von Lion.

Genderama berichtete am 14. März über einen Artikel der „taz“, in dem mal wieder der Pornokonsum der Männer angeprangert wurde. Dass diese Männer-Pornos so seelenlos seien, Frauen bloß „Mittel zum Zweck“ seien und so weiter (Randnotiz: Um es besonders schmuddelig zu machen, werden dort auch Pornos mit Tieren und ähnliche Abartigkeiten eingeflochten, auch wenn dies für den absoluten Großteil der Pornonutzer kaum eine Relevanz spielen dürfte – egal, wenn schon diffamieren, dann richtig). Hier meine Stellungnahme dazu:

Immer dieses blödsinnge Gefasel über den ach-so-schlimmen Pornokonsum von Männern. Ja, genau, die meisten Männer wollen kein „Drumherum“, keine Handlung, keine Konversation, sondern für den Reiz nur das sehen, worauf es ankommt. Ja, Sex ist was Archaisches, was Primitives. Schon immer gewesen, bleibt auch so (daran ändert kein wohlfeiles Gerede der Welt was – gottseidank). Und Alice Schwarzer irrt in gewisser Weise, wenn sie über Prostitution sagt, dass diese etwas mit den Machtgelüsten des den Sex kaufenden Mannes zu tun. Sex hat IMMER auch etwas mit Machtgefühlen zu tun, sowohl beim Mann, als auch bei der Frau. Es geht auch immer um das Gefühl, was man beim Anderen bewirkt, wohin man die andere Person bringt (und das nicht nur im Sinne eines blümchenartigen „ach ich bereite ihm/ihr Lust, ist das schön“). Umgekehrt geht es auch darum, quasi Grenzverletzungen zu erfahren, denn nichts anderes ist Sex doch. Jeder, der fähig ist, seine Emotionen beim Sex zu reflektieren und analysieren ( … muß ja nicht während des Aktes sein …) weiß das, da braucht keiner Empörung zu heucheln. Porno ist die Überzeichnung des Ganzen. Auf den Punkt gebracht und verstärkt. Da gibt es nichts daran zu verdammen (außer man gehört dem feministischen Lager an und assoziiert falsch, dass diese sexuellen Emotionen auch auf das Alltagsleben durchschlagen). Wie soll man denn da die Seele einer Person im Porno sehen (wollen)? Porno ist Körperlichkeit, nicht Seele. Wer Seele will, soll einen Liebesroman lesen. Apropos Roman: Was soll man eigentlich von der Heerschar weiblicher Krimileser halten, die für einen zünftigen Thriller immer eine erschossene, erdolchte oder erdrosselte Person benötigen? Wo bleibt denn da die Mitmenschlichkeit? Könnte man das Opfer nicht totstreicheln? Und wieso fahren eigentlich soviele Frauen auf den Roman „50 Shades of Grey“ ab?! Abgesehen davon: Woher kommen die schier unendlichen Massen an Frauen, die sich in kommerziellen aber insbesondere auch privaten Pornodarstellungen zeigefreudig geben? Was treibt diese an, wenn sie doch genau wissen, wozu diese Aufnahmen genutzt werden, sobald diese im Internet gelandet sind? Fragen über Fragen, die man sich erstmal beantworten sollte, bevor man verlogen die Männer im x-ten Aufguß mal wieder für den Konsum von Pornos heruntermacht. Die Frauenschaft scheint da nicht einig zu sein. Auf der einen Seite die, die sich moralisch erheben über die primitiven Männer (speziell für Frauen gemachte Pornos sind ja sooo viel gehaltvoller), auf der anderen Seite diejenigen, die sich die „Unmoral“ zu nutze mache oder sich gelinde gesagt selbst daran aufgeilen, daran mitzuwirken.

Ergänzung (von Graublau)

Genderama vermeldete am 29. Januar:

Kuriose Nachricht der Woche: Während des „Frauenmarsches“ am vergangenen Wochenende gingen die Zugriffszahlen auf Online-Pornos spürbar zurück. Wie man aus dem Artikel erfährt, sind ein Viertel der Besucher von Websites wie „Pornhub“ weiblich.

Das Ausmaß ist tatsächlich beachtlich. Dass Frauen Pornographie konsumieren, dürfte hingegen jeder wissen, der die letzten Jahre nicht unter einem Stein verbracht hat. Von Pornhub gab es schon Ende 2014 eine entsprechende Auswertung der Nutzervorlieben.

Arne Hoffmann dazu im selben Genderama-Artikel:

Ich glaube ja, das ist das eigentlich „subversive“ und „gefährliche“ von Maskulisten wie mir: der ständige Hinweis darauf, dass Frauen und Männer so unterschiedlich, wie gerne getan wird, gar nicht sind. Viel Spaß bei dem Versuch, gegen solche Analysen irgendwelche „Spielregeln“ oder „Gesetze“ zu erfinden.

Natürlich gibt es Unterschiede – aber sie sind eben nicht unüberbrückbar oder auf der einen Seite stets „des Teufels“. Einen Unterschied wie Tag und Nacht findet man denn eher in der Bewertung. So lieferte Arne Hoffmann bereits vor Jahren ein Plädoyer für Gewaltpornographie (klingt vielleicht schlimm, enthält aber gute Argumente!), bei dem er auch daran erinnerte, dass etwa S/M nur dann abgelehnt werde, wenn der dominante Partner männlich sei. Soviel zur sexuellen Freiheit von erwachsenen Menschen…

Allgemein zum Thema hatte ich bereits hier im Blog auf Tina Lorenz zur Geschichte der Pornographie verwiesen. Ja, man kann ganz ohne Empörung oder Verdammung über solche Themen reden!

Gastartikel? Autor werden?

In der Diskussion neulich wurde erwähnt, dass es nicht (mehr) transparent ist, wie man hier mitmachen kann. Deswegen sei noch einmal ausdrücklich erwähnt:

Man kann einen Gastartikel einreichen (E-Mail an geschlechterallerlei ät gmail punkt com).

Wer will, kann auch Autor werden. Dafür braucht man ein Konto bei WordPress. Danach ebenfalls eine E-Mail an oben genannte Adresse schicken mit der E-Mail-Adresse, die mit dem WordPress-Konto verknüpft ist. Darauf gibt es dann eine Einladung.

„Männer, Frauen und der ganze Rest“ bedeutet auch, dass es keine Festlegung gibt, welche Position man vertritt.

Warum ich einmal grundsätzlich zum „gender empathy gap“ schreibe

Der Begriff „gender empathy gap“ wird taucht immer wieder in der Geschlechterdebatte auf. Aber was steckt genau dahinter?

Ich wollte schon lange einen Grundsatzartikel dazu schreiben, konnte mich aber nie entscheiden, wie herum ich die Argumentation aufziehen wollte. War das „gender empathy gap“ Ursache oder Wirkung, Annahme oder Folgerung? Schließlich wollte ich einen Zirkelschluss vermeiden. Dann las ich, was der Doktorant zu Induktion und Deduktion geschrieben hat, und ich hatte endlich eine Idee. Mal sehen, ob ich sie Sache halbwegs anständig über die Bühne bringe oder mich übernehme.

Meine Definition

Das „gender empathy gap“ – also die Empathielücke zwischen den Geschlechtern – bezeichnet das Phänomen, dass unter denselben Umständen die Angehörige eines Geschlechtes mehr Mitgefühl bekommen als die des anderen. Allgemein gilt dies im Durchschnitt, das heißt, auch wenn allgemein einem Geschlecht weniger Empathie entgegengebracht wird, kann es Fälle geben, in denen das andere weniger abbekommt.

So weit, so gut. Diese Definition sagt so noch nichts darüber aus
– ob dies tatsächlich allgemein so gilt
– welchem Geschlecht gegenüber weniger Empathie gilt
– was die Ursache hierfür ist

Diese Definition ist ferner dafür offen, dass es andere Kriterien für Empathie gibt, die stärker wirken als dieser Unterschied bei ansonsten gleichen Voraussetzungen.

Beispiele für Männer

Männerrechtler / Maskulisten führen an, dass Männern im allgemeinen weniger Mitgefühl entgegengebracht wird. Das fängt an mit Formulierungen in den Nachrichten wie „unter den Opfern waren auch Frauen und Kinder“, nach denen es offenbar weniger schrecklich ist, wenn Männer die Opfer sind.

Fefe hatte die Frage nach der Empathie einmal in größerem Zusammenhang gestellt, was ich an anderer Stelle bereits zitiert hatte:

Habe vorhin kurz bei zwei Biologen und einer Psychologin nachgehakt:

Im Wesentlichen triggert

  1. der Tod eines Kindes am stärksten,
  2. dann der einer attraktiven Frau im gebärfähigen Alter,
  3. dann folgt der Tod eines „schwachen“ Menschen (alt, körperlich eingeschränkt, geistig eingeschränkt und, tatsächlich, „alle anderen Frauen“ -> also Frau tatsächlich auf derselben Empörungsstufe wie ein „behinderter“ Mensch!)
  4. und dann erst folgen Männer.

Männer im wehrfähigen Alter erhalten das geringste Mitgefühl, wenn ihnen etwas wie „Tod durch Erschießen“ widerfährt.

Die Einsender bei Fefe hatten zum Großteil Evolutionsbiologie als Ursache angegeben. Sowohl die Verfeinerung der Empathierangfolge als auch die Erklärung erscheinen mir schlüssig.

Das Schöne an dem biologischen Hintergrund ist ja: Es ist verständlich, ohne dass es bedeutet, dass es so bleiben soll. Insbesondere in einem westlichen Industriestaat ist nicht einzusehen, warum gegen diese biologischen Grundlagen, die früher einmal sinnvoll waren, nicht jetzt gegengesteuert werden sollte (wenn sich auch, da bin ich realistisch, die Biologie nie verleugnen oder negieren läßt). Insbesondere die kulturelle Ausformung ist ja gerade nicht durch die Biologie vorbestimmt, selbst wenn die Biologie einen Rahmen vorgibt, innerhalb dessen man sich bewegen kann.

Dies ist kein „reines Männeranliegen“, wie Genderama an einem interessanten Fall belegte. Hintergrund war eine steigende Zahl von Übergriffen gegen Frauen bei der Polizei. Nach wie vor sind allerdings zu 82,5% Männer betroffen, sogar 87,5% bei Totschlag. Ein Leser kommentierte: Bei der französischen Polizei seien Frauen anstrengend, weil sich im Konfliktfall die Männer automatisch vor sie stellten. Man kenne von der israelischen Armee, dass Soldaten ihren Auftrag vergäßen, um eine Soldatin zu retten. Die Veränderung in Deutschland sei also ein Zeichen von Gleichberechtigung. Die Reaktion darauf war allerdings, dass der Chef der Gewerkschaft der Polizei NRW eine Begrenzung des Frauenanteils forderte. Arne Hoffmann urteilte:

Die Tendenz, das Leiden von Männern leichter als das Leiden von Frauen zu gewichten, droht hier ausnahmsweise auch einmal die Gleichberechtigung von Frauen zu torpedieren.

Zur Kultur, genauer zur Popkultur, äußerte sich Blogger uepsilonniks in einem Kommentar bei „Alles Evolution“:

Man schaue sich mal an, wer als Vertreter seines Geschlechts etwa in Action-Filmen Gewalt erfährt und reihenweise getötet wird, ohne dass es den Filmspaß trübt. Wären es Frauen die vom Helden abgeschlachtet würden, der Film würde keinen Spaß machen (genauso wie bei Kindern). Auch das zeigt: Wir verurteilen Gewalt gegen Frauen stärker, leiden mit, können das nicht auf die leichte Schulter nehmen sind also anders als bei Männern dem gegenüber sensibilisiert.

Folgen zur kritischen Beobachtung

Was sind die erwartbaren Folgen eines solchen Empathieunterschiedes gegenüber Männern allgemein bzw. Männern im wehrfähigen Alter?

Nummer eins wäre für mich, dass man sich weniger um diese allgemeine und noch weniger um deren spezielle Untergruppe kümmert. Stattdessen werden sie sich selbst überlassen.

Einen institutionellen Hinweis in diese Richtung haben wir schon: Das BMFSFJ kümmert sich um alle außer Männer zwischen 18 und Rentenalter.

Nummer zwei: Probleme aller Art, von denen sie ausschließlich oder in stärkerem Maße als andere betroffen sind, bekommen weniger Aufmerksamkeit.

Wie ich im oben bereits erwähnten Artikel, in dem ich einen Beitrag von Fefe zitierte, schrieb:

Die geringere Empathie bei Männern wird sich bei der Behebung von Problemen, von denen Männer häufiger betroffen sind (Selbstmord, Obdachlosigkeit, Trennung von Kindern) erschwerend auswirken.

Nummer drei: Wird dann doch einmal spezielle Aufmerksamkeit für diese Gruppen gefordert, dann erwarte ich einen Abwehrreflex, gerne getragen von dem Gefühl, dass man das Mitleid „an die falschen Leute verschwendet, die es am wenigsten brauchen“.

Hier kann dann als „Begründung“ eine Argumentation mit Durchschnitten kommen, etwa welche Gruppe insgesamt im Schnitt reich ist, Macht hat usw., ohne zu berücksichtigen, dass die Mitglieder einer demographisch definierten Gruppe keineswegs untereinander zusammenhalten und alle anderen ausklammern und dass ein Durchschnitt nichts bedeutet, wenn man die Varianz, Standardabweichung, kurz: Verteilung innerhalb der Gruppe zu kennen.

Was die Probleme, die außerhalb der Aufmerksamkeit liegen, angeht, so drückt es Martin Daubney so aus (gefunden via Genderama):

Man muss beweisen, dass Männer und Jungen leiden, weil es die meisten Leute einfach nicht glauben.

Hilfsangebote speziell für Männer und Jungen erleben eine Abwehr. Das führt dann zum Beispiel zu Sachbeschädigung.

Wie kommt man die Probleme derzeit aus dem toten Winkel? Wie es Matze sinngemäß beschrieb: Probleme, die Männer haben, werden erst dann relevant, wenn Frauen durch sie Nachteile erleiden.

Was tun?

Wenn der gender empathy gap tatsächlich vor allem Männer trifft, dann ergeben sich darauf einige interessante Konsequenzen, wenn man Schieflagen mehr Aufmerksamkeit verschaffen möchte, von denen Männer besonders betroffen sind:

Weil Männer weniger Mitleid bekommen…

  1. …ist es wichtig, auf die Verzahnung des Wohlergehens von Männern mit dem von Frauen und Kindern hinzuweisen, also gerade das Gegenteils des „Geschlechterkrieges“ zu präsentieren. Lucas Schoppe hat diesen Aspekt so oft erwähnt, dass ich aufgehört habe, zu zählen.
  2. …ist das Etablieren und Einhalten allgemeiner, universaler Rechte dienlicher als eine spezielle Aufmerksamkeit oder Förderung. Kurioserweise ist letzteres eine Standardforderung von Lügnern und Manipulatoren (SJW) sowie Gender-Feministinnen, während sich auf ersteres einige Gegner dieser Gruppen berufen.
  3. …lohnt es sich, beim Interesse wecken für ein Problem gerade keinen besonderen Wert auf das Geschlecht der Betroffenen zu legen oder weibliche Betroffene ins Rampenlicht zu rücken. Das passt frappierend mit der Beobachtung zusammen, dass sobald über eine Betroffenengruppe berichtet wird, die überwiegend männlich ist, entweder das Geschlecht nicht erwähnt wird oder besonderer Fokus auf der weiblichen Minderheit liegt.

Das alles gilt allerdings nur vor dem Hintergrund, dass man diesen „gender empathy gap“ als „gegeben“ hinnimmt und nicht gegen ihn angeht. Angesichts der Lage der Dinge halte ich es allerdings für utopisch, dass das zuerst geschieht.

Die argumentative Redlichkeit gebietet es außerdem, stets zu messen, ob es Beispiele gibt, die den oben genannten Ausführungen widersprechen. Es darf ja nicht in die Richtung gehen „wir nehmen den gender empathy gap als gegeben hin und stellen ihn nicht mehr in Frage“. Es muss stets eine Offenheit geben in die Richtung „Was würden wir denn erwarten, wenn es sich so verhält? Was beobachten wir in der Realität? Was entspricht unseren Erwartungen, was verhält sich anders?“.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Dass es tatsächlich einmal eine Band mit diesem Namen gegeben hat…

The Gap Band: Early In The Morning