ZEIT: Männer schuld, dass Sophie Passmann nicht so witzig ist

Die bekannte Poetry-Slammerin, Feministin und selbst ernannte Komikerin Sophie Passmann gibt ein Interview in der Zeit zur Frauenfrage. Wer das Interview vollständig lesen will, kann das prätentiöse Geschwafel am Anfang getrost überfliegen. Erst ab der zweiten Hälfte wird es interessant:

ZEITmagazin: Was glauben Sie: Haben Sie es als lustige Frau karrieretechnisch leichter oder schwerer als männliche Kollegen?

Passmann: Das hängt vom Markt ab, und es gibt gerade eine Nachfrage nach lustigen Frauen. Bei der Planung vieler Shows heißt es oft: Wir brauchen noch eine Frau. Auf der Ebene habe ich es leichter, weil ich Anfragen bekomme, die ich als Mann nicht zwangsweise bekommen hätte.

Ach guck an. Ist das jetzt Feminismuskritik?

Aber wenn man zwei Schritte zurückgeht, muss man sagen: Krass! Wir haben 2018, und das Öffentlich-Rechtliche bekommt es nicht hin, dass 50 Prozent seiner Komiker weiblich sind.

Nein, Gott sei Dank, alles wieder im Lot. Du Dummchen, was willst du den Öffentlich-Rechtlichen hier vorwerfen? Du sagst selber, dass die gezielt Frauen in die Comedy-Shows holen, weil sie Frauen sind und einen Satz später beklagst du dich, dass sie zu wenig Frauen in den Comedy-Sendungen zeigen? Ja, sollen sie die aus dem Hut zaubern? Und warum genau sollte hier 50:50 herrschen? Ist Comedy für dich nur eine Angelegenheit von Geld und Machtpositionen?

ZEITmagazin: Vielleicht sind Frauen weniger lustig.

Passmann: […] Ich glaube, ich kenne mehr lustige Männer. Es liegt an der Erziehung. Mädchen kriegen vermittelt, dass Lächeln und Nettaussehen wichtiger sind als Sprücheklopfen.

Wenigstens gibt sie es zu, aber dann gleich dieser politische Reflex. Woher nimmt sie diesen Eindruck, dass Jungs der Humor anerzogen wird oder er Mädchen abtrainiert wird? Ich habe eine andere Erklärung: Humor braucht ein gewisses Maß an Mut und Aggressivität – beides männliche Eigenschaften. Männer werden auch nicht zum Sprücheklopfen erzogen. Mein Eindruck ist eher das Gegenteil – die Erziehung versucht heute Jungs überzudisziplinieren, eben weil sie für die moderne Gesellschaft zu mutig und aggressiv sind und gibt ihnen obendrein kaum würdevolle Vorbilder. Damit provoziert die Erziehung erst den typisch männlichen frechen Witz als Gegenreaktion gegen das lächerliche, verklemmte und bigotte Gouvernanten- und Spießertum, das die Schulen, Kindergärten, bürgerlichen Elternhäuser, Wirtschaft, Politik und Medien beherrscht. Da Mädchen nun natürlicherweise weniger rebellisch sind als Jungs, sind sie entsprechend auch weniger humorvoll. Das wäre meine Erklärung zum „gender_joke_gap“. Weiter Passmann:

Außerdem hat Humor etwas mit Intelligenz zu tun. Ich habe mal auf Twitter einen Witz gemacht, dessen Pointe ein offensichtlicher Logikfehler war. So was wie: „Alle Allgäuer trinken Milch, alle Milchtrinker sind Allgäuer.“ Daraufhin hat der damalige Chefredakteur einer großen Tageszeitung geantwortet, ich solle mal besser ein Logikseminar belegen. Für Humor muss man ja Dinge verstanden haben, und das hat er mir nicht zugetraut.

Direkt danach meint sie, dass sie oft nicht ernst genommen werden würde, weil sie weiblich und unter 50 ist. Insofern wirft sie diesem Chefredakteur also vor, dass er ihr als junger Frau wenig Intelligenz zutrauen würde, weil er nicht gemerkt hat, dass irgendein Tweet von ihr ein Witz gewesen sei. Implizit will sie damit sagen, dass die Männer die Witze der Frauen nicht verstehen, weil sie den Frauen keine Intelligenz zutrauen. Das halte ich für groben Unfug. Könnte es nicht einfach sein, dass dieser Chefredakteur deswegen ihren Witz nicht verstanden hat, weil der „Witz“ einfach nicht lustig war? Oder könnte es nicht auch sein, dass er deswegen den Witz nicht bemerkt hat, weil er dieser Frau zurecht wenig Intelligenz zutraut und weil Feministen eben auffällig oft zu Logikfehlern neigen, die sie aber ernst meinen?

Von welchem Tweet sie redet ist unbekannt und kaum recherchierbar. Zur Beantwortung dieser Fragen müssen wir also wohl die Witzigkeit, das logische Denken und auch die Ehrlichkeit dieser Frau einschätzen. Anhand ihrer nachfolgenden Aussagen gelingt das ganz gut:

[…] Ich mache zum Beispiel öfter Witze über Lohnungleichheit und bekomme dann von älteren Herren im Internet erklärt, warum der Gender-Gap von 21 Prozent statistisch so nicht stimme. Dann sage ich: Ich habe an der Uni Statistik-Tutorien gegeben, das brauchst du mir nicht zu erklären. Vor allem: Du hast es mir gerade falsch erklärt.

Das selbstgerechte Gejammer über „Mansplaining“. Jede Wette, dass die „älteren Herren“, ihr einfach nur erklärt haben, dass bei den 21% unbereinigten GPG Äpfel mit Birnen verglichen werden und diese Zahl daher keine Aussage über Diskriminierung zulässt. Die ZEIT hakt hier natürlich nicht nach, sondern lässt Passmann diese höchst wahrscheinlich entweder gelogene oder dumme Aussage durchgehen, auch wenn die ZEIT natürlich längst weiß, was hinter dem GPG steht. Weiter im Text:

Passmann: […] Ich lebe in einem System, in dem man als junge lustige Frau mehr machen muss als ein Kerl. Ich habe mein Studium schneller beendet, als ich gemusst hätte. Ich lese wie besessen. Es ist eine Mischung aus Besessenheit und Fleiß.

Sagtest du nicht vor zwei Minuten noch, dass Frauen es in der Comedy-Branche leichter haben, weil sie gezielt gesucht werden? Ein Logikfehler oder einfach nur gelogen? Und schön, dass du so fleißig und belesen bist. Aber erstens scheint es dich nicht groß weitergebracht zu haben und zweitens hat das nichts mit Comedy zu tun.

Was sagt ihr? Ist das nicht eine super witzige, kluge und sympathische Frau? Würdet ihr die nicht auch sofort zu einem Interview einladen und habt ihr jetzt nicht alle meeega Bock, euch einen richtig hippen, flippen und feministisch korrekten Poetry-Slam von ihr reinzuziehen?

JAAAA!!!! 😀 😀 😀

Naaaa gut, aber nur einen! Einen Poetry-Slam hab ich auf YT allerdings nicht gefunden, was vielleicht etwas über deren Qualität aussagt. Dafür gibt’s einen Auftritt bei Böhmermann:

Ich bin mir nicht sicher, ob ihre anstrengende schmallippige Genervtheit zu ihrer Rolle gehört oder ob sie es einfach nicht besser kann, weil sie Böhmermanns feminismuskritischem Spott nichts entgegensetzen kann. Wahrscheinlich verstehe ich als Mann auch einfach ihre komplexe humoristische Performance nicht, weil ich ihr als Frau zu wenig Intelligenz zutraue. Jedenfalls finde ich sie hier echt nicht lustig und teilweise oberlehrerhaft und vermute mal, dass sie vor allem wegen ihrer Vagina und ihrem politischen Profil in die ZDF-Show gekommen ist (siehe ihre Aussage am Anfang des Interviews). Wenn Passmann ihre Femi-Platte auflegt ist sie in etwa so humorvoll wie Erich Honecker. Und nein, Honecker war nicht deswegen so unlustig, weil ihm die patriarchale Erziehung vermittelt hat, dass „Lächeln und Nettaussehen wichtiger sind als Sprücheklopfen“, sondern einfach deswegen, weil er ein versteifter, heuchlerischer, maschinenhafter und würdeloser Funktionär war. Witzig kann nur ein autarker Geist sein, aber ein Hampelmännchen der eigenen Ideologie kann nur Propaganda von sich geben. Man kann sich höchstens noch darüber lustig machen.

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Vermischtes: „Unteilbar“-Demo, Frauenvolksbegehren, Gender-Pay-Gap, Blödsinn, Abtreibung

1. Großdemo „Unteilbar“ in Berlin

In Berlin haben eine viertel Million Menschen für… also bzw. gegen.. also… – ja was eigentlich genau? – demonstriert. Natürlich geht es vielen Demonstranten einfach darum, gegen die Fremdenfeindlichkeit zu protestieren, die in den letzten Jahren durch AfD und Pegida wieder in der Öffentlichkeit angekommen ist. Das ist ein aufrechtes legitimes Ziel, doch das gemäßigte Fußvolk steht in Berlin neben linken Aktivisten und Ideologen, die politische liberale, humanistische Werte für sich vereinnahmen, denen sie heute keineswegs mehr gerecht werden können. Die Mainstreammedien unterstützen die Linken dabei, indem sie deren politisches Vokabular unkritisch übernehmen. Ein paar Beispiele aus diversen FAZ und ZEIT-Artikeln, die erklären, wofür die Demo angeblich steht:

für die Offene Gesellschaft

Der linke politisch korrekte „Antirassismus“ ist heute gegen die Offene Gesellschaft – ein wichtiger liberaler Begriff, der vom Philosophen Karl Popper geprägt wurde und heute offensichtlich nicht mehr verstanden wird.

gegen Hass

  1. Hass kann auch berechtigt sein, weshalb es unsinnig ist, ganz allgemein „gegen Hass“ oder „für Liebe“ zu demonstrieren. Das ist inhaltsleerer Kindergarten.
  2. Die heutige Linke ist alles, nur nicht frei von Hass.

gegen die Spaltung der Gesellschaft und gegen Rassismus

Wer die Welt in die bösen „Rassisten“ und die guten „Antirassisten“ einteilt und der anderen politischen Seite nur mit Ignoranz und Vorverurteilung begegnet und wer darüber hinaus z.B. Weiße gegen „People of Colour“ (oder Frauen gegen Männer) ausspielt, der ist es, der die Gesellschaft spaltet.

für bunt statt braun

  1. Ihr seid nicht „bunt“, ihr seid rot. Meinungspluralismus (bunt) ist etwas wofür die heutige Linke so gar nicht steht – schon gar nicht in der Flüchtlingsfrage.
  2. Eure Gegner sind längst nicht alle Nazis (braun). Das ist wieder die alte Vorverurteilung. Wann versteht die Neue Linke endlich, dass sie ihre Gegner nicht einfach mit den Braunhemden der SA gleichsetzen kann!

gegen rechts

Das alte Feindbild, das der Tabuisierung aller Meinungen, die gegen links sind, dienen soll – sich also grundsätzlich auch gegen Feminismuskritiker richtet. Hierzu ein Auszug aus einem vorangegangenen Artikel von mir:

Der identitätspolitische Kampf „gegen rechts“ – Der undemokratische Kult um ein Tabuwort

Natürlich kann man gerne gegen eine beliebige rechte Position sein, aber dann nenne man diese doch bitte beim Namen und erkläre warum man sie ablehnt; anstatt dass man einfach in einem Akt kollektiver Selbstvergewisserung klar stellt, dass man irgendwie gegen rechts ist. Dieses Bekenntnis ist keine Argumentation sondern reine identitäre Abgrenzung im Sinne eines Lagerdenkens.

 

Das Problem ist nun – ich möchte es nochmal wiederholen – nicht, dass sich Bürger gegen Islamhass und Fremdenfeindlichkeit einsetzen, sondern das Problem ist, dass sie sich dabei von linker Ideologie vereinnahmen lassen und sich mit Politikern und Aktivisten gemein machen, deren Verhältnis zur freiheitlichen Demokratie höchst zweifelhaft ist. Damit machen sie ihren Protest unglaubwürdig und tragen zur Abschottung der Lager bei. Und das zweite Problem ist, dass die unkritische Berichterstattung dies unterstützt. Für die Geschlechterfrage ist dies von Belang, weil die Front gegen rechts selbstverständlich auch gegen Feminismuskritiker instrumentalisiert werden wird, auch wenn dies von den meisten Teilnehmern solcher Demos nicht intendiert sein dürfte.

 

2. „Frauenvolksbegehren“ in Österreich

Die FAZ interviewt Lena Jäger, Projektleiterin des „Frauenvolksbegehrens“ in Österreich. Diese glänzt in ihren Antworten mit Widersprüchen und unsinnigen Erklärungen, die äußerst bescheidene Kenntnisse von Politik, Gesellschaft und dem eigenen Tun offenbaren. Wer sich den Quark durchlesen möchte, kann das hier tun. Viel wichtiger ist jedoch, in die Forderungen des Volksbegehrens einzusteigen, die in dem Interview viel zu kurz kommen. Der Forderungskatalog ist lang; ich versuche es mal runterzubrechen:

  • 50%-Zwangsquoten für die gesamte Gesellschaft, einschließlich des politischen Betriebs (Einschränkung der Demokratie)
  • umfassende Zensur- und Umerziehungsmaßnahmen (Werbung, Bildungseinrichtungen) gegen alles was nicht genderkorrekt ist
  • staatliche Förderung feministischer Medienberichterstattung (institutionalisierte politische Beeinflussung der Medien)
  • „Volle Lohntranzparenz“ und tiefe Eingriffe in marktwirtschaftliche Lohnentwicklung
  • Verpflichtung von privaten Unternehmen zu Gleichstellungsmaßnahmen
  • 30h-Woche für alle (damit soll die geschlechtliche Aufgabenverteilung irgendwie abgeschafft werden)
  • mehr Unterhaltskram für Alleinerziehende (davon hab ich Gott sei Dank keine Ahnung)
  • Rechtsanspruch auf kostenlose öffentliche Vollzeit-Kinderbetreuung bis 14 Jahre (!)
  • komplett steuerfinanzierte Verhütungsmittel und Abtreibungen (in allen Krankenanstalten)
  • mehr Frauenhäuser
  • geschlechtergetrennte Unterbringung von Flüchtlingen (auch Ehepartner scheinen mitgemeint zu sein)

 

Knapp eine halbe Million Österreicher hat sich für diesen antidemokratischen und freiheitsfeindlichen, prüden und männerverachtenden Scheiß begeistern können und hat das Volksbegehren unterschrieben. Viele haben wahrscheinlich nur „Frauen“ gelesen und ihren Stempel drunter gesetzt.

 

3. Pay Gap in MINT-Branche

Die FAZ berichtet über den GPG in MINT-Berufen fast ohne femi-Moralisierung. Die gemessenen Werte sind relativ hoch. Die Überschrift „Was Frauen verdienen und Männer bekommen“ ist wohl als Unterstellung zu verstehen, dass Männer das bekommen würden, was eigentlich Frauen erarbeitet haben. Weiter heißt es dann im Artikel, Frauen verdienten „zu wenig“. Diese Wertung, die eine Ungerechtigkeit suggeriert, ist eigentlich hinfällig, wo am Ende des Artikels doch zugegeben wird, dass

allerdings der unbereinigte Wert wenig aus[sage], da die Analysten unterschiedliche Stellenprofile miteinander verglichen. Um eine exakte Aussage bezüglich der Entgeltlücke treffen zu können, müsse der Wert nach vielen Parametern bereinigt werden. In ihrer Auswertung seien lediglich der Beruf, die Personalverantwortung sowie das Studienfach berücksichtigt worden.

 

4. ZEIT: Frauenbewegung von Problemen entfremdet, zerstritten und unverständlich – aber trotzdem voll wichtig

Bei Zeit Online gibt es die feministische Rubrik „10 nach 8“, deren Artikel auf der Blödsinn-Skala von 1 bis 10 meistens im Mittelfeld liegen. So auch der neue „10 nach 8“-Artikel von Caroline Rosales, die sich als „ganz gewöhnliche Frau“ vorstellt. Wie das ganz gewöhnliche Frauen so machen, besucht sie feministische Lesezirkel und versucht, sich so weit wie möglich feministisch korrekt zu verhalten. Doch die intellektuellen Diskurse sind ihr zu hoch und die unterschiedlichen Ansichten darüber, wie sich die moderne Frau zu verhalten hat, setzen ihr zu. Anscheinend schafft sie es nicht, nach ihren eigenen Überzeugungen zu denken und zu handeln und macht sich lieber von anderen abhängig. Folgerichtig beklagt sie daher die akademische Abgehobenheit und die Grabenkämpfe innerhalb der Bewegung. Nun versucht sie aber diese Meinungsverschiedenheiten und ihren theoretischen Unterbau zu ignorieren und Einigkeit zu beschwören, damit den „ganz gewöhnlichen Frauen“ endlich geholfen werden kann. Was diese vereinten feministischen Kräfte inhaltlich leisten sollen, weiß die Autorin aber auch nicht so genau. Das einzige handfeste, was ihr hier einfällt ist die Abschaffung von §219a (Verbot der Werbung für Abtreibung). Ansonsten noch irgendwas gegen „Mutterbild“ und Kleinfamilie und dann soll noch irgendeine neue Partei gegründet werden. Na, da werden sich die gewöhnlichen Frauen aber freuen. ;D

In Wirklichkeit geht es mal wieder nur um das gar furchtbarste Übel für die Sache der Frau: Dass die bösen Rechten in der Frauenfrage mitreden und den Feminismus kapern. Also heißt es mal wieder: gegen rechts – egal warum.

Denn während wir Frauen uns selbst kannibalisieren, haben ausgerechnet populistische rechte Parteien das Thema Feminismus für sich entdeckt. Die AfD in Deutschland, der Rassemblement National (RN) in Frankreich, die Trumps (insbesondere Ivanka) schmücken sich mit dem Wort, instrumentalisieren es […]

Merkt die Autorin nicht, dass sie damit die beklagten Grabenkämpfe einfach nur nach rechts verlagert und geht es ihr wirklich nur um die Belange der „ganz gewöhnlichen Frauen“ oder doch nicht vielmehr um die eigene linke Diskurshoheit, von der andere Frauen überhaupt nichts haben?

 

5. ZEIT: Abtreibungsfrage

Feministen tun zur Zeit so, als würden die Rechte der Frauen mit Füßen getreten werden, weil es in Deutschland ein Werbeverbot für Abtreibung gibt. Die Zeit berichtet jedoch ausgewogen und unaufgeregt (Daumen hoch!).

§219a hat den Zweck zu verhindern, dass Abtreibung als etwas normales unbedenkliches gehandhabt wird. Man muss nicht so weit gehen, Abtreibung als „Mord“ zu bezeichnen, aber es handelt sich nun mal um etwas, was in diese Richtung geht, unter Umständen eine Straftat darstellt und daher nicht öffentlich normalisiert werden sollte. Daher finde ich den Gedanken von §219a grundsätzlich richtig. Ein Verbot, über Schwangerschaftsabbruch nur zu informieren, halte ich jedoch für falsch. Hier gibt es auch verfassungsrechtliche Bedenken. Die ZEIT berichtet von einem problematischen Gerichtsurteil diesbezüglich. Ein zweiter Artikel zu dem Thema lässt die AfD-Politikerin Beatrix von Storch zu Wort kommen, die §219a verteidigt:

„Was rechtswidrig ist, darf nicht beworben werden“, sagte sie der Neuen Osnabrücker Zeitung. „Abtreibung ist kein Menschenrecht.“ Sie wünsche sich stattdessen eine „Willkommenskultur für Kinder“.

 

Frauenministerium sponsert linke Propaganda gegen Gleichstellungskritiker

Wie Genderama heute früh berichtete, hat die PC-linke Amadeu-Antonio-Stiftung zusammen mit der BAG („Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen“) und dem Frauenministerium eine 50-seitige Broschüre herausgegeben, in der Kritik an Gleichstellungspolitik mit Antifeminismus und Rechtspopulismus und ähnlichem Teufelszeug gleichgesetzt und insbesondere als verfassungsfeindlich und antidemokratisch dargestellt wird. Auf der von Genderama verlinkten Seite ist diese Broschüre nicht hochgeladen, ich habe sie jedoch auf der Seite der BAG gefunden. Die Broschüre hat es vorallem auf die AfD abgesehen, die grundsätzlich von oben herab als politischer Außenseiter behandelt wird, deren geschlechter- und familienpolitischen Positionen nicht verhandelbar sind, da sie „antifeministisch“ wären. Die politische Gesinnung reicht den staatlich geförderten linken Autoren als Grund für politische Ausgrenzung vollkommen aus. Der Gedanke, die AfD als gleichberechtigten Teilhaber des politischen Diskurses zu behandeln, ist den Autoren fremd. Die Männerechtsszene wird kaum namentlich erwähnt, man muss aber fest davon ausgehen, dass sie bei dem Gerede über Antifeministen und Gleichstellungsgegner mitgemeint ist. In der Literaturliste finden sich reihenweise Schriften von Andreas Kemper, Böllstiftung und Rosa-Luxemburg-Stiftung, also von Ideologen, die männerrechtliche Anliegen für Naziideologie halten. Wenn die Regierung solche parteiische Agitation von links finanziell fördert, strebt sie an, Gleichstellungskritiker mundtot zu machen und verstößt sie daher indirekt gegen GG Art.3 (3), der festlegt, dass staatliche Behörden die Pflicht zur politischen Neutralität haben:

Niemand darf wegen seine[r] […] politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.

– GG Art.3(3)

Wo wir gerade beim GG sind. Ein altbekannter feministischer Propagandatrick der Broschüre ist die gezielte Verdrehung von GG Art. 3:

(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.

(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.

(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes […] benachteiligt oder bevorzugt werden. […]

– GG Art.3

Aus dieser Gleichberechtigung zu der der Staat verpflichtet ist, wird in der feministischen Broschüre konsequent eine Verpflichtung zur sozialen Gleichstellung und dementsprechend Frauenförderungspolitik gedreht, die aber eben diesem Grundgesetzartikel (Verbot der rechtlichen Bevorzugung/Benachteiligung) glatt widerspricht. Man darf nicht annehmen, dass den feministischen Autoren oder dem unterstützendem Ministerium dieser Grundwiderspruch unbekannt wäre oder sie das Grundgesetz einfach anders interpretieren – das wäre naiv. Im Gegenteil: diese politischen Agitatoren sind sich über die Bedeutung des Art.3 GG sehr wohl bewusst und daher versuchen sie gezielt, den Begriff der Gleichberechtigung zu verwässern und durch Gleichstellung zu ersetzen. Gleichstellungsgegner und Bürger, die von natürlichen geschlechtlichen Unterschieden bzw. Geschlechterrollen ausgehen, sollen durch diese Diskursstrategie aus dem „demokratischen Spektrum“ heraus gedrängt werden. Ein paar Beispiele für diese gezielte Verwässerungsstrategie aus der Broschüre:

Aus einem Interview mit einer Politologin, mit deren Positionen sich die Broschüre gemein macht:

Ich bin auch immer noch so optimistisch zu sagen, in diesen Angriffen gegen Gleichstellung und Gender liegt auch eine Chance: […] Auch gibt es eine hohe Akzeptanz dafür, dass der Staat die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern fördert – so steht es ja in unserer Verfassung […].

(S. 24/25)

Und weiter:

Hier werden zwei Dinge miteinander vermischt: der Verfassungsauftrag des Staates zur Durchsetzung der Gleichberechtigung und eine politische Strategie – dem Gender Mainstreaming – zu eben diesem Zweck. Der Staat hat laut Artikel 3 Absatz 2 des Grundgesetzes für tatsächliche Gleichstellung zu sorgen.

(S.25)

Aus einer Handlungsempfehlung, wie mit der feminismuskritischen AfD umzugehen ist:

Und die AfD muss umgekehrt gefragt werden, ob sie die Rechtstaatlichkeit respektiert, denn auch im Grundgesetz steht, dass Mann und Frau gleichberechtigt sind. Und um diese Gleichstellung zu erreichen, sind Gleichstellungsstellen und noch mehr nötig.

(S.36)

Ansonsten kommt der Begriff „Gleichberechtigung“ in der 50-Seiten Broschüre übrigens kaum vor. Er wird fast nur im direktem Zusammenhang mit Art.3 GG erwähnt um dann im nächsten Satz gleich wieder von „Gleichstellung“ abgelöst zu werden, der scheinbar dasselbe bedeuten soll. „Gleichstellung“ wird ansonsten mantraartig und inflationär verwendet. Die Absicht der gezielten Verzerrung und Manipulation des Konzepts der Gleichberechtigung, auf dem unser freiheitlicher Rechtsstaat aufgebaut ist, ist klar erkennbar.

Zynischerweise wird dann ausgerechnet denen, die solch ein korruptes verlogenes Schindluder mit dem Grundgesetz kritisieren, vorgeworfen antidemokratisch zu sein – mit freundlicher Unterstützung der Regierung und des Steuerzahlers.

Integrationsindex: sind 6 Prozentpunkte Unterschied eine Schlagzeile wert?

Schlagzeile Süddeutsche Zeitung

QUELLE: https://www.sueddeutsche.de/politik/integrationsbarometer-maenner-bewerten-integration-negativer-als-frauen-1.4132909

Gemäß einer repräsentativen Umfrage, bei dem ein so genannter „Integrationsindex“ ermittelt wird (100 = sehr positives Integrationsklima, 0 = sehr negatives Integrationsklima) gaben Frauen einen durchschnittlichen Wert von 67 an, Männer den Wert 61.

Also läppische 6 Prozentpunkte Unterschied. Für die Süddeutsche Zeitung schon genug, um daraus die Schlagzeile zu zimmern. Ja, faktisch ist die Aussage richtig. Sie wäre auch bei 0,5 Prozentpunkten Unterschied schon richtig. Aber wie klein muß der Abstand sein, damit eine Zeitung nicht mehr mit dem Unterschied hausieren geht?

Insbesondere, wenn man zu einem Thema gefragt wird, und eine Zahl zwischen 0 und 100 nennen soll, um damit seine Meinung kund zu tun. Oder wie bewertest Du, lieber Leser, das Integrationsklima auf einer solchen Skala? 65? 63? Gar 81,3?

Vielleicht sollte man erstmal eine psychologische Studie machen, ob Männer und Frauen generell mit anderen Werten hantieren …

Aber, Hauptsache, es wurde mal wieder das Bilde des rückständigen Mannes dargestellt, denn die „richtige“ Meinung ist beim Mainstream sowieso klar …

Wie schon bei Wahlen geht man dazu über, Meinungen zu interpretieren bzw. zu bewerten. Es zählt nicht mehr „jeder Mensch hat seine Meinung“, sondern „diese Meinung kommt aus jener Ecke … braucht man also nicht ernst nehmen“.

 

Land Sachsen-Anhalt verteilt Fördergelder für gender-feministische Wissenschaft

In Zusammenarbeit mit der „Koordinierungsstelle Genderforschung&Chancengleichheit“(KGC), einer Organisation, die die Arbeit von Gleichstellungsbeauftragten vernetzt und rechtlich irgendwo zwischen Regierung, linken Parteien, Universitäten und Frauenverbänden angesiedelt ist (Rechtsexperten bitte vor!) spendiert das Landesministrium für Justiz und Gleichstellung Sachsen-Anhalt bis zu 1500€ für Dissertationen/Habilitation bzw. Master- oder Staatsexamensarbeiten die Feminismus und Genderideologie stützen.

Aus der Ausschreibung (PDF):

Ausgezeichnet werden hervorragende Abschlussarbeiten (Masterarbeiten, Staatsexamensarbeiten, Dissertationen und Habilitationen) sowie wissenschaftliche
Publikationen, die die Genderperspektive einbeziehen und in angemessenem Umfang bearbeiten. Der Preis richtet sich explizit an Arbeiten aus allen Fachdisziplinen.

In der Ausschreibung ist nur davon die Rede, dass Publikationen gefördert werden, die „die Genderperspektive einbeziehen“, was man gutwillig noch so interpretieren kann, dass allgemein Arbeiten gefördert werden, die einen geschlechtersoziologischen Aspekt haben – also unabhängig vom politischen Standpunkt. Das wäre ok, da politisch neutral. Doch angesichts dessen, dass es sich bei der beteiligten Organisation KGC um eine rein feministische Organisation handelt, die keinen Hehl daraus macht, dass sie Feminismuskritik und Maskulismus für gefährliches antidemokratisches Teufelszeug hält und für die Frauenförderung, „Gleichstellung“ und „Antisexismus“ unhinterfragbare Dogmen sind, ist klar, dass hier ausschließlich linientreue Arbeit honoriert werden wird. Die Preise werden also aller Voraussicht nach nicht aufgrund der Wissenschaftlichkeit einer Arbeit vergeben werden sondern nach politischen Kriterien. Das wäre wie eine staatliche Preisauschreibung darüber, wer am besten den Islam kritisieren und die christlichen Werte verteidigen kann, anstatt eine Ausschreibung wer die beste religionswissenschaftliche Arbeit-unabhängig von der politischen Verortung- macht.

Diese kleinen Femi-Förderpreise sind zwar sehr geringfügig aber nichts desto trotz Steuergeld mit dem politische Einflussnahme auf die Wissenschaft ausgeübt wird.

Roman-Tipp für Männer: „Selbst verloren“ von Andreas Neumann

And now to something completely different. Heute möchte ich mal auf einen Roman hinweisen, der mich sehr beeindruckt hat. Er trägt den Titel „Selbst verloren“ und wurde vom Heilpraktiker Andreas Neumann geschrieben. Das Buch kann hier bestellt werden.

Die Story handelt von einem Mann in mittleren Jahren, der von seiner Frau verlassen wird. Aber es geht keineswegs um einen Geschlechterkampf in diesem Roman. Die Absicht seiner Frau, sich scheiden zu lassen, ist nur der notwendige Auslöser für seine Krise und anschließende Metamorphose, quasi wie ein auslösendes Erdbeben, nachdem die Spannung lange vorhanden war.

Er hebt spontan all sein Geld vom Konto ab, verkauft sein Auto und haut ab, ohne jemandem Bescheid zu geben. Reist durch die USA/Kanada, durch Südamerika und Südost-Asien, trifft auf Menschen und denkt viel nach. Er erkennt, wie abgeschnitten er von seinen eigenen Bedürfnissen war und wie angepasst an Dinge, die ihm eigentlich nicht viel bedeuten. Er macht sich Gedanken über die Natur des Menschen und die Zusammenhänge im Leben. Weiteres findet man im Klappentext auf der oben verlinkten Seite.

Das Buch ist schon fast überfrachtet mit Erkenntnissen, die der Protagonist macht. Ich habe es mit dem Textmarker in der Hand gelesen, um die (für mich) wichtigen Hinweise zu markieren. Mache ich sonst nicht. Der Autor könnte in weiten Teilen mich beschrieben haben …

Eine spannende, nicht selten spirituelle „On the road“-Geschichte, die ich sehr empfehlen möchte.

 

 

 

Fresseschau

Die Zeit habe ich mir ja schon fast ganz abgewöhnt, bei SpOn schaue ich jedoch noch zu oft rein. Was geht?

Stokowski wieder. Anlässlich des Todes einen Menschen in Chemnitz ruft sie auf, die „Besorgten endlich ernst“ zu nehmen und das ganz ohne Geschlechterkeule. Was ist los Margarete?  Ohne mich in dieses Thema vertiefen zu wollen, was nun tatsächlich in Chemnitz passierte, finde ich ihren Spin doch recht irrsinnig. Immerhin, AfD-Wähler seien sexuell frustriert. Das ist ungefähr genau das, was man über Frauen nicht mehr sagen darf, ohne eine Abmahnung (mindestens) zu riskieren. Auch die verlinkte Studie kommt ganz ohne Gendersprache und sogar ohne Unterscheidung in Männer und Frauen aus. Ich würde die Studie ja nur maximal zum Ofenanzünden benutzen, weil sie anscheinend nicht die Altersgruppen rausrechnet, aber was weiß ich schon. Allerdings:

Psychologe Gebauer hält die Ergebnisse für plausibel und psychologisch sehr gut nachvollziehbar. Manche Menschen mit Beziehungsdefiziten begäben sich in eine Opferrolle und seien dann gefährdet, andere Kulturen oder Flüchtlinge zu Sündenböcken für ihre eigene Unzufriedenheit zu machen. Dies mache sie erreichbar für fremdenfeindliche Propaganda.

AfD-Wähler seien offenbar tatsächlich, wie sich auch auf ihren Protesten erkennen lasse, Wutbürger. Ihre Wut stamme aber nicht daher, dass ihnen Vertreter anderer Kulturen oder Flüchtlinge Unrecht angetan hätten, sondern aus ihren eigenen Beziehungsdefiziten, die sie aggressiv ausagierten.

Zu den Ergebnissen der Studie passe auch die Beobachtung bei Gleichklang, dass es gerade Unterstützer der AfD und andere Fremdenfeinde seien, die auch beim Online-Dating durch zynische Einstellungen, Nörgeleien und Misserfolg immer wieder besonders auffielen. Die Bilder der Proteste von undifferenziert grölenden AfD-Anhängern im Fernsehen sprächen ebenfalls aus psychologischer Sichtweise dafür, dass es sich um Menschen mit ernsthaften Defiziten in ihrer Beziehungsfähigkeit handele.

Bei „Opferrolle“ war ich irgendwie getriggert. Netzfeministinnen, ick hör dir trapsen.


Weiter geht’s. Auch Muschitexte kommen auf SpOn keinesfalls ohne Männerbashing aus. Natürlich sind es die bösen Männer, die Frauen zur Kindervagina zwingen. Es sind doch wohl eher die Frauen, die die größten Kritiker der Frauen sind. Die patriarchale Gesellschaft zieht jedenfalls nicht, wenn es sich um solch intime Körperregionen handelt. Und die Leute die behaupten, dass das alles nur an den bösen Pornos liegt, haben wohl die Kategorie „Hairy“ auf youporn noch nicht entdeckt. Und so schließe ich diesen Absatz mit der Bemerkung, dass der Sack doch ein bisschen schwerer zu rasieren ist als der Venushügel.


Filme müssen ja unbedingt gendergerecht sein. Nichtmal Lesben sind heutzutage lesbisch genug, ihr erinnert euch sicherlich auch ohne entsprechenden Link. Das mache Männern sichtlich Angst, behauptet die Schlagzeile über „bad spies“. Ihr glaubt es nicht, zentral scheint dem Autor die Szene zu sein, indem die Agentin den USB-Stick versteckt. In. der. Vagina. Etwas ganz neues, noch nie von Drogenkurieren genutzt.

Aus Sicht dieser Frau ist das deshalb eine gute (sogar geniale) Idee, weil die Männer, die diese Festplatte aus den unterschiedlichsten Gründen gut gebrauchen könnten – je nachdem, ob sie bei der CIA, beim MI6, beim FSB oder bei irgendeinem Terrorring angestellt sind -, allein deshalb nie im Leben auf diesen Schutzraum kommen würden, weil sie das Wort Vagina längst ins Kellerarchiv der eigenen Urängste hineinverdrängt haben. Bevor Mann es ausgesprochen kriegt, ist der Erdball zehnmal geplatzt.

Äh ja. Die Urangst des Mannes. Schon klar. Babes, ich habe Neuigkeiten: Alles nur geklaut. Ein Filmkritiker muss diese berühmte Stelle aber auch nicht kennen:

Bruce Willis und die Uhr.


12:25 bis 15:16 eines Tages auf Spiegel Online. Weniger als ein feministisch durchwirkter Schwachsinnsartikel pro Stunde. Glückwunsch. Dafür habe ich aber auch SZ und Zeit sowie die drei nicht mehr nur grenzdebilen pseudojungen Angebote der drei ausgelassen. Leider war der Rand zu klein, sorry.