Das Patriarchat schlägt zurück! – Antwort auf Djadmoros

Antwort auf diesen Blogpost von djad über die Problematik des Patriarchatsbegriffes

Patrimonal und Patriarchal

Diesen Übergang von der patriarchalen Gesellschaft der Jungsteinzeit zur patrimonalen Gesellschaft der Antike (bis Moderne) ist verständlich; doch schließt das eine das andere nicht aus. Der Kern der patrimonalen Gesellschaft ist nicht das Patriarchat (dt. ‚Väterherrschaft‘), wohl aber ein Patriarchalismus (dt: ‚Väterherrschaftlichkeit‘). Ersteres ist im weiteren Sinne eine konkrete Hausgemeinschaft und zweiteres eine allgemeine Struktur. Sie verhalten sich zueinander wie Königreich und Monarchie oder Monarchismus. D.h.: die Gesellschaft besteht immer noch aus patriarchalen Familien und der Herrscher (König etc.) ist ebenfalls ein Patriarch seines eigenen Hauses, nur dass sein Haus eine übergeordnete Stellung in der Gesellschaft einnimmt, er außerdem die Funktion eines Patrimons einnimmt und die Macht der anderen Hausherren damit beschnitten ist. Die Gesellschaft als Ganzes hat dementsprechend also immer noch den Patriarchalismus als Charaktermerkmal mit der jungsteinzeitlichen Gesellschaft gemein. (siehe Grafik unten)

Das, bei diesen [patriarchalen] Typen, völlige Fehlen eines rein persönlichen
(›patrimonialen‹) Verwaltungsstabs des Herren ist dafür bestimmend. Der Herr ist daher von dem Gehorchenwollen der Genossen noch weitgehend abhängig, da er keinen ›Stab‹ hat. Die Genossen sind daher noch ›Genossen‹, und noch nicht: ›Untertanen‹.« (Weber 2014, S. 165)

Dass Weber hier allerdings zu meinen scheint, dass die patrimonale Herrschaft automatisch die patriarchale beendet, erschließt sich mir nicht. Ich meine, dass die patrimonale Herrschaft nur eine Erweiterung darstellt. Hierfür ein kleiner Ausflug ins Altgriechische: monia (von Patrimon, Hegemon) heißt ‚Oberherrschaft‘ und arche (Patriarch) heißt ‚Herrschaft‘. Oberherrschaft ist eine Form der Herrschaft, dementsprechend ist ein Patrimon eine Form des Patriarchen.

(Danke an meinen „Pleitegriechen“ 😉 )

 

Patriarchalismus und Gesellschaft

»patriarchal« können Gemeinschaften erst in dem Moment werden, in dem sie eine explizite Ordnung für die Familienverhältnisse einer Gesellschaft festlegen müssen, weil aufgrund von Sesshaftigkeit und Bevölkerungszunahme ein genereller Ordnungsbedarf für das Zusammenleben entstanden ist, also seit der neolithischen
Revolution.

Soweit richtig.

Aber diese Gesellschaften haben zugleich einen Ordnungsbedarf, der über die Ordnung von Geschlechterbeziehungen hinausgeht und aus diesen nicht abgeleitet werden kann.

Diese weitergehende Ordnung wurde vielleicht nicht direkt aus der Geschlechterordnung abgeleitet, aber eben aus der Familienordnung. Stellen wir uns eine Stammesgesellschaft vor, die in Clans gegliedert ist und nun einen gemeinsamen Rat abhält: legitime Vertreter eines Clans sind hier nicht die Mütter und nicht die Knechte oder Haussklaven, sondern die Hausherren (und vielleicht die Söhne).
Was, wenn nun doch die Mutter zum Rat kommt und zwar nicht weil ihr Mann gerade Schnupfen hat, sondern weil sie eben „die Hosen an hat“? Nach deiner Theorie müssten nun die anderen Männer sagen: „Alles in Ordnung, kann uns ja egal sein, schließlich wird unsere gemeinsame Ordnung ja nicht aus der Geschlechterbeziehung abgeleitet. Also setz dich, nimm dir’n Keks.“
Und nach meiner Theorie sagen sie: „Nein, geehrte Frau, das geht nicht, nach den Regeln unseres Stammesrates beraten sich hier nur die Clanführer, also die Herren der führenden Häuser“.
Sprich: Es gibt hier eine über die Familie hinausgehende gesellschaftliche Ordnung, die regelt, wer rechtmäßiger Erbe, Vertreter, Vormund etc. ist und damit im direkten Zusammenhang stehend gibt es allgemeine Ehe- und Verhaltensregeln. Und da nun all diese gesellschaftlichen Regeln (typischerweise) patriarchal – im Sinne: durch den Patriarchalismus der Familien bestimmt – sind, ist diese Gesellschaft dementsprechend patriarchal. Wie sollte man diesen eben beschriebenen gesellschaftlichen Charakterzug sonst bezeichnen?

Du sagtest schon auf den sinngemäß gleichen Gedanken:

Nein. Dann ist dies nur eine Gesellschaft mit geschlechtsspezifischer Arbeitsteilung

Nicht ganz. Es ist keine geschlechtsspezifische Arbeitsteilung, sondern eine geschlechtsspezifische Aufgabenverteilung. Und die Herrschaft (gr. arche) ist eben die Aufgabe des Herren, also des Hausvaters (gr. pater) und die Arbeit in der Hauswirtschaft(!) ist vor allem Aufgabe der Hausangestellten (inklusive Frauen). Und eben eine solche oder ähnliche Aufgabenverteilung heißt ja Patriarchalismus im soziologischen Sinne, nicht mehr und nicht weniger.
Das heißt nun nicht, dass die Hausangestellten keine Macht haben. Macht und Herrschaft sind zu trennen, aber das gehört nicht hierher.
Das ist das antike griechische Modell, das mir bekannt ist. Soweit ich weiß, lässt es sich auf andere vormoderne Gesellschaften/Familienordnungen übertragen. Natürlich mit gewissen Einschränkungen, wie z.B. bei der Grundherrschaft mit den Leibeigenen, die ihre eigenen Hausherren und gleichzeitig Angestellte des (patriarchalen/patrimonalen) Grundherren sind. Außerdem gibt es die Einschränkung, dass die patriarchale Ordnung im christlichen Europa schrittweise zerfällt, bzw. was mir besonders wichtig ist: dass sich in der Neuzeit auf den Staat überträgt (z.B. absolutistischer Staat, in dem alle männlichen Untertanen, als ‚Hausangestellte‘ des Königs zu betrachten sind). Siehe das Modell unten, das skizziert, wie die Gesellschaft ihren patriarchalen Charakter zugunsten anderer Ordnungsmuster verliert, die Menschen also mehr und mehr zu Untertanen oder Bürgern des Staates werden und keine hauseigene Herrschaft mehr ausüben (können) und das gesellschaftliche Privileg, ein Hausherr zu sein an Bedeutung verliert.

patriarchalismus
Ein mögliches Modell über den schrittweisen Rückgang des Patriarchalismus in der europäischen Zivilisation. Die Kurve hat natürlich einen relativ willkürlichen Verlauf. Als wichtigsten Wendepunkt würde ich die Industrailisierung sehen, da sich hier die hauseigene Wirtschaft zugunsten von Kaptialgesellschaften auflöst.

Es ist sicher verfehlt, auch bei unserer Gesellschaft noch von einer „patriarchalen“ zu reden (ich würde dies seit spätestens 1918 nicht mehr tun), denn dieses Merkmal ist heute zu schwach. Doch auch wenn die patriarchale Ordnung heute nicht mehr in gesetzlicher Form vorzufinden ist, meine ich, dass sie (wenn man ein Mikroskop nimmt) noch in Europa anzutreffen ist und zwar nicht nur z.B. bei kleinen patriarchal geführten türkischen Familienbetrieben, sondern auch in Traditionen wie der Weitergabe des männlichen Stammnamens (gibt’s das in Deutschland noch?), in diversen Subkulturen oder den Resten der geschlechtlichen bürgerlichen Rollenverteilung; wobei mir unklar ist, inwiefern diese noch durch Erziehung beeinflusst ist oder nur biologisch bedingt ist (durch die naturhaft engere Bindung der Frau an die Kinder und den naturhaft größeren Drang des Mannes „nach draußen“ und den Trieb, Frauen zu protegieren). Letztendlich geht sowieso beides, Natur und Kultur, ineinander über.

Im Nationalsozialismus ist – wie auch im radikalen Islamismus – der Rückgriff auf die Tradition ein ideologisches Feigenblatt, unter dem sich der Übergang zu modernen Sozialformen versteckt. Mit patriarchaler Herrschaft hat das jenseits des Vokabulars nichts mehr zu tun, es geht um das Finden von Legitimationsgründen für die totalitäre Herrschaft über eine moderne, industrielle Massengesellschaft

Ja das stimmt, deswegen meinte ich ja auch, dass der Führerstaat und der Nationalismus der „traditionellen Vorstellung eines Staates als Haushalt, der einen männlichen Hausvater hat“ folgt, bzw. davon beseelt ist; aber nicht, dass er es selbst ist. Die traditionelle patriarchale Familie hat für die moderne Autokratie eine Vorbildfunktion. Das kann man als propagandistisches „Feigenblatt“ bezeichnen, muss man aber nicht. Deswegen erwähnte ich in diesem Zusammenhang auch die Kirche. Denn sie ist nach einem ähnlichen Muster strukturiert. Das heißt, das Patriarchat der Familie wird hier wie dort auf eine pseudo-familiäre Ordnung projiziert und nimmt im Falle des modernen Nationalstaats sogar manchmal seine Struktur an. (z.B. das moderne Patriarchat der nordkoreanischen Staatsführung)

Und Thing und Vorstandssitzung in demselben Satz zu nennen, halte ich für unzulässig, gerade weil es den historischen, institutionellen Entwicklungs-unterschied zwischen Thing und Vorstand plattmacht. Thing und Vorstandssitzung finden nicht in demselben Typ von Gesellschaft statt, und sie über die Charakterisierung als Männergremium gleichzusetzen, ist exakt der feministische Taschenspielertrick, der keine anderen Kriterien als dieses gelten lassen will.

Da sowohl die germanische Stammesgesellschaft (Thing) als auch die Industriegesellschaft vor der „Emanzipation“ (Vorstandssitzung) das gemeinsame Merkmal patriarchaler Ordnung hatten; wenn auch mal mehr und mal weniger stark ausgeprägt, ist dieser Vergleich zulässig. Natürlich hat ein modernes kapitalistisches Unternehmen nur noch ansatzweise Ähnlichkeit mit einer traditionellen Hausgemeinschaft; aber es ist eben historisch genau daraus entstanden. Und es wäre naiv, anzunehmen, dass die patriarchale Aufgabenverteilung (siehe oben) nichts mit der heutigen Geschlechterrollenverteilung zu tun hat. Das verleitet Feministen dazu, Vorstandssitzungen als „Männerrunden“ abzukanzeln und über strukturelle Frauendiskriminierung zu sinnieren, weil es eben der herkömmlichen patriarchalen Wirtschaftsordnung ähnlich ist.

Die Entstehung der modernen Gesellschaft ist natürlich ein Prozess, in dem sich die Überreste des Ancien Régimes schrittweise und nicht ohne Rückschläge und restaurative Phasen auflösen. Aber nach der Französischen Revolution sind das nur noch zum Untergang verurteilte, ephemere Oberflächenstrukturen.

Dafür waren aber diese „ephemeren Oberflächenstrukturen“ nach 1789 aber noch erstaunliche 150 Jahre haltbar. Und das in einer sich rasant verändernden Gesellschaft. Abgesehen davon ging es ja hier auch um die Zeit weit vor 1789. Außerdem siehe oben (Projektion des Patriarchats auf den modernen Staat). Abgesehen davon glaube ich nicht, dass der Patriarchalismus zum Untergang verurteilt ist.

Die Formulierung von der »dementsprechenden Prägung der Gesellschaft« ist genau dieperspektivische Verzerrung, die uns der feministische Patriarchatsbegriff eingehandelt hat und die ich kritisiere. Dieses »gemeinsame Charaktermerkmal« ist eine optische Täuschung, weil es die gesamte sonstige historische Entwicklung, die sich währenddessen vollzieht, aus dem Blickfeld rückt.

Man vergleicht einfach nur unterschiedliche Gesellschaften und gibt ihnen ein gemeinsames Merkmal. Stell dir vor, A behauptet: „Krieg hat es immer und in unterschiedlichsten Gesellschaften gegeben und jede Gesellschaft war davon geprägt“ und B antwortet: „Das ist eine Verzerrung, die uns der Pazifismus (oder Militarismus) eingebrockt hat und durch die historische Entwicklungen aus dem Blickfeld geraten.“
Nichts soll hier aus dem Blickfeld geraten. Natürlich hat patriarchale Herrschaft ganz unterschiedliche Formen. Aber der Kern bleibt eben.

 

Patriarchat und Unterdrückung der Frau durch den Mann in der feministischen Ideologie

Damit befinde ich mich im direkten Gegensatz zu den feministischen Theorien, die an dieser Stelle die neuen Herrschaftsformen aus ihrem »Sündenfallmodell« der Männlichkeit hervorgehen lassen.

Ich auch. Aber ich meine, dass es eine Theorie vom Sündenfall und die beschriebene Psychologisierung des bösen Mannes eigentlich nicht braucht und die feministische Ideologie auch locker ohne auskommt (abgesehen davon würde ich einer Psychologisierung, die auf die Herrschaftlichkeit, der eigentlichen Bedeutung von „Herrlichkeit“, der männlichen Natur abzielt, nicht im Wege stehen). Die, wie ich aber meine, weiter verbreitete feministische Sicht ist diese, dass „das Patriarchat“ (was auch immer es gerade ist) halt irgendwann mal entstanden ist (warum, ist egal), nun noch resteweise besteht und „abgeschafft“ werden muss. Sündenfall und Psychologisierung ist nicht der zentrale feministische Denkfehler, sondern nur eine zweifelhafte historische Herleitung des realen Patriarchalismus. Der zentrale Denkfehler ist für mich der feministische Begriff, wie du es schon sagst:

In der […] feministischen Perspektive repräsentiert der Mann das Gesamtsystem.

Und genau das wird dann als „Patriarchat“ bezeichnet und „patriarchal“ bezeichnet dann nur männlich geprägte Strukturen oder was Feministen dafür halten.

Der Begriff schränkt den Blickwinkel monoman auf die Wahrnehmung von »Frauenunterdrückung« ein und verstellt zudem den Blick auf die Zivilisationsgeschichte als einer Sukzession von mal mehr, mal weniger konstruktiven und erfolgreichen Lösungsversuchen für das im Neolithikum entstandene soziale Komplexitätsproblem, die am Ende unter anderem auch die Voraussetzungen für die Frauenemanzipationsbewegung selbst hervorbringen.

Und da eben „der Mann“, (vor allem der ganz besonders gefährliche „weiße heterosexuelle“), immernoch wesentliche ökonomische und politische Schlüsselpositionen der Gesellschaft mehrheitlich besetzt, obwohl Regierung und Medien „Geschlechtergleichheit“ ausrufen, muss er aus feministischer Perspektive immer noch als „Stellvertreter der gesellschaftlichen Verhältnisse“ herhalten.

Wenn ich nun vom Patriarchat oder Patriarchalismus rede, rede ich nicht von einem Patriarchat als Gesamtsystem (im Sinne: „Unsere Gesellschaft ist ein Patriarchat“) und auch nicht von einer Geschlechterordnung, die zwischen dem Mann und der Frau an sich besteht, sondern von einem Merkmal der traditionellen Familienordnung, das sich mal mehr und mal weniger auf die gesamte Gesellschaft auswirkt.
Ich rede ferner nicht allgemein von Frauenunterdrückung, sondern von einem familiären oder pseudofamiliären (Kirche, Staat, Unternehmen) Herrschaftsverhältnis oder in sehr abgeschwächter Form von einer Rollenverteilung. Über die Legitimität einer patriarchalen Ordnung mache ich keine Aussage.

 

Liebe und Gleichrangigkeit

Solche Konstellationen unter Randbedingungen, die »eigentlich« ein
Inbegriff »patriarchaler Verhältnisse« sind, wären prinzipiell undenkbar, wenn die
Kommunikationsbeziehungen intimer Vertrautheit zwischen den Geschlechtern nicht grundsätzlich auf Gleichrangigkeit ausgelegt wären. […] ‚Immer haben die Geschlechter sich verbunden, immer hat es Liebe zwischen Mann und Frau gegeben‘.

Ich weiß leider nicht, was du damit zum Ausdruck bringen willst. Seit wann sind intime Verhältnisse zwischen den Geschlechtern grundsätzlich auf Gleichrangigkeit ausgelegt? Sind Liebesbeziehungen nicht regelmäßig durch Hierarchie geprägt?
Meinst du, dass, wenn es eine intime Beziehung zwischen Mann und Frau gibt, auch automatisch eine Gleichrangigkeit hergestellt wird und es eine patriarchale Hierarchie in der Familie daher eigentlich nicht geben kann?
Vielleicht ist Rang hier der falsche Begriff und du meinst eher Wert. Wert legt aber nicht notwendigerweise den Rang fest. Und Liebe kennt nur subjektiven Wert aber keinen objektiven.

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Reformbedürftig: Die Situation mit Kindern im Fall einer Trennung

Die Frage, die zu Beginn dieses Artikels gestellt wird, ist ungewöhnlich, weil die Antwort darauf gefühlt als Selbstverständlichkeit gilt. Daher wird sie gar nicht erst gestellt. Es mag Menschen geben, die diese Frage sogar unmoralisch finden, weil sie wie nach einer „Daseinsberechtigung“ klingt. Man kann auch über die Formulierung an sich streiten. Aber genug der Vorwarnung, die Frage lautet:

Warum schafft man sich Kinder an?

Die Antworten darauf mögen individuell verschieden sein, aber man liegt sicher nicht falsch, wenn man diese zusammenfasst unter: „Um sich an ihnen zu erfreuen“. Natürlich (schon wieder ein Disclaimer) ist bekannt, dass Kinder nicht nur Freude bereiten, sondern auch Mühe machen und die Eltern dafür verschiedene Einschränkungen in Kauf nehmen. Aber: Die Freude überstrahlt aber alle Mühe, sonst würde man das mit den Kindern lassen.

So lange die beiden Elternteile glücklich zusammenleben und an einem Strang ziehen, ist alles in bester Ordnung. Im Normalfall besprechen sich die Eltern untereinander, legen fest, wie die Kinder aufwachsen sollen und es gibt keine Einschränkungen hinsichtlich des Umgangs. Man gönnt sich die Kinder gegenseitig. Auch im finanziellen Bereich liegt die Entscheidung bei den Eltern. So können Wohlhabende beispielsweise die Entscheidung treffen, dass ihre Kinder doch eher bescheiden aufwachsen sollen, um damit einen erzieherischen Effekt bezüglich der Wertschätzung materieller Dinge zu erzielen. Oder umgekehrt: ein Paar mit geringerem Einkommen beschließt, ihren Kindern so viel wie möglich zukommen zu lassen und selbst stark zurückzustecken. Die Eltern sind da sehr frei, in jeglicher Hinsicht über die Kinder zu entscheiden.

Und dann kommt die Trennung und alles wird anders. Wenn es schlecht läuft – was nicht selten ist, weil sich die Ex-Partner nicht mehr grün sind -, dann kommt eine Menge Fremdbestimmtheit ins Spiel. Zumindest für ein Elternteil, meist den Mann.

Der Umgang wird stark eingeschränkt auf ein Wochenende alle zwei Wochen, vielleicht erschwert oder ganz vereitelt. Man wird wahrscheinlich zur Zahlung von Unterhalt verdonnert, dessen Höhe sich am Einkommen orientiert (vorbei die Zeiten, als man da ganz frei war und kein Hahn danach gekräht hat, was man den Kindern angedeihen ließ). Diesen Betrag „darf“ man an die Ex-Partnerin zahlen, auch wenn man deren Verhalten überhaupt nicht mehr schätzen kann. Da Geld ein homogenes Gut ist, weiß man nicht, wofür es tatsächlich ausgeben wird. Stellt in Frage ob es tatsächlich „so viel“ sein muß, gilt das als unmoralisch, und man selbst als jemand, der den eigenen Kindern nichts gönnt. Umgekehrt gilt es nicht als unmoralisch, möglichst viel zu fordern, egal, was aus dem Unterhaltsverpflichteten wird.

Und wenn es dann noch dicker kommt, dann lacht sich die Ex-Partnerin einen neuen Partner an und der hat künftig mehr von den Kindern, als der biologische Vater. Mit dem Unterhalt subventioniert man eine neue Familie.

Normalität nicht nur unter deutschen Dächern, mit dem Euphemismus „Patchworkfamilie“ benannt. Schaut man selbst in die Kontaktanzeigen der Onlineportale kommt einem als Mann ab und zu der Satz „Bitte ohne Altlasten“ unter die Brille (während männliche Inserenten auf Frauensuche auch mal ein „gerne auch mit Kind“ vom Stapel lassen). Vielleicht ist man auch gar nicht mehr in der Lage, selbst eine neue Familie zu finanzieren.

Bewertet man die Situation unter den Gesichtspunkten der Ausgangsfrage bleibt festzustellen: Die Freude an den Kindern wird drastisch eingeschränkt, dafür das Gefühl im Bauch, zusätzlich der Gelackmeierte zu sein durch Unterhalt und den fremden Mann, der „die Kinder hat“, ohne dafür wirklich aufkommen zu müssen.

Bevor jetzt Klagen im Kommentarbereich kommen, wie man dazu kommt, Kinder in eine Art „Kosten-Nutzen-Schema“ zu pressen: Es sind nicht die Kinder, mit denen das gemacht wird. Es ist die Situation. Und es ist nicht das gezahlte Geld, dass einen Indikator für die Liebe eines Vaters darstellt. Dieser Artikel beschreibt Emotionen. Enttäuschte Hoffnungen. Zugefügte psychische Schmerzen. Ärger und Wut. Vom Staat ungebremste Unfairness zwischen Partnern, die sich gegenseitig mal viel bedeutet haben, wovon kein Funke mehr zu erkennen ist.

Und auch diese Gefühle und Ansichten haben ihre Berechtigung. Schlaumeiereien, wie man etwas zu sehen, „richtig“ zu interpretieren hätte, helfen da nicht weiter.

Es geht nicht fair in den Dingen nach einer Trennung. Und auch, wenn es ein abgedroschener Hinweis ist: Würde das Frauen wiederfahren, was Männern (Vätern) wiederfährt, wäre es längst geändert.

Es bleibt die Hoffnung auf das Wechselmodell und dass staatliche/öffentliche Stellen ihre einseitige Unterstützung mehr und mehr verlassen (und das dies nicht nur auf dem Papier passiert).

 

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Zeit Online über geschlechtliche Diskriminierung im Beruf

Die Zeit interessiert sich dafür, welche Erfahrungen ihre Leser zu sexueller Diskriminierung am Arbeitsplatz gemacht haben und bietet an, Erfahrungsberichte zu veröffentlichen:

Wir wollen von ZEIT ONLINE Lesern wissen: Haben Sie schon einmal Diskriminierung am Arbeitsplatz oder bei der Bewerbung erfahren? Wurden Sie schon einmal aufgrund Ihres Geschlechts, Hautfarbe oder Äußeren benachteiligt – oder weil Sie zu einer bestimmten Gruppe gehören? Schicken Sie Ihre Geschichte an debatte-arbeit@zeit.de.

Vielleicht hat ja der eine oder andere Leser eine Story zu berichten, die die Zeit so nicht erwartet hätte. Eine über die Folgen von Frauenförderung bzw. Diversity-Management vielleicht? Oder darüber, dass er, wie James Damore, leider die falsche Meinung geäußert hat? Wer dergleichen mal erlebt hat, der sollte diese Einladung nutzen. Die Zeit ist zwar eher feministisch, aber ich denke, sie ist offen genug auch solche Beiträge zu veröffentlichen, die nicht der Opferfrauen-Doktrin entsprechen.

Dieses Angebot der ZEIT ist in einen Gastbeitrag einer jungen Frau eingebettet, die sich diskriminiert fühlt, weil Arbeitgeber sie in Bewerbungsgesprächen nach ihrer Familienplanung befragen. Ich kann nachvollziehen, dass Frauen diese persönliche Frage nervt, aber sie sollten verstehen, dass der Arbeitgeber nun mal davon ausgehen muss, dass eine junge Frau in absehbarer Zeit wegen ihrer Familie ausfallen wird und dies dementsprechend einplanen muss. Dass meistens nur Frauen diese Frage in Bewerbungsgesprächen gestellt wird, Männern aber nicht, liegt sicherlich ganz einfach an der gesellschaftlichen und biologischen Realität (Schwangerschaft, Stillzeit und engere Beziehung der Frau zum Kind). Diese Realität nehmen Unternehmer ganz nüchtern hin und handeln danach, ohne sich um die ideologischen Sprachregeln zu kümmern, auf die die Autorin des Zeit-Artikels beharrt.

Ferner wird in dem Artikel thematisiert, dass es dem Arbeitgeber eigentlich gar nicht erlaubt ist, den Bewerber nach Schwangerschaft und Familienplanung zu befragen. Das stimmt wohl. Der Arbeitgeber darf anscheinend sogar eine ganze Reihe an Fragen nicht stellen. Ich weiß nicht, auf welches Gesetz sich das stützt, aber ich halte das für verfehlt. Der Arbeitgeber sollte das Recht haben, zumindest Fragen zu Schwangerschaft und zur kommenden Familienplanung zu stellen, weil dies gerade bei jüngeren Frauen nun mal eine äußerst wichtige Frage ist. Die Folge dieses freien Wettbewerbes ohne Sprechverbote wäre natürlich politisch unkorrekt: Frauen würden es wegen ihrer natürlichen und kulturell bedingt weitaus engeren Bindung an die Kinder auf der Karriereleiter etwas schwieriger haben, als eh schon der Fall ist. Vielleicht – und diese Vorstellung ist gar schrecklich – würde sich dadurch sogar der unbereinigte Genderpaygap noch etwas erhöhen und anschließend der Antichrist zurückkehren! Kann alles passieren. Aber was sollte daran so schlimm sein? Und warum genau sollte das Gesetz daraus den Arbeitgebern einen Strick drehen?

BTW 2017: Kleinpartei „Freie Wähler“ teilweise für Männerrechte und gegen linke Bevormundung

Im maskulistischen und antifeministischen Lager sind die etablierten Parteien bekanntlich nicht so beliebt. Insbesondere Grüne, SPD und Linkspartei ignorieren die geschlechterpolitschen Anliegen von Männern konsequent und haben stattdessen durchweg feministische Schlagseite. Die Union ist auf dem Gebiet nur eine etwas konservativere SPD. Daher interessieren sich viele femikritische Liberale und Männerrechtler für FDP oder die AfD. Wer jedoch – wie ich – Vorbehalte gegen diese beiden Parteien hat, aber auf der anderen Seite auch nicht die Steigbügelhalter_innen des autoritären Feminismus wählen möchte, sollte sich mit Kleinparteien beschäftigen. Eine davon sind die liberal-konservativen „Freien Wähler“. Ich habe mir deren Programm (Grundsatzprogramm und Wahlprogramm) zur Gemüte geführt und nach geschlechterpolitsch relevanten Inhalten durchforstet.

Der erste Befund:

Es gibt in der Hinsicht nicht viel zu finden. Die Partei hat schlicht andere Themen, z.B. die Stärkung der Rechte von Kommunen (Regionalismus), EU-Reform (z.B.: keine Schuldenunion), Bekämpfung von Lobbyismus und Berufspolitik (Populismus), Umwelt/Klimaschutz (ökologisch), Einwanderungs- und Integrationspolitik (eher strikt und antiislamisch) und viele weitere Dinge. Familienpolitisch sind sie irgendwas zwischen konservativ und sozialdemokratisch- aber nicht sonderlich liberal, so wollen sie z.B. ein verpflichtendes Kindergartenjahr und alle KiTas kostenfrei machen. Aber zu explizit geschlechterpolitischen Themen gibt’s nicht viel zu lesen, obwohl solche Themen immer breiter und heftiger diskutiert werden.

Ist das nun gut oder schlecht, dass Geschlechterpolitik vernachlässigt wird? Nun ja, keine Geschlechterpolitik bedeutet erst mal auch: keine Frauenförderei, keine politische Verfolgung von Hex- äh … „Sexismus“ und kein Umbau des Landes in eine politisch-korrekte Irrenanstalt. Geschlechterpolitisch sind die FW einfach liberal und nicht für die Bevorzugung oder Benachteligung eines Geschlechtes. Und das finde ich schon mal super, denn kein starkes geschlechterpolitsches Profil zu haben ist in Deutschland 2017 emprisch betrachtet besser als eins zu haben; ähnlich wie es in der schlafwandelnden antisemitischen Gesellschaft vor dem Nationalsozialismus besser und sicherer war, wenn Parteien auf eine Positionierung zum Judentum einfach verzichteten bevor sie noch irgendwelches brandgefährliche Gequassel von sich geben.

Nur zwei Forderungen, die ich als feministsch bezeichnen würde, habe ich bei den FW dann doch gefunden (WP S. 8):

Ende der Diskriminierung bei der Mütterrente

Frauen haben ein besonders hohes Armutsrisiko im Alter. Grund hierfür ist vor allem eine von Kindererziehungszeiten oder der Pflege naher Angehöriger unterbrochene Erwerbstätigkeit. Arbeit für die Familie muss daher stärker als bisher in der Rentenberechnung berücksichtigt werden. Die Mehrkosten müssen durch Steuermittel und nicht durch erneute Belastung der Rentenkassen aufgebracht werden. […]

Der Gedanke ist nachvollziehbar, gut gemeint und harmlos. Dennoch seh ich das eher kritisch. Erstens, weil so getan wird, als wäre das nur ein Frauenproblem und Väter würden ihre Lohnarbeit durch ihre Vaterschaft grundsätzlich nicht einschränken. Zweitens bin ich generell gegen eine Mütterrente oder vergleichbares. Mutterschaft (oder Vaterschaft) darf nicht als Lohnarbeit behandelt, verrechtlicht oder verstaatlicht werden. Dass eine Partei, die sich selbst als liberal-konservativ betrachtet, das anders sieht, ist schade, denn Liberal-Konservatismus heißt für mich grundsätzlich die rechtliche Stärkung der Familienautonomie. Aber sei’s drum – das ist noch nicht dramatisch. Aber jetzt tut es leider gleich etwas weh:

Der Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen ist nach wie vor eklatant hoch. Im europäischen Vergleich sind wir Schlusslicht und die Große Koalition hat hier zu wenig gemacht. Das neue Entgeltgleichheitsgesetz ist ein fauler Kompromiss, der für die meisten Frauen keine Verbesserung herbeiführen wird. Das wollen wir ändern.

– WP S. 32

 

Gott sei Dank, steht da nicht, wie die FW das ändern wollen, sonst hätte ich wahrscheinllich schon wieder Gehirnkrämpfe bekommen. Der Satz zeugt davon, dass sich die Partei mit dem Thema Gender-Pay-Gap kaum auseinandergesetzt hat. Sie haben einfach in der Zeitung irgendwas mit „21%“ (unbereinigter Gender-Pay-Gap) gelesen, sich über diese scheinbare Ungerechtigkeit verständlicherweise aufgeregt und fertig. Ich habe aber den Eindruck, dass diese Partei offen und liberal genug ist, ihre Position zu revidieren, sobald sie darüber aufgeklärt werden würde, dass sie ganz einfach unbewusst auf der Grundlage von alternativen Femi-Fakten argumentiert. Denn an anderen Stellen betont die Partei ihre Ablehung von linker Verbotspolitik, staatlicher Bevormundung und jeder Art von Extremismus.

Wir FREIEN WÄHLER wollen die mittelständisch geprägte Wirtschaft von staatlichen Bevormundungen und hohen Bürokratiekosten befreien.

oder

Auf rechtes, linkes und religiös motiviertes Handeln gegen unseren Staat müssen wir in gleicher Weise reagieren.

[…]

Wir halten es zudem für erforderlich, dass der Verfassungsschutz auch Radikalisierungen an der Grenze zwischen Rechts- und Linkspopulismus auf der einen Seite sowie Rechts- und Linksextremismus auf der anderen Seite im Blick hält.

-WP S.23

und besonders deutlich:

Die Familie ist die Keimzelle unserer Gesellschaft. Bereiche, die sie selbst regeln kann, darf der Staat nicht antasten. Dabei sind die Erziehung und Sorge für die heranwachsende Generation das natürliche Recht und die Pflicht der Eltern bzw. der Sorgeberechtigten. Der Staat soll sie bei der Kindererziehung unterstützen. Sie müssen im Rahmen der Gesetze frei über die Gestaltung ihres Familienlebens entscheiden können.

Das ist implizit – aber eindeutig genug – Feminismuskritik.

Der zweite Befund:

Spuren von Männerpolitik entdeckt!

Maskulisten müssen sich bei manchen Themen ja über jeden Cent freuen, der ihnen in den Hut geschnoddert wird. Und heute können sie sich freuen. Denn auf Seite 14 WP heißt es:

Opfer häuslicher Gewalt schützen

Wir wollen Bürger besser schützen, wenn sie Opfer von Gewalt geworden sind. Frauen mit Kindern müssen in dieser Situation häufig Schreckliches durchleben, weshalb wir eine verlässliche Finanzierung von Frauenhäusern sicherstellen wollen. Aber wir wollen uns auch dem wachsenden Anteil von Männern annehmen, die gleichfalls Opfer häuslicher Gewalt wurden.

Weitere männer-, väter oder jungenpolitische Forderungen habe ich nicht entdecken können.

Fazit:

Ginge es bei der BTW nur um Geschlechterfragen, könnte ich die FW problemlos wählen. Aber so einfach ist es nun mal leider nicht und in vielen anderen Punkten stimme ich mit den FW nicht überein. Allerdings kann man auch nicht erwarten, dass eine Partei auch nur zu 80% die eigene Linie fährt. Ich z.B. muss definitiv sowieso sehr schmerzliche Abstriche machen – völlig egal, wen ich wähle. Das sind für mich beinharte Gewissensentscheidungen, die ich noch nicht getroffen habe und da bin ich gewiss nicht der einzige. Welche Prinzipen wollen wir bei der diesjährigen Wahlsaison über Bord werfen? Unsere bürgerrechtlichen? Unsere wirtschaftspolitischen? Unsere umweltpolischen? Wer freut sich schon mit mir auf das schlechte Gewissen, das wir dann volle vier Jahre genießen dürfen?

Eines finde ich an den FW auf jeden Fall stark: Sie scheren sich nicht darum, links oder rechts zu sein. Sie können problemlos rechte wie linke Inhalte übernehmen und entwickeln eigenständige Ideen – sie pflegen also einen souveränen Diskurs und machen sich nicht, wie die störrischen Esel aus so vielen anderen Parteien, vom politischen Gegner abhängig, indem sie unbedingt anders sein wollen als er. Da die FW aber nicht explizit feminismuskritisch sind, können sie selten auch mal wie ein Frauenausschuss der SPD argumentieren. Trotzdem wirkt die Partei aber relativ scheuklappenlos, aufgeschlossen und nüchtern. Für Maskulismus und liberalen Antifeminismus sind die Freien Wähler daher zumindest offen. Daher würde ich jeden empfehlen, sich ein eigenes Bild zu machen. Die Partei nennt sich – in Bezug auf die AfD – selbst „die anständige Aternative“. keine schlechte Selbsteinschätzung. Für andere hingegen könnten die FW eine bessere FDP sein.

(Hinweis: Ich behandelte fast ausschließlich die programmatischen Dokumente der Partei und bewerte daher nicht die Partei insgesamt; also z.B. ihr Handeln oder ihr Personal, denn das würde den Rahmen sprengen. Die Aussagekraft eines Wahlprogramms über die Eignung der Partei zur Realpolitik ist grundsätzlich mit Vorsicht zu genießen.)

„Rechtspopulismus hat eine weibliche Seele“ – über das Geschlecht von Politik und andere aktuelle Hirngespinste aus der ZEIT

Im 21. Jahrhundert ist es irgendwie Mode geworden, alles mögliche zu sexualisieren bzw. zu gendern. Sprich: geschlechtslosen Dingen ein Geschlecht anzudichten. In der Regel sah das im feministisch geprägten Diskurs so aus, dass coole, fortschrittliche Sachen „weiblich“ wurden und irgendwie blöde Sachen „männlich“. Gewalt ist männlich, die Zukunft ist weiblich, die Gesellschaft ist männlich, social skills sind weiblich. Eine Redakteurin der Zeit, Jana Hensel, ist auf diesen neumodischen Schnullifax reingefallen, hat ihn aber umgekehrt: Ihre steile These: „Der Rechtspopulismus“ ist weiblich.

Zunächst finde ich das bemerkenswert, weil dies eines der seltenen Beispiele aus der eher feministischen ZEIT ist, in denen Frauen negative Eigenschaften zugesprochen werden. Normalerweise ist es Usus, den „Rechtspopulismus“ als Bewegung abgehängter (oder privilegierter) Männer zu deuten, die gegen die „weibliche Zukunft“ ankämpfen. Die auffällige Häufigkeit von führenden medienwirksamen Frauen in der Neuen Rechten (bei gleichzeitig sehr geringem Frauenanteil in der Basis) wurde bisher kaum beachtet. Insofern ist Hensels Artikel schon mal tendenziell feminismuskritisch. Sie macht sogar klar, dass Frauen für Ausländerfeindlichkeit und radikale Ideologien ähnlich anfällig sind wie Männer. Außerdem thematisiert sie explizit, dass Politikerinnen menschenfeindliche Politik besser verkaufen können, weil ihnen durch ihr Geschlecht weniger Boshaftigkeit zugetraut wird, als Männern:

„Je gewaltloser [die Rechten] trotz ihrer aggressiven Politik erscheinen, desto erfolgreicher agieren sie. Frauen helfen ihnen dabei, denn es gehört nun einmal zu den ältesten Geschlechterklischees, dass Frauen gegenüber Gewalt abgeneigter sind als Männer.“

und weiter

„Der Rechtspopulismus brauchte dringend weibliche Protagonisten. Frauen konnten gerade im Zuge der sogenannten Flüchtlingskrise glaubhafter Ängste schüren als Männer.“

Alles sehr gute Punkte. Und schön, dass das in der ZEIT thematisiert wird, anstatt immer wieder die alte spießige Leier vom weiblichen Unschuldsengel abzuspielen.

Doch jetzt wird’s leider etwas krude. Hensel zitiert eine Studie der Psychologin Birgit Rommelspacher, die zu Frauen im Rechtsextremismus geforscht hat:

„Männer tun dies [gegen Ausländer sein] stärker über Gewalt und Konkurrenzverhalten – Frauen hingegen mehr über autoritäre Anpassungsforderungen“

Also sprich (wenn ich es richtig verstanden habe): fremdenfeindliche Männer wollen den Fremden als Person besiegen und fremdenfeindliche Frauen wollen seine Fremdheit, nicht aber die Person, besiegen. Leider wird diese interessante These nur so in den Raum gestellt ohne sie genauer zu erläutern oder auch nur ansatzweise zu belegen. Genau auf dieser äußerst dürftigen Grundlage baut nun aber die finale Aussage des Artikels auf:

„Der moderne Rechtspopulismus hat ein weibliches Gesicht und er hat auch eine weibliche Seele. Er ist ein Produkt des Feminismus, der Feminisierung unserer Gegenwart, ohne gleichzeitig feministisch zu sein.“

1. Frau Hensel erkläre mal bitte, was genau eine „Feminisierung der Gegenwart“ sein soll. Ich bin mir nicht sicher, ob es so was gibt. Vielmehr findet eine Genderung bzw. Sexualisierung von Politik statt, welche wiederum Produkt des unnötigen feministischen Geschlechterkriegs ist.

2. Der moderne „Rechtspopulismus“ hat vielleicht ein weibliches Gesicht, aber gleichzeitig auch genauso ein männliches. In erster Linie hat er aber ein geschlechtsloses Gesicht.

3. Mit „weiblicher Seele“ sind anscheinend diese Anpassungsforderungen („die Muslime sollen sich integrieren“) gemeint. Ich kann nicht erkennen, warum das grundsätzlich „weiblich“ sein soll. Konformität wurde schon immer mal mehr und mal weniger von Frauen und Männern gefordert. Wie genau die Studie von Rommelspacher aussieht würde mich da mal sehr interessieren.

Zwischendurch wird im Artikel übrigens ständig behauptet, die AfD wolle Frauen zurück in diese oder jene Rolle stecken. Belege für solche billigen Vorwürfe braucht es natürlich nicht. Davon und von anderen Schwächen des Artikels mal abgesehen – Hut ab für die kritische und unfeministische Betrachtung von Frauen in der Neuen Rechten.

Was gab es sonst so bei ZON zu lesen?

 

SEX-ALARM!! Tour de France ist sexistisch

Der feministische Kampf gegen die Frau als „Lustobjekt“ geht weiter. „Auch im Jahr 2017 sind Frauen bei der Tour de France noch immer nur schmückendes Beiwerk für heroenhafte Männer.“ Und das ist einem Christian Spiller von Zeit Online „peinlich“. Ich finde den Artikel besorgniserregend aber auch amüsant, weil hier ein unglaublich prüder Eiferer, im festen Glauben der Richtigkeit seiner Mission ganz unverblümt seinem Werk nachgeht. Man glaubt sich in Saudi Arabien. Inhaltlich lohnt der Artikel der tieferen Auseinandersetzung nicht, es ist die alte Leier: Frauen dürfen in Sportsendungen wie der Tour de France nicht mehr einfach nur schön aussehen (z.B. bei der Siegerehrung), sondern sollen entweder nicht dem etablierten Schönheitsideal entsprechen oder gefälligst den Mund aufmachen oder irgendwie aktiv sein. Aber einfach hübsch aussehen und nix sagen geht gar nicht! Denn dann sind sie ein schlechtes Vorbild. Dass sie dies jedoch sind, ist aber natürlich nicht ihre eigene Schuld, sondern die von irgendsonem Patriarchatsding. So lautet der Artikel inhaltlich zusammengefasst. Interessant am Artikel ist daher vielmehr, die explizit autoritär-prüde Rhetorik, die ich z.B. bei „Edition F“ oder „Pink Stinks“ – nicht aber unbedingt bei der ZEIT – erwartet hätte.

„Die Frau als Dekorationsobjekt neben keuchenden Männern, als Schmuckstück neben den Helden der Neuzeit. Menschen als Zierde wie ein Blumenstrauß oder eine Gürtelschnalle – das gibt es auch noch im Jahr 2017.“

Nein, Herr Spiller, nicht die Frau ist hier „Dekorationsobjekt“, sondern eine Frau. Das ist ein gewaltiger Unterschied. Und dass Frauen auf körperlich starke und heldenhafte Männer stehen und dies dadurch zeigen, dass sie lächeln, schön für ihn aussehen und ihm Blumen und Küsschen schenken ist nichts verwerfliches. Und genau darum geht’s bei den Podiumsgirls. Sie zeigen uns, dass Männer, die sich außerordentlich anstrengen, nicht nur mit Geld belohnt werden, sondern auch mit der Gunst von Frauen. Und genauso ist es in der Welt auch (in der Regel). Und das empfinde ich als schön und als gerecht. Materialisten und feministisch-prüde Eiferer wie Spiller finden es „sexistisch“ oder „unmodern“.

„In der Formel 1 stehen die Grid Girls minimal bekleidet auf dem heißen Asphalt“

Au Backe, so viel nackte Haut auf einem Haufen; wenn das der Jesus wüsste! Müssen diese Weibsbilder auch immer so verdammt begehrenswert sein und das auch noch im Fernsehen zur Schau stellen?! Was sollen denn die Kinder denken!! Und die Männer erst – diese elenden Schweine glauben noch, dass es okay ist, schöne Frauen sexy zu finden, nur weil es ihnen im Fernsehen vorgelebt wird.

„Bevor nun wieder die Martensteins dieser Welt zu jammern beginnen, dass ihnen durchgegenderte, feminisierte Cis-Sitzpinkler den letzten Spaß im Leben rauben wollen, der für sie wohl darin besteht, deutlich jüngeren Frauen auf den Arsch zu schauen“

Nun Herr Spiller, was ist daran verwerflich, dass Männer sich gerne Pos von deutlich jüngeren Frauen anschauen? Was denn bloß? Genau: überhaupt nichts. Es sei denn natürlich, man verwechselt seine autoritäre Sex- und Männerfeindlichkeit mit Antisexismus. Vielleicht kann man daher einfach mal darüber nachdenken ob dieser Vorwurf der „Martensteins dieser Welt“ (also nicht-Feministen) ganz einfach gerechtfertigt ist.

„Poledance. Oder Lingerie-Football, in dem Frauen in Unterwäsche gegeneinander antreten. Sportarten also, die nur erfunden wurden, um Frauen in einem sexualisierten Kontext darzustellen.“

So was rückständiges aber auch. Frauen als sexy darstellen und dann auch noch nur in Unterwäsche. Widerwärtiges Drecks-Patriarchat!

„Der belgische Radprofi Jan Bakelants wurde vor dieser Tour de France von einer Zeitung gefragt, wie er drei Wochen ohne Sex auskomme. ‚Es gibt ja noch die Podiumsgirls‘, sagte er. Und dass er auf jeden Fall eine Packung Kondome mitnehmen werde, weil man ja nie wisse, wo die Podiumsgirls sich gerade herumtreiben.’“

Iiiih, oh mein Gott, sexuelle Abenteuer. Wie kann der nur glauben, dass er mit fremden Frauen Sex haben könnte? So ein Perversling! Ab in die Bibelschule mit dem und die 10 Gebote gepaukt, aber dalli!

„Die Zeiten ändern sich, ein wenig zumindest. Während der Olympischen Spiele in London 2012 wurden die Medaillen und Blumensträuße ausschließlich von Männern hereingebracht, ohne dass dabei das Abendland untergangen wäre. Die australische Radrundfahrt Tour Down Under schaffte die Dekofrauen unlängst ab. […weitere ähnliche Fälle…] Und vor ein paar Jahren wurden beim Formel-1-Rennen in Monaco einmal Grid Boys eingesetzt.“

Gott sei Dank müssen also die Christian Spillers dieser Welt, also die „durchgegenderten, feminisierten Cis-Sitzpinkler“, wie sie sich selbst betitelt haben möchten, bald keine heißen Mädels mehr bei Sportsendungen anschauen. Bald müssen sie sich nicht mehr für den 3-Meter-Turm und die zwei prall gefüllten Basketbälle in ihrer Hose während der Siegerehrungen schämen und dafür, dass sie diese armen Podiumsgirls mit ihren Blicken ausbeuten. Endlich müssen sie während der Werbepause nicht mehr schnell mal auf Klo gehen um dieses hochpeinliche Schandmal ihrer toxischen Männlichkeit in ein paar schnellen Handstreichen zu Fall zu bringen.

Diese Grid Boys sind dabei übrigens okay. Anscheinend sogar fortschrittlich. Wirklich ganz erstaunlich diese Logik.

Und sonst so?

 

Teresa Bücker (Edition F) in der ZEIT

Die Zeit übernimmt mal wieder einen Text von Edition F, dem radikalfeministischen Online-Schundmagazin für kapitalistische, männerfeindliche Karrierefrauen, die von sich selbst glauben, dass sie total sympathisch, feminin, cool und links sind. In dem Artikel von Edition F-Chefredakteurin Teresa Bücker geht es um die böse geschlechtliche Arbeitsteilung. Eine neue Studie hat mal wieder rausgefunden, dass Männer einfach so für das Wohl ihrer Familie arbeiten und Geld verdienen, während sie ihre Frauen die Drecksarbeit machen lassen (das mit diesen ekeligen Kinder-Dingern und so…). Ferner geht es um die Doppelbelastung von Müttern in höheren Positionen. Total fies findet Bücker, dass..

„46 Prozent der Vorgesetzten glauben, Mütter wollten im Vergleich zu ihren Kolleginnen und Kollegen ohne Kinder weniger gern beruflich vorankommen.“

Vielleicht liegt das ja daran, dass diese 46% der Vorgesetzten eine Erziehung genossen haben, und daher davon ausgehen, dass sich Mütter um ihre Kinder und nicht nur um die Karriere kümmern wollen. Um es noch mal zu betonen: es geht um „weniger gern beruflich voran kommen“ und nicht um gar nicht. Die Einschätzung dieser 46% Vorgesetzten findet Bücker jedenfalls „mütterdiskriminierend“. Von einer Mutter zu glauben, dass sie Mutter sein will, ist nämlich Unterdrückung. Bücker geht auf ihrem Profil bei Edition F übrigens damit hausieren, dass sie eine „good-enough-mom“ (gut-genug-Mutter) ist. Vor dem Hintergrung ihres Artikels kann ich mir in etwa vorstellen, was das heißt.

Homoehe: Katrin Göring-Eckardt kann’s nicht lassen

Die Grünen knüpfen mögliche Rgierungsbeteiligungen nach der BT-Wahl 2017 an die Bedingung der Anerkennung der Homoehe, was ich vor kurzem schon hier thematisiert habe. Zuvor bezeichnete die grüne Kanzlerkandidatin Göring-Eckardt Kritiker der Homoehe per se als Arschlöcher. Dass die Grünen und andere Parteien die „Ehe für alle“ fordern, ist nichts neues. Dass sie aber eine zukünftige Regierung von dieser Nebensächichkeit abhängig machen wollen ist – naja – streitbar. Jetzt legt KGE noch mal nach und versucht, genau das in einem Gastbeitrag in der Zeit zu verteidigen. Wie viele stichhaltige Argumente für diese schwerwiegende Entscheidung werden jetzt wohl kommen? Wer hätte es gedacht; genau null:

„Argument“ Nr. 1 ist….. (Trommelwirbel): „Because it’s 2017

Yeah, 2017! Cool! Mit demselben Argument hätte Hitler den Überfall auf Polen legitimieren können. „Bikos itz neunzehnhundeRRtneununddRReißig!!!“

„Argument“ Nr. 2: „es gibt keinen Grund, warum die Liebe der einen nicht genau so viel zählt wie die Liebe der anderen.“

Nein, Frau Eckardt. Thema verfehlt. Es geht hier nicht um Liebe, sondern um Eherecht.  Und selbst wenn: Das rechtfertigt nicht, die Homoehe zur Bedingung für eine Koalition zu machen.

„Argumente“ 3-5:

„Weil das so überfällig ist“ – siehe Hitler

„weil es so einfach ist“ – dachte Hitler auch

„Argument“ 6: „und weil die große Koalition diese Änderung in den vergangenen vier Jahren sage und schreibe 30 Mal vertagt hat“ – Ja. Und warum wurde das immer wieder vertagt? So weit ich das beurteilen kann deswegen, weil das Parlament dem Thema verständlicherweise eine geringere Priorität gibt und daher andere Gesetzvorhaben Vorrang haben. Insofern kann auch das keine Rechtfertigung sein.

„Argument“ 7 ist der Klassiker: „Wie wichtig die Ehe für alle auch in diesem Wahlkampf ist, zeigt schon das aktuelle Urteil des Verfassungsgerichts, was einen Antrag auf Bundestagsabstimmung über die Ehe für Schwule und Lesben abgelehnt hat.“

Bei diesem verlinkten Urteil handelt es sich übrigens um dasselbe Thema wie bei Nr. 6.  KGEs Argument ist das typische „wenn andere dagegen sind, zeigt das nur die Relevanz und Richtigkeit der eigenen Sache und dass wir jetzt um so vehementer darum streiten müssen!“ (Nur mit dem Unterschied, dass das BVG nicht dagegen ist, sondern einfach nur festgestellt hat, dass der BT solche Entscheidungen vertagen kann.) Egal wie man zur Homoehe steht, man muss seine Position argumentativ verteidigen. Aber das was KGE hier abliefert ist keine Argumentation. Sowas ist einfach nur peinlicher identitätspolitischer Kindergarten. Und noch mal zur Erinnerung: Sie ist Kanzlerkandidatin und Fraktionsvorsitzende.

OECD: Trotz Fortschritte Hausfrauen immer noch nicht ausgerottet, Schwesig sieht Handlungsbedarf

Man sollte es kaum glauben, aber auch in Deutschland des Jahres 2017 gibt es noch ca. 30% Frauen, die während ihrer Mutterschaft (mit Kind zwischen 0-14 Jahren) keiner regulären Lohnarbeit nachgehen, sondern reine Hausfrau werden. Weitere 40% gehen für das Wohl ihrer Familie in Teilzeit. Das hat eine die OECD-Studie herausgefunden, die die familiäre Arbeitsteilung untersucht. Die feministischen Streber aus Skandinavien stehen natürlich mal wieder besser da – na gut – das sind ja auch rassereinere Germanen als wir. Doch schwer zu ertragen für jede anständige Deutsche mit Kaiser-Wilhelm-Damenbart: Das Land der Dichter und Dichterinnen und Denker und Denkerinnen steht beim OECD-Ländervergleich noch rückständiger da als so Länder wie (einmal Nase rümpfen bitte) Italien und Irland, Polen und Portugal. Deutschland ist bei der Arbeitstätigkeit von Müttern nämlich nur knapp über dem OECD-Durchschnitt und beim durchschnittlichen Beitrag von Frauen zum Einkommen eines Haushaltes stehen wir sogar nur im unteren Drittel der OECD-Länder. Peinlich! Fast noch islamische Verhältnisse hier! Gemäß SPIEGEL und ZEIT lobt die Studie zwar unser Land für die Fortschritte, die wir schon gemacht haben. Aber was wäre so ein Fortschrittlichkeits-Lob ohne ein „Aber-es-bleibt-noch-viel-zu-tun“?

hausfrau
Rückständig, patriarchal unterdrückt, wirtschaftsschädlich: So ist die Hausfrau von der es, laut OECD, in Deutschland immer noch einige tausend Individuen geben soll. Ihre Rassenmerkmale, nach denen Ausschau zu halten ist: Schürze, Kinder an der Seite, Haushaltsgeräte oder Lebensmittel in der Hand. Wie auf dem Schaubild gut zu erkennen, neigt die Hausfrau dazu, ihr schändliches Verhalten gezielt ihren Töchtern vorzuleben, um sich so zu reproduzieren. Das zu erkennende Lächeln wird ihr vom Patriarchat aufgezwungen. Es darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese Wesen totunglücklich sind, weil es ihnen verwehrt wird, zum BIP beizutragen.

Denn zufrieden sind die Autoren der OECD-Studie natürlich noch lange nicht, weil es immer noch Reste der klassischen Rollenverteilung gibt und Frauen und Männer privat und wirtschaftlich noch nicht gleichgestellt sind und mahnt daher weitere Schritte zur Abschaffung der Hausfrau an. Karrierefrauenministerin Manuela Schwesig (SPD) fühlt sich davon sofort angesprochen. Auf so einen Wink mit dem Zaunpfahl hat sie nur gewartet. Laut Spiegel (der oben verlinkte Spiegelartikel ist bemerkenswert, weil er einen für den Spiegel ungewohnten autoritär-feministischen Unterton pflegt) möchte sie jetzt mehr Väter zur Inanspruchnahme der Elternzeit motivieren und zudem „weitere Förderinstrumente“ entwickeln. Spiegel: „Sie will es künftig Eltern kleiner Kinder ermöglichen, dass beide zwischen 28 und 36 Stunden arbeiten können“ und eine solche vorbildliche national-kapitalistische Arbeitsethik, die den Kindern bestimmt supergut tun wird, mit 300€ Steuergeld prämieren. Die Familie ohne geschlechtliche Arbeitsteilung ist Staatsraison, ob das nun den Lebensweisen und Vorstellungen der Mehrheitsbevölkerung entspricht oder nicht, ist egal. Die Regierung befindet sich schließlich im Kulturkampf und im internationalen Wettbewerb ums dickste BIP und das progressivste Image.

Frau Schwesig, führen Sie Ihre Familie, wie Sie es für richtig halten. Wenn Sie solche Angst vor der Tradition haben, dann sperren Sie sich, Ihren Ehemann und Ihre Kinder meinetwegen in ein Umerziehungslager in dem Geschlechterrollen abtrainiert werden. Aber lassen Sie bitte die Mütter, Väter und insbesondere die Hausfrauen dieses Landes in Ruhe und lernen Sie endlich, deren Leistung für die Gesellschaft anzuerkennen, anstatt ihnen zu erzählen wie rückständig, unterdrückt und verzichtbar sie sind. Wenn Sie das nicht schaffen, haben Sie im Familienministerium nichts verloren.

Autor: Jonas