Fundstück: Frauen in der Musikindustrie

Dummerjan schrieb bei Alles Evolution zwei interessante Kommentare, die ich hier (mit leicht korrigierter Rechtschreibung und Zeichensetzung) vollständig wiedergeben möchte:

Da ich ja am Bodensatz (wie so oft) der Musikindustrie unterwegs bin, dort wo die Anfänger, Wannabes, Loser und so weiter daheim sind, glaube ich hier mal aus dem Nähkästchen plaudern zu können.

Absolut zentrale Beobachtung: Junge hübsche Frau mit ausgeprägten Brüsten so um die 20, die am Klavier oder an der Gitarre etwas dahinhaucht, bekommt immer Bonusbeifall. Egal, wie scheiße sie ist.

Zweite zentrale Beobachtung: Wenn Frau im Schlabberlook und ohne Alarmmakeup daherkommt, ist Vorsicht geboten. Die sind meistens ziemlich gut. Egal, wie scheiße sie aussehen.

Zusammenfassung: Es gibt immer einen Tussenbonus. Der hängt sehr am Alter und der äußeren Erscheinung der Person. Hilft aber nicht weiter als bis zum dritten Lied.

Hier eine Liste der 15 erfolgreichsten YOutube Stars:
http://mashable.com/2011/01/23/found-fame-youtube/#1NKuybDz3Oq4

Aufgabe:
1. Wieviele Frauen (Mädchen), wieviele Männer (Jungs)?
2. Wieviele sind heute noch im Geschäft?

Errinert Euch, meine These war:
1. Frauen haben einen Startvorteil in der Industrie.
2. Der Startvorteil verpufft sehr schnell.

Einige Bestandteile kann man relativ leicht nachvollziehen: Natürlich haben es attraktive Menschen leichter und natürlich wirkt das Aussehen bei Frauen stärker. Der Rest ist eine weitere Überlegung wert.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Hier ein Beispiel für eine Sängerin, die ich tatsächlich nicht besonders gutaussehend finde, die aber eine so gute Nummer abliefert, dass sie zum Teil gar nicht verstanden wird.

Giulia Becker: Verdammte Schei*e

Fundstück: Männer und Frauen bei Stack Overflow

Gefunden via Fefe: Stack Overflow (eine Plattform, bei der man Fragen rund um Softwareentwicklung stellen kann) hat die Zahlen zur letztjährigen Nutzeranalyse veröffentlicht.

Einige Details, die ich besonders interessant finde: Weniger als 6% der Menschen, die die Fragen beantwortet haben, sind Frauen. Auch wenn es bei der Frage nach dem Geschlecht auch die Antwortmöglichkeit „ein anderes“ gab, wählte das fast niemand aus.

Wie auch schon von Fefe bemerkt, gibt es einige beachtliche Unterschiede zwischen den beiden Geschlechtern bei der Frage, warum sie Stack Overflow benutzen. Frauen wählten häufiger „weil ich sonst meine Arbeit nicht machen kann“, Männer hingegen „um zu zeigen, dass ich gut bin in dem, was ich mache“ und deutlich öfters „um anderen zu helfen“.

Bei letzterem bleibt der Unterschied auch dann noch sehr groß, wenn man die möglichen Schwankungen jeweils voll in Richtung „weniger Unterschied“ wertet. Dieser mögliche Korridor ist bei den Frauen größer, weil deutlich weniger an der Umfrage teilnahmen.

Ich finde es faszinierend, dass gerade der Unterschied in der Hilfsbereitschaft am stärksten ausgeprägt ist. Schon bei bei Alles Evolution wurde als eine Ursache für einen möglicherweise stärker ausgeprägten Wunsch bei Männern, etwas zu erklären, angenommen, dass diese lieber zeigen, sich mit etwas auszukennen. (Ob das daher kommt, dass sie Kompetenz zeigen müssen, ist dann wieder die nächste Frage…)

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Wo es darum geht, um Hilfe zu bitten…

The Beatles: Help!

Warum ich Widersprüchlichkeit in Ordnung finde

Bei Alles Evolution kamen zwei interessante Fragen in die Runde:

Sind eurer Meinung nach Frauen widersprüchlicher als Männer oder sind Männer in anderen Bereichen widersprüchlicher und es fällt Männer bei sich selbst vielleicht weniger auf? Oder ist es eben einfach nur ein Vorurteil, welches gar nicht zutrifft?

Drei wesentliche Punkte dazu kamen von MGTOW Deutsch in einem Kommentar unter dem Artikel:

Menschen sind im Allgemeinen widersprüchlich. (…) Unterschiede gibt es individuell, nicht auf das Geschlecht bezogen.
Allerdings wird bei Frauen Widersprüchlichkeit von der Gesellschaft eher akzeptiert als bei Männern.

Zur ersten Aussage: Genau so ist es. Menschen allgemein sind widersprüchlich. Die Welt ist voller Widersprüche. Die Realität ist unrealistisch.

Und das hat einen Sinn. Stellen wir uns das krasse Gegenteil vor: Menschen, die immer konsistent, also konsequent handeln. Klingt nach fürchterlichen Pedanten und Prinzipienreiterei. Ein Mensch, der zum Beispiel im Alltag auf seine Ausgaben achtet und das dann auch im Urlaub durchzieht, nie „einfach mal so“ ins Café geht, nie „mal Fünfe gerade sein lassen“ kann, kommt mir nicht besonders nachahmenswert vor, sondern wie ein armseliger Geizhals.

Allzu viel Konsequenz wirkt unmenschlich und abstoßend! „Es ist ja wirklich erschreckend, wie zielgerichtet manche Leute ihr Ziele verfolgen.“

Punkt Nummer zwei: Selbst für den Fall, dass es Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt – na und? Am Ende sind die individuellen Unterschiede größer.

Dass Frauen sich in bestimmten Situationen Widersprüchlichkeit eher erlauben können als Männer, ist auch meine Vermutung. Gut wurde das in den Kommentaren bei Christian schon eingegrenzt: Im Berufsleben geht das zum Beispiel nicht, egal, welches Geschlecht man hat. Männer haben genauso widersprüchliche Gefühle, sind inkonsequent usw., aber es schadet ihrer Attraktivität und ihrem Ansehen, wenn das zu offensichtlich wird.

Für Beziehungen werte ich eine gewisse Unterschiedlichkeit sogar sehr positiv: Wenn einer Klarheit und Entschlossenheit ausstrahlt, gibt das Halt und Orientierung (und „eine erste Lösung“), wenn der andere viele verschiedene widerstrebende Gefühle ausdrückt, zeigt das auch Offenheit und gesunden Restzweifel (und „verschiedene Alternativen“).

Aber es geht auch humorvoll. Wie Christian schrieb:

Allerdings habe ich den Satz „ich bin eine Frau, ich darf das“ in Bezug auf gewisse „Widersprüchlichkeiten“ auch schon gehört. Nicht absolut als Recht, eher dann als scherzhafte Bemerkung.

Meine erste Assoziation war: Das ist jemand so mit sich selbst im reinen, dass er über sich Scherze machen kann. Sympathisch!

Um mit Stereotypen spielen zu können, braucht man eine gewisse Lockerheit. Das ist eine hervorragende Basis für ein entspanntes Verhältnis.

Ich benutze immer wieder folgenden Spruch: „Bitte geben Sie mir einfache Anweisungen – ich bin ein Mann!“

Das spiegelt natürlich die Auffassung wieder, dass Männer allgemein etwas simpler gestrickt sind. Aber man kann das eben positiv ummünzen, um klare Anweisungen einzufordern.

Mit Stereotypen über die eigene Gruppe zu spielen kann ein absoluter Eisbrecher sein. Den Satz „Wir sind Italiener, da ist es nun mal etwas chaotisch!“ habe ich schon so oft von italienischen Freunden gehört. Selbst kontere ich natürlich gerne im Sinne von „Entschuldigung, aber wir sind Deutsche, das wird jetzt genauso gemacht, wie es die Regeln sagen, ob sie einen Sinn ergeben oder nicht!“

Lockerheit und Selbstironie sind wunderbare Gewürze für die Suppe des Lebens. Lieber widersprüchlich als langweilig!

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Konsequenterweise bringe ich ein Lied, das den Widerspruch im Titel trägt.

Green Day: Walking Contradiction

Fundstück: Ahoi Polloi zu Sexismus

Diesmal verweise ich auf nur einen einzigen Beitrag von Ahoi Polloi, aber der hat es in sich: Sexismus.

Die Comics sollen übertreiben, aber in diesem Fall gibt es reale Vorbilder: Es erinnerte mich sofort an Jessica Valenti (bekanntester Spruch: „Ich bade in Männertränen„) und
Bascha Mika (sehr empathisch: „Frauen sind dadurch benachteiligt, dass Männer früher sterben„).

bisherige Erwähnungen von Ahoi Polloi:

  1. Modernität bei Arbeit, Gesellschaft und Moby Dick
  2. über kulturelle Aneignung, rape culture und sexistische Werbung
  3. gegen mansplaining und Mikroaggressionen und für die Wahrheit
  4. zum neuen Sexualstrafrecht und der Unschuldsvermutung
  5. dreimal zu „hate speech“
  6. eine ganze Sammlung
  7. zu Sprache

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Wo es ums richtige Alter geht… es gibt zumindest ein „zu jung“.

Gary Puckett & The Union Gap: Young Girl

Fundstücke gesucht: Frauenverachtende Artikel?

sharkathotep schreibt in einem Kommentar auf den gestrigen Beitrag:

Irgendwie lese ich hier ständig tatsächlich zutiefst frauenverachtende Bemerkungen, aber die scheinen dir nicht aufzufallen … Bzw. scheinst du sie nicht so enthusiastisch anzuprangern.

Sie meint damit aranxo, aber letzten Endes kann sich jeder Autor dieses Blogs angesprochen fühlen. Frage an die Leser: Was sind Beispiele für zutiefst frauenverachtende Bemerkungen, die hier in den Artikeln im Blog fallen?

Die Kommentare halten wir tatsächlich recht offen. Hier ist jeder für seinen eigenen Grütz verantwortlich.

Aber auch da sei einmal in die Runde gefragt: Was waren zutiefst frauenverachtenden Bemerkungen, bei denen Ihr erwartet hättet, dass die Blogautoren einschreiten, kommentieren, was auch immer tun? Was wäre denn die richtige Reaktion gewesen?

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Wenigstens fallen mir langsam immer weniger Lieder zum Thema „Hass“ ein…

Erasure: Love To Hate You

Fundstück: „After Dark“ als Test dafür, ob man auf Frauen steht

Der bereits erwähnte Scot W. Stevenson berichtete in seinem Blog „USA erklärt“:

Vor einigen Jahren fragte eine Bekannte dieses Autors, die namenlos bleiben soll, warum scheinbar alle Männer in ihrem Bekanntenkreis das Lied „After Dark“ von Tito & Tarantula kennen. Der Hinweis auf den Tanz von Salma Hayek in From Dusk Till Dawn brachte nur ein fragendes Gesicht und die Feststellung aller Umstehenden, dass die Bekannte offensichtlich streng heterosexuell ist.

Darüber musste ich sehr schmunzeln, denn aus meinem Bekanntenkreis gibt es ähnliche Berichte: Auf Salma Hayek in „From Dusk Till Dawn“ haben sich die heterosexuellen Männer, wenn das Thema aufkam, noch immer einigen können. Entsprechend gut im Gedächtnis geblieben ist auch das Lied, welches ihren Auftritt begleitete.

Miramax: From Dusk Till Dawn | ‘The Art of Seduction’

Ich finde es faszinierend, dass man die sexuelle Ausrichtung von Leuten anscheinend so treffsicher anhand einer bestimmten Filmszene bestimmen kann. Zumal es ja viele gutaussehende Frauen mit mehr oder weniger erotischen Szenen in Filmen gibt, aber dieser Auftritt scheint ein Stück Filmgeschichte geschrieben zu haben. Ich frage mich, ob es ähnliche Szenen gibt, die so stark auf heterosexuellen Frauen / homosexuellen Männern / homosexuellen Frauen gewirkt haben. Es ist sowieso interessant, dass es einige Fälle gibt, in denen die Rezeption eines Filmes bzw. die Erinnerung daran so unterschiedlich ausfällt.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Diesmal liegt die Musikwauswahl auf der Hand.

Tito & Tarantula: After Dark

Fundstück: Gute Worte über die Einstellung gegenüber Frauen

Zwei Kommentare bei Alles Evolution bringen es auf den Punkt:

Adrian:

Man kann Frauen wohl ebensowenig übel nehmen, Männer mit Status und Resourcen sexy zu finden, wie man Männer verübeln kann, gutaussehende junge Frauen sexy zu finden.

LoMi:

Es scheint mir wichtig zu sein, dass man in der Lage bleibt, Frauen nach wie vor als Individuen wahrzunehmen, anstatt als willenlose Marionetten evolutionärer Programme.

Ich halte beides für sehr gute Ideen. Wer behauptet, dass die Kommentarspalten immer mies sind?

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Natürlich etwas mit „Frau“ im Titel, und da der Blogeintrag so kurz war, darf wenigstens das Lied ein wenig länger sein…

The Doors: L. A. Woman