Warum ich Menschen wie Anne Wizorek nie zufriedenstellen werde

Es ist eine besondere Genugtuung, wenn man seinen Gegner in einer Debatte mit nichts mehr beleidigen kann, als dass man ihn wortwörtlich zitiert. Ich hatte schon länger nichts mehr zu Anne Wizorek und ihrem Buch “Weil ein Aufschrei nicht reicht. Für einen Feminismus von heute” geschrieben. Das liegt hauptsächlich daran, dass ich es nicht ständig mit mir herumschleppe, sich aber viele Themen zum Bloggen nur aus einer längeren Lektüre ergeben.

Ein Zitat ist mir jedoch in all den Monaten seit dem bisher einzigen kompletten Lesen im Gedächtnis geblieben. Sie schreibt auf Seite 12:

Der Glaube an Gleichberechtigung ist heutzutage weiter verbreitet, aber das ist eben mit der tatsächlichen Umsetzung noch nicht gleichzusetzen. Gesetzlich ist sie in vielen Teilen schon da, aber in den Köpfen bei weitem nicht angekommen. Insofern ist eine weibliche Bundeskanzlerin dann zwar eine Errungenschaft, aber auch ein Problem, weil die noch bestehenden Probleme dahinter verschwinden (oder versteckt werden).

Da ist ihr – so wie Anita Sarkeesian zuvor – ein wunderbarer Catch-22 gelungen: Sind Frauen nicht an der Spitze, ist das ein Problem, weil die Gleichberechtigung nicht hinreichend umgesetzt ist. Sind Frauen an der Spize, ist das ein Problem, weil es das Problem der nicht hinreichend umgesetzten Gleichberechtigung verdeckt.

Wie man es dreht und wendet, in jedem Fall kommt heraus, dass die Lage ein Problem bei der Gleichberechtigung darstellt. A und Nicht-A gilt als Beweis.

Damit sind wir genau in der Situation angekommen, die ich vor einigen Tagen beschrieb:

Für mich ist es entscheidend, ob ich jemandes Maßstäbe erfüllen kann. Hohe Ansprüche können gerechtfertigt sein. Wenn ich jedoch den Eindruck habe, es sowieso nicht recht machen zu können, dann versuche ich es auch erst gar nicht.

Wie könnte ich eine Person wie Anne Wizorek jemals zufriedenstellen? Alles und das Gegenteil davon macht sie unzufrieden.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Da gab es doch schon einmal jemanden, der keine Befriedigung bekommen konnte…

The Rolling Stones: (I Can’t Get No) Satisfaction

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16 Antworten zu Warum ich Menschen wie Anne Wizorek nie zufriedenstellen werde

  1. elmardiederichs schreibt:

    Etwas OT, aber vielleicht dennoch interessant:

    Gerade schreibt Julia Schramm

    „Da wären zum einen die Antifeministen, die sich im Netz organisieren, um gegen die Netzfeministinnen zu kämpfen. Denn diese, so der Eindruck, den Antifeministen mitunter vermitteln, sind wie Hitler und Stalin zusammen und nochmal doppelt so schlimm.“

    http://jungle-world.com/artikel/2015/24/52119.html

    Lustig. 🙂

    • crumar schreibt:

      Lustig?
      Nö!
      Netzfeministinnen haben meines Erachtens ein Stadium erreicht, das mit „problematisch“ untertrieben charakterisiert ist.
      *Pathologisch* trifft es eher.

      Die erste Generation der Netzfeministinnen (Rönicke, Haaf, Seeliger und die ehemalige „Mädchenmannschaft“ bspw.) sind inzwischen Pi mal Daumen Mitte 30.
      Wizorek war bereits 33, als sie ihr Buch veröffentlichte, sie schreibt aber auf dem Niveau einer 19-jährigen für intellektuell 19-jährige, die leider schon 30 Jahre alt sind.

      D.h. die intellektuelle Messlatte für Neuerscheinungen im Bereich Feminismus wird (m.E. seit gut einem Jahrzehnt) immer niedriger gelegt, da auch das intellektuelle Niveau des Zielpublikums sinkt.
      Der Netzfeminismus und sein Publikum wird medial mit einem intellektuellen „Welpenschutz“ versehen, aus dem er längst herausgewachsen sein müsste.

      Was an der gelungenen medialen Selbst-Inszenierung der Netzfeministin als jugendlicher Rebellin liegt. Ein Beispiel: 2008 erschien „Wir AlphaMÄDCHEN“ (Hervorhebung von mir) – die Autorinnen waren zum Zeitpunkt der Veröffentlichung alt: 25, 30 und 36 Jahre.
      Selbst die Bezeichnung „junge Frauen“ hielte ich an dieser Stelle für gewagt, von „Mädchen“ ganz zu schweigen.
      Auch das Buch „Tussikratie“ von 2014 kann als weiteres Beispiel herhalten – grundsätzlich eine (lobenswerte) Distanzierung von bestimmten Aspekten der Theorie und Praxis des radikalen und des poststrukturalistischen Feminismus.
      Beide Autorinnen erweisen sich aber als völlig unfähig, ihr Anliegen als Kritik an einer Theorie zu formulieren. Allein sprachlich ist das Buch auf einem wirklich niedrigen Niveau – es geht nie über Alltagssprache und Alltagsbeobachtung hinaus.
      Von beiden Autorinnen hätte man in Sachen Alter (34 und 33 zum Zeitpunkt der Veröffentlichung) sowie Qualifikation wesentlich mehr verlangen können und müssen. Das größere Problem ist in meinen Augen, sie schrieben das Buch für eine ebenfalls *gleichaltrige* Zielgruppe und diese eint das Grundverständnis, man *dürfe* von ihnen nicht mehr erwarten.

      Was graublau oben bei Wizorek oben beschrieben hat ist daher m.E. nicht nur „catch 22“, sondern es handelt sich um die Grundüberzeugung, zwei sich widersprechende Aussagen in einem Satz zu formulieren und mit *beiden* Recht zu haben.
      Ihr ist nicht bewusst, dass sie Gesetze der Logik verletzt – weil sie diese offensichtlich gar nicht kennt. Meine These ist, sie ist mit einem Anspruch an Konsistenz/Kohärenz der eigenen „literarischen Produktion“ noch nie in ihrem Leben konfrontiert worden.

      Allein diese beiden Sätze: „Der Glaube an Gleichberechtigung ist heutzutage weiter verbreitet, aber das ist eben mit der tatsächlichen Umsetzung noch nicht gleichzusetzen. Gesetzlich ist sie (die Gleichberechtigung, Anm. c.) in vielen Teilen schon da, aber in den Köpfen bei weitem nicht angekommen.“ zeigt, sie hat das Kausalgesetz nicht verstanden.
      Denn wie ist das *Gesetz* zur Gleichberechtigung entstanden, wenn nicht *zuerst* in den Köpfen der Legislative und wie schafft es der Glaube an (die) Gleichberechtigung, in den Köpfen *gleichzeitig* weit verbreitet, aber dennoch nicht *in ihnen* angekommen zu sein? Seit wann kann man einen Glauben „tatsächlich“ umsetzen – und in *was*? – oder mahnt sie, es sollten die existierenden Gesetze in der Praxis umgesetzt werden?
      Ich habe keine Ahnung und ich fürchte, die Autorin auch nicht.
      Evtl. meint sie: „Der Stand des gesellschaftlichen Bewusstseins hinkt dem des bereits politisch und juristisch erreichten in Sachen Gleichberechtigung hinterher.“ und ist nur unfähig, dies auszudrücken.

      Nehme ich an, es haben diverse Laien und Profis diese Sätze vor der Veröffentlichung gelesen ohne diese befremdlich zu finden, dann deutet dies für mich darauf hin, wie salonfähig geworden ist, was Alan Sokal „confused thinking“ nennt.
      (Empfehlenswert: http://human-nature.com/reason/books/sokal-bricmont.html)
      Die Tragödie dieses „verwirrten Denkens“ ist m.E. eine dreifache und nicht nur individuelle:

      1. Der Autorin fällt nicht auf, welchen (sich selbst widersprechenden) Blödsinn sie schreibt.
      2. Den Lektoren des Verlages und den Rezensenten in den Medien fällt es aber ebenfalls nicht auf. Was heißt, sie teilen entweder die gleiche (verwirrte) Geisteshaltung oder sind zu feige Kritik anzumelden.
      3. Auch das verwirrte Zielpublikum bemerkt in der Regel weder das Versagen der Autorin, noch das der Lektoren und Rezensenten.

      Deshalb wird Arne Hoffmanns Besprechung des Buches bei amazon in der feministischen filter-bubble auch als maskulistische „hate speech“ empfunden.
      In seiner kritischen Rezension hat er auf völlig *offensichtliche* Mängel in der Argumentation (siehe nur die 2 Sätze), auf Falschbehauptungen und eine undifferenzierte Weltsicht der Autorin hingewiesen.

      Was mich in vielen Diskussionen mit solche Feministinnen und ihren „allies“ am meisten verblüfft hat war der Anspruch, mit Falschbehauptungen, Fälschungen, Verleumdungen und völlig verwirrtem Denken nicht nur durchzukommen.
      Sondern der implizite Glaube das Recht zu haben, mit grandiosem Gestus völligen Blödsinn zu äußern, der gefälligst kritiklos hingenommen zu werden hat.

      Erfolgreich kann dieser Glaube nur sein, wenn das verwirrte Denken zum – autoritär durchgesetzten – gesellschaftlichen Normalzustand wird. Insofern ist Genderismus in der Schule und den Universitäten wirklich das herrschaftliche Mittel der Wahl, um der Bevölkerung kritisches Denken auszutreiben.

      Und, wie ich oben gezeigt habe, die ersten „Erfolge“ dieser Mission sind bereits deutlich zu sehen.

      Schönen Gruß, crumar

      • Alex schreibt:

        @crumar
        „Insofern ist Genderismus in der Schule und den Universitäten wirklich das herrschaftliche Mittel der Wahl, um der Bevölkerung kritisches Denken auszutreiben.“

        Daher die ernsthaft vertretene Theorie, dass alle rationale, kritische Denken und deren Produkte (wie Naturgesetze, wissenschaftliche Theorien) nur ein Aspekt des unterdrückerischen Patriarchats seien und zu dekonstruieren, also nicht als Realität anzuerkennen.

        Extremer kann Irrationalismus nicht mehr werden, wenn er sich mit dem Rationalismus auseinandersetzt.

    • Emannzer schreibt:

      Tja, die ‚gute‘ Julia Schramm …

      Es ist schon interessant zu lesen, wie sie sich über organisierte Antifeministen echauffiert und gleichzeitig die Hälfte ihrer Kumpaninnen als „Netzaktivistin“ tituliert.

      Eine nicht mehr zu unterbietende Parodie ihrerselbst und eine Lachnummer sondergleichen.

      • crumar schreibt:

        @Alex

        Doch, der schon kann noch extremer werden, indem nämlich jede Kritik an ihm verboten ist – meine provokante These ist nämlich, erst kam der Irrationalismus und dann der Faschismus.

        Für mich ist es sehr auffällig, dass diese vorgeblich machtkritische, irrationale Ideologie staatlich gesponsort (unter der Ägide einer CDU-Ministerin) den Weg in die Universitäten fand.
        Damit wird eigentlich sehr deutlich, welche Art von „Machtkritik“ akzeptabel, was der legitime Gegenstand einer solche Kritik ist und welche Denkweise als kritisch gelten kann und darf.

        Das „rationale, kritische Denken und deren Produkte (wie Naturgesetze, wissenschaftliche Theorien) nur ein Aspekt des unterdrückerischen Patriarchats seien und zu dekonstruieren, also nicht als Realität anzuerkennen“ ist in diesem Sinne nur ein Zwischenstadium.

        Wenn gesellschaftliche Realität ohnehin nur ein patriarchales Konstrukt ist, zu deren Erkenntnis die Kritikerin Anne Wizorek die besseren (nicht-patriarchalen) Voraussetzungen mitbringt – also dir gegenüber Erkenntnisprivilegien besitzt – dann ist es zwingend anzunehmen, dass ihre (Re-)Konstruktion dieser Realität besser und glaubwürdiger ist als deine.

        Schmeißt du Wizorek und alle anderen Menschen aus der Gleichung heraus und betrachtest nur den Mechanismus, dann existiert damit *eine* Gruppe von Menschen, deren Erkenntnisse, Ansichten und Denkweisen per se *ab-* und eine *andere* Gruppe, deren Erkenntnisse, Ansichten und Denkweisen *aufgewertet* werden.

        Der Mechanismus selbst ist der einer ordinären *Elitetheorie*.
        Keiner würde sich heute trauen zu behaupten, seine Sichtweise der Welt sei angemessener oder besser, weil er eine weiße Hautfarbe hat – aber eine Frau kann das mit Verweis auf ihr Geschlecht. Der Verweis auf „Hautfarbe“ macht ihn zu einem Rassisten, der auf das „Geschlecht“ sie zu einer Feministin.
        *Beides* sind biologische Merkmale.

        Und das macht den Mechanismus m.E. für die Herrschenden so interessant, wenn er von einer Gruppe vertreten wird, deren nach außen getragener Anspruch die *Gleichberechtigung* ist.

        D.h. der feministisch-poststrukturalistische Irrationalismus hat ein paar „Trojaner“ im Handgepäck, die sehr nützlich und herrschaftskonform sind, weshalb er m.E. auch so großzügig gesponsort und medial repräsentiert wird.

        Ich hoffe ja, wir bekommen wenigstens eine Front gegen den Genderismus hin, diesen Pseudo-linken Kreationismus. Im Zuge einer solchen gesellschaftlichen Debatte können dann wieder ein paar aufklärerische Pflöcke in den Boden gerammt werden!

        Schönen Gruß, crumar

      • Alex schreibt:

        @crumar
        „…kann noch extremer werden, indem nämlich jede Kritik an ihm verboten ist…“
        Recht hast du. Ich hatte eher an das rein Intellektuelle und auch die Wissenschaften konfrontativ als rein subjektiv abzutun, halte ich für einen ziemlichen Gipfel der Irrationalität (sonst beachteten die Irrationalisten sie nicht weiter, machen einen Bogen darum oder dienen sich an).

        „…meine provokante These ist nämlich, erst kam der Irrationalismus und dann der Faschismus.“
        Ist das „provokant“? Die Entstehungsgeschichte zeigt doch klar, dass der Faschismus aus einem breiten Strom an Irrationalismus und Pseudowissenschaft hervorging.

        „Das “rationale, kritische Denken und deren Produkte (wie Naturgesetze, wissenschaftliche Theorien) nur ein Aspekt des unterdrückerischen Patriarchats seien und zu dekonstruieren, also nicht als Realität anzuerkennen” ist in diesem Sinne nur ein Zwischenstadium.“

        Das sehe ich genauso. Der ganze Irrationalismus und ihr Toleranzgedanke wird fallengelassen, wie eine heisse Kartoffel, sind die in unangefochtener Machtposition.
        Als die Nazis an der Macht waren, war es dann auch mit all dem Irrationalismus, der sie hoch beförderte, vorbei: Heilpraktikertum etwa wurde verboten, die zahllosen Strömungen aus der „völkischen Bewegung“ gleichgeschaltet und/oder abgelehnt.

        „dann existiert damit *eine* Gruppe von Menschen, deren … Denkweisen *aufgewertet* werden.“

        Wobei die „Denkweise“ sich als willkürlich erweist und nur eine „Gruppe“ übrigbleibt, die uneingeschränkt befeht. Es ist das Zeichen und der Beweis absoluter Macht, heute dies, morgen das zu sagen oder auch völlig unsinnige Dinge zu behaupten. Und das ist mE das Wesen von „Faschismus“, nebst dem historischen Rückgriff auf die Antike (Rom, Griechenland) und den Feudalismus.

        „Keiner würde sich heute trauen zu behaupten, seine Sichtweise der Welt sei angemessener oder besser, weil er eine weiße Hautfarbe hat – aber eine Frau kann das mit Verweis auf ihr Geschlecht. ..“

        Logisch, das ist purer Biologismus. Wobei das mit der Hautfarbe ja auch Thema geworden ist, siehe „critical whiteness“, so dass der Rasismus hier quasi durch die Hintertür eingeführt wird.

        „D.h. der feministisch-poststrukturalistische Irrationalismus hat ein paar “Trojaner” im Handgepäck …“

        Die „Trojaner“ sind im gesamten Spektrum des Irrationalismus, von dem ist Feminismus und Cie, nur ein Teil. Kennst du zB diesen Aufsatz von Heinz Gess, 1998: „Die faschistische Ideologie und das New Age. Ideologische Kontinuitäten“, gibts im Netz frei?

        „Im Zuge einer solchen gesellschaftlichen Debatte können dann wieder ein paar aufklärerische Pflöcke in den Boden gerammt werden!“

        Die Verquerheit der Ideologie und die angeblichen positiven Absichten sind ein sehr wirkungsvolle Schutzschild gegen eine kritische Auseinandersetzung für allzuviele Menschen. Sie geben sich damit zufrieden, dass sie irgendwie irrational und Glauben ist und verkennen allzuleicht die eigentlichen Ziele des Irrationalismus.
        Neu an der neuesten Variante des Irrationalismus ist, dass er dreist die Werte, die er bekämpft und immer bekämpft hat, auf seine eigene Fahne schreibt, wie zB Gleichberechtigung.

  2. uepsilonniks schreibt:

    Wie man es dreht und wendet, in jedem Fall kommt heraus, dass die Lage ein Problem bei der Gleichberechtigung darstellt. A und Nicht-A gilt als Beweis.

    Ja, alles, wirklich alles wird so ausgelegt, dass das Dogma bestätigt wird. Wenn es keine Belege gibt, dass zum Beispiel jedes dritte Mädchen missbraucht wird, liegt das allein daran, dass die „rape-culture“ sogut darin ist, die Spuren zu verwischen. Gegen eine solche Logik kommt man nicht an.

  3. maddes8cht schreibt:

    Gabs da nicht mal so eine französische und eine kanadische Studie, die beide untersucht haben, ob Mädchen oder Jungen länger gestillt werden?
    Die eine fand heraus, dass Mädchen länger gestillt werden, die andere, dass Jungen länger gestillt werden.
    Das Fazit war natürlich für beide Studien, dass das Ergebnis eine Benachteiligung von Mädchen belegen würde.
    Eine Sammlung solcher widersprüchlicher Studien, die völlig Unabhängig vom Ergebnis immer eine Benachteiligung von Frauen „belegen“, wäre doch mal ein interessantes Projekt.

  4. Alex schreibt:

    Das Filetstück:
    „Insofern ist eine weibliche Bundeskanzlerin dann zwar eine Errungenschaft, aber auch ein Problem, weil die noch bestehenden Probleme dahinter verschwinden (oder versteckt werden).“

    Die traut sich nicht richtig ihre Verschwörungstheorie, Merkel sei eine Puppe des Patiarchats deutlich auszusprechen, daher die sinnlose Hintanstellung in Klammern.

    Ich formulier mal ein neues Gesetz:
    Je mehr Frauen in sichtbaren Führungspositionen sein werden, desdo frenetischer wird die Verschwörungstheorie laut, diese Frauen seien Marionetten des Patriarchats.

    Warum? Weil diese Frauen, die als Heilsbringerinnen erwartet werden, für die utopischen Erwartungen nur Enttäuschung bedeuten können, was eine positive Rückkoppelung mit der Ideologie mit sich bringt.

  5. Emannzer schreibt:

    Ich denke mittlerweile, dass man Anne W. in Ruhe ’sterben‘ lassen sollte.

    Nein, dass ist keine Morddrohung oder sonst etwas, sondern einfach nur die Idee, solche Menschen einfach zu ignorieren. Ich gebe zu, dass ich mich anfangs auch nicht daran gehalten habe und ihre Kollegin Jasna Strick ebenso ‚promotete‘. Z.B. hier:

    ‚Hase Cäsar:‘
    https://emannzer.wordpress.com/2014/10/07/aufkreisch-chronolgie-eines-desasters/

    ‚Dumbo:‘
    https://emannzer.wordpress.com/2015/03/01/jasna-und-der-strick-der-faser/

    Die Nicks, schließlich bin ich #notallmanmustdie (oder so ähnlich), sind nicht persönlich gemeint, geben aber meine persönliche Wahrnehmung dieser beiden Möchtegernprinzessinnen wieder.

    Lustig auch am Rande:Beide nennen sich mehr oder weniger (Co-)Gründerinnen von diesem #Aufkreisch – brauchten also ein komplett weiblich besetztes Projektteam, um daraus einen Hashtag zu machen und ‚gründen‘.

    @Graublau: „Catch 22“ trifft es auf den Punkt. Du hättest für diese ‚Grazie‘ allerdings eine Trigger-Warnung aussprechen sollen – das will diese Fraktion so … 😉

  6. virtualcd schreibt:

    Ich halte diese Beobachtung von @Graublau bezüglich „Catch 22“ für sehr zentral. Psychologisch betrachtet ist das ein klassischer „double bind“. Der feministische Diskurs ist m.E. nach überhaupt durchdrungen von „doubloe binds“ und „double standards“.

    Nur ganz kurz von meiner Seite aus: Das Thema „double bind“ in der feministischen Kommunikation, in den feministischen Appellen an die „Gemeinschaft der Gutgesinnten“ – dies wäre eine eingehendere Betrachtung wert.

    Nur ganz kurz dazu zwei spontane Einfälle dazu:

    1. In der Psychologie sagt man, dass es grundsätzlich drei Möglichkeiten gibt, mit einem „double bind“ umzugehen:
    a) Schizophren werden
    b) Den „double bind“ selber zu thematisieren
    c) Die „Flucht aus dem Felde“, sprich: Beziehungsabbruch

    Seitenbemerkung zu diesem 1. Punkt: Im Feld der Bewegungen mit Männerthemen gibt es in den letzten Jahren ebenfalls drei Grundströmungen: PickUp, die Männer-Menschenrechtsbewegung mit politisch und publizistischer Stoßrichtung und MGTOW.
    Bei den beiden letzteren ist die Analogie b) und c) sofort augenfällig. Arne Hoffmann hierzulande oder AVfM in den USA versuchen Ungerechtigkeiten zu Thematisieren, den feministischen Zeitgeist argumentativ herauszufordern, auf gedanklichen Unfug hinzuweisen und es auch Unfug zu nennen. MGTOW dagegen ist c) in Reinform. Eine Doppelbindung wirkt ja nur dann, wenn der Sender der Doppelbindung in meinem Leben wichtig ist. Und als Erwachsener kann man ja entscheiden zu sagen: Was soll’s? Wen interessiert es? Mich nicht – und tschüss.
    Tja, äh: Und PickUp? Ja, zumindest in einem Aspekt von PickUp gibt es da tatsächlich etwas Schizophrenes. Nämlich: Man solle ein starker und unabhängiger Alpha-Mann sein – aber um Frauen zu gefallen und sie zum Sex zu bekommen. Kurz: Das Erfolgskriterium definieren die Frauen.

    2. Die doppelte Botschaft beim Sender entsteht ja (meist) nicht aus Jux und Dollerei. Sondern die doppelte Botschaft ist der Ausdruck eines inneren Konfliktes beim Sender. „Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust“ empfindet die Senderin der doppelten Botschaft. Und beiden funken gleichzeitig mit sich widersprechenden Maximen.

    Die Frage wäre hier: Was ist der INNERE Widerspruch im Feminismus. Der innere Widerspruch der Frauen in einer Spätkapitalistischen Konsumgesellschaft? Noch anders gesagt: Was ist die innere Not in der Seele der Frauen, welche so einen offensichtlichen Unfug trotzdem emotional resonanzfähig macht?
    Meine These wäre: Es ist der innere Konflikt, dass die Frau archetypisch Schutz und Versorgung durch den Mann sucht – auf der Ebene der bewusstseinsfähigen Werte und Einstellungen aber nach Unabhängigkeit und Individualität strebt.

    Eigentlich ist das der klassische Pubertätskonflikt. Es sind genau dieselben inneren Antagonisten, die im Pubertierenden wirken – und die so launisch, schwankend, unberechenbar, kurz: „schwierig“ wirken. Und im modernen Feminismus wirkt ja Viele sehr, sehr pubertär.

    Wie gesagt: Das wäre alles eine nähere Betrachtung wert. Für jetzt: Habt einen schönen Tag, genießt den Sommer!

    Gruß
    virtual-cd

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