Warum mir diese Comics etwas anderes sagen

Nach der Tee-Zustimmung macht nun ein Comic auf „Everyday Feminism“ gerade die Runde, in dem angeblich dargestellt wird, wie „die Gesellschaft“ Zustimmung zu sexuellen Handlungen behandelt. In Wirklichkeit zeigt der Artikel natürlich in erster Linie, was die Autorin Alli Kirkham für ein negatives Gesellschaftsbild hat, wenn sie allen Ernstes glaubt, solche Grenzüberschreitungen würden im allgemeinen akzeptiert und sogar verteidigt. „Rape Culture“, die von ihren den Kritikern selbst erzeugt wird.

Aber machen wir uns mal den Spaß und stoßen ins selbe Horn: Wie würden die dargestellten Situationen ablaufen, wenn die Welt nach radikalfeministinnen Regeln ablaufen würde? Weitere Vorschläge willkommen! (Der Aktive in meinen Beispielen ist jeweils der Mann, auch wenn es im Comic anders ist. Machen wir uns nichts vor: Es geht nur um diese Konstellation!)

Ein Student und eine Studentin geben sich beide die Kante. Betrunken beschließen sie, „Pulp Fiction“ zu schauen. Als die Studentin am nächsten Morgen bereut, den Film geguckt zu haben, denunziert sie den Studenten wegen „Film-Vergewaltigung“ bei der Uni-Verwaltung. Die Universität verständigt nicht etwa die Polizei, sondern läßt ein Gremium jenseits der Justiz den Fall behandeln. Solange der Student nicht seine Unschuld beweisen kann, gilt er als schuldig und muss damit rechnen, für das betrunkene Anschauen von Pulp Fiction von der Uni zu fliegen.

Ein Mann will sich von einer Frau das Auto ausborgen und sie fährt mit. Er möchte nicht als böser Raser gelten. Daher bleibt er alle 100 Meter stehen und fragt sie, ob sie auch enthusiastisch zustimmt, dass er weiterfahren darf. Auf keinen Fall reicht es ihm aus, wenn sie vorher sagt: „Fahr den Wagen mal richtig aus, ich mag das und melde mich schon, wenn es mir nicht passt.“

Eine Frau läßt sich eine Tätowierung machen. Nachdem sie von Politik-Aktivistinnen überzeugt wird, dass sich keine Frau freiwillig so eine Tätowierung stechen läßt, zeigt sie Monate nach dem Vorgang den Tätowierer wegen „Tattoo-Vergewaltigung“ an. Sollte er freigesprochen werden wegen Mangels an Beweisen, beklagen die Aktivistinnen, dass sich nun weniger Frauen trauen werden, Vergewaltigungen anzuzeigen, und plädieren dafür, im Zweifelsfall lieber einen Unschuldigen zuviel in den Knast zu stecken als einen bösen Tätowierer laufen zu lassen.

Das sind natürlich vollkommen absurde Situationen, die einfach dadurch zustande kommen, dass ich hier völlig schiefe Vergleiche anstelle. Aber das gilt fürs Original ebenso
– mit dem traurigen Unterschied, dass das von einigen Leuten vollkommen ernst genommen wird.

Der einzige Nutzen besteht in der geistigen Übung, zu erkennen, warum die Vergleiche nicht passen. Das liegt vor allem daran, dass in einem Fall das „Opfer“ als vollkommen machtlos und passiv dargestellt werden. Der Typ, dem gegen seinen Willen jede Menge Gewichte aufgeladen werden, kann anscheinend nicht etwa bereits das erste ablehnen. In den anderen Fällen sind die Opfer nicht anwesend (!) oder nicht bei Bewusstsein oder die Täter drohen jeweils Gewalt an. Hier ist die Vorstellung, es gäbe keinen breiten gesellschaftlichen Konsens darüber, dass das nicht ok ist, lachhaft.

Ähnlich wie ich schon an anderer Stelle sagte: Lassen wir doch einfach diese durchgeknallten Übertragungen auf andere Situationen, die nicht funktionieren, und widmen wir uns lieber vernünftigen Themen.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Diesmal mit Queen, den Weltmeistern der „Consent Culture“. In ihrem Lied „I Want It All“ geben sie oft und enthusiastisch Zustimmung!

Queen: I Want It All

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6 Kommentare zu „Warum mir diese Comics etwas anderes sagen“

  1. Gott, diese Frauen sind einfach nur kaputt! In was für einer Fantasiewelt leben die eigentlich? Der Bullshit könnte ferner von der Realität nicht sein und um das zu erkennen muss man keinen Doktortitel haben, sondern einfach nur mal 2 Min. darüber nachdenken, wie schwachsinnig das ist. Feminismus hat mit „Empowerment“ überhaupt nichts (mehr) zu tun. Was soll bitte „empower“nd daran sein, sich ständig und durchweg zu einem hilflosen, wehrlosen Opfer zu stilisieren? Feministische Indoktrination stellt vielmehr einen Prozess der seelischen Selbtvergewaltigung und -verkrüppelung dar, welche durch wachsende Realitätsferne in Unmündikeit zu kritischem Denken wie (Selbst-)Reflexion mündet und durch zunehmende Verfestigung des Opferstatus und dem ständigen Ausgesetztsein herbeifantasierter Unterdrückungsmechanismen sowie omipräsenter Bedrohungen unweigerlich über kurz oder lang in massive Paranoia und Shizophrenie umschlägt. In meinen Augen ein Musterbeispiel, wie sehr der Feminismus Frauen krank macht.

  2. Beim stöbern auf dieser Website bin ich u.a. auf das hier gestoßen:

    http://everydayfeminism.com/2015/05/male-privilege-trans-men/

    Eine Liste von 25 „männlichen privilegien“ angeblich aus Sicht eines Transmannes.
    Vielleicht hätte ich das auch als Kommentar zu Norah Vincent vor ein paar Tagen schreiben können – deren Erfahrungen sind ja völlig konträr.

    Diese Liste lässt mich erst mal sprachlos zurück.
    Daran ist dermaßen alles falsch.

    Ich bin versucht, die gesamte Liste für eine Satire oder reinen Zynismus zu verstehen.
    Dafür spricht vor allem, dass der letzte Punkt 25 in der Liste lautet:
    „I can say the most ridiculous things imaginable“
    Ich kann die lächerlichsten Dinge behaupten, und Leute denken immer noch, dass das wahr ist.
    Genau so klingt die Liste. Er behauptet die lächerlichsten Dinge.
    Ist Punkt 25 die Quintessenz der ganzen Liste?

    „Er“ schreibt danach allerdings noch einen ganzen Absatz weiter, der damit nicht ganz zusammenpasst. Er scheint es doch irgendwie ernst zu meinen.

    1. Diese Liste wurde schon von Sargon of Akkad auseinandergenommen:

      Generell scheint Everyday Feminism eine wunderbare Quelle für solche Privilegienlisten zu sein, mit denen man sich seine tägliche Portion Jammerei abholen kann. Hier etwa behandelt der Amazing Atheist eine Liste über „thin privilege“ (das Privilig, erkannt zu haben, dass Fettleibigkeit kein Schicksal ist und man selbst etwas dagegen tun kann):

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