Warum ich mehr als eine Art von Friendzone sehe

Es war eine Anregung von DMJ, noch einmal über die Friendzone zu schreiben. Er sah einen ganz bestimmten Gesichtspunkt, auf den ich weiter hinten im Artikel noch einmal zurückkomme. Da DMJ sich auf einen Kommentar von mir bezog, fühle ich mich natürlich geschmeichelt und komme dem Wunsch gerne nach.

Kurz und schmerzlos: Was ist die Friendzone?

Sarkastische Antwort: Na, eben nicht kurz und schmerzlos, sondern langsam und qualvoll!

Ich meine natürlich etwas anderes. Das antworten übrigens viele Leute, wenn man über die Friendzone spricht. Jeder hat eine etwas andere Vorstellung davon. Dadurch kommt jeder zu einer anderen Bewertung und am Ende wundern sich alle, warum die Meinungen so auseinander gehen.

Kommen wir zunächst zum Basismodell. (Ob es auch mit anderen Geschlechterverteilungen passiert und funktioniert, interessiert uns erst einmal nicht. Ich könnte es mit „Mensch A“ und „Mensch B“ aufstellen, aber dann könnte ich bei den weiteren Ausführungen keine eindeutigen Fürwörter verwenden und das macht die Erklärungen sprachlich unnötig kompliziert.)

Ein Mann fühlt sich zu einer Frau hingezogen. Sie pflegen freundschaftlichen Kontakt. Mehr passiert aber nicht.

Das ist die einfachste Definition, die mir einfällt. Natürlich beschreibt das die Situation nicht vollständig. Aber gerade das ist doch der Witz! Es gibt Tausend Nebenbedingungen, anhand derer die Friendzone beurteilt wird, die aber nicht immer eintreten und die sich auch zum Teil gegenseitig ausschließen.

Ein etwas genauerer Blick: Was ist da passiert?

Um das zu klären, gilt es einige Fragen zu beantworten. Ich bin wie viele Menschen versucht, da gleich meine Wertung abzugeben, probiere es aber so weit wie möglich beschreibend.

1. Hat der Mann die Frau über sein Begehren unmissverständlich verständigt? Zwischen „ich sage direkt, dass ich mehr will“ und „ich sage und mache überhaupt nichts“ liegt natürlich ein weites Feld aus romantischen Gesten, Verhaltensweisen und Andeutungen.

2. Hat die Frau gemerkt, dass der Mann sie begehrt? Auch hier gibt es zahlreiche Abstufungen zwischen „Mir ist absolut klar, dass er mehr will“ und „Mir ist überhaupt nicht aufgefallen“. (Hier haben wir übrigens gleich ein Beispiel für sich ausschließende Bedingungen. Wenn der Mann tatsächlich im Extremfall sagt „Ich will mehr“, ist es nicht möglich, dass sie sein Verlangen nicht wahrnimmt.)

3. Hat die Frau dem Mann klargemacht, dass sie nichts weiter von ihm will als Freundschaft? Jetzt wird es schon richtig kompliziert.

Zum einen mag die Frau keine Verpflichtung sehen, reinen Tisch zu machen, etwa wenn er selbst mit seinem Begehren nicht aus den Puschen kommt (siehe Frage 1). Vielleicht möchte sie ihn nicht durch eine direkte Absage verletzen – oder die aus ihrer Sicht bisher gute Beziehung gefährden. Oder die Frau ist unentschlossen und sich nicht sicher, ob sie sich auf eine Liebesbeziehung einlassen soll (mit dem Risiko, dass bei einem Scheitern dann auch die Freundschaft futsch ist). Es kann aber auch sein, dass sie das Umworben werden ein Stück weit genießt – warum das so schnell abbrechen?

Zum anderen kann der Mann die Situation falsch verstehen – so wie bei vielen anderen menschlichen Interaktionen. Er interpretiert die Absage der Frau dahingehend, dass es zu schnell für sie geht, dass sie nicht als „leicht zu haben“ angesehen werden will und deswegen erst einmal nein sagt oder dass sie einfach noch ein wenig länger umworben werden möchte.

(Mit umgekehrter Verteilung der Rollen würden die wahrscheinlichsten Motive etwas anders ausfallen. Wenn ich das jetzt in jedem Fall in aller Bandbreite ausführe, habe ich genug Stoff, um täglich einen Artikel zu schreiben, und das kann doch niemand ernsthaft wollen… aber als Beispiel:

Zum einen mag der Mann keine Verpflichtung sehen, reinen Tisch zu machen, etwa wenn sie selbst mit ihrem Begehren nicht aus den Puschen kommt (siehe Frage 1). Vielleicht möchte er sie nicht durch eine direkte Absage verletzen. Der Mann findet die Frau nicht attraktiv genug oder sie ist einfach nicht sein Typ. Das ist nicht böse, aber es kann trotzdem weh tun, so etwas direkt zu sagen – glaubt er zumindest gegenüber Frauen. Es kann aber auch sein, dass er das Umworben werden ein Stück weit genießt – warum das so schnell abbrechen?

Zum anderen kann die Frau die Situation falsch verstehen – so wie bei vielen anderen menschlichen Interaktionen. Sie interpretiert die Absage des Mannes dahingehend, dass er es nicht gewohnt ist, wenn eine Frau den ersten Schritt macht oder dass er nicht als „leicht beherrschbar“ angesehen werden will und deswegen erst einmal nein sagt oder dass er einfach noch ein wenig länger umworben werden möchte.)

Ab jetzt kommen zahlreiche weitere Fragen hinzu, die man beliebig weit auffächern kann und die ich im Gegensatz zu den ersten dreien nicht als Ja/Nein-Fragen formulieren möchte: Etwa über welchen Zeitraum sich der Zustand des interessiert seins / Werbens erstreckt, ob die beiden schon lange Zeit befreundet sind oder sich erst kennengelernt haben, ob sie öfters Zeit zu zweit hatten und dabei in Ruhe reden konnten. Alter, Attraktivität und finanzielle Situation (alles drei sowohl absolut als auch relativ zum anderen Menschen) spielen ebenfalls eine Rolle – zumindest bei der Beurteilung, ob die Chancen des Mannes von Anfang an unrealistisch waren oder nicht.

Und noch ein Punkt, den zumindest ich sehr wichtig finde, muss erwähnt werden: Die leidige Frage, ob bei dem Mann „Friendzone – die Serie“ läuft. Es macht doch einen großen Unterschied, ob es mal nichts wird mit der Angebeteten, oder ob es immer so ist.

Und jetzt mit Wertung

So, und ab hier noch ein paar Beispiele, in denen auf jede Fall eine Wertung vorkommt. Natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder Repräsentativität.

Karen Straughan (über die bereits im vorherigen Beitrag geschrieben wurde) hat ein Video veröffentlicht über „nette Kerle“ und die Friendzone. Sie erwähnt ein Beispiel aus ihrem Umfeld (ab 08:22). Ein Mann hatte sich in eine Arbeitskollegin verliebt. Anstatt irgendwann aufzugeben (sie war in einer Langzeitbeziehung), war er besonders nett zu ihr, übernahm sogar einen Teil ihrer Arbeit und hörte ihr zu, wenn sie sich über ihren Freund beklagte. Sie wusste genau, was Sache war, hatte aber keinerlei Interesse, diese Konstellation zu beenden – es war ja so bequem für sie! Als sie dies unvorsichtigerweise in einer nicht gerade netten Bemerkung zum Ausdruck brachte, die er hörte, war er erstaunlicherweise nicht erfreut darüber. Hier haben wir also die Kombination, dass die Frau Bescheid weiß und es eiskalt ausnutzt.

Karen Straughan (Girl Writes What!?): Look out! It’s a Nice Guy! DESTROY HIM!!11!

Eine andere Variante ist, dass die Frau einfach eine gewisse Anzahl an Verehrern für ihr Selbstwertgefühl braucht. Die Männer nennt man dann „Orbiter“.

Es kann auch sein, dass die Frau nichts merkt, aber gerne die praktischen Angebote annimmt, die die Männer ihr machen. Miria schrieb darüber in ihrem Artikel „Ich und die Orbiter„.

In der Diskussion zu ihrem Pickup-Artikel kam ein sehr interessanter Hinweis: Natürlich kann eine Frau auf einen miesen Typen hereinfallen. Wenn ihr das jedoch in Serie passiert, sollte sie sich irgendwann fragen, warum. Das läßt sich auf die Friendzone ummünzen: Natürlich kann ein Mann in der Friendzone landen. Wenn ihm das jedoch in Serie passiert, sollte er sich irgendwann fragen, warum.

Es gibt noch zwei extreme Interpretationen der Friendzone. Ich halte sie insofern für interessant, weil sie das alte Sprichwort demonstrieren, dass für jemanden mit einem Hammer in der Hand alles wie ein Nagel aussieht.

Zum ersten ist da die feministische Interpretation, die von Karen Straughan zitiert wird (ab 02:28 und 06:44). Laut dieser (radikal)feministischen Sichtweise ist bereits die Annahme einer Friendzone bösartig und drückt „male entitlement“ aus. Sie suggeriere, Frauen „müssten“ romantische Gefühle von Männern erwidern. Wer von einer Friendzone spreche, für den habe Freundschaft zu einer Frau keine oder nur geringe Bedeutung. Ein Mann, der sich unglücklich verliebe, sei selbst schuld, und habe kein Mitleid verdient. Auffällig ist auch die Reduktion des Begehrens auf Sex (im Gegensatz zu einer romantischen Beziehung). Es wird also angenommen, dass Männer nur das eine wollen. Es macht natürlich einen großen Unterschied in der Bewertung, ob Friendzone „unglücklich verliebt sein“ bedeutet oder „der Flirt, bei dem man nur auf Sex aus war, hat nicht geklappt“.

Zum anderen ist da die MGTOW-Sichtweise von Sandman in dem Video namens Friendzone Revenge. (Ich hatte mich bereits früher mit einem Video von ihm intensiv befasst.) Frauen packen Männer laut ihm bewusst in die Friendzone, um sie ausnutzen. Eventuell parken die Frauen die Männer auch nur in der Friendzone, um sie für späteren Bedarf aufzuheben. Wenn sie ihre männlichen Freunde verkuppeln wollen, dann grundsätzlich nur mit Frauen, die weniger attraktiv sind als sie selbst bzw. den unattraktivsten Frauen aus ihrem Freundeskreis. Als Gegenmaßnahme schlägt Sandman vor, ähnlich berechnend zu kontern. Auffällig ist hier, dass „in die Friendzone stecken“ eine aktive, bösartige Handlung ist, für die man sich rächen sollte.

Eine andere Sichtweise

Kommen wir nun nach diesem längeren Vorlauf, mit dem ich hoffe, das Thema einigermaßen umfassend erklärt zu haben, damit klar ist, was ich unter diesem Begriff verstehe, auf den Aspekt zurück, den DMJ interessant fand und weswegen ich diesen Artikel geschrieben habe. Auch wenn es, wie erwähnt, genauso Frauen passieren kann, dass sie in der Friendzone landen, so scheint das Phänomen häufiger in der Kombination „Mann begehrt Frau“ vorzukommen. Zumindest das Beklagen darüber wie auch das Verächtlichmachen der Begehrenden betrifft nach meiner Wahrnehmung meistens Männer. Das ist kein eindeutiger Beweis dafür, dass es so herum tatsächlich häufiger vorkommt, aber zumindest als Diskussionsthema scheint es in dieser Ausprägung relevanter zu sein.

Es scheint bei einigen Frauen etwas Verständnisschwierigkeiten zu geben. Aus ihrer Sicht scheinen Männer Freundschaft nicht oder nicht genug zu schätzen. Beispielhaft ein Zitat aus einem Kommentar von Robin Urban: „Das wird ja auch immer gerne reproduziert, als wäre es was schlechtes, Freunde zu haben.“ (Der Kommentar und die Diskussion sind insgesamt lesenswert.)

Noch krasser drückte es Miria in ihrem Artikel „Nur Freundschaft – zwischen Mann und Frau“ aus: Warum sei es für viele nicht möglich, dass Männer und Frauen „einfach nur Freunde“ seien?

Jetzt kommen wir zu DMJs Punkt. Endlich kann ich zitieren, war ich bei Miria kommentierte:

Steile These: In zweierlei Hinsicht ist Freundschaft für einen Mann das, was Sex für eine Frau ist. Das kann man recht einfach bekommen. Und es nervt, wenn das andere Geschlecht „immer nur das eine will“.

Selbst Männer, die völlig erfolglos bei Frauen sind, haben einige sehr gute Freunde. Es ist für sie auch kein Aufwand, weibliche Freunde zu haben. Freundschaft ist wichtig, aber kein Ziel, das man mühsam erreichen muss. Das schafft man auch so. Daher konzentriert man sich auf das, was weniger leicht zu bekommen ist.

Es ist für einen Mann verletzend und erniedrigend, wenn er grundsätzlich „nur als Freund“ wahrgenommen wird, was gleichbedeutend ist mit „sexuell unattraktiv“. Eine gewisse Menge an weiblichen Freunden ist kein Problem; zum Problem wird es erst, wenn nur noch das stattfindet.

Es ist spiegelbildlich wie bei einer Frau, die eine Beziehung sucht, aber anscheinend „nur für Sex“ gut ist. Darum sind viele Männer enttäuscht, wenn die Frau „nur Freundschaft“ anbietet, weil sie auf das knappere Gut „Sex (und Partnerschaft)“ gehofft haben und Freundschaft in dem Sinne nichts Besonderes ist, in deren Erlangung man viel Aufwand stecken muss.

Das war der Hauptanlass für diesen Artikel: Das umgekehrte Bild aufzeigen. Ähnlich bzw. ergänzend der Teil eines Kommentars bei Alles Evolution:

Ich habe mehrere Fälle im Bekanntenkreis erlebt, in denen Frauen “schnell” mit Männern ins Bett gegangen sind und dann enttäuscht waren, wenn daraus keine Beziehung wurde. Quasi das Pendant zur Friendzone, nur für Frauen. (Dass es auch für Frauen eine echte Friendzone gibt und es eher selten vorkommt, dass sich ein Mann beklagt, er werde nur für Sex genommen, zeigt mal wieder, dass es kaum einseitige Ungerechtigkeiten gibt.)

Natürlich hat dieser Vergleich Grenzen: So ist es gesellschaftlich völlig normal, mehrere gute Freunde zu haben. Bei mehreren Partnern sieht es hingegen anders aus.

Wie mit der Friendzone umgehen?

Hier noch einmal Karen Straughan aus ihrer eigenen Erfahrung (ab 04:07): In der Friendzone zu landen im Sinne von „unglücklich verliebt sein“ tut einfach weh. Interessanterweise ist es, wenn es einer Frau passiert, ein beliebtes Thema für Popkultur (mit ihr als Heldin) und im realen Leben kann eine Frau mit Verständnis rechnen (ab 05:18 und 12:00). Dass es sich bei einem Mann nicht so verhält, ist ein gutes Beispiel für „mit zweierlei Maß messen“.

Wenn sich ein Mensch aufgrund von nicht erwiderter Liebe eine Weile zurückzieht, bedeutet das nicht, dass ihr Freundschaft nichts wert ist. Wie es denen ergeht, die den Kontakt nicht meiden, kennt man ja… oder, um mich noch einmal aus einem Kommentar bei Alles Evolution zu zitieren:

[E]s ist doch genau der richtige Schritt, über ein unglückliches Verliebtsein hinwegzukommen, den anderen nicht ständig zu sehen (wenn es sich vermeiden läßt). Wenn der geliebten Person wirklich etwas an der liebenden liegt, sollte sie das verstehen und nicht ihren eigenen Wunsch nach “freundschaftlicher Beziehung” mit entsprechender Kontakthäufigkeit als wichtiger bewerten. Es wird auch keine gute Freundschaft, wenn die andere Person ständig mehr will. Manchmal braucht man etwas Abstand, um (wieder) die Basis für eine gute Beziehung zu schaffen.

Das finde ich sogar besonders wichtig am Ende einer Liebesbeziehung. Wer kennt nicht das Klischee, dass die Frau sagt: „Lass uns doch Freunde bleiben“? Hier haben wir tatsächlich einen Fall, bei dem der Mann aktiv und bewusst in die Friendzone gesteckt wird – denn wenn sich nicht beide einig sind, hat er nach wie vor romantische Gefühle für die Frau. So etwas kann funktionieren, aber gerade dafür ist es wichtig, zumindest einige Zeit auf Tauchstation zu gehen.

Das letzte Wort möchte ich aber jemand anderem überlassen. Zitat aus einem Kommentar von DMJ:

Manchmal hat man halt Pech, dass man von jemanden etwas wünscht, was der nicht im Angebot hat, aber so ist das eben im Umgang mit anderen Menschen.
Der Punkt, wo dann die Moral weiterhin ins Spiel kommt (und meines Erachtens auch kommen sollte) ist eben erst die Ehrlichkeit: Niemand sollte dem Anderen vortäuschen, dass das Gewünschte doch noch zu erlangen wäre, wenn er ihm erstmal gibt, was er selbst will.

Weitere Quellen zum gleichen Thema:

  1. Wie vermeidet man die Friendzone?
  2. Wie kommt man als Frau aus der Friendzone?
  3. “Fuckzone”: Einfach nur Sex, aber keine Beziehung/Freundschaft (Gegenstück zur Friendzone)
  4. Wenn die „Friendzone“ reden könnte

Popkultur:

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Nun gäbe es sicher 1000 traurige Lieder übers unglücklich verliebt sein und zig sentimentale über den Wert von Freundschaft, aber am Ende habe ich mich für zwei etwas fetzigere entschieden (letztes Mal gab’s keine Popkultur, das war Teil des Inhalts). Wie es sich gehört einmal mit Sängerin, einmal mit Sänger. Lieber etwas abtanzen zu Soul und die ganzen Gefühle herausschreien als die ganze Zeit trübsinnig herumsitzen und sich über die Ungerechtigkeit des Lebens zu beklagen!

The Supremes: You Keep Me Hangin‘ On

The Solution: I Have To Quit You

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Hat jemand das Patriarchat gesehen?

Angeblich leben wir in einem Patriarchat. Behaupten zumindest die Feministen. Was ist denn so ein Patriarchat? Nun, etymologisch ist es die Herrschaft des Vaters. Davon kann ich heutzutage beim besten Willen nichts entdecken. Was der Feminismus mit dem Wort meint ist auch etwas anderes, nämlich eine Gesellschaft die von Männern dominiert und beherrscht wird. Deswegen wird gelegentlich auch das zutreffendere Wort Androkratie benutzt.

Zwar haben wir heute eine Bundeskanzlerin, aber tatsächlich sind in unserer Gesellschaft die meisten mächtigen und einflussreichen Menschen Männer. Nur erschließt sich daraus noch nicht was am Patriarchat schlecht sein soll; immerhin wird der Begriff von Feministen fast immer in einer sehr abwertenden Weise gebraucht. Was dabei immer mitschwingt ist die Idee, dass Herrschaft und Dominanz der Männer Unterdrückung der Frauen bedeutet, also dass Männer ihre Macht zum Nutzen von Männern und auf Kosten von Frauen benutzen. Was außerdem mitschwingt ist, dass Frauen von der Macht ausgeschlossen werden.

Zunächst zu letzterem Vorwurf. Hierfür gibt es keinerlei Belege. Ganz im Gegenteil gibt es von staatlicher Seite zahlreiche Initiativen und Programme die dazu führen sollen, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen. In einigen Fällen gibt es sogar explizite Quotenregeln die einen Mindestanteil von Frauen vorschreiben. Einfach auf die Frauenanteile zu zeigen und das als Beweis für Diskriminierung zu werten ist nicht zulässig, denn es gibt zahlreiche Unterschiede zwischen Frauen und Männern, so dass man ohne Diskriminierung keine paritätische Verteilung aller Spitzenposten erwarten sollte. Wenn es also offensichtliche Fälle von Frauenbevorzugung und keine soliden Hinweise von Männerbevorzugung gibt, ist es abstrus zu behaupten, Frauen (qua Frauen) würden von der Macht ausgeschlossen.

Nun zur Behauptung, Männer würden ihre Macht und ihren Einfluss benutzen, um Männern auf Kosten von Frauen zu helfen. Hier fehlt wiederum jeglicher Beleg. Es gibt a priori keinen guten Grund dafür anzunehmen, dass Männer andere Männer bevorzugt behandeln. Immerhin sind viele Männer mit Frauen verheiratet, haben Mütter, Schwestern, Töchter, Cousinen, Tanten und Nichten. Etwas anderes wäre es, wenn zum Beispiel eine bestimmte ethnische oder religiöse Gruppe eine dominante Rolle einnimmt. Da in der Regel die meisten Verwandten und Freunde der gleichen Religion oder Ethnie angehören werden, gibt es hier berechtigten Grund, sich über Bevorzugung von Mitgliedern der dominanten Gruppe Sorge zu machen.

Es gibt also a priori keinen guten Grund, von einer Benachteiligung von Frauen auszugehen. Wenn wir uns aber nun die Gesetze anschauen, sehen wir sogar das Gegenteil. In einigen Punkten sind Frauen bessergestellt. Mir ist kein einziges Gesetz in Deutschland bekannt, das Frauen gegenüber Männern benachteiligt. Auch in der Rechtsprechung und in der Umsetzung des Rechts sind mir keine Praktiken bekannt, die Frauen benachteiligen. Wohl aber welche die das Gegenteil tun. So gab zum Beispiel der deutsche Richter Ulrich Vultejus unumwunden öffentlich zu, er gestatte angeklagten Frauen in Strafverfahren einen „Frauenrabatt“ und seine Kollegen würden das auch ähnlich handhaben. Breite öffentliche Empörung? Fehlanzeige.

Um dann doch irgendwelche Benachteiligungen aufzuzeigen, werden immer abstrusere Argumente aufgefahren. Es werden statistische Unterschiede aufgezeigt bei denen Frauen schlechter abschneiden, beispielsweise die „Lohnschere.“ Warum das kein gutes Argument für Diskriminierung ist, wurde oben schon gezeigt. Man kann aber auch ohne Probleme Bereiche finden, in denen die Statistiken schlechter aussehen für Männer, beispielsweise die viel höhere Selbstmordrate von Männern oder die niedrigere Lebenserwartung. (Auch diese sind für sich genommen natürlich noch kein Beleg für Diskriminierung gegen Männer.)

In letzter Zeit auch sehr beliebt ist der Verweis auf unsere angeblich patriarchalische Sprache. Nun wird im Deutschen freilich häufig das generische Maskulinum benutzt. Das aber nun als Benachteiligung von Frauen aufzufassen ist schon ziemlich weit hergeholt. Wer sich über derartige „Probleme“ echauffiert, dem sind wahrscheinlich längst die wirklichen Argumente ausgegangen. Auch ist es meines Erachtens noch keinem Feministen gelungen, einen adäquaten Ersatz für das generische Maskulinum zu finden. Doppelnennungen („Bürgerinnen und Bürger“) sind langatmig und umständlich, das Binnen-I („BürgerInnen“) ist unästhetisch, widerspricht den traditionellen Regeln der Rechtschreibung und ist schwer aussprechbar. Von besonders absurden Kreationen wie „Bürgxs“ will ich lieber gar nicht erst sprechen. Es hat auch keine dieser Sprachkreationen einen besonders großen Rückhalt im Volk. Ob sie sich durchsetzen werden ist fraglich.

***

Aber schauen wir uns doch einmal das Problem von der umgekehrten Seite an. Nehmen wir an, es gäbe ein Patriarchat welches, wie der Feminismus befürchtet, sicherstellt dass die Macht in Männerhand bleibt und dass Männer auf Kosten von Frauen profitieren. Was würde ein solches Patriarchat tun?

Zunächst mal würde es gelten, Frauen von der politischen Macht auszuschließen, also aktives und passives Wahlrecht nur für Männer. Damals bei der Einführung des Frauenwahlrechts muss der Patriarchat wohl gerade nicht aufgepasst haben. Vielleicht ist die ganze Sache einfach untergegangen in dem ganzen Aufruhr den es damals gab wegen all den Patriarchen die im Ersten Weltkrieg gestorben waren. Wie man schon sieht, sind Männer offenbar ziemlich unfähig als Unterdrücker. Der unterdrückten Klasse freiwillig das Wahlrecht zu geben ist so ziemlich das dümmste was eine Unterdrückerklasse tun kann.

Es ist schon ziemlich erstaunlich, dass die Gruppe von Menschen die verantwortlich für die überwiegende Mehrheit aller wissenschaftlichen, technischen, künstlerischen und kulturellen Errungenschaften ist, nicht einmal die einfachsten Prinzipien der Unterdrückung zu verstehen scheint. Ein Dreijähriger könnte einen besseren Plan zu Unterdrückung der Frauen ausarbeiten.

Viel plausibler ist es, dass es kein Patriarchat in diesem Sinne gibt, und auch nie gegeben hat. Das Verhältnis der Geschlechter zueinander war schon immer komplex und kann nicht durch eine einfache Theorie der einseitigen Unterdrückung und Ausbeutung erklärt werden.

Was ist Gynozentrismus?

Gynozentrismus ist, die Interessen, Bedürfnisse, Gefühle und Sichtweisen von Frauen in den Mittelpunkt zu setzen. In der gynozentrischen Sichtweise ist Gewalt besonders schlimm wenn sie Frauen trifft; Katastrophen sind besonders schlimm wenn Frauen ihnen zum Opfer fallen; wenn (männliche) Soldaten im Krieg fallen ist es besonders deswegen schlimm, weil dadurch Frauen ihre Ehemänner, Väter und Söhne verlieren. Gynozentrismus heißt gleichzeitig, dass die Interessen, Bedürfnisse, Gefühle und Sichtweisen von Männern hinten angestellt werden.

Gynozentrismus ist in unserer Kultur so weit verbreitet, dass er den meisten von uns gar nicht mehr auffällt. Er ist längst zum Normalzustand geworden. Es ist Gynozentrismus, wenn bei einem Bericht über eine Naturkatastrophe, einen Unfall oder einen Terroranschlag neben der Gesamtzahl der Opfer, zusätzlich die Zahl der getöteten „Frauen und Kinder“ genannt wird. Männer werden dadurch zu Opfern zweiter Klasse erklärt. Und wenn—was nicht selten vorkommt—bei einem solchen Ereignis ausschließlich Männer ums Lebens kommen, dann wird dieser Umstand meistens entweder völlig verschwiegen, oder nur am Rande erwähnt. Oft werden diese ausschließlich männlichen Opfer auch unter geschlechtsneutralen Bezeichnungen versteckt. Viele gute Beispiele dazu liefert das Video „Misandry – Men Don’t Exist“ von manwomanmyth:

Wenn allerdings nur Frauen betroffen sind, wird diese Tatsache ganz besonders in den Mittelpunkt gerückt und das Ereignis hat viel größere mediale Wirkung als eine vergleichbare Tragödie mit männlichen Opfern. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Reaktion der Medien auf die islamistische Terrorgruppe Boko Haram. Als diese Gruppe in den vergangenen Jahren mehrere Angriffe durchführte in denen sie tausende Menschen ermordete, wurde darüber nur spärlich berichtet, denn die überwältigende Mehrheit der Opfer waren männlich. Seit Boko Haram jedoch eine Gruppe von Mädchen entführt hat, hat das Interesse der Medien schlagartig zugenommen. Das Hashtag #bringbackourgirls machte die Runden auf Twitter, selbst First Lady Michelle Obama zeigte ihre Solidarität mit den entführten Mädchen und forderte ihre Rückkehr.

Ein weiteres, noch aktuelleres Beispiel ist der Amoklauf von Eliot Rodger, bei dem ein hasserfüllter und geistig gestörter junger Mann sechs Menschen ermordete, dreizehn weitere verletzte und sich dann selbst das Leben nahm. Vier der sechs Mordopfer waren männlich, und trotzdem wurde diese Tat in vielen Medienberichten als Akt des Frauenhasses verkauft. Natürlich stimmt es, dass Eliot Rodger Frauen hasste. Aber er hasste Männer ebenso. Daraus nun ein Verbrechen speziell gegen Frauen zu machen ist ein perfektes Beispiel für unsere gynozentrische Kultur. In Reaktion auf diese Tat etablierte sich das Hashtag #yesallwomen unter dem—ähnlich wie in Deutschland mit #aufschrei—Frauen über Erfahrungen mit Sexismus berichten.

Ein Amokläufer der vier Männer und zwei Frauen tötet, und damit eine Diskussion über Frauenfeindlichkeit und Gewalt gegen Frauen auslöst. Es kann kaum ein klareres Zeichen für Gynozentrismus geben. Doch dies spiegelt nur einen kleinen Teil einer größeren Debatte über Gewalt gegen Frauen wider. Natürlich ist Gewalt gegen Frauen ein ernstes Problem, aber Frauen sind die von Gewalt am wenigsten betroffene demographische Gruppe. So sind etwa ungefähr 80% aller Opfer von Mord und Totschlag männlich, diese Tatsache wird aber nur selten erwähnt. Und wenn dann mal die Medien darüber berichten, wie das unlängst der Spiegel getan hat, dann werden trotzdem vor allem weibliche Opfer betont. Für Frauen ist ihr Zuhause ein gefährlicher Ort,“ schreibt der Spiegel. „Fast die Hälfte der Fälle, die von ihrem Lebenspartner oder einem Familienmitglied umgebracht wurden, waren Frauen.“ Hier wurde also eine spezielle Unterkategorie der Tötungsdelikte gefunden bei denen Männer nur noch eine knappe Mehrheit bilden, und schon wird das als Rechtfertigung benutzt, sich auf die besonders wichtigen Opfer zu konzentrieren, nämlich Frauen.

Bei all dem will ich jedoch nicht behaupten, dass Gynozentrismus grundsätzlich schlecht sei. Es ist durchaus legitim sich speziell auf die Belange einer bestimmten Gruppe zu konzentrieren. Immerhin kann sich niemand gleichzeitig um alle Probleme der Menschheit kümmern. Insofern ist es hier also sinnvoll Arbeitsteilung zu betreiben. Auch wäre es von meiner Seite ein Anzeichen von Doppelmoral, Gynozentrismus grundsätzlich zu verurteilen, denn ich bin als Männerrechtler Teil einer androzentrischen Bewegung. Aber nur weil ich mich hauptsächlich auf die Anliegen von Männern konzentriere, heißt das nicht, dass ich deswegen Frauen für unwichtig oder unwürdig erachte. Gerade diese Einstellung, auf Männer bezogen, herrscht allerdings in den Köpfen von vielen gynozentrisch geprägten Menschen vor. Und auch von Arbeitsteilung kann in der heutigen Gesellschaft kaum die Rede sein. Die gynozentrische Sichtweise ist so dominant, dass man von der andozentrischen fast nichts hört. Von Ausgeglichenheit kann da nicht die Rede sein.

Dieses einseitige Denken muss ein Ende finden. Die Bedürfnisse von Männern müssen genauso ernst genommen werden wie die Bedürfnisse von Frauen. Das Leben von Männern, genauso wie das Leben von Frauen, ist ein Zweck in sich selbst, und nicht ein Mittel zur Erfüllung der Zwecke von Frauen, von Kindern oder der Gesellschaft. Daher ist es wichtig, dass Männer sich nicht mehr definieren lassen durch die Dienste die sie anderen (insbesondere Frauen) leisten. Und genauso wichtig ist es, dass Männer ihr eigenes Selbstwertgefühl nicht mehr darüber definieren, was Frauen über sie denken. Nur so kann der gynozentrische Konsens überwunden werden.

„cis-Männer sind machthungrig, besitzgierig und jederzeit zur Vergewaltigung bereit“

(Ich verwende hier das sprachlich generische Maskulinum.Warum erkläre ich hier. Der Grund ist ganz einfach. Gleichgewicht)
Ich denke, der Titel empört. „Wie kann @ZuerstMensch nur?“.  „Das ist ungeheuerlich“, „Was soll das heißen? Alle Männer sind Verbrecher?“.  Ja, es ist eine Grenzüberschreitung. Es geht jedoch hier nicht darum den Lieblingaller-Preis zu gewinnen, sondern um Aufmerksamkeit für ein Anliegen. Der Grund für die Provokation sollte bis zum Ende des Beitrags klar auf der Hand liegen, sonst war meine Mühe vergeblich.

Denn es geht um den Schutz unserer Menschenrechte.  Genauer gesagt, mir um Menschenrechte mit Schwerpunkt „zufällig männlich geboren“.  Männerrechte werden bereits, heute hier bei uns, mit Füßen getreten.  Es reicht einen Penis zu haben und sie haben in vielen Fällen vor Gericht die Täterkarte und die Frau die den Mann beschuldigt, die Opferkarte gezogen.  „Schuldig bei Verdacht“ oder Schuldvermutung kann man problemlos dazu sagen. Oder wie es in einem Tweet ausgedrückt wurde „nur 8% aller Vergewaltiger werden verurteilt„.  Darin, in diesem „Angezeigte sind auch Vergewaltiger“ drückt sich eine Misandrie aus,  ein Geschlechterbild, dass man eigentlich nur noch Geschlechterrassismus nennen kann. Solche Menschen legen die gleiche Gesinnung an den Tag, wie jene vor 100 Jahren bis heute, die voller Gewissheit waren und sind, dass eine andere Hautfarbe, eine andere Abstammung, ein anderer Geburtsort, also ein bestimmtes Geburtsmerkmal bedeutet, dass es sich um schlechte, minderwertige Menschen handelt muß und das sie selbst die Besseren sind.

Es ist eine. um es ganz deutlich zu sagen, faschistoide Gesinnung.  Und dieser Teil der sich im  Feminismus versteckt ist gefährlich.  Und daher kämpfe ich dagegen. Nicht gegen den  Feminismus, die Frauenbewegung ist nichts anderes als eine Menschenrechtsbewegung mit Schwerpunkt „zufällig weiblich“ und es gibt genügend Feministen die alle Menschen gleichwertig sehen, wenn sie auch primär nur für ein Geschlecht kämpfen. Dieser faschistoide Teil allerdings, die sich ihre Ideen offenbar aus der menschenverachtenden Idologie der Valerie Solanas und ihres Buches „SCUM“ holen, kann sich darin perfekt verbergen und ausbreiten. Schritt für Schritt.
Habe mal einen Spruch gelesen: „Der Faschismus wenn er wieder auftaucht wird dies nicht im alten Gewand tun, er wird ein neues Kleid anziehen, so dass man ihn nicht erkennt“.

Die nachfolgende Auflistung von Merkmalen des Faschismus ist weder wissenschaftlich, noch vollständig:

  1. Es ist wichtig, dass alle mit gleichem Merkmal sich als eine Gruppe verstehen, der man einredet dass sie die bessere ist, als die andere von der man sich absetzten möchte. Und dabei lässt man sich von nützlichen Idioten der anderen Gruppe unterstützen.
  2. Unwichtig ist, dass diese Gruppe mit den Angehörigen der minderwertigen Gruppe in der Gesellschaft vorerst eng zusammenlebt. Es ist nur wichtig, die andere Gruppe von der Eigenen mit pauschal negativen aufgrund des Merkmals zugeschriebenen Eigenschaften zu unterscheiden. Und der Eigenen positive zuzuordnen.
  3. Jede Kritik an dieser Ideologie die Menschen per unterscheidendem Merkmal in gut und schlecht teilt, muß lächerlich gemacht werden, alle Kritker als Idioten oder Querulanten gemarkt werden.
  4. Es müssen Gründe erfunden werden, den Hass plausibel machen und es muß dieser Hass überall publiziert werden wo immer es geht.
  5. Wichtig ist es die Masse der Gesellschaft gegen diese Anderen aufzuhetzen. Dazu ist es wichtig der Gruppe pauschal ohne Rücksicht auf individuelle Situation ein Vorteils- und Unterdrückungsverhalten vorzuwerfen. Reich sein in irgendwelchen Formen und angeborene Besitzgier.  “SIE sind für Not und Elend verantwortlich“,  “SIE haben die Krise verursacht” “SIE unterdrücken uns“. Das rechtfertigt dann auch die Vorbereitung von Gewalt gegen diese feindlich bezeichnete Gruppe.
  6. Es muß eine unsichtbar wirksame Konstruktion geschaffen werden, von der man behauptet das sie von der anderen Gruppe beherrscht wird, die aber nur für diejenigen klar erkennbar wird, die in die Erkennung dieses weltweiten  Unterdrückungssystems  geschult wurden. Dazu ist die Merkmalsideologie möglichst in alle Bildungseinrichtungen einzuschleusen.  Halte die andere Gruppe ab, weiter dort tätig sein zu können.
  7. Ständige Wiederholungen, dass (entgegen aller Fakten) ein Teil der Bevölkerung gesamt Opfer der Tätergruppe ist, fördern ein Bedrohungsgefühl für die eigene Gruppe.
  8. Über die demokratischen Institutionen dringt man in die Gesetzgebung vor und schafft Schutzmechanismen die in jedem Fall ohne Berücksichtigung von Faktoren die auch andere Erklärungen anbieten würden, die ganze Gruppe mit diesem einem Merkmal pauschal als gefährlich darstellt.
  9. Besonders wichtig ist die andere Gruppe klar als Feinde zu kennzeichnen und Zweifel an der angeborenen Bösartigkeit aufgrund dieses Merkmals sofort zu bekämpfen.
  10. Niemals darf erkennbar sein, dass es darum geht, die Gruppen mit gleichem Merkmal vollständig zu trennen. Es ist durch Verwendung aller Mittel soviel Hass aufzubauen, dass ein Zusammenleben immer weniger sinnvoll erscheint. Hilfreich dabei sind wieder Menschen die nur Gutes wollen. Ganz wichtig aber dabei ist, wird mit Täuschung gearbeitet, darf diese nicht mehr als solche erkennbar sein.
  11. Es müssen Bereiche aufgebaut werden,  in denen man die eine von der anderen Gruppe komplett trennen kann („Nur für …“) und dafür gesorgt werden, dass die andere keine solchen Exklusivräume mehr hat.
  12. Durch Gesetze die Kritik an der Merkmalsideologie unter Strafe stellen ist noch vorhandene Gegenwehr gegen die Entrechtung einzuschränken und auszuschalten.

Warum das Wort Geschlechterrassimus? Nichts unterscheidet eine Herabwürdigung einer Gruppe Menschen per Geschlecht und Sexualverhalten (cis-Mann), von der, bei der ebenfalls nur die Geburt ausschlaggebend war,  sei es wegen angeborener Hautfarbe, wegen eines Geburtsortes den man nicht frei wählen kann oder weil man von Eltern abstammte, die und alle ihre Vorfahren und Nachkommen per menschenverachtender Definition zu Untermenschen deklariert wurden.

Das Schicksal hat zuweilen eine sehr grausam ironische Art. Es wurde von den diesen Sympathisanten der SCUM-Lehre  ein verächtlicher Begriff für die Herabwürdigung aller heterosexuellen Männer gewählt, der sehr eigenartig vertraut klingt in unseren OhrenDas macht besorgt, mich zumindest. Aber ich bin auch leicht zu irritieren.

 

 

 

Was ist eigentlich Unterdrückung?

Wurden Frauen in früheren Zeiten unterdrückt? Das ist eine sehr interessante Frage, die hier im Artikel  „Die Mär von der Unterdrückung der Frauen in fernen Ländern und Zeiten“  aufgeworfen wurde. Ich möchte als Mitautor dieses Gemeischaftsblogs meinen Senf dazu abgeben, auch weil ich teilweise eine etwas andere Sichtweise habe.

 Wenn man diese Frage ernsthaft betrachten will, dann muss man sich fragen: Wie definiere ich eigentlich Unterdrückung? Wann ist jemand unterdrückt und wann ist er es nicht? Ohne eine solche Definition ist es schwierig verschiedene Einelfälle einordnen zu können.

 Für mich bedeutet Unterdrückung:

  1. eine rechtliche Schlechterstellung
  2. ohne einen rechtfertigenden Grund

 NICHT zwingend erforderlich ist dagegen:

  1. dass der Unterdrückte persönlich unter der Unterdrückung leidet
  2. dass die Unterdrückung nicht durch andere Vorteile wieder ausgeglichen wird

Wenn man sich mit dieser Definition im Hinterkopf das Wahlrecht oder auch dessen Verweigerung betrachtet, dann stellt die Verweigerung des Frauenwahlrechtes eine Unterdrückung dar, während z.B. die Verweigerung eines Wahlrechts für kleine Kinder keine Unterdrückung ist (weil hier ein sachlicher Grund besteht).

Es spielt für die Feststellung der Unterdrückung auch keine Rolle, ob Frauen zu Zeiten ohne Wahlrecht vielleicht andere Vorteile hatten, z.B. nicht wie Männer als Soldat in den Krieg ziehen zu müssen. Der Kriegsdienst war und ist möglicherweise eine Unterdrückung der Männer. Aber auch das würde nur bedeuten, dass Männer und Frauen verschiedenen Unterdrückungen ausgesetzt waren oder sind. Nur kann man diese Unterdrückungen nicht einfach gegeneinander aufrechnen: „Du Frau darfst nicht wählen, aber ich Mann muss in den Krieg, da hast Du es besser – ergo keine Unterdrückung der Frau“. So funktioniert das nicht.

Im alten Rom hatte ein Haussklave, in der Villa eines reichen Patriziers vermutlich oft ein besseres, angenehmeres und sicheres Leben als ein freier römischer Bauer oder gar ein Legionär. Daraus kann ich aber nicht ableiten, dass dieser Sklave nicht unterdrückt gewesen sei. Es ist für die Feststellung einer Unterdrückung nicht notwendig, dass der einzelne zwingend darunter leiden muss. Auch wenn ein solcher Haussklave ein langes gesundes und vielleicht auch glückliches Leben geführt hat, kann ich mich heute hinstellen und im Konstrukt von Sklaverei ein Unrecht sehen.

Ich habe mal von einer Plantage gelesen, auf der nach Abschaffung der Sklaverei sämtliche Sklaven von heute auf morgen freigelassen wurden. Die standen nun plötzlich ohne Heim und Beschäftigung aber dafür frei da. Nach ein paar Tagen marschierten Sie zum Herrenhaus und verlangten gefälligst wieder Sklaven sein zu dürfen. Als ihnen das verweigert wurde km es zu gewalttätigen Ausschreitungen. Diese Leute wollten also offensichtlich am liebsten Sklaven sein, weil es Ihnen aus ihrer damaligen Sicht die beste Lebensart zu sein schien. Aber kann daraus schlussfolgern, dass Sklaverei daher keine Unterdrückung war?

Genauso verhält es sich mit Frauen, auch wenn die Situation hier natürlich nicht so drastisch war, wie bei Sklaven. Stellen wir uns vor, man hätte jungen Mädchen aus der besseren Bürgerschicht zu früheren Zeiten gesagt: „Freut Euch! Eure Unterdrückung ist zu Ende. Ihr müsst nicht mehr Ausschau nach einem Arzt oder Anwalt halten, der Euch standesgemäß ehelicht, und dann ernährt. Ihr dürft nun selber studieren, arbeiten und für Euren Lebensunterhalt sorgen!“ Vermutlich wäre die Begeisterung der Damen nicht sehr groß gewesen. Muss man aber daraus schlussfolgern, dass ein damaliges Studien- und Berufsverbot für Frauen gerecht und keine Form der Unterdrückung war? Ich denke nicht.

Im bürgerlichen Gesetzbuch fand sich früher die folgende Aussage:

„Dem Manne steht die Entscheidung in allen das gemeinschaftliche eheliche Leben betreffenden Angelegenheiten zu; er bestimmt insbesondere Wohnort und Wohnung.
Die Frau ist nicht verpflichtet, der Entscheidung des Mannes Folge zu leisten, wenn sich die Entscheidung als Mißbrauch seines Rechtes darstellt.“

Hier wurde dem Ehemann also rechtlich ganz klar eine rechtliche Vormachtstellung gegenüber seiner Frau eingeräumt. Jetzt könnte man dagegen einwenden, dass diese Vormachtstellung ja auch für den Mann eine Bürde gewesen sei. Denn schließlich musste er im Außenverhältnis für die gesamte Familie einstehen und diese im Innenverhältnis ernähren. Aber auch diese Einwendung verfängt nicht, denn der Ehemann ist in dieser Situation ja nicht zwingend der Schuldige an der Situation. Er hat diese Gesetze ja auch nicht gemacht. Trotzdem war es keine nach meinem Verständnis keine gerechte Situation.

Was heißt das aber nun? War früher alles schlimm und alle Frauen Opfer und alle Männer Unterdrücker? Nein, denn wie immer im Leben kommt es auf die persönliche Situation an. Es ist aus meiner Sicht aber nicht zu leugnen, dass es objektiv eine Unterdrückung der Gesamtgruppe „Frauen“ durch die damalige Gesellschaft (ich sage wohlweislich nicht: die Männer) gab.

Die Mär von der Unterdrückung der Frauen in fernen Ländern und Zeiten

Selbst viele Kritiker des Feminismus sind der Meinung, dass der Feminismus grundsätzlich viel Gutes erreicht habe, aber jetzt ein wenig zu weit gegangen sei. In der Vergangenheit seien Frauen unterdrückt worden und in den meisten nicht-westlichen Ländern sei das immer noch der Fall, nur hier im Westen in den letzten paar Jahrzehnten hätten Frauen nun mehr Rechte und weniger Pflichten als Männer.

So verbreitet sie auch seien mag, diese Ansicht ist nicht nur falsch, sie zeugt auch davon, wie tief verwurzelt der Gynozentrismus in uns ist. Selbst diejenigen die viele der Unwahrheiten und einseitigen Darstellungen des Feminismus durchschaut haben und festgestellt haben, dass Frauen in unserer Gesellschaft keine hilflosen Opfer sind, sind trotzdem sofort bereit dies über Frauen in anderen Ländern und zu anderen Zeiten zu glauben. Dabei ist das Vorgehen gleich wie bei allen anderen feministischen Lügen: man sucht sich bestimmte Fakten heraus die darauf hindeuten könnten, dass Frauen schlechter behandelt werden als Männer, ignoriert dabei alle nicht-sexistischen Erklärungen und ignoriert alle Fakten die darauf hindeuten könnten, dass Männer schlechter behandelt werden. Schon sieht es aus, als würden Frauen unterdrückt.

So weisen Feministen heutzutage darauf hin, dass Frauen im Schnitt weniger verdienen als Männer, dass Frauen „unterrepräsentiert“ sind in Führungspositionen, im Militär und in Naturwissenschaft und Technik. Angesichts der Tatsache, dass keiner Frauen von diesen Beschäftigungen ausschließt, ist die naheliegendste Erklärung, dass Männer und Frauen fundamental verschieden sind und unterschiedliche Fähigkeiten und Vorlieben haben und daher unterschiedliche Entscheidungen treffen. Diese Erklärung wird jedoch ignoriert um stattdessen krude Thesen über Lohndiskriminierung, gläserne Decken und Männerseilschaften zu avancieren, die einfach so in den Raum geworfen werden und anscheinend keinerlei Belegs bedürfen. Fakten die auf eine Diskriminierung von Männern hindeuten könnten werden geflissentlich ignoriert. Beispielsweise, dass Männer früher sterben, öfter Selbstmord begehen, öfter obdachlos sind und öfter Opfer von Gewalt werden.

Mit historischer Unterdrückung läuft die Sache ähnlich. Frauen durften nicht wählen, konnten bestimmte Berufe nicht ergreifen, verheiratete Frauen konnten teilweise kein eigenes Eigentum besitzen und waren so von ihrem Mann abhängig (das war vor allem im angloamerikanischen Rechtssystem der Fall). Dabei ist patriarchalische Unterdrückung bei weitem nicht die einzige oder die beste Erklärung für diese Phänomene. Es stimmt natürlich, dass Frauen später als Männer das Wahlrecht bekommen haben, allerdings waren es in den meisten Staaten nur wenige Jahrzehnte zwischen allgemeinem Männerwahlrecht und allgemeinem Wahlrecht auch für Frauen. Auch kann es keineswegs als Unterdrückung gelten, nicht wählen zu dürfen. Wäre das der Fall, dann müssten heute Kinder, Jugendliche und Ausländer gleichermaßen als unterdrückt gelten. Wählen zu dürfen bringt sehr wenige persönliche Vorteile. Immerhin ist eine einzelne Stimme quasi bedeutungslos, denn die Wahrscheinlichkeit, dass der Ausgang der Wahl von einer Stimme abhängt ist verschwindend gering. Der einzige vernünftige Grund warum ein fehlendes Wahlrecht problematisch sein könnte, ist dass Männer ihr Wahlrecht dazu nutzen könnten um Politiker zu wählen, die im Interesse von Männern herrschen und dabei die Interessen von Frauen vernachlässigen.

Es gibt jedoch wenige Hinweise darauf, dass dies tatsächlich der Fall war. Auch aus theoretischer Sicht gibt es viel was gegen diese These spricht. Erstens ist es allgemein wenig sinnvoll, eigennützig zu wählen. Eine einzelne Stimme hat kaum eine Chance den Ausgang der Wahl zu beeinflussen. Wählen bietet daher die perfekte Gelegenheit, altruistisch zu handeln, da die persönlichen Kosten davon verschwindend gering sind. Es ist also sinnvoll diejenigen Parteien und Kandidaten zu wählen, von denen man glaubt sie repräsentieren am besten das Gemeinwohl. Das steigert das Selbstwertgefühl und tut gut fürs Gewissen, und das alles bei vernachlässigbar geringen Kosten.

Und selbst wenn man von egoistischen Wählern ausgeht, macht es wenig Sinn für Männer, für frauenfeindliche Politiker zu stimmen. Immerhin würde ein Mann der das tut damit auch all seinen weiblichen Verwandten, Freunden und Bekannten schaden. Es mag durchaus sinnvoll erscheinen im Interesse seiner eigenen Volksgruppe, Religion oder Rasse zu wählen, denn die meisten Verwandten und Freunde die ein Mann hat werden in der Regel diese Eigenschaften teilen, doch mit dem Attribut Geschlecht ist dies nicht der Fall. Und so gibt es auch viele historische Beispiele für Katholiken die im katholischen Interesse wählen, Protestanten die im protestantischen Interesse wählen, Weiße die im Interesse von Weißen wählen, etc.

Beim Verhältnis zwischen Männern und Frauen sieht das anders aus. Zwar gab es einige Gesetze und gesellschaftliche Normen die Frauen gegenüber Männern benachteiligten, umgekehrt gab es aber auch viele Gesetze und Normen die Frauen bevorzugten. Frauen wurden nicht zum Kriegsdienst gezwungen, wurden für Verbrechen in der Regel milder bestraft und verrichteten meistens weniger anstrengende und weniger gefährliche Arbeit als Männer. Interessanterweise bestehen die meisten dieser weiblichen Privilegien heute immer noch, während so ziemlich alle männlichen Privilegien beseitigt wurden. Die orthodoxe Sicht, dass sich unsere Gesellschaft in den letzten hundert Jahren hin zu mehr Gleichberechtigung bewegt hat ist also völlig falsch.

Das Verhältnis der Geschlechter zueinander ist stattdessen immer ungleicher geworden. Vor hundert Jahren durften Frauen nicht wählen, aber dafür ließen Millionen von Männern in den Schützengräben des Ersten Weltkriegs ihr Leben. Wäre ich vor die Entscheidung gestellt, entweder mein Wahlrecht zu verlieren oder aufs Schlachtfeld geschickt zu werden, ich würde keine Sekunde zögern meine Stimme aufzugeben. Ich glaube daher nicht, dass Frauen es damals tatsächlich schlechter hatten als Männer. Heute haben Frauen fast überall das gleiche Wahlrecht wie Männer, doch in den Staaten in denen es noch militärischen Zwangsdienst gibt, sind meistens trotzdem nur Männer betroffen. Männer erhalten immer noch härtere Strafen für das gleiche Verbrechen und es sind immer noch fast ausschließlich Männer die die besonders gefährlichen, anstrengenden und schmutzigen Arbeiten verrichten.

Ähnlich wie das historische Geschlechterverhältnis ist auch die heutige Lage in vielen nicht-westlichen Ländern, insbesondere im Nahen Osten. Sowohl von Seiten des Feminismus, als auch in den Medien hört man immerzu wie sehr Frauen in diesen Gesellschaften unterdrückt werden. Und in der Tat gibt es dort einige Belange in denen Frauen benachteiligt werden. Vom Kopftuchzwang in der Öffentlichkeit, über teilweise eingeschränkte Berufswahl, bis hin zu Diskriminierung im Erbrecht.

Was aber wie so oft ignoriert wird, ist dass es auch weibliche Sonderrechte gibt und Bereiche in denen Männer schlechter behandelt werden. Ein gutes Gegengewicht zur vorherrschenden feministischen Meinung ist Ali Mehraspands Artikel „The myth of patriarchal oppression in Iran„, in dem am Beispiel des Irans viele dieser weiblichen Privilegien und männlichen Sonderpflichten aufgezeigt werden. So müssen zum Beispiel alle Männer zwei Jahre lang Militärdienst unter teils sehr widrigen Bedingungen leisten. Auch bietet das dortige Sozialsystem viel umfangreichere Hilfe für bedürftige Frauen als für bedürftige Männer an, obwohl der weit überwiegende Teil der dafür verwendeten Steuern von Männern gezahlt wird.

Allgemein gilt, dass in eher „traditionellen“ Kulturen tendenziell Männer mehr Rechte und Freiheiten haben, aber Frauen dafür weniger Pflichten und mehr Sicherheit. Welches Geschlecht dabei besser wegkommt ist eine Frage der persönlichen Bewertung und der persönlichen Vorlieben des jeweiligen Individuums. Doch pauschal zu behaupten, dass Frauen unterdrückt und Männer die Unterdrücker sind ist eine völlige Verzerrung der reellen Bedingungen. Wer sich, wie das im Feminismus überwiegend geschieht, einzig auf die Nachteile von Frauen konzentriert und alle Vorteile schlicht ausblendet, wird sich nie ein ausgewogenes Bild von der Lage verschaffen können.

All dies sollte nicht dahingehend missverstanden werden, dass ich die bestehenden Nachteile die Frauen in vielen nicht-westlichen Ländern haben gutheiße. Im Gegenteil denke ich, dass alle rechtlichen Ungleichheiten beseitigt werden sollten und Gesetze die die Freiheit von Frauen einschränken abgeschafft werden sollten. Gleichzeitig sollte aber auch das gleiche für Männer gelten. Doch solange der Glaube an die Unterdrückung der Frau so weitverbreitet ist, wird es keine ausgewogenen Änderungen an Gesetzen oder gesellschaftlichen Normen geben.