Warum ich die persönliche Perspektive wichtig finde

Mein Artikel „Warum sich für mich tatsächlich etwas geändert hat„, in dem ich sehr grob mein geistiges Aufwachen beschrieben habe, hat – für mich völlig überraschend – eine positive Beurteilung von Onyx bekommen. Sie wirft dabei einen ganz interessanten Aspekt in den Raum:

Ich finde es ganz wichtig, sich hier mal vor Augen zu führen, dass Debatten nicht zielführend sind, die sich nur darauf beschränken, die jeweils andere Position pauschal als „Feindlichkeit“ abzutun, sondern zu erkennen, dass die Intentionen mitunter gar nicht so verschieden sind, wenn man sie aus einer persönlichen Perspektive betrachtet.

Und es bringt genauso wenig, jetzt zu sagen. „Ja du erzählst zwar aus deiner Postion heraus das gleiche wie ich, aber ich hab halt Recht und du nicht“. Das wäre hochgradig anmaßend und tatsächlich ein Zeichen für Feindlichkeit.

Man kann nicht einfach die persönliche Erfahrung anderer als falsch bezeichnen, nur weil sie mit der eigenen nicht übereinstimmt. Denn genau das führt nicht zu Lösungen und Erfolgen, die ja so sehr herbeigesehnt werden, sondern zu Feindseligkeit, Unverständnis und Hass.

Darauf können wir uns einigen.

Ich weiß gar nicht, ob ich das jemals ausdrücklich irgendwo geschrieben habe: Meine Artikel haben deswegen fast immer ein „Warum ich…“ im Titel, gerade weil sie eine persönliche Sicht auf die Dinge abbilden. Ob das andere auch so sehen, ob davon etwas allgemein gilt – das kann ich nicht entscheiden und will es mir auch gar nicht erst anmaßen.

Nur dass ich diese meine Sicht schreiben kann, das ist mir sehr wertvoll. Denn es war einer der wichtigsten Gedanken hinter dem Bloggen, gerade nicht in den „Kampf um die Deutungshoheit“ zu ziehen, der sich sowieso meistens nicht gewinnen läßt und oft nur verbrannte Erde zurückläßt. Der erste Schritt aus so einer vertrackten Situation, so meine Einschätzung, kann ja tatsächlich darin bestehen, wenn jeder erst einmal seine Sicht schildert – auf die Dinge, auf die Welt, was auch immer.

Das wird nicht dazu führen, dass sich plötzlich alle liebhaben. Im Gegenteil, die inhaltlichen und weltanschaulichen Unterschiede verschwinden ja nicht, sie werden umso deutlicher. Dazu kommt, dass geschriebene Texte immer einen Grad unfreundlicher wirken als sie gemeint sind. Ich stelle mir beim Lesen dann auch noch den Tonfall vor, in dem ich erwarte, dass sie geschrieben wurden (meist kein sehr angenehmer). Außerdem neige zumindest ich zum „Tunnellesen“ – ich blende unpassende Fakten aus und nehme vor allem die wahr, die meine bisherige Ansicht sowohl von der Sache als auch der Person stützen.

Das fällt mir noch am ehesten auf, wenn ich mich über einen Artikel ärgere, mir aber noch ein paar Tage gebe, bis der Zorn verraucht ist, bevor ich losblogge. Beim erneuten Lesen der Quelle bin ich dann deutlich ruhiger, ich weiß ja schon, was ich für Aufreger zu erwarten habe, und stelle dann fest: Lohnt sich gar nicht, der Ärger. Sicher, ist überhaupt nicht meine Meinung, und ich halte das im Großen und Ganzen für falsch, aber es ist auch nicht die eine ganz fürchterliche Formulierung drin, die sich für ein Zitat eignen und den Grund für meine Ablehnung auf den Punkt bringen würde. Es ist eher „naja, 10% der Leute / Situationen / Beispiele aus dem Weltbild kenne ich auch in meinem, das sind bei mir die Extremfälle. Will ich nicht leugnen.“, und mir fällt dann nichts Sinnvolles mehr ein, was ich darüber hinaus noch schreiben könnte.

Konstruktiv verschiedener Meinung zu sein, ist eine Kunst für sich. Bei dieser Gelegenheit ein Dankeschön an errollbundelfeuerstein, die eine ganze Weile immer wieder in den Kommentaren Gegenpositionen zu meinen Artikeln geschrieben hat und zwar auf solche Weise, dass ich tatsächlich darüber nachdenken musste. Ich habe es so in Erinnerung, dass die Kommentare geradezu die Artikel erst komplettierten. Meine Hochachtung!

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Schmucksteine und Drachen… da fiel mir dieser Liedertitel ein.

Rhapsody: Emerald Sword

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Fundstück: MTV und der „typische“ Mann

Noch ein Video, auf das ich durch Zufall gestoßen bin:

‚American Male‘ Short Film | Look Different | MTV

Für diejenigen, die das Genuschel nicht gut verstehen, gibt es Untertitel. Die wesentlichen Botschaften, die man aus dem Film mitnehmen kann:

– Probleme von Männern sind irgendwelche Normen, die man einfach ablegen kann und die nie auf Anforderungen an das wahre Leben beruhen
– Männer sind nie einfach nur Opfer, sondern immer auch Täter, also maximal Opfer und Täter zugleich
– „typische Männer“ sind ziemlich primitiv und abstoßend

Ganz im Sinne der Serie „Spaß mit Männerhass„: Wie sähe ein solcher Film wohl aus, wenn MTV Verallgemeinerungen und Klischees gegen Ausländer, Schwarze oder Juden zelebrieren und als fortschrittlich darstellen wollte? Ich muss es mir nur einen Moment ansatzweise vorstellen, bevor ich innerlich zusammenzucke. Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (GMF) ist eben nie schön.

Was nicht gezeigt wird: Der Protagonist könnte jederzeit gehen, es zwingt ihn niemand, bei dieser Clique mitzumachen (auch wenn das Verbindungen wohl anders sehen werden); er hat sich für dieses Leben entschieden; wie stark er auf der Party mitmacht, ist jederzeit durch ihn selbst steuerbar. Diese scheinbare Alternativlosigkeit spiegelt das Klagen von den eigentlich hochprivilegierten Frauen wider, wie schwer sie es doch hätten, trotz brotlosem Studium (falls überhaupt abgeschlossen) vom Staat finanziert über die Runden zu kommen, während ihnen die männlichen MINT-Absolventen in der freien Wirtschaft die Karrierestellen wegnehmen, indem sie heimtückisch Überstunden kloppen, Reisezeiten in Kauf nehmen und gefährliche und dreckige Jobs machen.

Tatsächlich gehört der „arme Kerl“, der da so in den gesellschaftlichen Rollen gefangen ist, zu den privilegiertesten Leuten überhaupt: beliebt und erfolgreich unter den Seinen und ständig von extrem attraktiven Frauen umgeben. Ok, letzteres ist ihm eigentlich egal, weil er heimlich homosexuell ist, und die Befürchtung, deswegen von der Umgebung nicht akzeptiert zu werden, ist dann auch tatsächlich etwas, was wirklich einmal ein Problem genannt werden kann. Doch lebt dieser Mann gleichzeitig in der westlichen Hemisphäre, und welche bessere, real existierende Welt gibt es für Homosexuelle? Und wie viele Männer leben in der dargestellten Welt der US-Studentenverbindungen (fraternities)? Das trifft doch selbst unter den amerikanischen Studenten nur auf eine Minderheit zu. Also, wenn dieser Mann ausbrechen wollte, gäbe es Möglichkeiten. Vielleicht wäre dieser eine knackige Typ dann nicht mehr da (obwohl man sich angesichts der Blicke nicht sicher sein kann), aber mit so einem muskulösen Körper sollten Partner zuhauf zu bekommen sein.

Überhaupt, dieser Körperkult in dem Film: Lauter durchtrainierte Männer und gutaussehende Frauen, da wird richtig schön auf die Klischeetube gedrückt. Und das, wo doch eigentlich „alle sind gleich schön“ zum üblichen Wertekanon gehört… aber nein, es ergibt ja einen Sinn: Die Verbindung, wo alle traditionellen Schönheitsidealen entsprechen, das ist die Hölle, in der die Leute eigentlich tief im Innern unglücklich sind.

Das Video zeigt den Hass auf die fraternities, die aus mehreren Gründen besonders gut zum Feindbild taugen: exklusive Runde; überwiegend weiß/männlich/heterosexuell; der Ruf ausufernder Partys, bei denen man es mit den Regeln nicht so genau nimmt (Gegenteil von „safe space“, hier muss man tatsächlich auf sich selbst aufpassen!); Frauen, die sich anscheinend sehr ranschmeißen müssen, um dabei sein zu dürfen, und dabei entsprechend schlank, aufgebrezelt und knapp bekleidet sind. Die Verbindungen sind aber auch Netzwerk- und Karriereschmiede – und damit ein seltenes Beispiel für ein real existierendes Bündnis, um unter sich zu bleiben.

Es wird nicht als Alternative zum Leben im absoluten Klischee dargestellt, wie man stattdessen mit gesellschaftlichen Regeln spielen kann, einige einhält, einige bewusst bricht (und die entsprechenden Nachteile gerne in Kauf nimmt); wie man es sich bei einem hohen Status leisten kann, bestimmte „uncoole“ Dinge zu machen, also nach den Behauptungen aus dem Film ein Hemd mit einer „falschen“ Farbe anzuziehen, das „falsche“ Essen zu mögen, etwas für Kunst übrig zu haben. Es fehlt auch das Element, dass sich Männer unter Freunden auch gerne mit solchen Sachen aufziehen, dass solche Frotzeleien für viele dazugehören; nach dem Motto „seht her, wir können uns auch leichte Beleidungen an den Kopf werden, das zeigt unsere Nähe“.

Und wenn es diese Unterschiede zwischen Frauen und Männern im Schnitt gibt: Was ist daran so schlimm? Niemand schwimmt ständig gegen den Strom. Warum darf man also nicht konform sein und Unterschiedlichkeit von Mann und Frau einfach mal akzeptieren? Die Alternative zur totalen Anpassung ist doch nicht die totale Rebellion, sondern das selbstbestimmte Leben (das dann tatsächlich für viele Unterschiede im Schnitt sorgen kann).

Zu dem „zuviel lesen ist doof“ sei auf Lucas Schoppe verwiesen, der die Realität unter Jungen ganz anders darstellt. Dass Frauen außerhalb von Teenagerkomödien aus den 1980ern auch nicht auf totale Bücherwürmer stehen, sondern eher auf Sportler, scheint auch noch nicht angekommen zu sein.

Und „Musik machen“ sei typisch weiblich? Wieso wird dann beklagt, dass es Frauen in der Musikbranche so schwer hätten? Und wo kommen all die männlichen Metalbands her?

Einen Moment der Wahrheit hat der Film allerdings durch zwei Szenen: Am Anfang übt der Protagonist alleine das an sich völlig schwachsinnige Kunststück, Pingpongbälle in Trinkbecher zu werfen. Angetrunken und von einer lärmenden Meute umgeben inmitten der Party zahlt sich das Training jedoch aus, er schafft es locker und ist der Held.

Das ist in Kurzform der Grund, warum es mehr Männer ganz nach oben schaffen: Man sieht sie eben erst dann, wenn sie erfolgreich sind, und nicht in den endlosen einsamen Stunden vorher, wenn sie das Risiko auf sich nehmen, ihre Zeit mit etwas absolut Sinnlosem zu verplempern.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Eine Band in der „falschen Farbe“ rosa singt gerne übers Feiern…

J.B.O.: Ein Fest

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Fundstück: Gleichmaß dokumentiert Gleichgültigkeit

Gleichmaß e.V. läßt nicht locker: Als Reaktion auf die fehlende öffentliche Unterstützung für die Gewaltschutzwohnung in Gera hatte laut Verein die dafür Verantwortliche, Katrin Christ-Eisenwinder (Die Linke), in der Thüringer Landeszeitung behauptet,

es sei „zu keiner Zeit“ der Fall gewesen, dass man unserer Initiative eine Förderung in Aussicht gestellt habe sowie, unser Verein habe nie einen „konkreten und prüffähigen Finanzierungsantrag“ gestellt.

Das klingt nach formalen Ausflüchten. So als ob man bei Menschen in konkreter Notlage abwarten müsste, dass andere alles bis ins kleinste Detail geplant korrekt einreichen. Es gibt in Thüringen jedoch keine existierende oder geplante Alternative zu der privat finanzierten Gewaltschutzwohnung. Insofern war das Angebot von Gleichmaß sowieso das beste von allen – weil das einzige.

Wie bitte? Woher sollten die Politiker auch wissen, dass es von Gewalt betroffene Männer gibt? Das ist die noch häufigere Ausrede: „Wir haben ja nichts gewusst!“ Ein billiger Trick: Das müsse man erst untersuchen, man habe keine Zahlen… aber wenn andere seit Jahren Zahlen sammeln, hält man sich die Ohren zu.

Entsprechend reagiert Gleichmaß e.V. und stellt die Situation ganz anders dar: Man habe alle politisch relevanten Entscheidungsträger rechtzeitig informiert.

So oft werden die Blogartikel von Gleichmaß nicht kommentiert. Diesmal schrieb jedoch Horst Schmeil:

Es ist offensichtlich, dass die derzeitigen Parteien, die in Regierungsämtern sind, kein Interesse an einer Gleichberechtigung von Männern und Frauen haben. Es ist mir unverständlich, dass Nachweise von Gruppen gefordert werden zu Zahlen, die längst von den jeweiligen politisch und verwaltungsmäßig verantwortlichen Stellen bekannt sind, wobeil diese Stellen ständig mit Zahlen von betroffenen weiblichen „0pfern“ Politik machen und dazu noch ungeprüfte „Dunkelziffern“ als real bezeichnen. Wenn allein die Wegweisungen durch die Polizei als Grundlage benutzt werden, Frauenförderung zu betreiben, gehören ebenso viele Männer in den Schutzkreis der staatlichen Ordnung. Anders ausgedrückt: Für jede Frau, die Schutz durch eine Wegweisung erhält, hat ein Platz in einem Schutzhaus für Männer vorhanden zu sein. Diese Zahlen der Wegweisung liegen vor.

Hier kann man nahtlos mit dem von Leszek vertretenen Konzept des integralen Antisexismus anschließen:

eine geschlechtsübergreifende Perspektive auf geschlechtsbezogene Diskriminierungen, soziale Problemlagen und Menschenrechtsverletzungen, die versucht die Probleme aller Geschlechter (Frauen, Männer, Intersexuelle, Trans-Personen) in wissenschaftlicher, theoretischer und politischer Hinsicht zu berücksichtigen

Genau das wäre der eigentliche Maßstab, an dem Politiker gemessen werden müssen, die für Gleichberechtigung einzutreten behaupten.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? „Thüringen ist eines von den schwierigen Bundesländern“… leider!

Rainald Grebe: Thüringen

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Fundstück: Wenn berühmte romantische Filme feministisch wären

Durch Zufall bin ich auf folgendes Video gestoßen:

MTV Braless: If Famous Movie Romances were Feminist

Wenn man das Gesicht von Laci Green in den ersten Sekunden sieht, weiß man schon, wie der Hase läuft: Romantische Komödien sind im Grunde Propaganda, um Frauen einzutrichtern, wie sie zu leben hätten. Mit „vernünftigen“ Maßstäben würden die Geschichten gar nicht funktionieren.

Es ist schade, dass eine an sich lustige Idee – Filme auf die Schippe nehmen – politisch so verbrämt wird, dass das Ergebnis keinen Spaß mehr macht. Dabei könnte man es belassen, aber ich habe ja immer das Bedürfnis, das noch einmal zu kommentieren.

romantische Filme – eine Ausgeburt des Teufels, äh, der Männer?

Hatten wir nicht vor einem Jahr erst die Unterstellung, dass Männer grunsätzlich romantische Filme hassen? Wenn das so wäre, wer ist dann das ausschließliche Publikum für solche Filme? Wie gut ist ein Geschäftsmodell, das darauf basiert, Propagandafilme zu zeigen, in denen den Zuschauern etwas eingetrichtert wird, was sie gar nicht wollen? Sind Filme, die an den Interessen der Zielgruppe vorbeigehen, erfolgreich?

Wer steckt also hinter der Verschwörung? Steuern Männer, organisiert im Patriarchat, die Filmindustrie, und produzieren Filme, die sie selbst hassen, um die Frauen bei der Stange zu halten? Ist das nicht unpraktisch, weil die Frauen den Männern dann mit der Romantik den Männern in den Ohren liegen und sie versuchen, mit in diese Filme zu schleppen? Wäre es bei so einer universalen Steuerungsmöglichkeit nicht viel praktischer, die Botschaft so herüberzubringen, dass man als Verschwörer keine solchen Nachteile erleidet?

Hier wird ein typisch weibliches Konsumgut abgelehnt. Was Frauen mögen, ist nicht ok bzw. es kann gar nicht sein, dass Frauen das aus freien Stücken mögen.

Ist Realismus ein Erfolgsrezept?

In wie vielen Filmen geht es um die Überwindung von Grenzen (alleine diese Formulierung wird wahrscheinlich zahlreiche Leute re-traumatisieren), darüber, dass Leute über sich selbst, die Umstände, die Gesellschaft mit ihren Regeln hinauswachsen? Ist nicht das sogar gerade ein Teil der Romantik? Sind Romantik und Vernunft, „schön brav und realistisch sein“, nicht Gegensätze? War die romantische Ehe nicht ein Bruch mit der traditionell arrangierten Ehe?

Hier wird Kunst mit den Scheuklappen der Moral versehen: Es darf nur gezeigt werden, was auch mit den Werten der richtigen Lehre zu vereinbaren ist. Was waren es für Gesellschaften, die so vorgegangen sind, und wie sah ihre Kunst aus?

Was ist das „feministische“ Rechtsverständnis?

Es ist nur eine kurze Szene, aber sie spricht Bände: Wer sich zu einer 17-jährigen hingezogen fühlt, sei demnach ein Pädophiler.

Das ist Wasser auf den Mühlen derer, die behaupten, Feminismus wolle erwachsene Menschen infantilisieren. Sicher, mit 17 ist man weder in den USA noch in Deutschland volljährig. Aber die Welt ist auch nicht schwarzweiß: Man wird an eine 17-jährige andere Anforderungen bezüglich geistiger Reife und eigener Verantwortung stellen können als an ein präpubertäres Mädchen.

Aber fragen wir mal umgekehrt: In welchen Gesellschaften ist es denn in Ordnung und dasselbe, mit einem präpubertären Mädchen eine Beziehung zu haben wie mit einer 17-jährigen? Wie beurteilt poststruktureller Genderfeminismus die Werte und Moral dieser Gesellschaften?

Fazit

Laut dem Video
– basiert Feminismus auf einer Verschwörungstheorie gegen Frauen
– akzeptiert Feminismus nicht die Freiheit von Frauen, wenn sie sich anders entscheiden als gewünscht
– versteht Feminismus nicht, was Pädophilie ist und kriminalisiert Unschuldige

Alles in allem dieselbe Wirkung wie ein plumpes antifeministisches Propagandavideo. Danke für nichts, MTV und Laci Green!

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Erinnert sich noch jemand an die Zeit, als MTV „rebellisch“ und „unkorrekt“ war?

Beavis and Butthead Music Video

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Fundstück: Ahoi Polloi über Fake News, die „alternative Rechte“ und Martin Schulz

Immer wieder lesenswert: Ahoi Polloi schafft es, sogar der Fake-News-Hysterie noch einen neuen Aspekt abzugewinnen!

Fake News der besonderen Art
eine Alternative zur „alt-right“
Martin Schulz als Hans Dampf in allen Gassen

bisherige Erwähnungen von Ahoi Polloi:

  1. über Medienblockade, political correctness und Ballerspiele
  2. über Beschimpfungen, Hate Speech und den postheroischen Mann
  3. über Nazis, freie Meinungsäußerung und immer wieder Nazis
  4. Ausreden, Fake News und Rassismus
  5. prägnante Wahlanalyse
  6. Donald Trump, Politik und Medien
  7. Genderidentität, politisch korrekte Sprache und das Rederecht bei den Grünen
  8. Sexismus
  9. Modernität bei Arbeit, Gesellschaft und Moby Dick
  10. kulturelle Aneignung, rape culture und sexistische Werbung
  11. gegen mansplaining und Mikroaggressionen und für die Wahrheit
  12. das neue Sexualstrafrecht und die Unschuldsvermutung
  13. dreimal zu „hate speech“
  14. eine ganze Sammlung
  15. zu Sprache

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Also, damals gab es ja noch einen ganz anderen Martin, der unglaublich angesagt war…

Diether Krebs: Ich bin der Martin, ne…?!

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Fundstück: Gewaltschutzwohnung in Thüringen ohne öffentliche Unterstützung

Vor nicht zwei Wochen machte die Meldung die Runde, dass in Sachsen zwei Gewaltschutzwohnungen für Männer eröffnet würden – und zwar mit Unterstützung der dortigen Landesregierung, insbesondere der Staatsministerin für Gleichstellung und Integration. Bereits dann schrieb ich:

Das ist doch eine hervorragende Vergleichsmöglichkeit, unter welcher Landesregierung und mit welchen Parteien sich etwas tut.

Eine Einschätzung, die sich – leider im negativen Sinne – heute bestätigt hat. Gleichmaß e.V. vermeldet sowohl per E-Mail als auch im Blog, dass es für die Gewaltschutzwohnung in Thüringen keine Unterstützung der Landesregierung geben wird – entgegen entsprechender Ankündigungen:

Trotz aller vor und nach der Thüringer Landtagswahl getätigten
Unterstützungs- und Befürwortungszusagen entschied sich die
Gleichstellungsbeauftragte zu Thüringen, Katrin Christ-Eisenwinder (Die
Linke), letztlich gegen eine Finanzierung unserer Schutzwohnung für von
häuslicher Gewalt betroffener Männer. Mit dieser Entscheidung wird nicht
nur der Begriff Gleichberechtigung außer Kraft gesetzt, sondern trotz
des seit vielen Jahren erforschten hohen Bedarfes Thüringer Männern
keinerlei Hilfe zuteil.

Tristan Rosenkranz nennt im Interview mit der Ostthüringer Zeitung Details. Natürlich braucht so eine Wohnung langfristige Unterstützung, um finanziell in trockenen Tüchern zu sein. Die Schilderung, wie Zusagen gemacht und dann nicht gehalten wurden, lese jeder selbst im Detail nach. Besonders peinlich:

Eine Kernaussage, die sich bis heute durch jede Argumentation zieht, ist, dass erst einmal erforscht werden müsse, inwieweit für eine Gewaltschutzwohnung überhaupt Bedarf besteht.

Dabei ist das, wenn man tatsächlich mal entsprechenden Vereinen und Personen zuhören würde, längst erforscht.

Auch die bisherige Auslastung der Gewaltschutzwohnung in Gera bestätigt die altbekannte Realität ein weiteres Mal: Es gibt mehr Bedarf als Angebot. In trauriger Zahl: Die eine Wohnung kann weniger als 2% der Betroffenen helfen.

In Sachsen hat die Landesregierung offensichtlich mehr Kontakt mit der Realität. Dort werde, nach Wohnungen in Dresden und Leipzig, derzeit eine dritte Wohnung in Chemnitz eingerichtet.

Tristan Rosenkranz zieht ein trauriges Fazit:

Fundraising als Option beispielsweise ist sehr aufwendig und ehrenamtlich nicht leistbar. Die WBG Aufbau zwar äußerte ausdrücklich den Wunsch, das Projekt auch künftig zu unterstützen. Sollte jedoch mit der Finanzierung Schluss sein, wird die Wohnung im Juli aufgelöst. Als Projektverantwortlicher bin ich müde geworden, habe mir viel zu viele Zusagen angehört, die nicht eingehalten wurden.

So sieht die Realität auch im Jahre 2017 noch aus: Um Männern zu helfen, müssen Ehrenamtliche bis zur Erschöpfung kämpfen.

Es gilt jedoch auch, was ich schon bei der Unterstützung dieser Wohnung geschrieben habe:

Jedes Gewaltopfer, das Unterstützung erfährt, ist ein aussichtsreicher Kandidat weniger für zwei andere Klassiker unter den Männerthemen: Obdachlosigkeit und Selbstmord.

Neben den direkt Betroffenen, denen hier geholfen wurde, profitieren aber weitere Männer davon: Dass solche Angebote existieren, hat mir die Sprachlosigkeit genommen. Danke, Tristan Rosenkranz!

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Wenn es Sachsen besser anstellt als Thüringen, bringe ich auch wieder Musik mit Bezug zu ersterem…

Sorry about Dresden: Relax, It’s Tuesday

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Fundstück: Feministische Regierung beugt sich Kleiderordnung im Iran

Da war ja neulich etwas los in den sozialen Medien! Ein Foto machte die Runde, auf dem Donald Trump nur mit anderen Männern zu sehen war. Angeblich entschieden „ausschließlich Männer darüber, was Frauen mit ihrem Körper machen dürften“. Klartext: Der US-Präsident strich Organisationen die Unterstützung, wenn diese Abtreibungen durchführten oder nur darüber informierten. Dass immer 42% aller weiblichen Wähler, die ihre Stimme abgegeben haben, für ihn gestimmt haben, dass Frauen kritischer gegenüber Abtreibungen sind als Männer – was machen sollte Fakten schon aus, wenn es um das Narrativ des Geschlechterkrieges geht. (Wenn es darum geht, dass ein Geschlecht willkürlich über das körperliche Wohlergehen des anderen verfügen kann: Dürften dann Frauen nicht über Krieg und Frieden entscheiden, zumal die überwiegende Mehrheit der Soldaten männlich ist?)

Die schiefen Vergleiche ließen nicht lange auf sich warten („Frauen beschließen, dass Männer nicht mehr masturbieren dürfen“), die schwedische Regierung zog jedoch alle Register, posierte ähnlich wie Trump und seine Untergebenen und gab bekannt, feministisch zu sein. Und jetzt kommt’s: Was machten Mitglieder derselben Regierung, die vorher noch lauthals den Einsatz für Gleichberechtigung verkündet hatte, als sie in den Iran reisten? Genau, sich den dortigen Kleidervorschriften fügen!
Anspruch und Wirklichkeit klaffen gerade bei der Begegnung von Außenpolitik und Beharren auf Menschenrechten immer auseinander. Da sind Frauen eben nicht anders als Männer und errichten keineswegs „die menschliche Gesellschaft„.

Aber die Schere im Kopf, zu Hause ordentlich Gratismut zu haben und sich dann, wenn mal Gelegenheit wäre, Haltung zu zeigen, so unterzuordnen, ist schon beachtlich. Leider ist das mit den schlimmsten Vorurteilen über Feministinnen vereinbar: Dass diese nämlich nur unter Menschen aus liberal-westlicher Sozialisation stark sind, gegenüber prämodernen Gruppen jedoch einknicken. Die schwedische Regierung hat echter Gleichberechtigung hier einen Bärendienst erwiesen.

Doch es geht erfreulicherweise auch ganz anders: Via Alex in einem Kommentar bei Alles Evolution wurde ich auf Nazi Paikidze (schöner Scherz über den eigenen Namen!) aufmerksam gemacht, die „die Schachweltmeisterschaft im Iran wegen Kopftuchzwang boykottiert hat.“ Und da ist sie nicht die einzige! Respekt vor diesen jungen Damen, die persönliche Nachteile dafür in Kauf nehmen, Einschränkungen individueller Rechte nicht hinzunehmen.

Zur Tradition, im Umgang mit autoritären Staaten gerne mal etwas nachsichtig zu sein, was Menschenrechte angeht, finde ich folgende beiden Artikel aus dem vergangenen Jahr sehr treffend:
Saudi-Arabien-Besuch: Außenminister Steinmeier wohnt landestypischer Enthauptung bei
Respekt vor westlichen Gepflogenheiten: Iran begrüßte Steinmeier mit Porno-Werbung und nackten Brüsten

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Das war kein Meisterstück, Schweden…

Uschi Ischmeier: Jenseits von Schweden

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