Warum ich über WordPress, Akismet und Pingbacks schreibe

Monatelang hatte ich Ärger beim Bloggen und Diskutieren:

Aus irgendeinem Grund wurden aus diesem Blog keine Pingbacks mehr verschickt. (Das sind diese schönen Benachrichtigungen, die man bekommt, wenn ein anderes Blog auf einen Artikel von einem verlinkt.) Von außerhalb welche zu bekommen, war allerdings kein Problem.

Außerdem konnte ich in einigen Blogs keine Kommentare mehr schreiben. Sie landeten nicht etwa im Spamfilter, sondern kamen nie an. Das galt sowohl für Blogs, die bei wordpress.com betrieben werden (wie Stefanolix) als auch solche, bei denen WordPress auf einer eigenen Domäne installiert ist (wie Man-Tau).

Nachdem ich lange im Admin-Bereich des Blogs herumgesucht hatte, ob ich nicht aus versehen etwas verstellt hatte (oder jemand der anderen Autoren), versuchte ich mich schließlich an den WordPress-Support (den von wordpress.com) zu wenden. Die Anfrage wurde jedoch scheinbar sofort ausgeblendet oder vom Administrator geschlossen.

Mit anderen Worten, die Kommunikationsfähigkeit war stark eingeschränkt, ohne dass ich wusste, warum. Vor einigen Wochen bin ich dann endlich langsam auf den Trichter gekommen, wie ich die Probleme lösen konnte (die Ursache ist immer noch nicht klar):

Akismet

Akismet ist eigentlich dafür gedacht, den gröbsten Spam automatisch zu beseitigen. Es geht auch kaum ohne so etwas, denn ansonsten wären es hier im Blog z.B. Dutzende Spam-Kommentare pro Tag und nicht nur ein paar, wie mir ein Test ohne Akismet bewies, den ich vor wenigen Tagen schließlich beenden musste.

Der Pferdefuß dabei ist, dass man mit der eigenen E-Mail-Adresse auf Akismets schwarzer Liste landen kann, und dann wird man ebenfalls gnadenlos rausgefiltert. Das bewirkt auch unter anderem, dass man nicht mehr beim WordPress-Support anfragen kann bzw. alle Anfragen werden erst einmal als Spam markiert, ohne dass man versteht, was da abgeht.

Die Lösung besteht darin, sich an den Akismet-Support zu wenden. Aus dem WordPress-Support-Forum:

Solange du das Fehlverhalten beim Akismet Support nicht anzeigst, wirst du immer wieder Probleme beim Kommentieren auf WordPress Blogs oder hier im Forum haben. Die Prozedur dazu ist relativ einfach:

Akismet Kontaktformular aufrufen
Den Text „All of my comments are being marked as spam“ eingeben
Die Option I think Akismet is catching my comments by mistake anklicken
Die Formularfelder ausfüllen und fertig 🙂

Danach funktionierten auch Kommentare in oben erwähnten Blogs wieder. Außerdem konnte ich beim WordPress-Support wieder normal schreiben.

Theme umstellen

Dort wurde mir dann unter anderem empfohlen, das Theme umzustellen. Ich fand das etwas merkwürdig, denn ich hatte es meines Wissens nie geändert und Twenty Ten ist das Standard-Theme für WordPress – wenn es damit Probleme gäbe, wäre das doch längst bekannt!

Aber um alle Möglichkeiten durchzugehen, stellte ich das Blog auf Twenty Sixteen um. Und siehe da: Die Pingbacks funktionieren wieder! Wenn ich ältere Artikel bearbeite und wieder abspeichere, werden bisher nicht erzeugte Pingbacks versandt.

Beide Probleme an sich gelöst! Noch zwei Details, die es sich bei ähnlichen Problemen lohnen kann zu wissen:

Trackbacks manuell senden

Wenn die Pingbacks nicht automatisch verschickt werden, kann man sie probeweise auch manuell senden. Das sind dann sogenannte Trackbacks.

Ich musste selbst erst eine Weile suchen, wo ich das im Admin-Bereich des Blogs finde. Das geht so:

– Im alten Editor auf „Beitrag bearbeiten“
– oben ist ein weißer Reiter: „Ansicht anpassen“
– den aufklappen, dort sind einige Optionen eventuell deaktiviert
– „Trackbacks senden“ und „Diskussionen“ aktivieren

Jetzt sieht man unterhalb des Artikels die entsprechenden Optionen.

WordPress-Support

Wie gesagt, es geht um wordpress.com – das wird immer wieder verwechselt. Dabei ist zu beachten: Das deutschsprachige Forum wird von Nutzern für Nutzer gemacht. Die können erste Hinweise liefern, was bei mir auch sehr geholfen hat. Die Moderatoren im englischsprachigen Forum können allerdings z.B. auch nachsehen, ob ein Pingback irgendwo in einem anderen wordpress.com-Blog noch im Filter hängt.

Wichtiger Hinweis (nur) fürs englischsprachige Forum: Immer das Etikett „modlook“ verwenden, damit sich ein Moderator die Anfrage ansieht.

Ist das nicht alles meta?

Das Gesetz gegen „Hate Speech“ soll private Unternehmen zwingen, Inhalte zu filtern. An diesem Fall sieht man recht gut, wie schnell man durch einen zu starken Filter, der irrtümlicherweise auf Spam erkennt, wo keiner ist, stark in der Kommunikations- und Diskussionsfähigkeit behindert wird. Selbst wie man da wieder herauskommt, ist eine Frage, deren Antwort zu finden erschwert wird – durch dieselben Filter, die das Problem erst erzeugt haben.

Das ist nur ein lauer Vorgeschmack auf das, was passieren wird, wenn der Staat die Verantwortung, die mit seinem Gewaltmonopol verbunden ist, nicht nachkommt und das Problem auf die Wirtschaft verlagern will. Der Postillon bringt hier in einem Satireartikel zwischen den Zeilen mal wieder mehr seriösen Inhalt als ein großer Teil des ernstgemeinten Journalismus.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Heute ist Roger Moore gestorben… also bringe das Lied aus einem der besseren James-Bond-Filme mit ihm:

Sheena Easton: For Your Eyes Only

Fundstück: Ahoi Polloi über Gewalt und Beziehungen

Ahoi Polloi hatten wir ja schon lange nicht mehr! Diesmal eine Spezialausgabe über Gewalt und Beziehungen:

  1. Beziehungen (1)
  2. Gewalt (1)
  3. Gewalt (2)
  4. Gewalt (3)
  5. Gewalt (4)
  6. Beziehungen (2)

bisherige Erwähnungen von Ahoi Polloi:

  1. über Fake News, die „alternative Rechte“ und Martin Schulz
  2. über Medienblockade, political correctness und Ballerspiele
  3. über Beschimpfungen, Hate Speech und den postheroischen Mann
  4. über Nazis, freie Meinungsäußerung und immer wieder Nazis
  5. Ausreden, Fake News und Rassismus
  6. prägnante Wahlanalyse
  7. Donald Trump, Politik und Medien
  8. Genderidentität, politisch korrekte Sprache und das Rederecht bei den Grünen
  9. Sexismus
  10. Modernität bei Arbeit, Gesellschaft und Moby Dick
  11. kulturelle Aneignung, rape culture und sexistische Werbung
  12. gegen mansplaining und Mikroaggressionen und für die Wahrheit
  13. das neue Sexualstrafrecht und die Unschuldsvermutung
  14. dreimal zu „hate speech“
  15. eine ganze Sammlung
  16. zu Sprache

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Statt Gewalt lieber ein Lied, dass Gewalttätigkeit im Titel trägt…

Stabbing Westward: Violent Mood Swings

Kurznachrichten vom 21.05.2017

1: Das Leipziger Landgericht sprach einem Bewerber für eine W3-Professur im Fach Pädagogik an der Universität Leipzig einen massiven Schadensersatz zu, weil dieser trotz eindeutig gewonnenem Berufungsverfahren die Stelle nicht bekommen hatte, und die Rektorin der zweitplatzierten Bewerberin den Vortritt geben wollte. Dies deshalb, weil diese im Gegensatz zum Sieger Kompetenzen im Bereich Gender Studies mitgebracht hätte. Das Gericht hielt es sogar für erwiesen, dass die Rektorin bewusst Gerüchte über sexuelle Verfehlungen des erstplatzierten Bewerbers streute, um diesen aus dem Bewerberfeld zu schlagen.

Hadmut Danisch und Genderama berichteten bereits darüber, aber jetzt hat sich auch ScienceFiles ausführlich mit dem Thema befasst. Sehr lesenswert. Wer das Urteil im Original lesen möchte, das gibt es bei Danisch zum Download.

Das Fazit von ScienceFiles:

So geht Frauenförderung (vermutlich nicht nur) an der Universität Leipzig:
Weil die Berufungskommission sich an fachliche Kriterien hält und den geeignedsten Bewerber auf Platz 1 der Berufungsliste setzt, verzögert Rektor Beate Schücking das Verfahren und versucht nach Überzeugung von drei Leipziger Richtern, die über 8 Stunden Beweisaufnahme durchgeführt haben, den Bewerber auf Platz 1 durch das Gerücht, er habe sich der sexuellen Nötigung schuldig gemacht, aus dem Weg zu räumen. Dass dabei der Leumund und Ruf von Dr. G. zerstört werden könnte, ist Schücking offensichtlich egal. Sie hat ein wichtigeres Ziel: Den „Aspekt der Frauenförderung als gesamuniversitäres Interesse“ durchzusetzen. Und wenn es um Frauenförderung geht, dann gelten Moral und Anstand offensichtlich nichts.

Dem kann ich mich nur anschließen. Und ich kann nur hoffen, dass dies noch ein (disziplinarrechtliches) Nachspiel für die Rektorin gibt.

2: Die jungle world hatte neulich in der Druckausgabe vom 11.5. einen Beitrag über die Antibabypille für den Mann, dessen mögliche baldige Marktreife und die Hindernisse auf dem Weg dahin. Als Schuldigen für die Verzögerung macht der Autor Fabian Hennig „die Geschlechterverhältnisse“ verantwortlich, was natürlich nur eine verschämte Umschreibung für „die Männer“ ist. Der Artikel ist auch online verfügbar. Ein Auszug:

Während die Frauenbewegung die Entwicklung der Antibabypille unterstützte – rein markt­wirtschaftlich ging es also auch hier nicht zu –, verharrt der Mann in einem Status selbstverschuldeter Fruchtbarkeit. Statt sich für ein modernes männliches Kontrazeptivum einzusetzen, das ihm eine bequeme Kontrolle über seine Reproduktionsfähigkeit ermöglichen könnte, verübelt er seiner Partnerin die ihr von ihm aufgezwungene Machtposition. Statt öffentlich für ein neues Präparat einzutreten, ereifern sich Maskulinisten lieber über jene Frauen, die ausgerechnet ihnen ein Kind anhängen wollten, um sie an sich zu binden oder ihnen zumindest den bekanntlich ja nicht gerade üppigen Unterhalt abzupressen. So gab 2015 der britische Telegraph ausgerechnet dem Feminismus eine Mitschuld am dürftigen Entwicklungsstand männlicher Kontrazeptiva: Feministinnen wollten die Macht, die die Kontrolle über die Reproduktion der Gattung mit sich brächte, für sich behalten.

Ein Manifest für neue Kontrazeptiva für Männer kam 2016 entsprechend nicht aus einer sozialen Bewegung, sondern von einem medizinischen Fachkongress des »International Consortium for Male Contraception«. Die Entwicklung, so heißt es dort, »zuverlässiger, reversibler und kostengünstiger männ­licher Kontrazeptiva« sei wichtig, um »Millionen von sexuell aktiven Männern« eine Teilhabe an der Familienplanung zu ermöglichen und die reproduktive Gesundheit von Paaren zu verbessern. Mit dem hier formulierten Ziel einer marktreifen Entwicklung bis 2026 appellierten die Verfasser an Pharmaindustrie und Gesundheitsbehörden. Ahnend, dass dies nicht aus­reichen könnte, plädieren sie jedoch – diese Notwendigkeit habe die Geschichte der Pille für die Frau gezeigt – für die Unterstützung von »Initiativ- und Interessengruppen als Vorkämpfer für männliche Kontrazeption«. Bisher ist jedoch keine politische Bewegung in Sicht, weshalb selbst das im Manifest anvisierte Ziel einer Entwicklung moderner Kontrazeptiva für Männer bis 2026 zumindest für Europa und die USA utopisch klingt.

(Hervorhebungen von mir)

Was soll man dazu noch sagen. Wenn man natürlich die existierende politische Bewegung, die sich genau dafür einsetzt, wahlweise ignoriert, totschweigt, dämonisiert und ihnen auch noch die falschen Ziele (das Gegenteil von dem, was sie tatsächlich fordern) andichtet, dann kann man auch behaupten, die Männer und speziell die „Maskulinisten“ wollten das ja gar nicht. Was schlicht die komplette Verdrehung der Tatsachen ist. Bisher habe ich nur Männerrechtler getroffen, die die Existenz einer endlich vernünftigen Verhütungsmethode für den Mann freudigst begrüßen würden.

Wenn es wirklich nur ein Gerücht sein soll, dass Feministinnen an der Macht festhalten wollten, die die Kontrolle über die Reproduktion mitbringt, und angesichts des feministischen Dauergejammers über die furchtbaren Hormonbomben, die man täglich schlucken müsse, wo sind denn dann die Feministinnen, die sich für eine Pille für den Mann einsetzen, wenn diese doch die Frauen von dieser schlimmen Last und Verantwortung für die Nachwuchsplanung befreien könnte? Ich habe noch keine gesehen.

3: Die Weltraumaffen haben unseren Blog in ihrem gestrigen Sonder-Stream ausdrücklich als einer der wenigen lesbaren deutschsprachigen Blogs gelobt. Ich habe mir die Stelle aber nicht gemerkt, also müsst ihr Euch schon das ganze Video ansehen:

Wer die Stelle wiederfindet, kanns ja gerne in den Kommentaren hinterlegen. 🙂

4: Wieder ein wenig Off-Topic und wieder die NZZ: Dort ist ein sehr lesenswertes Interview mit Jörg Baberowski zu lesen, der in letzter Zeit heftig von einer trotzkistischen Splittergruppe angefeindet wurde, und der sich über die autoritäre Linke unserer Tage und die Gefahren der Political Correctness auslässt. Ein paar Auszüge:

Was ist denn heute eigentlich links?

Vor Jahrzehnten galt als links, wer in der sozialen Frage als Anwalt der Schwachen auftrat. Heute gilt als links, was eine Wohlstandselite der Gesellschaft verordnet: staatliche Bevormundung der Bürger, Selbstbestimmung auf Kosten anderer, die Tribalisierung und Ethnisierung der Gesellschaft, offene Grenzen und die Verteufelung des Nationalstaats, die Anbetung der Globalisierung, die Moralisierung aller politischen Fragen und die Rehabilitierung der Religion gegenüber der Aufklärung.

Das ist ein ziemlich heterogener Cocktail.

Zugegeben: Niemand hätte vor vierzig Jahren für möglich gehalten, dass solche Standpunkte einmal für links gehalten werden würden.

[…]

Auf die politische Korrektheit wird seit einiger Zeit lustvoll eingedroschen. Aber eine überlegte, angepasste Wahl der Sprache ist ja auch Ausdruck von Respekt. Können Sie dies nachvollziehen?

Sie dürfen einen weissen, ungebildeten Mann aus der Unterschicht nach Herzenslust beleidigen. Kein Tugendwächter würde sich darüber empören. Höflichkeit und Respekt im Umgang miteinander sind unabdingbar für eine offene, liberale Gesellschaft – aber Respekt heisst auch: dem Gesprächspartner freies Denken und Sprechen zuzumuten. Die Tabuisierung ist ein Akt der Respektlosigkeit, weil sie dem anderen unterstellt, er sei zu dumm zu verstehen, was gesagt wird. Die Achtundsechziger haben anfangs selbst gegen die Tabuisierung aufbegehrt – gegen das Schweigen ihrer Eltern, die Nazis gewesen waren, sie geduldet oder sich ihnen unterworfen hatten.

Die Achtundsechziger setzten sich mit den Schrecken der Vergangenheit auseinander, aber sie legten zugleich den Grundstein für die Moralisierung des Politischen, indem sie entschieden, worüber und wie über die Vergangenheit noch gesprochen werden konnte. Seither ist der Widerstand gegen einen toten Diktator Legitimation genug, um sich moralisch über andere Menschen zu erheben. Alle anderen Bevormundungsstrategien folgen dem gleichen Muster. Wer über Rassismus, Kolonialismus, über Krieg und Frieden oder das Verhältnis der Geschlechter anders urteilt, als es der hegemoniale Diskurs erlaubt, wird moralisch diskreditiert.

[…]

Es lassen sich verschiedene Arten und Steigerungsformen der Diffamierung des Sprechenden unterscheiden. Stufe 1, ziemlich harmlos: Der andere ist ein Idiot. Stufe 2: Der andere ist ein schlechter, also ein moralisch minderwertiger Mensch. Stufe 3: Der andere ist krank.

Ja, und dann gibt es noch eine vierte Stufe: Der andere gehört zu einer Gruppe, die das Recht auf freie Meinungsäusserung verwirkt hat und die man diskreditieren darf, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen. Ein weisser, heterosexueller Mann darf Rassist genannt werden, eine Frau mit passendem Migrationshintergrund darf hingegen sagen, was sie über andere denkt.

Kurznachrichten vom 20.05.2017

1: Eine 32-Jährige ehemalige Pädagogikstudentin wurde gestern vom Landgericht München I verurteilt, weil sie vor fast 9 Jahren ihren Freund beim von ihm erwarteten Liebesspiel mit einer Handkreissäge durch Schnitte in den Brustkorb und die Halsschlagader getötet hat. Ihr Freund war zu dem Zeitpunkt gefesselt und konnte aufgrund einer aufgesetzten, abgeklebten Taucherbrille nichts sehen. Die Strafe: Zwölfeinhalb Jahre Gefängnis wegen Totschlags.

Das Gericht konnte jedoch Mordmerkmale wie Heimtücke oder niedrige Beweggründe nicht erkennen.

Totschlag, das bedeutet: im Affekt, d.h. unkontrolliert und spontan. Das kann ich gut verstehen. Wer von uns hat nicht eine ans Stromnetz angeschlossene Handkreissäge griffbereit neben dem Bett liegen für spontane Sexspielchen oder Gewaltorgien?

Man stelle sich vor, wenn ein Mann seine Freundin auf diese Weise umgebracht hätte. Unter „Monster“, den man bis ans Lebensende einsperren muss, wäre er nicht weggekommen in unserer Presse. Ob das als Mord zu werten wäre, wäre nicht mal ansatzweise eine Frage.

2: Die schwedische Generalstaatsanwaltschaft stellt die Ermittlungen wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung gegen den Wikileaks-Gründer Julian Assange ein. Seit fast fünf Jahren sitzt er deswegen in der ecuadorianischen Botschaft in London fest. Eigentlicher Hintergrund ist ein Auslieferungsgesuch der USA wegen Geheimnisverrats.

3: Frauke Petry hat ihr Kind bekommen, einen Sohn namens Ferdinand. Die Reaktion der toleranten Menschenfreunde auf Twitter war gewohnt empathisch:

4: Wieder einmal gab es sexuelle Übergriffe in einem linken Kulturzentrum, diesmal dem Epplehaus in Tübingen. Unter den Tätern sollen auch mehrere Schwarze gewesen sein.

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) griff den Post der Fachschaft auf und schrieb auf seiner Facebook-Seite: „Was ist los im Epple?“ Zudem ermutigte er Opfer der Tatnacht, sich bei ihm zu melden und ihre Erlebnisse zu schildern. Das wollten die Fachschaftsvertreter nicht auf sich sitzen lassen: „Wir tolerieren es nicht, daß unsere Stellungnahme von Oberbürgermeister Boris Palmer und anderen Kommentierenden für politische und rassistische Zwecke mißbraucht wird.“ Dadurch werde das eigentliche Problem, nämlich der Sexismus, in den Hintergrund gedrängt.

Wie immer bei den Politkorrekten: Hat alles nichts mit Herkunft und Sozialisation zu tun. Männer generell sind einfach scheiße.

Boris Palmer veröffentlichte daraufhin einen Erlebnisbericht einer Besucherin, die auch auf die Veränderung des Klimas in Tübingen in den letzten Jahren hinweist.

Das einst friedliche Studentendörfchen in dem ich zu jeder Tages-und Nachtzeit mal mit einer, mal mit drei Weinschorlen intus heimgelaufen bin, hat sich zu einer Gefahrenzone entwickelt. Aufgrund von Verfolgungen, Übergriffen und Anmachen wird mein Alltag mittlerweile von anderen Menschen überdeterminiert, sprich wie ich wann wo wie gekleidet rumlaufe. Mein einst humanistischer Grundgedanke hat sich aufgrund von wiederholten Handlungen eines gewissen Phänotyps in ein Vermeidungsverhalten entwickelt.

Man kann natürlich auch die Augen vor alledem verschließen und das als „rassistische Hetze“ abtun. Aber wenn das so weiter geht, werden nicht nur die Frauen die Gearschten sein, sondern auch die Männer, die hier im Westen nicht nur durch 50 Jahre Emanzipation ganz anders sozialisiert wurden, ihre Lektion gelernt haben und damit deutlich zivilisierter sind (und mir ist es egal, wenn das irgendwer als rassistisch oder kulturimperialistisch auffasst).

Wenns dumm kommt, werden wir bald wieder lernen müssen, Frauen zu verteidigen, was mir jedenfalls in den letzten 40 Jahren nicht ein einziges Mal passiert ist. Und Primitivfeministinnen werden das Verhalten von zugezogenen Idioten als pauschalen Beweis für „Männergewalt“ nehmen bzw. tun es jetzt schon. Auf beides habe ich überhaupt keine Lust. Und wenn ich dran denke, dass ich mit meinen Steuern diese beiden Idiotengruppen auch noch querfinanziere, noch viel weniger.

5: Wo wir gerade bei frei flottierender Idiotie sind: „Freebleeding“ ist ja derzeit mal wieder der neueste (?) feministische Trend, der von den USA zu uns herüber schwappt. Angeblich will man das Tabu um die Monatsblutung brechen, das es zwar spätestens seit der Hippie-Bewegung Ende der 60er Jahre nicht mehr gibt, aber egal, denn viele Feministinnen leben mit ihrem Weltbild noch in den 50er Jahren und merken nicht, dass die Türen, die sie da einrennen wollen, schon lange offen sind.

Michèle Binswanger schreibt dazu beim Schweizer Tagesanzeiger:

Ist es nicht eine Freude? Nicht, dass wir bluten, natürlich, wer blutet schon gern aus einer Körperöffnung, noch dazu aus einer so unzugänglichen? Nein, das Schöne ist, dass wieder ein Tabu ausgegraben wurde, das nun auf dem Altar der Freiheit zerdeppert werden kann. Sich für Körperfunktionen schämen? Kommt gar nicht infrage. Und deshalb wird gefreebleedet, was die Unterhose hält. Menstruation steht ja für so vieles, das uns in unserem Alltag kleinhält – auch wenn mir der tiefere Sinn dieser Behauptung gerade entfallen ist.

Aber wer braucht Sinn, wenn er einfach sein Frausein zelebrieren kann? Die Freebleeder richten sich an alle, die sich noch immer vor unserem Blut ekeln und Menstruation als etwas Schmutziges betrachten. Dabei stehe sie doch für Fruchtbarkeit und sollte gefeiert werden. Doch so sehr ich für Befreiung bin – ich werde nie Freebleederin werden, wenn zu seinen Blutungen zu stehen, bedeutet, in ihnen herumzusitzen.

Aber wehe, ein Mann rülpst oder furzt, pinkelt im Stehen, oder setzt sich in der Straßenbahn bequem hin, da werden ihm aber schnell mores beigebracht. Von derselben Sorte Mensch.

6: Ein wenig Off-Topic, doch ein Dauerthema, mit dem auch wir als Männerrechtler uns ständig herumschlagen müssen, dem Niedergang des Journalismus. Da sind gerade zwei hervorragende Artikel dazu erschienen: „Man wird ja nochmal vermuten dürfen!“ von Thomas Rietzschel auf der Achse des Guten und als besondere Empfehlung „Journalismus im Kampfmodus: Hetzer, Idioten und Dumpfbacken“ von Heribert Seifert auf der Neuen Züricher Zeitung. Ich frage mich schon länger, warum man derart intelligente Analysen fast nur noch im Internet oder in Schweizer Zeitungen liest.

Fundstück: So stellt man eine minimale Garderobe zusammen

Ich habe ja schon öfters darüber geschrieben, was ich einem eigentlich ganz okayen, aber irgendwie unzufriedenen jungen Mann empfehlen würde, gerade nicht mit dem Ziel „ich reiße 1000 Frauen auf“, sondern „ich möchte glücklicher in meinem Leben werden“. Neben abnehmen und Tanzen lernen gehören zu diesen Tipps auch Kleidungsstücke wie eine Lederjacke und schwarze Lederschuhe.

Ich habe in den letzten Jahren immer mehr Gefallen gefunden an dem Thema „Mode für Leute, die keinen Bock auf Mode haben und einfach nur gut aussehen wollen“. Letzten Endes läßt sich hier mit ein paar einfachen Schritten viel erreichen, was einen als Mann deutlich zufriedener durchs Leben gehen läßt.

Dazu passt auch das heutige Fundstück: Brett McKay (der gesunden Menschenverstand zurückbringen will) präsentiert bei The Art of Manliness (von dort stammen die Warnsignale beim Flirten), „wie man eine minimale Garderobe zusammenstellt“:

Brett McKay, „The Art of Manliness“: Building a Minimal Wardrobe

(Am Anfang ist Werbung, daher die ersten 45 Sekunden überspringen! Ich hoffe, der Tipp von Mario funktioniert und das Video startet ab der Zeitmarke.)

Die Grundidee: Man braucht nicht 1000 komplette Outfits, sondern ein paar solide Kleidungsstücke, die sich miteinander kombinieren lassen.

Man soll sich Klamotten aussuchen, die dem Lebensstil entsprechen. Gemeint ist aber vor allem die Art der Arbeit, also Bürojob vs. körperliche Arbeit.

Die grundsätzlichen Dinge soll zuerst anpacken, also z.B. einen Anzug kaufen, bei dem man dann Jacke wie Hose separat tragen kann. Dunkle Jeans lassen sich nicht nur zu T-Shirts tragen, sondern können auch Teil einer eleganteren Kombination werden. Dann kommt noch die Empfehlung, Sachen von der Stange von einem Schneider anpassen zu lassen. Wer’s mag…

Interessant ist die Regel, einen Kleidungs-Darwinismus einzuführen, bei dem man gnadenlos aussortiert. Kriterien dabei sind: Was hat man nicht mehr getragen? Braucht man es nicht mehr, mag man es nicht mehr, passt es nicht mehr zum Rest? Das führe man zweimal pro Jahr durch und gebe die aussortierten Stücke in die Kleidersammlung.

Als Ergänzung wird folgender Artikel von Antonio Centeno empfohlen: How to Build an Interchangeable Wardrobe

A key wardrobe concept for any man is interchangeability.
(…)
An interchangeable wardrobe is one with fewer specific pieces, but many possible clothing combinations.
(…)
A single good piece of clothing that works with almost everything in your closet is worth more than two or three single-use items that you can only work into one or two outfits.

Danach nennt er eine Liste von Stücken, die jeder Mann haben sollte. Da kommt es natürlich wieder auf den persönlichen Stil und die Lebenslage an, aber als Anregung zu gebrauchen.

Speziell für den Sommer hatte Brett McKay außerdem noch ein paar Tipps, wie man seine Sommergarderobe aufmotzt. Das Video ist deutlich kürzer und weniger umfassend, zeigt aber sehr schön, wie stark ein paar kleine Änderungen wirken:

Easy Ways to Upgrade Your Casual Summer Style

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Wenn es schon um Kleidung geht, darf dieses Lied nicht fehlen…

David Dundas: Jeans on

feministische Empathie, fehlende Qualitätskontrolle und das Tabu der Kuckuckskinder

Täglich kommen in unseren sogenannten Qualitätsmedien irgendwelche Artikel, die jetzt nicht so ganz falsch sind, aber ideologisch so verzerrt, daß sie eine komplett falsche Sicht transportieren. Feministinnen quaken irgendeinen Unsinn heraus und Qualitätskontrolle ist bei unseren Qualitätsmedien ein Fremdwort. Mal wieder ein Beispiel aus der feministischen Rubrik „10nach8“ (und welche Rubrik ist es nicht?) aus der ZEIT. Mich wundert, dass es überhaupt noch Leserkommentare gibt, das muss denen doch peinlich sein.

Aber der Reihe nach. ZEIT-Autorin Miriam Stein schreibt über Unfruchtbarkeit bei Männern. Tatsächlich schafft sie es, aus einem genuinem Männerproblem erstmal ein Frauenproblem zu machen, indem sie mit dem Leid der Frauen anfängt. Völlig falsch und haltlos postuliert sie die männliche Zeugungsunfähigkeit als Tabu. Erst aus dieser Perspektive heraus schafft sie es, sowas wie Empathie auch für Männer zu entwickeln. Weil „Geteiltes Leid ist halbes Leid“. Dabei bemerkt sie gar nicht, wie nah sie einem tatsächlichen Tabu ist. Dem der Kuckuckskinder. Ein Tabu, das rechtlich zementiert ein massives Problem für Kinder und Väter ist. Muss man Feministin sein, um solch ein Machwerk abzuliefern, oder reicht Doofheit aus?

So wie man früher den Playboy gelesen hat, weil der so tolle Reportagen abdruckte, kann man heute die Zeit eigentlich nur wegen der Leserkommentare lesen. Und daher muss ich mich mit dem Dünnpfiff gar nicht weiter befassen, sondern zitiere einfach die erstbesten Kommentare.

Jose16 #1
Ich hatte immer angenommen die Fruchtbarkeit de Mannes würde als erstes getestet, weil es so einfach geht.

Bizimle #1.1
Kenne ich auch nicht anders. Der Artikel scheint mir nicht zeitgemäss zu sein.

Antwort auf #1 von Jose16

Exakt so ist es auch.

Es ist selbstverständlich auch kein „Tabu“ Thema, sondern vielleicht ein bißchen anrüchig für manche Leute, wie alles was mit Fortpflanzung zu tun hat.

Jeder der in Biologie mal eine Mittelstufe durchlaufen hat weiß dass Unfruchtbarkeit genauso am Mann hängen kann. Das sind trotz aller Untergangsgesänge immer noch mehr als 90% der Leute.

leser500 #11
Der Artikel scheint mir keinen Bezug zur Realität zu haben, Spermauntersuchungen sind der erste Schritt beim Urologen.

Ich vermisse auch die Erwähnung der unschätzbaren Vorteile der Selektion. Das Leben in seiner heutigen Form existiert, weil sich manche Individuen fortpflanzen, und andere eben nicht.

Der kleine Dicke von nebenan #12
Anfürsich ein guter Artikel. Aber eine Bitte hätte ich doch: die Sucht danach, sich als Tabubrecher zu gerieren, ist schon etwas nervig. Dauernd lese ich in der Zeit Sätze wie „XY ist ein Tabu. Das muss sich ändern.“

Liebe Zeit, sind Eure Inhalte so uninteressant, dass ihr sie auf diese Weise aufhübschen müsst?

SprintGT #15
Was soll der Unsinn???
Die gute Dame hat also einen Roman gelesen und meint, dass die Wirklichkeit natürlich genau so aussehen muss.
Das tut sie aber nicht. Wenn Paare keine Kinder bekommen können wird immer auch die Spermienqualität untersucht. Aber hier wird erstmal belegfrei behauptet „Männliche Unfruchtbarkeit bleibt ein Tabuthema“. Warum eigentlich? Weil nicht jeder Mann das Ergebnis einer Spermazählung auf Facebook postet?
Ich kenne mehrere Paare, die gar nicht oder nur mit medizinischer Hilfe Kinder bekommen haben und die sind das Problem ausnahmslos gemeinsam angegangen, was ja wohl auch der einzige richtige Ansatz ist. Ich kenne sogar Männer, die so offen damit umgehen, dass sogar in der Umkleidekabine nach dem Fussballtraining über Spermaqualität diskutiert wurde. Ernsthaft und ohne Herrenwitze, aber das kann sich die Autorin bestimmt nicht vorstellen.
Sie hat ja eine eigene Realität. Hauptsache, mal wieder die Männer als dumme, rücksichtslose Realitätsverweigerer darstellen.

Uups, und hier war der Zensor pinkeln. Es ist ihnen doch peinlich.

Karin Rüttgers #17
Mein Kommentar hier wurde gelöscht.

Das verstehe ich nicht.

Denn ich habe darin lediglich zum Ausdruck gebracht, dass ich den Beitrag in dieser Kolumne angesichts des formulierten Themas erneut als recht anekdotisch und wenig faktenbasiert empfinde und dass ich dies als nicht förderlich für die „weibliche Stimme“ – um deren Stärkung es ja in dieser Kolumne gehen soll – erachte.

Auch der Beitrag, auf den ich geantwortet habe, las ich in dieser Diktion.

Das ist doch freie Meinungsäußerung – oder?

Warum so empfindlich?

Fundstück: Wilderer und Verlierer

Kommentator und Blogger jck5000 alias lollipops4equality alias Shitlord hat seinen neuesten Artikel zusätzlich bei Youtube veröffentlicht:

Inhaltlich geht es um das öffentlich-rechtliche Format „Jäger und Sammler“, Suzie Grime und die Kritk, die z.B. Der Doktorant formuliert, aber auch unnötiges De-anonymisieren.

Der Doktorant dazu: Die Quadratur der Liebe – Jäger & Sammler auf Abwegen

Kurz zusammengefasst: Jäger und Sammler setzte „Hass“ mit „Kritik“ gleich und wollte dann drei der größten Hasser, äh, Kritiker, nach Berlin einladen. Zwei von ihnen waren aber berechtigterweise um ihre Anonymität besorgt (Stichwort Doxxing und Vernichtung von Existenzen). Die Sache riecht danach, dass es kein aufrichtiger Versuch war, sondern nur der schwarze Peter (ist der Ausdruck eigentlich rassistisch?) an die Youtube-Kritiker gegeben werden sollte nach dem Motto „seht her, sie trauen sich nicht“. Allerdings wäre es ein leicht durchschaubares Manöver und natürlich stellt sich die Frage, wieso man so etwas wie Google Hangouts zum Vorgespräch verwenden kann, es aber nicht als Kanal für eine Debatte akzeptiert (zumal das weniger kosten würde als Filmen vor Ort).

Alles Evolution berichtete ebenfalls. Schöner Kommentar dort von ichichich:

Warum darf die „Vulgäre Analyse“ denn nicht in Burka oder Niqab auftreten? Nora Illi dürfte sogar bei Anne Will vollverschleiert sitzen.

Sind die ÖR Medien etwa islamophob?

Derweil wurde das Geschlechterallerlei in zwei weiteren Videos erwähnt: Zum einen der Artikel Sinkende Einkommen bei Männern führen zu weniger, bei Frauen zu mehr Ehen zwischen 18:23-22:49 beim MaMMoNMaGaZiN:

MaMMoNMaGaZiN: Safespace #028 – MGTOW

Die Weltraumaffen haben außerdem auf Leszek über Kulturmarxismus verlinkt.

Weltraumaffen: Pausenclowns der Frankfurter Schule

(Quellenliste)

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Da Shitlord in ersterem Beitrag keine große Lust verspürt, nach Berlin zu reisen…

Kraftklub: Ich will nicht nach Berlin