Fundstück: Ahoi Polloi über Nazis, freie Meinungsäußerung und immer wieder Nazis

Es gibt drei Beiträge von Ahoi Polloi, auf die ich schon länger einmal gemeinsam hinweisen wollte. Der erste ist noch ein wenig harmlos, der zweite wirkt im Kontrast zum dritten noch stärker und den letzten fand ich seit Monaten immer wieder akuell.

  1. Nazis
  2. freie Meinungsäußerung
  3. und immer wieder Nazis

bisherige Erwähnungen von Ahoi Polloi:

  1. Ausreden, Fake News und Rassismus
  2. prägnante Wahlanalyse
  3. Donald Trump, Politik und Medien
  4. Genderidentität, politisch korrekte Sprache und das Rederecht bei den Grünen
  5. Sexismus
  6. Modernität bei Arbeit, Gesellschaft und Moby Dick
  7. kulturelle Aneignung, rape culture und sexistische Werbung
  8. gegen mansplaining und Mikroaggressionen und für die Wahrheit
  9. das neue Sexualstrafrecht und die Unschuldsvermutung
  10. dreimal zu „hate speech“
  11. eine ganze Sammlung
  12. zu Sprache

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Frei zu bleiben ist wichtiger als nur gleichgesinnte um sich zu haben.

The Clash: Stay Free

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Warum ich Obdachlosigkeit für ein vernachlässigtes Thema halte

Das Ergebnis der US-Präsidentschaftswahl war unter anderem von Cicero genutzt worden, um darauf hinzuweisen, dass sich die Eliten von weiten Teilen der Bevölkerung entfremdet und keine Ahnung mehr haben, welche Probleme diese wirklich haben. Egal, was sich in der großen Politik abspielt: Das ist ein hervorragender Anlass, um auf die echten Themen hinzuweisen.

Die Nachdenkseiten sind mit gutem Beispiel vorangegangen. Dazu ergänzend: Angesichts von toten Soldaten und solchen mit psychischen Störungen ist mir Frieden wichtiger als Geschlecht von hochrangigen Politikern.

Ein weiteres Thema, von dem Männer überproportional betroffen sind, ist Obdachlosigkeit. Da erfahre ich via Genderama, dass Innsbruck bis zu 2.000 € Strafe für Übernachtung im Freien verhängen will. Das ist natürlich reine Schikane, um Obdachlose aus der Innenstadt zu entfernen, „aus den Augen, aus dem Sinn“.

Es ist aber schon fast zehn Jahre her, als ich erlebte, in was für unterschiedlichen Welten die Leute unterwegs sind. Aus der Erinnerung heraus: Ariadne von Schirach, jünge, hübsche Frau, die eine gaaanz schreckliche Last durchs Leben trägt wegen ihres Namens (ihr Großvater hat seinerzeit die HJ gegründet), stellte ihr Buch vor, dessen Thema in etwa lautete „Es ist alles so schrecklich kompliziert mit unverbindlichen Bekanntschaften in Berlin“, wobei natürlich irgendeine schwammige Angst („Pornographisierung“ o.ä.) nicht fehlen durfte. Sie wurde dann überraschend deutlich zurechtgestutzt von Frank Zander, der auf sein Projekt Weihnachtsfest für Obdachlose aufmerksam machte. Das war doch gleich um mehrere Dimensionen ernster und realitätsnaher.

Die Zeiten sind nicht besser geworden: „Zahl der Wohnungslosen stark gestiegen“ vermeldet der Tagesspiegel (gefunden via Nachdenkseiten), „Immer mehr Wohnungslose in Deutschland“ ist bei Heise zu lesen (gefunden via Stadtmensch-Chronicles).

Die Zahlen sprechen für sich:

2010: 248.000 Wohnungslose
2016: 335.000 Wohnungslose, davon
29.000 Kinder
306.000 Erwachsene, davon
220.000 Männer

35% Zuwachs in sechs Jahren. Dabei sind insgesamt ca. 65,7% Männer.

Der Tagesspiegel zitiert die Regierung:

„Wohnungslosigkeit liegt vielfach nicht in fehlendem Wohnraum begründet, sondern hat in der Regel eine Reihe anderer sozialer und zum Teil auch psycho-sozialer Ursachen“, heißt es in der Regierungsantwort. Oft sei gezielte Hilfe nötig, weil familiäre Probleme, Sucht oder Krankheiten eine Rolle spielten.

Klar, weil mehrere andere Faktoren dazukommen können, kann es natürlich auf keinen Fall an mangelndem bezahlbaren Wohnraum liegen! Mal ganz davon abgesehen, dass sich die Politik bei speziellen Angeboten für Männer mit Problemen auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert, um es mal milde auszudrücken.

Der Stadtmensch kommentiert entsprechend:

Wohnungslosigkeit war schon immer ein hauptsächlich männliches Problem, für das sich offziell und offiziös nur wenige sporadisch interessieren. (…)
Das Thema Obdachlosigkeit zeigt wie kein anderes auf, wie das Schicksal vieler männlicher Betroffener lediglich als vorweihnachtliche Mildtätigkeits-Folklore Verwendung findet (…). Ansonsten wird dieses Thema nur allzu gerne als persönliches Versagen der Betroffenen abgewürgt.
(…) Womöglich könnten sich die Bürgerleins ja mal fragen, wieso für Millionen Flüchtlinge – aber auch für die armen Banken – bei jeder Gelegenheit um Verständnis und Staatsknete geworben wird, die herkömmlich Gestrauchelten in diesem Land aber nur als pseudo-christliches Klischee einmal im Jahr auftauchen.

Forschungsergebnis zu gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit (GMF) zeigen hier übrigens ein weiteres Ungleichgewicht der Geschlechter: Frauen werten häufiger Obdachlose ab.

Sowohl Nachdenkseiten als auch Stadtmensch verweisen auf Angela Merkels Aussagen à la „Deutschland gehe es gut“. Genau so muss man dieses Salbadern mit der Realität konfrontieren!

Was aber die Bundeskanzlerin und Wohnungslose angeht: Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bot vor einiger Zeit im Rahmen einer Aktion Kaffee an, bei der Männer 26 Cent mehr zahlen sollten. Das treibt die Realitätsferne auf die Spitze: Müssten männliche Obdachlose 1,26 € für einen Kaffee beim BMFSFJ bezahlen, Angela Merkel hingegen nur 1 €?

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Die Albumversion ist deutlich vitaler, aber ich fand diese Demoversion angemessener.

Paul Simon: Homeless (demo)

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Warum mir Frieden wichtiger ist als das Geschlecht von Politikern

Auf die US-Präsidentschaftswahl folgte eine Menge Panik in den Massenmedien, die ansonsten gerne berichten, das Volk habe zuviel Angst. Von einer Blödheit sondergleichen war jedoch die geäußerte Befürchtung, Donald Trump könne sich gut mit Wladimir Putin verstehen. Der Weltuntergang droht für einige Journalisten allen Ernstes wie folgt: Die USA könnten sich mit Russland verständigen!

Ja, habt Ihr denn gar nichts aus der Geschichte gelernt? Dass sich in den USA und der Sowjetunion immer wieder kluge Menschen gefunden haben, die zu Verständigung und Gesprächen bereit waren, dass am Ende sogar der Kalte Krieg auf friedliche Weise beendet werden konnte, das ist eine der größten zivilisatorischen Leistungen des 20. Jahrhunderts.

Und dass sich so etwas in ähnlicher Form wiederholen könnte, das soll heute eine unserer größten Ängste sein? Wo lebt Ihr denn, Leute?

Es ist kaum zu fassen: Verständigungswille ist böse!

Das fügt sich natürlich nahtlos ein in die andere große geschichtsvergessene Propagandashow, die uns die Massenmedien seit einigen Jahren präsentieren, nämlich Angst schüren vor Russland. „Der böse Russe“ ist dabei eine Uraltklamotte, die bereits in den 1980er Jahren völlig aus der Zeit gefallen wirkte.

Was ist nur aus dem großen Gedanken vom Frieden geworden? Stattdessen beteiligt sich Deutschland wieder an Angriffskriegen:

„Das Ziel ist der Krieg gegen den Terror“ – Chronologie eines deutschen Kriegseintritts

Dabei sind die Folgen klar, wenn man einmal hinguckt und nachfragt: So berichtet der Deutschlandfunk (gefunden via Nachdenkseiten) folgende Zahlen für deutsche Soldaten, die „wegen einsatzbedingter psychiatrischer Störungen in ärztlicher Behandlung“ in den letzten Jahren in Behandlung waren:

2015: 694
2014: 645
2013: 1085

Wer es wirklich wissen will, der kann es auch in Erfahrung bringen! Da die Bundeswehr nach wie vor zum überwiegenden Teil aus Männern besteht, brauchen wir uns keine Illusionen darüber zu machen, wie hier die Verteilung der Geschlechter ausfällt. Es ist ein weiterer Grund dafür, warum psychische Probleme ein wichtiges Männerthema sind.

In einem Punkt kann man also froh sein, dass Hillary Clinton, die ja bekanntlich ganz spezielle Vorstellungen davon hatte, wer die Hauptopfer des Krieges seien, die Wahl verloren hat: Sie hatte deutlich martialischere Töne anklingen lassen und offenbar keine Probleme damit, eine auf Interventionen (sprich: Angriffskriege) ausgerichtete Politik fortzusetzen, inklusive einer stärkeren Verpflichtung der anderen NATO-Mitgliedsstaaten (sprich: auch deutsche Soldaten in den Krieg).

Allerdings wäre es intellektuell zu kurz gesprungen, eine kriegstreiberische Politik bei Frauen in entscheidenden Ämtern deshalb besonders anzukreiden, weil es sich beim überwiegenden Großteil der Soldaten um Männer handelt. Auch ein männlicher Bundeskanzler, US-Präsident oder Verteidigungsminister werden ja nicht in Verlegenheit kommen, mit der Waffe jemals selbst ins Gefecht zu ziehen!

Viel wichtiger als das Geschlecht der Amtsinhaber scheint folgende Maßnahme: Diejenigen, die über Krieg und Frieden entscheiden, sollen regelmäßig auf Beerdigungen von Soldaten gehen und verkrüppelte Veteranen besuchen. Wer kein völliger Psychopath ist, überlegt sich den nächsten Einsatz dann vielleicht etwas länger. Fefe zitiert diesbezüglich die New York Times: Der US-Verteidungsminister ertrug es nicht mehr, Beerdigungen und Veteranen zu besuchen und trat laut eigenen Angaben deshalb zurück. Drohnenkönig Barack Obama wird inzwischen vorgeworfen (!), Truppen nicht mehr so gerne im Ausland einzusetzen.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Wer es nicht erkannt hat: In dem oben erwähnten Video wird Musik aus dem ersten „Star Trek“-Film verwendet. Das klingonische Thema wurde noch einige Male für die Klingonen eingesetzt. Ehrlich gesagt ist das der beste Platz für Krieg – die Fiktion!

Jerry Goldsmith: Klingon Battle

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Fundstück: Die extrem schwankende Attraktivität von Männern

Bei Alles Evolution antwortet david in einem Kommentar auf marenleinchen (Hervorhebungen von mir):

Es ist so: als Frau kennst du deinen Marktwert wahrscheinlich ziiiemlich gut. Du weißt auch, wie du ihn nach oben oder unten manipulieren kannst, indem du etwas mehr oder weniger Aufwand betreibst. Da ist natürlich auch bei Frauen Spiel drin.

Als Mann hast du nur einen ganz ungefähren Näherungswert, wirklich wissen tust du es nicht und das eigene Spiegelbild ist eh nicht objektiv. Zum Einen bekommst du in der Regel sehr viel weniger, zumindest weitaus subtileres Feedback, selbst wenn du attraktiv bist. Zum Anderen ist deine erlebte Attraktivität derart heftigen Schwankungen ausgesetzt, dass dir schon in der Pubertät hören und sehen vergeht. Weil sie schlicht in höchstem Maße von Kontext, Macht und deinem (v.a. selbstsicherem) Verhalten, Humor etc abhängig ist. Ja, und auch (suggeriertem Status). Es gibt Lebensphasen oder Situationen, da verändert sich dein Auftreten und dein Erfolg bei Frauen wie Tag und Nacht, das Aussehen bleibt aber doch wohl ziemlich gleich. Und zwar macht das nicht nur einen Unterschied darin, ob du „sympathisch“ bist, sondern im Extremfall ob ein und dieselbe Frau bei deinem Anblick die Nase rümpft oder sie sich dich einverleiben möchte wie ein Dessert.

Ich hab ja mit dir schon häufig gegen die Pickup-Weisheiten von Christian andiskutiert die oft mit hohem Bullshit-Faktor daherkommen, aber die Wahrheit liegt dann schon mindestens dazwischen.

Gerade in den hervorgehobenen Stellen fand ich mich doch sehr wieder. Ich fand das in jungen Jahren sehr verwirrend, wenn auf einmal alles lief, obwohl ich doch scheinbar nichts anders gemacht hatte. Natürlich war es umso schlimmer, wenn ich nach einer Phase, in der ich anscheinend als sehr attraktiv wahrgenommen wurde, plötzlich aus allen Wolken fiel und ich keine Ahnung hatte, wie ich aus dem Tief wieder herauskommen konnte. Vor allem fragte ich mich dann, was ich getan hatte, um dieses Ergebnis, „nicht mehr attraktiv zu sein“, verdient zu haben. Da steckte der falsche Glauben dahinter, der eigene Erfolg oder Misserfolg sei vollkommen steuerbar und damit geschehe das, was einem passiere, auch immer irgendwie recht.

Heute weiß ich (auch auf andere Lebensbereiche bezogen), dass es einfach Umstände geben kann, unter denen man kaum eine Chance hat. Das entbindet einen nicht etwa von Verantwortung und Veränderungswillen im eigenen Leben – es macht sie erst akzeptabel. Fehler und Verbesserungsmöglichkeiten bei sich selbst zu suchen, kann man dann in produktivere Bahnen lenken, als ständig zu grübeln.

Es freut mich sehr und hat mich auch berührt, zu lesen, wie stark männliche Attraktivität schwankt. Das ist etwas, das ich gerne jungen Männern als Erklärung und Beruhigung mitgeben würde. Es gibt Durststrecken im Leben und am besten nutzt man diese Phasen, indem man sich nicht kirre machen läßt, sondern sich auf eigene Stärken und Interessen konzentriert (kreativ sein, neue Fähigkeiten erlernen, den Bekanntenkreis erweitern, reisen). Wenn dann wieder eine gute Phase kommt, hat man die Zeit davor gut genutzt und ist ein viel interessanterer Mensch geworden.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Anziehungskraft mag keine Wahl sein, aber seltsam ist sie manchmal auf jeden Fall.

The Cure: Strange Attraction

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Fundstück: Was zeichnet geistig starke Menschen aus?

In einer Diskussion bei Alles Evolution zitiert Lutz Bierend / fatherleft, der hier schon mehrfach in positivem Zusammenhang erwähnt wurde, eine Liste von Lebenstipps namens 13 Dinge, die mental starke Menschen nicht tun:

  1. Sie verschwenden keine Zeit mit Selbstmitleid
  2. Sie geben ihre Verantwortung nicht ab *
  3. Sie scheuen sich nicht vor Veränderung
  4. Sie verschwenden keine Energie für Dinge außerhalb ihrer Kontrolle
  5. Sie versuchen nicht, es jedem recht zu machen
  6. Sie fürchten sich nicht vor kalkulierten Risiken
  7. Sie verlieren sich nicht in der Vergangenheit
  8. Sie machen nicht dieselben Fehler wieder und wieder
  9. Sie nehmen anderen Menschen Erfolg nicht übel
  10. Sie geben nicht nach dem ersten Scheitern auf
  11. Sie fürchten sich nicht vorm Alleinsein
  12. Sie glauben nicht, die Welt würde ihnen etwas schulden
  13. Sie erwarten keine sofortigen Ergebnisse

* hier steht im Original „Macht“ aber wie Lutz Bierend völlig richtig anmerkt, ergibt sich aus der Beschreibung, dass „Verantwortung“ gemeint ist.

Nun habe ich im allgemeinen eher eine Abscheu gegenüber „fühl Dich gut“- und „voll die Weisheiten“-Listen entwickelt, die im Internet herumgereicht werden. Allerdings ist Lutz Bierend jemand, der in seinen Artikeln immer sehr geerdet und ohne Firlefanz wirkte.

Und tatsächlich finde ich diese Liste nicht schlecht. Wie oft der Weg zum Erfolg etwa mit Niederlagen gepflastert ist! Und wie wichtig es ist, die Verantwortung für Probleme nicht auf die Vergangenheit, andere Leute oder einfach abstrakt die ganze Welt zu schieben.

Interessant finde ich die Überzeugungen auch, wenn man sie auf das Feld „Flirten und Attraktivität“ anwendet.

Wenn es mit dem bisherigen Setting nicht klappt, etwa weil man meint, nicht sehr viele neue (interessante) Leute kennenzulernen, ist es Zeit für Veränderung – ob an den Rahmenumständen oder an sich selbst.

Es ist auch wichtig, es aushalten zu können, dass einen nicht jeder mag. Leute, die einem krampfhaft gefallen wollen, kommen extrem unangenehm herüber.

Aber besonders klingt bei mir „ich halte es aus, allein zu sein“ nach. Lieber solo durchs Leben gehen als in einer Beziehung unglücklich sein. Ich fand es schon immer merkwürdig, dass Leute ihr Leben (und das ihres Parners) damit verschwendet haben, sich nicht gemeinsam wohlzufühlen.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Es gab mal dieses Lied mit Lebensratschlägen namens „Everybody´s Free (to wear sunscreen)“. Davon gab es auch mindestens zwei Versionen auf Deutsch. Bei dieser ist die Übersetzung nicht immer astrein, wird aber von der Synchronstimme von Bruce Willis gesprochen…

Faktor 7 (feat. Manfred Lehmann) – Sonnenschutz

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Warum ich Widersprüchlichkeit in Ordnung finde

Bei Alles Evolution kamen zwei interessante Fragen in die Runde:

Sind eurer Meinung nach Frauen widersprüchlicher als Männer oder sind Männer in anderen Bereichen widersprüchlicher und es fällt Männer bei sich selbst vielleicht weniger auf? Oder ist es eben einfach nur ein Vorurteil, welches gar nicht zutrifft?

Drei wesentliche Punkte dazu kamen von MGTOW Deutsch in einem Kommentar unter dem Artikel:

Menschen sind im Allgemeinen widersprüchlich. (…) Unterschiede gibt es individuell, nicht auf das Geschlecht bezogen.
Allerdings wird bei Frauen Widersprüchlichkeit von der Gesellschaft eher akzeptiert als bei Männern.

Zur ersten Aussage: Genau so ist es. Menschen allgemein sind widersprüchlich. Die Welt ist voller Widersprüche. Die Realität ist unrealistisch.

Und das hat einen Sinn. Stellen wir uns das krasse Gegenteil vor: Menschen, die immer konsistent, also konsequent handeln. Klingt nach fürchterlichen Pedanten und Prinzipienreiterei. Ein Mensch, der zum Beispiel im Alltag auf seine Ausgaben achtet und das dann auch im Urlaub durchzieht, nie „einfach mal so“ ins Café geht, nie „mal Fünfe gerade sein lassen“ kann, kommt mir nicht besonders nachahmenswert vor, sondern wie ein armseliger Geizhals.

Allzu viel Konsequenz wirkt unmenschlich und abstoßend! „Es ist ja wirklich erschreckend, wie zielgerichtet manche Leute ihr Ziele verfolgen.“

Punkt Nummer zwei: Selbst für den Fall, dass es Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt – na und? Am Ende sind die individuellen Unterschiede größer.

Dass Frauen sich in bestimmten Situationen Widersprüchlichkeit eher erlauben können als Männer, ist auch meine Vermutung. Gut wurde das in den Kommentaren bei Christian schon eingegrenzt: Im Berufsleben geht das zum Beispiel nicht, egal, welches Geschlecht man hat. Männer haben genauso widersprüchliche Gefühle, sind inkonsequent usw., aber es schadet ihrer Attraktivität und ihrem Ansehen, wenn das zu offensichtlich wird.

Für Beziehungen werte ich eine gewisse Unterschiedlichkeit sogar sehr positiv: Wenn einer Klarheit und Entschlossenheit ausstrahlt, gibt das Halt und Orientierung (und „eine erste Lösung“), wenn der andere viele verschiedene widerstrebende Gefühle ausdrückt, zeigt das auch Offenheit und gesunden Restzweifel (und „verschiedene Alternativen“).

Aber es geht auch humorvoll. Wie Christian schrieb:

Allerdings habe ich den Satz „ich bin eine Frau, ich darf das“ in Bezug auf gewisse „Widersprüchlichkeiten“ auch schon gehört. Nicht absolut als Recht, eher dann als scherzhafte Bemerkung.

Meine erste Assoziation war: Das ist jemand so mit sich selbst im reinen, dass er über sich Scherze machen kann. Sympathisch!

Um mit Stereotypen spielen zu können, braucht man eine gewisse Lockerheit. Das ist eine hervorragende Basis für ein entspanntes Verhältnis.

Ich benutze immer wieder folgenden Spruch: „Bitte geben Sie mir einfache Anweisungen – ich bin ein Mann!“

Das spiegelt natürlich die Auffassung wieder, dass Männer allgemein etwas simpler gestrickt sind. Aber man kann das eben positiv ummünzen, um klare Anweisungen einzufordern.

Mit Stereotypen über die eigene Gruppe zu spielen kann ein absoluter Eisbrecher sein. Den Satz „Wir sind Italiener, da ist es nun mal etwas chaotisch!“ habe ich schon so oft von italienischen Freunden gehört. Selbst kontere ich natürlich gerne im Sinne von „Entschuldigung, aber wir sind Deutsche, das wird jetzt genauso gemacht, wie es die Regeln sagen, ob sie einen Sinn ergeben oder nicht!“

Lockerheit und Selbstironie sind wunderbare Gewürze für die Suppe des Lebens. Lieber widersprüchlich als langweilig!

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Konsequenterweise bringe ich ein Lied, das den Widerspruch im Titel trägt.

Green Day: Walking Contradiction

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Fundstück: Der wütende weiße Mann war mal ein Schwarzer

Im letzten Monat kochte das Feindbild weißer Mann in all seinen Ausprägungen noch einmal so richtig hoch. Dabei sollte nicht vergessen werden, welche Wurzeln der „wütende weiße Mann“ hat. Genderama zitierte zur Sache bereits crumar aus einem Kommentar bei man-tau:

Hier finde ich das rassistische Plagiat des Labels „angry black man“ aus den 1960ern in den USA interessant und naheliegend. Im Label „angry“, nämlich der emotionalen Reaktion auf ihre eigene rassistische Diskriminierung, verschwindet der Anlass für ihren Zorn.
Womit „Zorn“ völlig voraussetzungslos scheint und der Eindruck vermittelt werden soll, wären sie weniger angry (ein „tone argument“ der „zivilisierten Weißen“), würde man sich inhaltlich mit ihm auseinandersetzen.
Aber so ist der schwarze Mann.
Immer nur hatespeech (die „aber auch in körperlicher Gewalt münden“ kann)! /sarcasm off

Die Bilder des angry white man / angry black man weisen also folgende Gemeinsamkeit auf: Die Wut scheint ohne Grund. Damit ist die so etikettierte Person irrational, mit ihr zu reden hat keinen Sinn. Sogar im Gegenteil, durch diese Wut ist die Person potentiell gefährlich. Sich auf sie in irgendeiner Form einzulassen, stellt ein inakzeptables Risiko dar. Ausgrenzung ist die einzige vernünftige Option! Tja, und um zu erkennen, dass sie grundlos wütend ist, muss sie eben selbst tätig werden und erkennen, dass sie falsch liegt.

Ich benutze im Deutschen übrigens bewusst „Wut“ als Übersetzung, denn die ist deutlich negativer konnotiert als Zorn. Man vergleiche „blinde Wut“ gegenüber „gerechter Zorn“.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Das Feindbild „weiß“ bekommt auch in der Popkultur einen Sprung, wenn man genau hinguckt…

The Whitest Boy Alive: Burning

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