Fundstück: Männer und Frauen bei Stack Overflow

Gefunden via Fefe: Stack Overflow (eine Plattform, bei der man Fragen rund um Softwareentwicklung stellen kann) hat die Zahlen zur letztjährigen Nutzeranalyse veröffentlicht.

Einige Details, die ich besonders interessant finde: Weniger als 6% der Menschen, die die Fragen beantwortet haben, sind Frauen. Auch wenn es bei der Frage nach dem Geschlecht auch die Antwortmöglichkeit „ein anderes“ gab, wählte das fast niemand aus.

Wie auch schon von Fefe bemerkt, gibt es einige beachtliche Unterschiede zwischen den beiden Geschlechtern bei der Frage, warum sie Stack Overflow benutzen. Frauen wählten häufiger „weil ich sonst meine Arbeit nicht machen kann“, Männer hingegen „um zu zeigen, dass ich gut bin in dem, was ich mache“ und deutlich öfters „um anderen zu helfen“.

Bei letzterem bleibt der Unterschied auch dann noch sehr groß, wenn man die möglichen Schwankungen jeweils voll in Richtung „weniger Unterschied“ wertet. Dieser mögliche Korridor ist bei den Frauen größer, weil deutlich weniger an der Umfrage teilnahmen.

Ich finde es faszinierend, dass gerade der Unterschied in der Hilfsbereitschaft am stärksten ausgeprägt ist. Schon bei bei Alles Evolution wurde als eine Ursache für einen möglicherweise stärker ausgeprägten Wunsch bei Männern, etwas zu erklären, angenommen, dass diese lieber zeigen, sich mit etwas auszukennen. (Ob das daher kommt, dass sie Kompetenz zeigen müssen, ist dann wieder die nächste Frage…)

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Wo es darum geht, um Hilfe zu bitten…

The Beatles: Help!

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Fundstück: Radikalfeministinnen gegen intersektionale Feministinnen

Es ist Zeit, die strategischen Popcorn-Reserven anzubrechen: Unter dem Titel „Berliner Szene: Die Hetzfeministinnen“ schießt die Emma gegen die Netzfeministinnen (die poststrukturelle, intersektionale Genderfeministinnen sind). Da kann es eigentlich nur Gewinner geben.

Es kommt auch zu allerlei unfreiwillig amüsanten Formulierungen, dem Vorwurf etwa, die Netzfeministinnen etwa würden Menschen mit der falschen Meinung einfach den Mund verbieten und sie diskreditieren. Wie Fefe bereits sehr treffend kommentierte:

Das ist bei Emma natürlich völlig ausgeschlossen, dass Kritiker mit plumpen Parolen mundtot gemacht werden sollen!1!!

Alles Evolution brachte eine Twitter-Ernte als Artikel. Eine unvollständige Auswahl an Höhepunkten:

  1. Ist die Emma jetzt dem Patriarchat zuzurechnen?
  2. Hat der Artikel bei der Emma absichtlich keine namentlich genannte Autorin, damit die Netzfeministinnen nicht wie üblich die berufliche Existenz eines Kritikers durch eine konzertierte Aktion vernichten können?
  3. Müsste nach der Logik „einem Opfer muss immer geglaubt werden“, die vom poststrukturellen, intersektionellen Genderfeminismus eingefordert wird, der Emma nicht pauschal recht gegeben werden, wenn sie sich über Ausgrenzung beklagt?

In der Zwischenzeit hat Christian Schmidt den Zwist dankenswerterweise in einem richtigen Artikel aufgearbeitet: „Emma-Feminismus“ vs „Netzfeminismus“: EMMA bezeichnet Anne Wizorek, Jasna Strick, Teresa Bücker etc als Hetzfeministen. Hier wird auch auf die Unterschiede in den Ideen eingegangen, der hinter den beiden Feminismusvarianten steckt. Solche Erklärungen halte ich – abseits von allem Amüsement – für sehr wichtig.

Es hat einen großen Nutzen, einmal einige Punkte zu nennen, in denen Alice Schwarze und Co einerseits und Anne Wizorek und Co andererseits gegensätzliche Ansichten vertreten. Zum einen ist das Prostitution (dagegen / dafür), zum anderen Islam (grundsätzlich böse / grundsätzlich gut). Da ist es nämlich kein Wunder, dass es soviel „Antifeminismus“ gibt: Man wird immer einem bestimmten feministischen Weltbild widersprechen, egal was man vertritt. Auch eine abwägende Haltung zu Prostitution oder Islam ist damit immer antifeministisch.

Was sich in diesem Konflikt abzeichnet, ist eine Wachablösung wie in der englischsprachigen Welt, hier allerdings verschärft, weil es in Deutschland jahrzehntelang eigentlich nur eine einzige Feministin gab, die Autorität und Geltung hatte: Alice Schwarzer. Die jungen Feministinnen müssen deswegen eine Emanzipation gegen Schwarzer durchführen, weil diese so lange alles weggebissen hat, was sich als Alternative zu ihr hätte bilden können. Weil Erneuerung so lange abgeblockt wurde, muss sie nun mit einem Knall kommen. Die im Emma-Artikel aufgeführten früheren Szenen („Girlies“ aus den 1990ern, Alphamädchen aus den 2000ern) dienen da als warnende Beispiele!

Zu den zitierten Debatten aus den 1970ern mit den diversen „Widersprüchen“ empfehle ich die Erklärung von Leszek in einem Kommentar, der darstellt, wie aus dem Haupt/Nebenwiderspruch die Intersektionalitätstheorie ursprünglich als fortschrittliche These entgegengestellt wurde.

Am Ende geht es bei dem Konflikt natürlich ums liebe Geld. Hier konkurrieren Alice Schwarzer (Geld ins Ausland geschafft) und Anne Wizorek (Posten von der Regierung bekommen).

Egal, wie es ausgeht: Es ist sehr angenehm, zu erleben, wie sich zwei männerfeindliche Feminismusvarianten gegenseitig anfeinden!

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Das Lied wurde im Zusammenhang mit dem Zoff schon leicht abgewandelt von den Weltraumaffen auf Twitter zitiert.

Freundeskreis: A-N-N-A

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Allein gelassene Familien

Es folgt ein Gastartikel von Siggi, ursprünglich im Blog Scheidende Geister erschienen.

Über die Recherche zu meinem Artikel Allein Gelassene Alleinerziehende bin ich darauf aufmerksam geworden, dass die weit überwiegende Zahl der Alleinerziehenden einen großen Teil ihrer Einkünfte aus öffentlichen Transferleistungen bezieht. Nach Aussage des verlinkten Artikels bekommen 87 Prozent der Alleinerziehenden beziehen Hartz IV-Leistungen. Staatliche Leistungen, beispielsweise Kindergärten, Schulen, Universitäten, öffentlicher Verkehr, Straßen und Polizei werden praktisch nicht durch Alleinerziehende finanziert, aber natürlich genutzt.

Es war die Anspruchshaltung der Autorin, die mich nachdenklich gestimmt hat. Diese habe ich als überzogen empfunden und daher ihre Aussagen hinterfragt. Heraus kam für mich im Wesentlichen, dass man auch auf die Verantwortung der Alleinerziehenden schauen sollte, bevor man nach mehr Geld schreit, und das subtile Gefühl, dass Familien nicht nur für ihre eigenen Kinder zahlen, sondern überproportional auch für Alleinerziehende. So weit habe ich das im Blogeintrag beschrieben.

Mich interessierten die Fakten. Fündig wurde ich beim Statistischen Bundesamt (Seite 34). Dort findet sich der Durchschnitt des Bruttoeinkommens aus unselbstständiger Arbeit aufgeschlüsselt nach Haushaltstyp: 1527 Euro für Alleinerziehende, 3563 für den Hauptverdiener einer Familie und 1007 für den Partner. Männliche Singles verdienen Durchschnittlich 1664 Euro, Single-Frauen 1216 Euro.

Unter „sonstige Haushalte“ sind im Wesentlichen die Familien erfasst, die Kinder über 18 Jahren haben. Das können Rentner mit erwachsenen Kindern und Enkeln sein, aber auch Eltern, deren Kinder studieren. Leider wurde diese Gruppe nicht weiter heruntergebrochen. In dieser Gruppe verdient der Hauptverdiener im Schnitt 2861 Euro, der Partner 684 Euro.

Damit keine Zweifel aufkommen: Familien mit minderjährigen Kind(ern) erzielen mit Abstand die höchsten Einkommen von allen Haushaltstypen, sie sind es, die die höchsten Steuern zahlen und damit die Gemeinschaft und die Alleinerziehenden im Wesentlichen finanzieren. Die sonstigen Haushalte sind die nächsten größeren Leistungserbringer.

Das kann man auch schnell durchrechnen (NRW, Jahr 2017, nicht in der Kirche, Alter 30, Kinder: Ja, gesetzlich versichert, 1,1 Prozent Zusatzbeitrag):

  • Alleinerziehend, Steuerklasse 2: 1527 Euro brutto, Steuern: 51,00 Euro
  • Ehepartner 1, Steuerklasse 3: 3563 Euro brutto, Steuern: 327,74 Euro
  • Ehepartner 2, Steuerklasse 5: 1007 Euro brutto, Steuern 107,40 Euro
  • Single Mann, Steuerklasse 1, kein Kind: 1664 Euro brutto, Steuern: 124,83 Euro
  • Single Frau, Steuerklasse 1, kein Kind: 1216 Euro brutto, Steuer: 27,50 Euro
  • (Sonstiger) Ehepartner 1, Steuerklasse 3: 2861 Euro brutto, Steuern: 163,99 Euro
  • (Sonstiger) Ehepartner 2, Steuerklasse 5: 684 Euro brutto, Steuern 66,08 Euro

Wir sehen: Das Geld für die Alleinerziehenden kommt nicht von einer anonymen Gruppe von Reichen, die unlauter an ihr Geld gekommen sind. Es wird den Familien genommen. Familien, die ihren Status auch ihren verantwortungsvollen Entscheidungen und ihrer eigenen harten Arbeit zu verdanken haben.

Eine Durchschnittsfamilie zahlt monatlich 435,14 Euro Steuern. Ein Durchschnittsalleinerziehender zahlt monatlich 51,00 Euro Steuern. Es braucht mehr als acht Alleinerziehende, um das Steueraufkommen einer Familie zu ersetzen.

Nimmt man an, dass die Mutter die Erziehung übernimmt, zahlt der Vater der Kinder als Single Mann 124,83 Euro Steuern. Eine Alleinerziehende Mutter und der getrennt lebende Vater zahlen gemeinsam 175,83 Euro Steuern. Es braucht fast 2,5 getrennt lebende Durchschnittsfamilien, um das Steueraufkommen einer Durchschnittsfamilie zu ersetzen.

Die Annahmen in dieser Kalkulation habe ich so gewählt, dass sie den geringsten Unterschied im Steueraufkommen nach sich ziehen: Die Beispielfamilie ist verheiratet und profitiert damit von Steuervorteilen. Bei der getrennt lebenden Durchschnittsfamilie habe ich die Steuerklasse 2 dem Partner mit dem geringen Einkommen zugewiesen, so dass hier mehr Steuern als nötig bezahlt werden.

In der Realität ist der Unterschied im Steueraufkommen also noch größer, da nicht alle Paare mit Kindern verheiratet sind und manche Alleinerziehende gemeinsam mit dem anderen Elternteil die Steuervorteile optimieren können.

Zusätzliches Problem könnte sein, dass es attraktiver ist getrennt zu leben, um Sozialleistungen zu bekommen. Wenn der Partner arbeitet kann das ein Motiv sein. Dazu kenne ich keine Zahlen, es ist aber auf jeden Fall ein Fehlanreiz zum Schaden der Kinder. Es macht schon einen Unterschied, als Familie beispielsweise 200 Euro über dem Hartz IV-Satz zu liegen (mit dem Einkommen des Partners) oder Mutter und Kind voll abgesichert zu haben über Hartz IV, während er nur (seine eigene) Miete zahlen muss.

Mit höheren Leistungen für Alleinerziehende – wie im ursprünglichen Artikel gefordert – macht man außerdem den Sozialleistungsbetrug attraktiver – also Paare, die tatsächlich zusammenleben, sie gibt ihn aber bei der Behörde nicht mit an und erhält sämtliche Vergünstigungen einschließlich Hartz IV, sein Einkommen ist komplett verfügbar. Wie dieser Artikel zeigt, wird dies wiederum hauptsächlich durch die Familien finanziert.

Fazit

Mein Gefühl, dass vor allem Familien die Alleinerziehenden finanzieren, wurde durch Fakten bestätigt. Es scheint keine öffentliche Debatte darüber zu geben, zumindest kenne ich keine. Es wird so getan, als seien die Mittel für soziale Wohltaten „da“, so als würden nicht Menschen dafür Leistung erbringen müssen.

Und oft bringen Familien Opfer, um hohe Einkommen erzielen zu können, etwa lange Pendelstrecken, Überstunden, Umzug in eine wirtschaftsstarke Region oder wochenlanger Einsatz auf Montage.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, zu welchen Transferleistungen Familien moralisch verpflichtet sind und welches Verhalten man von (zukünftig) Alleinerziehenden und ihren Sexualpartnern erwarten kann.

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Schon sieben Prozent Überwachungsstaat – Lohngleichheitsgesetz und Gender Pay Gap

Es folgt ein Gastartikel von Jonas G.

Wenn es einen toten Winkel gibt, der im Verdacht steht, unfeministische Unmoral zuzulassen, muss dieser ausgeleuchtet werden. In Zeiten des zunehmend autoritären Staatsfeminismus bedeutet das, dass ein Überwachungsstaat eingerichtet werden muss. Die Frauenquote war hierfür ein Anfang. Denn was braucht man, um zu garantieren, dass die gesetzlichen Frauenquoten in privaten Unternehmen durchgesetzt werden? Staatliche Kontrolle. Ein bisschen staatliche Kontrolle privater gesellschaftlicher Bereiche ist noch kein Überwachungsstaat. Aber viel und umfangreiche Kontrolle schon. Und auf diesem Weg befinden wir uns. Denn nun müssen sich die privaten Unternehmen wieder dem Auge des Staates entblößen und man sollte sich auf der Zunge zergehen lassen wofür. Für sieben Prozent irgendetwas.

Für sieben Prozent Steuerhinterziehung? Nein, das wäre ja noch halbwegs nachvollziehbar, denn das Geld gehört ja dem Staat. Für sieben Prozent zu wenig Feuerlöscher? Dafür würde man kein extra Gesetz erlassen, das die Unternehmensfreiheit weiter einschränkt, obwohl sieben Prozent Feuerlöscher zu wenig durchaus schlimme Folgen haben könnten. Nein, es handelt sich um sieben Prozent durchschnittlichen Lohnunterschied zwischen Frau und Mann, deren Ursache man nicht genau kennt und wo die Regierung vermutet, dass sie durch frauendiskriminierende Praktiken in den Unternehmen zustande kommen. Auch das, es sei klar und deutlich festgestellt, ist noch kein Überwachungsstaat. Aber das Lohngleichheitsgesetz, das neue Gesetz zur Beseitigung des bereinigten Gender-Pay-Gaps (bGPG) offenbart ein besorgniserregendes Verständnis von den Aufgaben und den Grenzen staatlicher Gewalt und zeigt damit: Der Überwachungsstaat wird kommen, denn wer vor der Frauenquote nicht zurückgeschreckt ist und danach noch eine zweite Salve auf die Unternehmensfreiheit abfeuert, der wird auch weitere nicht scheuen oder sogar für „überfällig“ halten. Dies eine Gesetz ist zwar nur ein kleines Mosaiksteinchen, das erst mal noch nicht viel anrichten wird, aber das Bild, das entstehen soll, ist schon ungefähr klar und weitere Steinchen werden folgen. Nun haben wir also für sieben Prozent irgendwas schon sieben Prozent Überwachungsstaat. Kurios übrigens, dass der feministische Staat durch das neue Lohngleichheitsgesetz nicht selber überwacht, sondern die Unternehmen verpflichtet, sich selbst zu überwachen und die Kosten für die dadurch entstehende Bürokratie selbst zu tragen. Das wäre so, wie wenn der DDR-Dissident die Wanze, die in seinem Wohnzimmer spioniert (weil die Stasi errechnet hat, dass eine siebenprozentige Wahrscheinlichkeit besteht, dass er Westradio hört) selbst kaufen und einbauen muss. Also liebe Frau Ministerin Schwesig, wie wäre es denn, wenn sie für ihre Marotten, die sie an den privaten Unternehmen auslassen, eine Ausgleichszahlung für den zusätzlichen Papierkram anbieten würden? Das wäre etwas lächerlich aber sehr gerecht.

Früher dachte ich immer, der Überwachungsstaat wird wegen der „Terrorabwehr“ eingeführt. Das wird er auch bestimmt, doch heute glaube ich, dass der feministische Überwachungsstaat noch schneller sein wird. Da wird heutzutage schon mal die gesamte (!) Privatwirtschaft unter den Generalverdacht des „Sexismus“ gestellt. Wie wär’s denn für 2020 mit Überwachungskameras in den Betrieben um „sexistische Kommentare“ und „Belästigung“ am Arbeitsplatz effektiv zu bekämpfen? Das Videomaterial muss von der Regierung und der Frauenbeauftragen des Unternehmens regelmäßig gesichtet werden. Ach so, und die Kameras muss natürlich der Arbeitgeber bezahlen, der kann das allen beschäftigten weißen heterosexuellen Männern dann vom Lohn abziehen, weil noch 0,7% bGPG übrig sind. Dann haben wir endlich Gerechtigkeit. Quatsch, sagen jetzt die sozialdemokratischen bis linksradikalen Gesellschaftsingenieurinnen und Gesellschaftsingenieure, ein bisschen Unfreiheit.. was soll schon passieren, es ist doch für eine gute Sache. Ein braves und fortschrittliches Unternehmen, das peinlich darauf achtet, genug Quotenfrauen vorweisen zu können und keinen statistisch erfassbaren bGPG zu erzeugen, hat ja schließlich nichts zu verbergen! Doch wer die Freiheit aufgibt um Gerechtigkeit herzustellen, wird am Ende beides verlieren. Abgesehen davon, dass „Gerechtigkeit“ hier Ansichtssache ist. Ist die Existenz eines bGPG denn überhaupt ungerecht?

Ich persönlich vermute, dass der bGPG hauptsächlich dadurch zustande kommt, dass Frauen in Gehaltsverhandlungen etwas zurückhaltender sind und auch gar nicht die Absicht haben, maximalen Lohn aus ihrer Arbeit herauszuholen. Traditionellerweise sind ja nicht sie die Hauptverdiener der Familie, sondern der Ehemann. Desweiteren werden Frauen bei schweren körperlichen Arbeiten aus offensichtlichen Gründen vielleicht durchschnittlich weniger bezahlt, was im bGPG nicht unbedingt berechnet wird. Und auch bei nicht körperlichen Arbeiten wird die Leistung des einzelnen Mitarbeiters nun mal zum Glück nicht durch staatliche Statistik, sondern durch den Unternehmer bewertet. Wenn ein Unternehmer hierbei „politisch unkorrekt“ bewertet, muss man diese Entscheidung akzeptieren, anstatt den Unternehmer pauschal unter den Verdacht des „Sexismus“ zu stellen. Es kann ja einfach sein, dass Frauen halt durchschnittlich (durchschnittlich!) etwas weniger oder weniger wertvolle Leistung erbringen und sie dementsprechend bezahlt werden. Das wäre doch kein Weltuntergang. Vielleicht aber ist ein großer Teil dieser sieben Prozentpunkte tatsächlich durch echte Diskriminierung bedingt. Vielleicht aber auch nicht. Wer weiß das schon? Niemand, denn die sieben Prozent sind ja nicht umsonst durch die Statistik nicht erklärt. Kann und muss man so was überhaupt wissen? Ist das nicht eigentlich ziemlich alberne Erbsenzählerei? Die These jedenfalls, dass das alles „Sexismus“ ist, der so fies und verheerend ist, dass der Staat gleich die Unternehmensfreiheit (die ein Grundrecht ist) beschneiden muss um ihn zu bekämpfen, ist
jedenfalls sehr gewagt. Aber warum denken Regierung und Öffentlichkeit so? Weil sie eine
paranoide Angst vor der Sünde des Sexismus haben. Weil ihnen die eigene Moral höher steht, als die Wirtschaftsfreundlichkeit, die politische Vernunft, die Freiheit und letztendlich das Grundgesetz. Und weil sie dumme Materialisten sind, den der Unterschied, ob sie nur einen Flachbildfernseher oder einen Flachbildfernseher mit Sky-Abo haben, äußerst wichtig und hochpolitisch ist. Kurz: Weil sie fortschrittliche Mainstream-Staatsfeministen sind.

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Fundstück: Wladimir Putin kommentiert souverän Fake News

Weil die US-Präsidentschaftswahlen nicht wie von politischem Establishment und Massenmedien erwünscht ausgingen, musste eine Verschwörungstheorie her: Die braven Wähler wären durch Fake News manipuliert worden, um am Ende Donald Trump zu wählen. Und wer war der Bösewicht dahinter? Natürlich, die Russen! Sie haben nicht nur die Wahlen gehackt. Weil Donald Trump sich mit Wladimir Putin verstehen soll, „drohe“ Verständigung zwischen den USA und Russland. Viel bekloppter geht’s nicht.

Und was ist die beste Reaktion darauf? Genau, selbst Fake News gegen Donald Trump in die Welt setzen! Er soll sich angeblich in Moskau mit Prostituierten vergnügt haben. In diesem Zusammenhang hatte Fefe mal wieder ein bemerkenswertes Fundstück. Laut dem äußerte sich der russische Präsident sinngemäß so:

Donald Trump sei ein erwachsener Mann, habe seit Jahren mit Schönheitswettbewerben zu tun und einige der schönsten Frauen der Welt getroffen. Er, Wladimir Putin, halte es für schwer zu glauben, dass Donald Trump daher in ein Hotel eilen müsste, um einige leichte Mädchen zu treffen – obwohl die russischen ohne jeden Zweifel die besten der Welt seien.

Was habe ich gelacht! So reagiert man auf solche Vorwürfe: Nicht ernst nehmen, mit vernünftigen Einwänden die Gerüchte schon auf einfachster Ebene völlig unglaubwürdig erscheinen lassen und danach noch einen entspannten Spruch raushauen, mit dem man zeigt, dass man sich auf so billige Weise schon gar nicht aus der Reserve locken läßt. Da müsst Ihr schon mit etwas Besserem kommen!

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Hier ein Lied mit Bezug auf Wladimir Putin und erlogenen Geschichten.

Funny van Dannen: Wladimir Putins Cousine

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Arbeitsurlaub

Liebe Leserinnen und Leser, Senatoren, edle Römer! Ich möchte meine Tätigkeit für »Geschlechterallerlei« bis auf weiteres ruhen lassen. Das hat keinen spektakulären, sondern einen ganz handfesten, praktischen, geradezu banalen Grund: ich habe in der letzten Zeit wieder vermehrt über mein in Arbeit befindliches Buchprojekt gegackert, aber das Ei ist noch immer nicht gelegt.

Ich habe nun, erstens, in der Winterpause festgestellt, wie effektiv es für mich war, mich konsequent aus jeglichen Blogdiskussionen herauszuhalten, zweitens ist mir klar geworden, dass mir mein monatlicher GA-Termin zusehends im Weg steht, weil ich mich mit Themen auseinandersetze, die zu dem großen Projekt keinen direkten Bezug haben, und drittens weiß ich mittlerweile, dass ich neben Beruf, Familienleben und einigen weiteren Verpflichtungen, die ich ohnehin schon so knapp wie möglich zu halten versuche, buchstäblich jede noch freie Stunde benötigen werde, um mein Vorhaben durchzuziehen. Meine umfänglichen drei Jack-Donovan-Artikel waren insofern eine Ausnahme, als ich für mich selbst eine Antwort auf die leidige »Links-Rechts«-Thematik eine Antwort finden wollte, die mir sonst beharrlich im Weg gestanden wäre.

Das bedeutet zudem auch, dass ich mich auch an Blogdiskussionen bis auf weiteres kaum noch beteiligen und insbesondere die Teilnahme an großen Kommentarschlachten und Grundsatzdiskussionen vermeiden werde, auch wenn ich mich mir die eine oder andere Anmerkung wohl nicht werde verkneifen können. Wenn ich mich also in der nächsten Zeit in unserer Blogosphäre selten machen sollte, dann darum, weil ich mich auf das – für mich – Wesentliche konzentrieren möchte. Und wenn das Ei dann mal gelegt ist, werde ich auch rechtzeitig wieder zu gackern anfangen.

Zum vorläufigen Ausklang ein bißchen Pathos – die »Warschawjanka«, ein altes russisches Arbeiterlied:

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KGE und der Aufstand der grünen Männchen

Die Qualitätsmedien sind auf dem grünen Auge blind

Bei Alles Evolution war es letztens erst Thema: Noch nicht einmal die Grünen finden genug Frauen, die politisch arbeiten wollen.  Der grüne Wahlzettel und die grünen Vorstellungen von Demokratie sind so absurd, daß in Folge  Katrin Göring-Eckardt als Wahlgewinnerin schon feststand, da es zwar drei männliche Kandidaten, aber keine Gegenkandidatin gab.

Und da erwartet man doch Ergebnisse, die denen der einzig anderen Demokratur auf deutschem Boden entspricht, oder?

Falsch erwartet. (hier SpOn über die Ergebnisse):

33.935 gült.Stimmzettel

KGE = 23.967 Stimmen

Cem Özdemir = 12.204 Stimmen

Robert Habeck = 12.129 Stimmen

Anton Hofreiter = 8886 Stimmen

(Nebenbei: Annett Meiritz zitiert als Wahlergebnis ihren eigenen Tweet.)

Nochmal: Wir haben 34.000 Stimmen. Davon bekommt KGE 24.000. 10.000 Wahlberechtigte kreuzen zwar einen Mann an, aber unterlassen das Kreuz bei KGE. Ich würde das als schallende Ohrfeige bezeichnen. Wie deutlich kann man denn noch „Nicht mein Spitzenkandidat“ ausdrücken? Ein Politiker mit Format hätte seinen Rücktritt bekannt gegeben. Nicht so KGE.

Andersrum. Ca 60% der Grünen sind Männer. Nimmt man der Einfachheit an, dass ganz überwiegend Männer KGE den Rückhalt aktiv verweigert haben, so haben die Hälfte aller grünen Männer diesen passiv-aggressiven Schritt getan und absichtlich das Kreuz hinter der Frau unterlassen. Grüne müßten jetzt von Sexismus in der eigenen Partei sprechen. Angesichts dessen, dass dieses Wahlergebnis weder innerhalb noch außerhalb der Grünen thematisiert wird,  sollte man hier von grünen Männchen sprechen. Nicht Manns (und auch nicht Frau) genug, diesen Sexismus mal zur Sprache zu bringen.

 

 

 

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