Der ESC, #metoo, die Verlogenheit

Netta, eine Sängerin aus Israel, hat den Eurovision Song Contest mit einem seltsamen Titel und einer schrägen Darbietung gewonnen. Zwei Ausschnitte aus dem Text ihres Songs „Toy“:

Wonder woman, don’t you ever forget
You’re divine and he’s about to regret

[…]

I’m not your toy
You stupid boy
I’ll take you down
I’ll make you watch me

Auf deutsch also ungefähr: „Wunderfrau, vergiß nicht, du bist göttlich und er wird’s bereuen. Ich bin nicht dein Spielzeug, du dummer Junge. Ich zieh dich runter. Ich werde dich dazu bringen, mich anzuschauen“.

Aus der Presse erfährt man dazu (in diesem Fall habe ich mir nach kurzem Googeln einen Beitrag der „Aargauer Zeitung“ herausgesucht):

Das von dem israelischen Komponisten Doron Medalie und dem Texter Stav Beger geschriebene überwiegend englischsprachige Gewinnerlied „Toy“ sei eine Antwort auf die #MeToo-Debatte um sexuelle Belästigung in der Unterhaltungsbranche, so die Sängerin. Die Botschaft an junge Frauen: Nehmt Euch an, so wie Ihr seid und seid stolz auf Euch selbst. Ihr seid nicht das Spielzeug (toy) von Männern.

Mission accomplished – wie gewünscht verfehlte der am aktuellen Thema konstruierte Song nicht seine Wirkung und sowohl Fachjury als auch das sich die Finger wundwählende Publikum brachten das Lied auf die Nr. 1 der Auswertung.

So weit, so gut. Eben ein weiteres Element des Protestes gegen ungewollte Berührungen oder sexuellen Mißbrauch.

Aber so richtig schräg wird die Nummer, wenn man sich anschaut, mit wem sich die Israelin ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Krone lieferte. Nämlich mit der Sängerin Eleni Foureira, die für Zypern antrat und zwar in einem Outfit, für das die Bezeichnung „knapp“ untertrieben wäre (bitte selbst googeln oder sich das Video vom Auftritt ansehen). Beide Sängerinnen waren gegen Ende der Punktevergabe zeitgleich auf dem Bildschirm.

Schräg ist es deshalb, weil beim zypriotischen Auftritt die Masche „Sex sells“ angewandt wurde. Mit dem israelischen Beitrag beklagt man sich über Tatschereien und andere Belästigungen, mit dem Beitrag aus Zypern soll der Fisch über nackte Haut, enganliegende Kleidung und sexy Tanzbewegungen an den Haken.

Nun könnte bei diesem Zusammenhang eingeworfen werden, dass weder nackte Haut, knappe Kleidung noch aufreizende Bewegungen als Einladung zu irgendwelchen, von einer Frau unerwünschten Handlungen gesehen werden können.

Womit ich beim Punkt Verlogenheit angekommen wäre. Oder zumindest beim Punkt der naiven Dummstellerei.

So verständlich es auch ist, wenn sich Frauen, gegen unerwünschte Annährungen stellen, sollte nicht die Diskrepanz aus den Augen verloren werden, dass Frauen andererseits ihre Reize bewußt einsetzen, um ihre Ziele zu erreichen.

Ob nun bezüglich des Gewinns des ESC, um in der Karriere voranzukommen (ja, auch so etwas soll es geben …) oder um sich den gewünschten Mann als Partner zu angeln. Seltsamerweise will gerade in letzterem Punkt niemandem auffallen, dass dem Mann dabei sprichwörtlich „der Kopf verdreht“ (= der Verstand überwunden) werden soll. In dem Fall ist es erwünscht. Wenn es unerwünscht ist, soll hingegen der Verstand die Reize überwinden.

Bevor möglicherweise der nächste Einwand kommt, dass mit dieser Argumentation die Gesamtheit der Männer unter dem Deckmantel einer „biologischen Konditionierung, der sich die Männer quasi nicht erwehren können“, in Schutz genommen werden soll: Nein, soll sie nicht. Männer sind keine triebgesteuerten Tiere.

Was ich mit diesem Blogbeitrag bezwecken will, ist die Bewußtmachung der durchaus unterschiedlichen Herangehensweisen individueller Frauen im Umgang mit den eigenen Reizen. Und „manchmal“ auch die Herangehensweise ein- und derselben Frau zu unterschiedlichen Zeitpunkten.

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Frauentag 8.März: Feministsiche Parlamentarierinnen wollen freie Wahl aushebeln

  1. Paritätsgesetz (Frauenquote) für Bundestag geplant:

Anlässlich des Weltfrauentages haben Politikerinnen von CDU und SPD wieder eine Frauenquote für deutsche Parlamente ins Gespräch gebracht. Es sei zu prüfen, „welche Stellschrauben bei einer Wahlrechtsreform gedreht werden können“, damit wieder mehr Frauen in die Parlamenten einziehen, sagte Bundesfrauenministerin Katarina Barley (SPD) den Zeitungen des Redaktionsnetzwerkes Deutschland (RND). Dafür plädierten auch die CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer und die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF).

Hier geht’s weiter. Was auffällt: Der Artikel ist völlig unkritisch. Der ZEIT kommt dieser verfassungswidrige Irsinn ganz normal vor; auch bei der FAZ ist keine Kritik zu lesen. Die Kommentare unter dem ZEIT-Artikel sprechen hingegen eine andere Sprache; fast alle sind ablehnend. Manche sprechen von einer Einschränkung der Demokratie und Unvereinbarkeit mit dem GG. Und natürlich wird fleißig zensiert, wie sich das gehört, wenn das dumme Volk sich gegen ein quotiertes Parlament wehrt.

Hier ist zum Thema schon alles gesagt:

https://geschlechterallerlei.wordpress.com/2017/10/01/schnapsidee-bei-der-spd-frauenquote-fuer-den-bundestag/

https://geschlechterallerlei.wordpress.com/2018/03/04/quotierte-wahl-in-italien/

https://scheidendegeister.wordpress.com/2018/01/12/jammerpolitikerin-frauen-sind-die-falschen-fuer-den-job/#comment-1196

 

2. Frauenstreik in Spanien

Ach ja, ein Frauenstreik. Da kann ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen. Einige tausend Frauen in ganz Spanien haben gestreikt und sind gegen irgendwas mit Männern und für irgendwas mit Frauen auf die Straße gegangen.

Taz:

Gründe für den Ausstand gibt es viele. Frauen verdienen, je nach Studie, bis zu 23 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. 75 Prozent der Teilzeitarbeitsplätze sind von Frauen besetzt. Nur 50 Prozent der arbeitslosen Frauen erhalten Stütze. Bei den Männern sind es 60 Prozent. Außerdem haben nur knapp 38 Prozent der Frauen einen Rentenanspruch, bei den Männern sind es 62 Prozent. Die Renten der Frauen liegen 57 Prozent unter denen der Männer. 42 Prozent der Alleinerziehenden leben an oder unter der Armutsgrenze. 81 Prozent davon sind Frauen.

Klingt nach krasser Diskriminierung und hat sicher überhaupt nichts damit zu tun, dass viele spanische Frauen einen männlichen Ernährer haben oder hatten und hat sicher auch nicht im geringsten was mit persönlichen Lebensentscheidungen zu tun.

Bento (Femi-Magazin vom SPIEGEL) jubelt und spricht von einem „Generalstreik“ von 5,3 Millionen Frauen, der „das ganze Land lahmgelegt“ habe. Da wär ich skeptisch. Wie man feststellen will, wie viele Hausfrauen gestreikt haben, ist mir außerdem nicht ganz klar. Wogegen die Frauen da streiken scheint Bento außerdem relativ wurscht zu sein; einzig von „Gewalt gegen Frauen“ ist die Rede, aber was ist dieser Begriff wert, wenn er von heutigen Feministen benutzt wird?

 

3. ZEIT interviewt Grüne Baerbock zum Thema „Gleichberechtigung“

Baerbock: Sexismus habe ich bei [den Grünen] nicht erlebt. In der Partei haben wir dagegen ja auch vielfältige strukturelle Regelungen, die dem vorbeugen, zum Beispiel Quoten für Ämter.

Diese Quoten sind Ungleichberechtigung, also selbst Sexismus in Bilderbuchformat.

ZEIT ONLINE: Der Frauenanteil bei den Grünen liegt bei 41 Prozent, das ist der beste Wert unter allen im Bundestag vertretenen Parteien. Trotzdem ist das weniger als die Hälfte. Woran liegt das?

Baerbock: Strukturelle Diskriminierung betrifft auch Parteien. Das fängt damit an, dass Parteiveranstaltungen oft abends um 19 Uhr beginnen. Wenn man wie ich kleine Kinder hat, kollidiert das voll mit dem Abendbrot und der Gute-Nacht-Geschichte. Das kann ein Grund sein, der Frauen die Beteiligung erschwert. Flexiblere Zeitmodelle können da helfen. Wichtig ist zum Beispiel auch, Sitzungen so zu begrenzen, dass sie zu einer festgelegten Uhrzeit auch wirklich zu Ende sind. Oder Parteiveranstaltungen jenseits von Parteitagen nicht gleich am Samstag und am Sonntag abzuhalten.

Wenn man keine Zeit hat für Politik, kann man ihr ja fernbleiben. Oder sein politisches Engagement halt auf ein Maß begrenzen, das sich mit dem Familienleben vereinbaren lässt. Aber über „strukturelle Diskriminierung“ zu jammern, gilt hier nicht. Abgesehen davon ist diese Baerbock natürlich weit entfernt davon, zuzugeben, dass sich Frauen einfach weniger für Politik interessieren. Naja, alter Kaffee. Im Westen nichts neues. Jetzt noch ein kleiner Lacher zum Abschluss und dann gehts ins Bettchen:

ZEIT ONLINE: Der Frauenanteil unter den Grünen-Parteimitgliedern liegt bei 41 Prozent. Von den Grünen-Abgeordneten sind aber 58 Prozent Frauen. Ist das nicht aktive Männerdiskriminierung?

Baerbock: Nein, das ist aktive Frauenpolitik. Ich bin stolz drauf, dass das bei uns so ist.

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Nachtrag:

Ich habe ich schon gefragt, warum sich nur SPD- und CDU-Vertreter an der Initiative beteiligen. Warum nicht auch Grüne und Linke; müssten die nicht besonders begeistert sein? Nein. Ironischerweise befürchten genau diese beiden Fraktionen den Vorstoß von Barley und Kramp-Karrenbauer, denn die hier geplante Parlamentsquote wird für die Unions- und SPD-Fraktion maßgeschneidert sein. In der SPD-Fraktion herrscht eine 40%-Quote und in der Union gibt es keine verbindliche Quote sondern ein 33%-Quorum. Bei der grünen Fraktion hingegen herrschen 50%+ und bei der Linksfraktion 50%. D.h.: Wenn sich SPD und Union mit ihrer Quote durchsetzen wird sich diese zwischen 33 und 40% bewegen. Da es auserdem höchstwahrscheinlich keine Geschlechterquote; d.h. es würde (ähnlich wie in Frk. und It.) die Regelung geben, dass die Fraktion aus min. 40% Frauen und min. 40% Männer bestehen müsste, oder so ähnlich. Und genau damit könnten nun insbesondere die Grünen ein Problem bekommen. Denn die Männerquote von 40% halten sie nur knapp ein. (zur Zeit: 41%). Nicht dass die Grün*innen am Ende noch männlicher werden müssten! Ich vermute, dass das der Grund für die Zzurückhaltung der Grünen ist.

Lehrer und Kinder im Visier – ZEIT Online fährt Kampagne gegen „sexuelle Gewalt“ und „Sexismus“ an Schulen

Da abzusehen ist, dass #Metoo dem Empörungspöbel bald zu blöd wird, muss man vorher noch alles rausholen was geht. DIE ZEIT hat die Zeichen der Zeit erkannt und nutzt den letzten Wellenschaum des Moralfurors, um ihre Leser für den Kampf gegen „sexuelle Gewalt“ an Schulen aufzuhetzen. Das dumme Volk mag die Frauenschützerei und die feministische Umerziehung langsam durchschauen, aber wenn es um die Kinder geht!!1! sind die Leser machtlos; da hilft ihnen ihr Masku-Gejammer wenig. Und wenn sie doch Kritik wagen, werden wir uns den Begriff ‚Pädo-Unterstützer‘ oder so für sie einfallen lassen. Also: „Wir müssen reden“, heißt es nun zum tausendsten Mal. Na, dann reden wir mal.

In den letzten drei Tagen hat ZON vier Beiträge zu dem Thema veröffentlicht, die den Eindruck erwecken sollen, dass die Schulen ein Sumpf des Kindesmissbrauchs sind, der schleunigst trockengelegt gehört. Gehen wir die Beiträge einzeln durch:

Es geht los mit einem harmlosen Aufruf an die Leser, ihre Erfahrungen mit dem Thema ZON mitzuteilen:

21.02. Haben Sie sexuelle Übergriffe an Schulen erlebt?

Ein zunächst unverdächtiger Aufruf für eine legitime Angelegenheit. Es wird ein bisschen von „hohen Dunkelziffern“ geraunt, damit der Leser ein bisschen in die dem Thema angemessene Gruselstimmung kommt und das Artikelbild suggeriert einen männlichen Täter und ein weibliches Opfer. Alles noch unverdächtig, aber jetzt geht’s los.

22.02.: „Schulkinder ohne Schutz

Eine lange moralische Ereiferung darüber, dass die Schulen zu wenig gegen irgendwas unbestimmtes, aber umso bösartigeres machen würden. Ein Auszug, bei dem man auf die alarmistische Rhetorik achte:

Seit Monaten wird in der #MeToo-Debatte über diese Themen diskutiert. An den Schulen spielen sie dagegen keine Rolle.

Wo bleibt der Aufschrei für die, die Schutz am nötigsten hätten?

Das Interesse von Schulleitungen, Aufsichtsbehörden und Landesregierungen ist erschreckend gering. Die Kultusministerkonferenz bleibt weit hinter ihren Versprechen zurück, sexuelle Gewalt und Missbrauch an Schulen offensiv zu bekämpfen.

Der Artikel setzt wie selbstverständlich voraus, dass sexueller Missbrauch an allen Schulen ein wahnsinniges Problem wäre, ohne jedoch einen stichhaltigen Beleg dafür zu liefern. Die Autoren geben selbst zu, dass es keine brauchbaren Zahlen darüber gibt. Um das zu überspielen, tischen sie irgendwelche zweifelhaft dargestellten Einzelfälle auf. Sie jammern darüber, dass die Schulen zu wenig „umfassende Schutzkonzepte“ entwickeln, ohne zu erklären, warum sie das denn tun sollten und wovor genau die Schüler geschützt werden sollen. Das Argument der Schulen, dass es an Kapazitäten fehlt, können sie bei diesem irre wichtigen Anliegen nicht gelten lassen und kanzeln es wie eine Schutzbehauptung ab. Genannte Beispiele und Artikelbild legen wieder männliche Täter und weibliche Opfer nah.

22.02. Wo sind die Helikoptereltern, wenn es ernst wird?

Autor Karsten Polke-Majewski will „sexuelle Gewalt“ und „Sexismus“ an Schulen bekämpfen und macht auf Tabubrecher:

Ist es denn allen egal, ob ein Erwachsener ein Schulkind demütigt, ihm Gewalt antut oder es missbraucht? Die Frage erscheint abwegig, doch man muss sie stellen.

Genau, denn bekanntlich ist die mediale Öffentlichkeit der letzten zehn Jahre an keinem Thema so desinteressiert, wie an Kindesmissbrauch. Das Dunkelfeld ist jetzt sogar schon „riesengroß“ geworden.

Unser wackerer Qualitätsjournalist weiß aber zum Glück ganz genau, was zu tun ist, denn

Längst ist klar, dass man viel dagegen tun könnte. Es gibt ausgeklügelte Methoden, wie sich Lehrer, Schüler und Eltern darauf verständigen können, was jeder von ihnen zu tun und zu lassen hat.

Nein, es ist bisher sogar noch nicht mal klar, wogegen etwas getan werden muss, denn wenn einer wie dieser Majewski von „sexueller Gewalt“ und „Sexismus“ redet, weiß man nie, was gemeint ist. Aber wir werden gleich fündig:

Dass Lehrer beispielsweise nicht privat mit Schülern chatten sollten. Oder dass Schülerinnen ihren Lehrer nicht zu Hause besuchen.

Also private Kontakte verbieten. Das sind seine „ausgeklügelten Methoden“. Der Autor leidet anscheinend unter dem Zwang, jede Kommunikation mit Kindern und Jugendlichen sexualisiert wahrzunehmen. Sobald die Kommunikation nicht mehr überwacht werden kann, ist sie aus seiner Sicht daher ein gefährlicher Raum für Übergriffe. Wahrscheinlich gibt das über Majewskis erotische Fantasien Aufschluss, aber vielleicht übertreibe ich jetzt auch. Oder?

wenn ein Täter beispielsweise eine Schülerin gegen deren Willen umarmt oder einem Schüler den Rücken tätschelt.

Und wieder dasselbe Muster wie oben. Harmlose Verhaltensweisen werden zwangssexualisiert, unter Generalverdacht gestellt und verteufelt. Wir haben es also mit einem prüden Missionar zu tun, der sein gestörtes Verhältnis zu Kindern und Jugendlichen nun der Gesellschaft aufnötigen möchte. Warum eigentlich derglichen Handlungen nicht allen Erwachsenen (einschließlich Eltern) verbieten? Erziehen wir also unsere Kinder zu unselbstständigen rohen Eiern um und verweigern ihnen Nähe und Berührung. Sonst haben verklemmte Viktorianer wie Majewski noch Angst, dass die Fantasie mit ihnen durchgeht.

Beim Artikel ist auch eine Studie des Deutschen Jugendinstituts verlinkt, die anscheinend eine Quelle für die behaupteten Missstände an Schulen sein soll. In dieser von Studie (natürlich vom Alles-außer-Männer-Ministerium finanziert) heißt es:

Im Rahmen des Projekts werden alle sexuellen Handlungen und Äußerungen als sexuelle Gewalt definiert, die gegen den Willen der betroffenen Personen erfolgen. Hierzu zählen auch verbale Belästigungen wie Witze über den Körper eines anderen oder das Zeigen pornografischer Bilder.

(S.8)

Und siehe da: Schon haben 60% der befragten Schüler „sexuelle Gewalt“ erlebt. Den Löwenanteil bilden hierbei mit riesigem Abstand die Kategorien „Gerüchte verbreiten“ und „Witze über den Körper“. Des Weiteren gibt es da noch die Kategorien „Konfrontation mit Pornographie“ und „sexuelle Belästigung“ (S.10). Und dann sind da noch ein paar Problemchen: Viele dieser wahrhaft schockierenden Vorfälle spielten sich blöderweise noch nicht mal an den Schulen ab. Außerdem macht das Schulpersonal nur einen winzigen Anteil der mutmaßlichen Täter aus. (S.11)

Diese Studie ist also völlig ungeeignet um nachzuweisen, dass die Schulen oder Lehrer versagen. Majewski bezieht sich auch nicht direkt auf sie, sondern er bezieht sich auf gar keine Quellen. Er saugt sich seinen Quatsch einfach aus den Fingern. Das Artikelbild legt übrigens wieder männliche Täter und weibliche Opfer nah. Wie langweilig, *Gäääähn*.

Doch bevor jetzt jemand in unserem kleinen Sexualkundeunterricht einzupennen droht und dann in der Klausur wieder nicht weiß, dass er traumatisiert ist, machen wir lieber eine kleine Pause. Und zwar mit Harry Potter und seinem schmierigen Liebhaber Fresh Dumbledore. Die Youtube-Komikerin ‚Coldmirror‘ hat Majewskis verquere sexualisierte Sicht auf die Beziehung zwischen Erwachsenen und Kindern schon vor Jahren in ihren bekannten Potter-Parodien anschaulich dargestellt, wenn auch nicht mit Absicht sondern eher aus Spaß an der Blödelei:

Genug Spaß gehabt! Jetzt, am 23.02., wird’s wieder bitterernst, DENN:

 

„Der Hausmeister darf immer noch mit einer 14-Jährigen ins Bett gehen“

Igittigitt, dieser unrasierte Hausmeister! Da muss ich gleich wieder an Coldmirrors Mr. Filch denken.

Und DER soll jetzt mit 14-Jährigen Schülerinnen in die Kiste dürfen?!

Ja darf er, denn 14-Jährigen wird in Deutschland nicht pauschal aberkannt, über ihr Liebesleben selbst entscheiden zu können. Genau das möchten die Zeit-Redakteure Geisler und Majewski und der „Missbrauchsbeauftragte“ der Bundesregierung Johannes-Wilhelm Rörig aber anscheinend ändern. Ein Interview mit dem letzeren in Auszügen:

Rörig: Es kann schon anstrengend für Minister oder Schulleiter werden. Schuldirektoren wurden mit paradoxen Situationen konfrontiert. Ein Beispiel: Eine Schule, die noch nie einen Missbrauchsfall erlebt hat, will darüber diskutieren, wie sie Schüler am besten schützen kann. Plötzlich kommt Widerstand von der Elternvertretung. Die fragt: Was ist hier los? Haben wir einen Pädobären? Ist in der Dusche etwas passiert? Wurde die Polizei schon eingeschaltet? Dann muss der Schulleiter ausführlich erklären: Nein, im Gegenteil, wir wollen vorbereitet sein, bevor etwas geschieht. Wir wollen den Kindern Hilfe anbieten, die in der Schule versagen, weil sie zum Beispiel nachts in ihrer Familie sexuellen Übergriffen ausgesetzt sind. So etwas zu erklären, ist nicht so einfach.

Bei dieser aufgeheizten Stimmung, die durch die ZEIT-Kampagne nun weiter entfacht wird, ist das was Rörig hier beschreibt, nachvollziehbar. Ein Schulleiter versucht also folgerrichtig dem Thema so weit es möglich ist, aus dem Weg zu gehen. Vielleicht sollte dieser Rörig also mal seine eigene Funktion in diesem Mechanismus kritisch hinterfragen. Aber dafür bleibt leider keine Zeit, denn

Ich habe einen Zeitplan. Ende 2018 sollten Schutzkonzepte wenigstens überall auf den Weg gebracht sein.

[…]

ZEIT ONLINE: Was spricht eigentlich dagegen, wie bei Kindertagesstätten die Betriebserlaubnis einer Schule daran zu binden, dass sie ein Schutzkonzept hat?

Rörig: Aus meiner Sicht gar nichts. Im Gegenteil, das muss der nächste Schritt sein. Allerdings kann der Bund die Länder nicht dazu verpflichten. Diese Entscheidung muss jedes Land selbst treffen.

Wozu diese sinnlose Hektik? Steht den Schulen denn schon der Kollaps bevor?

ZEIT ONLINE: Wie wichtig ist der Tatort Schule überhaupt?

Rörig: Die Schule ist nicht der zentrale Ort des Missbrauchs in Deutschland. Sexueller Missbrauch findet vornehmlich in der Familie und im familiären Umfeld statt. Sehr häufig sind aber auch sexuelle Übergriffe unter gleichaltrigen Kindern und Jugendlichen, sogenannte Peer-to-Peer-Gewalt, die durch die digitalen Medien eine neue Dimension erlangen.

Ja, wie schlimm ist die Situation denn nun an den Schulen? Darüber weiß unser „Missbrauchsbeauftragter“ komischerweise auch nichts. Aber dass man unbedingt handeln muss, das weiß er schon.

Rörig: Eine sexuelle Beziehung zwischen einem Schüler und dem pädagogischen Personal ist nicht in Ordnung. Das muss allen klar sein. Das ist inzwischen auch bei unter 18-Jährigen strafbewehrt. Der Hausmeister darf allerdings immer noch mit einer 14-Jährigen aus der eigenen Schule ins Bett gehen. Das sehe ich kritisch. Ich bin der Meinung, man sollte das Verbot auf alle Erwachsenen aus der Schulcommunity ausdehnen. Das hat nichts mit Prüderie zu tun. In Schulen, wo es starke Macht- und Abhängigkeitsverhältnisse gibt, müssen solche Beziehungen ausgeschlossen sein.

Bekanntlich üben nämlich Hausmeister und andere aus der „Schulcommunity“ eine große Macht auf Schüler aus. Was zum Beispiel, wenn sich der Hausmeister an seiner 14-Jährigen Angebeteten, die ihn nicht ranlassen will, rächt, indem er ihre Schulbank ansägt? Wir sollten es nicht drauf ankommen lassen! Oder wenn die Frau von der Essenausgabe dem 15-Jährigen Tobias einen extra Pudding anbietet, wenn er für sie bestimmte Sachen macht? Wäre das nicht himmelschreiende Ungerechtigkeit?! Am besten also, wir verbieten gleich sämtlichen sexuellen Kontakt zwischen unter-18-Jährigen und Erwachsenen, die irgendwie Macht haben könnten. Also ab in Uncle Sam`s Sexualhölle.

Fazit

Zusammengefasst lehrt uns die Kampagne also folgendes: Den bösen Lehrern und Politikern ist unser Kindeswohl egal, die schutzlosen Schüler sind am leiden was das Zeug hält und Schuld sind wieder vor allem diese Männertypen mit ihren blöden Penissen. Um dieses Sündenbabel zu bekämpfen, müssen wir irgendwelche „umfassenden Schutzkonzepte“ entwickeln und zwar so schnell wie möglich und am besten noch vor der Hofpause, denn da könnte der Hausmeister wieder zuschlagen! Ein interessanter Ansatz für diese Schutzkonzepte könnte sein, dass wir unseren Kindern noch weniger Nähe und Berührung zumuten, als sowieso schon und sie dadurch noch mehr emotional und geistig verkümmern lassen und zu unselbstständigen Idioten erziehen. Außerdem müssen wir den Schülern und den Lehrern den „Sexismus“ aus dem Kopf prügeln und ihnen den Mund verbieten um die grassierende „verbale sexuelle Gewalt“ zu beenden.

Belege und Analysen sind bei diesem, von schummrigen Gelüsten triefenden, Jagdvergnügen eher zweitrangig. Emotionen und der Verweis auf Metoo sind wichtiger. Die Rotorblätter der Apache-Helikoptereltern sind kurz vorm Überdrehen; denn auch im Jahre 2018 gibt es immer noch keinen umfassenden Überwachungsstaat, der sämtliche (vermeintliche oder echte) Grenzüberschreitungen unterbinden kann. Stattdessen gibt es immer noch dieses ärgerliche Scheißding namens „Freiheit“; sogar im Umgang mit unter-18-Jährigen. Ein echter Skandal, dass an den Schulen immer noch nicht die notwendige Sensibilität geschaffen wurde, die es braucht, damit eine Schülerin endlich schnurstracks zum Schulpsychologen des Vertrauens marschiert, wenn sie beim Flaschendrehen „gegen ihren Willen“ geküsst wurde.

Ein hellsichtiger Kommentator schreibt unter den dritten Artikel:

Wann fangen die Leute endlich mal an zu begreifen, dass jedes kleine Stückchen mehr an Sicherheit auch immer ein mindestens genauso großes Stückchen Freiheit kosten wird?

(WolfgangL. 3.21)

Und zum Schluss noch, wer es mag, ein passender Coldmirror-Klassiker zum entspannen. Wo wir nun den ganzen Tag die deutschen Schulen nach geheimen Pornokellern durchforstet haben und einfach nichts gefunden haben, was sich zum Missbrauchsskandal aufblasen lässt, müssen wir jetzt auch mal belohnt werden. Harry Potter und der geheime Pornokeller Teil 9. (Bitte über all zu alberne Strecken hinweg sehen.)

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