Der 8. Mai als »Tag der Befreiung«

Den folgenden Text wollte ich eigentlich bei Jala Varietas als Kommentar posten – leider überschreite ich dort die Längenbegrenzung von 5.000 Zeichen. Jala argumentiert in ihrem Blogpost dafür, den 15. März (1991), das Datum des Inkrafttretens des Zwei-plus-Vier-Vertrags, als »Tag der Befreiung« zu begehen. Im folgenden möchte ich erläutern, warum der bisherige 8. Mai für mich durchaus als »Tag der Befreiung« durchgeht. Teilweise beziehe ich mich direkt auf Formulierungen ihres Blogposts.

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Antje Schrupp und das Ende des Patriarchats

Antje Schrupp hat am 22. November dieses Jahres aus Anlass einer Buchvorstellung in Zürich eine Laudatio auf die italienische Differenzfeministin Luisa Muraro gehalten, und seit vergangener Woche ist der Text dieser Rede online verfügbar. In dieser Laudatio ruft sie das Ende des Patriarchats aus, was freilich nur für mich eine Neuigkeit war, denn Schrupp vertritt diesen Standpunkt schon länger. Ich fand ihn jedoch höchst bemerkenswert, weil es nicht nur meiner eigenen Ansicht zu entsprechen schien, sondern auch dem Patriarchats-Gejammer eines Netzfeminismus à la Wizorek, Stokowski und Penny pointiert zuwiderläuft. Bei näherem Hinsehen ist es dann freilich doch nicht, wonach es dem ersten Anschein nach aussieht – dennoch ist ihre Argumentation überaus interessant, wenn man ein Beispiel dafür haben möchte, in welche Widersprüche sich feministische Theorie verwickeln kann. Denn Schrupps Perspektive ist paradox: luzide und blind zugleich, ebenso subjektiv ehrlich wie ideologisch vernagelt. Das macht ihren Text in meinen Augen – im Kontext einiger anderer Texte von ihr und anderen Differenzfeministinnen – zu einem Schlüsseldokument des heutigen Feminismus. Die Zitate stammen, wenn nicht anders vermerkt, aus drei von ihr unter der Rubrik Patriarchat verschlagworteten Artikeln.

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Daniele Ganser in Karlsruhe

Am vergangenen Montag Abend habe ich wieder eine Vortragsveranstaltung besucht – Daniele Ganser war mit einem Vortrag zum Thema »US-Imperialismus« im Karlsruher Konzerthaus zugegen. Karten für die Veranstaltung hatten wir schon Monate im Voraus besorgt, sodass wir zentral in der zweiten Reihe saßen (die erste Reihe war für alle möglichen VIPs reserviert). Im folgenden schildere ich meine Eindrücke von Person und Vortrag, und gehe auch noch kurz auf die Handzettelverteiler vor dem Konzerthaus ein: wie auch schon beim Genderkongress in Nürnberg gab es auch hier Leute – eindeutig unter der Flagge der Antifa – die der Meinung waren, dass man diese Veranstaltung doch eigentlich besser nicht besuchen sollte.
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Kritische Nachbetrachtung zum Deutschen Genderkongress 2019

Am vergangenen langen Wochenende war ich in Begleitung in Nürnberg und habe dort am Samstag den Deutschen Genderkongress besucht. Ich habe nicht nur Lob auszusprechen, sondern auch erhebliche Kritik – aber beginnen wir mit dem Positiven.

(Editiert: Flugblatt der Gegendemo hinzugefügt)

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Der Mythos des vaginalen Orgasmus – erweist sich als … Mythos! (Gastartikel von crumar)

Wir können uns alle noch an die Quintessenz des Schwarzerschen „Der kleine Unterschied” erinnern? Andrea Roedig fasst zusammen und ich hebe kursiv hervor:

„Frauen sind sexuell ausgebeutet, Penetration ist Gewalt und tötet die weibliche Lust, der vaginale Orgasmus ist ein Mythos zur Sicherung patriarchaler Vorherrschaft.” (1)

Schwarzer in ihren eigenen Worten:

„Zum Erzeugen von Lust ist die Klitoris unentbehrlich – für das Erzeugen von Kindern ist die Vagina zuständig, schrieb ich damals angriffslustig. Denn die Vagina hat so viele Nerven wie der Dickdarm, also fast keine.” (2)

Nun gab es aber in der Zwischenzeit neue wissenschaftliche Erkenntnisse und die möchte ich – nur aus pädagogischen Gründen – mit dem Satz einleiten, mit dem sich jeder mediale Volldepp entlarvt: „Ganz so einfach ist es aber nicht!”

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Zum Stand meines Buchprojekts

Nachdem ich nun schon seit mehreren Jahren an meinem Buchprojekt zur Kritik des Feminismus anhand des Patriarchatsbegriffs arbeite, habe ich mich entschlossen, meine Vorgehensweise anzupassen. Das Projekt ist insgesamt zu groß, um es innerhalb eines einzigen Buchtitels unterzubringen – daher möchte ich es in aufeinanderfolgenden Bänden veröffentlichen. Und da ich keine Lust habe, eine langwierige und zeitlich unabsehbare Ochsentour bei Verlagen anzutreten, werde ich den Weg einer Veröffentlichung bei »Books on Demand« wählen.

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Julie Bindel’s personal Gender Empathy Gap

Ich finde momentan nicht viel Zeit zum Bloggen, möchte aber mit dem folgenden Kurzbeitrag wenigstens symbolisch (und etwas verspätet) Gunnar Kunz‘ Initiative zum Gender Empathy Gap Day honorieren. Anlass ist ein Zitat, über das ich kürzlich gestolpert bin, welches in meinen Augen einen solchen »Empathy Gap« auf drastische Weise zum Ausdruck bringt.

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»Patriarchat«: nochmals zur Begriffsbestimmung (V)

Meine Erwiderung auf Jonas. Möglicherweise nähern wir uns dem Punkt eines agree to disagree, insofern wir nun bei grundsätzlichen Unterschieden in der Begriffsverwendung angekommen sind.
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Warum ich den Patriarchatsbegriff für historisch irreführend halte

Mit dem nachstehenden Blogpost möchte ich auf die von Forent und Mit-Blogger Jonas formulierten Einwände gegen meine Zurückweisung des Patriarchatsbegriffs im voranstehenden Blogpost antworten. Ich steige direkt in die Argumentation ein und schicke nur eine Bemerkung vorweg: wenn ich von Macht und Herrschaft rede, lege ich die Weberschen Definitionen zugrunde, weil sie minimalistisch genug sind, um universell angewendet zu werden: Macht ist die Chance, seinen Willen auch gegen Widerstand durchzusetzen, Herrschaft ist die Chance, für einen Befehl Gehorsam zu finden, legitime Herrschaft ist der Glaube der Herrschaftsunterworfenen an die Rechtmäßigkeit der Herrschaft.

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