Pickup

Oft diskutiert, hochgelobt oder aufs tiefste verachtet. Die Methode für arme schüchterne Männer, endlich bei ihrer Traumfrau zu landen oder frauenfeindliche sexistische Manipulation?
Es geht um Pickup. Eins vorneweg: Ich denke, Pickup kann tatsächlich funktionieren und das sehen ja anscheinend selbst schärfste Kritiker wie beispielsweise Robin so.
Auch ich hatte schon eine Begegnung mit einem Typen, bei dem ich ziemlich sicher bin, dass er sich den Methoden des Pickup bedient hat. Wir trafen uns zufällig in einer Diskothek, kamen ins Gespräch und ja, ich muss zugeben, ich fand ihn trotz diverser Sticheleien ziemlich anziehend. Was natürlich auch daran liegen kann, dass er optisch recht ansprechend war. Aber recht schnell wurde deutlich, dass er nur auf Sex aus war. Normalerweise bin ich solchen Abenteuern gegenüber nicht abgeneigt, aber an dem Abend war ich mit einem Freund unterwegs und wir wollten auch gemeinsam wieder gehen.
Als ich den besagten Herren zum späteren Zeitpunkt an der Garderobe wiedersah, konnte ich beobachten, wie er sich beobachten sich mit einer anderen Frau unterhielt. Keine Ahnung, was geredet wurde, aber sie schien erst ziemlich empört über das Gesagte und ein paar Minuten später standen die zwei küssend in einer Ecke. Da kam mir der Gedanke, dass er anscheinend Pickup Methoden nutzt. Und ich konnte mit eigenen Augen sehen, wie es funktioniert.

Kritik an Pickup konzentriert sich in erster Linie auf die zwei folgenden Punkte:

1. Pickup ist manipulativ, Frauen werden hinterhältig zu etwas gebracht, was sie eigentlich nicht wollen.

2. Pickup ist frauenverachtend, da es die Frauen nicht als Menschen, sondern nur als potentielle Sexpartner sieht.

Natürlich ist Pickup manipulativ, mit einigen psychologischen Tricks. Aber die Frage ist doch, ist das wirklich schlimm? Und hier kommt meiner Meinung nach der Intention desjenigen, der Pickup anwendet eine große Bedeutung zu. Sollte jemand ein frauemverarchtender Arsch sein der Pickup nutzt, um möglichst viele Kerben in den Bettpfosten zu ritzen, so wird er das natürlich entsprechend einsetzen. Und in dem Fall denke ich, kann Pickup tatsächlich frauenverachtend sein. Sollte jemand aber tatsächlich einfach ein Mensch sein, der vielleicht Probleme hat, auf Frauen zuzugehen und dadurch mehr zu sich selbst finden und Hilfe, seine Liebe zu bekommen, so hat es nicht im geringsten etwas mit Frauenverachtung zu tun.
Und da kann es ja egal sein, ob man das Ganze jetzt Persönlichkeitsentwicklung oder Pickup nennt. Wobei Pickup schicker klingt und sich anscheinend besser vermarkten lässt.
Was das Manipulative angeht; gibt es das nicht überall, wenn es um Strategien geht, das andere Geschlecht von sich zu überzeugen? Da wird sich herausgeputzt, geschminkt, gestylt und teilweise operiert, um bei anderen besser anzukommen. All das in einer vermeidlich oberflächlichen Gesellschaft, wo jeder davon redet, dass die inneren Werte zählen. Und wenn dann Menschen versuchen an den inneren Werten zu arbeiten bzw. diese als besonders positiv herausstellen wollen, werden Stimmen laut, die das heftig kritisieren und von Täuschung, Manipulation und Frauenfeindlichkeit reden.
Mein persönliches Fazit ist, dass Pickup funktioniert und in Kombination mit einem entsprechendem Äußeren vermutlich sogar sehr gut. Weiterhin denke ich, dass es bei verschiedenen Dingen davon abhängt, wer mit welcher Intention diese nutzt, ob es sich um etwas positives oder negatives handelt. So auch bei Pickup. Es kann einerseits einem verschüchtertem Jüngling helfen, seine Traumfrau anzusprechen, andererseits aber auch einem Machoarsch, diverse Frauen ins Bett zu bekommen.

I am NOT a Feminist. Here’s Why . . .

Bezüglich #WomenAgainstFeminism: Absolut lesenswert.

Disorderly Politics

Yeah. It’s going to be one of those posts. And it’s going to be long winded, so buckle in–I promise to get to the juicy stuff eventually. I am a woman (a black, working class, atheistic woman, to drive home the point of my utter tokenism), and I am not a feminist. Frankly, I find it irritating when people insist that I am. And since not being a feminist is something looked down upon, I decided to make this post to further explain my reasoning. I’m laying down my cards, so to speak, providing the different point of view that liberals such as myself love so much to bring to the table.

I’m not unrelenting in this belief–if any feminist wants to provide counterpoints, I will be liable to listen to you with an open mind. I won’t be contrary for the sake of being contrary, or argumentative for the…

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Warum eine erfundene Krankheit noch keinen wahren Mann macht.

Seit einiger Zeit brüte ich darüber, was ich als nächstes thematisieren soll. Habe eine Idee, finde sie erst mal gut, nur um sie wenig später wieder zu verwerfen.

Bezüglich Männerrechten gibt es eigentlich wenig, zumindest fällt mir gerade nichts ein, was nicht schon mindestens einmal gesagt oder geschrieben wurde. Und seien wir ehrlich: die männlichen Männerrechtsbewegten sind einfach viel besser mit der Materie vertraut als ich es auf absehbare Zeit sein werde. Doch nicht mangels Interesse, sondern eher mangels freier Kapazitäten.

Doch ich würde mich gern weiterhin am Geschlechterallerlei beteiligen. Und bei all den vielen Themen über die ich gern schreiben würde, für die mir jedoch die nötige [Recherche-]Zeit fehlt, gibt es etwas, das hier zu thematisieren mich schon länger in den Fingern juckt. Genauer gesagt, seit ich das hier gelesen habe. Dort schreibt Oliver Flesch unter anderem:

AD[H]S gibt es nicht. Oder sagen wir es nicht ganz so krass: Neunundneunzig Prozent der Kinder, denen es diagnostiziert wurde, sind kerngesund.

Er erzählt von einem Jungen, der angeblich AD[H]S hat. Weil: Wenn sich ein Kind nur auf jene Themen konzentrieren kann, die zufällig in sein persönliches Interessensgebiet fallen, dann ist das in Ordnung und ganz normal. Der Autor erzählt, er selbst habe sich als Kind ebenfalls nicht auf die „uninteressanten“ Fächer konzentrieren können. Und er habe es auch gar nicht gewollt.

Das mit dem Wollen ist ein interessanter Aspekt. Viele Menschen, die mit der Materie nicht vertraut sind, erliegen dem Irrglauben, betroffene Kinder seien „ganz normale“ Kinder und müssten etwas einfach nur genug wollen, dann würden sie es auch auf die Reihe bekommen. Doch AD[H]S und die Unfähigkeit, sich auf eine langweilige oder eintönige Sache zu konzentrieren, ist keine Sache des Wollens bzw. des Nicht-Wollens. AD[H]S ist nichts, wofür man sich bewusst entscheidet. Ist ja schön und so weit tatsächlich normal, dass Klein-Oliver null Bock auf langweilige Fächer hatte. Nur ist AD[H]S tatsächlich etwas gänzlich Anderes. Es ist viel komplexer und besteht aus weit mehr als bloßem „sich-nicht-konzentrieren-Können“.

Für mich, ist der Junge, der heute noch glaubt, er hätte AD[H]S, nicht krank. Für mich ist er ein wahrer Mann!

Die erste Frage, welche sich bezüglich des obigen Artikels aufwirft, ist natürlich folgende: Sind weibliche AD[H]S-Betroffene eigentlich auch „wahre Männer“?

Ich gebs zu, der war flach. Da ich selbst einen AD[H]S-betroffenen Sohn habe und derartige Behauptungen von AD[H]S-Verleugnern bzw. -Verharmlosern ziemlich anmaßend finde, hinterließ ich einen Kommentar und überlegte seitdem, ob ich dieses Thema hier bearbeiten soll.

Unschwer zu erkennen: ich entschied mich dafür.

Ich bin mir im Klaren darüber, dass AD[H]S nach wie vor ein heißes Eisen ist, zumal die Leserschaft hier größer und auch breiter gefächert ist als auf meinem eigenen Blog, wo ich das Thema mehr oder weniger regelmäßig bearbeite.

Ist AD[H]S nun ein Geschlechterthema? Ich sags mal so: Ja und nein. Ja weil immer wieder aus irgendeiner Ecke die Behauptung kommt, es sei ein Mittel, um unbequeme Kinder, vornehmlich Jungs, „ruhig zu stellen“. Ja weil AD[H]S bei Jungs um ein Vielfaches häufiger [und, womit Oliver Flesch ja durchaus ein Stück weit Recht hat, oftmals vorschnell, bei Mädchen dagegen ist es genau umgekehrt] diagnostiziert wird, und nein weil AD[H]S tatsächlich eine Störung des Hirnstoffwechsels ist, die Mädchen ebenso betrifft wie Jungs. Aus irgendwelchen noch nicht vollständig erforschten Gründen ist bei Mädchen die hypoaktive [„Träumerle“], bei Jungs die hyperaktive [„Zappelphillip“] Version stärker vertreten, wobei es natürlich auch verträumte Jungs und hyperaktive Mädchen gibt.

Es wird behauptet, AD[H]S sei eine erfundene Krankheit. Gern wird hierbei eine angebliche Aussage eines gewissen Leon Eisenberg hinzu gezogen, welche er während eines Interviews gemacht haben soll. AD[H]S sei „ein Paradebeispiel für eine fabrizierte Erkrankung“ und„die genetische Veranlagung für AD[H]S wird vollkommen überschätzt.“ Diese Aussage hat es vor zwei Jahren sogar in den Spiegel geschafft.

Tatsächlich war Leon Eisenberg nur einer von vielen Kinder- und Jugendpsychiatern [und obendrein nicht der erste], die sich mit der Materie beschäftigten. Und tatsächlich hat er AD[H]S nicht erfunden, er hat lediglich Kinder mit Entwicklungsproblemen und ihre Zusammenhänge erforscht.

Irgendwo, ebenfalls in einem Blog, las ich kürzlich, AD[H]S sei ein Instrument üblicherweise überforderter und / oder desinteressierter Eltern, um aufmüpfige, „schwierige“ Jungs mithilfe von sogenannten Drogen „gefügig“ zu machen. Ich finde es jetzt nicht mehr, vielleicht wurde der entsprechende Artikel vom Blogbetreiber gelöscht, nachdem ich einen kritischen Kommentar hinterlassen hatte. Ich weiß es nicht.

Die Frage ist hier wohl: wenn es [Ritalin] dazu missbraucht wird, um Jungs gefügig zu machen, warum wird es dann auch Mädchen verschrieben? Man könnte meinen, dass sich mittlerweile herumgesprochen hat, welche Faktoren sich ursächlich bzw. auslösend auswirken können. Doch scheinbar ist dem nicht so.

Da wären einmal tatsächlich die genetische Disposition, welche nachweislich von den Eltern an die Kinder weitergegeben wird. Ist dieses Kriterium erfüllt, braucht es noch mehr oder weniger äußere/soziale Einflüsse [Stress/Rauchen/Alkohol während der Schwangerschaft, angespannte familiäre Situation, Trennung der Eltern, emotionale Störung aufgrund des Verlustes einer wichtigen Bezugsperson, etc.] um die Aufmerksamkeitsdefizits[-Hyperaktivitäts]störung „ausbrechen“ zu lassen. Außerdem wurden bei verschiedenen AD[H]S-Betroffenen verkleinerte Hirnregionen festgestellt.

adhs-grafik

Vielerorts wird nach wie vor behauptet, Kinder mit AD[H]S bekämen Ritalin [oder ein anderes Medikament, welches Methylphenidat enthält], um sie ruhig zu stellen. Es werden immer wieder nebulös Behauptungen von angeblichen Todesfällen aufgestellt, doch jedes Mal wenn ich in einem solchen Fall nachhake, wird zurück gerudert oder ausgewichen. Oder aber, das Medikament wurde grob missbräuchlich verwendet. Ich weiß von keinem einzigen Todesfall, welcher durch ärztlich verschriebenes und daraufhin nachweislich korrekt dosiert verabreichtes Methylphenidat verursacht wurde.

Gerne werden, speziell in den Massenmedien, jedoch auch in diversen Blogs, die angeblichen überall vor sich hinvegetierenden Ritalin-Zombies bemüht. Dumm nur, dass ich noch keinem einzigen begegnet bin, und auch niemand den ich kenne, inklusive sämtlicher Kinderärzte bzw. Kinder- und Jugendpsychotherapeuten, bei denen wir bis dato vorstellig waren.Und das hier ist auch nur einer von vielen Fällen, die man getrost unter Missbrauch ablegen kann. Ärzten und Therapeuten kann man bekanntlicherweise  nicht glauben, die werden ja sowieso alle von der Pharmalobby geschmiert. [Wer Ironie findet, darf sie behalten]

Achtung: Ich behaupte NICHT, es gäbe keinen Missbrauch. Doch tatsächlich sind es nicht die Eltern von betroffenen Kindern, die ihnen Ritalin geben um sie auf diese Weise zu gefügigen Junkies zu machen.

Wer Ärzten und Psychologen nicht glaubt, könnte ja auch einfach jemanden fragen, der selbst von AD[H]S betroffen ist, ob und wenn ja auf welche Weise das AD[H]S-Medikament hilft.

Wenn es nicht erfunden ist, was ist dieses AD[H]S dann?

Eine Störung des Hirnstoffwechsels. Aufgrund von beschleunigtem Dopaminabbau können die Zellen nicht richtig kommunizieren, was unter anderem zu verminderter Konzentrationsfähigkeit, motorischer Unruhe und verminderter Impulskontrolle führt.

Und was macht es, wenn man es nicht behandelt?

Bedeutung für den Betroffenen selbst:

– Schwierigkeiten, sich auf „weniger spannende“ Inhalte zu konzentrieren und daraus resultierend die Gefahr, trotz hohem kognitiven Potential unverhältnismäßig schlechte Leistungen abzuliefern. Außer beim „Lieblingsfach“ bzw. „Spezialgebiet“, was mit dem Belohnungszentrum zusammenhängt: Aufgrund der veränderten Dopamin-Wiederaufnahme sind AD[H]S-Betroffene ständig auf der Suche nach einem neuen „Kick“.
– Hohe Gefahr, als Schulabbrecher auf der schiefen Bahn zu landen.
– Häufiges Anecken in Schule, Beruf und Privatleben und als Konsequenz niedriges Selbstwertgefühl bzw. das Gefühl „falsch“ zu sein, nicht richtig zu funktionieren, was wiederum zu Depression und Suizidgedanken führen kann.
– Geringe Frustrationstoleranz führt häufig zu unkontrollierten Wutausbrüchen.
– Unfähigkeit, Freundschaften zu knüpfen bzw. aufrecht zu erhalten.
– Erhöhte Gefahr, von Zigaretten, Alkohol und/oder Drogen abhängig zu werden.
– Erhöhtes Verletzungsrisiko / erhöhte Unfallgefahr.
– Keine Impulskontrolle. „Handelt/spricht, bevor er/sie denkt, ist vorlaut, frech, spricht aus was ihm/ihr gerade in den Sinn kommt, ungeduldig, kann nicht abwarten bis er/sie an der Reihe ist.“

Für das Umfeld des Betroffenen:

– Innerhalb der Familie: Allgemein sehr angespannte Familiensituation aufgrund eines Kindes [oder mehrerer Kinder], welches unverhältnismäßig mehr Aufmerksamkeit, Zuspruch und Förderung benötigt als ein nicht-betroffenes Kind.
– Konflikte innerhalb der Partnerschaft bezüglich des AD[H]S-betroffenen Kindes bzw. dessen korrekter Erziehung/Behandlung/Förderung. Paare, in denen ein oder mehrere Kinder von AD[H]S betroffen sind, trennen sich ca. 50% häufiger als solche, in denen kein Kind betroffen ist. [Hierfür habe ich leider keine Quellenangabe, da der Psychologe meines Sohnes dies bei einem unserer Termine erzählt hat].
– Geschwister, die sich vernachlässigt oder zumindest hinten angestellt fühlen, weil dem anderen Kind bzw. dessen Besonderheit so viel Beachtung geschenkt wird.

In der Schule: chronisch genervte Lehrer [sofern nicht speziell geschult bzw. auf einer Förder- oder Erziehungshilfeschule] und Mitschüler, da AD[H]S-Kinder nicht nur ständig den Unterricht stören, sondern grundsätzlich Schwierigkeiten haben, Regeln einzuhalten. Sie spielen den Klassenclown oder sind aggressiv und quatschen ständig dazwischen, vergessen Hausaufgaben und Arbeitsmaterial. Hypoaktive ADS-betroffene Kinder sind mit den Gedanken ständig woanders. Zwar stören sie nicht so massiv den Unterricht wie ihre hyperaktiven „Leidensgenossen“, doch sind sie ebenso wenig konzentriert bei der Sache.

– Im Beruf: chronische „Aufschieberitis“, Projekte werden nicht rechtzeitig fertig, was häufig zu Stress mit Vorgesetzten und/oder Chef führt.
– AD[H]S-Betroffene verheddern sich in zu vielen angefangenen Projekten, bis sie schließlich völlig den Überblick verlieren, und bringen nichts zu Ende. Falls doch, gelingt dies nur unter äußerstem Kraftaufwand und mit guter Organisation.
– Häufige Arbeitsplatzwechsel, schlimmstenfalls Arbeitslosigkeit.

Was kann man dagegen unternehmen?

Vorab: Es ist nicht „heilbar“. Es gibt keine Medizin und keine Therapie, die einen Betroffenen ein für allemal von seiner AD[H]S befreit. Es gibt allerdings Mittel und Wege, mit deren Hilfe der Betroffene lernt, sein Leben zu bewältigen, zusammengefasst in der sogenannten „Multimodalen Therapie“.

1. Aufklärung der Eltern
2. Elterntraining
3. Aufklärung des Kindes
4. Verhaltenstraining
5. Medikamentöse Behandlung [normalerweise zeitlich begrenzt und unter ärztlicher Kontrolle]

Hier wird explizit die Behandlung eines betroffenen Kindes erklärt. Warum ist schnell erklärt: Da es für betroffene Erwachsene Psychotherapie bzw. Versorgung im Sinne einer multimodalen Behandlung einfach nicht gibt.

An der medikamentösen Behandlung scheiden sich die Geister. Methylphenidat reguliert die Kommunikation der Gehirnzellen und ermöglicht es dem Betroffenen, sich zeitlich begrenzt auf etwas zu konzentrieren, bei der Sache zu bleiben. Ebenso aktiviert MPH eine Art „Reizfilter“ in dessen Gehirn: der Betroffene ist nicht mehr so leicht ablenkbar und wirkt allgemein „sortierter“. Aufgrund der veränderten chemischen Zusammensetzung löst es keinen „Kick“ aus und macht somit bei korrekter Einnahme nicht süchtig.

Doch ich will nichts beschönigen. Methylphenidat [kurz MPH], ein AmphetaminDerivat, unterliegt nicht grundlos dem Betäubungsmittelgesetz, und entsprechend streng sind die Verschreibungskriterien. Es kann als Droge missbraucht werden, und nicht umsonst wird die Behandlung ausschließlich unter regelmäßiger ärztlicher Kontrolle durchgeführt, denn es können Nebenwirkungen auftreten. Häufig beobachtete Nebenwirkungen sind Appetitlosigkeit und Einschlafstörungen.

Für Eltern von betroffenen Kindern ist die Entscheidung pro/contra MPH gewiss keine Einfache. Ich weiß das, weil ich selbst zwei Jahre gebraucht hab, um den Weg von völliger Ablehnung bis hin zu „naja, alles andere hat ja nicht funktioniert, versuchen wir´s halt mal“ zu gehen. Realistisch betrachtet ist ab einer gewissen Schwere der AD[H]S weder ein gesundes Großwerden des Kindes noch ein normaler Familienalltag mehr möglich. Bei den leichteren Fällen kann man sicher hie und da ohne Zuhilfenahme von  MPH Strategien für das Leben mit AD[H]S lernen.

Wer es bis hierher geschafft hat: Danke für deine Aufmerksamkeit. Ich weiß, ich habe ziemlich weit ausgeholt, und dennoch habe ich das Thema eigentlich nur „angekratzt“. Es gibt so viel mehr, was es darüber zu wissen gibt, und noch mehr, was erst noch erforscht werden muss. Kinder, die davon betroffen sind, haben natürlich nicht nur Nachteile. Sie sind wie andere Kinder liebenswerte kleine Menschen, die neugierig, regelrecht wissensdurstig sind, dazu noch freundlich und hilfsbereit. Sie sind sensibel und ausgesprochen mitfühlend ihren Mitmenschen gegenüber, häufig unangepasst und kritisch hinterfragend. Ein Grund mehr, genauer hinzusehen und vielleicht selbst zu hinterfragen, bevor man einen weiteren von den Massenmedien hingeworfenen Happen einfach so schluckt.

Neue „Studie“ zum Maskulismus

Ich habe – angeregt durch diesen Beitrag bei Christian mal ein wenig in der neuen Studie „Maskulismus- Antifeminismus zwischen vermeintlicher Salonfähigkeit und unverhohlenem Frauenhass“ geblättert. Die Studie wurde erstellt von Robert Claus und finanziert von der Friedrich Ebert Stiftung. Die Studie kann hier gelesen werden.

 Bislang stellt in Deutschland Männerpolitik auf der Ebene der politischen Institutionen ein kaum bearbeitetes Feld dar. Zwar gibt es im Bundesministerium für Familie, Jugend, Senioren und Frauen ein Referat, das exklusiv für Jungen- und Männerpolitik zuständig ist, doch eine Auseinandersetzung der politischen Parteien über die Ziele und Instrumente von Männerpolitik findet (bislang) nicht statt.“

Das ist doch mal eine erhellende Erkenntnis zu Anfang der Studie

 Die politische Bandbreite ist erheblich: Männerpolitische Akteure und Akteurinnen von progressiv über konservativ bis reaktionär ringen um Deutungshoheit, einige von ihnen in produktivem Austausch mit Feminist/-innen, andere in offener bis hasserfüllter Konfrontation. Die Akteure und Akteurinnen scheiden sich nicht nur an der Frage, ob Frauen in dieser Debatte als Verbündete im Kampf gegen starre Rollenbilder oder als „der Feind“ zu betrachten sind, sondern auch an der noch grundsätzlicheren Frage, was Männlichkeit (und Weiblichkeit) eigentlich ausmacht“

Genau das gleiche Phänomen ließe sich übrigens für den Feminismus (Stichwort: „DEN Feminismus gibt es nicht“) feststellen.

 Angesichts der Widersprüchlichkeit und der geringen Zahl der Akteure und Akteurinnen liegt es nahe, das Phänomen als gesellschaftspolitisch irrelevant abzutun. In der Tat ist der Maskulismus keine Bewegung, die es vermag, ihren Protest in großen Menschenmassen auf die Straße zu tragen.“

Auch der Feminismus ist weder frei von Widersprüchen, noch zeichnet er sich durch eine besonders große Zahl von Vertreterinnen aus. Nicht umsonst wird Alice Schwarzer oft als einziges Gesicht des Feminismus wahrgenommen. Der Maskulismus hat nur nicht den Vorteil auf eine große Zahl staatlich üppig finanzierter „Genderprofessuren“ zurückgreifen zu können. Der Feminismus hat es auch schon länger nicht mehr geschafft „große Menschenmassen“ zu mobilisieren. Der letzte Versuch war hier wohl der Slutwalk. Mit der Folge, dass sofort innerhalb der feministischen Flügel heftigte Kämpfe über Name und Konzept ausbrachen und die Bewegung sehr schnell wieder zum erliegen brachte.

Gleichzeitig liegt genau hier die Gefahr, hat er doch eine Vielzahl an Aktivitäten entwickelt, die in ihrer Wirkung nicht zu unterschätzen sind. Seine Forderungen nach Geschlechtergleichstellung für Männer öffneten bereits die Tür so mancher Institution. Zudem beteiligen sich Maskulisten und Maskulistinnen massiv an den Kommentarfunktionen deutscher Leitmedien und verfügen somit über die Fähigkeit, wichtige Diskussionen in die Enge zu führen und zu dominieren.“

Hier liegt tatsächlich ein wesentlicher Unterschied zum Feminismus. Während der Feminismus in den letzten Jahren vorwiegend eigene Filterbubbles errichtet hat und diese gegen äußere Meinungen hermetisch abdichtet und einen Austausch mit dem Mainstream ablehnt, hat der Maskulismus keine Scheu davor. Ausserhalb eines geschützten Umfeldes (Stichwort Kommentarpolitik und Aussperrung von Widerspruch) sind feministische Akteurinnen derzeit nicht in der Lage Diskussionen zu dominieren.

Interessant auch das Fazit des Autors:

„Feminismus, Geschlechterforschung und gleichstellungspolitische Projekte werden in den kommenden Jahren um eine Auseinandersetzung mit dem Maskulismus nicht herumkommen. Gesellschaftliche Modernisierung zeitigt Frustration in Anbetracht der Möglichkeiten des gesellschaftlichen Reichtums einer- sowie der Begrenztheit des individuellen Erfolgs andererseits. Ideologien natürlicher Herrschaft bilden eine Option der Bearbeitung dessen. Die gesellschaftlichen Anknüpfungspunkte des Maskulismus sind reichhaltig vorhanden und das feministische Geschlechterwissen keineswegs so hegemonial, wie behauptet wird.“

Daraus zieht der Autor jedoch nicht die Schlussfolgerung, dass auch der Maskulismus möglicherweise eine gesellschaftliche Daseinsberechtigung haben könnte, sondern dass der Feminismus seine Anstrengungen verstärken müsse:

„Zwar konnten in einigen gesellschaftlichen Teilbereichen feministische Erfolge erzielt werden, doch sind sexualisierte Gewalt und ökonomische Macht von Männern sowie der Ausschluss von Frauen aus vielen Bereichen des öffentlichen Lebens immer noch Realität. Darüber hinaus könnte der Maskulismus perspektivisch den Druck auf (pro-) feministische, gleichstellungspolitische sowie dekonstruktivistische Projekte erhöhen und sie verstärkt in defensive Auseinandersetzungen zwängen.“

Das Ganze wirkt etwas hilflos. Es dämmert wohl langsam, dass der Maskulismus nicht wieder einfach so verschwinden wird und er auch durchaus das Potential besitzt geschlechterpolitische Debatten, ausserhalb von kontrollierten Räumen, in denen der Feminismus die absolute Deutungs- und Zensurhoheit beansprucht zu dominieren. Auch die bisherige Taktik pauschal alle Maskulisten in die Nähe von Nazis zu rücken und damit als Diskussionspartner für nicht diskursfähig zu erklären, brachte wohl nicht die erhofften Erfolge.

Was mir beim Durchlesen der Studie zunehmend aufgefallen ist: Der Autor stellt entweder Behauptungen völlig ohne Begründung in den Raum oder er zitiert aus anderen früheren Studien über Maskulismus. Es ist für mich nicht erkennbar, wie der Autor eigene Erkenntnisse über den Maskulismus gesammelt und gewonnen haben will. Stellen wir uns einen Forscher vor, der eine wissenschaftliche Studie über Löwen schreiben möchte und als einzige Erkenntnisquelle nur Bücher heranzieht in denen andere Leute früher schon mal etwas über Löwen geschrieben haben, ohne aber selbst mal einen zu Gesicht bekommen zu haben „Löwen gibt es in Afrika (vgl. Brems Tierleben 1980, S. 50“

Schnuffi und Purzli im Knutschbohnenwald

Welch bescheuerter Titel – würde ich denken und ja, es ist legitim. Aber keine Angst, ich erzähle kein Märchen von rosa Hasen und lila glitzerfurzenden Einhörnern.
Es geht um mich und eine Bekannte. Als ich sie das erste Mal sah, war mein Urteil gefallen. Bildhübsches Gesicht, wunderschöner Modellathletinnenkörper auf hohen Hacken und um das Bild komplett zu machen, fehlte nur noch ein Hund in der Tasche. Ihr erster Satz zu einer Freundin war: „Hey Schnecki, na alles gut. Mensch, ist das Top süß.“ In meinem Kopf liefen die Schicksen-Klischees Amok. Ich war eine Mischung aus verstört und ziemlich heftig verwirrt. Was wollte meine coole Freundin in diesem Schnecki-Hasi-Kosmos – zumal sie eine der coolsten Frauen ist, die ich kenne. Stark, besonnen, intelligent und mit einem grandiosen Humor ausgestattet.
Einige Tage später kam Schnecki wieder mit – diesmal in die Mensa zum Essen. Ich machte mich schon auf Handtaschen-Kosmetik-Trallala-Smalltalk gefasst. Da ich wegen einer Lebensmittelunverträglichkeit auf einiges bei uns im Futtertempel verzichten muss, aß ich Salat und ein belegtes Brötchen. Der erste Satz von Schnecki war: „Oh, willst Du was abhaben. Ich pack die frittierten Hähnchenschenkel eh nicht.“ Daraufhin erklärte ich ihr, dass ich nicht wisse, was drin sei. Sie flitzte los und fragte… mit dem Ende vom Lied, dass sie mir die Hälfte gab. In den folgenden Vorlesungen merkte ich, dass sie wirklich so ist. Super bemüht, dass es einem gut geht und ganz und gar nicht so, wie sie auf mich wirkte.
Als ich irgendwann mit meinem Freund darüber sprach, meinte er, dass ich recht vorurteilsbeladen ihr gegenüber gewesen sei. Ich schluckte und ich hasste das Gefühl, dass er Recht hatte. Irgendwie hatte sie mich an die süßlichen Tussicliquen aus meiner Abizeit erinnert, bei denen man derartig aufpassen musste, dass sie einem nicht lächelnd das Messer in den Rücken rammten.
Irgendein schlauer Mensch sagte einmal, Frauen wären nur so lange Freundinnen, wie sie einen gemeinsamen Feind hätten. Das passte so auf diese Mädels aus der Abizeit – und auch auf meine Mädels und mich, denn diese Damen waren unsere Feinde. Dass wir uns heute wahrscheinlich verstünden, hätte ich anno 2006 nie gedacht. Oberflächlich, arrogant und ungebildet empfand ich sie – und sie mich als rückständig, klugscheißerisch und pickelig. Treffe ich einige von ihnen heute, ist es ein normaler Umgang, trotzdem habe ich noch immer dieses dumme Gefühl. Gerade bei diesen Mädels. Der Mensch ist doch ein zu tiefst grüblerisches Wesen – was zumindest mich betrifft, stimmt das. Doch diese Vorsichtsstrategien beschützen einen einerseits, andererseits lässt man sich doch vieles durch die Lappen gehen.
Im Nachhinein betrachtet wäre mir eine loyale und liebenswürdige Person durch die Lappen gegangen, hätte ich mich nicht auf sie eingelassen und sie sich nicht auf mich. Wir sind zwar nicht aus dem gleichen Universum, aber doch irgendwo vom selben Stern. Und auch, wenn Sie mich mit: „Hey Süße, oooh, Deine Jacke ist so toll, das steht Dir so mit Deinem Pony – Du bist so goldig“ begrüßt, dann weiß ich, dass sie das ehrlich meint, auch wenn mein sechzehnjähriges Ich seine Augen verdreht und den Kopf schüttelt.
Ich dachte immer, Frauen wären so besonders heikel mit ihren Vorurteilen, doch meine Jungs sind kein Haar besser. Wie oft lästern und schimpfen sie über Mitmänner… Und wieder merkt man spätestens dann, dass Menschen einen tiefen Drang dazu haben, sich über andere zu setzen und sich gegen sie abzugrenzen. Warum? Erhoffte Achtung? Angst davor ignoriert zu werden? Panik vor dem Verlust der eigenen Wertebasis? Man weiß es nicht. Nur sollte man sich im Klaren sein, dass es selbst schlechte Erfahrungen gibt, die man trotz oder gerade wegen dieser Erfahrungen macht. Man braucht aber diese Erfahrungen auch, um daraus lernen zu können.
Gerade bekomme ich eine Whats-App Nachricht von meiner Bekannten: „Hey Süße, wünsch Dir nen tollen Abend, hab an Dich gedacht und Schatzi und ich schauen das Spiel an. Wenn Du und Kerl wollt, kommt doch. Knutschi“. Und egal, wie nachher Brasilien gegen Deutschland spielt… ich weiß, dass sie sich wirklich auf mich gefreut hat.

… Ich weiß, Deutschland steht im Finale. Wenn ihr den Artikel lest, sind wir entweder Zweiter oder Weltmeister… 😉

Warum ich Beschämung als eines der wichtigsten Probleme ansehe

Neuerdings ist mir klar geworden, was für eine Unsitte wir uns leisten – und das seit Jahrtausenden, ja womöglich seit Anbeginn der Menschheit: Wir versuchen alle (vor allem Männer) zu fleißigen Menschen zu machen. Dabei übersehen wir, dass Menschen unterschiedlich sind und nicht einfach alle über einen Kamm geschoren werden können.

Manche werden nun einmal faul geboren. Warum können wir das nicht akzeptieren, sondern versuchen mit allerlei Maßnahmen, das zu ändern?

Diese ganze Fleißindustrie… es geht ja schon in Kindergarten und Schule los. Wer nicht macht, was alle machen sollen, wird als „Faulpelz“ gebrandmarkt. Dabei kann doch wohl jeder selbst entscheiden, was er wichtig findet! Später dann muss man eine Ausbildung machen oder ein Studium – aber letzteres ist inzwischen auch völlig verschult und soll in Rekordzeit geschafft werden. Danach kommt der Arbeitsmarkt, Karriereberater, Netzwerke… Wo kann man heutzutage noch einige Jahre auf der faulen Haut liegen, ohne dass sich Leute beschweren? Es gibt keine Toleranz mehr!

Ich hatte dazu auch letztens ein ganz tolles Video bei upworthy.com gefunden mit dem Titel „Dieses Video zeigt, was für lächerliche Fleißstandards unsere Gesellschaft hat“. Ich habe jetzt nur keinen Bock, es noch einmal herauszusuchen.

Es ist doch traurig, wie sehr Männern durch Werbung und Popkultur eingebläut wird, dass sie fleißig sein müssen. Das wird dann gerne damit begründet, dass sie Geld verdienen müssen, um eine Familie ernähren zu können, und dass Fleiß in diesem Zusammenhang ein gutes Merkmal für diese Eigenschaft ist.

Das ist doch lächerlich! Es gibt so viele Beispiele von Leuten, die in den Tag hinein gelebt haben und auch über die Runden gekommen sind. Und andere haben sich abgerackert und trotzdem kaum genug zum Überleben gehabt.

Und wie oft ist es vorgekommen, dass ein Mann von seiner Frau verlassen wurde, weil sie einen fleißigeren gefunden hatte, der noch weiter nach oben wollte? Kein Mann kann sich wirklich sicher fühlen. Das ist alles Teil unserer „work culture“.

Männer, die darauf reduziert werden, dass sie immer ordentlich arbeiten – das ist doch krank! Diese Erwartungshaltung an Männer ist pures non-male entitlement.

Dabei sollten wir einfach neue Standards definieren: Alle Abstufungen von Aktivität sind gleich attraktiv! Es gibt kein „zu faul“. Wenn jemandem nicht gefällt, dass ich nichts tue, dann hat er ein Problem, nicht ich!

Klar gibt es einige, die von Natur aus fleißig sind und die sich gut in der Rolle des emsigen Arbeiters wiederfinden. Das ist aber kein Gegenargument, sondern nur ein Fortführen agilnormativer Rollen. Checkt mal Eure Fleißprivilegien!

Viele merken aber auch gar nicht, in was für einem Hamsterrad sie da gefangen sind. Deswegen kann man von ihnen auch nicht erwarten, dass sie von sich aus ein Bewusstsein dafür entwickeln und von alleine da herauskommen.

Äh, wie, was? Die meisten Menschen, die Zeit haben, über solche Zusammenhänge nachzudenken, beschweren sich gar nicht? Aber das ist doch der Beweis! Denn wenn sie pflichtschuldigst laziness shaming anklagen würden, wäre das ja auch nur eine weitere Fleißarbeit und kein Ausbrechen aus den bekannten Denkschemata. Nein, die Tatsache, dass das nicht passiert, beweist nur, dass ich recht habe!

Und als Form des Protestes gegen diesen ganzen Mist werde ich den Artikel einfach nicht zuende

Feminismus: Marxismus im Schlüpfer

Ersteinmal vorweg: Am Gründonnerstag, 17.4.14, wurde ich ziemlich eilig nach Vilsbiburg ins Krankenhaus gefahren, am 8.5.14 kam ich nach Hause, sollte aber schon am 12.5 zur Reha gehen, inzwischen habe ich meinen Laptop aus Motten Bällen geholt, angeblich gab es bei Loipl, in der Reha ein WLAN Anschluss, den 10.5 hatte ich inzwischen ganz verschwitzt. Am Ende hatte ich den WLAN meines Laptops nicht am Gange bekommen, und zweitens wäre es auch nicht nötig gewesen. Es kommt auf gleiche drauf hinaus, ich war ohne Internet Anschluss dort. Somit bitte ich vielmals um Entschuldigung für mein Fehlen, einmal hatte ich es verpasst, einmal war ich ohne Internet.

 

Nach vier Wochen Reha kam ich ganz sanftmütig nach Hause zurück und fing an mir Gedanken zu machen zu mein Aufsatz hier bei Geschlechterallerlei.Arne Hoffmann hatte einen schönen Artikel von einer bekannten Feministen, die die allgemeine Weisheit aus spricht,früher war der Feminismus mal nötig, Heute ist eigentlich schon fast alles erreicht und vielleicht is er deshalb nicht mehr zeitgemäß. Die schöne Anekdote wurde erzählt das sie, immer wenn sie ein Mettkuchen im Ofen stellte,  an jeder Seite eine Scheibe ab geschnitten hatte, als ihr Mann sie fragte warum, wusste sie es nicht, so hatte sie es bei der Mutter abgekuckt, sie dachte das gehörte dazu. Die Mutter wusste auch nicht warum, sie hat es auch so von der Oma übernommen, die Oma erzählte, der Ofen wäre zu schmal gewesen, so wurde eine praktische Maßnahme einer Generation eine Familientradition, Ähnlich sollte es mit den Geschlechterspezifischen Gesetzen gewesen sein, vielleicht in ihrer Zeit gerechtfertigt, jetzt aber veraltet.

 

Bei Geschlechterallerlei kam bald Jon Gunnarsons guter Artikel „Antifeminismus“. Ein Ideal das mir immer sehr wichtig war, ist der Rechtsstaat, mit einem Gesetz vor dem alle gleich sind, ungeachtet auf Ansehen, und auch keine Extrawürste für Schwule, Ausländer oder Frauen, ich glaube das ein nicht unwesentlicher Grund für den Ausländerhass die Tatsache ist das sie Deutschen gegenüber vom Gesetz bevorzugt behandelt werden, die Gefahr droht das ähnliches mit Frauen und Schwulen passieren kann. Ich fürchte das die Männerbewegung erreichen wird das Männer in mancher Weise auch gefördert werden, wie momentan nur die Frauen, dann haben wir genau wieder die Situation mit der wir angefangen haben, daß das Gesetz viele Ungerechtigkeiten beinhaltet und ob für Dich persönlich auch ein paar Vorteile drin sind, die die Benachteiligung wieder gut machen sollen, hängt ganz von deinen Lebensstil ab.Aus diesen Grund finde ich es schade das unser Guru, Arne Hoffmann nicht für den Antifeminismus zu begeistern ist.

 

Wie schon erwähnt ich wollte mich mit dem Thema, „Die diskriminierenden Gesetze waren nicht falsch, sind jetzt aber veraltet“ befassen, nur noch zum Abschluss das Video von Karen Straughan ansehen: Wow was sagt sie uns? Vom ersten Tag der Suffragettes an, basierte der Feminismus auf einer Mischung von Halbwahrheiten, Mutmaßungen und Theorien, die unverfälscht lich sind(Hier beruft sie sich auf die Thesen Raymond Poppers, der offensichtlich in der englisch sprechenden Welt besser angekommen ist wie bei uns.) Wo sie hier drauf hinaus will, ist das die Grundthese so flexibel ist das sie an jeder Kritik angepasst werden kann, ohne die Grundthese ab zu ändern, das alle Männer darauf hin arbeiten alle Frauen zu unterdrücken. Hab ich das nicht schon immer gesagt, es gibt keine Zeit in unsere dumpfen Vergangenheit wo der Feminismus nötig war.

 

Seitdem habe ich mir mehrere Karen Straughan Videos angesehen, mein momentaner Favorit  heißt :“Feminismus ist Sozialismus(Bei uns würde Marxismus besser passen) im Schlüpfer. Mit der Weisheit dieser Frau will ich mich in späteren Aufsätzen etwas mehr befassen, aber sie liefert so viel Material, da muss man schon sehr kürzen um hier nur etwas von dem  zu vermitteln, was sie zu sagen hat.

Hier das Video