Deutschland, deine Kindererziehung – Teil 1

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Angeregt unter anderem durch die beiden Kommentare werde ich mich im Folgenden mit den verschiedenen Erziehungsstils befassen und versuchen, einen Zusammenhang zwischen den unterschiedlichen Erziehungsstils und der gesellschaftlichen Entwicklung darzustellen. Ob es mir gelingt, dessen bin ich mir gerade noch nicht so sicher. Bedingt durch den Umfang, den dieser Artikel jetzt schon hat, werde ich das Thema Kindererziehung in mehrere Teile aufsplitten.

Ich bitte um Nachsicht, falls ich für einige Vermutungen keine Quellennachweise liefere, da es wie gesagt Vermutungen sind. Ich lese regelmäßig alle möglichen Artikel zu den Themen Erziehung und Familie sowie die Konflikte, welche hier häufig entstehen; Das Interessante bleibt hängen, der Rest meist nicht, doch tatsächlich kann ich mir viel zu oft einfach nicht merken, wo ich was gelesen habe. Außerdem führte ich etliche Gespräche mit meiner sozialpädagogischen Familienhelferin sowie mit zwei Kinder- und Jugendpsychotherapeuten. In jedem Fall werde ich versuchen, nicht allzu weit auszuholen. Falls jemand von euch Verbesserungsvorschläge, Ergänzungen oder interessante Links zum Thema hat, immer her damit.

Jedes Mal, wenn wieder ein Mensch durchdreht und Amok läuft, wird das Ereignis bis zum Erbrechen dazu benutzt, unliebsame Dinge an den Pranger zu stellen. Die Computerspiele sind schuld [Gewaltverherrlichung! Objektifizierung! Misogynie!], die Schützenvereine sind schuld [Zugang zu Waffen! Umgang mit Waffen!], Pen & Paper Rollenspiele sind schuld [glaubt es oder nicht, habe ich vor Jahren tatsächlich im Zusammenhang mit einem Amoklauf in den USA im Reader´s Digest gelesen, die Begründung lautete: Realitätsverlust!], die Pharmaindustrie ist schuld [Ritalin!!!11einself]. Ach und fast hätt ichs vergessen: Das Patriarchat™ ist schuld, genau genommen sind es die „patriarchalen Strukturen“, die das verursacht haben. Kurz: Nichts scheint weit genug hergeholt und für kaum etwas sind sich jene Menschen zu schade, wenn es nur der eigenen Sache nutzt.
Natürlich ist es verlockend, nach einem Schuldigen zu suchen. Irgendwer/Irgendwas muss es ja gewesen sein. Ich persönlich vertrete die Ansicht, dass es im Falle eines Amoklaufes eine Verkettung ungünstiger Umstände war, welche die betreffende Person dazu brachte zu tun, was sie tat. Klingt nach einem Versuch, die Täter in Schutz zu nehmen? Ja und nein. Ja weil jeder Täter auch irgendwann einmal ein Opfer war. Und nein weil solche Taten absolut nicht entschuldbar sind. Ja weil jedes erziehende Elternteil heute die Chance hat, dem eigenen Kind ein gesundes Großwerden zu ermöglichen, ohne dabei – bewusst oder unbewusst – in dessen Bewusstsein die Idee des „Schlechtseins“, des „Nichtgenügens“ oder des „Schuldseins“ einzupflanzen. Und nein weil keiner von denen, die bei einem Amoklauf verletzt oder getötet wurden, auch nur ansatzweise etwas für das kann, was dem Täter einst angetan wurde.

Vor längerer Zeit las ich einen Artikel, welcher sich mit jungen Menschen mit Migrationshintergrund befasste bzw. mit deren Schwierigkeiten, eine eigene Identität zu finden. Sie fühlen sich nirgends zuhause, in der Heimat ihrer Eltern nicht und in Deutschland irgendwie auch nicht so richtig.

Auch wenn das sehr spezifische Probleme sind mit denen man sich hierzulande als sogenannter weißer Cisgender heterosexueller Mensch oder, [laut 3rd Wave Feminismus] die Steigerung dessen, als WHM [white heterosexual male] nicht herumschlagen muss: Es gibt genügend andere problematische Entwicklungen, welche auf die Persönlichkeit der betreffenden Menschen nicht minder gravierende Auswirkungen haben können.

Ich selbst habe in meiner eigenen Kindheit zwei Extreme erlebt: die überfürsorgliche Mutter mit problematischem Religionshintergrund, deren Wunschkind ich war, und den entweder autoritären [wann immer ich es wagte, aufzubegehren] oder desinteressierten [alles war gut, solange ich funktionierte], in jedem Fall jedoch recht lieblosen Vater, der eigentlich nie da war, wenn ich ihn brauchte; Zumindest fühlte es sich für mich damals so an. Zur Verteidigung meines Vaters sei gesagt: Er, geboren 1938 in Deutschland, wo gerade der zweite Weltkrieg tobte, war ein Kind der so genannten „Verlorenen Generation“, Kinder für sie sich keiner interessierte, weil sie die Kinder der Kriegstreiber waren. Was der Krieg und was er mit sich bringt aus Kindern macht, dürfte hinlänglich bekannt sein. Doch das – zumindest an dieser Stelle – nur am Rande.

Wie fängt also es an? [Baby]

Ein Baby sollte möglichst viel menschliche Nähe und Ansprache erfahren. Ferner sollen seine Bedürfnisse [„satt und sauber“] zeitnah erfüllt werden. Wenn sich jedoch niemand um das Baby kümmert, macht es früher oder später durch Schreien auf sich aufmerksam. Spätestens dann sollte eine Bezugsperson für die Erfüllung der Bedürfnisse des Säuglings sorgen, da Schreien in dessen Körper und Gehirn massiven Stress auslöst: Während einer Stress-Situation werden im Körper die Hormone Cortisol , Adrenalin  und Noradrenalin  ausgeschüttet. Kümmert sich die Bezugsperson um die Erfüllung des kindlichen Bedürfnisses, wird Oxytocin ausgeschüttet, was eine Senkung der Stresshormone bewirkt: Das Kind beruhigt sich. Lassen Eltern ihren Säugling wiederholt für längere Zeit schreien, steigt der Stresslevel und das Kind wird zunehmend ängstlicher und gestresster. Ohne Unterstützung der Erwachsener stellt es das Schreien erst durch Erschöpfung oder Resignation ein.

Hierzu ein interessanter Artikel bei Geborgen Wachsen.

Mögliche Folgen des Schreienlassens:

  • Beeinträchtigung des Gehirns bis hin zu einer Anfälligkeit für Depressionen, Angststörungen und stressbedingten körperlichen Erkrankungen.
  • Völlige Erschöpfung, körperliche Schmerzen
  • Erschütterung des Urvertrauens
  • Gefährdung der späteren Bindungsfähigkeit
  • Im späteren Leben kein gesunder Umgang mit Stress/Frust möglich

Ebenfalls interessant: Schlaflernprogramme: ein Blick hinter die Schreikulisse 

Und dann? [Kleinkind bis Vorschulalter]

Ein Kleinkind hat natürlich die selben Bedürfnisse wie ein Säugling, hinzu kommt in wachsendem Maße noch ein Bedürfnis nach Selbstbestimmung. Das Kind stellt irgendwann fest, dass es anders möchte als Mama oder Papa und teilt dies mehr oder weniger energisch mit [Trotzphase/Trotzalter]. Jedoch kann es mit zunehmendem Alter problemlos einige Zeit auf die Erfüllung eines Bedürfnisses warten, beispielsweise weil das jüngere Geschwisterkind zuerst gewickelt werden muss, oder weil das betreuende Elternteil zuerst noch fertig essen möchte.

Hier beginnt es, erziehungstechnisch richtig interessant zu werden, denn es gibt einige Erziehungsstils, die sich zum Teil gravierend voneinander unterscheiden und sich daher auch unterschiedlich auf das Verhalten und die Psyche des späteren Erwachsenen auswirken.

Die größten Unterschiede bestehen wohl zwischen der autoritären  und der antiautoritären  Erziehung. Ferner gibt es noch die autoritative  Erziehung sowie verschiedene Abstufungen der einzelnen Erziehungsstils und -konzepte, beispielsweise autokratisch, demokratisch, egalitär, laissez-faire, negierend und permissiv.

Unterschiede bestehen beim Ausmaß der Lenkung des Kindes sowie bei der Art und dem Ausmaß der Responsivität des Elternteils. Generell gilt, dass es nicht die ultimative, auf alle Kinder anwendbare Erziehung gibt. Jedoch besteht laut Wikipedia eine Korrelation zwischen autoritärer Erziehung [hohe Kontrolle, geringe Responsivität] und Essstörungen bei autoritär erzogenen Kindern. Ferner neigen solche Kinder später selbst zu Aggressionen und zeichnen sich durch geringe soziale Kompetenz sowie ein geringes Selbstwertgefühl aus.

Ebenso hat die Art der Erziehung Auswirkungen auf die Suizidalität des Kindes bzw. des späteren Erwachsenen. So erhöht ein vernachlässigender [wenig Kontrolle, geringe Responsivität] Erziehungsstil die Gefahr, dass der spätere Erwachsene einen Suizidversuch unternimmt, während ein autoritativer Erziehungsstil  bzw. eine hohe Responsivität der Eltern diese Gefahr verringert.

Idealerweise sollten Eltern den „goldenen“ Mittelweg finden zwischen einem Zuviel und Zuwenig an beidem, Kontrolle und Responsivität. Kontrolle ist dort wichtig, wo das Kind die Konsequenzen seiner Entscheidungen noch nicht in vollem Ausmaß abschätzen kann. Innnerhalb eines geschützten Raumes kann man ein Kind durchaus eigene Entscheidungen treffen lassen; Ein Kind im Kindergartenalter kann zum Beispiel mitentscheiden, was es zu Mittag geben soll, oder ob es Nachmittags lieber Fahrrad fahren möchte, anstatt beim kleinen Geschwisterkind im Sandkasten zu sitzen. Bei der abendlichen Zubettgehzeit hört die Eigentständigkeit jedoch wieder auf, da das Kind noch nicht abschätzen kann, dass es am Folgetag völlig übermüdet und entsprechend um ein Vielfaches weinerlicher und schlechter gelaunt sein und daher seitens der Eltern und Erzieher mehr Aufmerksamkeit, Zuspruch und Trost benötigen wird.

Die richtige Dosierung der elterlichen Responsivität ist mE ähnlich heikel wie die der Kontrolle, da ein Zuviel ebenso wie ein Zuwenig erheblichen Schaden anrichten kann, wenn auch auf andere Art und Weise. Zuwenig Responsivität kann Störungen im Bindungsverhalten sowie starke Defizite in den Bereichen Selbstwert, Selbstkonzept, intellektuelle Entwicklung, Selbstkontrolle und Aggressionskontrolle bewirken.

Ebenso kann Überbehütung, ein Fernhalten von allen schwierigen Situationen, eine zu lange Unterstützung der narzisstischen Bedürfnisse einen schädlichen Einfluss auf die Entwicklung des Kindes haben, da es auf diese Weise keine Möglichkeit hat, den Umgang mit Frustrationserlebnissen und Rückschlägen zu erlernen.

Hierzu ein interessanter Artikel über Ursachen und Auswirkungen einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung.

Was ich selbst tatsächlich erlebt habe waren Eltern, die kindliche Probleme als unwichtig abtaten, wenn sie sie denn überhaupt wahrnahmen. Weil die Welt für Erwachsene bekanntlich um so vieles unbarmherziger und grausamer ist als für Kinder. Heute frage ich mich: ist sie das wirklich? Ein Kind, das von den Eltern kaum Ansprache bekommt außer ein „Hör auf zu heulen/stell dich nicht so an, meine Welt ist viel schlimmer als deine!“ hat es einfacher als ein Erwachsener? Natürlich muss ein Kind erst lernen, eine frustrierende [Niederlage beim Spiel, ein Spielzeug das es sich wünscht, nicht zu bekommen] oder schmerzvolle [zB Verlust eines Haustieres oder schlimmer: Eines Familienangehörigen] Situation zu bewältigen, und natürlich braucht ein Kind die Unterstützung eines Erwachsenen, ggf. eines Kinder- und Jugendpsychotherapeuten.
Als ich sieben Jahre alt war, beging ein naher Verwandter, welcher das Obergeschoss unseres Hauses bewohnte, Selbstmord. Damals, im selben Alter wie meine Tochter jetzt, hätte ich wirklich jemanden brauchen können, der mir dabei helfen würde, den Verlust zu verkraften. Ich versuche mir vorzustellen, ob ich heute meine Tochter mit einem solche Verlust allein lassen könnte, und bin mir ziemlich sicher, dass ich es nicht fertigbrächte. Natürlich kann ich es nicht mit absoluter Sicherheit sagen. Aber so war das wohl damals.

Kindern beim Erlernen dieser Kompetenzen zur Seite zu stehen kann schmerzvoll sein, ist jedoch in jedem Fall anstrengend, nerven- und kräftezehrend. Einerseits möchte man das Kind nicht zu sehr verhätscheln, andererseits möchte man dem Kind auch nicht den Spaß am Spiel verderben, denn für eine Langzeitmotivation braucht es – natürlich – Erfolgserlebnisse. Und wer sagt den Eltern, wie es „richtig“ geht? Einig sind sich Experten darin, dass Gewalt, sei sie körperlicher oder seelischer Natur, sich negativ auf die Entwicklung der kindlichen Psyche auswirkt, und daher zu unterlassen ist. In der Praxis ist der Grat zwischen der Ausübung von „schützender Macht“ und „missbräuchlicher Gewalt“ manchmal ganz schön schmal. Wichtig ist immer die Kommunikation zwischen Eltern und Kind, Signale der Wertschätzung [damit meine ich keine materiellen Zuwendungen] und, fast noch wichtiger: Authentizität. Ich kann meinem Kind gegenüber nicht sagen „Hauen darf man nicht!“, es am nächsten Tag Ohrfeigen und dann erwarten, dass es mich glaubwürdig findet. Natürlich war das ein überspitztes Beispiel, doch Kinder lernen hauptsächlich durch Imitieren des elterlichen Verhaltens; Wenn ich a sage und b mache, wird mein Kind das bemerken und mich als Autoritätsperson früher oder später in Frage stellen.

An dieser Stelle mache ich einen Schnitt und werde mich im nächsten Teil dem Schulalter und der Pubertät widmen.

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Potty-Mouthed Princesses Drop F-Bombs for Feminism by FCKH8.com

Ich frage mich wirklich, wie man schon Kinder mit diesem Mist indoktrinieren kann.

Doch weil sie so genial ist, gleich im Anschluss die Videoantwort von Julie Borowski:

Barbara Kay hat in der National Post einen Artikel darüber geschrieben.

Welcome to WGTOW.net

Das hier finde ich sehr interessant. So wie ich das verstanden habe vertreten die wgtow ähnliche Ansichten wie ich, auch wenn mir das „women for women“ ein wenig sauer aufstößt.

womengoingtheirownway

Women Going Their Own Way (WGTOW.net) is for women who have no interest in male chivalry, and no interest in being damselled or pedestalized.

In place of these inane stereotypes, it’s time for a real movement to transcend them instead of waiting for a faux movement that promised to discard gender assumptions but did little more than entrench them further.

Women Going Their Own Way can be viewed as a counterpart to the Men Going Their Own Way movement, but it is no mere copy. The idea of self-determined men and women, and the phrase ‚go your own way‘ is hundreds of years old, serving as a call to integrity and independence that can’t be limited to one gender or group.

We no longer wish to be held to the ridiculous standard of goddesses, and we don’t need to be seen as damsels in distress. And we sure as…

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GFK, TA, alles klar?

In letzter Zeit kam ich mehr und mehr ins Grübeln, warum es für mich so absolut unmöglich ist, mich mit dem Feminismus zu identifizieren, obwohl ich eine Befürworterin von Gleichberechtigung und einem achtsamen menschlichen Miteinander bin. Beides hat sich der Feminismus auf die Banner geschrieben, zumindest, wenn es um Frauen geht. Auch wenn vielleicht der eine oder andere von euch jetzt kopfschüttelnd vorm Monitor sitzt: das lasse ich einfach mal so stehen.

Es sind viele Dinge, zum Teil diese Erbschuld-weil-Penis-Einstellung, die viele Feministinnen vertreten. Viele, nicht alle. Schließlich möchte ich auch nicht, dass ein x-beliebiger Mann mich für seine Probleme verantwortlich macht, nur weil ich eine Vagina habe.
Es ist auch die Männerfeindlichkeit, die von Radfems zelebriert wird, und von der sich zu distanzieren die eher gemäßigten Feministinnen keine Notwendigkeit sehen. Ist schließlich alles nur ironisch und so und überhaupt: Nicht-mein-Feminismus. Für wen das okay ist: bittesehr, für mich wäre es das nicht. Beim Maskulismus fällt es mir deutlich schwerer, mich zu distanzieren. Ich will mich an einer kurzen Erklärung versuchen. Natürlich halte ich nichts von Frauenhassern. Gerüchteweise habe ich gehört, dass sie innerhalb der Männerrechtsbewegung nur einen kleinen Anteil stellen.

Also warum habe ich mit Feminismus ein Problem und mit Maskulismus nicht? Ich schätze, es liegt an meinem eigenen Geschlecht und an meiner Einstellung dazu. Ich halte mich nicht für eine Frauenhasserin. Wäre auch irgendwie seltsam. Doch ich weigere mich, irgendjemandem gleich welchen Geschlechts zu erlauben, auf mein Leben und mein Wohlbefinden einen solch großen Einfluss auszuüben, dass ich mich deshalb diskriminiert/belästigt oder in sonst einer Form schlecht fühle. Vielleicht eine Art Selbstschutz. Sehe ich jedoch beim anderen Geschlecht eine Benachteiligung, kann ich sie viel leichter als solche erkennen und deshalb kritisieren.

An dieser Stelle möchte ich euch etwas erzählen und gleichzeitig etwas vorweg nehmen: Ich weiß um einige, wie sag ich das, problematische Verhaltensmuster, welche ich mir [wie vermutlich jeder von euch es mehr oder weniger tun musste] im Laufe meines Lebens angeeignet habe, um in dieser Gesellschaft zu überleben. Das Bewusstsein um das Vorhandensein dieser Verhaltensmuster brachte mich dazu, zu tun was ich damals tat. Nicht weil glaubte, allein am Verlauf der Ereignisse schuld zu sein.

Vor einiger Zeit sah ich mich gezwungen, meine Kommunikation mit meinem Partner anders als bisher zu gestalten, da es genau genommen nicht wirklich ein Kommunizieren war was wir taten, sondern eher ein nicht sonderlich konstruktives „nebeneinander-her-Leben“. Ein Klassiker also: gewollt und nicht gekonnt.

Kurz: Wir steckten in einer massiven Beziehungskrise. Die einen gehen dann zur Eheberatung oder Paartherapie, was auch nicht verkehrt ist, doch so weit kam es nicht: mir fielen einige Bücher in die Hände. Zuerst das hier:Ich bin so wütend! Nutzen Sie die positive Kraft Ihrer Wut! Von Anita Timpe und etwas später dann Ich höre was, das du nicht sagst: Gewaltfreie Kommunikation in Beziehungen von Susann Pàsztor und Klaus-Dieter Gens.

Da ich zu dieser Zeit noch mit der Frage haderte, welche Art der Erziehung ich meinen Kindern würde angedeihen lassen wollen, hatte ich mich dazu entschieden, dieses Buch ebenfalls zu lesen:Ich will anders als du willst, Mama: Kinder dürfen ihren Willen haben – Eltern auch! Erfahrungen mit der Anwendung von GFK in der Familie von Britta Hahn

Die beiden zuletzt genannten Bücher befassen sich mit der Anwendung der von Marshall B. Rosenberg entwickelten Gewaltfreien Kommunikation [GFK]. Nun mag es für den einen oder anderen Leser seltsam klingen, dass man sich als erwachsener Mensch extra Bücher kauft um dadurch das Kommunizieren zu lernen, dazu auch noch „gewaltfrei“.

Tatsächlich hatte ich nie gelernt, konstruktiv zu kommunizieren. Meine Bedürfnisse wahrzunehmen, geschweige denn sie in Worte verpackt meinem Gegenüber begreiflich zu machen. Ich konnte es einfach nicht. Eine bittere Erkenntnis. Wie andere Menschen es schafften, heikle Situationen unter Zuhilfenahme von lediglich ihrer Rhetorik zu entschärfen, war mir vollkommen schleierhaft. Und nun schickte sich mein Partner an, unsere Beziehung auf den Prüfstand zu stellen. Ich wollte ihn nicht vollends vergraulen.

Die Lektüre der Bücher ging mit dem Beginn einer tiefenpsychologischen Behandlung einher, um Erlebtes und Verdrängtes zurück ins Bewusstsein zu holen und ggf. neu zu betrachten. Nach einigen Sitzungen brach der Therapeut aus gesundheitlichen Gründen seinerseits die Behandlung ab und bis dato gab es keinen zweiten Anlauf.

Gleichzeitig befasste ich mich noch [auf Anraten meiner sozialpädagogischen Familienhelferin] mit der Transaktionsanalyse. Die TA soll helfen, verschiedenste zwischenmenschliche Situationen sowie deren Abläufe und Dynamiken auf einer Metaebene zu analysieren. Hierzu las ich dieses Buch:Ich bin o.k. – Du bist o.k.: Wie wir uns selbst besser verstehen und unsere Einstellung zu anderen verändern können. Eine Einführung in die TransaktionsanalysevonThomas A. Harris.

Was mir an der TA positiv auffiel war folgendes:

Wenn Menschen mit Hilfe der Grundgedanken der Transaktionsanalyse auf soziale Interaktionen oder einzelne Persönlichkeiten schauen, dann gelten hierfür diese Annahmen:

  • Jeder Mensch hat die Fähigkeit, zu denken und Probleme zu lösen.
  • Jeder Mensch ist in all seinen Schattierungen und in seiner Ganzheit in Ordnung.
  • Jeder Mensch ist in der Lage, Verantwortung für sein Leben und dessen Gestaltung zu übernehmen. Er verfügt dazu über die Fähigkeit der bewussten Wahrnehmung und Steuerung seiner mentalen, emotionalen und sensorischen Vorgänge und der sich daraus ergebenden Handlungen bzw. sozialen Interaktionen.
  • Jeder Mensch wird als fähig angesehen, sein Lebenskonzept (oder Lebensgestaltungsmuster) schöpferisch, zuträglich und konstruktiv zu gestalten.

Was haben diese beiden Ansätze nun miteinander zu tun? Die GFK geht davon aus, dass jeder Mensch mit seinem Handeln versucht, die Situation zu verbessern und schlicht nicht weiß, wie er oder sie es anstellen soll. Die TA hilft, die unterschwelligen [ggf. Gewalt implizierenden] Abläufe aufzudecken und Verhaltensmuster zu verändern.

Die GFK funktioniert über die Art der Sprache. Sie nennt zwei Arten der Sprache: Erstens die sogenannte „Wolfssprache“. Es geht hier um die allgemein übliche Art, miteinander zu sprechen, sich gegenseitig Vorwürfe [Suche nach der Schuld] zu machen und einander für das eigene Unwohlsein verantwortlich zu machen [Weil du…., geht es mir schlecht] und zweitens gibt es die [gewaltfreie] „Giraffensprache“ [Ich fühle mich… und habe das Bedürfnis nach…].

Wem die GFK fremd ist, dem wird die umständliche und teils holprige „Giraffensprache“ sehr, sehr seltsam vorkommen. Zumindest ging es mir so. Vereinfacht geht es darum, auf eine Vorwurfshaltung [welche Gewalt implizieren würde] zu verzichten und statt dessen [positive] Ich-Botschaften zu senden. In der Familie und im Freundeskreis stellte ich nach bewusster Veränderung meiner Art der Kommunikation [mehr Wertschätzung, weniger bzw. möglichst keine Vorwürfe] fest, auch wenn es nicht einfach war vertraute Verhaltensmuster zu verändern, dass sich tatsächlich die Art des Feedbacks meiner Mitmenschen veränderte. Es lag also nicht an mir als Person, sondern hauptsächlich an meinem teilweise hochproblematischen Verhalten, speziell wenn es um Konflikte ging. Mit hochproblematisch meine ich die Neigung zum Polarisieren, emotionalen Rückzug und, wie man sich durch den Titel des ersten Buches vielleicht schon denken kann, teils heftige Wutausbrüche.

Die Transaktionsanalyse geht 1) davon aus, dass der Mensch drei Ich-Zustände hat. Eltern-Ich [direkt von den Eltern übernommene Verhaltensmuster, beispielsweise überfürsorglich, überkritisch, lieblos, gewalttätig], Erwachsenen-Ich [Verhaltensmuster, die weder dem Eltern-Ich noch dem Kindheits-Ich zugeordnet werden] und Kindheits-Ich [aus der eigenen Kindheit übernommene Verhaltensmuster, zB Trotz].

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Verschiedene Situationen führen zu einem der drei Ich-Zustände, aus deren Handlungsrahmen sich dann die Reaktionen ergeben. 2) Ferner besteht die Annahme, dass in jeder Konfliktsituation ein sogenanntes „Dramadreieck“ existiert. Bedeutet, in jeder Situation agieren drei Persönlichkeiten [„Rollen“]: Täter bzw. Verfolger, Opfer und Retter.

2.1)Die “Spiele”.
Die “Spiele der Erwachsenen” (Buchtitel von Eric Berne) beschreiben alltägliche und meist destruktive manipulative Spiele, um uns gegenseitig und uns selbst zu sabotieren.
Sie haben sehr viel mit den Sichtweisen und Wahrnehmungen von Situationen zu tun.
Die TA beschreibt, wie diese Spiele verhindern, die Situation zu verändern, und dafür sorgen, dass sich alles im Kreis dreht.*

Die feministischen Argumentationen sind Musterbeispiele dafür.
Sie geben dabei, absolut klassisch für diese Spiele, zwar vor, die dahinterliegenden Probleme angehen zu wollen, tun aber stattdessen alles dafür, um den Status Quo zu erhalten und auf gar keinen Fall z.B. etwas an einem Opfer-Status zu verändern.
Kann man insofern nur jedem empfehlen, der sich mit Feminismus befasst.*

Und was hat all das jetzt mit meiner persönlichen Abneigung gegen Feminismus zu tun? Erstens, ganz klar die „Schuldfrage“. Ich glaube nicht, dass jemand daran „schuld“ ist, dass mein Leben so ist, wie es ist. Ich habe in meinem Leben Entscheidungen getroffen, und diese Entscheidungen brachten Konsequenzen mit sich. Zweitens, was ich auch schon an anderer Stelle angeführt habe, jemanden aufgrund des Geschlechts zu bevorzugen bzw. zu benachteiligen oder gleich ganz abzuwerten oder dessen Bedürfnisse zu bagatellisieren. Drittens: problematisch finde ich die in feministischen Kreisen sehr verbreitete konsequente Weigerung, Kritik zuzulassen, egal in welcher Form. Nicht einmal ein Hinterfragen ist erlaubt. Nein, natürlich schuldet keine Feministin dieser Welt irgendjemandem eine Erklärung. Aber ein Gespräch kann hilfreich sein. Und last but not least: Schwierig finde ich dieses absolute Beharren darauf, die einzig richtige Wahrheit zu kennen und die Gesellschaft danach formen zu wollen.

Kurz: Feminismus ( in der Form, wie er mir heute jedenfalls übrall begegnet) verstößt praktisch durchgängig gegen sämtliche der Konzepte der GFK und der TA.
Bzw.: Die Form der Kommunikation, die dort betrieben wird, die Haltungen, die vertreten werden,die Forderungen, die aufgestellt werden, sind allesamt als kontraproduktive Beispiele dafür geeignet, wie man echte Kommunikation verhindert, Beziehung zerstört, Vertrauen vernichtet, wie man aneinander vorbeiredet, etc.*

Wer ständig damit beschäftigt ist, jemanden für irgend etwas verantwortlich zu machen bzw. einen Schuldigen zu suchen, der vergeudet meines Erachtens Energie, die er sinnvoller konstruktiv einsetzen könnte. An dieser Stelle ein Zitat, welches mir sehr gefällt, und nach dem ich zu leben versuche, auch wenn ich mich selbst häufiger als mir lieb ist dabei erwische, wie ich die „Wolfssprache“ gebrauche und in kontraproduktive Verhaltensmuster zurückfalle.

„Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.“ Sagte schon Mahatma Gandhi, und im Rahmen meiner Möglichkeiten tue ich das.
Achtung: Ich beanspruche nicht für mich, die einzig wahre Wahrheit zu kennen. Es gibt kein Allheilmittel gegen Weltschmerz oder wie auch immer ihr es nennen möchtet. Ich habe mit GFK, TA & Co. für mich selbst einen Weg gefunden, nicht an mir selbst zu verzweifeln, und das Erlebte zu verarbeiten. Damit wollte ich nur eines erreichen: Lernen, ein zufriedenes, im Idealfall glückliches Leben zu führen. Nicht mehr und nicht weniger.

Wer sich jetzt fragt, warum ich das hier veröffentliche und nicht auf meinem privaten Blog, auch wenn es dort vielleicht eher hingehört: Weil ich im Internet ebenso wie „draußen“, nicht nur aber auch im Geschlechterkontext erlebe, dass verbale und körperliche Gewalt und Machtmissbrauch selbstverständlich und alltägliches Gebrauchsmittel sind. Geschlecht egal. Aber daran ist ja wieder nur das Patriarchat™ schuld, nicht wahr?

* Mein Dank an Maddes8cht für die Ergänzung zur TA. 🙂

#WomenAgainstFeminism

Ich habe es an anderer Stelle schon mal erwähnt, dass ich mir über Feminismus nie großartig Gedanken gemacht hab, bis erzaehlmirnix einige Comics zum Thema veröffentlichte. Von Maskulismus las ich dort zum ersten Mal. Ebenfalls las ich damals bei erzaehlmirnix, dass ihr Blog von feministischer Seite als „Hateblog“ betitelt wurde. Ich fand das damals eigentlich nur lustig.

Ohne dass ich mich damit beschäftigt hätte, war ich der Ansicht, dass eine Gleichberechtigung in Deutschland bereits erreicht sei. Meine Mutter belächelte ich im Stillen dafür, dass sie noch immer regelmäßig die Emma las; ich hielt das für überholt und nicht mehr zeitgemäß.

Vor einer Weile begann ich, vermehrt feminismuskritische Blogs zu lesen, und irgendwann stellte irgendwo, ich glaube es war hier beim Geschlechterallerlei, jemand folgende Frage: Was hat der westliche Feminismus in den letzten 20 Jahren erreicht? Ich hab mal spaßeshalber gegoogelt, und ehrlich gesagt außer § 177 nichts gefunden. Vielleicht weiß noch jemand von euch was, interessieren würde es mich nämlich.

In einem meiner früheren Beiträge hier beim Geschlechterallerlei äußerte ich mich feminismuskritisch, was interessante Reaktionen seitens einiger Feministinnen hervorrief. Was ich spannend finde, zumal ich mich zu keinem Zeitpunkt gegen Gleichberechtigung von Mann und Frau ausgesprochen hatte. Ebenso hatte ich mit keinem Wort bestritten, dass es durchaus noch Länder gibt, in denen Frauen weniger wert sind / weniger Rechte besitzen als Männer, und dass daran dringend etwas geändert werden muss. Nur hatte ich eben darauf hingewiesen, dass Männer ebenso Benachteiligungen ausgesetzt sind, und ich stellte unter anderem den Patriarchatsmythos in Frage.

Bei womenagainstfeminism.tumblr.com erscheinen nach wie vor regelmäßig neue Selfies von Frauen, die Schilder in die Kamera halten mit Begründungen, warum sie keinen Feminismus brauchen.

Vor einigen Wochen tauchte dann bei Twitter das Hashtag #WomenAgainstFeminism auf. Neugierig geworden beobachtete ich anfangs immer wieder die Timeline und fand auf diese Weise viele interessante Twitterer und auch einige informative zum Teil feminismuskritische Blogs und Youtube-Channels. Und auch ansonsten war es ziemlich erhellend.

Besonders interessant fand ich die Reaktionen von einigen Feministinnen. Die Quintessenz: „Nein heißt nein, es sei denn du sagst nein zum Feminismus.“ Weil dann heißt es eher „Ach komm, zier dich nich so, du willst es doch auch, du weißt es nur [noch] nicht.“ Oder so ähnlich.

Feminismuskritische Frauen sind [lt. diverser Feministinnen]

  • dumm [„Wie kann sie so dumm sein und nicht kapieren, dass WIR für IHRE Rechte kämpfen?“]

  • feige [„Du hast nur nicht den Mumm dich uns anzuschließen und mit uns für deine Rechte zu kämpfen!“]

  • undankbar [„Du weißt aber schon dass du nur deshalb wählen darfst weil WIR das für DICH erkämpft haben!“]

  • ignorant [„Aber in (hier beliebiges 3. Welt-Land einfügen in dem Frauen unterdrückt werden) werden sehr wohl noch Frauen unterdrückt!!!111einself“]

  • ungebildet [„Lies ein Wörterbuch dann bist du auch auf unserer Seite!“]

  • vom Patriarchat gehirngewaschen [„Ich fühle mich aber nicht unterdrückt! Ich bin zufrieden, mein Leben ist okay!“]

  • privilegiert [DAS K.O. Argument schlechthin. Privilegierte dürfen nämlich nicht mitreden.]

  • gegen Gleichberechtigung [mein persönlicher Favorit, weil DAS wäre wirklich bescheuert.]

oder

  • sie wollen einen Mann abbekommen/sich bei Männern einschleimen [„Hey Dude, ich bin gegen Feminismus, hast du mich jetzt lieb?“ wimperklimper ]

Bei manchen Begründungen, warum gerade diese Frau keinen Feminismus braucht, könnte man sich durchaus an den Kopf fassen. Eine davon gibt an, keinen Feminismus zu brauchen, weil sie ihrem Freund einfach hin und wieder gern ein Sandwich macht. Eine andere respektiert Jungs und findet, dass die Welt ohne sie langweilig wäre.

Naja.

Der Punkt ist: die Gründe sind völlig egal, denn all diese Frauen fühlen sich von dem heutigen Feminismus nicht repräsentiert und lehnen ihn deshalb ab. Was völlig legitim ist. Haben sie deshalb verdient, abgewertet und verunglimpft zu werden? Handlungen und Aussagen diverser Feministinnen sagen ganz klar „Ja!“.

Ist eine Frau dumm, die für sich selbst herausgefunden hat, dass sie etwas scheiße findet und es deshalb ablehnt?

Ist sie feige, weil sie sich nicht einer Bewegung anschließt, die sie als destruktiv/negativ/überholt wahrnimmt?

Ist sie undankbar, weil sie die Rechte nutzt, welche in der Vergangenheit durch mutige Frauen und Männer erkämpft wurden, und im selben Atemzug den heutigen westlichen oder auch 3rd Wave Feminismus ablehnt? Mal ehrlich, kann man die Ziele der ersten und zweiten Welle der Frauenbewegung wirklich mit denen der dritten Welle vergleichen? Was außer dem Namen haben die erste, zweite und dritte Welle eigentlich wirklich miteinander zu tun?

Frauenwahlrecht, Recht auf Erwerbstätigkeit, Recht auf Bildung, neues Sittengesetz bzw. Kampf gegen gesellschaftlich akzeptierte Diskriminierung von Frauen versus Infragestellen problematischer Identitätskonzepte, von Geschlechtsidentität und Sexualität. Okay, und für welches meiner Rechte kämpfen heutige Feministinnen nochmal? Wofür genau schulde ich der dritten Welle des Feminismus Dank? Und an welcher Stelle repräsentiert der Feminismus mich? Weil Vagina? Ähm, nein.

Ist die feminismuskritische Frau ignorant, wenn sie sagt „klar, woanders geht es Frauen nach wie vor dreckig, sie sind weniger wert als Männer, werden ausgebeutet, misshandelt und unterdrückt, und daran muss sich etwas ändern, aber hey, das passiert doch nicht hier in Deutschland?“ Ich würde zu gerne wissen, wieviele der Feministinnen, welche die unterdrückten Frauen in anderen Ländern instrumentalisieren, tatsächlich etwas tun, um jene Frauen aus ihrem Elend zu befreien. Ich wette, der Anteil ist verschwindend gering. Schließlich sind sie zu sehr damit beschäftigt, darüber zu lamentieren, wie schlimm die Zustände hier in Deutschland sind. [Mansplaining! Sexismus, Sexismus überall! Objektifizierung überall! Frauenquote! Ergebnisgleichheit!! Gender Pay Gap!!!!!einself] Natürlich lasse ich mich gern eines Besseren belehren.

Sind sie ungebildet, weil sie für sich selbst herausgefunden haben, dass die Definition des Wortes „Feminismus“ und die Aktionen von vielen Feministinnen zwei Paar Schuhe sind, und damit nichts zu tun haben wollen? Frauen, die Männerfeindlichkeit, und sei sie noch so „ironisch“ gemeint, einfach nur abstoßend finden?

Sind sie gehirngewaschen, weil sie sich nicht unterdrückt oder permanent belästigt fühlen, weil sie das vielfach bemühte und für alle Unbill der Frauen Feministinnen verantwortliche Patriarchat™ nicht sehen, Männer nicht als potentielle Bedrohung wahrnehmen und gar eigenverantwortlich handeln? Oder die Mütter, die nicht nur für ihre Töchter, sondern auch für ihre Söhne Gleichberechtigung wollen?

Sind WomenAgainstFeminism privilegiert? Das kann ich nun wirklich nicht beantworten. Aber Feministinnen können es bestimmt. Schließlich haben sie die einzig wahre Wahrheit für sich gepachtet. Und zwar jede von ihnen. Natürlich sind sie sich hin und wieder uneins bezüglich einiger Detailfragen, doch eines haben sie alle gemeinsam: Feminismus ist für alle da!

Sind feminismuskritische Frauen womöglich gegen Gleichberechtigung? Moment, was hat der heutige westliche Feminismus nochmal mit Gleichberechtigung zu tun? Und warum nochmal heißt es „Feminismus“ und nicht „Egalitarismus“?

Feminismuskritische Frauen schleimen sich bei Männern ein? Oder anders gefragt, wenn Women against Feminism nur mal „einen abkriegen wollen“, was macht das aus den männlichen Allies der Feministinnen?

Frauen, die sich gegen Feminismus aussprechen, werden von Feministinnen beleidigt, ihre Gründe werden ins Lächerliche gezogen und sie werden verunglimpft. Und dann wundern sich die selben Feministinnen, warum frau nicht reuig und gesenkten Kopfes „zurück in die Reihe“ marschiert, um weiterhin ein fiktives Patriarchat™ zu zerschlagen und den allgegenwärtigen Sexismus und die herrschende Rape Culture zu bekämpfen? Ernsthaft?

Nochmal zum Mitschreiben: Feminismus, Definition laut Wörterbuch hin oder her, wird nach den öffentlichkeitswirksamen Handlungen von selbst ernannten Feministinnen bewertet. Wenn Feministinnen sich nur in ausreichendem Maße daneben benehmen, und daran intern oder besser noch öffentlich keine Kritik geübt wird, bzw. wenn vorgetragene Kritik nicht toleriert wird, dann fällt das eben auf die gesamte Bewegung zurück. Falls sich dann doch mal eine erdreistet irgendetwas am Feminismus zu kritisieren, dann stürzen sich Feministinnen auf ihre eigenen Mitstreiterinnen, es wird gedroht, beleidigt und geblockt was das Zeug hält. Und wer sich dann wundert, dass Frauen heutzutage damit lieber nichts am Hut haben möchten, der könnte sich ja fragen, ob mit der eigenen Wahrnehmung unter Umständen etwas vielleicht nicht stimmen könnte.

Und dann gibt es noch die Confused Cats against Feminism.

Ich mag Katzen. Katzen sind toll. Außerdem ist jede feministische Aktion gegen die #WomenAgainstFeminism wichtig: Auf diese Weise zeigen Feministinnen sehr anschaulich, dass eigenständiges Denken und eigenverantwortliches Handeln von Frauen nur erwünscht ist, so lange es in vorgeschriebenen Bahnen verläuft. Alles andere wird niedergebrüllt, verunglimpft oder ins Lächerliche gezogen: Es darf nicht sein, dass jemand der einzigen wahren Wahrheit widerspricht.

Daher an dieser Stelle: Besten Dank an alle involvierten Feministinnen!

Responding to Rebecca Brink: Because Someone Had to Use Actual Arguments

Disorderly Politics

Alright, guys–here we go again. I’m once again diving back down into the shark pit to point out the obvious. Now, I already talked about the Women Against Feminism movement that’s been getting more support and backlash over the past couple weeks. To summarize: I was wary as to whether or not the women in the group were being helpful to the cause or just counterproductively simple-minded, but I still gave the general idea my support. I also mentioned that the the overall feminist response to it should have been called out for the shallow, non-analytical, condescending drivel that it was even though it probably would not, given feminism’s often untouchable nature.

Not to toot my own horn or anything, but I was right. I was right because something like this can be posted and actually be seen as a good thing, as something smart and satirical. That link leads…

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I am NOT a Feminist. Here’s Why . . .

Bezüglich #WomenAgainstFeminism: Absolut lesenswert.

Disorderly Politics

Yeah. It’s going to be one of those posts. And it’s going to be long winded, so buckle in–I promise to get to the juicy stuff eventually. I am a woman (a black, working class, atheistic woman, to drive home the point of my utter tokenism), and I am not a feminist. Frankly, I find it irritating when people insist that I am. And since not being a feminist is something looked down upon, I decided to make this post to further explain my reasoning. I’m laying down my cards, so to speak, providing the different point of view that liberals such as myself love so much to bring to the table.

I’m not unrelenting in this belief–if any feminist wants to provide counterpoints, I will be liable to listen to you with an open mind. I won’t be contrary for the sake of being contrary, or argumentative for the…

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