Warum eine erfundene Krankheit noch keinen wahren Mann macht.

Seit einiger Zeit brüte ich darüber, was ich als nächstes thematisieren soll. Habe eine Idee, finde sie erst mal gut, nur um sie wenig später wieder zu verwerfen.

Bezüglich Männerrechten gibt es eigentlich wenig, zumindest fällt mir gerade nichts ein, was nicht schon mindestens einmal gesagt oder geschrieben wurde. Und seien wir ehrlich: die männlichen Männerrechtsbewegten sind einfach viel besser mit der Materie vertraut als ich es auf absehbare Zeit sein werde. Doch nicht mangels Interesse, sondern eher mangels freier Kapazitäten.

Doch ich würde mich gern weiterhin am Geschlechterallerlei beteiligen. Und bei all den vielen Themen über die ich gern schreiben würde, für die mir jedoch die nötige [Recherche-]Zeit fehlt, gibt es etwas, das hier zu thematisieren mich schon länger in den Fingern juckt. Genauer gesagt, seit ich das hier gelesen habe. Dort schreibt Oliver Flesch unter anderem:

AD[H]S gibt es nicht. Oder sagen wir es nicht ganz so krass: Neunundneunzig Prozent der Kinder, denen es diagnostiziert wurde, sind kerngesund.

Er erzählt von einem Jungen, der angeblich AD[H]S hat. Weil: Wenn sich ein Kind nur auf jene Themen konzentrieren kann, die zufällig in sein persönliches Interessensgebiet fallen, dann ist das in Ordnung und ganz normal. Der Autor erzählt, er selbst habe sich als Kind ebenfalls nicht auf die „uninteressanten“ Fächer konzentrieren können. Und er habe es auch gar nicht gewollt.

Das mit dem Wollen ist ein interessanter Aspekt. Viele Menschen, die mit der Materie nicht vertraut sind, erliegen dem Irrglauben, betroffene Kinder seien „ganz normale“ Kinder und müssten etwas einfach nur genug wollen, dann würden sie es auch auf die Reihe bekommen. Doch AD[H]S und die Unfähigkeit, sich auf eine langweilige oder eintönige Sache zu konzentrieren, ist keine Sache des Wollens bzw. des Nicht-Wollens. AD[H]S ist nichts, wofür man sich bewusst entscheidet. Ist ja schön und so weit tatsächlich normal, dass Klein-Oliver null Bock auf langweilige Fächer hatte. Nur ist AD[H]S tatsächlich etwas gänzlich Anderes. Es ist viel komplexer und besteht aus weit mehr als bloßem „sich-nicht-konzentrieren-Können“.

Für mich, ist der Junge, der heute noch glaubt, er hätte AD[H]S, nicht krank. Für mich ist er ein wahrer Mann!

Die erste Frage, welche sich bezüglich des obigen Artikels aufwirft, ist natürlich folgende: Sind weibliche AD[H]S-Betroffene eigentlich auch „wahre Männer“?

Ich gebs zu, der war flach. Da ich selbst einen AD[H]S-betroffenen Sohn habe und derartige Behauptungen von AD[H]S-Verleugnern bzw. -Verharmlosern ziemlich anmaßend finde, hinterließ ich einen Kommentar und überlegte seitdem, ob ich dieses Thema hier bearbeiten soll.

Unschwer zu erkennen: ich entschied mich dafür.

Ich bin mir im Klaren darüber, dass AD[H]S nach wie vor ein heißes Eisen ist, zumal die Leserschaft hier größer und auch breiter gefächert ist als auf meinem eigenen Blog, wo ich das Thema mehr oder weniger regelmäßig bearbeite.

Ist AD[H]S nun ein Geschlechterthema? Ich sags mal so: Ja und nein. Ja weil immer wieder aus irgendeiner Ecke die Behauptung kommt, es sei ein Mittel, um unbequeme Kinder, vornehmlich Jungs, „ruhig zu stellen“. Ja weil AD[H]S bei Jungs um ein Vielfaches häufiger [und, womit Oliver Flesch ja durchaus ein Stück weit Recht hat, oftmals vorschnell, bei Mädchen dagegen ist es genau umgekehrt] diagnostiziert wird, und nein weil AD[H]S tatsächlich eine Störung des Hirnstoffwechsels ist, die Mädchen ebenso betrifft wie Jungs. Aus irgendwelchen noch nicht vollständig erforschten Gründen ist bei Mädchen die hypoaktive [„Träumerle“], bei Jungs die hyperaktive [„Zappelphillip“] Version stärker vertreten, wobei es natürlich auch verträumte Jungs und hyperaktive Mädchen gibt.

Es wird behauptet, AD[H]S sei eine erfundene Krankheit. Gern wird hierbei eine angebliche Aussage eines gewissen Leon Eisenberg hinzu gezogen, welche er während eines Interviews gemacht haben soll. AD[H]S sei „ein Paradebeispiel für eine fabrizierte Erkrankung“ und„die genetische Veranlagung für AD[H]S wird vollkommen überschätzt.“ Diese Aussage hat es vor zwei Jahren sogar in den Spiegel geschafft.

Tatsächlich war Leon Eisenberg nur einer von vielen Kinder- und Jugendpsychiatern [und obendrein nicht der erste], die sich mit der Materie beschäftigten. Und tatsächlich hat er AD[H]S nicht erfunden, er hat lediglich Kinder mit Entwicklungsproblemen und ihre Zusammenhänge erforscht.

Irgendwo, ebenfalls in einem Blog, las ich kürzlich, AD[H]S sei ein Instrument üblicherweise überforderter und / oder desinteressierter Eltern, um aufmüpfige, „schwierige“ Jungs mithilfe von sogenannten Drogen „gefügig“ zu machen. Ich finde es jetzt nicht mehr, vielleicht wurde der entsprechende Artikel vom Blogbetreiber gelöscht, nachdem ich einen kritischen Kommentar hinterlassen hatte. Ich weiß es nicht.

Die Frage ist hier wohl: wenn es [Ritalin] dazu missbraucht wird, um Jungs gefügig zu machen, warum wird es dann auch Mädchen verschrieben? Man könnte meinen, dass sich mittlerweile herumgesprochen hat, welche Faktoren sich ursächlich bzw. auslösend auswirken können. Doch scheinbar ist dem nicht so.

Da wären einmal tatsächlich die genetische Disposition, welche nachweislich von den Eltern an die Kinder weitergegeben wird. Ist dieses Kriterium erfüllt, braucht es noch mehr oder weniger äußere/soziale Einflüsse [Stress/Rauchen/Alkohol während der Schwangerschaft, angespannte familiäre Situation, Trennung der Eltern, emotionale Störung aufgrund des Verlustes einer wichtigen Bezugsperson, etc.] um die Aufmerksamkeitsdefizits[-Hyperaktivitäts]störung „ausbrechen“ zu lassen. Außerdem wurden bei verschiedenen AD[H]S-Betroffenen verkleinerte Hirnregionen festgestellt.

adhs-grafik

Vielerorts wird nach wie vor behauptet, Kinder mit AD[H]S bekämen Ritalin [oder ein anderes Medikament, welches Methylphenidat enthält], um sie ruhig zu stellen. Es werden immer wieder nebulös Behauptungen von angeblichen Todesfällen aufgestellt, doch jedes Mal wenn ich in einem solchen Fall nachhake, wird zurück gerudert oder ausgewichen. Oder aber, das Medikament wurde grob missbräuchlich verwendet. Ich weiß von keinem einzigen Todesfall, welcher durch ärztlich verschriebenes und daraufhin nachweislich korrekt dosiert verabreichtes Methylphenidat verursacht wurde.

Gerne werden, speziell in den Massenmedien, jedoch auch in diversen Blogs, die angeblichen überall vor sich hinvegetierenden Ritalin-Zombies bemüht. Dumm nur, dass ich noch keinem einzigen begegnet bin, und auch niemand den ich kenne, inklusive sämtlicher Kinderärzte bzw. Kinder- und Jugendpsychotherapeuten, bei denen wir bis dato vorstellig waren.Und das hier ist auch nur einer von vielen Fällen, die man getrost unter Missbrauch ablegen kann. Ärzten und Therapeuten kann man bekanntlicherweise  nicht glauben, die werden ja sowieso alle von der Pharmalobby geschmiert. [Wer Ironie findet, darf sie behalten]

Achtung: Ich behaupte NICHT, es gäbe keinen Missbrauch. Doch tatsächlich sind es nicht die Eltern von betroffenen Kindern, die ihnen Ritalin geben um sie auf diese Weise zu gefügigen Junkies zu machen.

Wer Ärzten und Psychologen nicht glaubt, könnte ja auch einfach jemanden fragen, der selbst von AD[H]S betroffen ist, ob und wenn ja auf welche Weise das AD[H]S-Medikament hilft.

Wenn es nicht erfunden ist, was ist dieses AD[H]S dann?

Eine Störung des Hirnstoffwechsels. Aufgrund von beschleunigtem Dopaminabbau können die Zellen nicht richtig kommunizieren, was unter anderem zu verminderter Konzentrationsfähigkeit, motorischer Unruhe und verminderter Impulskontrolle führt.

Und was macht es, wenn man es nicht behandelt?

Bedeutung für den Betroffenen selbst:

– Schwierigkeiten, sich auf „weniger spannende“ Inhalte zu konzentrieren und daraus resultierend die Gefahr, trotz hohem kognitiven Potential unverhältnismäßig schlechte Leistungen abzuliefern. Außer beim „Lieblingsfach“ bzw. „Spezialgebiet“, was mit dem Belohnungszentrum zusammenhängt: Aufgrund der veränderten Dopamin-Wiederaufnahme sind AD[H]S-Betroffene ständig auf der Suche nach einem neuen „Kick“.
– Hohe Gefahr, als Schulabbrecher auf der schiefen Bahn zu landen.
– Häufiges Anecken in Schule, Beruf und Privatleben und als Konsequenz niedriges Selbstwertgefühl bzw. das Gefühl „falsch“ zu sein, nicht richtig zu funktionieren, was wiederum zu Depression und Suizidgedanken führen kann.
– Geringe Frustrationstoleranz führt häufig zu unkontrollierten Wutausbrüchen.
– Unfähigkeit, Freundschaften zu knüpfen bzw. aufrecht zu erhalten.
– Erhöhte Gefahr, von Zigaretten, Alkohol und/oder Drogen abhängig zu werden.
– Erhöhtes Verletzungsrisiko / erhöhte Unfallgefahr.
– Keine Impulskontrolle. „Handelt/spricht, bevor er/sie denkt, ist vorlaut, frech, spricht aus was ihm/ihr gerade in den Sinn kommt, ungeduldig, kann nicht abwarten bis er/sie an der Reihe ist.“

Für das Umfeld des Betroffenen:

– Innerhalb der Familie: Allgemein sehr angespannte Familiensituation aufgrund eines Kindes [oder mehrerer Kinder], welches unverhältnismäßig mehr Aufmerksamkeit, Zuspruch und Förderung benötigt als ein nicht-betroffenes Kind.
– Konflikte innerhalb der Partnerschaft bezüglich des AD[H]S-betroffenen Kindes bzw. dessen korrekter Erziehung/Behandlung/Förderung. Paare, in denen ein oder mehrere Kinder von AD[H]S betroffen sind, trennen sich ca. 50% häufiger als solche, in denen kein Kind betroffen ist. [Hierfür habe ich leider keine Quellenangabe, da der Psychologe meines Sohnes dies bei einem unserer Termine erzählt hat].
– Geschwister, die sich vernachlässigt oder zumindest hinten angestellt fühlen, weil dem anderen Kind bzw. dessen Besonderheit so viel Beachtung geschenkt wird.

In der Schule: chronisch genervte Lehrer [sofern nicht speziell geschult bzw. auf einer Förder- oder Erziehungshilfeschule] und Mitschüler, da AD[H]S-Kinder nicht nur ständig den Unterricht stören, sondern grundsätzlich Schwierigkeiten haben, Regeln einzuhalten. Sie spielen den Klassenclown oder sind aggressiv und quatschen ständig dazwischen, vergessen Hausaufgaben und Arbeitsmaterial. Hypoaktive ADS-betroffene Kinder sind mit den Gedanken ständig woanders. Zwar stören sie nicht so massiv den Unterricht wie ihre hyperaktiven „Leidensgenossen“, doch sind sie ebenso wenig konzentriert bei der Sache.

– Im Beruf: chronische „Aufschieberitis“, Projekte werden nicht rechtzeitig fertig, was häufig zu Stress mit Vorgesetzten und/oder Chef führt.
– AD[H]S-Betroffene verheddern sich in zu vielen angefangenen Projekten, bis sie schließlich völlig den Überblick verlieren, und bringen nichts zu Ende. Falls doch, gelingt dies nur unter äußerstem Kraftaufwand und mit guter Organisation.
– Häufige Arbeitsplatzwechsel, schlimmstenfalls Arbeitslosigkeit.

Was kann man dagegen unternehmen?

Vorab: Es ist nicht „heilbar“. Es gibt keine Medizin und keine Therapie, die einen Betroffenen ein für allemal von seiner AD[H]S befreit. Es gibt allerdings Mittel und Wege, mit deren Hilfe der Betroffene lernt, sein Leben zu bewältigen, zusammengefasst in der sogenannten „Multimodalen Therapie“.

1. Aufklärung der Eltern
2. Elterntraining
3. Aufklärung des Kindes
4. Verhaltenstraining
5. Medikamentöse Behandlung [normalerweise zeitlich begrenzt und unter ärztlicher Kontrolle]

Hier wird explizit die Behandlung eines betroffenen Kindes erklärt. Warum ist schnell erklärt: Da es für betroffene Erwachsene Psychotherapie bzw. Versorgung im Sinne einer multimodalen Behandlung einfach nicht gibt.

An der medikamentösen Behandlung scheiden sich die Geister. Methylphenidat reguliert die Kommunikation der Gehirnzellen und ermöglicht es dem Betroffenen, sich zeitlich begrenzt auf etwas zu konzentrieren, bei der Sache zu bleiben. Ebenso aktiviert MPH eine Art „Reizfilter“ in dessen Gehirn: der Betroffene ist nicht mehr so leicht ablenkbar und wirkt allgemein „sortierter“. Aufgrund der veränderten chemischen Zusammensetzung löst es keinen „Kick“ aus und macht somit bei korrekter Einnahme nicht süchtig.

Doch ich will nichts beschönigen. Methylphenidat [kurz MPH], ein AmphetaminDerivat, unterliegt nicht grundlos dem Betäubungsmittelgesetz, und entsprechend streng sind die Verschreibungskriterien. Es kann als Droge missbraucht werden, und nicht umsonst wird die Behandlung ausschließlich unter regelmäßiger ärztlicher Kontrolle durchgeführt, denn es können Nebenwirkungen auftreten. Häufig beobachtete Nebenwirkungen sind Appetitlosigkeit und Einschlafstörungen.

Für Eltern von betroffenen Kindern ist die Entscheidung pro/contra MPH gewiss keine Einfache. Ich weiß das, weil ich selbst zwei Jahre gebraucht hab, um den Weg von völliger Ablehnung bis hin zu „naja, alles andere hat ja nicht funktioniert, versuchen wir´s halt mal“ zu gehen. Realistisch betrachtet ist ab einer gewissen Schwere der AD[H]S weder ein gesundes Großwerden des Kindes noch ein normaler Familienalltag mehr möglich. Bei den leichteren Fällen kann man sicher hie und da ohne Zuhilfenahme von  MPH Strategien für das Leben mit AD[H]S lernen.

Wer es bis hierher geschafft hat: Danke für deine Aufmerksamkeit. Ich weiß, ich habe ziemlich weit ausgeholt, und dennoch habe ich das Thema eigentlich nur „angekratzt“. Es gibt so viel mehr, was es darüber zu wissen gibt, und noch mehr, was erst noch erforscht werden muss. Kinder, die davon betroffen sind, haben natürlich nicht nur Nachteile. Sie sind wie andere Kinder liebenswerte kleine Menschen, die neugierig, regelrecht wissensdurstig sind, dazu noch freundlich und hilfsbereit. Sie sind sensibel und ausgesprochen mitfühlend ihren Mitmenschen gegenüber, häufig unangepasst und kritisch hinterfragend. Ein Grund mehr, genauer hinzusehen und vielleicht selbst zu hinterfragen, bevor man einen weiteren von den Massenmedien hingeworfenen Happen einfach so schluckt.

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Autor: evilmichi

Seit ich denken kann wollte ich nur eines: wie die Anderen sein. Und weißt du was? Irgendwann habe ich doch kapituliert. Ich war immer schon ich. Nur mittlerweile bin ich es gern. Meistens zumindest.

29 Kommentare zu „Warum eine erfundene Krankheit noch keinen wahren Mann macht.“

  1. DANKE für diesen Artikel!

    Es gibt einen interessanten Mechanismus bei vielen Menschen: Ein ünglücklicher Fall unter tausenden erfolgreichen Fällen reicht, um bestimmte Behandlungsmethoden und Krankheiten zu bagatellisieren. Ein Mensch, der trotz Chemotherapie gestorben ist, reicht aus, um die Schulmedizin zu verdammen. Ein Mensch, der mit Mistelzweigen geheilt wurde, reicht aus, um sogenannte alternative "Heil"methoden zu glorifizieren. Ein (!) Junge im entfernten Bekanntenkreis reicht aus, um von einer (!) Fehldiagnose auf die Nicht-Existenz von ADHS zu schließen. All die klinischen Studien und die Kinder, die durch adäquate Behandlung wieder ein gutes Leben führen können, werden schlichtweg ignoriert.

    Ich habe einige Zeit in einer psychiatrischen Einrichtung verbracht. Dort gab es auch eine Kinder- und Jugendpsychiatrie, in der sehr schwere Fälle behandelt wurden. Ich kann jedem, der ADHS (oder psychische Krankheiten allgemein) leugnet, ein paar Tage dort empfehlen. Gerne auch ohne die Zuhilfenahme jeglicher Medikation.

    Viele Eltern (das bestätigst du auch), tun sich unglaublich schwer mit Ritalin. Da die Skepsis gegenüber Psychopharmaka höher ist als die gegenüber jeder anderen Medikamentengruppe, nimmt niemand leichtfertig "Psycho-Pillen". Ich kenne die Nebenwirkungen von MPH nicht, aber es wird sicherlich welche geben. Da überlegt man sich jeden zusätzlichen Medikamten-Tag zweimal.

    Früher durften die Jungs noch toben und sich ausleben und ihre Kindheit genießen und "wahre Jungs" sein. Wir dürfen nicht vergessen, dass in der guten alten Zeit nicht alles gut war. Früher bekamen solche Jungs nämlich eins mit dem Rohrstock übergezogen, um sie ruhigzustellen. Mit 14 oder 15 begann die Lehre und die glorreiche Kindheit war zuende. Unsere Jungs (und Mädchen) haben es heute besser als vor 50 Jahren.

    1. Joa, wenn sie Glück hatten, bekamen sie „eins“ mit dem Rohrstock. Was noch zu Zeiten meiner Kindheit [die ja so lange nun noch gar nicht her ist] an körperlicher Gewalt gegenüber Kindern üblich und sogar erwünscht war, da wurde mit allem verdroschen was gerade griffbereit lag. Und wenn der Kleiderbügel zu Bruch geht weil Muttern oder Vater zu stark zuschlägt, scheiß drauf, es gibt ja noch den Teppichklopfer.
      Natürlich waren die Kinder „damals“ [wann auch immer das gewesen sein mag] mehr draußen. Es gab mehr Geschwister und die Eltern hatten gar nicht die Kapazitäten, als dass sie sich um sehr viel mehr als „satt und sauber“ hätten kümmern können. War es „damals“ besser? Ich weiß nicht. Ich würde sagen: schätzungsweise nein, aber was weiß ich schon, ich war ja nicht dabei.

      1. Zuerst mal danke fürs Umformatieren 🙂

        Du hast Recht, wir waren nicht dabei. Ich kenne nur die Erzählungen meiner Eltern, was Bestrafungen in der Schule und Zuhause angeht.

  2. Ich glaube, ganz viel kommt daher, das Ritalin eben extrem gut wirkt. Wer schon mal ein kind mit heftigem adHs mit und ohne Ritalin erlebt hat, kann den unterschied schon als gespenstisch ansehen. Ritalin ist ein hochpotentes Medikament.
    Es ist aber nicht ganz richtig, dass sich alle Eltern die Entscheidung schwer machen. Es gibt sie, die überforderten Eltern, die Hilfe brauchen und ihr Heil im Ritalin suchen wollen.
    Aber das ist bei anderen Medikamenten nicht anders. Seien es Schmerzmedikamente oder andere Psychopharmaka. Richtig eingesetzt ein Segen, falsch ein Fluch.

    1. Was Eltern angeht, die denken mit Ritalin kann das Kind geheilt werden und mehr brauchts dazu nicht, magst du Recht haben. Ich kann nur aus meinen persönlichen Erfahrungen sprechen. Natürlich hat ein Kinder- und Jugendpsychologe da mehr Einblick. Ich kenne nur die Ablehnung, die einem allgemein entgegengebracht wird, wenn es um Ritalin & Co. geht.

      1. „Ich kenne nur die Ablehnung, die einem allgemein entgegengebracht wird, wenn es um Ritalin & Co. geht.“
        kann ich verstehen. Von mir gibt’s da keine Ablehnung sondern Zustimmung 😉
        es tut mir leid, dass dein zwerg an adhs leidet, aber ich bin froh darüber, dass er ein hilfreiches medikament bekommt.

      2. Zum Glück bekommt er nicht nur das, sondern eine angemessene Beschulung, die auf seine Bedürfnisse eingeht und wo er obendrein Strategien erlernt, mit seinen „Baustellen“ umzugehen. Und nicht zu vergessen: ein- bis zweimal wöchentlich Taekwondo. Und ja, die Kombi machts. 😉 Er entwickelt sich prächtig.

  3. Vielen Dank für diesen Artikel!

    Das ist auch so ein Thema, das vielen Leuten zum Skandalisieren taugt. Dass du dem mal Fakten entgegensetzt, finde ich sehr gut.

    Den Oliver Flesch lese ich manchmal ganz gern, weil er so erfrischend direkt ist. Allerdings hat er auch die Angewohnheit, sich gerne in seinem eigenen Lichte zu sonnen. Das Problem ist, dass er sich dabei immer wieder auch auf Themenfelder begibt, von denen er schlicht und ergreifend keinen blassen Schimmer hat. Dass er auch da mit großen Worten um die Ecke kommt, mit denen er meint, den starken Mann markieren zu müssen, wirkt dann einfach nur noch peinlich für diejenigen, die die Fakten kennen.

    1. Lustigerweise hatte ich seinen Blog abonniert, bis zu jenem verhängnisvollen Tag, an dem er diesen Unfug veröffentlichte. Seine durchaus erfrischende Direktheit in allen Ehren, aber sowas geht gar nicht.

      1. Erfrischend direkt fand ich es auch, als er laut darüber nachdachte, die angeblich so schlechtgelaunten Berliner Kellnerinnen mal drei Tage lang mit rumänischen Zwangsprostutierten tauschen zu lassen, dann würden die endlich lernen, freundlich zu sein.

      2. Im Zusammenhang mit den ah so unfreundlichen Berliner Kellnerinnen. Ich such es jetzt aber nicht, ich wühl nicht so gern im Dreck :/

      3. @Robin
        Ist zwar off topic, aber weil hier grade von Kellnern und Prostitutierten die Rede ist:

        Wie empfindest du es eigentlich, in einem Trinkgeldjob zu arbeiten? Ist das nicht irgendwie würdelos, wenn man überfreundlich und anbiedernd sein muss, um ein paar Euro mehr zu ergattern? Ich selbst finde das ziemlich beknackt, würde lieber höhere Grundpreise bezahlen. Hab mich auch immer gewundert, warum Prostitution im Feminismus ein größeres Thema ist als Trinkgeldjobs.

  4. Ein toller Artikel, welcher nachdenklich machen sollte, denn in der Öffentlichkeit (und in den Medien schon gar nicht) wird die Tatsache – dass wesentlich und signifikant mehr Jungs als Mädchen Ritalin verordnet wird!

    Im Grund ist es ein Skandal, dass ein Opium-Derivat (nichts anderes ist Ritalin) den Kindern verabreicht wird, um sie kaltzustellen, wie man es in Altenheimen u.a. (und mit anderen Mittelchen) gerne mit Senioren macht.

    Und ich kann zum Glück sagen, dass es dieses Zeug nicht schon seit mehreren Jahrzehnten gibt, denn sonst wäre es eventuell auch mir ‚verpasst‘ worden ….

    1. Ich frage mich gerade, warum du einerseits den Artikel positiv bewertest, und gleichzeitig Ritalin anprangerst… weil der Artikel ist eigentlich durchaus pro-MPH.

      1. Du hast durchaus recht, wenn du eine gewisse Ambivalenz in meinem Kommentar erkennst.

        Aber dein Artikel gefällt mir gerade deshalb, weil er sich sehr differenziert(!) mit dem Thema auseinander setzt und begründet, warum es im Einzelfall durchaus sinnvoll sein kann, begleitend und medikamentös zu unterstützen.

        Gleichzeitig wollte ich dennoch darauf hinweisen, dass es imho ein fragwürdiges Thema ist, wenn weitaus mehr Jungs als Mädchen solches ‚en masse‘ verschrieben bekommen. Allerdings habe ich es wohl zu generell mit „kaltstellen“ umschrieben. Während meines Studiums habe ich als Altenpfleger gejobbt und erlebt, wie man die Menschen dort ruhig stellte, um selbst seine Ruhe zu haben (bzw. weniger Arbeit).

        Hoffe, das beantwortet deine Frage.

    2. „Im Grund ist es ein Skandal, dass ein Opium-Derivat (nichts anderes ist Ritalin) den Kindern verabreicht wird, um sie kaltzustellen“

      Ritalin ist kein Opium- sondern ein Amphetaminderivat. Aber das passt dann wohl nicht so gut zum „kaltstellen“?

      „Und ich kann zum Glück sagen, dass es dieses Zeug nicht schon seit mehreren Jahrzehnten gibt, denn sonst wäre es eventuell auch mir ‘verpasst’ worden ….“

      Ritalin wurde 1944 entdeckt,1954 auf dem deutschen Markt eingeführt… bis 1970 übrigens rezeptfrei, im Gegensatz zu heute.

      PS: @Michi, sehr guter, unaufgeregter, sachlicher Artikel. Hab‘ eine Menge für mich neuer Dinge erfahren.

      1. Danke für deine Ergänzung (zum Entdeckungszeitpunkt z.B.)

        Allerdings gibt es durchaus Anleitungen im Web:

        „Nehmen Sie Methylphenidat (Ritalin) und zerdrücken es zu einem sehr feinen Pulver. (20 mg wird vorgeschlagen). Ordnen Sie diese auf ein Folienblatt zu einer Linie. Legen Sie dann parallel eine Linie von Backpulver auf die Folie. Setzen Sie anschließendein paar Tropfen Wasser auf dieser Pulvermischung, gerade genug um diese zu befeuchten …“

        wie man mit wenig Aufwand eine Linie Quasi-Kokain zum Inhalieren damit herstellen kann. Ich verlinke das bewusst nicht (und habe obiges Zitat deswegen auch aus dem Englischen übersetzt und umformuliert), denke aber, dass man durchaus von einem Kokain-Derivat sprechen kann, selbst wenn es sich chemisch innerhalb der Gruppe der Amphetaminderivate einortbar befinden könnte/dürfte.

        Schönen Abend in die Runde, beim Thema Ritalin fliegen wohl immer die Fetzen (meint jetzt nicht dich) und insofern finde ich sowohl deine Hinweise, als auch Michis Beitrag sehr wohltuend. Es wäre schön, könnten meine o.g. Meinungen dazu als Ergänzung verstanden werden.

      2. „wie man mit wenig Aufwand eine Linie Quasi-Kokain zum Inhalieren damit herstellen kann. Ich verlinke das bewusst nicht (und habe obiges Zitat deswegen auch aus dem Englischen übersetzt und umformuliert), denke aber, dass man durchaus von einem Kokain-Derivat sprechen kann, selbst wenn es sich chemisch innerhalb der Gruppe der Amphetaminderivate einortbar befinden könnte/dürfte.“

        Sorry für die off-Topic-Diskussion, aber ich muss mal wiederholen was ich zu einem anderen Beitrag gesagt habe: Du solltest dringend mal ein paar Minuten für Recherche investieren. Kokain ist sowohl chemisch als auch von der Wirkung her deutlich von Opiaten verschieden. Und hat mit Ritalin wiederum chemisch wenig zu tun. Schnupfen kann man übrigens alles mögliche, dass durch die Nasenschleimhaut resorbiert wird. Daraus eine Ähnlichkeit abzuleiten, ist etwa so, als würde man von Alkohol als einem „Kaffee-Derivat“ sprechen, weil beides oral als Flüssigkeit aufgenommen wird. Ach ja, und Inhalieren ist übrigens noch mal was anderes…

        Solche Vergleiche dämonisieren nur Ritalin.

    3. Ein „Skandal“ ist, daß du immer noch nicht verstanden hast, daß Ritalin nicht „kaltstellt“. Und nein, es stellt auch nicht ruhig. Bei hypoaktiven AD(H)S wirst du merken, daß sie mit MPH wesentlich präsenter und aktiver sind. Ach ja: Methylphenidat ist auch kein Opium-Devirat, sondern ist mit Amphetamin verwandt und wird seit über 40 Jahren (!) erfolgreich bei der Behandlung von ADHS eingesetzt.

      Himmel noch mal, den Artikel nicht lesen wollen aber hauptsache seinen unqualifizierten Sch……eck als Kommentar drunter setzen.

    4. @emannzer

      „Im Grund ist es ein Skandal, dass ein Opium-Derivat (nichts anderes ist Ritalin) den Kindern verabreicht wird, um sie kaltzustellen, wie man es in Altenheimen u.a. (und mit anderen Mittelchen) gerne mit Senioren macht.“

      Das Halbwissen und Behauptungen in Ihrem Kommentar sind skandalös. Zu Ihrer Info: MPH macht ADHS-Betroffene nicht süchtig. Können Sie mir bitte erklären, wie ein ADHSler davon abhängig werden soll, wenn er die tägl. Einnahme vergisst u. über einen längeren Zeitraum (mehr als 2 Jahre) immer die gleiche Dosis hat?
      Der illegale Konsum von MPH an den Unis ist skandalös. https://www.beobachter.ch/gesundheit/medizin-krankheit/ritalin-irrglaube-hirndoping
      Ich möchte nicht wissen, wie viele Studenten sich während Ihres Studiums mit MPH durch die Prüfung gemogelt haben. Dazu würde ich gerne mal Ihre Kritik lesen.

      Ich kenne viele ADHS-Betroffene, die ihre Einnahme vergessen, aber mir ist nicht ein Heroinabhängiger bekannt, der die Einnahme von Heroin vergisst. Wie viele Heroinabhängige können Sie mir nennen, denen es erst Stunden später einfällt, dass sie sich um 14 Uhr einen Schuss hätten geben müssen?
      Dann ist da noch meine Begegnung mit einem heroinabhängigen ADHSler. Der hat mir gesagt, dass er nach der Einnahme kein Bedürfnis nach Heroin mehr hat.

      „um sie kaltzustellen, wie man es in Altenheimen u.a. (und mit anderen Mittelchen) gerne mit Senioren macht.“

      Das habe ich so mit Benzodiazepinpräparaten erlebt. Merkwürdig ist, dass Sie und allen voran die Medien kaum etwas über dieses Beruhigungsmittel erwähnen, aber Methylphenidat ist was gaaanz Schlimmes.
      Darf ich wissen, warum Sie über die anderen Mittelchen im Altenheim kein Wort verlieren? Ohne MPH die Unbedenklichkeit absprechen zu wollen, sind Benzodiazepine weitaus gefährlicher. Eine Sucht entwickelt sich da innerhalb von 2 oder 3 Wochen. Und da diese Medis von sehr Ärzten oftmals sehr schnell u. leichtfertig verschrieben werden u. die Patienten mit einer
      http://www.benefit-online.de/gesundheit/wellness/suchterzeugende-schlafmittel-werden-allzu-leichtfertig-verschrieben.html

      Ich kann Ihnen nur raten, informieren Sie sich besser über MPH und ADHS! Sie dürfen sich sonst nicht wundern, wenn Sie wegen Ihres Pseudowissens von allen Seiten angegriffen werden.

  5. @krams

    Mein Gott ja, dann ’snieft‘ man es eben und nimmt es via Nasenschleimhaut in den Blutkreislauf auf, statt über die Lungenbläschen, was letztendlich zum gleichen Ergebniss führt, dass dieses Zeug (hoffe, das befriedigt deine Erwartungshaltung) ins Blut gelangt.

    Man kann sich auch an Nebenschauplätzen aufreiben und ich bin kein Chemiker, wundere mich aber immer mehr, wie schnell man doch dämonisiert wird. Ein „widerlicher Nazi“ (Zitat von der ‚Dicken‘) bin ich ja nun auch schon, nun von mir aus nun auch noch „Ritalin-Hasser“ …

    Meine Güte, bin ich hier als Fleischfresser in einer Veganer-Diskussionsrunde gelandet, oder was?

    1. Interessanter Vergleich, der Fleischfresser in der Veganer-Diskussionsrunde. Vom Reibungspotential und auch von der Emotionalität des Themas kann man es wohl schon irgendwie vergleichen :3

    2. Ich habe Dich nie als Ritalin-Hasser bezeichnet, und ich habe auch kein Problem damit, falls Du Kritik am Einsatz von Ritalin übst. Ich habe kritisiert, dass Du falsche Informationen verbreitest, die Ritalin dämonisieren („Opium-Derivat“ oder „Kokain-.Derviat“ – die gewählten Vergleichssubstanzen rücken es ja bewußt in eine bestimmte Ecke). Das Du jetzt übrigens schreibst, es wäre ja schlussendlich egal, wie das Zeug in die Blutbahn gerät, und vorher noch die Ähnlichkeit zu Kokain mit dem Schniefen begründet hast, ist von bemerkenswerter logischer Inkonsequenz. Interessant auch, dass Du sachliche Kritik an Deinen Aussagen* als „Dämonisierung“ empfindest. Recherchier‘ doch einfach kurz bevor Du Tatsachenbehauptungen aufstellst, belege im Zweifelsfall mit Quellen. Ich habe Deinen Beitrag nicht wegen Deiner Meinung angegriffen (die mir auch nicht ganz klar ist), sondern wegen seiner grottenschlechten Faktentreue.

      Aber ja, es ist ein Nebenschauplatz.

      *(Ich meine damit nicht Marens Nazi-Beleidigung, die war total daneben)

  6. Verhaltensmanipulationstherapeuten, Psychopannalyticker und gerne auch Pädamagogen sind eine Hauptursache.
    Genauer genommen:

    Hirnelfmeter, die ihre eigene Weltsicht, Menschenanschauung, kurz gesagt ihre gesamte perspektivische Konstruktion einfach dem Rest der Welt überstülpen.

    Für diese Leute ist ADHS nicht zu verstehen. Viele Betroffene tun sich selbst wirklich lange Zeit schwer, gehen ebenfalls einen langen Weg bis zur Einsicht der Zusammenhänge und Erkenntniss der ADHS.

    Letztlich kann man aber eine solche „unsichtbare“ „Krankheit“ (eigentlich ists eine Behinderung, aber das hören viele nicht gerne), ja halt nicht direkt körperlich erfahren. Aber das körperlich erfahrbare ist greifbarer und die nicht sichtbaren Kriterien und Einflüsse ein Bildungsproblem.

    Es ist nur so besonders amüsant, das gerade die ADHS eine scheinbar sehr aufgeladene Symbolik für viele liefert. Vom Ruhigstellen, bis zum „Die faulen Schweine müssen nur wollen“ über „Wenn er will kann er ja!“ bis zum „Genuß des kindlichen Seins ohne Interesse an / Angst vor Verantwortung“. Pharmaverschwörung, „dystopische Soma“-Forschung, Marketinggag bis zu irgendwelchen TCM/Vegan/Vegetarisch/Allergie/Gesundkost/-Despotismus über Zeitgeistkritik.

    Irgendwie findet jede Gurken-Truppe an der ADHS eine Projektionsfläche für den eigenen Wahn.

    MFG

  7. emannzer schreibt:
    18. Juli 2014 um 20:26
    [quote=“Emanzer“]

    Mein Gott ja, dann ‘snieft’ man es eben und nimmt es via Nasenschleimhaut in den Blutkreislauf auf, statt über die Lungenbläschen, was letztendlich zum gleichen Ergebniss führt, dass dieses Zeug (hoffe, das befriedigt deine Erwartungshaltung) ins Blut gelangt.[/quote]

    Rofl!

    Das ist mal gar nicht egal wie das ins Blut gelangt!

    GERADE die verzögerte Orale Aufnahme in Form einer Tablette, ggf. sogar in Form eines Retardpräparates oder noch besser Lisdexamphetamin als Alternative zu MPH, da kommt das Zeug dermaßen langsam an die Wrikstelle (Lisdexamphetamin nimmt den Umweg über die Leber und dort erst nach der Verstoffewechselung ins Gehirn – Schniefen bringt nüscht).

    Denn genau darum geht es: Langsames Anfluten, langsames Ausschleichen. Beides wird von Patienten besser vertragen.

    Der Mißbrauch findet über schnelles Anfluten statt und mit Dosierungen, die überhaupt nichts mit den geringen MPH Dosierungen zu tun haben, die üblicherweise in der normalen Therapie verschrieben werden können und dürfen.
    Gerade darum nimmt man diesen Drogenmißbruach dann durch die Nase oder die Lunge oder aber auch durch Spritzen auf und seltener durch Essen: Der Umweg über die Verdauung ist zu langsam für den Mißbrauch.

    Kokainderivat ist ein Witz. Und das Schniefen und vor allem Spritzen sollten Sie nicht kolportieren. Denn die bevorzugte Verschreibung heute ist in aller Regel ein Retardpräparat. Da sind soviele Füll und Hilfsstoffe mit dabei, die dann die Nasenschleimhäute und die schlimmstenfalls beim Spritzen Blutgefäße verstopfen.

    Also Blödsinn was Sie erählen.

    Man kann ein Medikament mißbrauchen. Genauso wie jedes andere Werkzeug auch. Ein Medikament ist ein Werkzeug gegen eine Krankheit/Schmerzen oder eine wie im Falle der diversen MPH Präparate eine chemische Krücke. Genauso wie die Brille, ein Gehstock, oder ein Jagdgewehr, ein Messer ein Schraubendreher.
    Man kann allem etwas negatives andichten. Insofern ist es totaler Schwachsinn von Null-Kompetenten herumzulamentieren.

    Wenn man keine Ahnung hat …

    Beste Grüße

  8. Oliver Flesch schreibt gern und viel, wenn der Tag lang ist. Aber……

    „Ja weil immer wieder aus irgendeiner Ecke die Behauptung kommt, es sei ein Mittel, um unbequeme Kinder, vornehmlich Jungs, “ruhig zu stellen”.“

    Das ist so natürlich nicht richtig. Daß Ritalin aber auch gegeben wird, um Kinder „pflegeleichter“ ( im Sinne von konzentrationsfähiger und somit oft wohl auch folgsamer ) zu machen, hat m.E. einen wahren Kern:
    Das Interesse Dritter, kurz gesagt.

    Da es zwei Kommentare dazu gibt, die leider in den falschen Thread gerutscht sind, verlinke ich die beiden ( einer der beiden Blindfüchse bin ich selbst – ich habe reflexartig auf Maddes geantwortet, bevor ich den Hinweis auf diesen Thread bemerkte – schäm… 😉 ) einfach mal hier rüber:

    https://geschlechterallerlei.wordpress.com/wie-kann-man-mitmachen/comment-page-1/#comment-4226

    Es ist m.E. geradezu zwangsläufig, daß diese Gerüchte besonders in Männer- und Väterrechtlerkreisen immer wieder auftauchen. Und nicht zuletzt sind Geschlechter(kriegs)probleme da ursächlich beteiligt.

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