Kälte ist sexistisch

Letztens war es kalt. Sehr kalt. Und die Überschrift über diesem Zeit-Artikel lautet „Frieren Frauen etwa stärker als Männer?“ Da könnte man einen x-beliebigen Mann fragen wie das denn so letzte Woche war, als die Holde ins Ehebett gekommen ist und einfach mal mit „Ja“ antworten.

Man könnte auch einen Biologen fragen, der aufgrund seines Wissens um unterschiedliche Hautbeschaffenheit, erhöhten Fett- und niedrigeren Muskelanteil mit „Ja“ antworten würde.

Oder einen Physiker, der mit dem ungünstigeren Verhältnis von Oberfläche zu Volumen bei kleineren Körpern mit „Ja“ antworten würde.

Man könnte die Entscheidung, ob das Spiel stattfindet, auch einfach mal den Verantwortlichen überlassen. Das sind nämlich verschiedene, je nachdem, ob es sich um Männer- oder Frauenfußball handelt.

Man könnte auch zur Kenntnis nehmen, dass es sich bei dem Verantwortlichen für Frauenfußball um eine Frau handelt. Sollten alle Entscheidungen von Frauen über Frauenkörper nicht respektiert werden oder so ähnlich?

Man kann da aber natürlich ganz ironiefrei ein Genderdings draus machen.

Männer und Junioren haben mit der Kälte und dem Zustand des Platzes erst mal keine Probleme? Frauen dagegen frieren so sehr, dass sie erst gar nicht spielen sollen?

Diese Konstellation sorgte am Wochenende für Häme und heftige Diskussionen.

Ich bitte ganz herzlich darum, nur noch gemischte Teams aufzustellen. Wegen 4000 Jahren Patriarchatsfußball könnten sich zwecks Gerechtigkeit auch gerne mal alle Männervereine auflösen und zu den Frauen gehen. Dann gibt es auch kein Geheule mehr. Naja, die Quotendiskussion wird jedenfalls lustig. Und die Gleichstellungsbeauftragte darf dann das Abseits dekonstruieren.

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Quotierte Wahl in Italien

Über die ZEIT bin ich darauf aufmerksam geworden, dass in Italien morgen Parlamentswahlen sind. Dabei kommt zum ersten Mal ein neues Wahlrecht zur Anwendung, welches vorschreibt, dass die Wahllisten nach Geschlechtern quotiert werden müssen. Wikipedia:

Höchstens 60 % der Kandidaten einer Partei oder Koalition in Einerwahlkreisen landesweit dürfen demselben Geschlecht angehören. Ebenso dürfen höchstens 60 % aller Listenkandidaten einer Partei landesweit demselben Geschlecht angehören, wobei höchstens 60 % aller Listenanführer demselben Geschlecht angehören dürfen. Ergeben 60 % der Kandidaten keine ganze Zahl, wird zur nächsten ganzen Zahl aufgerundet. Außerdem müssen die Listenplätze immer abwechselnd mit Männern und Frauen besetzt sein.

Eine solche Quotierung von Parlamentswahlen ist ein erheblicher Eingriff in die freie Wahl. In einer echten demokratischen Wahl muss eine Partei oder ein Wahlbündnis unbedingt frei in der Aufstellung der Kandidaten sein. Gerade in Italien, wo noch die klassische Geschlechterordnung stark ist, müssen die Parteien jetzt also einen Haufen Quotenfrauen aus dem Hut zaubern, während viele fähige ambitionierte Männer außen vor bleiben müssen. Das Resultat ist ein schwaches Parlament mit dürftiger Legitimation und eine defekte Demokratie.

Folglich gibt es ein derartiges Wahlrecht auch vor allem in Staaten mit zweifelhaften demokratischen Charakter. Wikipedia:

In 23 Ländern bestehen gesetzliche Kandidatenquoren, 12 davon liegen in Lateinamerika, in Europa haben lediglich Belgien und Frankreich gesetzliche Kandidatenquoren.

[…]

Auch bei der eigentlichen Wahl der Abgeordneten gibt es in einigen Ländern gesetzliche Quotenregelungen, überwiegend in Form von für Frauen reservierten Sitzen. In einigen Staaten sind Sitze im Parlament für spezielle Gruppen vorgesehen. Vielfach dient dies der Repräsentation ethnischer Minderheiten, es gibt aber auch Staaten mit einer Quote von Mandaten, die für Frauen reserviert sind. Es handelt sich in keinem Fall um demokratische, sondern ausschließlich um halb-demokratische oder autoritäre Staaten (beurteilt nach der Bewertung von Freedom House). So sind in Kenia 6 von 224 Sitzen und in Uganda 56 von 295 Sitzen für Frauen reserviert. Solche Frauenquoten finden sich auch in Bangladesch, Niger und Tansania. Der einzige demokratische Staat darunter ist Taiwan; hier handelt es sich jedoch um einen Überrest der bisherigen halbdemokratischen Verfassung. Auch prozentuale Quoten kommen vor. So sind in Dschibuti 10 % der Parlamentsmandate für Frauen reserviert.

[…]

Bei der Wahl zum Europaparlament sind in fünf Staaten gesetzliche Kandidatenquotenregelungen getroffen worden. Neben Frankreich und Belgien sind dies Spanien, Portugal und Slowenien.

Italien, das laut Democracy Index 2017 (The Economist) eh schon als „fehlerhafte Demokratie“ gilt (wie übrigens auch die beiden Quotendemokratien Frk. und Belgien) reiht sich hier ganz gut ein.

In Deutschland gibt es solche männerdiskriminierenden Praktiken nur parteiintern bei den links-feministischen Parteien, die „Gleichstellung“ über Gleichberechtigung und Demokratie stellen und damit strenggenommen gegen das deutsche Parteiengesetz und das GG verstoßen. Es gab hier aber auch schon Wortmeldungen, die eine per Gesetz quotierte Wahl fordern und damit eine brandgefährliche Schwächung des Bundestags und Aushöhlung des Grundgesetz anstreben. Man stelle sich mal vor, ein Politker fordert, dass der BT zu 90% aus ‚Ariern‘ bestehen muss oder dergleichen. Hervorgetan haben sich schon hier z.B. Elke Ferner (SPD), Eva Högl (SPD), Rita Süssmuth(CDU), Annegret Kramp-Karrenbauer(CDU), der „Deutsche Frauenrat“ und Katrin Göring-Eckart (Grüne). Ich würde alle Leser bitten, weitere Politiker und öffentlichen Personen, die dergleichen gefordert haben in die Kommentare zu schreiben; denn die Gefahr, dass so ein Paritätsgesetz auch in Deutschland eingeführt wird ist hoch und man muss dieser drohenden Delegitimation des Bundestages unbedingt entgegentreten!

Wie steht es mit der Verfassungskonformität des neuen Wahlrechts in Italien? Womöglich lässte die italienische Verfassung (PDF; deutsch) sowas tatsächlich zu, denn diese scheint das demokratische Prinzip der freien Wahl nicht explizit festzuschreiben wie in Deutschland. stattdessen gilt dort nur die „allgemeine und direkte Wahl“ (Art. 56). Ohne die freie Wahl jedoch ist gesetzliche Wahlmanipulation (z.B. durch Quoten) grundsätzlich zulässig.

Des Weiteren heißt es in Art. 3:

„Es ist Aufgabe der Republik, die Hindernisse wirtschaftlicher und sozialer Art zu beseitigen, die durch eine tatsächliche Einschränkung der Freiheit und Gleichheit der Staatsbürger der vollen Entfaltung der […] wirksamen Teilhabe aller Arbeiter [gemeint sind alle Bürger] an der politischen […] Gestaltung des Landes im Wege stehen.“

Damit wird das vermutlich legitimiert. Es ist ein Verfassungsartikel, mit dem die bürgerliche Freiheit komplett ausgehebelt werden kann.

Der ZEIT-Artikel, der mich auf das Thema gebracht hat, beklagt auch die niedrige Bereitschaft, wählen zu gehen in Italien. Na, ich bin gespannt, ob die Wahlbeteiligung bei einem solchen Wahlgesetz gesteigert wird 😉 Am Montag werden wir es erfahren.

Und da sich unser europäischer Partner im Süden mit der Demokratie offensichtlich etwas schwer tut, schließen wir mit einem flotten Liedchen aus der Zeit des Mussolini-Faschismus ab. Der Umgang mit diesem historischen Erbe ist in Italien übrigens auch viel unkritischer als in Deutschland. Das Lied glorifiziert den italienischen Massenvernichtungskrieg in Äthiopien.

Über Männer reden im Kampfblatt des Gynozentrismus

In der Zeit, in der täglich mehrere Frauenversteh- und Brachialfeminismusartikel erscheinen, reden Frauen über Männer.  Das kann ja nur in die Hose gehen – aber amüsant ist es allemal. Mein Favorit ist die 24-jährige, die trotz des Ausfalls im Schlusssatz durchaus vernünftige, selbstbewusste Gedanken beiträgt. Ganz anders die 29-jährige mit dem Reflexionsvermögen einer 9-Jährigen:

Wenn man Angst hat und ein Mann einen beschützt. Auch als starke Frau möchte man mal in den Arm genommen werden.

Single, 29: Ich höre auch oft, dass Frauen meist dafür zuständig sind, Urlaube zu organisieren. Wenn man in den Urlaub fahren will, muss man das als Frau anstoßen, die Flüge buchen …

Mutter, 42: Das macht mein Mann.

Single, 29: Mein Vater hat das auch immer gemacht, aber bei den Männern von heute muss ich das machen.

 

Diese Männer. In nur 13 Jahren das Buchen verlernt.

Sicherheit ist für mich auch ein großes Thema. Mir ist wichtig, dass ein Mann mit Geld umgehen kann. Auf der anderen Seite regt es mich total auf, dass mein Vater in meiner Familie der Geldverdiener ist und meine Mutter, die aufgrund ihrer Depressionen nicht arbeiten kann, total von ihm abhängig ist. Mein Vater sieht in ihr vor allem eine Hausfrau. Ich habe ihn mal darauf angesprochen: „Wie kannst du ihr sagen, dass sie den Tisch abzuräumen hat!“ So ein Verhältnis möchte ich niemals zu einem Mann haben.

Das Geld ranschaffen ist ok, aber bei der Hausarbeit herrscht Feminismus!

ZEITmagazin: Sie wollen also einen ganz anderen Typ von Mann? Einen, der mit Geld umgehen kann, in Ihnen aber auch eine gleichberechtigte Partnerin sieht?

Single, 29: Ja. Komischerweise date ich trotzdem ständig Männer, die kein Geld haben. Und dann nervt es mich, dass sie mich nicht zum Essen einladen können.

Gleichberechtigung! Außer beim Bezahlen!

Single, 29: Man braucht einen Mann, um Dinge zu teilen. Mit seinen Freundinnen kann man das irgendwann nicht mehr, die haben dann ja ihre eigenen Familien. In meinem Freundeskreis bekommen gerade alle Kinder.

Welche Dinge sollen geteilt werden? Wenn man ihre anderen Aussagen liest, dann meint sie am ehesten sein Gehalt. Ansonsten klingt ihre Begründung fürs Mann-brauchen doch sehr, sehr dürftig. Was im übrigen das Grundproblem des Artikels ist, aber dazu später mehr.

Aber in letzter Zeit begegne ich dort immer wieder diesen Männern, die Mitte 30 sind und nicht wissen, was sie wollen.

Filterblasengestählte wissen dies zu deuten. Gerade noch sprach sie, dass sie herumtindert, sich also quasi ausgetobt hat, aber jetzt mit 29 das Ende ihrer Fruchtbarkeit und ihres erhöhten Marktwerts sieht. Aber die fiesen Männer, sie wollen einfach nicht was sie jetzt will. Schweine!

Single, 24: Ich habe mal einen kennengelernt, der kam aus Südafrika und hat mich für ein paar Tage nach Tunesien entführt. Wir hatten über drei Monate eine tolle Affäre. Ich will mein Leben wie im Film leben. Ich will, dass es mit Männern aufregend ist.

Im Artikel gibt es einige Hinweise, dass Zitate den falschen untergeschoben wurde. Auch diese Aussage würde ich der 29-jährigen zuordnen, zumal sie direkt darunter das Tunesien-Setting aufgreift.

Ich finde es toll, wenn ich beim Sex spüre, dass der Mann Macht über mich hat. Überall sonst bin ich total selbstbestimmt. Beim Sex kommt so ein Urinstinkt raus, dass der Mann stärker als man selbst ist. Das Gefühl, dass ich total begehrt werde, turnt mich an.

Ah, nicht nur bei  der Rechnung hört die Gleichberechtigung auf. Immerhin, Pluspunkt für die 29-jährige für Ehrlichkeit.

Ich stehe auf Männer, die wie Verbrecher aussehen. Und auf exotische Männer, Typ arabischer Prinz.

Ich habe meine Telefonnummer auf die Visitenkarte des Restaurants geschrieben, dann aber solche Angst bekommen, dass ich rausgerannt bin. Männer sprechen einen aber auch nie an.

Wie war das? Überall sonst ist sie total selbstbestimmt? Aha.

Erst jetzt, mit 29, wo ich mich in meinem Körper wohlfühle, weiß ich, was ich gut finde.

 

Ich habe erst in den letzten Jahren herausgefunden, wie stark mein Bedürfnis ist – über die Website „OMG yes!“.

Ich fand es interessant, mich damit auseinanderzusetzen, und habe so zum ersten Mal in meinem Leben meine Lust entdeckt.

Frauen haben einen genauso großen Sextrieb wie Männer.

Finde den Fehler.

Wenn man sich das genauer anschaut, so kommt einen der Verdacht, dass die letzten beiden Aussagen des Artikels der 24- und 29-jährigen vertauscht wurden. Auch mit dem Alter der 69-jährigen im Zusammenhang mit der Mauer scheint was nicht zu stimmen. Aber genug von den Zitaten.

Worauf ich hinaus will, ist, dass das natürlich kein komplettes Gespräch ist, sondern eine durchaus handwerklich stümperhafte Zusammenstellung der getätigten Aussagen. Falls das Gespräch überhaupt stattgefunden hat. Insofern möchte ich mich bei der 29-Jährigen vorsorglich entschuldigen.

Wie ihre Aussagen so ist ja der ganze Text eine von den Verfasserinnen zusammengestellte Auswahl. Durchgewunken von der ZEIT-Redaktion als relevanter Beitrag. Was fehlt denn hier? Es fehlt jedwede Begründung, warum sich potentielle Partner überhaupt mit diesen Frauen abgeben sollten. Wo werden Männer als Menschen gesehen, die etwas zu bieten haben, abgesehen von Geld? Was ist der Beitrag dieser Frauen außer ihren Titten?

Oder wie es der Top-Kommentar darunter von „Napokue“ ausdrückt:

Männlichkeit als Wunschkonzert von Frauen (Wünsche, die in sich widersprüchlich sind – was sonst); Anneinanderreihungen von Stereotypen über Männer; Nicht den Schimmer einer Ahnung wie Männer ticken; Viel Nabelschau, wenig Selbstreflexion. Kurz: im Westen nichts Neues.

Eine Frage wird selbstredend ausgespart: „Was will eigentlich der Mann?“. Die Frage ist halt nicht relevant.

Diese Frage hier ist umso relevanter: „Wozu braucht man eigentlich einen Mann?“

Ich denke, dass es einmal für Männer an der Zeit ist, sehr ernsthaft und kritisch zu hinterfragen, wozu sie eigentlich eine Frau brauchen: Lesen Sie sich den Text nocheinmal aufmerksam durch. Was bringen diese Frauen in eine Beziehung ein, außer einer endlosen Litanei von Wünschen und Forderungen? Frauen suchen einen Versorger, Beschützer und Wunscherfüller. Was haben sie im Gegenzug anzubieten? Wiegt der Nutzen die Kosten auf? Wiegt der Nutzen das Risiko auf (Stichwort: Sexualstrafrechtsreform, #MeToo, Scheidungsrecht, etc.)? Ist das zeitweillige Wohlwollen einer Frau es wert, dass man sich dafür zum Lakaien degradiert?

Apropos, Versorger, Beschützer und Wunscherfüller:

„Solange ich in der U-Bahn noch von Männern belästigt werde und kein anderer Mann aufsteht, um mir zu helfen, hat die #MeToo-Debatte nichts gebracht.“

Geht’s noch, Frau Studentin? Ich bin nicht Ihr Bodyguard! Sie haben kein Anrecht auf meinen Schutz oder Beistand. Mit Verlaub, werden Sie erwachsen und lernen Sie allein klarzukommen.

Es kann nicht mehr lange dauern, bis die ZEIT die Kommentare abschaltet.

 

Feministische Empathie — American Beauty

Wer American Beauty nicht gesehen hat, holt dies schleunigst nach und kommt erst dann wieder hierhin zurück. Wer sich nicht mehr so ganz erinnern kann, dem sei der Wikipedia-Artikel ans Herz gelegt.

Lester befindet sich in einer Midlife Crisis und ist mit seinem Leben unzufrieden; der – laut eigenem Bekunden – „Höhepunkt“ seines Tages findet beim morgendlichen Masturbieren in der Duschkabine statt. Das Leben mit seiner spießigen, karrieresüchtigen Frau Carolyn und seiner zickigen Tochter Jane empfindet er als trostlos. Jane befindet sich in der Pubertät und lehnt ihn als Vorbild ab. Auch seine triste Arbeit in einem Zeitschriftenverlag macht ihn nicht glücklich, und er erfährt von seiner Familie weder Dankbarkeit noch Respekt für seine Arbeit oder für sich selbst als Mensch, sondern „das furchtbare Gefühl, bedeutungslos zu sein“.

Neben Lester gibt es noch den Nachbarn, einen Kriegsveteran, der seine Homosexualität unterdrückt, sowie dessen Sohn. Lester stirbt und die anderen Männer sind auch nicht besonders glücklich. Viel Platz für Mitgefühl mit diesen Männern. Die Schlüsselszene hierbei ist die Freundin der Tochter, in Rosen gebettet. Sein unerreichbarer Traum von Glück, Zufriedenheit und Sexualität.

Lester entdeckt schließlich Angela und tauscht mit ihr Zärtlichkeiten aus. Als sie ihm mitteilt, dass sie noch Jungfrau ist, lässt er von ihr ab und unterhält sich mit ihr.

Ok, und was machen Feministen daraus? Den Anspruch, dass auch Wale in violetten Blüten bitteschön begehrt werden sollten. Oder wie es der Zett-Schreiberling American Beauty zusammenfasst:

Darin versucht der desillusionierte, antriebslose Vorstadt-Loser Lester Burnham seinem Leben mehr Sinn zu geben, indem er ihm eine Portion Aufregung verpasst. Ein Teil dieser Aufregung tritt in Form von Angela, der Freundin seiner Tochter, in sein Leben, die er sogleich zum Opfer seiner sexuellen Fantasien macht.

Hier der ganze Artikel: MIT FLIEDERBLÜTEN ZU MEHR BODY POSITIVITY. Gibt es auch Feministinnen mit Empathie für Männer?

 

 

Lehrer und Kinder im Visier – ZEIT Online fährt Kampagne gegen „sexuelle Gewalt“ und „Sexismus“ an Schulen

Da abzusehen ist, dass #Metoo dem Empörungspöbel bald zu blöd wird, muss man vorher noch alles rausholen was geht. DIE ZEIT hat die Zeichen der Zeit erkannt und nutzt den letzten Wellenschaum des Moralfurors, um ihre Leser für den Kampf gegen „sexuelle Gewalt“ an Schulen aufzuhetzen. Das dumme Volk mag die Frauenschützerei und die feministische Umerziehung langsam durchschauen, aber wenn es um die Kinder geht!!1! sind die Leser machtlos; da hilft ihnen ihr Masku-Gejammer wenig. Und wenn sie doch Kritik wagen, werden wir uns den Begriff ‚Pädo-Unterstützer‘ oder so für sie einfallen lassen. Also: „Wir müssen reden“, heißt es nun zum tausendsten Mal. Na, dann reden wir mal.

In den letzten drei Tagen hat ZON vier Beiträge zu dem Thema veröffentlicht, die den Eindruck erwecken sollen, dass die Schulen ein Sumpf des Kindesmissbrauchs sind, der schleunigst trockengelegt gehört. Gehen wir die Beiträge einzeln durch:

Es geht los mit einem harmlosen Aufruf an die Leser, ihre Erfahrungen mit dem Thema ZON mitzuteilen:

21.02. Haben Sie sexuelle Übergriffe an Schulen erlebt?

Ein zunächst unverdächtiger Aufruf für eine legitime Angelegenheit. Es wird ein bisschen von „hohen Dunkelziffern“ geraunt, damit der Leser ein bisschen in die dem Thema angemessene Gruselstimmung kommt und das Artikelbild suggeriert einen männlichen Täter und ein weibliches Opfer. Alles noch unverdächtig, aber jetzt geht’s los.

22.02.: „Schulkinder ohne Schutz

Eine lange moralische Ereiferung darüber, dass die Schulen zu wenig gegen irgendwas unbestimmtes, aber umso bösartigeres machen würden. Ein Auszug, bei dem man auf die alarmistische Rhetorik achte:

Seit Monaten wird in der #MeToo-Debatte über diese Themen diskutiert. An den Schulen spielen sie dagegen keine Rolle.

Wo bleibt der Aufschrei für die, die Schutz am nötigsten hätten?

Das Interesse von Schulleitungen, Aufsichtsbehörden und Landesregierungen ist erschreckend gering. Die Kultusministerkonferenz bleibt weit hinter ihren Versprechen zurück, sexuelle Gewalt und Missbrauch an Schulen offensiv zu bekämpfen.

Der Artikel setzt wie selbstverständlich voraus, dass sexueller Missbrauch an allen Schulen ein wahnsinniges Problem wäre, ohne jedoch einen stichhaltigen Beleg dafür zu liefern. Die Autoren geben selbst zu, dass es keine brauchbaren Zahlen darüber gibt. Um das zu überspielen, tischen sie irgendwelche zweifelhaft dargestellten Einzelfälle auf. Sie jammern darüber, dass die Schulen zu wenig „umfassende Schutzkonzepte“ entwickeln, ohne zu erklären, warum sie das denn tun sollten und wovor genau die Schüler geschützt werden sollen. Das Argument der Schulen, dass es an Kapazitäten fehlt, können sie bei diesem irre wichtigen Anliegen nicht gelten lassen und kanzeln es wie eine Schutzbehauptung ab. Genannte Beispiele und Artikelbild legen wieder männliche Täter und weibliche Opfer nah.

22.02. Wo sind die Helikoptereltern, wenn es ernst wird?

Autor Karsten Polke-Majewski will „sexuelle Gewalt“ und „Sexismus“ an Schulen bekämpfen und macht auf Tabubrecher:

Ist es denn allen egal, ob ein Erwachsener ein Schulkind demütigt, ihm Gewalt antut oder es missbraucht? Die Frage erscheint abwegig, doch man muss sie stellen.

Genau, denn bekanntlich ist die mediale Öffentlichkeit der letzten zehn Jahre an keinem Thema so desinteressiert, wie an Kindesmissbrauch. Das Dunkelfeld ist jetzt sogar schon „riesengroß“ geworden.

Unser wackerer Qualitätsjournalist weiß aber zum Glück ganz genau, was zu tun ist, denn

Längst ist klar, dass man viel dagegen tun könnte. Es gibt ausgeklügelte Methoden, wie sich Lehrer, Schüler und Eltern darauf verständigen können, was jeder von ihnen zu tun und zu lassen hat.

Nein, es ist bisher sogar noch nicht mal klar, wogegen etwas getan werden muss, denn wenn einer wie dieser Majewski von „sexueller Gewalt“ und „Sexismus“ redet, weiß man nie, was gemeint ist. Aber wir werden gleich fündig:

Dass Lehrer beispielsweise nicht privat mit Schülern chatten sollten. Oder dass Schülerinnen ihren Lehrer nicht zu Hause besuchen.

Also private Kontakte verbieten. Das sind seine „ausgeklügelten Methoden“. Der Autor leidet anscheinend unter dem Zwang, jede Kommunikation mit Kindern und Jugendlichen sexualisiert wahrzunehmen. Sobald die Kommunikation nicht mehr überwacht werden kann, ist sie aus seiner Sicht daher ein gefährlicher Raum für Übergriffe. Wahrscheinlich gibt das über Majewskis erotische Fantasien Aufschluss, aber vielleicht übertreibe ich jetzt auch. Oder?

wenn ein Täter beispielsweise eine Schülerin gegen deren Willen umarmt oder einem Schüler den Rücken tätschelt.

Und wieder dasselbe Muster wie oben. Harmlose Verhaltensweisen werden zwangssexualisiert, unter Generalverdacht gestellt und verteufelt. Wir haben es also mit einem prüden Missionar zu tun, der sein gestörtes Verhältnis zu Kindern und Jugendlichen nun der Gesellschaft aufnötigen möchte. Warum eigentlich derglichen Handlungen nicht allen Erwachsenen (einschließlich Eltern) verbieten? Erziehen wir also unsere Kinder zu unselbstständigen rohen Eiern um und verweigern ihnen Nähe und Berührung. Sonst haben verklemmte Viktorianer wie Majewski noch Angst, dass die Fantasie mit ihnen durchgeht.

Beim Artikel ist auch eine Studie des Deutschen Jugendinstituts verlinkt, die anscheinend eine Quelle für die behaupteten Missstände an Schulen sein soll. In dieser von Studie (natürlich vom Alles-außer-Männer-Ministerium finanziert) heißt es:

Im Rahmen des Projekts werden alle sexuellen Handlungen und Äußerungen als sexuelle Gewalt definiert, die gegen den Willen der betroffenen Personen erfolgen. Hierzu zählen auch verbale Belästigungen wie Witze über den Körper eines anderen oder das Zeigen pornografischer Bilder.

(S.8)

Und siehe da: Schon haben 60% der befragten Schüler „sexuelle Gewalt“ erlebt. Den Löwenanteil bilden hierbei mit riesigem Abstand die Kategorien „Gerüchte verbreiten“ und „Witze über den Körper“. Des Weiteren gibt es da noch die Kategorien „Konfrontation mit Pornographie“ und „sexuelle Belästigung“ (S.10). Und dann sind da noch ein paar Problemchen: Viele dieser wahrhaft schockierenden Vorfälle spielten sich blöderweise noch nicht mal an den Schulen ab. Außerdem macht das Schulpersonal nur einen winzigen Anteil der mutmaßlichen Täter aus. (S.11)

Diese Studie ist also völlig ungeeignet um nachzuweisen, dass die Schulen oder Lehrer versagen. Majewski bezieht sich auch nicht direkt auf sie, sondern er bezieht sich auf gar keine Quellen. Er saugt sich seinen Quatsch einfach aus den Fingern. Das Artikelbild legt übrigens wieder männliche Täter und weibliche Opfer nah. Wie langweilig, *Gäääähn*.

Doch bevor jetzt jemand in unserem kleinen Sexualkundeunterricht einzupennen droht und dann in der Klausur wieder nicht weiß, dass er traumatisiert ist, machen wir lieber eine kleine Pause. Und zwar mit Harry Potter und seinem schmierigen Liebhaber Fresh Dumbledore. Die Youtube-Komikerin ‚Coldmirror‘ hat Majewskis verquere sexualisierte Sicht auf die Beziehung zwischen Erwachsenen und Kindern schon vor Jahren in ihren bekannten Potter-Parodien anschaulich dargestellt, wenn auch nicht mit Absicht sondern eher aus Spaß an der Blödelei:

Genug Spaß gehabt! Jetzt, am 23.02., wird’s wieder bitterernst, DENN:

 

„Der Hausmeister darf immer noch mit einer 14-Jährigen ins Bett gehen“

Igittigitt, dieser unrasierte Hausmeister! Da muss ich gleich wieder an Coldmirrors Mr. Filch denken.

Und DER soll jetzt mit 14-Jährigen Schülerinnen in die Kiste dürfen?!

Ja darf er, denn 14-Jährigen wird in Deutschland nicht pauschal aberkannt, über ihr Liebesleben selbst entscheiden zu können. Genau das möchten die Zeit-Redakteure Geisler und Majewski und der „Missbrauchsbeauftragte“ der Bundesregierung Johannes-Wilhelm Rörig aber anscheinend ändern. Ein Interview mit dem letzeren in Auszügen:

Rörig: Es kann schon anstrengend für Minister oder Schulleiter werden. Schuldirektoren wurden mit paradoxen Situationen konfrontiert. Ein Beispiel: Eine Schule, die noch nie einen Missbrauchsfall erlebt hat, will darüber diskutieren, wie sie Schüler am besten schützen kann. Plötzlich kommt Widerstand von der Elternvertretung. Die fragt: Was ist hier los? Haben wir einen Pädobären? Ist in der Dusche etwas passiert? Wurde die Polizei schon eingeschaltet? Dann muss der Schulleiter ausführlich erklären: Nein, im Gegenteil, wir wollen vorbereitet sein, bevor etwas geschieht. Wir wollen den Kindern Hilfe anbieten, die in der Schule versagen, weil sie zum Beispiel nachts in ihrer Familie sexuellen Übergriffen ausgesetzt sind. So etwas zu erklären, ist nicht so einfach.

Bei dieser aufgeheizten Stimmung, die durch die ZEIT-Kampagne nun weiter entfacht wird, ist das was Rörig hier beschreibt, nachvollziehbar. Ein Schulleiter versucht also folgerrichtig dem Thema so weit es möglich ist, aus dem Weg zu gehen. Vielleicht sollte dieser Rörig also mal seine eigene Funktion in diesem Mechanismus kritisch hinterfragen. Aber dafür bleibt leider keine Zeit, denn

Ich habe einen Zeitplan. Ende 2018 sollten Schutzkonzepte wenigstens überall auf den Weg gebracht sein.

[…]

ZEIT ONLINE: Was spricht eigentlich dagegen, wie bei Kindertagesstätten die Betriebserlaubnis einer Schule daran zu binden, dass sie ein Schutzkonzept hat?

Rörig: Aus meiner Sicht gar nichts. Im Gegenteil, das muss der nächste Schritt sein. Allerdings kann der Bund die Länder nicht dazu verpflichten. Diese Entscheidung muss jedes Land selbst treffen.

Wozu diese sinnlose Hektik? Steht den Schulen denn schon der Kollaps bevor?

ZEIT ONLINE: Wie wichtig ist der Tatort Schule überhaupt?

Rörig: Die Schule ist nicht der zentrale Ort des Missbrauchs in Deutschland. Sexueller Missbrauch findet vornehmlich in der Familie und im familiären Umfeld statt. Sehr häufig sind aber auch sexuelle Übergriffe unter gleichaltrigen Kindern und Jugendlichen, sogenannte Peer-to-Peer-Gewalt, die durch die digitalen Medien eine neue Dimension erlangen.

Ja, wie schlimm ist die Situation denn nun an den Schulen? Darüber weiß unser „Missbrauchsbeauftragter“ komischerweise auch nichts. Aber dass man unbedingt handeln muss, das weiß er schon.

Rörig: Eine sexuelle Beziehung zwischen einem Schüler und dem pädagogischen Personal ist nicht in Ordnung. Das muss allen klar sein. Das ist inzwischen auch bei unter 18-Jährigen strafbewehrt. Der Hausmeister darf allerdings immer noch mit einer 14-Jährigen aus der eigenen Schule ins Bett gehen. Das sehe ich kritisch. Ich bin der Meinung, man sollte das Verbot auf alle Erwachsenen aus der Schulcommunity ausdehnen. Das hat nichts mit Prüderie zu tun. In Schulen, wo es starke Macht- und Abhängigkeitsverhältnisse gibt, müssen solche Beziehungen ausgeschlossen sein.

Bekanntlich üben nämlich Hausmeister und andere aus der „Schulcommunity“ eine große Macht auf Schüler aus. Was zum Beispiel, wenn sich der Hausmeister an seiner 14-Jährigen Angebeteten, die ihn nicht ranlassen will, rächt, indem er ihre Schulbank ansägt? Wir sollten es nicht drauf ankommen lassen! Oder wenn die Frau von der Essenausgabe dem 15-Jährigen Tobias einen extra Pudding anbietet, wenn er für sie bestimmte Sachen macht? Wäre das nicht himmelschreiende Ungerechtigkeit?! Am besten also, wir verbieten gleich sämtlichen sexuellen Kontakt zwischen unter-18-Jährigen und Erwachsenen, die irgendwie Macht haben könnten. Also ab in Uncle Sam`s Sexualhölle.

Fazit

Zusammengefasst lehrt uns die Kampagne also folgendes: Den bösen Lehrern und Politikern ist unser Kindeswohl egal, die schutzlosen Schüler sind am leiden was das Zeug hält und Schuld sind wieder vor allem diese Männertypen mit ihren blöden Penissen. Um dieses Sündenbabel zu bekämpfen, müssen wir irgendwelche „umfassenden Schutzkonzepte“ entwickeln und zwar so schnell wie möglich und am besten noch vor der Hofpause, denn da könnte der Hausmeister wieder zuschlagen! Ein interessanter Ansatz für diese Schutzkonzepte könnte sein, dass wir unseren Kindern noch weniger Nähe und Berührung zumuten, als sowieso schon und sie dadurch noch mehr emotional und geistig verkümmern lassen und zu unselbstständigen Idioten erziehen. Außerdem müssen wir den Schülern und den Lehrern den „Sexismus“ aus dem Kopf prügeln und ihnen den Mund verbieten um die grassierende „verbale sexuelle Gewalt“ zu beenden.

Belege und Analysen sind bei diesem, von schummrigen Gelüsten triefenden, Jagdvergnügen eher zweitrangig. Emotionen und der Verweis auf Metoo sind wichtiger. Die Rotorblätter der Apache-Helikoptereltern sind kurz vorm Überdrehen; denn auch im Jahre 2018 gibt es immer noch keinen umfassenden Überwachungsstaat, der sämtliche (vermeintliche oder echte) Grenzüberschreitungen unterbinden kann. Stattdessen gibt es immer noch dieses ärgerliche Scheißding namens „Freiheit“; sogar im Umgang mit unter-18-Jährigen. Ein echter Skandal, dass an den Schulen immer noch nicht die notwendige Sensibilität geschaffen wurde, die es braucht, damit eine Schülerin endlich schnurstracks zum Schulpsychologen des Vertrauens marschiert, wenn sie beim Flaschendrehen „gegen ihren Willen“ geküsst wurde.

Ein hellsichtiger Kommentator schreibt unter den dritten Artikel:

Wann fangen die Leute endlich mal an zu begreifen, dass jedes kleine Stückchen mehr an Sicherheit auch immer ein mindestens genauso großes Stückchen Freiheit kosten wird?

(WolfgangL. 3.21)

Und zum Schluss noch, wer es mag, ein passender Coldmirror-Klassiker zum entspannen. Wo wir nun den ganzen Tag die deutschen Schulen nach geheimen Pornokellern durchforstet haben und einfach nichts gefunden haben, was sich zum Missbrauchsskandal aufblasen lässt, müssen wir jetzt auch mal belohnt werden. Harry Potter und der geheime Pornokeller Teil 9. (Bitte über all zu alberne Strecken hinweg sehen.)

Die Geister von #metoo: »Destroy A Man Now«

Regelmäßige Leser des auf Genderama berichteten alltäglichen Wahnsinns dürften dem folgenden, frei nach Arthur C. Clarke formulierten, Fundamentalsatz der Ideologiekritik zustimmen: »Feminismus, der weit genug fortgeschritten ist, ist von Satire nicht zu unterscheiden.« Ein solcher Fall von »fortgeschrittenem Feminismus« ist ein schmales Büchlein, dass ich via Forent netsmurf auf »Alles Evolution« entdeckt habe. Ähnlich wie das berüchtigte Pamphlet »SCUM« prägt es ein vierbuchstabiges Akronym: »How to Destroy A Man Now (DAMN)«. Der Inhalt der nur 58 Seiten umfassenden Schrift, deren Autorin unter dem Pseudonym »Angela Confidential« auftritt, ist schnell dargelegt: es handelt es sich um eine praktische Anleitung zur Vernichtung der Reputation eines Mannes durch das Zusammenwirken von Anschuldigungen, medialer Aufmerksamkeit und Menschen in einflußreichen Positionen, das heißt, den drei »key friends« namens »Allison Allegation«, »Mary Media« und »Arthur Authority«.

Weiterlesen „Die Geister von #metoo: »Destroy A Man Now«“

Politisch korrekter Karneval

Ja, am politisch korrekten Karneval arbeitet sie sich ab. Man könnte an dieser Stelle mal überlegen, was Karneval seit, ja, seit immer schon ist. Was Karneval tatsächlich in seiner Essenz ist. Und dann könnte man sich laut lachend von dieser Diskussion abwenden.

Aber es geht Anke Schipp in der FAZ ja um die Kinder. Das zieht immer. Anständigerweise und eben auch aus Gründen der Statistik sollte man Frau Schipp durchschnittliche Intelligenz zubilligen. Aber man muss nur bis hierhin lesen, um diese Vorschusslorbeeren zurückzuziehen:

Wie bei dem dreijährigen Caiden aus Virginia, der sich vor gut zwei Jahren zu Halloween als Eiskönigin verkleidete. Sein Vater postete davon ein Foto auf Facebook und schrieb: „Bleibt ihr bei eurem maskulinen Mist und den ordinären Kinderkostümen. An Halloween geht es aber um Kinder, die sich als ihre Lieblingsfiguren verkleiden. Und diese Woche ist seine eine Prinzessin.“

Ein Hoch auf alle kleinen Jungs, die Prinzessin sein wollen. Aber maskuliner Mist? Ist das die Vorstellung von Gleichberechtigung, von Respekt vor allen Lebensentwürfen oder auch Karnevalskostümen? Sicher, nicht Frau Schipp hat das geschrieben, sie hat es nur zitiert. Aber kann man nicht von einer durchschnittlich intelligenten Frau, die sich anscheinend viele Gedanken zur Geschlechtergerechtigkeit gemacht hat, zumindest erwarten, dass sie sich von einer solchen Formulierung distanziert? Das tut sie nicht und als Leser kann man mit Fug und Recht annehmen, dass „maskuliner Mist“ eine akzeptable Formulierung für die Autorin ist.

Weiter muss man diesen belanglosen Mist eigentlich gar nicht lesen, auch wenn die Autorin tatsächlich zu mehr Toleranz aufruft, wenngleich diese an Karnval ausgelebten Genderklischees grundsätzlich bedenklich seien. Wir sind ja immerhin noch bei der FAZ und nicht bei ZEIT, Spiegel oder der Süddeutschen.

Natürlich schauen sich Kinder das meiste von anderen Kindern ab und nicht von ihrer Mutter. Meine Töchter haben mich niemals im Prinzessinnenkleid gesehen, allenfalls im kleinen Schwarzen. Aber sie sehen die größeren Mädchen im Kindergarten Prinzessinnenkleider tragen, sie lesen Märchen, in denen Prinzessinnen vorkommen, sie sehen Filme wie „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ und „Die Eiskönigin“. Natürlich sehen sie auch andere Filme, aber zu Fasching gehen sie trotzdem nicht als „Pettersson und Findus“ oder „Paddington“.

Interessant ist, was sie auslässt, was sie unterschlägt. Was sehen die kleinen Mädchen denn tatsächlich? Sie sehen ihre großen Schwestern, die ab Geschlechtsreife zu den Schlampenkostümen tendieren. Katzenohren, Stupsnasen, Miniröcke und nackte Beine bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Ich finde das moralisch gar nicht verwerflich, junge Mädchen sind unsicher, wollen gefallen und finden oft nicht das richtige Maß bei der Wahl ihrer Klamotten. Ein Problem eher für die Eltern und die jungen alkoholisierten Männer, die es nicht immer leicht haben, unter der Schminke zu sehen, ob sie ein 13-jähriges Mädchen vor sich haben. Die jungen Frauen wiederum sehen ihre Mütter und deren Generation, die natürlich auch sehr gerne in optisch ansprechenden Kostümen aufwarten und die genau wie die Männer durchaus auch auf Sex und nicht nur Feiern aus sind. Aber nein, Frau Schipp, es ist natürlich völlig unverständlich warum Ihre Tochter das Prinzessinnenkleid wählt, obwohl Sie noch nie eines getragen haben.

Und die Jungs mit ihrem „maskulinen Mist“? Nun ja, SWAT-Verkleidungen sind einfach, recht einfallslos, aber gruppengeeignet. Cowboys für große Kinder. Aber wer Karneval nicht allein nach Hause gehen will, wählt besser nicht das Gollum-Kostüm oder die süße Tigerente. Arzt ist besser geeignet und die ganzen Piloten haben eine Mütze auf. Das sieht autoritär, dominant, statushoch aus und es macht insbesondere noch ein bisschen größer. Worauf die Kätzchen und Minnimäuse stehen.

Oder wie Frau Schipp zu kurz springt:

Jungs werden als Ritter plötzlich mutig.

 

Danke Frau Schipp für soviel Toleranz. Und vielleicht haben Sie über die Fastenzeit mehr Muße über diesen Themenkomplex nachzudenken. Dem Rest viel Spaß an Karneval.