Zur Kritik von Khaos.Kind an Pick up

Ich muss vorausschicken, dass ich Khaos.Kind  in der Vergangenheit als gemäßigte und durchaus (in gewissen Grenzen) diskussionsbereite Feministin erlebt habe. In Ihrem Blog hat nun – wie schon viele Feministinnen vor ihr – eine Kritik am System des Pick up veröffentlicht.

Sie stellt dabei erst einmal aus meiner Sicht richtigerweise fest, dass es bei Pick up gar  nicht vordergründig um Frauen geht, sondern erst einmal für den Mann um die eigene Verbesserung und den eigenen Persönlichkeitsaufbau. Daran kann ich beim besten Willen nichts Schlechtes erkennen.

Was so gut wie nie erwähnt wird, ist, dass zwei Drittel der Arbeit aus Selbstverbesserung besteht. Von der Auswahl eines Stylings, dass die eigenen Vorzüge hervorhebt bis hin zu grundlegenden Dingen wie „dusche regelmäßig, benutze Deo, mach dein Bett jeden Tag“. Sachen, die selbstverständlich sein sollten aber wohl bei einigen nicht angekommen sind.

Weiterhin stellt Khaos.Kind fest, dass Pick up zu einem gewissen Teil von einer Community lebt, in der die Nutzer sich austauschen und auch, dass Pick up tatsächlich funktionieren kann. Was ist daran jetzt also so schlimm?

Ein Punkt, der mich im Buch von Neil Strauss überrascht hat, war, dass er keinen Hehl daraus macht, wie misogyn und zerstörerisch Pick up ist.

Hui „zerstörerisch“ soll Pick up also sein. Wie kommt Khaos.Kind zu diesem Schluss?

Wer ein guter Aufreißer sein will, muss „üben“. Muss also oft raus- und ausgehen, muss viele Personen ansprechen und lernen, dass fremde Menschen nicht beißen. Muss viele Sachen ausprobieren und viele Nummern oder Küsse oder Sex „sammeln“. Wie weiter oben bereits ausgeführt, werden die einzelnen Personen zu Objekten, werden austauschbar. Frauen werden nicht als Persönlichkeiten gesehen, sondern gelistet und ins System eingefügt als „Hot Babe“, kurz HB auf einer Skala von 1-10. Diese gilt es anzusprechen und für sich zu gewinnen. Von welchem Schönheitsbild sie ausgehen, will ich gar nicht so genau wissen.

Ich habe mal irgendwo gelesen, dass Feministinnen auf Pick up wie auf ein rotes Tuch reagieren, weil Pick up gerade nicht davon ausgeht, dass jede Frau ein absolut einzigartiger faszinierender Schmetterling sei, sondern sich zumindest in wesentlichen Punkten sehr gut in ein Raster einsortieren lässt. Aus feministischer Sicht wird die Frau damit aber immer gleich „zum Objekt degradiert“.

Wenn man von einem Frauen- und Beziehungsbild ausgeht, bei der es nur darum geht DIE einzig wahre für einen vorherbestimmte Liebe, die einzig wahre Frau für das gesamte Leben zu finden, mag Pick up einen etwas desillusionieren. Ja, Frauen (und Männer auch) sind insbesondere auf der ersten Stufe des Kennenlernens tatsächlich sehr gut austauschbar. Wenn eine Frau kein Interesse hat, ist es nach Pick up völlig unproblematisch möglich, sich einfach einer anderen Frau zuzuwenden. Ich finde das nicht verwerflich. Und was wäre denn die Alternative? Einer Frau die einen abgewiesen hat ein Leben lang nachtrauern und einsam und unglücklich sterben? Oder trotz einer Abweisung die Frau weiter bedrängen um sie doch noch zu überzeugen? Die Grenze zum Stalking ist hier nicht mehr weit.

Das Problem ist, dass gesellschaftlich gerne ein Bild von Paarfindung propagiert wird, dass mit der Realität nicht übereinstimmt. Männern wird hier oft vorgegaukelt, dass man nur „nett genug“ zu Frauen sein müsse, um eine Partnerin zu finden oder das „die einzig wahre Liebe“ irgendwo dort draussen wartet und nur  gefunden werden müsse. Ich kenne eine Menge netter einsamer Männer, die allein auf diese Sichtweise gestellt todunglücklich sind. Pick up befreit den Mann von vermeintlichen Mächten des Schicksals und gibt ihm das Heft des Handelns selbst in die Hand. Zerstört wird letztendlich nur ein weichgezeichnetes ohnehin unrealistisches Beziehungsbild, wie es gerne in zuckrigen amerikanischen Liebeskommödien entworfen wird. Die Realität sieht aber anders aus.

Was Khaos.Kind weiterhin stört ist natürlich, dass Pick up auf einem theoretischen Ansatz zu Geschlechterverhältnissen beruht, der sich nicht mit der Sicht der Gender“wissenschaft“ auf die Welt deckt.

„Zudem basiert Pick up auf äußerst fragwürdigen Annahmen. Etwa der These, dass Frauen seit jeher die Wahl über ihre Sexualpartner treffen (weil wenige Eizellen und die müssen sie evolutionsbiologisch gut einsetzen – ja, dieser Quatsch). Ein Hohn gegenüber gesundheitlichen Risiken (der hohen Kinder- und Müttersterblichkeit bis vor wenigen Jahrzehnten in westlichen Gefilden) und gesellschaftlichen Verhältnissen (Eltern/Vater wählen Ehepartner aus, Ideal der Jungfräulichkeit bis in die Ehe, Vergewaltigungen, gesellschaftliche Ächtung alleinstehender Frauen). Diese Annahmen werden wahlweise gemischt mit Pseudowissenschaften wie der Neurolinguistischen Programmierung (NLP) und Alltagspsychologie à la Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus.“

Man kann das natürlich gerne diskutieren, aber es stellt sich natürlich die Frage, ob der Ansatz denn so falsch sein kann, wenn er in der Praxis funktioniert. Und Praxistauglichkeit ist ja etwas, das man den Ergebnissen und gesellschaftlichen Verhaltensempfehlungen der Gender“wissenschaft“  auch nicht gerade bescheinigen kann.

Nachtrag: Wenn eine Frau Pick up erfunden hätte, um Frauen zu ihrem Wunschpartner zu verhelfen, würde man sie vermutlich als feministische Gallionsfigur feiern, die Frauen zu einer selbstbestimmten Sexualität verhilft.

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48 Kommentare zu „Zur Kritik von Khaos.Kind an Pick up“

  1. „Etwa der These, dass Frauen seit jeher die Wahl über ihre Sexualpartner treffen (weil wenige Eizellen und die müssen sie evolutionsbiologisch gut einsetzen – ja, dieser Quatsch). Ein Hohn gegenüber gesundheitlichen Risiken (der hohen Kinder- und Müttersterblichkeit bis vor wenigen Jahrzehnten in westlichen Gefilden) und gesellschaftlichen Verhältnissen (Eltern/Vater wählen Ehepartner aus, Ideal der Jungfräulichkeit bis in die Ehe, Vergewaltigungen, gesellschaftliche Ächtung alleinstehender Frauen). Diese Annahmen werden wahlweise gemischt mit Pseudowissenschaften wie der Neurolinguistischen Programmierung (NLP) und Alltagspsychologie à la Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus.”“

    Da wo es eigentlich interessant wird, ist dann die Kritik auch leider sehr kurz geworden. Denn da wird dies einfach so dargestellt, dass dies eben kaum sein kann und nicht wirklich diskutiert.
    Das Frauen eine Auswahl getroffen haben ist eigentlich ein alter Hut, es ist recht deutlich daran zu sehen, dass Frauen bestimmte Vorlieben haben, die eben durch sexuelle Selektion entstanden sein müssen. Sexuelle Selektion erfordert aber eine Auswahl.

    Eine Auswahl wird auch nicht durch Kinder- und Muttersterblichkeit ausgeschlossen, dies bewirkt lediglich eine daneben bestehende Auswahl des Mannes auf körperlich gesunde und junge Frauen, die so etwas besser überstehen.
    Eine durchgehende Elternwahl anzunehmen, die eine eigene Wahl der Frau ausschließt halte ich auch für sehr gewagt. Hatte ich schon mal was zu geschrieben:
    https://allesevolution.wordpress.com/2014/08/30/eigene-partnerwahl-vs-wahl-des-partners-durch-die-eltern-in-evolutionarer-betrachtung/

  2. Es ist für die Diskussion um Pick up eigentlich auch nicht wichtig, ob Frauen in der geschichtlichen Vergangenheit nun die Auswahl ihrer Sexualpartner getroffen haben oder wegen arrangierter Ehe oder Zwangsheirat diese Möglichkeit nicht hatten. Fakt ist zumindest, dass Frauen gegenwärtig ihre Sexualpartner im Regelfall frei wählen können (was ja ausdrücklich auch eine feministische Forderung ist) und Pick up dem Mann dabei hilft, diese Wahl zu beeinflussen.

    1. „Es ist für die Diskussion um Pick up eigentlich auch nicht wichtig, ob Frauen in der geschichtlichen Vergangenheit nun die Auswahl ihrer Sexualpartner getroffen haben oder wegen arrangierter Ehe oder Zwangsheirat diese Möglichkeit nicht hatten. “

      Stimmt, allenfalls für die Begründungen. Aber man könnte gleiches auch rein sozial begründen.

  3. Frauen können je nach Optik nahezu frei wählen ? Huch, ganz was Neues.
    Interessante, gepflegte und gutaussehende Männer haben auch mehr Auswahl ? Wow. Habe ich vorher noch nie gehört.
    Aber zum Thema: Pick-Up kann und wird als Blaupause zum Aufreissen benutzt/benutzt werden. Ich habe aber auch 1-2 Männer kennengelernt, die durchaus den Selbstverbesserungsgedanken im Vordergrund sehen. „Mach Dich interessant und die Frauen kommen von alleine.“ Darin sehe ich nichts verwerfliches. Ist auch nichts anderes als ein Ratgeber „wie bekomme ich endlich einen Partner/in“.
    Was hier wohl verteufelt wird, ist die “ Verschiebung der Macht durch Gewährung von Sex“. Ich bin Frau. Ich gewähre Sex. Ich habe Macht. Bekommt der Kerl durch PU Sex, dann ist meine Position bedroht. Also ist PU böse und manipulativ und degradiert Frauen zu austauschbaren Brüsten mit Beinen auf einer Skala.
    Männer, die PU betreiben, sind mir willkommen. Die,die nur stumpf Routinen aufsagen, erkennt man eh sofort.

    1. „Ich bin Frau. Ich gewähre Sex. Ich habe Macht. Bekommt der Kerl durch PU Sex, dann ist meine Position bedroht. Also ist PU böse und manipulativ und degradiert Frauen zu austauschbaren Brüsten mit Beinen auf einer Skala.“

      Ja, dieser Gedanke schwingt unglaublich oft zumindest unterbewußt in den Kritiken mit. Vielleicht auch eine gewisse „Täuschungsabwehr“.

      1. @Robin

        Lies dir zB mal Onyx frischen Text durch. Sie kann anscheinend nicht verstehen, das es Männer interessiert, Sex mit vielen Frauen zu haben.
        Deswegen muss sie anscheinend darüber hinaus einen Sinn schaffen, indem dadurch der Wert in der Gemeinschaft steigt.
        Das Leute einfach gerne ficken kommt in den Betrachtungen selten vor. Und Männer müssten eben auch nicht großartig Pickup lernen bzw. dies würde von Frauen nicht als Angriff gesehen werden, wenn Frauen ebenso gerne einfach Sex hätten.
        Wenn Frauen so wären wie Männer bräuchten Männer kein Pickup. Sondern Diskos Darkrooms.
        Hat sich aber in der Heteroszene nicht durchgesetzt.
        In der Schwulenszene hingegen schon. „wie ich einen schwulen Mann ins bett bekomme“ hat ähnlich viele Seminare wie „wie ich als Frau einen Mann ins bett bekomme“.

      2. Ich lese das nirgendwo bei Onyx und auch nicht bei Khaos.Kind. Dafür zitiert sie die Erkenntnis aus den Büchern, über die sie schreibt, dass Frauen genauso viel Sex wollen wie Männer. Da haben deine PU-Kollegen sich wohl vorher nicht mit dir abgesprochen, was?

      3. @Robin

        Nein, warum auch? Einige würden meine Ansicht dort sogar als „limiting Belief“ abtun. Alle würden aber wahrscheinlich ergänzen „..wenn man es richtig macht und sie entsprechend anspricht“.

        Dann ist PUA quasi die Methode den verschütteten sexuellen Trieb offen zu legen oder den Frauen zu erlauben, ihn zu zeigen.

        Ich würde dagegen etwas über Reizstärke und Reaktion anführen.

        Das du es dort nicht liest überrascht mich jetzt wenig.

        Aber liest du da etwas darüber, dass Sex eine Motivation ist, um PUA zu betreiben?

        Das wäre für viele Männer die naheliegenste Antwort. Dennoch kommt sie in pickupkritischen Artikel von Frauen oder Feministen kaum vor.

        Dabei ist es ein recht offensichtlicher Grund.

      4. Vielleicht so offensichtlich, dass diverse Autorinnen es nicht für nötig befinden darauf hinzuweisen. „PU ist eine Methode, um Frauen aufzureißen. Es ist nämlich so, dass Männer gerne Sex haben.“ Hallo?

        „Dann ist PUA quasi die Methode den verschütteten sexuellen Trieb offen zu legen oder den Frauen zu erlauben, ihn zu zeigen.“

        Das ist das allererste Mal, dass ich dich von „verschütteten sexuellen Trieb“ labern höre. Du hast bisher IMMER mit einem wesentlich niedrigeren Trieb argumentiert. Evolutionsbiologisch erklärt mit „Eier sind kostbar“ blablaba, also auch nix von wegen „früher war das anders“. Und jetzt soll der Trieb lediglich „verschüttet“ sein? (übrigens eine sehr alltagsfeministische Ansicht)

      5. „Vielleicht so offensichtlich, dass diverse Autorinnen es nicht für nötig befinden darauf hinzuweisen. “PU ist eine Methode, um Frauen aufzureißen. Es ist nämlich so, dass Männer gerne Sex haben.” Hallo?“

        Eben. Statt dessen kommt „sie müssen Frauen aufreißen, weil sie darüber ihren Wert definieren“. Was etwas vollkommen anderes ist als „sie wollen Frauen aufreißen, weil sie gerne Sex haben“.

        „Das ist das allererste Mal, dass ich dich von “verschütteten sexuellen Trieb” labern höre. Du hast bisher IMMER mit einem wesentlich niedrigeren Trieb argumentiert.“

        Das ist ja auch meine Ansicht. Ich stelle eine im Pickup verbreitete Theorie dar. Die sich dadurch natürlich auch angleicht. Denn letztendlich ist ein „verschütteter Trieb, der mit einem stärkeren Signal freigelegt wird“ so ziemlich das gleiche wie ein geringerer Sexualtrieb.

        “ Evolutionsbiologisch erklärt mit “Eier sind kostbar” blablaba, also auch nix von wegen “früher war das anders”.“

        Nein, warum sollte es auch? Die Menschen sind da recht gleich geblieben.

        “ Und jetzt soll der Trieb lediglich “verschüttet” sein? (übrigens eine sehr alltagsfeministische Ansicht)““

        Klar, viele Pickuper sind ja auch praktiker. Und das Modell, dass Frauen eigentlich genau so geil sind wie Männer ist gut für das „inner game“.
        Wobei es da eben auch verschiedene Schulen gibt. Pickup ist ja nicht per se auf biologie aus. Vielen sind die Gründe dafür, dass es klappt, vollkommen egal. Sie wollen nur wissen, wie es klappt und vertreten auch teilweise rein soziale Begründungen.
        Allerdings ist es eben auch interessant, dass Frauen, wenn man lernt Attraktion passend zu bedienen, tatsächlich wesentlich mehr Sex wollen, einen sexueller sehen.

  4. „Ich muss vorausschicken, dass ich Khaos.Kind in der Vergangenheit als gemäßigte und durchaus (in gewissen Grenzen) diskussionsbereite Feministin erlebt habe.“

    Khaos.Kind ist Anhängerin der sexualfeindlichen, offen heterophoben und latent homophoben Critical Hetness-Ideologie:

    https://geschlechterchaos.wordpress.com/2012/11/03/feministischer-beziehungsalltag/

    Meine Kritik an Critical Hetness siehe hier:

    http://robinsurbanlifestories.wordpress.com/2013/04/11/knutschverbot-eine-absolut-logische-durchfuhrbare-und-uberhaupt-nicht-beschissene-idee-hust/#comment-746

    Khaos.Kind ist außerdem offensichtlich Anhängerin der neo-rassistischen Critical Whiteness-Ideologie:

    https://geschlechterchaos.wordpress.com/2012/10/21/ich-bin-eine-rassistin/

    https://geschlechterchaos.wordpress.com/2013/01/18/die-letzte-emma-warum-es-jetzt-echt-reicht/

    Der anti-weisse Rassismus in dieser pseudo-linken PC-Ideologie ist genauso abzulehnen wie jeder andere Rassismus und dient wie jeder Rassismus u.a. der Spaltung von Widerstandspotentialen gegen den neoliberalen Kapitalismus.

    Der US-amerikanische sozialistische Kritiker der Political Correctness Walter Benn Michaels hat darauf hingewiesen, wie der PC-Blödsinn dazu beiträgt die Armut der weißen Unterschicht in den USA unsichtbar zu machen:

    You know it is kind of striking that universities think of themselves and are thought of by their opponents—gratifyingly for the universities themselves—as the most liberal institutions in America today. You have a vision of social justice in which it consists of nothing but basically non-discrimination and no university faculty is outraged by that. But I don’t think it’s because professors are psychologically indifferent to the working class, I think it’s because they’re indifferent to the phenomenon of exploitation. Professors don’t really worry about any form of inequality that isn’t produced by discrimination. We worry a lot about whether women are treated fairly in math classes but we don’t worry at all about that the salaries of the women who clean our offices. More often than not I would guess we feel like those salaries are what those women are worth.
    Victimization that does not take place through discrimination is invisible and that’s why it’s worth remembering that the vast majority of poor people in the country are White. After all, the country is about 70 percent white and if you look at the bottom quintile of income it’s about 61 percent white, so it’s an absolute majority. Sure, some will acknowledge “Appalachia” at least, but it’s 61 percent and there aren’t that many people in Appalachia. They are in Chicago, they are in Washington, you don’t have to go that far to see poor people and the minute I say something like that the Richard Kims of the world say “See all he’s worried about is the injustice being done to poor white people,” but it’s obvious that that’s not the point. It’s obvious that the utility, as it were, of poor white people in this discussion is that they are poor not because they are the victims of prejudice; they are poor because of other structures of exploitation.
    The fact that most of our poverty is not produced by prejudice should suggest to us that if we are actually concerned about poverty, no matter how much anti-discrimination work we do we are not going to take care of the poverty problem, certainly not in our little test group, the 61 percent of the country who are poor and White. So there are two ways to deal with that; one you say “Okay maybe it’s true that we should focus a little less on discrimination and a little more on other forms of dealing with this inequality,” or, two, the state of the art thing which is to say, “No actually it’s false. White people have been the victim of discrimination, because the lower class is itself a victim of discrimination.”
    I wrote a piece on this last year based on the Gates episode for the London Review of Books, a review of a book that had just come out in the U.K. about extending anti-discrimination to deal with the white working class, as if the problem with the white working class was that it was insufficiently respected and that if you could only get a few more White working class guys up at the top … basically just treating the white working class as if it were an identity. That’s cutting edge neoliberalism.

    https://www.jacobinmag.com/2011/01/let-them-eat-diversity/

    http://www.lrb.co.uk/v31/n16/walter-benn-michaels/what-matters

    Khaos.Kind ist daher ziemlich eindeutig keine gemäßigte Feministin.

    1. „Khaos.Kind ist Anhängerin der sexualfeindlichen, offen heterophoben und latent homophoben Critical Hetness-Ideologie:“

      Khaos.Kind ist tatsächlich einmal eine etwas theoretischere Feministin aus dem sonstigen Circel der MeinFeminismus-Feministinnen, was ihrem Studium geschuldet ist.

      Sie ist denke ich relativ gemäßigt gestartet, aber eben nun ganz in den Gender Studies Theorien aufgegangen.

      Früher gab es einige sehr schöne Diskussionen mit ihr.

      1. @Leszek

        Meinst du dies:

        „rechtliche Mittel um Straftaten, die zu einem Großteil im sozialen Umfeld geschehen, adäquat zu verfolgen und zu strafen/sühnen (Tatverfolgung betrifft nicht nur Täter*in/Opfer, sondern eben das gesamte soziale Umfeld und da greifen die Strafmittel Haft/Geld/Therapie nicht ausreichend)“

        Da frage ich mich auch, was sie da eigentlich will. Ein Antragsrecht für Leute im sozialen Umfeld? besteht ja meist schon, jeder kann Anzeige erheben, Ausnahme Antragsdelikte. oder sollen auch die „Bystander“ gestraft werden und die als umgebende betroffene entschädigt werden?
        Bleibt etwas vage

      2. @Leszek

        Meinst du dies:

        „rechtliche Mittel um Straftaten, die zu einem Großteil im sozialen Umfeld geschehen, adäquat zu verfolgen und zu strafen/sühnen (Tatverfolgung betrifft nicht nur Täter*in/Opfer, sondern eben das gesamte soziale Umfeld und da greifen die Strafmittel Haft/Geld/Therapie nicht ausreichend)“

        Da frage ich mich auch, was sie da eigentlich will. Ein Antragsrecht für Leute im sozialen Umfeld? besteht ja meist schon, jeder kann Anzeige erheben, Ausnahme Antragsdelikte. oder sollen auch die „Bystander“ gestraft werden und die als umgebende betroffene entschädigt werden?
        Bleibt etwas vage

    2. „Sie ist denke ich relativ gemäßigt gestartet, aber eben nun ganz in den Gender Studies Theorien aufgegangen.“

      Urrgghh, wer darin aufgeht scheint immer in der gleichen Denkweise hängen zu bleiben – weiße heterosexuelle Männer sind irgendwie böse. Critical hetness, critical maleness und wahrscheinlich auch noch critical whiteness. Alleine anhand angeborener Eigenschaften, die ich nicht ändern kann, werden mir dann Privilegien zugeordnet die ich haben könnte aber nicht zwingend auch habe. Schämen soll ich mich aber trotzdem. Da sag ich nur: Go Fuck yourself.

      Über PU werden Feministinnen wohl niemals Glücklich sein. Vielleicht fehlt da auch einfach die Sicht de Beziehungsanbahnung aus der Perspektive der Männer. Es ist ja nicht so das jeder PUA nur auf der Suche nach möglichst viel Sex mit möglichst vielen verschiedenen Frauen aus ist, aber das scheinen die einzigen zu sein, die die Feministinnen interessieren.

      1. @matze

        „Es ist ja nicht so das jeder PUA nur auf der Suche nach möglichst viel Sex mit möglichst vielen verschiedenen Frauen aus ist, aber das scheinen die einzigen zu sein, die die Feministinnen interessieren.“

        Das ist eben die Schiene, die sich am leichtesten dämonisieren lässt.

      2. @robin

        Aber Nein, meine biologische Argumentation kennt sowohl die Langzeitstrategie als auch die Kurzzeitstrategie für beide Geschlechter.

        Und sie versteht auch, warum beide jeweils unterschiedlich ausgeprägt sind und mit verschiedener Intensität und Ausrichtung verfolgt werden.

        Meine biologische Argumentation benutzt dies auch nicht zur Dämonisierung.

        Im modernen Genderfeminismus ist eine solche Dämonisierung hingegen häufig anzutreffen, weil die dortigen Theorien insbesondere an einer Einteilung von Gruppen, von denen die eine die andere unterdrückt, interessiert ist. In einem solchen Weltmodell ist eine Dämonisierung dann eben einfach.

        Der WHM ist schlecht. Die Frau ist gut, höchstens schlecht in ihrem weißsein und ihrer Heterosexualität, die aber der von dem WHM errichteten Welt geschuldet ist.

      3. Weißt du, du kannst nicht einerseits immer über den „MeinFeminismus“-Feminismus höhnen und mir dann andererseits feministische Theorien vor den Latz knallen, die ich überhaupt nicht vertrete. Damit wirkst du genauso hilflos wie jeder andere Antifeminist, der jeden Kommentar egal zu welchen Thema einleitet mit „a-a-aber der Feminismus!“

      4. „Weißt du, du kannst nicht einerseits immer über den “MeinFeminismus”-Feminismus höhnen und mir dann andererseits feministische Theorien vor den Latz knallen, die ich überhaupt nicht vertrete.“

        Klar kann ich sowohl deinen untheoretischen Feminismus kritisieren und gleichzeitig in einem Artikel über eine andere Feministin den Feminismus an sich bzw. spezielle Ausprägungen davon. Das hat dann nichts mit deiner Auffassung zu tun. Aber das muss es ja auch nicht, weil ja hier das Thema auch nicht du, sondern feministische Kritik an PU ist.
        Oder ging es hier um deine Kritik an Pickup? Wobei die war in der Hinsicht auch interessant. Du hast beispielsweise eingeleitet mit:
        https://allesevolution.wordpress.com/2014/07/14/frauen-sind-neanderthalerinnen-die-nur-darauf-warten-vor-dem-typen-der-am-lautesten-mit-seiner-keule-rasselt-verzuckt-auf-die-knie-zu-sinken/

        „Jemand schon mal was von “PickUp” gehört? (…) Dabei geht es um das für gewisse Kerle einzig interessante Thema: Ficken!“

        Und auch da hatte ich schon kritisiert, dass du das stark abwertend formulierst:

        Nein, es geht um so viel mehr: Es geht um sexuelle Anziehung und Vertrauen, es geht um das, was Frauen attraktiv finden und was sie auch für eine Beziehung anzieht. Es geht darum, die Fehler zu verstehen, die man bisher gemach hat und sich weiterzuentwickeln und es geht auch darum ein erfülltes Sexleben zu haben. Das ist auch nichts schlimmes: Sex ist eine tolle Sache

        „Damit wirkst du genauso hilflos wie jeder andere Antifeminist, der jeden Kommentar egal zu welchen Thema einleitet mit “a-a-aber der Feminismus!”“

        Klar das dir das nicht gefällt. Der „Mein-Feminismus“ -Feminismus ist ja gerade eine Immunisierung gegen Kritik
        https://allesevolution.wordpress.com/2014/04/12/der-mein-feminismus-feminismus/

        Er macht sich dadurch unangreifbar, dass er nur Einzelfragen bespricht und damit auch vermeidet, zum großen ganzen etwas zu sagen. So vermeidet man eine Positionierung.

        Insofern finde ich deinen Ansatz eher hilflos. Denn er verbietet dir wirklich in das Thema einzusteigen. Es bleibt alles irgendwie an der Oberfläche.

  5. „Wenn eine Frau Pick up erfunden hätte, um Frauen zu ihrem Wunschpartner zu verhelfen, würde man sie vermutlich als feministische Gallionsfigur feiern, die Frauen zu einer selbstbestimmten Sexualität verhilft.“

    Davon ist selbstverständlich auszugehen.

    1. Das kommt wohl sehr auf den Inhalt an.

      Wenn der Ratschlag wäre „mach Sport und sehe gut aus“ dann würde zumindest der poststrukturalistische sektionalistische Feminismus das als „anbiederung an männliche Schönheitsideale“ und „internalisierten Sexismus“ deuten vermute ich mal.

      1. das als “anbiederung an männliche Schönheitsideale” und “internalisierten Sexismus” deuten

        Dieser Diskurs kann eben alles willkürlich so deuten, wie es ihm gerade passt.

      2. Wenn der Ratschlag wäre “mach Sport und sehe gut aus” dann würde zumindest der poststrukturalistische sektionalistische Feminismus das als “anbiederung an männliche Schönheitsideale” und “internalisierten Sexismus” deuten vermute ich mal.

        Das bögen sie sich dann schon irgendwie zurecht, denke ich mal. Oder es gäbe interne Grabenkämpfe. Die bessere Variante denn da kann es nur Gewinner geben. ^^

    2. Davon ist selbstverständlich auszugehen.

      Das ist tief angelegt in dem tautologischem radikalfeministischem Konzept der „Objektifizierung“, auf das sich natürlich auch Kaos.Kind hier beruft.

      Der Widerspruch wird schon in ihrem eigenen Artikel deutlich.

      Sie gibt das Stichwort „Ratgeberbücher“. Wie sollten denn Ratgeberbücher funktionieren, ohne die Zielgruppe der Leserschaft zu kategorisieren und zu verallgemeinern, und sich an Zielen abzuarbeiten, die sich nicht auf konkrete Individuen beziehen?

      Da wäre der Code, der das Erlebte in Schema presst. Jedes Verhalten, jede Technik und jede Person hat eine bestimmte Bezeichnung. Die bekanntesten sind wohl „Wingman“ [..] Jede Situation und Begegnung ist ein „set“ und das Ziel kann sein, einen „Number-close“ zu bekommen – also die Telefonnummer oder Mailadresse. Solche Ziele zeigen, dass es nicht um die Person gehen kann, die angesprochen wird.

      – _Jedes_ Ratgeberbuch „presst“ unausweichlich das Erlebte in einen Code
      – _Jedes_ Ratgeberbuch definiert unausweichlich Begrifflichkeiten für Verhaltenskategorien, Methoden und Personengruppen
      – _Jedes_ Ratgeberbuch adressiert unausweichlich die Zielvorstellungen seiner Leserschaft
      – Ein Ratgeberbuch, welches sich beispielsweise „Wie verführe ich Brad Pitt“ nennt dürfte sich äußerst schlecht verkaufen. In Ratgeberbüchern geht es _nie_ „um die Person“, wie sollte ein Ratgeberbuch das leisten können?

      Weiter im Text:

      Schnell wird alles zu einem Wettbewerb. Wer hat mehr Nummern, mehr Küsse, mehr Sex. Die Frauen und wie weit ein Typ mit ihnen kommt, bilden seinen Status innerhalb der PU Gemeinschaft. Was zählt, ist die Anerkennung anderer Männer. Frauen sind nur der Weg dahin.

      Hier zieht Kaos.Kind einen eigentlich völlig unzusammenhängenden Schluß: Warum sollte „Schnell alles zum Wettbewerb“ werden? Man kann natürlich beliebig über die Motive der Rezipienten von Ratgeberliteratur spekulieren und natürlich werden Menschen durch Dritte aufgrund der „Qualität“ ihrer Sexual- oder Beziehungspartner bewertet. Das ist bei Männern so und das ist bei Frauen so. Das ist auch bei Homos so. Allerdings hat das eigentlich nichts mit dem vorgenanntem „in ein Schema pressen“ zu tun. Man kann ja „Liebesdinge“ komplett unabhängig von einer Motivation in ein Schema pressen, einen „Wettbewerb“ zu veranstalten oder seinen Status aufzubessern.

      Kaos.Kind kann diesen „Schluß“ deshalb ziehen, weil sie von vornherein von der Prämisse ausgeht dass Frauen durch PU „objektifizert“ werden (hier: „als bloße Statussymbole degradiert“). Sie interpretiert dann das Beobachtete unter dieser Prämisse und nimmt das dann als „Beleg“ für die Prämisse.

      Diese Tautologie kann man fast durchgängig feststellen, wenn „Objektifizierung“ „Kritisiert“ wird: Repräsentationen von „Frauen“ werden erst unter der Prämisse „Analysiert“, dass Frauen doch keine Agency zugestanden werde, um als „Ergebnis“ die Repräsentationen als Ausdruck eines Absprechens von „Agency“ „festzustellen“.

      Die halbnackte Frau in der Werbung erhält die Bedeutung „Frauen sind nach Gusto verfügbare Sexualobjekte“ regelmäßig ausschließlich unter der Prämisse, dass eine halbnackte Frau als „nach Gusto verfügbares Sexualobjekt“ erachtet wird. So kann man natürlich jede beliebige Repräsentation von Weiblichkeit als solche – also: alles was über ein einzelnes weibliches Individuum hinausgeht – als „Objektifizierung“ diskreditieren. Dann kann es nur noch darum gehen, ob der Repräsentierende über den Verdacht erhaben ist, „Frauen“ zu unterdrücken“. Das sind natürlich ausschließlich feministische Frauen (nicht-Feministinnen haben regelmäßig ihre „Objektifizierung internalisiert“)

      Es geht also darum, ein feministisches Deutungsmonopol über Weiblichkeit zu etablieren. Nur Feministinnen dürfen artikulieren oder auch nur darüber nachdenken, wie sie Weiblichkeit sehen. Alles andere ist „Objektifizierung“.

      Da hat man sich also ein schönes Ideologiehäuschen gebastelt. Natürlich ist PU ein Dorn im Auge, weil PU sich eben eine „unautorisierte“ Sicht auf Weiblichkeit erlaubt. Diese Sicht kann man nmE teils durchaus als fragwürdig betrachten, allerdings muss man die Fragwürdigkeit auch begründen. Und „Objektifizierung“ ist eben genau keine Begründung, sondern die tautologische Immunisierung einer sehr dreisten Anmaßung der Deutungsallmacht.

      Es wäre jedenfalls nur allzu konsequent, wenn gemäß feministischem Deutungsanspruch eine „weibliche“ Analogie zu PU als „Frauen zu einer selbstbestimmten Sexualität verhelfen“ zu deuten wäre. Autoritäre antimodene Ideologien versuchen regelmäßig, verbindliche Maßstäbe durch Willkürlichkeit zu ersetzen.

  6. „Ich habe mal irgendwo gelesen, dass Feministinnen auf Pick up wie auf ein rotes Tuch reagieren, weil Pick up gerade nicht davon ausgeht, dass jede Frau ein absolut einzigartiger faszinierender Schmetterling sei, sondern sich zumindest in wesentlichen Punkten sehr gut in ein Raster einsortieren lässt. “

    Ja. Wie ich hier kürzlich erst festgestellt habe. PU droht mit Kontrollverlust der hegemonialen Weiblichkeit, das können Feministinnen so gar nicht leiden. Außerdem sind sie halt nicht mehr im Zentrum der Aufmerksamkeit, stattdessen ist es es Selbstverwirklichung, die –spöttisch beschrieben– mit Selbstverständlichkeiten wie regelmäßiges Waschen anfängt. Keine Zaubertricks vor denen man Angst haben muß.

    Und deshalb sind Frauen wie rotesünde, die ihre Sexualität stolz und frei leben, Freunde von PU. Weil der Anteil an selbstbewußten und frischgewaschenen Männern dadurch erhöht werden. Ewig jammernde, neurotische Feministinnen (dontdegradebebs wurde gerade wieder rumgereicht) werden sich immer wieder und immer weiter an PU reiben ohne auch nur ansatzweise zu verstehen worum es tatsächlich geht. Zwecklos. Gruß an Onyx und ihre Freundinnen an dieser Stelle.

  7. >>“Wie weiter oben bereits ausgeführt, werden die einzelnen Personen zu Objekten, werden austauschbar.“

    Ach was. Deshalb kenne ich Frauen, die nicht mal die Namen ihrer Stecher kennen, hauptsache Penis dran. Deshalb kenne ich Frauen, die ihrem Sexpartner gesagt haben „Sag lieber nichts“, weil wohl Männer für Frauen leichter zu Subjekten werden, wenn sie die Klappe halten. Deshalb kenne ich Frauen, die langjährigen männlichen Freunden (z.B. aus der Grundschule) immer wieder für kleine Annehmlichkeiten (Umzug, Hausaufgaben etc.) eindeutige Statments körperlicher Zuwendung spendierten.

    Diese Kritik das Männer Frauen zu Objekten machen ist so lächerlich, und macht mich zunehmend wütender. Frauen stehen in der Objektifizierung von Männern denselben in nichts nach. Sie haben nur ein Vorteil, sie dürfen, sie können und sie sollen. Ja! Frauen dürfen die oberflächlichsten Schweine sein, es wird noch als Zeichen ihrer selbstbewussten Sexualität gesehen.

    Ich hatte mal einen Fall aus dem Bekannt(innen)kreis, da hat sich ein Mann ein wenig geziert. Mensch, war die Bekannte aufgebracht, immer wieder Thema wie könne er nur. Richtig angestachelt: „Denn kriege ich noch“. Um uns dann zwei Wochen später zu bereichten „Mission erfüllt“. Aber wehe wehe ein Mann würde so kommunizieren (NO MEANS NO YOU SEXIST DICK).

    Ich habe kein Problem mit weiblicher Objektifizierung. Ich bekomme nur ein Riesenproblem wenn FemiSchranzen so tun, als wüssten sie über Männer Bescheid und das nur diese böse böse böse Objektdegradierung machen. Ekelhafter Doppelstandard!

    1. Mit radikalen Feministinnen über männliche Sexualität zu sprechen ist wie ein wissenschaftlicher Diskurs mit Kreationisten über Evolution: Zeitverschwendung und eine ungebührliche Adelung ihrer Gedanken.

      1. Korrekt, ein Diskurs ist da in erster Linie schädlich und nicht förderlich.

        Radikale Feministinnen werden jeden von Männer geschaffenen Ratgeber zu jedem Thema als patriarchalische Unterdrückungsstrategie werten, unabhängig vom Inhalt. Da sind selbst die Kreationisten noch heilig dagegen, die versuchen wenigstens auch manchmal Hasenskelette im Trias zu finden. Der radikale Feminismus erlaubt es sich schon lange jedes beliebige System ohne die Angabe von Gründen als Unterdrückung zu identifizieren.

  8. Ich kann an der ganzen Objektifizierungssache nichts schlechtes mehr finden denn ein Nachteil entsteht den objektifizierten Frauen dadurch keineswegs. Den anderen schon eher, daher kommt der Vorwurf „Schlampe“ ja auch fast ausschließlich von anderen Frauen.

    Und selbstverständlich sehe ich Frauen als Sexobjekte (nur halt nicht die ganze Zeit und ganz sicher nicht alle Frauen).

    Ich habe in den letzten Jahren irgendwie mein „Male guilt“ verbraucht. Weg, leer, total aufgebraucht. Ich schäme mich nicht mehr dafür. Ich bin gerne mal ganz Tier.

    Feministinnen können das mögen oder hassen — das spielt keine Rolle. Smiley.

    1. Ich habe in den letzten Jahren irgendwie mein „Male guilt“ verbraucht. Weg, leer, total aufgebraucht.

      Das ist die unausweichliche Folge, wenn man „guilt“ willkürlich und beliebig verteilt: Man verliert jegliche Glaubwürdigkeit und damit jegliche Autorität. Bald hat man dann gar nichts mehr in der Hand, um tatsächlich Frauenfeindliches zu kritisieren.

      Ich behaupte, dass es das Phänomen Julien Blanc vor allem deshalb gibt, weil das substanzbefreite feministische Objektifizierungsgekreische (welches in den USA _sehr_ präsent ist) jegliche Kritik gründlich ihrer Glaubwürdigkeit beraubt hat. Anstatt aber innezuhalten und mal nachzudenken, wird Julien Blanc lieber als Vorwand genommen noch mehr substanzlose Moralpanik zu verbreiten. Was wiederum der Tatsache geschuldet ist, dass man zwingend auf Moralpanik angewiesen ist: Wenn man keine Glaubwürdigkeit gewinnen kann, dann kann man nur noch versuchen mit solchen Mitteln eine Dynamik der rigiden sozialen Kontrolle zu entfachen. Kritiker werden einfach zum Schweigen gebracht, indem man sie dämonsiert.

      Was wiederum die Chance auf einen Wertewandel in der Gesellschaft praktisch eliminiert. Ein Wertewandel kommt ausschließlich durch Überzeugung zustande.

      Es scheint mir recht offenkundig zu sein, dass ein Wertewandel gar nicht beabsichtigt ist. Vielmehr geht es darum, Weiblichkeit hochdramatisch zu markieren. Wenn man Kaos.Kind, Onyx, Maren, Muschimieze, Sarkeesian, Wizorek und wie die Objektifizierungsdramaqueens alle heißen als Feministinnen bezeichnet, dann hat Feminismus nichts mit einer Bewegung zur Liberalisierung der Geschlechterrollen zu tun. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich der reflektiertere, selbstbewußtere und reifere Teil der weiblichen Bevölkerung diesen Vertretungsanspruch massennhaft verbittet.

      _Dieser_ Feminismus schadet allen.

      1. Edit: Vielmehr geht es darum, seine Hipsterweiblichkeit hochdramatisch zu markieren.

        Es geht nicht um irgendeine Weiblichkeit, sondern darum die Zugehörigkeit zur „Progressiven“ Weiblichkeit zu markieren. Das ist wohl auch das Motiv ihrer „Allies“.

      2. _Dieser_ Feminismus schadet allen.

        Im Grunde kann ich diesem Feminismus dankbar sein denn ich bin tatsächlich mal in mich gegangen und habe — nachdem der male guilt aufgebraucht war — für mich entschieden, mich eben nicht mehr für meine Gelüste zu schämen. Mindestens diese Komponente ist jetzt geklärt und ich kann da seitdem durchatmen.

        Ich ficke gerne Frauen. Und das ist auch gut so, liebe Genossinnen und Genossen.

        (Auch mal Männer, aber das ist lange her ^^)

      3. Es scheint mir recht offenkundig zu sein, dass ein Wertewandel gar nicht beabsichtigt ist.

        Das sieht man ja auch an der Genderisierung der Sprache. Es ist völlig klar, dass sich diese ganzen unsprechbaren Markierungen niemals durchsetzen können, zumal die Moden da wohl jährlich wechseln. Reine Trollerei.

        Vielmehr geht es darum, seine Hipsterweiblichkeit hochdramatisch zu markieren.

        Das Zurschaustellen eigener Persönlichkeitszüge scheint mir bei vielen politischen und weltanschaulichen Bewegungen eine Rolle zu spielen, Geoffrey Miller hat dazu ein Kapitel in seinem Buch „Spent“.

      4. Es ist völlig klar, dass sich diese ganzen unsprechbaren Markierungen niemals durchsetzen können, zumal die Moden da wohl jährlich wechseln. Reine Trollerei.

        Als Trollerei würde ich es nicht unbedingt bezeichnen. Das ist auch nur Teil dieses Soziolektes, es gehört ja auch eine ganze Palette an „Genderbegriffen“ dazu.

        Um es mit Muschmiezes eigenen Worten zu sagen:

        Hier werden Grenzen gezogen, die Gruppe kapselt sich vom Rest der Welt und auch insbesondere von dem Verständnis- und Urteilsvermögen jener Personen ab, die gegen ihren Willen in die ganze Angelegenheit involviert werden. Hier findet also einerseits eine Isolierung und auch gewissermaßen eine Aufwertung derjenigen statt, die der Sprache mächtig sind, andererseits werden durch die gewählten Termini bestimmte Strukturen und Asymmetrien manifestiert.

        Durch unsere Sprachhandlungen werden Normen und Machtverhältnisse re_produziert. Sprache ist nie nur ein bloßes Kommunikationsmittel, das auf neutrale Art Informationen vermittelt.

      5. ..der Unterschied zu PU ist halt, dass bei PU letztendlich alles auf die 1:1 – Relation „PUA“ vs. „Target“ hinausläuft. Der „PUA“ muss letzlich alleine mit dem „Target“ klarkommen (mal abgesehen von der Nebenrolle des Wingman)

        Ganz anders verhält es sich beim „Gendergedöns“: Hier steht letztlich der ganze organisierte (institutionalisierte) Feminismus einschließlich der durch ihn instrumentalisierbaren Staatsgewalt gegen den einzelnen Mann. _Das_ sind mal tatsächliche Machtverhältnisse, die durch „feministisches Sprachhandeln“ „re_produziert werden“

        Wenn ich mich laut mit meiner Freundin streite, und die Nachbarn aufgrund einer „Awarenesskampagne“ zu der Ansicht gelangt sind, dass man da doch vorsichtshalber die Polizei rufen müsse – Dann wirkt plötzlich ein ganzes hochorganisiertes System von lupenreinen radikalfeministischen „Codes“:

        http://www.big-berlin.info/

        Das fängt schon damit an, dass die Polizeibeamten entsprechend „geschult“ werden. Das radikalfeministische Duluth-Modell ist auch bei uns die durchgängige staatliche Leitlinie, angefangen von der Kampagne über die „Schulung“ der Polizei und der Justiz, bis hin zu evtl. „anti-gewalt-trainings“. Und natürlich geht es in erster Linie gegen den „Unterschicht-Mann“, dieser hat praktisch keinerlei Ressourcen, sich zur Wehr zu setzen.

        Das Duluth-Modell kennt natürlich ausschließlich männliche Täter und kann erklärtermaßen häusliche Gewalt ausschließlich als Phänomen des Patriarchates zur Unterdrückung AllerFrauen deuten. (Im Sinne von Brownmillers „a conscious process of intimidation by which all men keep all women in a state of fear.“) Ironischerweise nimmt Muschimieze eine Persiflage auf das Duluth’sche „Power and Control Wheel“ als Exempel für Frauenhass.

        Feministinnen sollten vielleicht nicht immer von ihrer eigenen Herrschaftsideologie auf andere schließen. Natürlich gibt es in PU viel Misogynie, allerdings ist das genausowenig systemimmanent wie Herrschaftsideologie und Misandrie feminismusimmanent sind. Im Feminismus hat sich nur die Hass- und Machtfraktion durchgesetzt, was bei PU noch nicht so klar ist. Und, wie gesagt, PU fehlt im Gegensatz zum Feminismus jegliche Machtressource.

      6. Der “PUA” muss letztlich alleine mit dem “Target” klarkommen

        Gegennarrativ: Während das arme Opfer bedrängt und erniedrigt wird, stehen Sympathisanten das Täters applaudierend und höhnisch lachend drumherum.

    2. Gegennarrativ: Während das arme Opfer bedrängt und erniedrigt wird, stehen Sympathisanten das Täters applaudierend und höhnisch lachend drumherum.

      Das wäre ein extrem-negging, welches gemäß PU-Doktrin nur bei HB10^3s angezeigt wäre 😀

  9. Muschimieze ist ja auch lustig:

    http://muschimieze.com/2014/12/01/the-game/

    Mal abgesehen davon, dass sie durchgängig den üblichen massiven Bias zeigt (z.B.: „Bei dem die eingeweihten Akteuere immer männlich*-heterosexuell sind und die unwissende, zu bespielende Fläche immer weiblich*“ – irgendwie hat sie da etwas sehr gründlich mißverstanden) verfällt sie in einen praktisch sortenreinen anti-porn Dworkinismus, bei dem lediglich das PU-Lingo „porn“ substituiert:

    Durch unsere Sprachhandlungen werden Normen und Machtverhältnisse re_produziert. Sprache ist nie nur ein bloßes Kommunikationsmittel, das auf neutrale Art Informationen vermittelt. (siehe dazu “Was tun? Sprachhandeln.”)

    Ich habe hier zwei Besipiele aus dem PUA-Sprachschatz herausgesucht und sie mal genauer beleuchtet.
    HB1-10 oder HotBabe1-10

    PUAs nennen eine gut aussehende Frau “HotBabe” und fügen im Anschluss noch eine Zahl ein, wie heiß dieses Babe denn sei (auf einer Skala von 1 bis 10). In Forenbeiträgen wird dann durchgängig beispielsweise von “HB6″ und “HB7″ gesprochen. Das könnte möglicherweise folgende Konsequenzen haben: Wenn ich Frauen ganz selbstverständlich als “HBx” bezeichne, dann…

    … nehme ich mir wie selbstverständlich heraus, Frauen offen zu bewerten und dies wird zur normalen Routine. Dabei kaschiert die Bezeichnung “HBx” die Subjektivität meiner Ansicht als objektiv mess- und vergleichbaren Wert. Es wird zur Selbstverständlichkeit, Frauen nach einem internem Punktesystem zu bewerten.
    … beziehe ich mich immer dann, wenn ich von einer Frau spreche, nicht auf die Person, sondern auf den objektifizierenden Wert, den ich dieser Person zugeschrieben habe. Eine neutrale Benennung ist so nicht mehr möglich, eine Benennung wird automatisch zur Bewertung.
    … kann ich nicht mehr von zwei Frauen sprechen, ohne diese vergleichend aufeinander zu beziehen. Zwei individuelle Personen, mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen, werden auf einen fiktiven Wert “eingedampft” und nur anhand dieser Eigenschaft miteinander auf- oder abwertend in Relation gesetzt.
    … normalisiere und rechtfertige ich diese Sprachhandlung bei jeder Wiederholung.
    … entscheide ich mich bei jeder Wiederholung gegen eine neutralere Bezeichnung (z.B. “Person A/Person B” oder die namentliche Benennung der Person) oder eine subjektiver gekennzeichnete Schilderung der Situation (z.B. “die Person, die ich anziehender fand”).

    Das waren wohl ziemlich exakt die Dworkin/MacKinnonschen „Argumente“ gegen Pornografie, nur eben mit Wörtern statt mit Bildern als „Signifikanten“.

    Natürlich ist das haarsträubender Unfug: Zwar mag ein solcher Jargon durchaus der Identitätsstiftung und Abgrenzung dienen, allerdings dürfte die soziale Realität der sich so Abgrenzenden nicht auf die entsprechenden Foren beschränken. So, wie jeder weiß, dass Pornografie nicht „die Welt“ abbildet dürfte jeder PUler wissen, dass sein PU-Lingo nicht „Weiblichkeit“ vollständig abbildet. Wer das nicht weiß, der dürfte dies auch ohne Pornografie oder PU-Lingo nicht wissen.

    Wenn sich zwei Bauings über Menschen als „guter Zimmermann“, „begabter Maurer“ oder „schlechter Rohrleger“ unterhalten geht man ja auch nicht davon aus, dass „eine Neutrale Benennung so nicht mehr möglich sei“ und dass „eine Benennung automatisch zur Bewertung werde“, weil sich doch „nicht auf die Person, sondern auf den objektifizierenden Wert“ bezogen werde.

    Die offensichtlich zugrundeliegende Annahme, dass „Männer“ sich durch bloße Kommunikation in diesem Lingo von der Anerkenntnis der fundamentalen Menschenwürde von Frauen abbringen ließen ist selbst hochgradig entmenschlichend. Da wäre der Begriff „zum bloßen Objekt degradieren“ tatsächlich mal angebracht. (Das wird auch nicht besser dadurch, dass man diese Annahme auch bezüglich Frauen pflegt)

    Kranke sch**ße.

    1. das traurige ist ja auch, dass keine der Kritikerinnen erkennt, dass die Bewertung nicht einfach der Abwertung oder der Bezeichnung der Person gilt, sondern relevant ist, um bestimmte Techniken zu besprechen, die auf soziale Gefüge abgestimmt werden.

      Schönheit ist eben Macht und der Partnerwert ist jeweils in das soziale Vorgehen einzubinden. Eine 4 muss man anders behandeln als eine 9.

      Die Benennung mit Zahlen ist also eine Kurzform zur Verdeutlichung dieser Dynamiken, die durchaus auch auf den Pickuper selbst angewendet werden kann, etwa:

      „weil ich selbst körperlich eine 6 und keine 9 bin musste ich HB9 stark neggen, damit ihr deutlich wurde, dass ich sie nicht auf ein Podest stelle“

      oder

      „du hast mit den Negs übertrieben, sie war lediglich ein 7, während du eine 9 bist, du hättest hier wesentlich freundlicher vorgehen müssen, du hast es übertrieben“

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