Das große Ratespiel: Was soll 2015 kaputtgemacht werden?

Das Sexismus-Vorwurf-Spiel

Spielanleitung: Dieses Spiel kann von allen gespielt werden. Frauen nennen sich dabei „Feministinnen“, Männer „Allies“. Bonuspunkte für diejenigen, die darauf hinweisen, dass sie sich weder als Mann noch als Frau empfinden und bereits diese Zweiteilung böse ist.

Zu Beginn des Spiels sucht man sich eine Gruppe, in der überwiegend Männer sind – zumindest der Außenwahrnehmung nach. Im Zweifelsfall guckt man auf die einflussreichsten Personen dieser Gruppe oder diejenigen, die offiziellle Posten haben.

Wichtig: Es muss eine Gruppe sein, bei der Geld im Spiel ist oder bei der wichtige Leute mediale Aufmerksamkeit bekommen, die sie als Sprungbrett für ihre Karriere / ihr Selbstmarketing nutzen können. Es hat also keinen Sinn, auf Obdachlose oder Gefängnisinsassen zu schauen.

Im nächsten Schritt weist man auf die Ungleichverteilung der Geschlechter innerhalb dieser Gruppe hin und erklärt dies mit Sexismus. Entscheidend ist, dass man sich nicht auf einzelne Vorfälle, Personen oder die Vergangenheit beschränkt, nein, grundsätzlich sind alleine aufgrund der wenigen Frauen alle Mitglieder automatisch sexistisch. Diejenigen, die sich tatsächlich sexistisch verhalten, sind denn auch leicht für Außenstehende zu erkennen; wer sich bisher nichts hat zuschulden kommen lassen und beteuert, kein Sexist zu sein, ist hingegen perfide, weil er sich weigert, seinen verinnerlichten Sexismus anzuerkennen.

Im günstigsten Fall ist die Gruppe groß genug, dass sich dort ein paar Idioten ohne Manieren befinden, die sich daraufhin dankenswerterweise komplett danebenbenehmen. Diese Entgleisungen stellt man nun als stellvertretend für alle Reaktionen dar, die man auf die eigene „Enthüllung“ bekommen habe. Jetzt ist man ein verfolgtes Opfer, dessen Wahrheiten eben zu unbequem sind, als dass sie von dieser schrecklichen sexistischen Community akzeptiert werden können.

Frauen sollten an dieser Stelle weinen, Männer in den aggressiven Abwehrmodus umschalten. Spätestens jetzt kann man die Solidaritätskarte spielen: Wer will diesen Leuten, die unverdient soviel Hass abbekommen haben, nicht helfen? Und wer würde angesichts einer solchen Eskalation nicht die Gegenseite vollkommen abscheulich finden? Nun kann man einfordern, dass jeder sich für die eigene Seite erklären muss. Es gibt keine Neutralität: Wer nicht für einen ist, ist gegen einen (vgl. George W. Bush, Sith). Ab jetzt kann man Taten einfordern, durch die die richtige geistige Haltung demonstriert wird, etwa Geldspenden, einen Vortrag bei einer Konferenz oder einen Anti-Sexismus-Beauftragten-Posten.

Eine menschliche Gemeinschaft, die so sehr mit inneren Feinden beschäftigt ist, wird darunter natürlich leiden. Deswegen ist es wichtig, gegebenenfalls von Bord zu gehen, bevor man mit dem Kahn untergeht. Für die nächste Runde im Spiel kann man seine bisherigen Handlungen als „Erfolg im Kampf gegen Sexismus“ aufführen.

Was kommt als nächstes?

Und hier setzt das große Ratespiel ein: Wir hatten zum Beispiel bereits politische Organisationen wie die Piratenpartei und Popkultur (Computerspiele, Comics, Metal). Auf welchem Spielfeld wird als nächstes eine Runde „Blame Game“ gespielt? Vorschläge werden angenommen!

Mir wären ja Hoverboards am liebsten, weil wir dann 2015 wie versprochen Hoverboards hätten. Wie wäre es mit einem Aufreger darüber, dass das Hoverboard des einen Mädchens rosa ist? Mir schwebt (ha, ha!) eine Schlagzeile vor wie „Mattel produziert sexistisches Spielzeug“.

Zurück in die Zukunft II: 2015

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Diesmal ein Lied, das man auch im Jahre 2015 noch hören wird.

Michael Jackson: Beat It