Das große Ratespiel: Was soll 2015 kaputtgemacht werden?

Das Sexismus-Vorwurf-Spiel

Spielanleitung: Dieses Spiel kann von allen gespielt werden. Frauen nennen sich dabei „Feministinnen“, Männer „Allies“. Bonuspunkte für diejenigen, die darauf hinweisen, dass sie sich weder als Mann noch als Frau empfinden und bereits diese Zweiteilung böse ist.

Zu Beginn des Spiels sucht man sich eine Gruppe, in der überwiegend Männer sind – zumindest der Außenwahrnehmung nach. Im Zweifelsfall guckt man auf die einflussreichsten Personen dieser Gruppe oder diejenigen, die offiziellle Posten haben.

Wichtig: Es muss eine Gruppe sein, bei der Geld im Spiel ist oder bei der wichtige Leute mediale Aufmerksamkeit bekommen, die sie als Sprungbrett für ihre Karriere / ihr Selbstmarketing nutzen können. Es hat also keinen Sinn, auf Obdachlose oder Gefängnisinsassen zu schauen.

Im nächsten Schritt weist man auf die Ungleichverteilung der Geschlechter innerhalb dieser Gruppe hin und erklärt dies mit Sexismus. Entscheidend ist, dass man sich nicht auf einzelne Vorfälle, Personen oder die Vergangenheit beschränkt, nein, grundsätzlich sind alleine aufgrund der wenigen Frauen alle Mitglieder automatisch sexistisch. Diejenigen, die sich tatsächlich sexistisch verhalten, sind denn auch leicht für Außenstehende zu erkennen; wer sich bisher nichts hat zuschulden kommen lassen und beteuert, kein Sexist zu sein, ist hingegen perfide, weil er sich weigert, seinen verinnerlichten Sexismus anzuerkennen.

Im günstigsten Fall ist die Gruppe groß genug, dass sich dort ein paar Idioten ohne Manieren befinden, die sich daraufhin dankenswerterweise komplett danebenbenehmen. Diese Entgleisungen stellt man nun als stellvertretend für alle Reaktionen dar, die man auf die eigene „Enthüllung“ bekommen habe. Jetzt ist man ein verfolgtes Opfer, dessen Wahrheiten eben zu unbequem sind, als dass sie von dieser schrecklichen sexistischen Community akzeptiert werden können.

Frauen sollten an dieser Stelle weinen, Männer in den aggressiven Abwehrmodus umschalten. Spätestens jetzt kann man die Solidaritätskarte spielen: Wer will diesen Leuten, die unverdient soviel Hass abbekommen haben, nicht helfen? Und wer würde angesichts einer solchen Eskalation nicht die Gegenseite vollkommen abscheulich finden? Nun kann man einfordern, dass jeder sich für die eigene Seite erklären muss. Es gibt keine Neutralität: Wer nicht für einen ist, ist gegen einen (vgl. George W. Bush, Sith). Ab jetzt kann man Taten einfordern, durch die die richtige geistige Haltung demonstriert wird, etwa Geldspenden, einen Vortrag bei einer Konferenz oder einen Anti-Sexismus-Beauftragten-Posten.

Eine menschliche Gemeinschaft, die so sehr mit inneren Feinden beschäftigt ist, wird darunter natürlich leiden. Deswegen ist es wichtig, gegebenenfalls von Bord zu gehen, bevor man mit dem Kahn untergeht. Für die nächste Runde im Spiel kann man seine bisherigen Handlungen als „Erfolg im Kampf gegen Sexismus“ aufführen.

Was kommt als nächstes?

Und hier setzt das große Ratespiel ein: Wir hatten zum Beispiel bereits politische Organisationen wie die Piratenpartei und Popkultur (Computerspiele, Comics, Metal). Auf welchem Spielfeld wird als nächstes eine Runde „Blame Game“ gespielt? Vorschläge werden angenommen!

Mir wären ja Hoverboards am liebsten, weil wir dann 2015 wie versprochen Hoverboards hätten. Wie wäre es mit einem Aufreger darüber, dass das Hoverboard des einen Mädchens rosa ist? Mir schwebt (ha, ha!) eine Schlagzeile vor wie „Mattel produziert sexistisches Spielzeug“.

Zurück in die Zukunft II: 2015

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Diesmal ein Lied, das man auch im Jahre 2015 noch hören wird.

Michael Jackson: Beat It

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15 Kommentare zu „Das große Ratespiel: Was soll 2015 kaputtgemacht werden?“

  1. LOL

    Ja, so einfach ist das. Es reicht das in einer Gruppe nur oder hauptsächlich Männer sind, um zu vermuten das diese Gruppe frauenfeinlich und sexistish ist. Denn wie ja jeder insgeheim weiß und wie Gender-Wissenschaftler herausgefunden haben, sind Frauen und Männer total gleich und haben genau die gleichen Interessen und nehmen alles gleich wichtig. Daher kann ein Unterrepräsentanz von Frauen, vor allem da wo Geld oder Prestige zu holen ist, nur auf ein frauenfeindliches, sexistisches Klima hindeuten, welches Frauen ausschließt.

    Der Flussfänger hat da schon mal was zu geschrieben:

    „An eine Zeit, in der ich Mitmenschen anders wahrgenommen hatte als die meisten anderen. Für Nerds zählten nur Intellekt, Fachwissen und die Fähigkeit, Ideen in die Tat (sprich: funktionierende Projekte) umzusetzen. Vieles andere, das die meisten Menschen als wichtigen Bestandteil einer sozialen Interaktion ansehen, war komplett ausgeblendet: Aussehen, Herkunft, Alter, Geschlecht. Es war nicht so, dass es als unwichtig empfunden wurde. Es wurde überhaupt nicht empfunden. Es war kein Bestandteil des Weltbildes. Deshalb kann ich mich z.B. noch gut an Kongresse erinnern, aber nicht mehr an die Geschlechter der Teilnehmer. So gesehen war die Nerd-Kultur damals schon um einiges toleranter, als es die Gesellschaft heute ist.

    Ich schreibe das in der Vergangenheitsform, weil es scheinbar Vergangenheit ist. Nicht nur für mich persönlich – ich jetzt schon seit einigen Jahren in der “echten Welt” daheim – sondern leider auch für die Nerds von heute. Denn der Feminismus hat es mit seiner Forderung nach Toleranz und Gleichstellung geschafft, genau dieses in der Subkultur zu zerstören, in der es längst gelebte Praxis war. In einer Zeit in der überall peinlich genau nachgerechnet wird, welche Genitalien zwischen den Beinen der Menschen zu finden sind, kommt diese Subkultur unter Beschuss. Denn der weitaus überwiegende Anteil der Nerds hat einen Penis, ich schätze das Verhältnis auf 99 zu 1. Klarer Fall von Sexismus! Diese Subkultur ist Frauen gegenüber offensichtlich sehr feindselig, das ist die einzig mögliche Erklärung!“

    https://flussfaenger.wordpress.com/2014/02/16/fruher-war-alles-besser/

    Ich denke das war bei den Piraten genauso.

  2. „Im günstigsten Fall ist die Gruppe groß genug, dass sich dort ein paar Idioten ohne Manieren befinden, die sich daraufhin dankenswerterweise komplett danebenbenehmen. Diese Entgleisungen stellt man nun als stellvertretend für alle Reaktionen dar, die man auf die eigene “Enthüllung” bekommen habe. Jetzt ist man ein verfolgtes Opfer, dessen Wahrheiten eben zu unbequem sind, als dass sie von dieser schrecklichen sexistischen Community akzeptiert werden können.“

    Ich habe noch eine Ergänzung dazu. Andere Mitglieder der Gruppe sollten in diesem Fall zustimmend nicken, die Entgleisungen durch „sachliche“ Beträge unterstützen („Naja, die Wortwahl ist ja nicht so ähm … naja gut, aaaaaaaaber Frauen sind einfach *Beliebiges einfügen* und überhaupt ist da einfach so viel angestaute Wut, weil *Beliebiges einfügen“, weil Frauen ja *Beliebiges einfügen* und Feministinnen im besonderen *beliiebige Unterstellung einfügen*. Das sollte man schon verstehen“). Wer bei diesem launigen Spiel nicht direkt mitmachen möchte, sollte sich zumindest ruhig verhalten und bloß nichts sagen. Achtung, Spiel im Spiel: Wer aufmuckt, ist wahlweise ein Verräter, ein Softie, ein ganz übler lila Pudel oder zumindest verkappter Feminist (hier noch eine Runde heiteres maskulistisches Bullshit-Bingo einfügen).

    Wenn sich dann Außenstehende über die Aggressivität wundern, sollte man empört aufschreien, sich über die gesellschaftsweite Diskriminierung der eigenen Gruppe im Besonderen und der Männer im Allgemeinen ereifern (beliebige Wortwahl). Anschließend empfielt sich Schnappatmung, wahlweise auch der Einsatz weiterer verbaler Entgleisungen, nun allerdings gegen die Kritiker des aggressiven Tonfalls (Achtung, Spiel im Spiel! – Lasst die Trolle frei!). Auf jeden Fall sollte an dieser Stelle irgendjemand auf die „gleichgeschalteten Medien“ hinweisen, am besten auch auf den „Staatsfeminismus“.

    Auf folgende weitere Kritik an diesen Aussagen und am damit einhergehenden Tonfall sollte man lautstark „Beweise“ einfordern und höchstempört darauf pochen, dass aus der eigenen Gruppe „fast niemand“ aggressiv geworden wäre oder Extrempositionen vertrete und man „immer sofort eingreifen“ würde, wenn „doch mal“ jemand entgleist. Werden dann die geforderten Belege geliefert, empfieht sich folgende Spielstrategie 1. erneut Schnappatmung, um dem Gegner zu suggerieren, dass man jetzt tief getroffen ist und 2. erneuter gezielter Einsatz der Trolle, um den Gegner zu demotivieren 3. Die radikalsten Aussagen als „Einzelmeinungen“ deklarieren und 4. Im Brustton der Überzeugung erklären, dass der Gegner sowieso nie ein Recht darauf gehabt habe, seine Meinung zu äußern, weil (Beliebiges einfügen) und darum die Reaktionen „irgendwie“ gerechtfertigt gewesen wären.
    Eventuell empfiehlt sich zusätzlich noch der Einsatz der „War doch lustig“-Karte.

    Diese Stelle ist etwas diffizil, man muss darauf hoffen. dass niemandem die Widersprüche in der Argumentation auffalen, aber mit dem nötigen Selbstbewusstsein vorgetragen,
    hat man an dieser Stelle die Spielgegner wahrscheinlich schon halbtotdiskutiert.
    Sollte doch noch jemand darauf verweisen, dass den „Einzelmeinungen“ mehrfach zugestimmt wurde oder Verbalentgleisungen unwidersprochen stehen geblieben sind und x mal gelikt wurden, empfieht sich eine Dreifachachstrategie: 1. Man greift auf die bewährten Strategien vom Spielanfang zurück und verweist darauf, dass in den entsprechenden Kommentaren auch „viel Wahres“ stehen würde oder dass sie zumindest „einen wahren Kern enthalten“ würden. 2. Man verweist empört darauf, dass man „ja nicht alles sehen“ könne und 3. man ignoriert den Hinweis auf die zahlreichen Likes – wird schon niemand merken.

    Anschließend zieht man sich zurück, hält mit den Trollen einen netten kleinen Plausch, füttert sie einmal ordentlich, bestätigt diesen, dass sie doch eigentlich ganz dufte Typen wären, nur manchmal etwas laut, aber dies nachvollziehbar und klopft sich gegenseitig auf die Schultern. An dieser Stelle sollten unbedingt noch ein paarmal die Wörter „hysterisch“, „ungerechtfertigt“ und „dumm“ fallen, um sich gegenseitig in seinen Ansichten zum Spielgegner zu bestätigen und keinen Zweifel an der Richtigkeit der eigenen Spielzüge aufkommen zu lassen.

    In diesem Sinne: Happy New Year und viel Spaß beim Spielen!

    1. Margret, du hast vergessen, die „Ich werde unterdrückt und habe daher automatisch Recht“-Karte zu erwähnen, die (selbstverständlich ausschließlich von deiner Gruppe) zu jedem Zeitpunkt im Spiel gezogen werden kann. Sollte daraufhin jemand nachfragen, worin diese Unterdrückung nun gerade bestehen solle, so gibt es zwei Antwortstrategien:
      1. Man legt in einen 10-stündigen Vortrag (angefangen bei den Höhlenmenschen) dar, wie ungerecht die Welt schon immer gegenüber deiner Gruppe und auch dir persönlich war, und überträgt dies implizit auf die derzeitige Spielsituation.
      2. Man bezeichnet den Fragenden als Privilegienpenis, der sich dies gefälligst selbst zu erarbeiten habe, anstatt mit dieser Anspruchshaltung an eine marginalisierten Person heranzutreten.

      Außerdem kann ich folgende Doppelstrategie generell während des gesamten Spiels empfehlen:
      1. Eine Generalisierung der eigenen Gruppe ist kategorisch auszuschließen („DEN Feminismus gibt es nicht“).
      2. Bei Gegnergruppen niemals auf einzelne Beiträge oder Mitglieder eingehen, sondern immer die Gruppe selbst ansprechen und anprangern („Gamers are over“).

      Mit Hilfe dieser simplen Vorgehensweise sollte dir, Margret, die moralische Überlegenheit in jedem Spiel sicher sein, unabhängig davon wie die Gruppen, Argumente und Diskussionen tatsächlich aussehen.

  3. Danke Vinzenz, für diese Anregungen. So können wir unsere Spielstrategien noch einmal viel effektiver gestalten. Und natürlich die Weltherrschaft an uns reißen, ganz nebenbei. Purplegeddon wird kommen! Zu diesem Zweck haben wir uns schon vor langer Zeit mit der schwulen Rosa Nostra verbunden. Zittert vor uns!

    Als Gegenstrategie empfehle ich euch auch weiterhin, dem Spielgegner jegliches Recht zum Äußern der eigenen Meinung abzusprechen, wahlweise weil man a) sich in Subkulturen mischen würde, die ihre eigenen, unveränderlichen Regeln hätten („Wenn’s dir nicht passt, hau doch ab“ – Argument) oder b) weil man Fiktion nicht mit der Realität verwechseln dürfe (Dummchen-Argument) oder c) man kein Recht zur Kritik habe, weil man angeblich nicht ausreichend eigenes Potential habe („Mach’s doch besser, Dummchen“ – Argument). oder d) man das von DIESER Person ohnehin nicht anders erwartet habe, obwohl sie irgendwie schon zur Gruppe gehört („Die war schon immer so“-Argument)

    Übrigens bin ich, mal Spaß beiseite, der Ansicht, dass Du einer der wenigen bist, die sich tatsächlich nicht an obigen Spielplan halten, sondern klarstellen, dass aggressives, bedrohendes Verhalten nicht in Ordnung ist. Vermutlich macht dich das aber zu einem „weißen Ritter“ – mindestens. Wahrscheinlicher ist sogar eher „verkappter Feminist“.

    1. Wieso lässt du gerade beim letzten Absatz den Spaß beiseite.
      Der ist doch total ironisch. Eine wunderbare Persiflage auf Versuche, die radikalen, bedrohendes Verhalten zeigenden Spinner für sich zu instrumentalisieren.

    2. Margret, denkst du denn wirklich, du hättest eine Chance gegen das Patriarchat? Eine jahrtausende alte Organisation so mächtig, dass sie nicht nur ihre eigenen Anführer unterdrücken, sondern auch wenige Wochen alte Babies bei der Auswahl ihrer Spielzeuge manipulieren kann?

      Aber Spaß beiseite, du unterliegst in deinem Beitrag einem kleinen aber entscheidendem Irrtum. Das Recht auf freie Meinungsäußerung bedeutet, dass dich keine staatliche Institution daran hindern darf, deine Meinung zu äußern. Es bedeutet nicht, dass
      – niemand dir widersprechen oder deine Meinung als doof bezeichnen darf,
      – andere deine Meinung zu akzeptieren oder für gut zu befinden haben,
      – andere dir eine Platform zur Verbreitung deiner Meinung zur Verfügung zu stellen haben,
      – du die Regeln anderer Gruppen anhand deiner Meinung verändern darfst.

      Wenn ich sage, dass Frau Sarkesian eine Heuchlerin und Betrügerin ist, die die Gamer Community vergiftet, ist das *keine* Einschränkung ihres Rechtes auf freie Meinungsäußerung. Genau so wenig beinhaltet das Recht auf freie Meinungsäußerung irgendwelche Ansprüche darauf, wie andere Developer ihre Spiele und deren Figuren entwicklen und darstellen. Und zu guter letzt gibt es dir auch kein Recht, in einer beliebigen Subkultur aufgenommen und akzeptiert zu werden oder gar die dortigen Umgangsformen vorzugeben.
      “Wenn’s dir nicht passt, hau doch ab” ist damit nicht im Entferntesten eine Einschränkung deiner Meinungsfreiheit, sondern bedeutet: Wenn dir die Spiele nicht gefallen, dann entwickle doch eigene. Wenn dir die Umgangsformen einer Gruppe nicht passen, dann gründe deine eigene. Aber lass uns damit in Ruhe. Mit Gewalt oder Gewaltdrohungen hat das alles nichts zu tun.

      Sicherlich gibt es radikale Antifeministen, die meinen Standpunkt als zu liberal empfinden. Gut möglich, dass die mich als weißen Ritter oder verkappten Feministen bezeichnen würden. Das lässt mich kalt.

    3. (Doppelpost – „Nick“ war falsch geschrieben und der Kommentar deshalb in der Moderation)

      Dein Kommentar muss noch freigeschaltet werden.
      3. Januar 2015 um 12:51

      Margret offenbart hier in der Tat ein recht merkwürdiges, geradezu vormodern-klerikal anmutendes Verständnis von Freiheitsrechten:

      zu a): Wenn feministische Gruppen keine Männer in ihren Reihen wünschen, oder Katholiken keine Satanisten, dann reklamiert auch niemand diese Auschlüsse als nicht hinnehmbar. _Jede_ Sukultur definiert ihre eigenen Abgrenzungen und Regeln und das ist auch ihr gutes Recht. Andernfalls müsste man Subkulturen (zu denen übrigens auch Religionsgemeinschaften gehören) per se verbieten. Das ist leider mit den Menschenrechten unvereinbar. Insofern ist Magrets Vorbringen hier komplett substanzlos, wenn nicht gar antihumanistisch.

      zu b): Spiele _sind_, wie viele Kulturprodukte, Fiktion – sonst wären es eben keine Spiele. Das von Dworkin und MacKinnon geprägte und von der Mehrheit der “anti-gamergater” vollkommen kritiklos affirmierte Weltbild der Sarkeesian hat offenkundig sehr große Schrieigkeiten, zwischen Fiktion und Realität zu unterscheiden. Selbstverständlich ist es haarsträubend dumm, auf diesen anti-porn-Diskurs der 1970er zurückzufallen, aber das ist nun mal der offenbar systemimmanenten feministischen Unfähigkeit zur Selbstreflexion geschuldet (vgl. Groupthink).

      Es regt sich auch (fast) niemand darüber auf, dass in Spielen oder in Spielfilmen Menschen sogar getötet werden. (Fast) niemand käme auf die Idee, dass aus Letzterem eine “killing culture” folgte. Einer solchen Idee läge die höchst entmenschlichende Vorstellung zugrunde, dass Empathie und die Anerkennung der Menschenwürde anderer sich durch simple kulturelle Repräsentationen sehr leicht ausschalten ließe. Die zwangsläufige Folge aus dieser Idee wäre, dass kulturelle Repräsentationen von einer starken Autorität rigide reglementiert werden müsste. Eine Talibaneske Bilderstürmerei wäre unabwendbar notwendig, um ein friedliches Miteinander in der Gesellschaft zu ermöglichen. Insofern ist dieser Diskurs hochgradig antihumanistisch.

      zu c): Wenn die am Markt angebotenen Spiele nicht den Bedürfnissen einer großen Gruppe von Konsumenten nicht entsprächen, dann wäre dies eine riesengroße Marktlücke. Wenn die existierende gamer-community tatsächlich Frauen massiv ausschließen würde, dann gäbe es einen großes Bedürfnis nach einer Begründung einer weiblichen community. Die Erfahrung aus anderen Marktsegmeten zeigt aber, dass der Markt in dem Punkt fast nie versagt. Die Erfahrung zeigt auch, dass solche weiblichen communities generell sehr schnell entstehen. Es gibt Akkuschrauber in Pink und es gibt eine rege Bodybuilderinnen-Szene.

      “Mach’s doch besser” bezieht sich darauf, dass erstens keine Frau gezwungen wird ein “sexistisches” zu kaufen, zweitens es hinreichend Spiele gibt die nach diesem “Maßstab” nicht “sexistisch sind (die “Frau” also kaufen könnte, womit sie den Markt maßgeblich gestalten würde) und dass es drittens keine nennenswerte Initiative gibt, weibliche gamer-communities zu gründen. Es scheint also wenig tatsächlichen Bedarf zu geben, und dieser Umstand wird mit dem “Machs doch besser” herausgestellt.

      Es ist also recht offensichtlich, dass es rein gar nicht um dieses Ziel geht, sondern vielmehr darum, die verhasste männliche gamer-communitiy mit Regulierung aka Zensur zu belegen. Unsere lieben Feministinnen haben recht offenkundig äußerst wenig Interesse an Spielen, sie wollen vielmehr moralunternehmerisch tätig werden.

      Die Frage, was man denn selbst – jenseits von stark moralisierenden Vorwürfen an andere – dafür getan habe um seine Bedürfnisse zu befriedigen, ist jedenfalls vollkommen legitim und auch sehr naheliegend. Wenn da nicht kommt, ist d) nur allzu angebracht. Alles Andere wäre eine Perpetuierung des Klischees der weiblichen hypoagency.

      Wenn Margret und ihre Geistesschwestern tatsächlich sowas wie substantiierte Argumente anbringen wollten, dann müssten sie sich mit der fundierten Kritik beisielsweise an Sarkeesian auseinandersetzen und Argumente _dagegen_ entwickeln, anstatt nur beharrlich darauf zu bestehen, dass der Opfer-Joker beliebig billiges Strohmannabfackeln erlaube.

      Tut sie das nicht, demonstriert sie nun mal einen erheblichen Mangel an Substanz und kann sich wohl kaum darüber beschweren, dass niemand sie ernst nehmen kann.

  4. Das Sexismus Vorwurfspiel …

    … beschreibt nur ihren Wunsch nach abgesicherter Ausbeutung, weil sie denken sie hätten das alles verdient, da sie sich ja immer für ein Opfer halten. Die innere und äußere Rechtfertigung für diese Form des Abziehens. Gleichzeitig fühlen sie sich aber überlegen und zeigen es auch mit ihrer menschlich respektlosen Herablassung und beständigen (Falsch-)Unterstellung.

    Hier benutzen die vermeintlich so empathievollen Frauen die Empathie der als empathielos dargestellten Männer.

    Deshalb möchten sie uns ja auch immer Vorschriften machen wie wir uns zu verhalten haben. Zu ihrem Nutzen und ihrer Absicherung natürlich. Wenn sie aufgrund ihrer vermeintlichen Unabhängigkeit Risiken eingehen, haben wir sie zu tragen. Denn sie haben ja ein eingebildetes Recht auf risikolose Risiken, die andere tragen müssen. Wettbewerb muss per Bevorzugung, Quoten und vorauseilender Unterstellung ausgeschaltet werden. Ansonsten wäre es ja nach ihrer selbstgefälligen Auslegung Unterdrückung. So machen sie sich unabhängig von jeder Verantwortung und tatsächlicher Leistung bzw. Anstrengung auf Kosten von Männern, die ja ansonsten überflüssig und als Menschen sowieso schlecht sind, Jungen übrigens auch. Und Kinder kann sie abtreiben wie sie möchte. Verantwortungslose und einträgliche Promiskuität bzw. Benutzen von (männlicher) Sexualität gibt es heutzutage auch nur für Frauen – „my body my choice“, aber auf Kosten anderer Leben, denen der Kinder und Männer bzw. Väter. Aber Männer haben vermeintliche männliche Privilegien zu checken, Frauen in ihrer Motivation zu hinterfragen ist schon Rape und einer Frau ist sowieso immer zu glauben.

    Ihr Potenzial zum tolerierten bzw. legitimierten gesellschaftlichen Ausbeuten scheint ja bei Weitem noch nicht ausgeschöpft. Sie werden es sicherlich auch dieses Jahr wieder anpacken und per Medien mit verlogenem Unterstellungsgeschrei überziehen. Gender Pay Gap Mythos, Unschuldsvermutung für Männer und Jungen, … , Schwesig, Maas und Co. wetzen schon die Messer um den Rechtsstaat für Männer und Jungen zu vollständig zu beerdigen.

    Solange es funktioniert werden sie’s sicherlich machen und wir werden es nicht aufhalten können solange es dienstbare dividendenerwartende Pudel gibt und solange die vorwiegend weibliche Illusion aufrecht erhalten werden kann, dass alles aus der Steckdose kommt, notfalls per Untermenschen. Aber natürlich ist frau empathisch gegenüber Minderheiten, solange sie das bekommt was sie will. Weibliche Verlogenheit hat in der Postmoderne bisher noch keine Grenzen erhalten. Im Gegenteil, heutzutage erhält sie Preise.

    Und wer dies für misogynistisch hält, dem sei gesagt, dass auch das ein Vorwurf ist, der nur zur Kritikabwehr dient und der Ausgrenzung und soziale Vernichtung zum Ziel hat, nach dem Motto „Du bekommst meine Anerkennung nicht und jeder der dir beisteht auch nicht. Unterwerf dich meinem Zugriff.“ Er ist essentiell um ein Einfordern von gleichberechtigter Verantwortung und Rechtfertigung für eigenes Tun zu verhindern. Und das machen sie auch mit ihren Geschlechtsgenossinnen gleichermaßen.

    Hierzu auch Schopenhauer in seiner vordarwinistischen und sicherlich völlig veralteten und ggf. völlig falschen Deduktion (§. 366. „Über die Weiber“):

    „… Ich verweise hierüber auf §. 17 meiner Abhandlung über das Fundament der Moral. – Demgemäß wird man als den Grundfehler des weiblichen Charakters Ungerechtigkeit finden. Er entsteht zunächst aus dem dargelegten Mangel an Vernünftigkeit und Ueberlegung, wird zudem aber noch dadurch unterstützt, daß sie, als die schwächeren, von der Natur nicht auf die Kraft, sondern auf die List angewiesen sind: daher ihre instinktartige Verschlagenheit und ihr unvertilgbarer Hang zum Lügen. Denn, wie den Löwen mit Klauen und Gebiß, den Elephanten mit Stoßzähnen, den Eber mit Hauern, den Stier mit Hörnern und die Sepia mit der wassertrübenden Tinte, so hat die Natur das Weib mit Verstellungskunst ausgerüstet, zu seinem Schutz und Wehr, und hat alle die Kraft, die sie dem Manne als körperliche Stärke und Vernunft verlieh, dem Weibe in Gestalt jener Gabe zugewendet. Die Verstellung ist ihm daher angeboren, deshalb auch fast so sehr dem dummen, wie dem klugen Weibe eigen. Von derselben bei jeder Gelegenheit Gebrauch zu machen ist ihm daher so natürlich, wie jenen Thieren, beim Angriff, sogleich ihre Waffen anzuwenden. Darum ist ein ganz wahrhaftes, unverstelltes Weib vielleicht unmöglich. Eben deshalb durchschauen sie fremde Verstellung so leicht, daß es nicht rathsam ist, ihnen gegenüber, es damit zu versuchen. – Aus dem aufgestellten Grundfehler und seinen Beigaben entspringt aber Falschheit, Treulosigkeit, Verrath, Undank u.s.w.“

    1. Puh, da fragt man sich doch echt, warum dir nur immer wieder, natürlich ganz ungerechtfertigt, Frauenfeindlichkeit vorgeworfen wird.

      Verstehst du doch ganz hervorragend diese Vorwürfe mit „Misogynie existiert nicht, weil Frauen sind einfach scheiße!“ zu entkräften.

      1. Tja.

        Wer sich mit schlechtem Motiv sich nicht nur auf diese Art häufig ihrer Verantwortlichkeit zu entledigen sucht, sondern auch noch Rassismus-artiges generelles Charaktermeucheln per ungerechtfertigter Unterstellung zur sozialen Dominanz und Extorsion betreibt, muss sich nicht wundern, wenn hier und da einmal hingeschaut wird und dazu ein Call-Out kommt.

        Verbuche es unter Kollateralschäden des Feminismus.

      2. … mal wieder.

        Nach mehr als 40 Jahren betrügerisch verhetzendem Männer- und Jungendämonisieren mit dem immer mehr und mehr offenkundig werdendem Motiv …

        Na, welchem wohl 🙂

      3. Ist das jetzt wieder die Kindchenebene, die diesen ganzen menschlichen Mist verursacht?

        Nein. Diesen Schuh muss ich mir nicht anziehen. Ich hab auch nichts von dem hervorgerufen. Oder gar kräftig mitdämonisiert, wie es viele Frauen heutzutage gern tun.

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