Über die fehlende Empathie mit Männern

Es ging mir die ganze Zeit im Kopf herum, aber ich wollte mich eigentlich bei dem Thema enthalten. Wie mir scheint hat da eine mutige junge Frau ihren Einsatz für andere mit ihrem Leben bezahlt. Tragisch und schockierend. Ich weiß nicht ob es genau feststeht, aber anscheinend ist sie unglücklich aufgeschlagen. War es eher ein Unfall oder doch kaltblütiger Mord? Ich bin mir, anders als die Medien nicht so ganz sicher und ich will gar nicht spekulieren, denn schlußendlich wäre das respektlos. http://www.bildblog.de/62176/wie-bild-den-tod-einer-studentin-ausbeutet/

Was ich aber nicht unterdrücken konnte war das Gefühl, daß einem männlichen Opfer nicht dieselbe Teilnahme gewährt werden würde.

Elitemedium hat mich dann zum Beitrag der Mädchenmannschaft geleitet. Und da kam mir doch das kalte Kotzen. Zusammengefaßt wird dieses Machwerk in diesem Kommentar darunter:

Ich stimme dir vollkommen zu, dass bei diesem Fall, die Kernthemen sich auf Misogynie, (Cis)sexismus und Gewalt gegen Frauen konzentrieren sollen.

Und da ist so ziemlich alles dran falsch. Man könnte anhand dieses Falles –wenn es einem der Respekt gegenüber dem Opfer nicht verbietet– über Gewalt reden. Und darüber, daß Gewalt an Frauen eher weniger auftritt, und wenn dann findet sich zumeist ein Mann der diesen Frauen in der Öffentlichkeit zu Hilfe eilt. Und anhand eigener Erfahrungen deutlich genauer weiß wie so etwas enden kann. Daß diese Art von Gewalt gegen Jungs und Männer eher die Regel als die Ausnahme ist. Und das sich ganz allgemein keiner um diese alltägliche Gewalt kümmert. Weil –leiderleider– sowohl Opfer als auch Täter meist einen Penis haben.

Man könnte versuchen etwas differenzierter über den Fall zu diskutieren und dies ohne das Opfer für die eigenen Zwecke zu instrumentalisieren. Die Mädchenmannschaft macht lieber die Bild für Extremfeministinnen. Eigentlich ganz egal um was es geht. Sie schreiben ihre sattsam bekannten Schlagworte dazu. Kackscheisse, Heteronormativ, WHM und weiteres aus dem bewährten feministischen Baukasten und fertig ist die eigene Unterdrückung. Und das finde ich ziemlich widerlich.

Danisch hat es als erster gemerkt. Obwohl diese Art von Gewalt momentan deutlich erhöhte Aufmerksamkeit in der Bevölkerung hat, ist diese Nachricht nicht mehr als eine knappe Fußnote. Ein Mann kommt zu Hilfe und wird erschossen. Ein zweiter wird schwer verletzt. Wo sind die geteilten Bilder von Trauerkerzen in meiner Timeline auf Facebook? Wo sind die Massen von Menschen, die Kränze niederlegen?

Deutlicher konnte mein Gefühl nicht bestätigt werden. Handfester geht der Beweis eigentlich kaum. Laßt uns nur weiter den Blick auf Gewalt gegen Frauen verengen und damit jeden Ansatz einer Lösung für das Problem um Gewalt und Zivilcourage zunichte machen.