Warum ich mich mit Geschlechterthemen beschäftige und was ich damit zu erreichen hoffe

Ja, warum tue ich das?

Erstens, ganz simpel, um meine Neugier zu befriedigen.

Zweitens, da ich zwei Kinder habe. Und nicht möchte, dass mein Sohn aufgrund seines Geschlechts benachteiligt wird. Weil bei meiner Tochter muss ich mir diesbezüglich ja keine Sorgen machen. [Und DAS wurde mir tatsächlich erst vor kurzem so richtig bewusst.]

Drittens. Ich weiß nicht, ob und wenn ja was ich überhaupt erreichen kann. Es muss sich die Wahrnehmung und das Bewusstsein diesbezüglich ändern, damit zumindest etwas in der Art wie eine „Gleichberechtigung“ eintritt. Denn in vielen Köpfen hängt tatsächlich noch immer das Rollenklischee „Mann=Täter“ und „Frau=Opfer“ fest.

Tatsächlich ist es natürlich viel komplexer. Gewalt wird von Frau – wieder nur meine eigene Annahme aufgrund von eigener Erfahrung – genauso häufig ausgeübt wie von Mann. Nur oftmals – nicht immer – auf eine andere Art und Weise.

Zum Thema Frau vergeht sich an Mann fällt mir gerade eine Geschichte ein, die mir ein guter Freund einmal erzählt hat. Er muss derart besoffen gewesen sein, dass er nach der Sauftour zuhause direkt umgekippt ist. Er hatte eine junge Frau dabei, die sich daraufhin an ihm zu schaffen machte, ihm ein Kondom überzog und ohne sein [bewusstes] Zutun mit ihm Geschlechtsverkehr hatte. Er selbst bekam von allem nichts mit, doch als er am darauf folgenden Morgen neben ihr aufwachte und sie nackt neben sich liegen sah, fragte er sie, was passiert sei, und auf sein wiederholtes Fragen gab sie die Tat zu und zeigte sogar das benutzte Kondom.

Dies erfüllt  laut § 177 den Strafbestand der Vergewaltigung. Er erstattete keine Anzeige.

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Autor: evilmichi

Seit ich denken kann wollte ich nur eines: wie die Anderen sein. Und weißt du was? Irgendwann habe ich doch kapituliert. Ich war immer schon ich. Nur mittlerweile bin ich es gern. Meistens zumindest.

13 Kommentare zu „Warum ich mich mit Geschlechterthemen beschäftige und was ich damit zu erreichen hoffe“

  1. Die Kinder scheinen ja auch schon mitzukriegen, dass sie abhängig vom Geschlecht unterschiedlich bewertet und bestraft werden:

    Kann mich der Frage an die Lehrer nur anschließen: Wieso tut ihr das?

    1. Bei passablen Aussehen der Frau würde ich mich auch nicht tatsächlich vergewaltigt fühlen würde ich sagen. Eher wäre ich wohl an einer Wiederholung im geistig wacheren Zustand interessiert
      Aber gut, ich war noch nicht in so einer Situation.

  2. „Zweitens, da ich zwei Kinder habe. Und nicht möchte, dass mein Sohn aufgrund seines Geschlechts benachteiligt wird. Weil bei meiner Tochter muss ich mir diesbezüglich ja keine Sorgen machen. [Und DAS wurde mir tatsächlich erst vor kurzem so richtig bewusst.]“

    Sehr interessant. Hattest du da ein Schlüsselerlebnis oder einen Aha-Moment?

    1. Puh. Da muss ich jetzt erst mal „graben“. Es gab so einiges in letzter Zeit, doch wenn ich das konkret formulieren soll… muss ich erst mal drüber nachdenken. Ich bitte um etwas Geduld. =)

      1. Lass dir ruhig Zeit! 🙂

        Ich wollte dir im Übrigen aber noch mal sagen, dass Leute wie du ungeheuer wichtig sind, um männerrechtlichen Anliegen Gehör zu verschaffen. Als erwachsener, lediger Mann wage ich es eher selten, mich abseits des Internets zu diesen Themen zu äußern, weil meine Position enorm leicht diskreditiert und auf einer moralischen Ebene attackiert werden kann. Du als Frau und Mutter (!) eines Sohnes genießt hier einen enormen Glaubwürdigkeitsvorschuss.

        Wenn ich den Mund aufmache, bin ich ein ewiggestriger Macho, der nicht von seinen Privilegien lassen will und Angst vor starken Frauen hat. Wenn du das tust, ist an der ganzen Sache vielleicht etwas dran.

        Menschen wie du sind in dieser Hinsicht ausgesprochen wichtig.

  3. „Dies erfüllt laut § 177 den Strafbestand der Vergewaltigung“
    Da wäre ich nicht mal sicher, eventuell war es „nur“ Sexuelle Nötigung nach (1), auf die „nur“ 1 Jahr Gefängnis stehen.
    Es soll lieber froh sein, daß sie ihm überhaupt einen Gummi übergezogen hat und nicht schwanger geworden ist.
    Die Story ist ein Grund mehr, sich nicht zu betrinken.

    @Adrian „Hätte ich auch nicht“
    Ich auch, das Risiko wäre viel zu groß, daß die Dame, über deren charakterliche Qualitäten wir ja schon grob informiert sind, sich die Sache angesichts von 1 Jahr Gefängnis anders überlegt und vor Gericht eine völlig andere Story auftischt.

  4. „Als erwachsener, lediger Mann wage ich es eher selten, mich abseits des Internets zu diesen Themen zu äußern, weil meine Position enorm leicht diskreditiert und auf einer moralischen Ebene attackiert werden kann.“ (Zitat „Neuer Peter“)

    Der falsche, wenn auch nachvollziehbare, Ansatz finde ich. Trägt man die Dinge moderat vor, dann ist es erstaunlich, was da so an Feedback kommt: „heutzutage möchte ich kein Mann sein“, „Frauen können so scheixxe sein“, „hör mir auf mit: noch immer werden Frauen .., ich kann es nicht mehr hören und lesen“

    Wer das gesagt hat? Alle Zitate kamen vom weiblichen Geschlecht.
    Also, ruhig mal den Mund aufmachen; es lohnt sich.

    1. Was wolltest du uns wieder mitteilen, ThFuegner?

      Ich sehe das Identitätsproblem, auf das du offenbar so gerne fokussierst, übrigens existenzphilosophisch:

      Ich bin nicht da um die „wahre Männlichkeit“ (oder die „wahre Weiblichkeit“) zu verwirklichen.
      Ich habe kein Interesse daran, den „traditionellen Mann“, noch den „neuen Mann“, weder den „feministischen Mann“ noch den „antifeministischen Mann“ zu verwirklichen oder irgendein anderes künstlich von außen an mich herangetragenes Männlichkeits- oder Geschlechterideal, dass mit mir nichts zu tun hat. Auch dein „guter männlicher Mann“ interessiert mich nicht die Bohne. Alles irrationale Über-Ich-Funktionen, die nichts mit mir zu haben.

      Ich verwirkliche allein mich!

      Und ob ich damit nun in deinen Augen eine „Pussie“, zu „weiblich“, zu „männlich“ oder was auch immer bin – das geht mir am Arsch vorbei.

      (Das war jetzt natürlich ein wenig im existenzhilosophischen Jargon formuliert.)

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