Warum ich mich mit Geschlechterthemen beschäftige und was ich damit zu erreichen hoffe

Ja, warum tue ich das?

Erstens, ganz simpel, um meine Neugier zu befriedigen.

Zweitens, da ich zwei Kinder habe. Und nicht möchte, dass mein Sohn aufgrund seines Geschlechts benachteiligt wird. Weil bei meiner Tochter muss ich mir diesbezüglich ja keine Sorgen machen. [Und DAS wurde mir tatsächlich erst vor kurzem so richtig bewusst.]

Drittens. Ich weiß nicht, ob und wenn ja was ich überhaupt erreichen kann. Es muss sich die Wahrnehmung und das Bewusstsein diesbezüglich ändern, damit zumindest etwas in der Art wie eine „Gleichberechtigung“ eintritt. Denn in vielen Köpfen hängt tatsächlich noch immer das Rollenklischee „Mann=Täter“ und „Frau=Opfer“ fest.

Tatsächlich ist es natürlich viel komplexer. Gewalt wird von Frau – wieder nur meine eigene Annahme aufgrund von eigener Erfahrung – genauso häufig ausgeübt wie von Mann. Nur oftmals – nicht immer – auf eine andere Art und Weise.

Zum Thema Frau vergeht sich an Mann fällt mir gerade eine Geschichte ein, die mir ein guter Freund einmal erzählt hat. Er muss derart besoffen gewesen sein, dass er nach der Sauftour zuhause direkt umgekippt ist. Er hatte eine junge Frau dabei, die sich daraufhin an ihm zu schaffen machte, ihm ein Kondom überzog und ohne sein [bewusstes] Zutun mit ihm Geschlechtsverkehr hatte. Er selbst bekam von allem nichts mit, doch als er am darauf folgenden Morgen neben ihr aufwachte und sie nackt neben sich liegen sah, fragte er sie, was passiert sei, und auf sein wiederholtes Fragen gab sie die Tat zu und zeigte sogar das benutzte Kondom.

Dies erfüllt  laut § 177 den Strafbestand der Vergewaltigung. Er erstattete keine Anzeige.