Sexuelle Aggression und Seitensprünge – ist das Doppelmoral?

Eigentlich wollte ich den Gastbeitrag von honeyinheaven „Matschos Albtraum“ kommentieren, aber da ich hier ja auch Mitautor bin und mein Beitrag ein wenig länger geworden ist, dachte ich mir, ich könnte es ja auch gleich als eigenen Artikel veröffentlichen. Also hier ist meine Premiere:

Der Gastbeitrag von honeyinheaven „Matschos Albtraum“ ist ein durchaus interessantes
Gedankenexperiment. Allerdings trifft es nicht so ganz. Zum einen, weil es wie das in den Kommentaren erwähnte Video aus Frankreich zu sehr alle möglichen Belästigungen in einen Tag komprimiert, was auch Frauen seltenst in dieser Häufigkeit passiert (behaupte ich mal).

Zweitens und viel wichtiger: Männer kommen mit sexueller Aggression viel besser klar. Einfach erklärt, sie ist aus den folgenden Gründen viel weniger bedrohlich als für Frauen.

1. Wir leben im Bewusstsein, dass wir uns aufgrund der größeren Körperstärke (zumindest Frauen gegenüber) besser wehren können. Was manchmal auch ein Trugschluss sein kann, nur so nebenbei.
2. Wir glauben, dass es zumindest sowas wie weibliche Vergewaltigung an Männern, also die schärfste Form der sexuellen Aggression, nicht gibt. Ob das wirklich stimmt, ist da erstmal unerheblich.
3. Selbst wenn es so etwas wie weibliche Vergewaltigung gäbe, die möglichen Folgen dessen, Schwangerschaft und ein Kind durchfüttern zu müssen, hätte – zumindest aus evolutionstheoretischer Sicht – die Frau zu tragen, auch wenn das heute aufgrund des kulturellen Überbaus, sprich Unterhaltsrecht, deutlich abgemildert, wenn nicht sogar umgekehrt wurde. Aber diese Anpassung an die geänderten Verhältnisse konnten unsere genetisch gesteuerten Instinkte noch nicht nachvollziehen.

4. Selbst bei einer erfolgten Befruchtung durch eine solche weibliche Vergewaltigung würde dies weniger der männlichen Fortpflanzungsstrategie widersprechen. Wer in der Sekunde über 1000 Spermien produziert und theoretisch am Tag drei oder vier Kinder zeugen könnte, kann damit auch verschwenderischer umgehen als die Frau, die ein Ei im Monat und grob ein Kind pro Jahr produzieren kann und sich der Risiken der Schwangerschaft bewusst ist, die früher ja viel erheblicher waren. Zudem trägt sie in unserer Spezies traditionell die Hauptverantwortung für die Aufzucht und ist während dieser Zeit tendenziell unattraktiver für weitere, vielleicht bessere Bewerber.

Zusammenfassend: Die Frau muss sehr genau auswählen, ob der Genpool des potentiellen Partners gut genug ist und auch ob dieser bereit ist, sie während der Aufzucht zu unterstützen. Der Mann dagegen kann die Strategie fahren, seinen Samen möglichst breit zu streuen. Ausschlusskriterien sind eher, ob die Frau überhaupt Kinder bekommen kann und wenn ja, ob sie in der Lage und verantwortungsbewusst genug ist, das Kind dann auch durchzubringen. Diese Theorie ist altbekannt und auch vielleicht ein wenig platt. Ich habe aber noch keine überzeugende Widerlegung gelesen.

All das erklärt, warum Frauen viel empfindlicher gegenber sexueller Aggression sind. Der schon diskutierte Arschgrapscher ist für uns Männer eben aufgrund der geringeren Bedrohlichkeit sogar oft ein Kompliment. Ein Annäherungsversuch ist ja auch immer ein Nachweis der eigenen Attraktivität, was wir ohne Bedrohungshintergedanken genießen können. Wie oft hört man Männer darüber jammern, dass sie auch gerne mal angebaggert werden würden und nicht immer der ersten Schritt machen müsten. Passiert aber so gut wie nie, und wenn, dann ist meiner unmaßgeblichen Meinung nach der Prozentsatz der unattraktiven Frauen, von denen Mann Ann„äherungsversuche erfährt, noch weit höher als der Prozentsatz der unattraktiven Männer, von denen Frauen Annäherungsversuche erfahren. Kein Wunder, die attraktiven Frauen haben das ja auch nicht nötig, weil sie schon einen Pool an Verehrern um sich rum haben. Das scheint mit auch der Grund zu sein, warum ein Gutteil von Männern damit überhaupt nicht zurecht kommt, wenn Frau mal die Initiative ergreift. Es ist der unterschwellige Argwohn, „die hats nötig, die kriegt anders keinen, mit der ist was faul“. Jedenfalls höre ich oft von Frauen, dass es so gut wie nie funktioniert, wenn sie mal die Initiative ergreifen. Da ergreifen die Herren dann die Flucht. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass es einfach nicht zum männlichen Rollenbild des Aktiven, des Jägers geh”rt, wenn man mal der Gejagte ist. Aber es ist allenfalls unangenehm, aber nicht bedrohlich.

Etwas anderes ist nach meiner Erfahrung für Männer dagegen viel bedrohlicher als für Frauen, und sie kommen damit viel weniger klar als Frauen, nämlich Untreue der eigenen Dauerpartnerin. Frauen prangern es ja gerne als männliche Doppelmoral an, wenn Männer sich Seitensprünge gönnen, aber total ausflippen, wenn Frau sich das auch erlaubt. Nach meiner Lebenserfahrung können Frauen mit Seitensprüngen von Männer oft wesentlich besser umgehen. Männer betrachten ein Frendgehen Ihrer Frau viel eher als einen Angriff auf ihre Männlichkeit, während Frauen viel weniger ihre Weiblichkeit in Frage gestellt sehen.

Ich meine damit nicht die Eifersucht generell. Frauen sind oft eifersüchtiger, solange noch kein Grund vorhanden sind. Das liegt wohl am oft geringeren Selbstwertgefühl von Frauen. Während Frauen sich oft unterschätzen, neigen Männer ja bekannermaßen eher ein wenig zur Überschätzung. Warum sollte man also Konkurrenz fürchten, wenn man(n) sich eh für den tollsten hält?! Liefert der Partner aber einen Grund, schlägt das bei Männern viel schneller und viel mehr um ins Extreme.

Warum ist das so? Meine Theorie ist, dass es genau derselbe Grund ist, warum auf der anderen Seite sexuelle Aggression für Frauen wesentlich schlimmer ist. Es ist in unserer Spezies traditionell so, dass Frauen die Kinder aufziehen und die Kinder auch bei der Frau bleiben, sollten sich Eltern trennen oder ein Erzeuger von vorneherein kein Interesse hat, bei der Frau zu bleiben. Was Frauen oft nicht so auf dem Schirm haben, ist die Tatsache, dass, wenn sie ein Kind bekommen, sie zu 100% wissen, dass es tatsächlich auch ihres ist. Und dass das der Mann nie sicher weiß. Männer haben Angst vor Kuckuckskindern. Evolotionär betrachtet bedeutet dies eine Verschwendung von Ressourcen, wenn man unwissentlich ungewollte Gene durchfüttern und aufpäppeln muss. Das ist ungefähr gleichbedeutend mit einer Vergewaltigung, bei der Frau auch Gefahr läuft, ungewollte Gene aufziehen zu müssen.

Worauf ich hinaus will? Ich will zur Diskussion stellen, ob wir es akzeptieren können, dass Männer und Frauen manchmal anders ticken, andere Strategien für Überleben und Fortpflanzung haben, und damit auch unterschiedliche Empfindlichkeiten. Wenn Frau im Beisein des Partners mal mit nem anderen Typen flirtet, ist ein „Hab Dich mal nicht so, war doch harmlos“ genauso unangebracht wie dieselbe Ansage von einem Kerl, der Euch grade auf den Arsch geklatscht hat.

Und hier das obligatorische Popvideo. Es beschreibt, worum es ja doch immer geht und ist zugleich ein Aufschrei eines missverstandenen Mannes…

https://www.youtube.com/watch?v=lDJgtemS9MA

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19 Kommentare zu „Sexuelle Aggression und Seitensprünge – ist das Doppelmoral?“

  1. In vielen Punkten gehe ich konform mit dem Beitrag, allerdings nicht in allen. 😉
    “ Jedenfalls höre ich oft von Frauen, dass es so gut wie nie funktioniert, wenn sie mal die Initiative ergreifen.“
    Echt? Ich hab das genaue Gegenteil erlebt. Allerdings nur in puncto unverbindlicher Sex, und seltener bei der Anbahnung einer Beziehung. Wobei, mit dem Letzten bin ich seit fast fünf Jahren zusammen.
    „Nach meiner Lebenserfahrung können Frauen mit Seitensprüngen von Männer oft wesentlich besser umgehen.“
    Kann schon sein, doch ich vermute hier eine Kosten-Nutzen-Rechnung. Vielleicht lehne ich mich zu weit aus dem Fenster wenn ich behaupte, dass eine Frau über die Untreue ihres [gut verdienenden] Mannes eher dann hinwegzusehen bereit ist, wenn sie dafür im Gegenzug ihre wirtschaftliche Abgesichertheit behält und ihren gewohnten Lebensstandard beibehalten kann. Ist natürlich nur eine Vermutung.
    „Ich meine damit nicht die Eifersucht generell. Frauen sind oft eifersüchtiger, solange noch kein Grund vorhanden sind.“
    Ich hatte noch keine Beziehung mit einer Frau, sehr wohl jedoch mit [grundlos] eifersüchtigen Männern. Daher denke ich, dass sich diesbezüglich Männlein und Weiblein nichts schenken.
    „Das liegt wohl am oft geringeren Selbstwertgefühl von Frauen.“
    Wenn es am Selbstwertgefühl liegt, schenken sich Frauen und Männer auch diesbezüglich nichts.
    „Ich will zur Diskussion stellen, ob wir es akzeptieren können, dass Männer und Frauen manchmal anders ticken, andere Strategien für Überleben und Fortpflanzung haben, und damit auch unterschiedliche Empfindlichkeiten.“
    Ob wir es können? Ich finde, wir sollten tatsächlich dringend lernen, es zu akzeptieren. Achtung, ich werfe jetzt mal meine bescheidenen fünf cent in den Raum: Ich bin der Ansicht, dass Männlein und Weiblein tatsächlich in vielen Belangen unterschiedlich ticken. Hast du ja weiter oben sehr schön aufgedröselt.

    1. „Allerdings nur in puncto unverbindlicher Sex, und seltener bei der Anbahnung einer Beziehung.“ Das ist der springende Punkt. Eine Frau Ende 20, die nur unverbindlichen Sex sucht, wird damit weitaus mehr Erfolg haben als eine Frau Mitte 40 aufwärts, die eine Beziehung sucht, wenn sie den ersten Schritt macht. Die Aussage, dass es nicht funktioniert, habe ich schon öfters aus der letzteren Gruppe gehört. Hätte ich natürlich dazuschreiben können, nur wenn man in jedem Artikel immer sämtliche Nebenbedingungen dazuschreibt, wirds ne Abhandlung und kein Artikel.

      Ich denke auch, dass grundlose Eifersucht vor allem eine Frage mangelnden Selbstwertgefühls ist. In einem Punkt scheint es aber einen deutlichen Unterschied zu geben: Nach meiner Beobachtung haben Frauen wesentlich öfter Probleme damit, wenn ihr neuer Lover sich noch ab und zu rein freundschaftlich mit der Ex trifft, auch wenn da gar nichts mehr läuft. Männer scheint das wesentlich weniger zu jucken. Offensichtlich wird da viel mehr von den Frauen befürchtet, dass er noch an ihr hängt, oder gar sofort zu ihr zurückkehrt, sobald sie nur mit dem kleinen Finger winkt.

      1. Bezüglich der weiblichen Ü-40-Fraktion kann ich nicht mitreden. Allerdings unterschreibe ich glatt deine Vermutung mit dem mangelnden Selbstwertgefühl als Ursache für „unbegründete“ Eifersucht. Das unbegründet ist deshalb in Anführungsstrichen, weil die Eifersucht ja in den Augen des eifersüchtigen Partners durchaus berechtigt ist.

  2. Dass Frauen besser mit Seitensprüngen „umgehen können“ (wobei ich das Dulden und/oder Vergeben und Vergessen nicht als einen „guten Umgang mit Seitensprung“ bezeichnen würde – viel mehr habe ich den Eindruck, dass die Partner betrügender Leute häufig denken, dass sie sowieso nichts Besseres bekommen; das gilt sowohl für Männer, als auch für Frauen), halte ich für ein Gerücht, mit Verlaub. Ich weiß nicht, warum sich dieses Gerücht so hartnäckig hält. Vielleicht Wunschdenken? Der Statistik nach trennen sich nämlich mehr Frauen (55%) von ihren untreuen Männern als umgekehrt (49%). Jedenfalls in Österreich. Eigene Erfahrungen sind da nicht immer maßgeblich …

    Und was das „Unterschiedlich Ticken“ betrifft, fände ich es richtig schön, sich mal auf die Gemeinsamkeiten zu konzentrieren, statt ständig auf die Unterschiede. Bei Völkern wird das doch immer gepredigt (richtig so!), aber bei den Geschlechtern soll dann immer nur auf den Unterschieden herumgeritten werden, als wären Frauen und Männer zwei verschiedene Spezies. Mag sein, dass der Durchschnitt der Frauen sich vom Durchschnitt der Männer irgendwie unterscheidet, aber muss man das ständig, immer wieder, betonen? Damit sich Leute, die vielleicht aus der Reihe tanzen, möglichst „abnormal“ fühlen?

    1. „Und was das “Unterschiedlich Ticken” betrifft, fände ich es richtig schön, sich mal auf die Gemeinsamkeiten zu konzentrieren, statt ständig auf die Unterschiede. Bei Völkern wird das doch immer gepredigt (richtig so!), aber bei den Geschlechtern soll dann immer nur auf den Unterschieden herumgeritten werden, als wären Frauen und Männer zwei verschiedene Spezies.“ Hm. Prinzipiell würde ich dir in diesem Aufruf nur allzu gern zustimmen. Allerdings, wenn ich jetzt mal nur in meinem engsten Umfeld schaue, dann sehe ich, dass ausgerechnet die kleinen aber feinen Unterschiede zwischen meinem Partner und mir das größte Reibungspotential ausmachen. Seltener sind es die Gemeinsamkeiten, wegen denen wir uns zanken. Und ob diese Unterschiede nun geschlechtlich oder sonstwie bedingt sind, ich finde, dass ein wichtiger Aspekt des bewussten Menschseins tatsächlich die Akzeptanz gegenüber denen ist, die anders sind. Wir sind eben NICHT alle gleich. Natürlich gibt es Gemeinsamkeiten, doch diese Gemeinsamkeiten spüren wir fast instinktiv und rotten uns aufgrund dessen in Grüppchen zusammen. Die Unterschiede sind es, die uns auseinander bringen. Warum es Femis und Maskus schaffen, sich in unterschiedlichen Belangen benachteiligt zu fühlen. Ich will jetzt nicht bewerten, wer zu Recht und wer nicht. Oder wer mehr Recht hat als die andere Seite.
      Ich bin immer schon eine gewesen, die „aus der Reihe getanzt“ hat. Genauso wie es „die durchschnittliche Frau“ nicht gibt, so gibt es doch ein Bild, welches ein Mensch in Deutschland irgendwann aufgrund erlebter Beispiele davon hat, „wie Frauen sind“, weniger davon „wie eine Frau zu sein hat“. Für Männer gilt das gleiche. Es gibt ihn nicht, den „durchschnittlichen Mann“. Es gibt lediglich einen Querschnitt durch die Summe an Erfahrungswerten. Und warum sollte ein Mensch der aus der Reihe tanzt, sich nicht „anders“ fühlen? Dieses gefühlte Anderssein begleitet mich schon mein ganzes Leben, und jetzt? Ich fühle mich gut. Und, fast noch wichtiger: Ich fühle mich „richtig“. Ich bin bei mir.

      1. Und was willst du damit jetzt aussagen? Dass alles besser wird, je mehr wir die Unterschiede betonen? Je mehr wir Menschen in Schubladen stecken und ihnen somit einen Teil ihrer Individualität nehmen? Konkret: hilft es dir im Streit mit deinem Partner denn, zu wissen, dass er von Grund auf anders tickt als du, weil er ein Mann ist?

        Was bringen glorreiche, für die Menschheit höchst wichtige Erkenntnisse wie „Mädchen sind schlechter in Mathematik“, „schöne Menschen sind intelligenter“, „Männer können nicht treu sein“, „Schwarze erreichen bei (weißen) IQ-Tests einen niedrigeren Wert als Weiße“, „Asiaten haben einen kleineren Penis“ (und dann die Betonung, dass man ja nur wissenschaftliche Wahrheitsfindung betreiben will) denn genau dem einzelnen Individuum? Rein gar nichts. Sie schüren eher Zorn, Neid und das Gefühl von Wertminderung gegenüber dem, der laut diesen Studien (angeblich) besser wegkommt. Man fragt sich dann nur, ob wer auch immer diese Studien macht nichts Besseres, Wichtigeres zu erforschen hätte.

      2. „Und was willst du damit jetzt aussagen? Dass alles besser wird, je mehr wir die Unterschiede betonen?“ Nein, aber vielleicht lernen wir dass andere Menschen anders sind/anders ticken und trotzdem genauso okay sind.
        „Was bringen glorreiche, für die Menschheit höchst wichtige Erkenntnisse wie “Mädchen sind schlechter in Mathematik”, “schöne Menschen sind intelligenter”, “Männer können nicht treu sein”, “Schwarze erreichen bei (weißen) IQ-Tests einen niedrigeren Wert als Weiße”, “Asiaten haben einen kleineren Penis” (und dann die Betonung, dass man ja nur wissenschaftliche Wahrheitsfindung betreiben will) denn genau dem einzelnen Individuum? Rein gar nichts. Sie schüren eher Zorn, Neid und das Gefühl von Wertminderung gegenüber dem, der laut diesen Studien (angeblich) besser wegkommt. Man fragt sich dann nur, ob wer auch immer diese Studien macht nichts Besseres, Wichtigeres zu erforschen hätte.“ Wo hab ich denn DAS geschrieben?

      3. @rexi

        „Was bringen glorreiche, für die Menschheit höchst wichtige Erkenntnisse wie “Mädchen sind schlechter in Mathematik”, “schöne Menschen sind intelligenter”, “Männer können nicht treu sein”, “Schwarze erreichen bei (weißen) IQ-Tests einen niedrigeren Wert als Weiße”, “Asiaten haben einen kleineren Penis” (und dann die Betonung, dass man ja nur wissenschaftliche Wahrheitsfindung betreiben will) denn genau dem einzelnen Individuum? “

        Sie können dem Gefühl des Einzelnen entgegen wirken, dass er/sie aufgrund eines bestimmten Gruppenmerkmals diskriminiert wird und – richtig verstanden – deutlich machen, dass Gruppenunterschiede einzelnen Talenten eben gerade nicht entgegen stehen.

        Bestes Beispiel ist ja beispielsweise ein Großteil der feminstischen Bewegung, die ja gerade solche Gruppenunterschiede falsch verstanden als Diskriminierung verstehen und daraus eben Zorn, Neid, das Gefühl von Diskriminierung etc generieren.

        Wäre es nicht zB besser jungen Mädchen zu erzählen, dass Frauen in den gleichen Berufen und der gleichen Ausrichtung auf Karriere genau so viel verdienen wie Männer, dass es also auf das Individuum ankommt und der Gruppenunterschied nur im Schnitt besteht?

      4. Ich habe dir nicht unterstellt, dass du das geschrieben hast. Ich habe nur festgestellt, dass es nicht immer von Vorteil ist, den „kleinen Unterschied“ zu betonen und zelebrieren.

        Und das Problem ist, dass viele, wenn nicht gar die meisten Leute, die sich mit diesem „kleinen Unterschied“ (welcher es auch immer ist – ich spreche nicht bloß von Geschlechtern) befassen, eher nicht im Sinne haben, den anderen mit seinen Schwächen und Stärken, seiner Andersartigkeit zu akzeptieren und zu schätzen, sondern eher sich selber als besser zu repräsentieren oder aber die eigenen Schwächen/Unzulänglichkeiten zu entschuldigen und die Bestätigung von außen zu erhalten, dass doch der eigenen Art so sein müssen, weil es natürlich ist (und der Rest ist natürlich künstlich/verblendet/des Teufels). Den Eindruck habe ich zumindest …

      5. Edit: ich spreche hier ganz allgemein. Das ist kein Angriff auf dich, ich unterstelle dir nichts, @evilmichi.

    2. Mit Verlaub, Du hast da ein wenig unsauber zitiert bzw. interpretiert. Ich zitiere mal: „Insgesamt betrachtet ist eine Affäre des Partners für 52 Prozent der Befragten ein Trennungsgrund. Dabei würden 55 Prozent der befragten Frauen ihren Partner verlassen, sofern dieser ihnen untreu geworden sei. Bei den Männern gaben 49 Prozent der Befragten an, sich nach einer Untreue ihrer Partnerin von dieser zu trennen.“
      Das war nur eine Befragung, was sie für einen Trennungsgrund halten. Ob sie es dann tatsächlich tun, wenn der Fall auch eintritt, steht auf einem ganz anderen Blatt. Das hast Du mal eben hinein interpretiert. Ich würde die Zahl erstmal nur so sehen, dass sich Frauen in solchen Fällen gerne moralisch rigoroser geben. Das muss jetzt noch nicht so viel mit den tatsächlichen Trennungsgründen zu tun haben. Da müsste man doch eher Leute befragen, warum sie sich konkret getrennt haben.

      Natürlich gibt es sehr viele Gemeinsamkeiten zwischen Frauen und Männern, aber die Unterschiede machen es doch gerade interessant. Und ich bin wirklich der letzte, der irgendwen in irgendwelche Verhaltenskorsetts stecken will. Ganz im Gegenteil, ich finde Leute, die aus der Reihe tanzen, wunderbar. Nur weil man statistische, oder auch nur gefühlte, aus der Lebenserfahrung kommende, Unterschiede beschreibt, heißt das doch noch lange nicht, dass sich irgendwer auch tatsächlich gezwungen fühlen müsste, sich so zu verhalten.

    3. „Der Statistik nach trennen sich nämlich mehr Frauen (55%) von ihren untreuen Männern als umgekehrt (49%).“ Es gilt allerdings zu berücksichtigen, daß die Folgen einer Trennung für Männer meist ganz anders sind als für Frauen, folglich auch die Bereitschaft zu einer Trennung.

  3. „Etwas anderes ist nach meiner Erfahrung für Männer dagegen viel bedrohlicher als für Frauen, und sie kommen damit viel weniger klar als Frauen, nämlich Untreue der eigenen Dauerpartnerin. Frauen prangern es ja gerne als männliche Doppelmoral an, wenn Männer sich Seitensprünge gönnen, aber total ausflippen, wenn Frau sich das auch erlaubt. Nach meiner Lebenserfahrung können Frauen mit Seitensprüngen von Männer oft wesentlich besser umgehen. Männer betrachten ein Frendgehen Ihrer Frau viel eher als einen Angriff auf ihre Männlichkeit, während Frauen viel weniger ihre Weiblichkeit in Frage gestellt sehen.“

    Meiner Meinung nach können Frauen mit Seitensprüngen nicht wesentlich besser umgehen. Es führt schnell zum ende einer Beziehung, vielleicht nicht sofort, aber es besteht dann meist ganz erhebliches Mißtrauen, dass dann die Beziehung kaputt macht.
    Allenfalls wenn es im umklaren bleibt und sie es nicht unbedingt wahrnehmen müssen und ausblenden bzw irgendwie leugnen können, darin sind Frauen vielleicht besser als Männer.

    Ich würde aber auch sagen, dass sexuelle Untreue bei einem Mann weniger heißen muss, bei einer Frau ist es eher als bei einem Mann ein Zeichen dafür, dass sie sich trennen will, auch wenn das natürlich auch bei Einzelpersonen anders sein kann

    Zu den Kostenüberlegungen: Die Frauen trägt zwar die Kosten der Schwangerschaft, aber das bedeutet nicht, dass rein sexuelle Untreue für sie nicht bedrohlich ist. Denn evolutionär gesehen bedeutet Sex mit einer anderen Frau eben auch schnell, dass diese eine Beziehung mit ihm hat, er Gefühle für sie entwickelt oder sie schlicht weiteren Sex von einer „ernsten Beziehung“ abhängig macht. Sprich: Sex bedroht ihre Beziehung durchaus.

  4. Puhh. Harter Tobak. Aber da ich hier auch vorhabe mitzuschreiben, muß man sich anderen Meinungen stellen. „Der schon diskutierte Arschgrapscher ist für uns Männer eben aufgrund der geringeren Bedrohlichkeit sogar oft ein Kompliment.“ Schon hier wird es sehr bedenklich. Ob der Griff der Chefin am Gesäß so ein Kompliment ist? Ob es tatsächlich toll ist von der Journalistin als Politiker angemacht zu werden, weil die dabei nichts findet und er sich als Mann mal nicht so anstellen soll? Ist es toll für einen 13jährigen Jungen von der Lehrerin „geliebt“ zu werden? Oder gar wenn die Mama für das Geschlechtsorgan ihres „kleinen Manns“ gesteigertes Interesse entwickelt.
    All dass soll angeblich für männlich geborene Menschen toll sein. Weil ja Frauen die Übergriffe machen und das ist immer sexy? Und WIR Männer sind ja nicht bedroht? (wieso sprechen eigenlich so viele Leute für ihr ganzes Geschlecht? Hat die jemand zu Sprechers ernannt?)
    Nein, nur die die Missbrauch, Sexismus und Gewalttätigkeit aushalten müssen. Denen keine Schutzeinrichtungen zur Verfügung stehen und die keine Hilfe in der Not zu erwarten haben. Nur „die wenigen, die nicht ins Gewicht fallen“ müssen still sein um nicht mit „Victimblaming“ oder „Opfer-Täter-Umkehr“ bedacht zu werden und „Männer als Opfer? Haha“.
    Diese Schweigen der Männer wird gesellschaftlich als richtig angesehen. „Der Kavalier genießt und schweigt“ , der missbrauchte Junge, der geschlagne Ehemann, der gemobbte Angestellte allerdings auch sehr oft.

  5. „1. Wir leben im Bewusstsein, dass wir uns aufgrund der größeren Körperstärke (zumindest Frauen gegenüber) besser wehren können. Was manchmal auch ein Trugschluss sein kann, nur so nebenbei.“
    In erster Linie leben wir in dem Bewußtsein, daß wir uns selbst wehren und helfen müssen. Ob wir es können, hängt von der individuellen Statur von Angreiferin und Angegriffenen ab. Nicht abhängig davon ist, daß in der Regel dem Mann nicht geholfen wird.

    „2. Wir glauben, dass es zumindest sowas wie weibliche Vergewaltigung an Männern, also die schärfste Form der sexuellen Aggression, nicht gibt. Ob das wirklich stimmt, ist da erstmal unerheblich.
    Ja, die gibt es. “A 15-year-old boy who was raped by a 34-year-old woman now faces child support in Nebraska. This is the case for now 19-year-old Jeremy Steen, of Lincoln, Nebraska. In 2008, Steen was seduced and raped repeatedly by his 34-year-old baby sitter Linda Kazinsky. Sources testified that the sexual abuse took place weekly for nearly 3 years. After police were alerted, Ms. Kazinsky was arrested and charged with statutory rape and false imprisonment …” (http://livewirereview.com/pay-child-support/)“

    „3. Selbst wenn es so etwas wie weibliche Vergewaltigung gäbe, die möglichen Folgen dessen, Schwangerschaft und ein Kind durchfüttern zu müssen, hätte – zumindest aus evolutionstheoretischer Sicht – die Frau zu tragen, auch wenn das heute aufgrund des kulturellen Überbaus, sprich Unterhaltsrecht, deutlich abgemildert, wenn nicht sogar umgekehrt wurde. Aber diese Anpassung an die geänderten Verhältnisse konnten unsere genetisch gesteuerten Instinkte noch nicht nachvollziehen.“

    Nicht „Selbst wenn es so etwas wie weibliche Vergewaltigung gäbe“, sondern „Da es auch weibliche Vergewaltigung gibt“. Wer die Folgen zu tragen hat, entscheiden Gerichte, falls sie überhaupt angezeigt werden. Und die Gerichte kommen ja bisweilen zu recht eigenen Entscheidungen.

    „All das erklärt, warum Frauen viel empfindlicher gegenber sexueller Aggression sind. “
    Abgesehen davon, daß ich die Prämissen schon milde ausgedrückt abenteuerlich finde, sind m.E. Männer hauptsächlich deshalb weniger empfindlich, weil sie ganz einfach von klein auf lernen, daß sie jegliche Aggression gefälligst wie Männer wegzustecken haben, daß Beschweren nur Spott nach sich zieht und sie sich eben wehren sollen, wenn ihnen was nicht paßt, weil Solidarität für Frauen reserviert ist. Wer sich nicht wehren kann, kann sich ja auf dem Dachboden aufhängen. Oder besser im Wald. Da macht die Leichenflüssigkeit keine Flecken, und der Gestank stört auch nicht so. Ein Mann nimmt ja Rücksicht.

    „Der schon diskutierte Arschgrapscher ist für uns Männer eben aufgrund der geringeren Bedrohlichkeit sogar oft ein Kompliment.“ Auch wenn dich ein 200 Pfund schweres Nilpferd mit Mundgeruch und Fettsträhne befummelt?

    „Ein Annäherungsversuch ist ja auch immer ein Nachweis der eigenen Attraktivität, was wir ohne Bedrohungshintergedanken genießen können.“ Andere Gründe außer Attraktivfinden fallen dir nicht ein?

    „Wie oft hört man Männer darüber jammern, dass sie auch gerne mal angebaggert werden würden und nicht immer der ersten Schritt machen müsten.“ Schon, aber nur wenn (sexuelles) Interesse dahintersteht und sie es tut, weil ich ihr gefalle.

    „wenn Frau mal die Initiative ergreift.“ Die Initiative ergreifen, also ein Anflirten, ist was gänzlich anderes, als in der überfüllten U-Bahn Anderen am Hintern zu fummeln oder Schlüpfrigkeiten zu zischeln. Ist hier Einer, der sich darüber freuen würde, wenn eine ihm in der Bahn ein „Willste mir nachher die Musche lecken“ ins Ohr flüstert? Bitte melden.

    „Da ergreifen die Herren dann die Flucht. “ Kommt an auf: 1. die Tageslaune, 2. die Attraktivität der Frau, 3. Die Art der ergriffenen Initiative.

    „… zur Diskussion stellen, ob wir es akzeptieren können, dass Männer und Frauen manchmal anders ticken, andere Strategien für Überleben und Fortpflanzung haben, und damit auch unterschiedliche Empfindlichkeiten. “

    Männer und Frauen ticken unterschiedlich. Aber ich rate Dir, Deine Theorien zur Ursache nochmal empirisch zu überprüfen.

  6. „Der schon diskutierte Arschgrapscher ist für uns Männer eben aufgrund der geringeren Bedrohlichkeit sogar oft ein Kompliment. Ein Annäherungsversuch ist ja auch immer ein Nachweis der eigenen Attraktivität, was wir ohne Bedrohungshintergedanken genießen können.“

    Kann ich aus eigener Erfahrung, die ich unlängst wieder gemacht habe, voll bestätigen. Bei einer sehr unattraktiven Frau oder einer, von der ich abhängig bin, wäre das natürlich nicht schön. Aber so, wie es geschehen ist: Ein geiles Gefühl! Körperlichkeit macht Spaß!

    „Wie oft hört man Männer darüber jammern, dass sie auch gerne mal angebaggert werden würden und nicht immer der ersten Schritt machen müsten. Passiert aber so gut wie nie, (…) Kein Wunder, die attraktiven Frauen haben das ja auch nicht nötig, weil sie schon einen Pool an Verehrern um sich rum haben. (…) Jedenfalls höre ich oft von Frauen, dass es so gut wie nie funktioniert, wenn sie mal die Initiative ergreifen.“

    Da habe ich zum Glück ganz andere Erfahrungen gemacht. Die Frauen, die bei mir den ersten Schritt gemacht haben, waren attraktiv und ich halte von ihnen bis heute große Stücke.

    Was sehr schade ist (und ich neulich wieder gehört habe): In Osteuropa etwa wird den Frauen eingetrichtert, dass sie als „Schlampe“ gelten, wenn sie auch nur in irgendeiner Form den ersten Schritt machen. Entsprechend verlegen sich dann viele darauf, als ob es kein Morgen gibt sich zurechtzumachen und inständig zu hoffen, dass der gewünschte Mann sie doch ansprechen möge. Eine sehr frustrierende Sache, zum Abwarten gezwungen zu werden. Wenn man mir aus dieser Ecke etwas von einem notwendigen Wandel des Frauenbildes erzählt, kann ich da voll zustimmen. Irgendwie sehe ich große Unterschiede zu Deutschland. 😉

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