Fundstück: Spaß mit Männerhass – Folge 15

Bei Stadtmensch-Chronicles wird schön herausgestellt, warum sich der unten beschriebene Test lohnt:

Würde man nämlich derartige Schuldzuweisungen, wie sie von Frauen an Männer gemacht werden, auf andere Peergroups übertragen – etwa Schwarze vs. Weiße, Arier vs. Juden (letzter Vergleich nur aus dramaturgischen Gründen) – dann würde einem die Monstrosität der Vorwürfe geradezu entgegen springen. (…) Würde z.B. ein Politiker Sätze in die Welt streuen wie »Juden sind halbe Wesen« oder »Alle Schwarze sind potenzielle Vergewaltiger«, dann würde es sein sofortiges Karriereende bedeuten und zwar völlig unabhängig vom »Wahrheitsgehalt« oder von nachgeschobenen Entschuldigungen wie etwa »aus dem Zusammenhang gerissen«. Frauen dürfen das anscheinend, insbesondere die feministischen in Funk und Fernsehen.

Ich muss fast immer, wenn ich solche Ungeheuerlichkeiten lesen, laut loslachen. Dass jemand ernsthaft in der Öffentlichkeit solche Aussagen über Ausländer, Schwarze oder Juden tätigt, ist so jenseits von Gut und Böse, dass mich allein Vorstellung daran zum Lachen bringt, weil es einfach zu absurd klingt. Und genau über diese Schiene kann sich die Debatte einschleichen. Wie ich in einem Kommentar unter den letzten Beitrag der Serie schrieb:

Zu erkennen, dass einem derselbe Grütz mit nur ein paar ausgetauschten Wörtern unter verschiedenen Etiketten präsentiert ist, ist schon einmal ein wichtiger Schritt.

Dann noch darauf zu kommen, dass das ja in keinem Fall angemessen ist, ist mein frommer Wunsch an andere. Das wird bestimmt nicht immer klappen (und ich bin mir sicher, da ebenfalls irgendwelche Scheuklappen zu haben), aber wenn ich da nur einen einzigen Menschen zum Nachdenken bringe, hat es sich gelohnt.

Zur Erinnerung: die Spielregeln

Nur ein kleiner Test:

Was kommt dabei heraus, wenn ich in einem Text „Männer“ wahlweise durch „Ausländer“, „Schwarze“ oder „Juden“ ersetze?

Fundstücke mit Quellangabe einfach in die Kommentare schreiben!

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? „I can’t believe the news today“ – das ist genau meine Reaktion, wenn ich den Test durchführe.

U2: Sunday Bloody Sunday (live)

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17 Antworten zu Fundstück: Spaß mit Männerhass – Folge 15

  1. Lisa schreibt:

    Warum eure Serie „Spaß mit Männerhass“ ziemlich verlogen ist, schreibt Onyx hier:
    https://onyxgedankensalat.wordpress.com/2016/10/22/spass-mit-frauenhass/

    • @lisa

      Alles was Onyx sagt ist, dass das schon andere gemacht haben. Und sie kündigt an, dass man das auch mit antifeministischen Texten machen könnte. Das sagt aber nichts aus:

      Niemand hier hat behauptet, das Konzept erfunden zu haben
      Und Onyx ewiges „auf der anderen Seite gibt es auch müll“ verkennt, dass man durchaus etwas gegen radikalen Feminismus und radikalen Maskulismus haben kann und beides ablehnt.
      Nur das eben im Feminismus der Radikalfeminimus mainstream ist.

      Onyx kann das je gerne mal versuchen. Mal sehen, was sie findet und ob es überzeugt.

    • Bist du das selbst Onyx? Die Wortwahl wäre so typisch

    • Graublau schreibt:

      Interessanter Artikel. Hat eine Antwort verdient.

    • Matze schreibt:

      Ich überlese da anscheinend die Stelle immer wieder wo steht warum das hier verlogen ist. Bitte zitieren.

    • Graublau schreibt:

      @Lisa: Findest Du, dass Onyx schreibt, dass die Serie ziemlich verlogen ist? Oder findest Du die Serie aufgrund Onyx‘ Artikel verlogen? Wenn ja, warum? Wenn nein, was ist denn Deine Meinung, ganz losgelöst von Onyx‘ Artikel? 🙂

    • Lisa schreibt:

      Na sie schreibt zum Beispiel zu Esther Vilar:

      „Was da als originelle Idee verkauft wird, ist allerdings schon eine ältere Idee und wurde bereits in den 70ern von Alice Schwarzer etabliert, als sie in ihrem Gespräch mit Esther Vilar sagte, „man müsse in deren Hass-Pamphlet das Wort Frauen durch Juden oder Neger ersetzen, und das Buch wäre reif für den Stürmer“. Und jeder, der auch nur ein paar Zeilen des Buches kennt, sieht, dass das durchaus legitim war.“

      Und das stimmt!

      • Matze schreibt:

        Ja, aber warum ist dann „Spaß mit Männerhass“ verlogen? Soll man nicht zeigen mit was für einer Verachtung über Männer gesprochen und geschrieben wird, weil Esther Vilar ne blöde Kuh ist oder weil es solche Text auch über Frauen gibt?

        Bei den meisten feministischen Aktionen geht es doch auch darum nur den Sexismus gegen Frauen zu zeigen. Sind die auch alle verlogen?

      • Graublau schreibt:

        @Lisa: Danke für die Erklärung.

        Fasse ich das richtig zusammen?

        Die Serie „Spaß mit Männerhass“ kritisiert männerfeindliche Äußerungen.
        Das ist verlogen, weil es das a) schon früher gab und b) man das auch mit frauenfeindlichen Äußerungen gemacht hat.

        Wenn nein, wie ist die Logik? Was ist Deine Zusammenfassung? 🙂

      • djadmoros schreibt:

        @Lisa:

        »Und jeder, der auch nur ein paar Zeilen des Buches kennt, sieht, dass das durchaus legitim war.«

        Vilars Buch mit all seiner Polemik ist bereits Anfang der 70er Jahre eine Reaktion auf die vorangehende radikalfeministische Publizistik mit all ihren Verkürzungen, Vereinseitigungen und schrillen Anklagen. Gefährlich für den Feminismus wurde sie nicht aufgrund der Tonlage ihres Buches, sondern aufgrund ihrer inhaltlichen Thesen.

        Denn diese von der Polemik transportierten inhaltlichen Aussagen waren der eigentliche Grund für die Anfeindungen gegen sie: sie hatte die Perspektive der angeblichen Frauenunterdrückung durch Männer einfach umgedreht und gezeigt, dass man diese Verhältnisse genauso gut, mit derselben Plausibilität, auch andersherum beschreiben kann.

        Damit nimmt sie sehr früh die Grundthese der Männerrechtsbewegung vorweg, derzufolge der Feminismus jegliche Art männlicher Kosten im sogenannten »Patriarchat« und der modernen Gesellschaft unterschlägt und somit empirisch auf dem Fundament einer Bilanzfälschung aufbaut. Dass die Form, in der Vilar geschrieben hat, die einer polemischen Überzeichnung ist, ist dem Gegenstück der grobschlächtigen Anklagen des Radikalfeminismus dieser Zeit geschuldet.

        Diesen Kontext zu unterschlagen ist entweder historisch kenntnisfrei und naiv oder unredlich. Und »verlogen« ist in diesem Zusammenhang vor allem der Vorwurf von Alice Schwarzer, der die eigene Polemik noch nie grobschlächtig genug sein konnte, wenn sie nur die gewünschte Wirkung erzielte.

      • Matze schreibt:

        djadmoros, das was du schreibst ist problematisch.

        😉

  2. Lisa schreibt:

    Hey, guckt mal in den Spamordner!

  3. tom174 schreibt:

    sunday bloddy sunday… einer meiner alltime favourite songs..

  4. Matze schreibt:

    Zeit Online bezeichnet Lena Dunham als „Ikone eines modernen Feminismus“

    Warum nur wird Feminismus immer wieder mit Männerhass in Verbindung gebracht?

    Habt ihr auf gelesen wie neulich bekannter männlicher Star öffentlich die Meinung äußerte das Frauen sich erst noch in gute Frauen entwickeln müssen…? Nein, nicht gelesen? Vielleicht weil das ein öffentlicher Selbstmord ist. Sowas über Männer zu sagen bewegt hingegen keine Zeitung das mal zu kritisieren…

    The man in the clip says, “well, white men are a problem … white straight men are a big problem, that’s for sure.”

    “But I actually feel pretty good about it, I think straight white guys have been screwing things for long enough,” adding: “High time for straight white males to step back and let some other people do it.“

    Und drüfen die Weißen Männer dann in die Länder mit geringen Weißenanteil gehen und da dann den Karren in den Sand fahren, so als Ablösung für die hiesige farbige Bevölkerung, die da ja dann auch wohl jetzt lange genug nur Mist gebaut hat?

    Oder ist das wie mit den Diversity Programmen, die nur dort zum Einsatz kommen wo aufgrund der Bevölkerungszusammensetzung einfach die meisten Stellen von weißen besetzt sind?

    Hier z.B. 100% Diversity:

    Oder hier:

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  6. Pingback: Fundstück: MTV und der „typische“ Mann | Geschlechterallerlei

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