Kurznachrichten vom 13.01.2016

1: Bei der FAZ gibt es einen süffisanten Kommentar dazu, wie Stefanie Lohaus, Mitherausgeberin der feministischen Zeitschrift „Missy Magazine“, vom Deutschlandfunk als Expertin für – ähm – nichts zu den Angriffen auf Frauen an Silvester in Köln interviewt wurde.

2: Hatte ich nicht vor zwei Tagen noch gemeint, das einzige, was noch fehlt in der Debatte, ist, dass die Frauen, die in der Silvesternacht Übergriffe erfahren haben, als Rassistinnen beschimpft werden? Das ist jetzt auch durch. Allerdings kam der Vorwurf nicht von Feministinnen, sondern anscheinend von Salafisten.

3: Kommentator „Teardown“ bringt bei Alles Evolution die Verlogenheit der Kampagne #ausnahmslos auf den Punkt:

Lackmustest für Feministinnen: Hätte es dieses hashtag auch gegeben, wenn Dutzende weisse Männer solche Übergriffe aus dem Mob organisiert hätten? Nach dem Motto: Ja das war schlimm, aber wir wenden uns gegen Gewalt gegen Frauen generell und müssen daher auch über gewalt von ausländischen Männern reden?

Na na na? Genau, völlig undenkbar.

4: Auf dem feministischen Blog gleichheitunddifferenz wurde ein durchaus vernünftiger Artikel mit dem Titel „(Sexuelle) Gewalt verharmlosen – eine Anleitung in 5 Schritten“ veröffentlicht. Ich habe die Anleitung um drei Schritte ergänzt:

Schritt 6: Bringen sie andere als Mittäter ins Spiel, die mit der Sache gar nichts zu tun haben

Die Täter gehören zu einer Gruppe, die Sie eigentlich beschützen möchten? Macht nichts! Andere, denen Sie lieber ans Bein pinkeln möchten, haben das doch sicher auch schon getan. Oder zumindest nicht in der Form, aber irgendwie halt. Hauptsache dass, wenn schon wer angeklagt werden soll, es dann doch die richtigen trifft! Starten Sie eine Kampagne, die das Blickfeld #ausnahmslos auf die neuen unbeteiligten Mittäter lenkt!

Schritt 7: Behaupten Sie, das sei alles nichts neues und das habe es schon immer gegeben

Vergleichen Sie den Vorfall mit zurückliegenden Vorfällen. Setzen Sie dabei die neuen Mittäter aus Schritt 6 ein und wenden sie ausgiebig Schritt 4 an. Übertreiben Sie die Anzahl der Taten beim Vergleichsfall. Setzen Sie auf absolute Zahlen, um zu verschleiern, dass 20 Fälle in zwei Wochen bei fast 6 Mio Besuchern ein bisschen weniger sind als 200 Fälle in einer Nacht bei max. 2000 Besuchern. Falls Ihnen irgendwer auf die Schliche kommt, ziehen Sie die Karte: Zahlen sind nicht so wichtig! Jeder Einzelfall zählt und ist einer zuviel!!!1!elf

Und schließlich ganz wichtig:
Schritt 8: Verdächtigen Sie die Opfer und ihre Fürsprecher

Bringen Sie unlautere Motive ins Spiel, die Sie den Opfern und ihren gesellschaftlichen Anwälten unterstellen. Standard-Vorwürfe wie Sexismus und Rassismus gehen immer.

5: Kaum ist #ausnahmslos gestartet, gibt es schon die ersten Parodien dazu, z.B. das Buch von petr@ müller_in, die den Satire-Twitter-Account @radarfurie betreibt: „weil ich* #ausnahmslos recht habe„.

Nachbemerkung: Ich lasse ab sofort meinen Usernamen hinter jeder Nachricht weg. Wenn kein Username aufgeführt wird, dann kann davon ausgegangen werden, dass die Nachricht vom Ersteller des Artikels ist.

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1 Kommentar zu „Kurznachrichten vom 13.01.2016“

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