Warum ich die persönliche Perspektive wichtig finde

Mein Artikel „Warum sich für mich tatsächlich etwas geändert hat„, in dem ich sehr grob mein geistiges Aufwachen beschrieben habe, hat – für mich völlig überraschend – eine positive Beurteilung von Onyx bekommen. Sie wirft dabei einen ganz interessanten Aspekt in den Raum:

Ich finde es ganz wichtig, sich hier mal vor Augen zu führen, dass Debatten nicht zielführend sind, die sich nur darauf beschränken, die jeweils andere Position pauschal als „Feindlichkeit“ abzutun, sondern zu erkennen, dass die Intentionen mitunter gar nicht so verschieden sind, wenn man sie aus einer persönlichen Perspektive betrachtet.

Und es bringt genauso wenig, jetzt zu sagen. „Ja du erzählst zwar aus deiner Postion heraus das gleiche wie ich, aber ich hab halt Recht und du nicht“. Das wäre hochgradig anmaßend und tatsächlich ein Zeichen für Feindlichkeit.

Man kann nicht einfach die persönliche Erfahrung anderer als falsch bezeichnen, nur weil sie mit der eigenen nicht übereinstimmt. Denn genau das führt nicht zu Lösungen und Erfolgen, die ja so sehr herbeigesehnt werden, sondern zu Feindseligkeit, Unverständnis und Hass.

Darauf können wir uns einigen.

Ich weiß gar nicht, ob ich das jemals ausdrücklich irgendwo geschrieben habe: Meine Artikel haben deswegen fast immer ein „Warum ich…“ im Titel, gerade weil sie eine persönliche Sicht auf die Dinge abbilden. Ob das andere auch so sehen, ob davon etwas allgemein gilt – das kann ich nicht entscheiden und will es mir auch gar nicht erst anmaßen.

Nur dass ich diese meine Sicht schreiben kann, das ist mir sehr wertvoll. Denn es war einer der wichtigsten Gedanken hinter dem Bloggen, gerade nicht in den „Kampf um die Deutungshoheit“ zu ziehen, der sich sowieso meistens nicht gewinnen läßt und oft nur verbrannte Erde zurückläßt. Der erste Schritt aus so einer vertrackten Situation, so meine Einschätzung, kann ja tatsächlich darin bestehen, wenn jeder erst einmal seine Sicht schildert – auf die Dinge, auf die Welt, was auch immer.

Das wird nicht dazu führen, dass sich plötzlich alle liebhaben. Im Gegenteil, die inhaltlichen und weltanschaulichen Unterschiede verschwinden ja nicht, sie werden umso deutlicher. Dazu kommt, dass geschriebene Texte immer einen Grad unfreundlicher wirken als sie gemeint sind. Ich stelle mir beim Lesen dann auch noch den Tonfall vor, in dem ich erwarte, dass sie geschrieben wurden (meist kein sehr angenehmer). Außerdem neige zumindest ich zum „Tunnellesen“ – ich blende unpassende Fakten aus und nehme vor allem die wahr, die meine bisherige Ansicht sowohl von der Sache als auch der Person stützen.

Das fällt mir noch am ehesten auf, wenn ich mich über einen Artikel ärgere, mir aber noch ein paar Tage gebe, bis der Zorn verraucht ist, bevor ich losblogge. Beim erneuten Lesen der Quelle bin ich dann deutlich ruhiger, ich weiß ja schon, was ich für Aufreger zu erwarten habe, und stelle dann fest: Lohnt sich gar nicht, der Ärger. Sicher, ist überhaupt nicht meine Meinung, und ich halte das im Großen und Ganzen für falsch, aber es ist auch nicht die eine ganz fürchterliche Formulierung drin, die sich für ein Zitat eignen und den Grund für meine Ablehnung auf den Punkt bringen würde. Es ist eher „naja, 10% der Leute / Situationen / Beispiele aus dem Weltbild kenne ich auch in meinem, das sind bei mir die Extremfälle. Will ich nicht leugnen.“, und mir fällt dann nichts Sinnvolles mehr ein, was ich darüber hinaus noch schreiben könnte.

Konstruktiv verschiedener Meinung zu sein, ist eine Kunst für sich. Bei dieser Gelegenheit ein Dankeschön an errollbundelfeuerstein, die eine ganze Weile immer wieder in den Kommentaren Gegenpositionen zu meinen Artikeln geschrieben hat und zwar auf solche Weise, dass ich tatsächlich darüber nachdenken musste. Ich habe es so in Erinnerung, dass die Kommentare geradezu die Artikel erst komplettierten. Meine Hochachtung!

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Schmucksteine und Drachen… da fiel mir dieser Liedertitel ein.

Rhapsody: Emerald Sword

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1 Kommentar zu „Warum ich die persönliche Perspektive wichtig finde“

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