Fundstücke: Weibliche DJs

Zum Thema weibliche DJs hatte aranxo aus einem Interview mit Susanna Kim zitiert. Dabei wird die Behauptung im Anreißer, sie erkläre, warum Frauen hier fehlten, nicht gehalten.

Frage: Was denken Sie, warum gibt es, gerade im Hip Hop, so wenig DJanes?

Kim: Ich glaube, dass es gar nicht so wenige DJanes gibt. Früher habe ich das aber auch so wahrgenommen. Umso mehr ich mit der Thematik zu tun habe, umso mehr DJanes lerne ich kennen. Ich habe allerdings das Gefühl, dass es viel mehr DJanes im Elektronischen Bereich gibt als im Hip Hop. Obwohl es mittlerweile einige Frauen gibt, ist der überwiegende Teil immer noch männlich. Genau sagen, woran das liegt, kann ich gar nicht, das finde ich selbst komisch. Vielleicht kommen Frauen nicht so oft drauf, dass man ja auch selbst auflegen kann.

Damals vermutete aranxo selbst, die Fragerei habe darauf abgezielt, eine Antwort zu erhalten à la „die Männer lassen sie nicht richtig ran, Frauen müssen sich doppelt beweisen etc.“. Die Antwort von Susanna Kim finde ich tatsächlich angenehm unaufgeregt.

Schon 2014 hatte sich bei Erzählmirnix folgende Diskussion ergeben:

cheshirecat1234:

Zum feiern gehe ich sehr gern zu elektronischer Musik aus. Im Sommer oft zu Openairs und Festivals. Das Lineup besteht meist fast ausschließlich aus männlichen DJs, da die Veranstalter meist nur Männer einladen und das Publikum es gewöhnt ist, Männer an den Mischpulten zu sehen. Warum ist das wohl so?

erzählmirnix:

Weiß ich nicht, mir fallen viele Gründe dafür ein. Hast du Studien dazu oder ist deine vage Vermutung alles was du an Fakten hast?^^ Möglich wäre ja auch, dass es weniger Frauen in der Branche gibt. Dass sie keine Lust haben. Dass sie sich weniger in den Vordergrund drängen. Dass sie schlechter sind. Alles ebenso möglich wie „Niemand will Frauen auf die Bühne lassen!“

Einige Kommentare später kommt noch eine sehr schöne Erklärung:

Kenshin:

Hauptberuflich DJ (also Elektro DJ im Sinne selbst mixes zu machen, nicht nur cds in den player oder das macbook laufen lassen) zu sein ist ein großes finanzielles Risiko. Und es gibt auch nicht unendlich Geld zu verdienen in der Szene. Um wirklich gut zu werden muss man sich mit der Technik auskennen, originell sein und das auf längere Sicht. Das schreckt viele Neulinge ab. Und da sind wir dann auch bei dem Grund, warum in den meisten (nicht Pop-) Bands keine Frauen sind und warum es so wenige weibliche Selbstständige gibt. Frauen tendieren dazu risikoavers zu handeln und das hat wahrscheinlich nicht mal etwas mit ihrer Sozialisation zu tun.

Es dürfte also für den Veranstalter nicht unbedingt einfach sein eine Qualitativ hochwertige DJane zu finden, die entsprechend Publikumswirkung hat, schlicht weil es auch so viel weniger von ihnen gibt.

Ist doch schon, wenn die wesentliche Punkte schon einmal gesagt wurden und man sie nur noch einmal zitieren muss…

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Jaja, dummes Wortspiel mit dem Namen und so… ich musste aber trotzdem daran denken!

Alice Deejay: Better Off Alone