Warum die Geschichte der Menstruation eine Sache von Männerrechtlern ist

Naja, tatsächlich wollte ich mich erstmal darüber lustig machen, wie verwirrtfeministische Ansätze es mit einer gewissen Regelmässigkeit (haha) in die Medien schaffen. Jetzt wurde bei Spiegel Online mal wieder die Menstruation in die Runde geworfen. Tabuthema Menstruation: Das rote Tuch.

Das übliche halt. Frauen sind ja soooo unterdrückt weil das fiese Patriarchat ihre Blutungen unterdrückt. Richtig ist vielmehr, daß menstruationsbedingt gebärfähige Frauen von der Arbeit fernbleiben und daß das böse Patriarchat darüber kein Aufsehen macht. Nein, die allermeisten Frauen und Männer wollen sich nicht mit der Menstruation von Extremfeministinnen auseinandersetzen und sie wollen auch nicht über die Bremsstreifen in den Unterhosen sprechen. Die Kommentare auf Spiegel Online sind hier eigentlich ausreichend, zur Zeit sind es ca 16 Seiten, in denen eigentlich alles dazu gesagt wurde. Geschätzte 99% der Bevölkerung wendet sich wahrscheinlich vor Fremdscham vor diesem Artikel ab, die Frauen in besonders hohen Maße.

Warum es wie ich finde doch eine Sache von Männerrechtlern ist? Weil natürlich auch diesmal eine Wortmeldung einer Feministin nicht ohne Männerhass auskommt.

„Wenn Männer menstruieren könnten“, so hieß der Essay, in dem die Feministin Gloria Steinem Ende der Siebzigerjahre in der US-Zeitschrift „Ms.“ die Welt auf den Kopf stellte. In dem Artikel zeichnete sie das Bild einer Gesellschaft, in der ganze Horden von Wissenschaftlern sich der Erforschung von Unterleibskrämpfen widmen. Wo in TV-Shows und Filmen offen über Monatszyklen gesprochen wird. Und wo die erste Periode im Leben eines Jungen mit einer großen Party gefeiert wird. Geschenke und Familienessen inklusive.

Als Entgegnung Kommentar Nr. 25:

Dieser Einstieg ist in Anbetracht der Tatsache, dass der erste Gesundheitsbericht 2001 ein reiner Frauengesundheitsbericht war und der erste Männergesundheitsbericht der Bundesregierung erst 2013 erschienen ist, eine absolute Unverschämtheit

Und da hat Mastermason absolut recht.

Aber es geht noch weiter. Die erste Menstruation wird in der Regel (haha!) durchaus gefeiert, aber das ist zumeist –da recht intim– ein Thema zwischen Mutter und Tochter. Schade, wenn die Mutter nicht feinfühlig genug ist, aber mal wieder nicht die Schuld des Patriarchats. Wo gibt es denn die erste große Party bei Jungs? Richtig, bei der Beschneidung. Dieses perverse Ereignis, diese Verstümmelung ist das tolle Ereignis für Jungs.

Der erste Samenerguß hingegen wird überhaupt nicht thematisiert. Dabei ist dieses Ereignis doch das, was den Jungen dem Mädchen entsprechen der ersten Regel in die Erwachsenenwelt führt. Ein Ereignis auf das sie durchaus stolz sein dürfen. Bei dem sie jedenfalls nicht mit ihren Fragen allein gelassen werden sollten. Wir sollten den Tag des ersten Samenerguß durchaus als ein positives Ereignis gestalten. Als Eltern und insbesondere auch als Gesellschaft, denn dieses Thema ist besonders für Eltern recht heikel zu besprechen. „Na Junge, hast Du abgespritzt?“.

Vielleicht finden wir in 50 Jahren dann auch Artikel in Spiegel Online, in dem verwirrte Männerrechtler Steuerbefreiung für Taschentücher und Handcreme fordern.

Advertisements

23 Kommentare zu „Warum die Geschichte der Menstruation eine Sache von Männerrechtlern ist“

  1. Diese ganze Diskussion macht mich einfach immer wieder absolut sprachlos.

    Ich kenne KEINE EINZIGE Frau, die das Bedürfnis verspürt, sich groß über ihre Menstruation auszutauschen. Was ist denn los mit den Leuten?

    „“Wenn Männer menstruieren könnten“, so hieß der Essay, in dem die Feministin Gloria Steinem Ende der Siebzigerjahre in der US-Zeitschrift „Ms.“ die Welt auf den Kopf stellte. In dem Artikel zeichnete sie das Bild einer Gesellschaft, in der ganze Horden von Wissenschaftlern sich der Erforschung von Unterleibskrämpfen widmen. Wo in TV-Shows und Filmen offen über Monatszyklen gesprochen wird. Und wo die erste Periode im Leben eines Jungen mit einer großen Party gefeiert wird. Geschenke und Familienessen inklusive.“

    So ein Unfug. Wenn Männer menstruieren würden, würden sie, ebenso wie jede halbwegs erwachsene Frau, begreifen, dass es nunmal wehtun kann, wenn sich die Gebärmutter zusammenkrampft, um die abgestorbene Schleimhaut abzustoßen. Haben die in Biologie alle nicht aufgepasst? Und warum zur Hölle sollte jemand über Monatszyklen reden wollen? Als würde es mich auch nur die Bohne interessieren, was andere Frauen für einen Zyklus haben.
    Die erste Periode mit der Familie feiern? So etwa: https://www.youtube.com/watch?v=NEcZmT0fiNM ? (Ich liebe ja die Mutter in dem Video…)

    „Noch viel absurder scheint selbst heute noch die Idee einer Gesellschaft, in der die Periode ein Thema ist, über das offen gesprochen und diskutiert wird.“

    Was soll denn da diskutiert werden? Grade weil die Menstruation etwas so Natürliches ist, gibts da doch überhaupt nichts zu diskutieren. Da so ein Gewese drum zu machen, ist einfach nur bescheuert.

    „In der Werbung wird Frauen und Mädchen suggeriert, die Periode sei etwas, das unsichtbar, in aller Stille, ja, fast schon steril vonstatten gehen müsse. In Bindenwerbung wird der Blutfluss durch eine frische blaue Ersatzflüssigkeit symbolisiert. Keine Krämpfe, keine Kopfschmerzen, keine fleckigen Bettlaken – stattdessen wird in weißer Unterwäsche auf dem weiß bezogenen Bett getanzt. Menstruierende Frauen? Kein Problem. Nur anmerken sollte man es ihnen nicht.“

    Da hat mal wieder jemand keine Ahnung, wie Werbung eigentlich funktioniert. Ich frage mich ja, ob die Gute auch Toilettenpapier kaufen würde, das mit vollgekackten Unterhosen beworben wird…

    „Viele Frauen haben es satt, sich für etwas völlig Normales zu schämen und sogar beleidigen zu lassen.“

    Ich kenne übrigens auch keine einzige Frau, die sich für ihre Periode schämt. Wär ja auch total bekloppt.

    „Alternativen zu Tampons und Binden sind Nischenprodukte. Biotampons werden nicht offensiv vermarktet.“

    Tja, so läuft das. Wer das meiste Geld in Werbung steckt, bekommt auch die beste Werbung. Also ehrlich, ich befasse mich mit diesen ganzen Geschlechterthemen jetzt seit knapp einem Jahr recht intensiv und hab schon die Nase SO voll davon, ständig absolute Selbstverständlichkeiten zu erklären. Viele von euch machen das ja schon seit Jahren. Wie haltet ihr das aus? Da wird man doch rammdösig.

    „Richtig ist vielmehr, daß menstruationsbedingt gebärfähige Frauen von der Arbeit fernbleiben und daß das böse Patriarchat darüber kein Aufsehen macht.“

    Na, darüber gibt es auch kein Aufsehen zu machen. Denn zuerst einmal werden sich die Frauen, die während der Periode zuhause bleiben, in Grenzen halten und auch wenn ich das ganze Theater, das um dieses Thema gemacht wird affig finde: Es gibt sie durchaus, die Frauen, die während ihrer Tage so starke Schmerzen haben, dass sie schlicht zu diesem Zeitpunkt arbeitsunfähig sind. Das ist, als würde man darüber mosern, dass jemand mit starken Rückenschmerzen oder mit einer Grippe flach liegt und nicht arbeiten geht. Aus welchen Gründen sich ein Mensch einen Krankenschein nimmt, geht außer diesen Menschen selbst und seinen Arzt erstmal niemanden was an. Bei all der absolut gerechtfertigten Empörung über dieses lächerliche Rumgeplärre nach kostenlosen Tampons und freier Menstruation, sollte man nicht vergessen, dass die Periode für einige Frauen eben nicht einfach nur lästig sondern wirklich belastend ist. Ich hatte als junges Mädchen mal Probleme mit starken Unterleibskrämpfen während der Periode, das ging allerdings vorbei, als ich anfing, die Pille zu nehmen. Eine Freundin von mir liegt aber z.B. jeden Monat wieder richtig flach. Die fängt zwei Tage vorher schon an zu heulen wie ein Schlosshund und verbringt dann die ersten 3 Tage ihrer Periode im Bett, weil sie sich vor Schmerzen kaum rühren kann. Die hat jeden Grund und jedes Recht, sich einen Krankenschein zu nehmen und zuhause zu bleiben.

    „Die erste Menstruation wird in der Regel (haha!) durchaus gefeiert, aber das ist zumeist –da recht intim– ein Thema zwischen Mutter und Tochter.“

    Entschuldige, aber das halte ich für Unsinn. Außer du hältst ein Gespräch, in dem eine Mutter ihrer Tochter erklärt, was da gerade mit ihr passiert und wie sie Tampons oder Binden benutzen soll, für eine Feier. Und in der Regel wird da auch nicht „Juchu!“ gerufen und getanzt. Eben weil die Periode bestenfalls eine lästige Angelegenheit ist, dürfte da eher ein „So, jetzt hast du den Mist auch am Hals“ bei rumkommen.

    „Der erste Samenerguß hingegen wird überhaupt nicht thematisiert.“

    Wie kannst du dir da so sicher sein? Weißt du denn, was Väter so ganz privat mit ihren Söhnen besprechen? Oder soll das in Zukunft öffentlich passieren? So einmal im Monat auf dem örtlichen Marktplatz… Dann kann auch jeder Junge mal seine persönlichen Erfahrungen mit dem ersten Samenerguss ins Mikrofon singen.

    Weißt du, was solche intimen Dinge angeht, glaube ich, dass die meisten Leute einfach in Ruhe gelassen werden wollen und das unabhängig vom Geschlecht.

    1. „Viele von euch machen das ja schon seit Jahren. Wie haltet ihr das aus?“

      Man muß aufpassen, daß man keine pauschale Abneigung gegen Frauen entwickelt, vor allem wenn man beruflich ständig mit Frauenförderung behelligt wird. Sich immer wieder klarmachen: NAWALT. Insofern Danke für den Kommentar, das rückt das Gesamtbild wieder etwas zurecht

      1. Das kann ich nachvollziehen. Ich bin in einem anderen Blog vor kurzem darauf eingegangen, warum ich mit dem Feminismus nicht viel anfangen kann. Teil des Kommentars war auch, dass ich familiär gesehen während meiner Kindheit und Jugend nicht die besten Voraussetzungen für ein gesundes Männerbild hatte. Es ist manchmal schwer, sich da immer wieder vor Augen zu führen, dass „einige“ nicht „alle“ sind, nur weil man oft mit „einigen“ zutun hat. Eine Handvoll wunderbarer Männer haben das im Laufe der letzten zehn Jahre wieder ins Lot gebracht, wofür ich sehr dankbar bin.

        Dir danke ich übrigens für deinen Blog. Deine Beiträge zum Thema waren die ersten, die ich in dem Zusammenhang gelesen habe und ich fand (und finde sie noch) grandios! 🙂

      2. „Deine Beiträge zum Thema waren die ersten, …“

        Danke! Freut mich wirklich, wenn es Dir etwas gegeben hat.
        Ansonsten ist die Rezeption durchaus gemischt. Eine Musikprofessorin in merry old England scheint mich beispielsweise nicht zu mögen, sie schrieb vorgestern:

        https://mobile.twitter.com/justamusicprof/status/676150110112346115
        Paula Higgins – #@justamusicprof
        ‚A Guys‘ Guide to Masculism‘? Full of anti-feminist shite. http://maninthmiddle.blogspot.co.uk

        Und ich dachte, die Engländer können alle kein Deutsch. Jedenfalls ist Negativpublicity auch Publicity, so hatte ich immerhin mal eine Handvoll Zugriffe aus England.

      3. Ein paar Brocken reichen wahrscheinlich, um in etwa zu wissen, in welche Richtung dein Blog weist… Und es ist ja nun wirklich nicht so, als würde sich das feministische Lager dadurch auszeichnen, dass es Dinge einer eigehenden Prüfung unterzieht, bevor der „anti-feminist shit“-Stempel rausgekramt wird 😉

    2. Kein Junge, der kapiert, was bei seinem ersten Samenerguss wirklich passiert, wird mit seinen Eltern darüber reden. Denn im Gegenteil zur Menstruation, in der man das überhaupt nicht steuern kann (zum. nicht ohne Medikamente), gehören bei Jungen nunmal sexuelle Phantasien dazu. Und über die redet man vielleicht (wenn man sehr offen ist) mit seinen engsten Freunden/seiner Freundin, aber eigentlich nicht mit seinen Eltern.
      Bei der Menstruation hingegen gehe ich davon aus, dass deutlich mehr Töchter mit Ihren Eltern bzw. einem Elternteil reden. Ob es wirklich so ist, wäre mal eine interessante Frage. Ich hab auf die Schnelle nur die (statstisch nich relevante Menge von 8) Frauen gefragt, die ich dafür gut genug kenne, und da ist es so, dass alle drüber geredet haben.

      Ansonsten wäre ich sehr dafür Taschentücher/Verhütungsmittel/Tympons etc. steuerlich mit Nahrungsmitteln gleichzustellen, die steuern also auf 7% zu senken 😉

    3. @Gwenny
      „Und in der Regel wird da auch nicht “Juchu!” gerufen und getanzt. Eben weil die Periode bestenfalls eine lästige Angelegenheit ist, dürfte da eher ein “So, jetzt hast du den Mist auch am Hals” bei rumkommen.“

      Im Feminismus der 1970er war das mit der Menstruation ein ganz grosses Ding, einheits- und sinnstiftend für die Bewegung. Die Menstruation wurde als Beweis für eine besondere spirituelle Gabe und gar Göttlichkeit der Frau gedeutet und ausgesponnen. Auch heute noch ist das Internet voll damit, nimm das als Beispiel:

      http://www.thefountainoflife.org/womb-awakening/sacred-menstruation/sacred-menstruation-reclaiming-our-wise-blood/

      Der „heilige Gral“ etc, nichts wird hier ausgelassen.

      „Da so ein Gewese drum zu machen, ist einfach nur bescheuert.“

      Du siehst: da wird ein noch viel grösseres „Gewese“ drum gemacht, wie du nicht einmal auf die Idee gekommen bist, dass es das geben könnte 😉

      Das ist kein aberrantes Einzelbeispiel, sondern stellvertretend für eine recht bedeutsame Subkultur.

      Hier noch ein kurzer clip, der das alles auf die Schippe nimmt:
      http://www.youtube.com/watch?v=WxY6Q38hH9I

      Erst vor diesem Hintergrund wird die Gloria Steinem-Auslassungen oben verständlich. Natürlich ist die keine bekennende Esoterikerin, wie praktisch keine der Feministinnen heutzutage, die in der Öffentlichkeit stehen. Die tun einfach alle so, als gäbe es das gar nicht.

      „Also ehrlich, ich befasse mich mit diesen ganzen Geschlechterthemen jetzt seit knapp einem Jahr recht intensiv und hab schon die Nase SO voll davon, ständig absolute Selbstverständlichkeiten zu erklären. … Wie haltet ihr das aus? Da wird man doch rammdösig.“

      Da kann man nichts erklären. Man muss sich nur klar machen, was diese Leutchen so glauben.

      1. „Im Feminismus der 1970er war das mit der Menstruation ein ganz grosses Ding, einheits- und sinnstiftend für die Bewegung. Die Menstruation wurde als Beweis für eine besondere spirituelle Gabe und gar Göttlichkeit der Frau gedeutet und ausgesponnen. Auch heute noch ist das Internet voll damit, nimm das als Beispiel:

        http://www.thefountainoflife.org/womb-awakening/sacred-menstruation/sacred-menstruation-reclaiming-our-wise-blood/

        Der “heilige Gral” etc, nichts wird hier ausgelassen.

        “Da so ein Gewese drum zu machen, ist einfach nur bescheuert.”

        Du siehst: da wird ein noch viel grösseres “Gewese” drum gemacht, wie du nicht einmal auf die Idee gekommen bist, dass es das geben könnte 😉

        Das ist kein aberrantes Einzelbeispiel, sondern stellvertretend für eine recht bedeutsame Subkultur.“

        Nun gut, ich bin von der Gegenwart ausgegangen und vordergründig von Deutschland (Das hätte ich wohl erwähnen sollen) ^^

        Dass es sowas gab und gibt, hab ich nie bezweifelt, aber ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass das in der heutigen Zeit so weit verbreitet ist. Ich meine… Esoterikspinner gibt es überall, aber zumindest ich kenne sowas aus meinem Bekannten- und Freundeskreis gar nicht und bin damit außerhalb des Internets auch nicht in Berührung gekommen.

        Danke auf jeden Fall für das Video. Ich lache immernoch 😉

      2. Kannst du auch hierzulande reichlich finden. Einfach ein paar Feldstudien machen.
        Mein Umfeld jedenfalls ist voll davon, real life. Auch in ganz verschiedenen Kreisen ist das extrem weit verbreitet, ich hoffe du lebst nicht hinter dem Mond 😉

      3. @Gwenny
        Ach so, Dräsdenn…. Ja, das ist das freilich nicht so verbreitet, da die entscheidenen Impulse in den 70er/80ern erfolgten, wobei natürlich der „eiserne Vorgang“ im Weg stand. Immerhin gab es ja wohl eine recht grosse „Indianer-Community“, das ist schon was.

        „Jetzt bin ich etwas sprachlos.“

        Haha und du fragst dich, ob die Beschäftigung mit diesen Dingen „rammdösig“ mache. Eher immer wieder verwundert und irrtiert….

      4. „Ach so, Dräsdenn…. Ja, das ist das freilich nicht so verbreitet, da die entscheidenen Impulse in den 70er/80ern erfolgten, wobei natürlich der “eiserne Vorgang” im Weg stand. Immerhin gab es ja wohl eine recht grosse “Indianer-Community”, das ist schon was.“

        Ich lebe allerdings erst seit etwas über einem Jahr in Dresden. Davor habe ich 2 1/2 Jahre in der Nähe von Frankfurt am Main gelebt und aufgewachsen bin ich im Ruhrgebiet 😉

        Also es tut mir leid, aber ich kann mir ehrlich immernoch nicht vorstellen, dass das in Deutschland besonders weit verbreitet ist. Dein Freundes und Bekanntenkreis besteht nicht zufällig aus Wiccas oder irgendwelchen anderen Wald- und Wiesenhexen? 😉

      5. @Gwenny
        „Dein Freundes und Bekanntenkreis besteht nicht zufällig aus Wiccas oder irgendwelchen anderen Wald- und Wiesenhexen?“

        Manchmal habe ich schon den Verdacht, dass da welche dabei sind. Ansonsten erinnern so einige fatal an den youtube-clip von oben 😀

        Super lustig ist diese alte britische Doku über die Hexen:
        http://dangerousminds.net/comments/the_power_of_the_witch_super_rare_british_witchcraft_documentary_from_1971

        Aus dem Ruhrpott kommend, hättest du der Sache schon über den Weg laufen können, aber klar, das ist recht zufällig und man kann leicht drüberhinwegsehen, vor allem da es ja so verbreitet und selbstverständlich ist.
        Diese ganze esoterische Bewegung hat sich heute zum guten Teil fortentwickelt und scheint im seriöser erscheinenden Gefilden angekommen zu sein. Beratungen aller Art (Coaching zB ist der neueste Renner), Yoga, Kunstmachen, alternative Medizin. Irgendwo eine Kommune zum gemeinsamen Bluten, um die Erde fruchtbar zu machen, ist nicht mehr so „in“ derzeit.

      6. Ach SO meintest du das 😀

        Ich bezog mich jetzt tatsächlich auf diesen… Wie nennt man sowas? Menstruationskult? DAS halte ich nicht für besonders weit verbreitet.

        Diese ganze Kram mit alternativer Medizin, Irgendwelchen-Mist-auspendeln und was es da nicht alles gibt, ist mir durchaus bekannt und schon untergekommen, ja ^^

    4. “ Denn zuerst einmal werden sich die Frauen, die während der Periode zuhause bleiben, in Grenzen halten“

      Ich hatte tatsächlich angenommen, der Krankenstand von Frauen wäre deshalb höher. Ein bisschen googeln hat mich eines besseren belehrt. Frauen sind leicht weniger lang krank als Männer. Meine Entschuldigung in die Runde.

      „Die hat jeden Grund und jedes Recht, sich einen Krankenschein zu nehmen und zuhause zu bleiben.“

      Sowieso klar.

      “ Eben weil die Periode bestenfalls eine lästige Angelegenheit ist, dürfte da eher ein “So, jetzt hast du den Mist auch am Hals” bei rumkommen.“

      Das finde ich nun sehr schade. Ich meine, ich habe es aus meinem Umfeld auch anders in Erinnerung. Aber als Mann bin ich da natürlich auch kaum involviert. Ansonsten bemerke ich einen recht zwanglosen Umgang mit dem Thema. Wie es sein sollte.

      „Dann kann auch jeder Junge mal seine persönlichen Erfahrungen mit dem ersten Samenerguss ins Mikrofon singen.“

      Ich fand Dein Video eigentlich ziemlich witzig. Und das Starterkit eine gute Idee, ebenso wie die First Moon Party, auch wenn ich nicht glaube, daß das von Mädchen so gewollt würde Der erste Samenerguß ist verwirrend. Und regt zu vielen Fragen an. Einen positiveren und offeneren Umgang wünsche ich jedem Jungen. Die Fragen kann man sich dank Internet wohl selbständig beantworten.

      „Also ehrlich, ich befasse mich mit diesen ganzen Geschlechterthemen jetzt seit knapp einem Jahr recht intensiv und hab schon die Nase SO voll davon, ständig absolute Selbstverständlichkeiten zu erklären. Viele von euch machen das ja schon seit Jahren. Wie haltet ihr das aus? Da wird man doch rammdösig.“

      Persönliche Betroffenheit ist wohl meist der Einstieg. Dann eine Sensibilisierung für das Thema, so daß man die Männerverachtung bemerkt und sieht, daß Empathie ungleich verteilt ist.Ich kenne niemanden im richtigen Leben, der/die nicht grundsätzlich mit mir einer Meinung ist, aber ich bemerke auch, daß dieser toxische Feminismus an vielen wichtigen Stellen wichtige Entscheidungen trifft. Was man zB an der Tatsache sieht, daß die meisten von uns mit gutem Grund nur anonym ihre Meinung sagen.

      1. Ich finde es absolut wichtig, dass junge Mädchen und Jungen darüber aufgeklärt werden, was es bedeutet, seine Periode oder den ersten Samenerguss zu bekommen. Und ich finde es auch ungemein wichtig, dass sowohl Mädchen als auch Jungen eine Anlaufstelle haben, sollte da Gesprächsbedarf bestehen. Ich habe nur einfach selbst die Erfahrung gemacht, dass es ganz wichtig ist, dass Kinder selbst entscheiden, wann sie bereit sind ausführliche Gespräche über so intime Dinge zu führen, die über das hinausgehen, was sie grundsätzlich einfach wissen sollten, um nicht plötzlich aus allen Wolken zu fallen und einen Heidenschrecken zu bekommen, wenn es soweit ist. Mein Junge ist 12 Jahre alt und ich habe gestern am Esstisch den Fehler gemacht und habe (Nachdem er feierleich erklärte, er würde nie eine Freundin haben, sondern später mit meinem Neffen eine WG gründen wollen und mein Mann etwas ratlos neben mir saß) erwähnt, dass es ja auch noch andere Dinge gibt, die man mit dem anderen Geschlecht machen kann, als eine Beziehung zu führen. Er hat verstanden, was ich meinte und schenkte mir den bösesten aller bösen Blicke. Er hat bereits diverse Aufklärungsgespräche hinter sich, sowohl aus dem Schulunterricht, als auch privat, aber bisher hat er einfach überhaupt kein Interesse daran, mehr zu erfahren als das Nötigste (Jedenfalls nicht von uns. Ich hab keine Ahnung, was er so mit seinen Freunden bequatscht und habe nicht vor, an der Tür zu lauschen, wenn er mit ihnen in seinem Zimmer sitzt).

        Die Möglichkeit über solche Dinge ausführlich zu reden und Fragen zu stellen, sollten Kinder, unabhängig vom Geschlecht, auf jeden Fall haben. Da bin ich absolut bei dir. Ich finde nur, dass einige Menschen viel zuviel Aufhebens darum machen und ich finde es auch nicht unnatürlich, dass Menstruation und Samenerguss Themen sind, die Kindern zuerst einmal peinlich und unangenehm sind. Das halte ich für ganz normal.

        Ich habe zum Beispiel eine Stunde lang heulend auf dem Klo gesessen, als ich meine Periode zum ersten Mal bekam. Gut, es lag daran, dass ich bei meinem besten Freund zu Besuch war… In einem reinen Männerhaushalt. Aber ich habe trotz des holprigen Starts heute keine Probleme darüber zu reden (Zumal mein erstes Mal in dieser Sache im Nachhinein auch verdammt lustig ist *ähem*). Ich glaube, es hätte mir mehr geschadet, wenn meine Mutter eine First Moon-Party veranstaltet hätte.

        (Und ja, das Video ist grandios. Mein Mann sagt immer, wir dürften keine Töchter bekommen, weil ich mir aus purer Trolligkeit dann wahrscheinlich diese Mutter als Vorbild nehmen würde…)

      1. Okay… Das ist ein wenig verstörend…

        Und das sage ich als jemand, der seit 8 Jahren gleitgelfreie Hardcore-Sexszenen zwischen Männern, geschrieben von 12jährigen Mädchen, auf die Einhaltung der Jugendschutzrichtlinien prüft. Du meine Güte.

  2. Kein Junge, der kapiert, was bei seinem ersten Samenerguss wirklich passiert, wird mit seinen Eltern darüber reden. Denn im Gegenteil zur Menstruation, in der man das überhaupt nicht steuern kann (zum. nicht ohne Medikamente), gehören bei Jungen nunmal sexuelle Phantasien dazu. Und über die redet man vielleicht (wenn man sehr offen ist) mit seinen engsten Freunden/seiner Freundin, aber eigentlich nicht mit seinen Eltern.
    Bei der Menstruation hingegen gehe ich davon aus, dass deutlich mehr Töchter mit Ihren Eltern bzw. einem Elternteil reden. Ob es wirklich so ist, wäre mal eine interessante Frage. Ich hab auf die Schnelle nur die (statstisch nich relevante Menge von 8) Frauen gefragt, die ich dafür gut genug kenne, und da ist es so, dass alle drüber geredet haben.

    Ansonsten wäre ich sehr dafür Taschentücher/Verhütungsmittel/Tympons etc. steuerlich mit Nahrungsmitteln gleichzustellen, die steuern also auf 7% zu senken 😉

  3. bei der gelegenheit möchte ich mitteilen, was mir unsere tochter berichtete von der reaktion der mutter einer ihrer älteren freundin auf deren erste periode. muss man sich so vorstellen:

    „mama, ich blute“
    ohrfeige und direkt im anschluß die worte:
    „herzlichen glückwunsch, du bist jetzt eine frau“

    dies wurde verteidigt als angeblich polnische tradition (hatte ich aber noch nie von gehört)…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s