Warum die Geschichte der Menstruation eine Sache von Männerrechtlern ist

Naja, tatsächlich wollte ich mich erstmal darüber lustig machen, wie verwirrtfeministische Ansätze es mit einer gewissen Regelmässigkeit (haha) in die Medien schaffen. Jetzt wurde bei Spiegel Online mal wieder die Menstruation in die Runde geworfen. Tabuthema Menstruation: Das rote Tuch.

Das übliche halt. Frauen sind ja soooo unterdrückt weil das fiese Patriarchat ihre Blutungen unterdrückt. Richtig ist vielmehr, daß menstruationsbedingt gebärfähige Frauen von der Arbeit fernbleiben und daß das böse Patriarchat darüber kein Aufsehen macht. Nein, die allermeisten Frauen und Männer wollen sich nicht mit der Menstruation von Extremfeministinnen auseinandersetzen und sie wollen auch nicht über die Bremsstreifen in den Unterhosen sprechen. Die Kommentare auf Spiegel Online sind hier eigentlich ausreichend, zur Zeit sind es ca 16 Seiten, in denen eigentlich alles dazu gesagt wurde. Geschätzte 99% der Bevölkerung wendet sich wahrscheinlich vor Fremdscham vor diesem Artikel ab, die Frauen in besonders hohen Maße.

Warum es wie ich finde doch eine Sache von Männerrechtlern ist? Weil natürlich auch diesmal eine Wortmeldung einer Feministin nicht ohne Männerhass auskommt.

„Wenn Männer menstruieren könnten“, so hieß der Essay, in dem die Feministin Gloria Steinem Ende der Siebzigerjahre in der US-Zeitschrift „Ms.“ die Welt auf den Kopf stellte. In dem Artikel zeichnete sie das Bild einer Gesellschaft, in der ganze Horden von Wissenschaftlern sich der Erforschung von Unterleibskrämpfen widmen. Wo in TV-Shows und Filmen offen über Monatszyklen gesprochen wird. Und wo die erste Periode im Leben eines Jungen mit einer großen Party gefeiert wird. Geschenke und Familienessen inklusive.

Als Entgegnung Kommentar Nr. 25:

Dieser Einstieg ist in Anbetracht der Tatsache, dass der erste Gesundheitsbericht 2001 ein reiner Frauengesundheitsbericht war und der erste Männergesundheitsbericht der Bundesregierung erst 2013 erschienen ist, eine absolute Unverschämtheit

Und da hat Mastermason absolut recht.

Aber es geht noch weiter. Die erste Menstruation wird in der Regel (haha!) durchaus gefeiert, aber das ist zumeist –da recht intim– ein Thema zwischen Mutter und Tochter. Schade, wenn die Mutter nicht feinfühlig genug ist, aber mal wieder nicht die Schuld des Patriarchats. Wo gibt es denn die erste große Party bei Jungs? Richtig, bei der Beschneidung. Dieses perverse Ereignis, diese Verstümmelung ist das tolle Ereignis für Jungs.

Der erste Samenerguß hingegen wird überhaupt nicht thematisiert. Dabei ist dieses Ereignis doch das, was den Jungen dem Mädchen entsprechen der ersten Regel in die Erwachsenenwelt führt. Ein Ereignis auf das sie durchaus stolz sein dürfen. Bei dem sie jedenfalls nicht mit ihren Fragen allein gelassen werden sollten. Wir sollten den Tag des ersten Samenerguß durchaus als ein positives Ereignis gestalten. Als Eltern und insbesondere auch als Gesellschaft, denn dieses Thema ist besonders für Eltern recht heikel zu besprechen. „Na Junge, hast Du abgespritzt?“.

Vielleicht finden wir in 50 Jahren dann auch Artikel in Spiegel Online, in dem verwirrte Männerrechtler Steuerbefreiung für Taschentücher und Handcreme fordern.

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