Wenn Gefühlskälte auf Verlogenheit trifft: Plan Deutschland und benachteiligte Kinder falschen Geschlechts

Fördern Sie gezielt Projekte für Mädchen!

Ich muß wirklich an mich halten, um keine unflätigen Kraftausdrücke zu benutzen. Ich meine Plan Deutschland war in der Blase schon mal Thema, ich finde es nicht mehr. Jedenfalls ist „Plan International Deutschland e.V.“ ein Verein, der sich vorgeblich um benachteiligte Kinder in der dritten Welt kümmert, tatsächlich aber gerne mit Aktionen und Werbung auffällt, die fast ausschließlich Mädchen im Fokus haben. Sie gehen auch tatsächlich recht offen um mit ihrem Sexismus, der darin besteht, Mädchen als besonders benachteiligt und schutzbedürftig darzustellen, und bei Jungs deren toxische Männlichkeit beseitigen wollen. Das nennen sie dann Gleichberechtigung.

Auf Facebook fallen sie jedenfalls öfter mit ihren Mädchenzentrierten Hilfeersuchen auf und zB Ralph Steinfeld mahnt deren Sexismus immer wieder mit eindrücklichen Worten an.Letztens war es wieder soweit.. Merkwürdigerweise ist dieser Beitrag von Plan Deutschland vom 2. Dezember 2015, der die URL http://www.plan.de/Maedchen_helfen bewarb, in deren Chronik für mich nicht aufzufinden. Wahrscheinlich liegt es daran, daß diese Aktion zurückgezogen wurde, denn auch der Link funktioniert zur Zeit nicht. Aber Ihr könnt ja gerne mal die Facebookeinträge von Plan durchsehen und schauen, wieviele sich um Mädchen, wieviele sich um Jungs und wieviel sich um Kinder drehen.

Auf die Fragen eines anderen Facebooknutzers „und was ist mit Jungen?!“ antwortete Plan Deutschland folgendermaßen:

Plan Deutschland
Lieber XXXXXXX, wir setzen uns für die Kinderrechte und die Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen ein. Das heißt, wir fördern Mädchen und Jungen gleichermaßen, berücksichtigen aber auch geschlechtsspezifische Benachteiligungen. Mädchen stehen in vielen Ländern dieser Welt immer noch immer im Hintergrund. Sie werden benachteiligt, diskriminiert und sind Gewalt oft schutzlos ausgeliefert. In vielen Ländern nehmen ihre Armut und die Gewalt, der sie ausgesetzt sind, sogar weiter zu. Unsere Arbeit bezieht auch die Jungen mit ein, um Gleichberechtigung zu schaffen. Viele Jungen lernen während ihrer Sozialisation, was von ihnen erwartet wird, um später als „richtiger Mann“ in der Gesellschaft anerkannt zu werden. So wird ihnen zum Beispiel vermittelt, dass sie keine Schwäche oder Gefühle zeigen sollen, dass Mädchen und Frauen weniger wert seien als sie selbst, und dass sie als Jungen und Männer Macht über sie haben. Dabei haben diese stereotypen Rollen oft wenig mit den eigentlichen Interessen der Jungen zu tun und halten viele von ihnen davon ab, ihr volles Potential zu entfalten.

Mehr Gleichberechtigung trägt hingegen dazu bei, dass sich Jungen von überholten Männlichkeitsrollen verabschieden dürfen. Wird es ihnen beispielsweise erlaubt, auch ihre Gefühle, Zweifel und Unsicherheiten auszudrücken, dann wirkt sich dies meist positiv auf ihre Beziehungen zu anderen aus.
Du kannst dir gern dieses Video ansehen, in dem wir zeigen, wie wir Jungen arbeiten: https://www.youtube.com/watch?v=5gQ7_c5U9m0. Viele Grüße, dein Team von Plan

Ok, das ist der Punkt, an dem man eigentlich nur noch auf die Tastatur brechen mag. Mädchen sind Opfer und Jungs muß man aberziehen Mädchen zu Opfern zu machen. Aber es geht noch weiter, denn ein weiterer Nutzer hat mal einen klarstellenden Link gepostet und zwar den: http://www.bpb.de/wissen/CD5VFR

Dort ist eine schöne Graphik: null

Es gibt deutlich mehr männliche Kinderarbeiter als weibliche. Ungefähr die Hälfte der Kinderarbeit wird als gefährliche Arbeit klassifiziert. Wie das Verhältnis der Geschlechter an der gefährlichen Arbeit verteilt ist und wie der zeitliche Verlauf der Kinderarbeit ist, wird in diesem Zitat erklärt:

Der Rückgang der Kinderarbeit in den Jahren 2004 bis 2008 ist ausschließlich darauf zurückzuführen, dass die Zahl der Mädchen unter den 5- bis 17-jährigen Kinderarbeitern von 102,7 auf 87,5 Millionen sank (minus 14,8 Prozent). Bei den Jungen fand hingegen eine Steigerung von 119,6 auf 127,8 Millionen Kinderarbeiter statt (plus 6,8 Prozent). Im Bereich der gefährlichen Arbeit ging die Zahl der Mädchen im selben Zeitraum von 54,0 auf 41,3 Millionen zurück (minus 23,5 Prozent), die der Jungen blieb stabil bei rund 74 Millionen.

Nun, jedes Kind dem es schlecht geht, ist eines zuviel. Jede Tat, die einem Kind gut tut, ist eine gute Tat. Aber wie kann man nur so niederträchtig sein wie Plan Deutschland? Wie kann man den Eindruck erwecken wollen, allen Kindern zu helfen und die Jungs nicht nur außen vor zu lassen, sondern sie auch noch als böse darzustellen, die mal ein Umerziehungslager brauchen? Selbst wenn es so wäre, daß hauptsächlich Mädchen betroffen seien, ist es wirklich sinnvoll Armut nach Geschlecht zu unterteilen und nur einem Geschlecht zu helfen?

Es gibt viele Unterstützer von Plan Deutschland, Prominente und öffentliche sind auf der Website aufgelistet. Wissen die eigentlich, welchen grauenhaften Sexismus die auf die ärmsten und schwächsten dieser Welt ausüben? Man sollte es ihnen mal sagen. Zur Weihnachtszeit.

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