Ehe für alle: In den Ar** gef***t

Jonas hat es erst gestern behandelt, aber gerade überstürzt es sich. Nachdem die FPD eine entsprechende Ansage gemacht hat, Frau Merkel Kompromissbereitschaft angedeutet hat, war jetzt die SPD die schnellste. Erinnert mich an den Streber aus der ersten Bank, der immer „hier“ gerufen hat, wenn sein nerviges Fingerschnippsen bei der Lehrerin nicht gefruchtet hat. Die sogenannte Ehe für alle kommt wahrscheinlich noch diese Woche. Ach was sage ich, in einer Stunde ist die beschlossen. Wurde ja auch dringend Zeit.

Auch wenn natürlich die Ehe zu dritt, die Ehe mit Kindern oder Staubsaugern gar nicht gemeint ist. Auch Singles werden jetzt nicht zur Heirat gezwungen, aber Ehe für alle klingt so viel schöner als Homo-Ehe. Was das richtige Wort wäre und ich den Verwendern des Begriffs Ehe für alle erstmal Homophobie unterstelle.

Letztens wurde die Rehabilitation für Schwule beschlossen. Nur ein paar Jahrzehnte zu spät. Und die Entschädigung für die Opfer ist so mickrig, daß es eigentlich eine zusätzliche Beleidigung, einen nachträglichen Tritt in den Hintern der Opfer darstellt. Pfui! Wenn ich angesichts dieses beschämenden Ereignisses daran denke, wie schnell es auf einmal mit der Homoehe geht, so werde ich mächtig sauer.

Was ich selbst von der Homoehe halte? Alles prima. Eine gute Entscheidung. Mit einem klitzekleinen Aber. Denn wenn ich dafür kämpfe, daß auch (Trennungs-)Väter wichtig für ihre Kinder sind, so kann ich mich nicht der Einsicht verschließen, dass in Fällen der Adoption auch darauf geachtet werden sollte, daß Vater und Mutter wichtig für Kinder sind. Natürlich geht es auch ohne. Auch mit nur einem Elternteil (oder hier: einem Geschlecht) können Kinder glücklich heranwachsen und tun dies in aller Regel auch. Trotzdem, besser ist es meistens mit beiden. Diesen Aspekt hätte ich gerne irgendwie auch berücksichtigt gesehen. Nicht als sine qua non, aber eben auch berücksichtigt. Nachdenken über das Kindeswohl fällt jedoch aus, wenn es um die neue, bessere, gute Gesellschaft geht, die der Feminismus formen will.

Und mal ehrlich. Was ändert sich? Verkürzt gesagt, wird die Homoehe dazu führen, daß Lesben den Erzeuger aus dem Stammbuch tilgen können. Naja, jedenfalls den bessergestellten und den wirklich alleinstehenden Müttern. Der Rest kann sich nicht leisten auf den Unterhalt zu verzichten. Denn Mutter werden ist für Lesben kein Problem und wird auch regelmäßig praktiziert. Auch ohne Homoehe.

Und Schwule? Nun ja, in ganz besonderen Ausnahmefällen kann ich mir vorstellen, daß einer Adoption stattgegeben wird. In Fällen, aus denen Frauenzeitschriften tragische Geschichten auf Seite 23 machen. Aber sonst? Glaubt doch keiner.

Zusammengefaßt: Die Homoehe sorgt dafür, daß Stiefmütter zu Müttern werden können. Sonst ändert sich wenig. Dass Ehe, Familie und Kinder irgendwie zusammengehören ist in der ganzen Diskussion total egal gewesen. Dass wir ein Familiensplitting (für alle Familien!) benötigen, wäre mal ein wichtiges Thema gewesen. Die Rehabilitation für Schwule war ein Schlag ins Gesicht für alle Schwulen und deren Angehörigen. Und wenn ich mir die Berliner Hipsterschwulen jetzt so vorstelle, wie die die Homoehe feiern, so kann ich nur daran denken, wie sehr die Politik Schwule mal wieder in den Arsch gefickt hat. Gratulation, Ihr habt Euch wie ein Bär am Nasenring durch die Manege ziehen lassen.

Trotz allem: Liebe Lesben, liebe Schwule. Vom ganzen Herzen wünsche ich allen alles Gute, die jetzt heiraten wollen. Viel Erfolg, viel Liebe und macht es besser als die Heten. 🙂

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Rastavati und die alltägliche Verneinung von männlichen Leistungen, Bedürfnissen und fehlender Empathie mit dem falschen Geschlecht

Christian hat gerade wieder einen interessanten Artikel aus SpOn gefischt. Dort wischt eine Autorin mal eben mit Ansage alle Statistiken und Zahlen zum Thema Jungenbenachteiligung in der Schule vom Tisch und ersetzt sie durch ihre eigene anekdotische Betrachtung ihrer eigenen Töchter, die dann natürlich viel größere Probleme haben. Die Kommentatoren rücken ruckzuck die Sache ins rechte Licht, aber es wundert mich immer wieder, wieviele einseitige Artikel in unseren „Qualitätsmedien“ problemlos veröffentlicht werden können.

Während ich nun über einen anderen Artikel in SpOn schreibe, haben die Kommentatoren auf SpOn ausnahmsweise anscheinend versagt. Und doch ist der Artikel mal wieder ein Paradebeispiel wie sehr Männer- und hier Väterfeindliche Betrachtungen problemlos abgesondert werden können. 1964 bringt eine weiße Deutsche nach einem One Night Stand mit einem Schwarzen eine Tochter zur Welt. Erst 2012 findet diese mit Hilfe ihrer eigenen Tochter ihren Vater. Ein schöner Artikel über ein spätes Kennenlernen, gespickt mit Anekdoten und natürlich einigen rassistischen Erfahrungen. Die Männerfeindlichkeit erschließt sich mit aller Geballtheit wenn man sich den Artikel mal genauer anschaut. Was ich hiermit tun möchte. Triggerwarnung: Es wird traurig. Spuren von Wut könnten beim Leser hinterlassen werden. Lest ihn Euch am besten erstmal selbst durch.

Helga ist seit einem ONS mit einem Schwarzen alleinerziehende Mutter in den 60ern. Sie weiß vom Vater nicht mal den Namen, er nichts von seinem Glück.

Mit ihrem Temperament eckte Juttas Mutter Helga Nielsen damals überall an, auch bei der Witwe, in deren Villa sie zur Untermiete wohnte. Um nicht samt Tochter auf der Straße zu landen, beschloss die 21-Jährige, ihr Leben in geordnete Bahnen zu lenken.

Was beschließt Helga? Eine Ausbildung, eine eigene Wohnung, einen Beruf? Den unfreiwilligen Vater zu informieren, daß er die Chance bekommt seine Tochter kennenzulernen oder wenigstens seiner Verantwortung (sprich: monatliche Unterhaltszahlung) nachzugehen?

Ein Ehemann musste her. Für eine Alleinerziehende mit dunkelhäutigem Kind keine leichte Aufgabe. Doch sie wurde fündig: Hans, weißblondes gescheiteltes Haar, türmte als Inhaber von Lebensmittel Lüdemann jeden Morgen akkurat seine Südfrüchte zu Pyramiden auf.

Noch jemand, der die tapfere Alleinerziehende ob ihrer schweren Aufgabe bedauert? Ihren pragmatischen Ansatz und ihre geschickte Lösung bewundert? Sicherlich nicht die Vielzahl von Alleinerziehenden, die einen schweren aber eigenverantwortlichen Weg gefunden haben, sich ihren eigenen Lebensentscheidungen zu stellen.

Mit Jutta zog Helga Nielsen in seine Wohnung und wurde, was sie niemals sein wollte: eine Hausfrau. Abends sahen sie gemeinsam die „ZDF Hitparade“, spazierten am Wochenende in Sonntagskleidern durchs Städtchen.

Die arme, vom Patriarchat unterdrückte Frau. Hitparade! Welch perversen Gelüste ihres Mannes sie doch befriedigen mußte. Und das alles für das bisschen Vollversorgung. Prostitution scheint nicht nur im Gegensatz hierzu ein ehrenwertes Geschäft zu sein. Mit handfesten Vorteilen für beide Vertragspartner. Und keine Prostituierte ist gezwungen, sich die Hitparade anzuschauen. Sie hätte sogar sorgen- und kondomfrei Party feiern und rumvögeln können! Man bemerke, von solch lapidaren Dingen wie Liebe ist bisher und auch im folgenden keine Rede. Man kann jedoch aus der Geschichte schließen, dass sie zumindest beim Stiefvater groß war. Neben den typisch toxischen männlichen Eigenschaften wie Verantwortungsübernahme und Opferbereitschaft.

Selbstverständlich sei sie die Mutter, versicherte Helga Nielsen der Tochter, gestand aber auch, wer ihr leiblicher Vater sei: ein Mann aus „Tschömeika“, der „Oin“ heiße und begnadeter Saxofonspieler sei. Sie habe ihn nur einmal in einer Bar mit seiner Rock’n’Roll-Band spielen hören und sei dann noch mit ihm um die Häuser gezogen. Mehr wisse sie auch nicht. Nicht mal seinen Nachnamen.

..und ignoriert das Recht ihres Kindes auf Identität und Wissen um ihren Vater und ihre Abstammung konsequent. Und natürlich die Rechte des leiblichen Vaters. Was kümmert mich mein Fick von vor 10 Jahren?

Der hasste nichts mehr, als von irgendwelchen Leuten auf die Hautfarbe seiner Tochter angesprochen zu werden. Dann brummte er nur, seine Frau habe in der Schwangerschaft eben „zu viel Lakritz gegessen“.
Es waren die frühen Siebzigerjahre. Was „sich gehörte“ und was nicht, war streng geregelt. Ledige Frauen waren „sitzen geblieben“, Verheiratete hatten ihre Männer zu bewirten, Väter stellten die Regeln auf und Kinder keine Fragen.

Er hasste es. Er war wahrscheinlich froh, wenn er auf der Straße auf Bekannte traf, die wußten, daß seine Frau ihm keine Hörner aufgesetzt hat. Aber dieser Aspekt der Siebziger fällt natürlich unter den Tisch. Verheiratete hatten ihre Männer zu bewirten. Insbesondere dann, wenn der Mann das Geld ranschafft wäre das das mindeste. Hätte Helga gleichberechtigt zum Familieneinkommen beigetragen, wäre das im Artikel erwähnt. Goldenes Patriarchat, in der die Väter die Regeln aufstellen. Dumm nur, daß schon in den Siebzigern, im Himmelreich des Patriarchats diese Regeln doch eher den Frauen zugute kommen.

Zu dieser Zeit verdrängten neuartige Supermärkte die kleinen Lebensmittelgeschäfte. Auch der Stiefvater musste seinen Laden schließen und wurde Vertreter für Nylonstrumpfhosen. Seinen Frust ertränkte er im Alkohol und brüllte zu Hause immer öfter herum.

Man bemerkt, weiterhin keine Rede von der Berufstätigkeit des Opfers der Mutter. Seinen für Qualitätsmedienjournalistinnen anscheinend nicht nachvollziehbaren Frust verarbeitete er nicht indem er Frau und Stieftochter sitzen läßt und sich in Indien ein bequemes Leben macht. Indem er einfach nur für sich selbst sorgt. Nein, er macht weiter trotz Frust und wird alkoholkrank.

Mit der Pubertät wuchs die Sehnsucht nach ihrem leiblichen Vater. Gern stellte Jutta ihn sich auf der fernen Karibikinsel vor, pfeifend in einer Hängematte zwischen Palmen – und hoffentlich kein dauerbekiffter Rastafari. Ein paar Mal noch fragte sie ihre Mutter, aber die blockte ab. Irgendwann hörte Jutta auf zu fragen, auch weil sie Angst hatte, ihren zunehmend cholerischen Stiefvater zu kränken.

Ein weiterhin völlig verantwortungslose Haltung auf Seiten der Mutter, die natürlich nicht kritisch hinterfragt wird. Die Erwähnung des im Text ansonsten sehr farblos bleibenden Stiefvaters beschränkt sich auf negative Eigenschaften. Aber was soll er auch sagen? Immerhin war er nicht dabei als sie gezeugt wurde.

Zum Abschied machte ihr der Stiefvater eine kuriose Offenbarung. Er gestand, auch wenn das womöglich etwas hart für sie sei: „Ich bin nicht dein richtiger Vater!“

Der saufende Choleriker, der Hitparadenperverse Stiefvater hat all die Jahre zu seiner Tochter gestanden. So sehr, daß er es fast selbst geglaubt hatte. so sehr, daß er sich anscheinend nie als etwas anderes als ihr richtiger Vater gefühlt hat und ihr nun etwas beichten muß.

Mit bald 50 Jahren dachte sie nur noch selten an ihren Vater: so aussichtslos, ihn jemals zu finden. Ihre Kinder jedoch interessierten sich brennend für den unbekannten Opa, begeisterten sich für Rastafari-Kultur und Reggae, spielten Saxofon oder flochten sich die Haare zu Rastazöpfen.

Ob sie noch an ihren Stiefvater dachte? Ob sich die Kinder auch für ihren echten, ihren Stiefopa interessierten? Wir werden es nicht erfahren, denn dieser Teil der Geschichte um arme Mütter und diskriminierte Farbige ist für die Autorin komplett irrelevant. Schade.

Jutta Weber aber beschlich das gute Gefühl: Ihre Eltern hatten in jener Nacht im Jahr 1963 letztlich alles richtig gemacht.

Nun ja. Sie haben es miteinander getrieben. Ob der leibliche Vater gerne die Chance gehabt hätte, etwas richtig zu machen? Wieviel die Mutter in der Folgezeit richtig gemacht hat?

Es hätte eine schöne Geschichte werden können. Ein Kennenlernen zwischen Vater und Tochter nach 50 Jahren. Eine schwierige Kindheit als Farbige in den spießigen Siebzigern. Aber auch eine romantische Liebe zwischen Mutter und Stiefvater, trotz vielleicht ganz unterschiedlichen Persönlichkeiten, trotz widriger Umstände, unfreundlichen Zeitgenossen und wirtschaftlichen und gesundheitlichen Problemen. Liebe die auch zwischen der Tochter und ihrem sozialen Vater gedeihen kann. Eine klassische Ende-Gut-alles-gut-Geschichte wie aus einem Frauenroman.

oder wie es ein Kommentator im SpOn-Forum formuliert:

6. Viel zu wenig
wird auf die überragende und selbstlose Lebensleistung des deutschen Stiefvaters eingegangen, der sich der endlosen Lebensaufgabe ein fremdes Kind aufzuziehen in typisch männlicher Selbstaufgabe hingegeben hat. Und das obwohl sie offensichtlich nicht seines sein konnte. Das ist das eigentlich rührende an der Geschichte. Viel zu wenig auf den kaltherzigen Egoismus und die Dummheit der Mutter. Wieso werden solche Geschichten immer so falsch erzählt?

Mutterschutz und Vaterschutz

Passend zum Muttertag hat die Zeit den neuaufgelegten Mutterschutz gefeiert. Genau genommen ist es mehr ein Schritt hin zur besseren ökonomischen Verwertbarkeit von Schwangeren und Müttern, aber ansonsten scheint das Patriarchat seit Jahrzehnten gute Arbeit bei der Unterdrückung, äh, beim Schutz von Frauen gemacht zu haben. Feminismus ist halt nicht der Kampf für die Freiheit der Frau, jedenfalls nicht wenn die gewünschte Freiheit vom gewünschten Rollenverständnis abweicht.

Daher sei am heutigen Tag nochmal daran erinnert, daß zu einem Kind Mutter und Vater gehören. Und dass Väter weiterhin bei allem rund um Mutterschutz exakt gar keine Rechte haben. Dabei wäre es doch so einfach. Ein Verbot für den Arbeitgeber, dem Vater um dem errechneten Geburtszeitraum längere und weit entfernte Dienstreisen anzuordnen. Ein, zwei Tage Sonderurlaub.

Danke für nichts, Frau Schweswig!

feministische Empathie, fehlende Qualitätskontrolle und das Tabu der Kuckuckskinder

Täglich kommen in unseren sogenannten Qualitätsmedien irgendwelche Artikel, die jetzt nicht so ganz falsch sind, aber ideologisch so verzerrt, daß sie eine komplett falsche Sicht transportieren. Feministinnen quaken irgendeinen Unsinn heraus und Qualitätskontrolle ist bei unseren Qualitätsmedien ein Fremdwort. Mal wieder ein Beispiel aus der feministischen Rubrik „10nach8“ (und welche Rubrik ist es nicht?) aus der ZEIT. Mich wundert, dass es überhaupt noch Leserkommentare gibt, das muss denen doch peinlich sein.

Aber der Reihe nach. ZEIT-Autorin Miriam Stein schreibt über Unfruchtbarkeit bei Männern. Tatsächlich schafft sie es, aus einem genuinem Männerproblem erstmal ein Frauenproblem zu machen, indem sie mit dem Leid der Frauen anfängt. Völlig falsch und haltlos postuliert sie die männliche Zeugungsunfähigkeit als Tabu. Erst aus dieser Perspektive heraus schafft sie es, sowas wie Empathie auch für Männer zu entwickeln. Weil „Geteiltes Leid ist halbes Leid“. Dabei bemerkt sie gar nicht, wie nah sie einem tatsächlichen Tabu ist. Dem der Kuckuckskinder. Ein Tabu, das rechtlich zementiert ein massives Problem für Kinder und Väter ist. Muss man Feministin sein, um solch ein Machwerk abzuliefern, oder reicht Doofheit aus?

So wie man früher den Playboy gelesen hat, weil der so tolle Reportagen abdruckte, kann man heute die Zeit eigentlich nur wegen der Leserkommentare lesen. Und daher muss ich mich mit dem Dünnpfiff gar nicht weiter befassen, sondern zitiere einfach die erstbesten Kommentare.

Jose16 #1
Ich hatte immer angenommen die Fruchtbarkeit de Mannes würde als erstes getestet, weil es so einfach geht.

Bizimle #1.1
Kenne ich auch nicht anders. Der Artikel scheint mir nicht zeitgemäss zu sein.

Antwort auf #1 von Jose16

Exakt so ist es auch.

Es ist selbstverständlich auch kein „Tabu“ Thema, sondern vielleicht ein bißchen anrüchig für manche Leute, wie alles was mit Fortpflanzung zu tun hat.

Jeder der in Biologie mal eine Mittelstufe durchlaufen hat weiß dass Unfruchtbarkeit genauso am Mann hängen kann. Das sind trotz aller Untergangsgesänge immer noch mehr als 90% der Leute.

leser500 #11
Der Artikel scheint mir keinen Bezug zur Realität zu haben, Spermauntersuchungen sind der erste Schritt beim Urologen.

Ich vermisse auch die Erwähnung der unschätzbaren Vorteile der Selektion. Das Leben in seiner heutigen Form existiert, weil sich manche Individuen fortpflanzen, und andere eben nicht.

Der kleine Dicke von nebenan #12
Anfürsich ein guter Artikel. Aber eine Bitte hätte ich doch: die Sucht danach, sich als Tabubrecher zu gerieren, ist schon etwas nervig. Dauernd lese ich in der Zeit Sätze wie „XY ist ein Tabu. Das muss sich ändern.“

Liebe Zeit, sind Eure Inhalte so uninteressant, dass ihr sie auf diese Weise aufhübschen müsst?

SprintGT #15
Was soll der Unsinn???
Die gute Dame hat also einen Roman gelesen und meint, dass die Wirklichkeit natürlich genau so aussehen muss.
Das tut sie aber nicht. Wenn Paare keine Kinder bekommen können wird immer auch die Spermienqualität untersucht. Aber hier wird erstmal belegfrei behauptet „Männliche Unfruchtbarkeit bleibt ein Tabuthema“. Warum eigentlich? Weil nicht jeder Mann das Ergebnis einer Spermazählung auf Facebook postet?
Ich kenne mehrere Paare, die gar nicht oder nur mit medizinischer Hilfe Kinder bekommen haben und die sind das Problem ausnahmslos gemeinsam angegangen, was ja wohl auch der einzige richtige Ansatz ist. Ich kenne sogar Männer, die so offen damit umgehen, dass sogar in der Umkleidekabine nach dem Fussballtraining über Spermaqualität diskutiert wurde. Ernsthaft und ohne Herrenwitze, aber das kann sich die Autorin bestimmt nicht vorstellen.
Sie hat ja eine eigene Realität. Hauptsache, mal wieder die Männer als dumme, rücksichtslose Realitätsverweigerer darstellen.

Uups, und hier war der Zensor pinkeln. Es ist ihnen doch peinlich.

Karin Rüttgers #17
Mein Kommentar hier wurde gelöscht.

Das verstehe ich nicht.

Denn ich habe darin lediglich zum Ausdruck gebracht, dass ich den Beitrag in dieser Kolumne angesichts des formulierten Themas erneut als recht anekdotisch und wenig faktenbasiert empfinde und dass ich dies als nicht förderlich für die „weibliche Stimme“ – um deren Stärkung es ja in dieser Kolumne gehen soll – erachte.

Auch der Beitrag, auf den ich geantwortet habe, las ich in dieser Diktion.

Das ist doch freie Meinungsäußerung – oder?

Warum so empfindlich?

correctiv.org, sexuelle Selbstbestimmung und die Scheinheiligkeit der Genderisten

Die Sache mit Correctiv bleibt mir im Hinterkopf. Anscheinend nicht nur mir, Don Alphonso hat auch letztens auch noch was dazu geschrieben. Warum mir das im Hinterkopf blieb? Weil ich finde, daß das ein ganz klarer Fall von ausgelebter Sexualität jenseits der gesellschaftlichen Normen ist. Etwas, was ich respektiere und was eigentlich gerade bei Feministinnen und Genderisten zumindest immerwiederkehrendes Lippenbekenntnis ist.

Aber kaum trifft es den falschen, ist es mit der hochheiligen Toleranz für anders gelebte Sexualität vorbei. Wer sich nicht mehr an Sibel Kekilli erinnern kann, dem sei erinnert, daß auch Gina-Lisas Vorliebe für Dreier kein Problem sei. Aber wo bleibt der Aufschrei bei einer AfD-Frau? Hier und da habe ich noch ein bisschen Gemosere von Pro-Sexwork-Aktivisten gelesen. Aber sonst? Nichts bei den üblichen Verdächtigen. Die kümmern sich lieber darum, das Fappygate auf der re:blablabla mit der gewohnten Mischung aus Ich-bin-Opfer und Vergewalti-belästi-Trigger-jedenfalls-dagegen wieder aufleben zu lassen.

Meldungen und Nichtmeldungen

Keine Meldung: Männer sterben 6 Jahre früher als Frauen.
Meldung: Afroamerikaner sterben im Schnitt vier Jahre früher als Weiße.

Interessant an dem Artikel finde ich insbesondere, dass hier ausschließlich im generischen Maskulinum geschrieben wurde. Da kann man schon den Verdacht hegen, daß der Autor bewußt um das Problem herumgeschrieben hat.

Ich schließe mich dem Appell der Gesundheitsbehörde an: „Alle Amerikaner sollten die gleichen Möglichkeiten haben, gesund zu leben“

Zeit und Pendler: Wenn die Genderaspekte ungemütlich sind

Mehr als doppelt soviele Männer als Frauen pendeln. Männliche Pendler legen dabei längere Strecken zurück als Pendlerinnen. So hätte die Überschrift in den „Qualitätsmedien“ heissen können. Wäre es andersherum, so stände das auch da.

Zeit Online ist ja schon ein ziemliches Genderkampfblatt. Locker drei radikalfeministische Artikel pro Tag, dazu noch das feministische Sonderschulprojekt Zett und daneben noch mit Frau Kahane und anderen Kämpfer_*Innen gegen Freiheit und Wahrheit unter einer Decke. Frauen-sind-besser-aber-Opfer-Quoten-her-und-wir-müssen-dringend-über-Menstruation-bei-weiblichen-Führungskräften-reden.

Aber halt auch nur wenn es paßt. Bei Pendlern anscheinend nicht. Obwohl, das ist sexistisch. Das muß „pendelnde“ heißen!

Pendler sind gestresster und anfälliger für Krankheiten – auch für psychische.

Na, da fällt dem maskulistisch geschulten Leser doch was ein. Haben Frauen nicht gerade erst mit der Lohnarbeit für dieses Jahr angefangen? Und war einer der nicht näher untersuchten Gründe für den Gender Pay Gap von ca 23%-2% nicht die größere Flexibilität von Männern? Von unbezahlten Überstunden und all dem patriarchalen Dreck? Von der Bereitschaft zu Pendeln etwa? Und da ist ein ganzer Artikel in der Zeit ohne Genderaspekt?

Aber schauen wir uns mal an, was der Spiegel zu sagen hat. Denn die Qualitätspresse schreibt ja eh nur von dpa ab. Spiegel, das einstige Sturmgeschütz der Demokratie, heute eher die Heimat von Radikalverwirrten Gendertröten wie Stokokowski. Ein weiterer Quell von feministischen Lügen und Unsinn und hat auch sein eigenes feministisches Sonderschulprojekt namens Bento.

„Die verfügbaren Untersuchungen zeigen, dass tägliche Pendelmobilität die körperliche und psychische Gesundheit der Erwerbstätigen gefährden kann und einen negativen Einfluss auf das Gesundheitsempfinden hat“, sagt Simon Pfaff vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung in Wiesbaden.

Scheint, daß SpOn irgendwas auf der Spur ist.

„Je länger die Fahrzeit der Erwerbstätigen, desto größer die Belastung, auch weil weniger Zeit zum Regenerieren bleibt.“ Die Krankenkassen beschäftigen sich seit Jahren mit dem Thema. So haben Pendler laut einer Studie der Techniker Krankenkasse ein höheres Risiko, psychisch zu erkranken.

Nur was? Schauen wir mal in den Artikel, den SpOn schon letztes Jahr zur gleichen Studie vom selben Auftraggeber gebracht hat und praktischerweise verlinkt ist.

Für den typischen Fernpendler ist Hammer ein gutes Beispiel: Er ist promovierter Physiker, hat Frau und zwei Söhne und ist Alleinverdiener. Seine Familie sieht er nur am Wochenende. „Das Pendeln ist ein notwendiges Übel“, sagt er.
Hammer wechselte nach Düsseldorf zu einem Mobilfunkanbieter ins Management, weil er dort bessere Karrierechancen sah. Frau und Kindern wollte er den Umzug aber nicht zumuten, so wie viele Pendler. DGB-Experte Adamy erklärt das mit der insgesamt gestiegenen Berufstätigkeit bei Frauen: „Wenn sie hinterherzieht, ist das Risiko groß, dass sie keine gleichwertige Stelle mehr findet.“

Adamsky scheint ein großer Spezialexperte zu sein. Was sagt uns uns das Wort „Alleinverdiener“ in Bezug auf Hammers Frau? Da kommt der nie drauf. Dafür komme ich nicht darauf, wie steigende Berufstätigkeit von Frauen das Risiko steigert, keine gleichwertige Stelle mehr zu finden. Konkurrieren Frauen um Frauenarbeitsplätze? Oder haben die halt einfach keinen Bock zu pendeln? Das würde ich für eine coole Idee halten, nur muß man sich das halt auch leisten können – im wahrsten Sinne des Wortes.

Doch auch wenn ein Teil zu Hause bleibt, drohen Probleme. „Es wird für alle Beteiligten schwieriger, Privatleben und Beruf unter einen Hut zu bringen“, schreibt Adamy in seinem Papier. Als besonders belastend werde der Mangel an Zeit empfunden, denn die Anfahrt geht von der Freizeit ab. Bei Hammer sind das zwischen vier und sechs Stunden pro Strecke, je nach Verkehrsaufkommen. „Es ist schon ein gewisser Stressfaktor zusätzlich da“, meint er. Weil er nur am Wochenende da sei, sei etwa die Erziehung der Söhne hauptsächlich an seiner Frau hängengeblieben. Und einen Freundeskreis habe er sich in Düsseldorf auch nicht aufgebaut. Das bedeute viele Abende allein in der Zweitwohnung. „Mein sozialer Mittelpunkt bleibt Nürnberg.“

Halten wir fest. Pendeln ist doof, macht keinen Spaß dafür aber krank. SpOn findet keinen Genderaspekt. Und jetzt schauen wir doch mal in die Originalstudie. Wirklich kein Genderaspekt?

http://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/Veroeffentlichungen/IzR/2007/Downloads/2_3BrinkmannDittrichMielke.pdf?__blob=publicationFile&v=2

„[…] an den vollzeitbeschäftigen Pendlern haben Frauen bereits[sic!] einen Anteil von über 30%“ (S.95)

Nun ist die Metrik „Pendeln“ recht ausbaufähig, denn Pendler ist, wer die Gemeindegrenze überschreitet. Das ist natürlich wenig sinnvoll. Ein Hamburger, der im Norden wohnt und im Süden arbeitet, hat lange und aufreibende Wege von über einer Stunde, pendelt aber nicht laut Definition. Wer auf dem Land an der Gemeindegrenze lebt und rüber zum nächsten Bauernhof geht, der pendelt auch wenn er das zu Fuß macht. Aber selbst 20km Autofahrt wären wahrscheinlich schnell und stressfrei zu erledigen.

Auch wenn geeignete Daten weitgehend fehlen, so kann man aus der Karte auf S.95 doch zumindest erahnen, dass Frauen weniger weite Distanzen pendeln. In den eher strukturschwachen Gebieten im Norden und Osten NRWs sind sie deutlich seltener als in den Ballungsräumen. In letztgenannten spricht die Studie auch von „Erreichbarkeitspotenzialen“, sprich es ist dort einfacher zu pendeln.

Aus der Studie geht eindeutig hervor, daß Pendeln eine männliche Domäne ist. Deutlich mehr Männer als Frauen pendeln. Und das macht alles mögliche, wahrscheinlich ist es verantwortlich für im Schnitt mehr Gehalt, aber sinnstiftend ist es nun wirklich nicht. Pendler sind die Helden ihrer Familien. Die absolute Anzahl an gefahrenen Kilometern und auswärtigen Übernachtungen ist nicht bekannt, die Genderforschung könnte genau hier mal ansetzen um ihre Existenz zu rechtfertigen, um das Wort „Forschung“ überhaupt mal zu rechtfertigen und den bereinigten Gender pay gap mal zu untersuchen anstatt immer nur zu bejammern. Die Medien könnten ihren Teil dazu beitragen und überhaupt mal die richtigen Fragen stellen.

Man könnte so viel.