Fresseschau

Die Zeit habe ich mir ja schon fast ganz abgewöhnt, bei SpOn schaue ich jedoch noch zu oft rein. Was geht?

Stokowski wieder. Anlässlich des Todes einen Menschen in Chemnitz ruft sie auf, die „Besorgten endlich ernst“ zu nehmen und das ganz ohne Geschlechterkeule. Was ist los Margarete?  Ohne mich in dieses Thema vertiefen zu wollen, was nun tatsächlich in Chemnitz passierte, finde ich ihren Spin doch recht irrsinnig. Immerhin, AfD-Wähler seien sexuell frustriert. Das ist ungefähr genau das, was man über Frauen nicht mehr sagen darf, ohne eine Abmahnung (mindestens) zu riskieren. Auch die verlinkte Studie kommt ganz ohne Gendersprache und sogar ohne Unterscheidung in Männer und Frauen aus. Ich würde die Studie ja nur maximal zum Ofenanzünden benutzen, weil sie anscheinend nicht die Altersgruppen rausrechnet, aber was weiß ich schon. Allerdings:

Psychologe Gebauer hält die Ergebnisse für plausibel und psychologisch sehr gut nachvollziehbar. Manche Menschen mit Beziehungsdefiziten begäben sich in eine Opferrolle und seien dann gefährdet, andere Kulturen oder Flüchtlinge zu Sündenböcken für ihre eigene Unzufriedenheit zu machen. Dies mache sie erreichbar für fremdenfeindliche Propaganda.

AfD-Wähler seien offenbar tatsächlich, wie sich auch auf ihren Protesten erkennen lasse, Wutbürger. Ihre Wut stamme aber nicht daher, dass ihnen Vertreter anderer Kulturen oder Flüchtlinge Unrecht angetan hätten, sondern aus ihren eigenen Beziehungsdefiziten, die sie aggressiv ausagierten.

Zu den Ergebnissen der Studie passe auch die Beobachtung bei Gleichklang, dass es gerade Unterstützer der AfD und andere Fremdenfeinde seien, die auch beim Online-Dating durch zynische Einstellungen, Nörgeleien und Misserfolg immer wieder besonders auffielen. Die Bilder der Proteste von undifferenziert grölenden AfD-Anhängern im Fernsehen sprächen ebenfalls aus psychologischer Sichtweise dafür, dass es sich um Menschen mit ernsthaften Defiziten in ihrer Beziehungsfähigkeit handele.

Bei „Opferrolle“ war ich irgendwie getriggert. Netzfeministinnen, ick hör dir trapsen.


Weiter geht’s. Auch Muschitexte kommen auf SpOn keinesfalls ohne Männerbashing aus. Natürlich sind es die bösen Männer, die Frauen zur Kindervagina zwingen. Es sind doch wohl eher die Frauen, die die größten Kritiker der Frauen sind. Die patriarchale Gesellschaft zieht jedenfalls nicht, wenn es sich um solch intime Körperregionen handelt. Und die Leute die behaupten, dass das alles nur an den bösen Pornos liegt, haben wohl die Kategorie „Hairy“ auf youporn noch nicht entdeckt. Und so schließe ich diesen Absatz mit der Bemerkung, dass der Sack doch ein bisschen schwerer zu rasieren ist als der Venushügel.


Filme müssen ja unbedingt gendergerecht sein. Nichtmal Lesben sind heutzutage lesbisch genug, ihr erinnert euch sicherlich auch ohne entsprechenden Link. Das mache Männern sichtlich Angst, behauptet die Schlagzeile über „bad spies“. Ihr glaubt es nicht, zentral scheint dem Autor die Szene zu sein, indem die Agentin den USB-Stick versteckt. In. der. Vagina. Etwas ganz neues, noch nie von Drogenkurieren genutzt.

Aus Sicht dieser Frau ist das deshalb eine gute (sogar geniale) Idee, weil die Männer, die diese Festplatte aus den unterschiedlichsten Gründen gut gebrauchen könnten – je nachdem, ob sie bei der CIA, beim MI6, beim FSB oder bei irgendeinem Terrorring angestellt sind -, allein deshalb nie im Leben auf diesen Schutzraum kommen würden, weil sie das Wort Vagina längst ins Kellerarchiv der eigenen Urängste hineinverdrängt haben. Bevor Mann es ausgesprochen kriegt, ist der Erdball zehnmal geplatzt.

Äh ja. Die Urangst des Mannes. Schon klar. Babes, ich habe Neuigkeiten: Alles nur geklaut. Ein Filmkritiker muss diese berühmte Stelle aber auch nicht kennen:

Bruce Willis und die Uhr.


12:25 bis 15:16 eines Tages auf Spiegel Online. Weniger als ein feministisch durchwirkter Schwachsinnsartikel pro Stunde. Glückwunsch. Dafür habe ich aber auch SZ und Zeit sowie die drei nicht mehr nur grenzdebilen pseudojungen Angebote der drei ausgelassen. Leider war der Rand zu klein, sorry.

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Stalker und Störer auf der republica

…haben’s schwer, wie man am Code of Conduct sehen kann. Störerinnen und Stalkerinnen jedoch sind anscheinend gerne gesehen.

CoC sind diese komplett überflüssigen Benimmregeln, denn eigentlich steht da nur völlig selbstverständliches drin. SJW jedoch brauchen so etwas zum Virtue Signaling, und deshalb ist es doch hin und wieder amüsant, da mal reinzuschauen. Opensource-Projekte beispielsweise werden gerne mal gekapert, und die einzige Leistung von SJW ist (a) der CoC und (b) die totale Zerstörung von gewachsenen und funktionierenden Projekten.

Was ist die republica eigentlich? Wohl nicht mehr als die Versammlung von Berliner Hipstern und Netzaktivisten, die laut genug sind und einflussreiche Freunde haben, um sich für die Mehrheit zu halten. Schön zu sehen am Spiegel Online Artikel, bei dem Menstruation und sich schlecht benehmende Männer auf Tinder nicht fehlen dürfen. Ähnlich auf Heise, da wurde die republica von der Bundeswehr gehackt und die Frauenquote erfüllt. Vergiftende Ideologien müssen aber draußen bleiben, hier lohnt der Blick in den Kommentarbereich.

Womit ich wieder beim Anfang wäre. Die republica ist komplett durchgegendert, was man auf der Website insbesondere auch an der Sprache bewundern kann. Nur eines gibt es nicht: Störerinnen und Stalkerinnen. Oder Störende und Stalkende, wie es gerne auch formuliert wird, ungeachtet der Tatsache, dass damit etwas völlig anderes gemeint ist.

An der Sprache sollt Ihr sie erkennen. Vergiftende Ideologien müssen draußen bleiben?

Kälte ist sexistisch

Letztens war es kalt. Sehr kalt. Und die Überschrift über diesem Zeit-Artikel lautet „Frieren Frauen etwa stärker als Männer?“ Da könnte man einen x-beliebigen Mann fragen wie das denn so letzte Woche war, als die Holde ins Ehebett gekommen ist und einfach mal mit „Ja“ antworten.

Man könnte auch einen Biologen fragen, der aufgrund seines Wissens um unterschiedliche Hautbeschaffenheit, erhöhten Fett- und niedrigeren Muskelanteil mit „Ja“ antworten würde.

Oder einen Physiker, der mit dem ungünstigeren Verhältnis von Oberfläche zu Volumen bei kleineren Körpern mit „Ja“ antworten würde.

Man könnte die Entscheidung, ob das Spiel stattfindet, auch einfach mal den Verantwortlichen überlassen. Das sind nämlich verschiedene, je nachdem, ob es sich um Männer- oder Frauenfußball handelt.

Man könnte auch zur Kenntnis nehmen, dass es sich bei dem Verantwortlichen für Frauenfußball um eine Frau handelt. Sollten alle Entscheidungen von Frauen über Frauenkörper nicht respektiert werden oder so ähnlich?

Man kann da aber natürlich ganz ironiefrei ein Genderdings draus machen.

Männer und Junioren haben mit der Kälte und dem Zustand des Platzes erst mal keine Probleme? Frauen dagegen frieren so sehr, dass sie erst gar nicht spielen sollen?

Diese Konstellation sorgte am Wochenende für Häme und heftige Diskussionen.

Ich bitte ganz herzlich darum, nur noch gemischte Teams aufzustellen. Wegen 4000 Jahren Patriarchatsfußball könnten sich zwecks Gerechtigkeit auch gerne mal alle Männervereine auflösen und zu den Frauen gehen. Dann gibt es auch kein Geheule mehr. Naja, die Quotendiskussion wird jedenfalls lustig. Und die Gleichstellungsbeauftragte darf dann das Abseits dekonstruieren.

Über Männer reden im Kampfblatt des Gynozentrismus

In der Zeit, in der täglich mehrere Frauenversteh- und Brachialfeminismusartikel erscheinen, reden Frauen über Männer.  Das kann ja nur in die Hose gehen – aber amüsant ist es allemal. Mein Favorit ist die 24-jährige, die trotz des Ausfalls im Schlusssatz durchaus vernünftige, selbstbewusste Gedanken beiträgt. Ganz anders die 29-jährige mit dem Reflexionsvermögen einer 9-Jährigen:

Wenn man Angst hat und ein Mann einen beschützt. Auch als starke Frau möchte man mal in den Arm genommen werden.

Single, 29: Ich höre auch oft, dass Frauen meist dafür zuständig sind, Urlaube zu organisieren. Wenn man in den Urlaub fahren will, muss man das als Frau anstoßen, die Flüge buchen …

Mutter, 42: Das macht mein Mann.

Single, 29: Mein Vater hat das auch immer gemacht, aber bei den Männern von heute muss ich das machen.

 

Diese Männer. In nur 13 Jahren das Buchen verlernt.

Sicherheit ist für mich auch ein großes Thema. Mir ist wichtig, dass ein Mann mit Geld umgehen kann. Auf der anderen Seite regt es mich total auf, dass mein Vater in meiner Familie der Geldverdiener ist und meine Mutter, die aufgrund ihrer Depressionen nicht arbeiten kann, total von ihm abhängig ist. Mein Vater sieht in ihr vor allem eine Hausfrau. Ich habe ihn mal darauf angesprochen: „Wie kannst du ihr sagen, dass sie den Tisch abzuräumen hat!“ So ein Verhältnis möchte ich niemals zu einem Mann haben.

Das Geld ranschaffen ist ok, aber bei der Hausarbeit herrscht Feminismus!

ZEITmagazin: Sie wollen also einen ganz anderen Typ von Mann? Einen, der mit Geld umgehen kann, in Ihnen aber auch eine gleichberechtigte Partnerin sieht?

Single, 29: Ja. Komischerweise date ich trotzdem ständig Männer, die kein Geld haben. Und dann nervt es mich, dass sie mich nicht zum Essen einladen können.

Gleichberechtigung! Außer beim Bezahlen!

Single, 29: Man braucht einen Mann, um Dinge zu teilen. Mit seinen Freundinnen kann man das irgendwann nicht mehr, die haben dann ja ihre eigenen Familien. In meinem Freundeskreis bekommen gerade alle Kinder.

Welche Dinge sollen geteilt werden? Wenn man ihre anderen Aussagen liest, dann meint sie am ehesten sein Gehalt. Ansonsten klingt ihre Begründung fürs Mann-brauchen doch sehr, sehr dürftig. Was im übrigen das Grundproblem des Artikels ist, aber dazu später mehr.

Aber in letzter Zeit begegne ich dort immer wieder diesen Männern, die Mitte 30 sind und nicht wissen, was sie wollen.

Filterblasengestählte wissen dies zu deuten. Gerade noch sprach sie, dass sie herumtindert, sich also quasi ausgetobt hat, aber jetzt mit 29 das Ende ihrer Fruchtbarkeit und ihres erhöhten Marktwerts sieht. Aber die fiesen Männer, sie wollen einfach nicht was sie jetzt will. Schweine!

Single, 24: Ich habe mal einen kennengelernt, der kam aus Südafrika und hat mich für ein paar Tage nach Tunesien entführt. Wir hatten über drei Monate eine tolle Affäre. Ich will mein Leben wie im Film leben. Ich will, dass es mit Männern aufregend ist.

Im Artikel gibt es einige Hinweise, dass Zitate den falschen untergeschoben wurde. Auch diese Aussage würde ich der 29-jährigen zuordnen, zumal sie direkt darunter das Tunesien-Setting aufgreift.

Ich finde es toll, wenn ich beim Sex spüre, dass der Mann Macht über mich hat. Überall sonst bin ich total selbstbestimmt. Beim Sex kommt so ein Urinstinkt raus, dass der Mann stärker als man selbst ist. Das Gefühl, dass ich total begehrt werde, turnt mich an.

Ah, nicht nur bei  der Rechnung hört die Gleichberechtigung auf. Immerhin, Pluspunkt für die 29-jährige für Ehrlichkeit.

Ich stehe auf Männer, die wie Verbrecher aussehen. Und auf exotische Männer, Typ arabischer Prinz.

Ich habe meine Telefonnummer auf die Visitenkarte des Restaurants geschrieben, dann aber solche Angst bekommen, dass ich rausgerannt bin. Männer sprechen einen aber auch nie an.

Wie war das? Überall sonst ist sie total selbstbestimmt? Aha.

Erst jetzt, mit 29, wo ich mich in meinem Körper wohlfühle, weiß ich, was ich gut finde.

 

Ich habe erst in den letzten Jahren herausgefunden, wie stark mein Bedürfnis ist – über die Website „OMG yes!“.

Ich fand es interessant, mich damit auseinanderzusetzen, und habe so zum ersten Mal in meinem Leben meine Lust entdeckt.

Frauen haben einen genauso großen Sextrieb wie Männer.

Finde den Fehler.

Wenn man sich das genauer anschaut, so kommt einen der Verdacht, dass die letzten beiden Aussagen des Artikels der 24- und 29-jährigen vertauscht wurden. Auch mit dem Alter der 69-jährigen im Zusammenhang mit der Mauer scheint was nicht zu stimmen. Aber genug von den Zitaten.

Worauf ich hinaus will, ist, dass das natürlich kein komplettes Gespräch ist, sondern eine durchaus handwerklich stümperhafte Zusammenstellung der getätigten Aussagen. Falls das Gespräch überhaupt stattgefunden hat. Insofern möchte ich mich bei der 29-Jährigen vorsorglich entschuldigen.

Wie ihre Aussagen so ist ja der ganze Text eine von den Verfasserinnen zusammengestellte Auswahl. Durchgewunken von der ZEIT-Redaktion als relevanter Beitrag. Was fehlt denn hier? Es fehlt jedwede Begründung, warum sich potentielle Partner überhaupt mit diesen Frauen abgeben sollten. Wo werden Männer als Menschen gesehen, die etwas zu bieten haben, abgesehen von Geld? Was ist der Beitrag dieser Frauen außer ihren Titten?

Oder wie es der Top-Kommentar darunter von „Napokue“ ausdrückt:

Männlichkeit als Wunschkonzert von Frauen (Wünsche, die in sich widersprüchlich sind – was sonst); Anneinanderreihungen von Stereotypen über Männer; Nicht den Schimmer einer Ahnung wie Männer ticken; Viel Nabelschau, wenig Selbstreflexion. Kurz: im Westen nichts Neues.

Eine Frage wird selbstredend ausgespart: „Was will eigentlich der Mann?“. Die Frage ist halt nicht relevant.

Diese Frage hier ist umso relevanter: „Wozu braucht man eigentlich einen Mann?“

Ich denke, dass es einmal für Männer an der Zeit ist, sehr ernsthaft und kritisch zu hinterfragen, wozu sie eigentlich eine Frau brauchen: Lesen Sie sich den Text nocheinmal aufmerksam durch. Was bringen diese Frauen in eine Beziehung ein, außer einer endlosen Litanei von Wünschen und Forderungen? Frauen suchen einen Versorger, Beschützer und Wunscherfüller. Was haben sie im Gegenzug anzubieten? Wiegt der Nutzen die Kosten auf? Wiegt der Nutzen das Risiko auf (Stichwort: Sexualstrafrechtsreform, #MeToo, Scheidungsrecht, etc.)? Ist das zeitweillige Wohlwollen einer Frau es wert, dass man sich dafür zum Lakaien degradiert?

Apropos, Versorger, Beschützer und Wunscherfüller:

„Solange ich in der U-Bahn noch von Männern belästigt werde und kein anderer Mann aufsteht, um mir zu helfen, hat die #MeToo-Debatte nichts gebracht.“

Geht’s noch, Frau Studentin? Ich bin nicht Ihr Bodyguard! Sie haben kein Anrecht auf meinen Schutz oder Beistand. Mit Verlaub, werden Sie erwachsen und lernen Sie allein klarzukommen.

Es kann nicht mehr lange dauern, bis die ZEIT die Kommentare abschaltet.

 

Feministische Empathie — American Beauty

Wer American Beauty nicht gesehen hat, holt dies schleunigst nach und kommt erst dann wieder hierhin zurück. Wer sich nicht mehr so ganz erinnern kann, dem sei der Wikipedia-Artikel ans Herz gelegt.

Lester befindet sich in einer Midlife Crisis und ist mit seinem Leben unzufrieden; der – laut eigenem Bekunden – „Höhepunkt“ seines Tages findet beim morgendlichen Masturbieren in der Duschkabine statt. Das Leben mit seiner spießigen, karrieresüchtigen Frau Carolyn und seiner zickigen Tochter Jane empfindet er als trostlos. Jane befindet sich in der Pubertät und lehnt ihn als Vorbild ab. Auch seine triste Arbeit in einem Zeitschriftenverlag macht ihn nicht glücklich, und er erfährt von seiner Familie weder Dankbarkeit noch Respekt für seine Arbeit oder für sich selbst als Mensch, sondern „das furchtbare Gefühl, bedeutungslos zu sein“.

Neben Lester gibt es noch den Nachbarn, einen Kriegsveteran, der seine Homosexualität unterdrückt, sowie dessen Sohn. Lester stirbt und die anderen Männer sind auch nicht besonders glücklich. Viel Platz für Mitgefühl mit diesen Männern. Die Schlüsselszene hierbei ist die Freundin der Tochter, in Rosen gebettet. Sein unerreichbarer Traum von Glück, Zufriedenheit und Sexualität.

Lester entdeckt schließlich Angela und tauscht mit ihr Zärtlichkeiten aus. Als sie ihm mitteilt, dass sie noch Jungfrau ist, lässt er von ihr ab und unterhält sich mit ihr.

Ok, und was machen Feministen daraus? Den Anspruch, dass auch Wale in violetten Blüten bitteschön begehrt werden sollten. Oder wie es der Zett-Schreiberling American Beauty zusammenfasst:

Darin versucht der desillusionierte, antriebslose Vorstadt-Loser Lester Burnham seinem Leben mehr Sinn zu geben, indem er ihm eine Portion Aufregung verpasst. Ein Teil dieser Aufregung tritt in Form von Angela, der Freundin seiner Tochter, in sein Leben, die er sogleich zum Opfer seiner sexuellen Fantasien macht.

Hier der ganze Artikel: MIT FLIEDERBLÜTEN ZU MEHR BODY POSITIVITY. Gibt es auch Feministinnen mit Empathie für Männer?

 

 

Politisch korrekter Karneval

Ja, am politisch korrekten Karneval arbeitet sie sich ab. Man könnte an dieser Stelle mal überlegen, was Karneval seit, ja, seit immer schon ist. Was Karneval tatsächlich in seiner Essenz ist. Und dann könnte man sich laut lachend von dieser Diskussion abwenden.

Aber es geht Anke Schipp in der FAZ ja um die Kinder. Das zieht immer. Anständigerweise und eben auch aus Gründen der Statistik sollte man Frau Schipp durchschnittliche Intelligenz zubilligen. Aber man muss nur bis hierhin lesen, um diese Vorschusslorbeeren zurückzuziehen:

Wie bei dem dreijährigen Caiden aus Virginia, der sich vor gut zwei Jahren zu Halloween als Eiskönigin verkleidete. Sein Vater postete davon ein Foto auf Facebook und schrieb: „Bleibt ihr bei eurem maskulinen Mist und den ordinären Kinderkostümen. An Halloween geht es aber um Kinder, die sich als ihre Lieblingsfiguren verkleiden. Und diese Woche ist seine eine Prinzessin.“

Ein Hoch auf alle kleinen Jungs, die Prinzessin sein wollen. Aber maskuliner Mist? Ist das die Vorstellung von Gleichberechtigung, von Respekt vor allen Lebensentwürfen oder auch Karnevalskostümen? Sicher, nicht Frau Schipp hat das geschrieben, sie hat es nur zitiert. Aber kann man nicht von einer durchschnittlich intelligenten Frau, die sich anscheinend viele Gedanken zur Geschlechtergerechtigkeit gemacht hat, zumindest erwarten, dass sie sich von einer solchen Formulierung distanziert? Das tut sie nicht und als Leser kann man mit Fug und Recht annehmen, dass „maskuliner Mist“ eine akzeptable Formulierung für die Autorin ist.

Weiter muss man diesen belanglosen Mist eigentlich gar nicht lesen, auch wenn die Autorin tatsächlich zu mehr Toleranz aufruft, wenngleich diese an Karnval ausgelebten Genderklischees grundsätzlich bedenklich seien. Wir sind ja immerhin noch bei der FAZ und nicht bei ZEIT, Spiegel oder der Süddeutschen.

Natürlich schauen sich Kinder das meiste von anderen Kindern ab und nicht von ihrer Mutter. Meine Töchter haben mich niemals im Prinzessinnenkleid gesehen, allenfalls im kleinen Schwarzen. Aber sie sehen die größeren Mädchen im Kindergarten Prinzessinnenkleider tragen, sie lesen Märchen, in denen Prinzessinnen vorkommen, sie sehen Filme wie „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ und „Die Eiskönigin“. Natürlich sehen sie auch andere Filme, aber zu Fasching gehen sie trotzdem nicht als „Pettersson und Findus“ oder „Paddington“.

Interessant ist, was sie auslässt, was sie unterschlägt. Was sehen die kleinen Mädchen denn tatsächlich? Sie sehen ihre großen Schwestern, die ab Geschlechtsreife zu den Schlampenkostümen tendieren. Katzenohren, Stupsnasen, Miniröcke und nackte Beine bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Ich finde das moralisch gar nicht verwerflich, junge Mädchen sind unsicher, wollen gefallen und finden oft nicht das richtige Maß bei der Wahl ihrer Klamotten. Ein Problem eher für die Eltern und die jungen alkoholisierten Männer, die es nicht immer leicht haben, unter der Schminke zu sehen, ob sie ein 13-jähriges Mädchen vor sich haben. Die jungen Frauen wiederum sehen ihre Mütter und deren Generation, die natürlich auch sehr gerne in optisch ansprechenden Kostümen aufwarten und die genau wie die Männer durchaus auch auf Sex und nicht nur Feiern aus sind. Aber nein, Frau Schipp, es ist natürlich völlig unverständlich warum Ihre Tochter das Prinzessinnenkleid wählt, obwohl Sie noch nie eines getragen haben.

Und die Jungs mit ihrem „maskulinen Mist“? Nun ja, SWAT-Verkleidungen sind einfach, recht einfallslos, aber gruppengeeignet. Cowboys für große Kinder. Aber wer Karneval nicht allein nach Hause gehen will, wählt besser nicht das Gollum-Kostüm oder die süße Tigerente. Arzt ist besser geeignet und die ganzen Piloten haben eine Mütze auf. Das sieht autoritär, dominant, statushoch aus und es macht insbesondere noch ein bisschen größer. Worauf die Kätzchen und Minnimäuse stehen.

Oder wie Frau Schipp zu kurz springt:

Jungs werden als Ritter plötzlich mutig.

 

Danke Frau Schipp für soviel Toleranz. Und vielleicht haben Sie über die Fastenzeit mehr Muße über diesen Themenkomplex nachzudenken. Dem Rest viel Spaß an Karneval.

Gridgirls — Mehr Eier bitte!

Zwar bin ich in letzter Zeit deutlich stiller geworden, aber ich lese weiterhin viel mit. Danke an alle für ihre Beiträge, insbesondere natürlich an Christian und Arne.

 

Es ist viel geschrieben worden über die Gridgirls und die Bilder- und Gedichtestürmerei. Zwar wird auch allenthalben Kritik immer lauter, aber in unseren Qualitätsmedien herrscht immer noch die Einheitsmeinung, dass Frauen irgendwie objektifiziert werden und dass alles ganz böse ist. Die Diskussion spart die Fragestellung, ob und wie Männer objektifiziert werden natürlich komplett aus. Das ist übrigens bei der Debatte um Prostitution ganz dasselbe.

In meiner Lebenswirklichkeit spiegelt sich das jedoch nicht wider. Männer sehen hübsche, leichtbekleidete Frauen gern. Und Frauen ebenfalls. Frauen haben kein Problem mit Gridgirls. Was sie eher nicht sehen wollen sind Slutwalks, denn da kommt der Fremdschämmoment. In meinem Umfeld steigt die Wut der Frauen, dass eine weibliche Minderheit dafür sorgt, dass Frauen als unselbstständig, prüde und behindert wahrgenommen werden (Metoo, Quoten, mehr Zeit in Prüfungen etc.).

Ich sehe eine Parallele zum kirchlichen Tanzverbot, wo einige wenige, aber umso mächtigere Kirchenleute anderen das Tanzen verbieten. Keiner zwingt Katholiken, am Freitag in Bars und Clubs zu gehen, es kann sie gar nicht stören, aber sie verbieten es nichtsdestotrotz anderen, weil sie den Gedanken nicht ertragen.

Widerstand war noch nie so einfach. Schaut Euch schöne Bilder von Frauen an. Von Männern. Liked sie auf Facebook. Sprecht es einfach aus. Macht den Scheiß nicht mit.

Wir brauchen mehr Männer und Frauen mit Eiern.