Was am Fön sexistisch ist

Alles ist sexistisch wenn man eine feministische Berufsquerulantin ist. Jetzt hat es IBM erwischt, ein feministisches Shitstörmchen bekommen und Eierlos den Schwanz eingezogen. Womit die Messlatte für feministische Aufregerthemen mal wieder ein Stückchen tiefer gehängt wurde. Sexismus-Vorwurf: IBM stoppt Werbeaufruf zum Fön-Hacken.

Da weiß man gar nicht wo man anfangen soll. IBM macht ein wirklich sehenswertes Video um mehr Frauen für MINT zu begeistern und direkt geht das Genöle los. Was stimmt denn nun hier nicht? Ich schätze, ein Fön wird zu mindestens 80% von Frauen genutzt. Liegt es mal wieder am bösen Patriarchat, das den Frauen den vorzeitigen Haarausfall nicht gönnt? Müssen Krebsforscherinnen kurzhaarige Lesben sein?

Ich weiß es. Sexistisch ist es, allein ein bestimmtes Geschlecht auszuwählen und es zu umwerben. Sexistisch ist es, die freie Wahl im Schnitt bei Frauen nicht zu respektieren, die darauf hinausläuft, daß es weniger Frauen in der IT gibt. Sexistisch ist es auf das brachliegende Potential zu verzichten, nur weil die nichtumworbenen das falsche Geschlecht haben.

Advertisements

Kurznachrichten vom 16.12.2015

1: Volker Beck fordert den Respekt vor und damit die Legalisierung von Beschneidung von Mädchen. Oder so. Vielleicht habe ich da auch was falsch verstanden, denn Volker Beck fordert den Respekt vor Beschneidungen und im zweiten Atemzug die Anerkennung der Gleichberechtigung von Mann und Frau. Wie man das logisch zusammen bringt, kann jetzt jeder selbst entscheiden. /Aranxo

2: Ein lesenswerter Essay von Brendan O‘Neill über die anti-aufklärerischen Inhalte des Neuen Feminismus ist bei Novo Argumente veröffentlicht. /Aranxo

3: Trotz des Titels „Publizist Frank A. Meyer: Religion ist immer Männermacht“ ist das dennoch die Off-Topic-Verlinkung des Tages. Eine wohltuende Stimme in der Mitte zwischen rechten Fremdenhassern und „links-grüner Vernarrtheit in die edlen wilden Proletarier auf der Flucht“. Und der Beleg dafür, dass Islamkritik nichts mit Rassismus zu tun haben muss. Zwei Absätze als Auszug:

Sind Sie islamfeindlich?

Die Schweizer Verfassung und das deutsche Grundgesetz sind islamfeindlich. Umgekehrt ist der Islam feindlich gegenüber den demokratischen Verfassungen Europas. Natürlich trifft das nicht nur auf den Islam zu. Das traf auch mal auf christliche Ideologien zu. Der Katholizismus vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil in den 1960er-Jahren beispielsweise war nicht vereinbar mit Menschenrechten und Freiheiten eines liberalen Staates. Bis heute hat die katholische Kirche Mühe mit der Gleichberechtigung der Frauen. […]

Die Kapitalismuskritik als verbindendes Element zwischen der Linken und dem Islam?

Das ist eine interessante These. Ich möchte zwei Vergleiche ziehen. Erstens: Für manche Linke ist der mittellose Einwanderer der neue Proletarier. Sie suchten ihn seit Generationen. Jetzt haben sie ihn gefunden: den Migranten als Heiligenfigur des Marxismus. Zweitens: Für manche Grüne ist der Flüchtling aus einer zurückgebliebenen Weltgegend oder aus einer verspäteten Kultur der «edle Wilde» von Rousseau: der noch unverdorbene Mensch, weil noch nicht durch die Zivilisation seiner selbst entfremdet – eine reine Seele, wie Gott sie schuf. Die fortschrittlichen Kräfte unserer freien Gesellschaft kappen gerade ihre Wurzeln, die sie mit der Aufklärung verbanden, zu der ja ganz zentral der Antiklerikalismus gehört. Ersetzt wird dieses Erbe durch Idealismus und Romantik – deutscher Idealismus auch und deutsche Romantik, wozu ja immer noch die säkulare Religion des Marxismus zählt, mitsamt Fegefeuer und Paradies: Diktatur des Proletariats und Kommunismus als Ende der Geschichte.

Letzteres sei den Linken, zu denen auch ich mich immer noch zähle, ins Stammbuch geschrieben. (Hervorhebung im Absatz durch mich)  /Aranxo