Laurie Penny, Stoßarbeiterin der feministischen Bewußtseinsindustrie

Nachdem ich zuletzt einen Aufsatz von Rebecca Solnit aus den »Blättern für deutsche und internationale Politik« (»die größte politisch-wissenschaftliche Monatszeitschrift im deutschen Sprachraum«) kritisiert hatte, hatte crumar mich darauf hingewiesen, dass dieselbe, hust!, Fachzeitschrift auch einen Artikel von Laurie Penny publiziert hat. Der Artikel heißt »Feminismus: Die Befreiung der Männer« und beruht auf dem Kapitel »Verlorene Jungs« in Pennys Buch »Unsagbare Dinge«. Spoiler vorneweg: der Aufsatz ist so unterirdisch wie befürchtet. Warum also, so kann man fragen, noch einmal der Aufwand einer ausführlichen Auseinandersetzung? Mein Hauptgrund lautet: Eigenbedarf. Ich rücke in meiner Kritik den Begriff des Patriarchats ins Zentrum, und da muss ich natürlich auch ein Relevanzargument liefern. Und! Überraschung!(Nicht) Der Begriff spielt im Aufsatz eine tragende Rolle. Ich bin zwar der Meinung, dass sich die um diesen Begriff herum entstandenen ideologischen Denkfiguren auch ohne den Begriff selbst nachweisen lassen, aber kann mir Steilvorlagen von reichweitenstarken Autorinnen wie Solnit und Penny kaum entgehen lassen – hier bekomme ich das Relevanzargument sozusagen vom befrackten Domestiken auf dem Silbertablett serviert, mit Schleifchen dran und Zucker obendrauf. Nur das persönliche Grußkärtchen fehlt, dafür muss ich leider erst berühmt werden. In der Summe werde ich der verehrten Leserschaft daher im Folgenden nichts wirklich neues erzählen. Interessant könnte allerdings sein, wie Pennys Text funktioniert und auf welche Weise sie ihre Botschaft ins Ziel zu bringen versucht. Außerdem ist dies meine erste Auseinandersetzung mit Laurie. Zu ihr wurde also möglicherweise bereits alles Nötige gesagt – nur eben noch nicht von mir! 🙂


Beginnen wir mit dem Beginn, also am Anfang:

»Dass der Feminismus wichtig ist und noch viel zu tun hat, ist keine Minderheitenmeinung mehr. Nach Jahrzehnten des zaghaften Sichfügens erheben Frauen, Mädchen und ihre Verbündeten in aller Welt wieder die Stimme, um einen besseren Deal einzufordern, nicht nur nach dem Gesetz, sondern in der Praxis. Doch die Art Feminismus, die seit Jahren in den Medien eine Rolle spielt und die Schlagzeilen beherrscht, nützt in erster Linie den heterosexuellen, gut verdienenden weißen Frauen der Mittelschicht und der oberen Mittelschicht. Es hieß, die Geschlechterbefreiung würde wie der Wohlstand nach unten ›durchsickern‹. Das ist natürlich völliger Blödsinn. Feminismus sickert nicht nach unten durch, und während sich eine kleine Zahl extrem privilegierter Frauen Gedanken über die gläserne Decke macht, füllt sich der Keller mit Wasser, und Millionen von Frauen und Mädchen sind samt ihren Kindern da unten eingesperrt und starren nach oben, während ihnen das Wasser in die Schuhe läuft, um die Knie schwappt und langsam zum Hals steigt. Kurzum: Man hat uns angelogen.«

Der Aufsatz beginnt mit einem Allgemeinplatz. Wie man misst und empirisch feststellt, wann etwas eine »Minderheitenmeinung« ist und wann nicht (mehr), wird nicht thematisiert. Auch der historische Rückblick ist keiner: welches die »Jahrzehnte des zaghaften Sichfügens« gewesen sind, unter welchen historischen Umständen sie begonnen haben und wieder zu Ende gegangen sind, wird nicht thematisiert. Ein Beispiel für ein »zaghaftes Sichfügen«, an dem man ungefähr ermessen könnte, was »zaghaft« ist und worin das »Sichfügen« der »Frauen, Mädchen und ihre Verbündeten in aller Welt« denn bestanden hat, wird nicht genannt. Rückschläge im Abtreibungsrecht? Dramatische Budgetkürzungen für die Genderforschung? Eine ganze Alterskohorte junger Frauen, die mit der Einberufung zum Kriegsdienst im Nahen Osten rechnen muss? Ein Aufsatz in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift würde zumindest kurz ein paar Zahlen und/oder Schlüsselepisoden nennen, aus denen ersichtlich wird, wovon konkret die Rede ist, anstatt nur das Wohlgefühl zu evozieren, dass man sich als Feministin »jetzt« mehr engagiert als »früher«. Ach so? Wir sind in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift? Prima, dann wird es in den folgenden Abschnitten bestimmt besser, und ich bin bloß ein gehässiger, ungnädiger Masku-Shitlord, immerhin hat sie sich doch kritisch über die Vorstellung einer »gläsernen Decke« geäußert!

Und ich bin wohl nicht nur ein Masku-Shitlord, sondern auch ein Grammatiknazi, denn was soll es besagen, dass »Millionen von Frauen und Mädchen samt ihren Kindern« in einem Keller eingesperrt sind? Sind die »Mädchen« nicht bereits »Kinder« dieser Frauen? Was bleibt da in der Kategorie »Kind« noch übrig? Womöglich sind die Jungs da »mitgemeint«, aber nur solange, wie sie primär als Kinder durchgehen und noch keine eigenständige Männlichkeit aufweisen? Garstiger, gehässiger Masku-Shitlord und Grammatiknazi! Sei doch nicht so sprachenstreng wie eine Genderkommissarin, lies‘ doch erst mal weiter!

»Das aber ist nur die eine Seite der Medaille. Denn auch Männer wurden angelogen. Ihnen wurde vorgegaukelt, sie lebten in einer schönen neuen Welt der wirtschaftlichen und sexuellen Chancen, und wenn sie zornig oder eingeschüchtert seien, wenn sie sich von den widersprüchlichen Erwartungen eingeengt oder verunsichert fühlten, wenn sie unter dem Druck litten, sich maskulin zu geben, Geld zu machen, dominant zu sein, viele schöne Frauen zu vögeln und gleichzeitig ein anständiger Mensch zu bleiben, dann seien an ihrer Not Frauen und Minderheiten schuld.«

Dieser Satz klingt erstmal gar nicht schlecht, sympathisch geradezu, denn dass Männer unter Druck stehen und dass ihnen falsche Versprechungen gemacht werden, würde wahrscheinlich kein Männerrechtler bestreiten wollen. Aber unter welchem Druck genau Männer denn stehen und welche falschen Versprechungen im Einzelnen das waren, darüber reden wir doch sicher noch mal, nicht wahr, Frau Penny?

»Um die Prinzipien von Gender, Macht und Begehren zu begreifen, müssen wir auch über Männer reden. Ziel des Feminismus ist ja nicht nur, dass sich Frauen von Männern emanzipieren, sondern dass sich alle Menschen aus der Zwangsjacke geschlechtsspezifischer Unterdrückung befreien. Männer und Jungen beginnen erst jetzt kollektiv zu begreifen, wie furchtbar vermurkst Männlichkeit heute ist – und sie fragen, wie sie das ändern können.«

Ups. Ich hatte jetzt für einen ganz kurzen Augenblick gedacht, Laurie würde vielleicht den bürgerlichen Klassencharakter einer bestimmten Art von Feminismus kritisieren wollen, weiter oben, als sie die Formulierung »Frauen der Mittelschicht« verwendet hat, ohne sich gleich darauf den Mund mit Seifenlauge auszuspülen. Dummer, garstiger Masku! Männlichkeit – vermurkst sie ist fürchterlich!

»Helft uns, Laurie, Ihr seid unsere letzte Hoffnung!«

Der nächste Absatz vom Aufsatz ist überschriftet mit »Dem Patriarchat einen Namen geben«. Das habe ich schon mal gehört. »Einen Namen geben« ist ein magischer Vorgang. Den wahren Namen eines Wesens zu kennen heißt, es zu kontrollieren, es bannen zu können, wie beim Rumpelstilzchen. Wenn wir »dem Patriarchat« einen Namen geben (also zum Beispiel: »Patriarchat!«), dann stampft es sich bestimmt selbst von ganz alleine unangespitzt mit dem Fuß in den Boden und ist weg! Penny erklärt uns nun, dass »Patriarchat« nicht »Männerherrschaft« bedeutet, sondern »Väterherrschaft«, »die Herrschaft weniger mächtiger Haushaltsvorstände über den Rest der Gesellschaft.« Aha: »Haushaltsvorstände«. Klar, das kenne ich von Max Weber:

»Patriarchalismus heißt der Zustand, daß innerhalb eines, meist, primär ökonomischen und familialen (Haus-)Verbandes ein (normalerweise) nach fester Erbregel bestimmter Einzelner die Herrschaft ausübt. Entscheidend ist dabei: daß diese Herrschaft zwar traditionales Eigenrecht des Herren sei, aber material als präeminentes Genossenrecht, daher in ihrem, der Genossen, Interesse ausgeübt werden müsse, ihm also nicht frei appropriiert sei. Das, bei diesen Typen, völlige Fehlen eines rein persönlichen (›patrimonialen‹) Verwaltungsstabs des Herren ist dafür bestimmend. Der Herr ist daher von dem Gehorchenwollen der Genossen noch weitgehend abhängig, da er keinen ›Stab‹ hat. Die Genossen sind daher noch ›Genossen‹, und noch nicht: ›Untertanen‹.« (Max Weber 2014, S. 165)

Ja, ich sehe ein, dass das jetzt ein bißchen kompliziert ist, weil es ist gar nicht richtig klar, was das mit Pennys Patriarchatsbegriff zu tun hat, und ob jetzt eher Weber was mißverstanden hat, so als toter heterosexueller, weißer Mann, der er ist, oder doch Laurie Penny, aber das können wir jetzt hier nicht diskutieren, Penny schreibt ja nicht in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift! … ähem! Hust, HUST! Gehen Sie weiter, es gibt nichts zu sehen, seien Sie kein Gaffer, dies war kein Max-Weber-Zitat, Gerhard Schröder hat die Wahl nicht verloren und das Huhn hat nicht die Straße überquert! (Und wir sind erst am Anfang des Artikels, wo ist eigentlich mein Blitzdings?!)

Weiter im Text. Ein bißchen erläutert Penny ja schon noch, was das Patriarchat denn eigentlich so ist:

»Es ist ein hierarchisches System männlicher Vorherrschaft, die mit Gewalt oder Gewaltandrohung durchgesetzt wird … und es ist eng verwoben mit dem Wirtschafts- und Klassensystem des Kapitalismus.«

Hm, und auf welche Weise tut es das? Könnte Penny das nicht ein bißchen erläutern? Wohl nicht, schließlich schreibt sie ja nicht in … HUST! (Wo.Ist.Mein verdammtes Blitzdings??) Ähem! Aber zumindest meinen Feministinnen es ernst und ehrlich, wenn sie sagen, dass das Patriarchat auch Männern schadet, da sind sie voller Verständnis:

»Die meisten Männer haben nicht viel Macht, und das bisschen soziale und sexuelle Überlegenheit, das sie über die Frauen haben, wird heute infrage gestellt. Das muss wehtun. Wer vom Patriarchat profitiert, ist kein schlechter Mensch, auch wenn er auf die Art wohl kaum ein besserer Mensch wird. Wie immer, wenn jemand eine Machtposition über andere innehat, besteht die Charakterprüfung darin, was er mit dieser Erkenntnis anfängt. (…) Wenn ich mich mit Männern über Gender und Gewalt unterhalte, ist das Wort ›Patriarchat‹ für sie besonders schwer zu ertragen.«

Liebe Laurie! Ich verstehe, dass es Dich traurig macht, wenn Männer das Wort »Patriarchat« nur schwer ertragen. Hast Du mal daran gedacht, dass das vielleicht – aber nur vielleicht! – daran liegen könnte, dass Du mit dem Begriff die Vorstellung verbindest, Männer hätten sich einer »Charakterprüfung« zu stellen – einfach nur, weil sie Männer und damit schon per definitionem, ohne näher auf irgendwelche konkreten, realen Umstände zu schauen, als »Profiteure des Patriarchats« gelten? Aber vielleicht verstehen wir Dein Argument ja besser, wenn Du jetzt tatsächlich darauf eingehst, wie das Patriarchat mit dem Neoliberalismus zusammenhängt:

Geschlechterkrise oder Kapitalismuskrise?

»Da die moderne Ökonomie nur wenige Gewinner hervorbringt, fühlen sich viele Männer unweigerlich als Verlierer – und ein Verlierer ist das Letzte, was ein Mann sein darf. Frauen wollen mit Verlierern nichts zu tun haben. Verlierer sind keine richtigen Männer, keine begehrenswerten, starken Männer, und wenn der Neoliberalismus mehr Verlierer hervorbringt, dann muss das daran liegen, dass Männer nicht genug Wertschätzung erfahren, und wahrscheinlich ist daran der Feminismus schuld und nicht etwa die fehlgeleitete Finanzpolitik. Der Neoliberalismus mag Heerscharen von Menschen zum Scheitern verurteilt haben, aber wir können es hier nicht mit einer Kapitalismuskrise zu tun haben, also muss es eine Geschlechterkrise sein.«

Liebe Laurie, findest Du das nicht ein bißchen kraus argumentiert? Es ist ja gar nicht klar, in welchen Deiner Sätze jetzt Ironie steckt und in welchen nicht! Es ist ja nun nicht so, dass die Behauptung »Frauen wollen mit Verlierern nichts zu tun haben«, nur ein männliches Hirngespinst ist:

»Als die Finanzkrise in den USA begann, schnellten die Scheidungszahlen in Manhattan nach oben. Reihenweise lösten die Frauen ihre Ehen auf. Ihre Männer hatten über Nacht jeglichen Sex-Appeal eingebüßt.« (Elisabeth Raether, Tanja Stelzer in der ZEIT 2, 2014)

Man muss für diese armen Frauen ja auch Verständnis haben: nicht nur finden sie ihre Männer nicht mehr sexy – sie müssen sich ja schließlich auch rechtzeitig scheiden lassen, bevor die Finanzkrise auf das Aktenportfolio des Gerade-Noch-Gatten durchschlägt und das Vermögen, anhand dessen sich die Höhe ihres Unterhalts errechnet, so richtig in den Keller rauscht!

Also hier müsstest Du Dich doch eigentlich an die Frauen wenden und sie mal fragen, wieso sie ihren Mann bei der erstbesten Schwierigkeit sogleich sitzen lassen? Aber vielleicht denkst Du ja, dass Frauen sowas gar nicht tun und dass Du deshalb einfach einen guten Witz gemacht hast. Und dann wendest Du Deinen Blick zwar sinnvollerweise dem Neoliberalismus zu – aber was machst Du daraus? »Der Neoliberalismus mag Heerscharen von Menschen zum Scheitern verurteilt haben« – da sind wir uns ja einig! Aber jetzt wirfst Du den Männern vor, sie würden eine Kapitalismuskrise nicht als Kapitalismuskrise verstehen – sondern als Geschlechterkrise, weshalb sie fälschlicherweise dem Feminismus Vorwürfe machen würden. Liebe Penny, jetzt muss ich mich aber bei Dir beschweren: Du hast doch gerade eben, etwa einen Absatz zuvor, die Krise zur Geschlechterkrise erklärt (und Du wirst es gleich im nächsten Abschnitt, den Du mit »Männlichkeit ist Krise« übertitelt hast, noch viel gründlicher tun), denn was ist denn ein »Leiden der Männer am Patriarchat« denn anderes als eine Geschlechterkrise?

Wir Männer kämen nämlich sehr gut damit zurecht, die heutige Krise als eine Krise des Neoliberalismus zu verstehen, wenn uns nicht ihr Feministinnen uns ständig einzureden versuchtet, wir müssten das als eine Geschlechterkrise verstehen. Aber Du sagst uns ja jetzt, warum Männlichkeit praktisch mit Krise identisch ist:

»Wenn die moderne Männlichkeit Männer, insbesondere junge Männer, in einen Zustand ängstlicher Verzweiflung stürzt, wenn sie einsam und isoliert sind, unfähig, ihre wahren Gefühle auszudrücken oder das Leben zu führen, das sie sich wirklich wünschen, und wenn sie dann ihre soziale und sexuelle Frustration an Frauen auslassen, statt zu begreifen, dass sie eine systematische Folge elitärer Ungleichheit ist, dann funktioniert die Männlichkeit sehr gut. Dann ist sie sogar in einem tipptopp Zustand.«

Liebe Laurie, Du hast doch eben erst selbst gesagt, dass es sich um eine Kapitalismuskrise handelt. Wieso nennst Du dann den Umstand, dass viele junge Männer keinen Job finden, eine »Krise der Männlichkeit«? Und glaubst Du, diese Männer fänden leichter einen Job – oder eine Frau – wenn sie bloß lernten, »ihre wahren Gefühle auszudrücken«? Lies doch noch mal bei Raether und Stelzer nach:

»Selbst moderne, emanzipierte Frauen reagieren manchmal verschreckt, wenn ihr Mann wirklich einmal Schwäche zeigt. Therapeuten berichten, dass Frauen erst von ihrem Mann einfordern, Gefühle zu zeigen – und ihn genau dann verlassen, wenn er negative Gefühle, beispielsweise Depressionen, eingesteht. So haben diese Frauen sich das mit der Partnerschaft auf Augenhöhe dann nämlich doch nicht vorgestellt.« (Elisabeth Raether, Tanja Stelzer in der ZEIT 2, 2014)

Aber Du scheinst das anders zu sehen. Vor aller Chance zur Läuterung müssen Männer durch das tiefe, dunkle Tal der Selbsterkenntnis:

»Doch es wird wehtun. Für Männer kann es furchtbar bedrückend sein, mit Frauenfeindlichkeit konfrontiert zu werden, zumal mit ihrer eigenen. Zu ihrem Unglück stoßen sie, sobald sie sich mit den Geschlechtern auseinandersetzen, auf eine schreckliche, unerschütterliche Tatsache: das enorme Ausmaß, in dem Männer insgesamt Frauen schon verletzt haben. Deshalb fällt es Männern enorm schwer, über Männlichkeit zu reden, ohne sich damit auseinanderzusetzen, wie furchterregend und aggressiv Männlichkeit in ihrer modernen Form mittlerweile ist. Sie ist erschreckend.«

Liebe Laurie, von den Statistiken zur häuslichen Gewalt hast Du noch nie etwas gehört, oder verbietet Dir Deine Ideologie bloß, das wahrzunehmen? Weißt Du, ich langweile meine Leser gerade ganz schrecklich damit, Dich auf so etwas hinzuweisen, weil die das alle längst wissen, nur zu Dir dringt das nicht durch. Wenn Du das schon alles wüßtest, würde ich ja hier nur »mansplaining« betreiben und müsste mich ganz doll bei Dir entschuldigen. Oder denkst Du, dass es einfach schon reicht, dass Du glaubst, dass Du recht hast, und dass es schon »mansplaining« ist, wenn Du mit Gegenargumenten konfrontiert wirst, obwohl Du überzeugt bist, dass Du recht hast? Zwischen »etwas wissen« und »überzeugt sein, etwas zu wissen« gibt es nämlich einen feinen Unterschied, und nicht in beiden, sondern nur im ersten Fall könnte man sich über »mansplaining« beschweren.

Und Du hast mit solchem Nachdruck darauf hingewiesen, dass wir die gesellschaftliche Krise doch bitte als Krise des Neoliberalismus wahrnehmen sollen, und redest doch nur wieder über Männer, Männer und Männer: in einem weiteren Abschnitt, in dem Du ein bißchen genauer erläuterst, was Du unter »Mitgefühl mit Männern« verstehst. Aufrechte, ehrliche Selbstkritik gibt es nicht umsonst, sondern erfordert die Bereitschaft, Schmerzen zu ertragen und die Zähne zusammenzubeißen, wenn der Chirurg das faulige, nekrotische Glied der toxischen Männlichkeit vom Leibe schneidet:

»Trotz einer mitfühlenden Haltung gegenüber Männern soll der Feminismus nicht etwa deren Gefühle schonen. Ganz im Gegenteil. Wenn wir uns ein erfülltes Leben und eine Gesellschaft wünschen, die Frauen als vollwertige Menschen behandelt, müssen Männer sich und ihre Erfahrungswelt in einem neuen, auch unangenehmen Licht betrachten. Das Mitgefühl, das Männer und Jungs brauchen können, wenn sie der Welt der Gewalt, der Frauenfeindlichkeit und der emotionalen Verstopfung entfliehen wollen, ist nicht das des Priesters, der Sünden vergibt, sondern das des Arztes, der einem leidenden Idioten, der mit einer eiternden Wunde den Arztbesuch zu lange hinausgezögert hat, mit Nachdruck erklärt: Ich fürchte, das wird wehtun.«

Liebe Laurie, das muss eine Obsession von Dir sein, schon wieder die Männer ins Zentrum der Perspektive zu rücken. Aber ich erkenne die permanente Obsession des Feminismus darin wieder, Gesellschaftskritik dadurch zu betreiben, dass man die Kritik von Männern betreibt. Ihr Feministinnen habt ja nichts anderes gelernt. Und ihr werdet selbst eine Menge Mitgefühl brauchen, wenn, oder wohl besser: falls ihr schließlich mal versteht, wie sehr ihr euch in eine ideologische Sackgasse verrannt habt, indem ihr die Psychologie des Mannes, oder besser: das, was ihr für diese Psychologie haltet, zum archimedischen Punkt eurer Gesellschaftskritik erhoben habt. Während ihr selbst euch auf einem überlegenen Standpunkt wähnt, den ihr im Kern für unkritisierbar haltet. Was wir sehr schön an dem folgenden Zitat ablesen können:

»Das große Hindernis für das Fortkommen der Frauen ist nicht der Hass der Männer, sondern ihre Angst. Die ›Männerrechtsaktivisten‹, die sich im Internet organisieren, um Frauen zu übertönen, sind meist angsterfüllte, einsame Wesen, die unbedingt über die Geschlechter reden wollen, dies aber nur tun können, indem sie Frauen mundtot machen.«

Also ich finde, ich habe Dich hier in meinem Masku-Shitlord-Artikel eines ängstlichen, einsamen Wesens recht ausführlich zu Wort kommen lassen und würde das eigentlich gern auch weiter tun – aber, liebe Laurie, dein Artikel geht leider weiter und weiter, ohne dass da noch eine Pointe käme, jedenfalls keine, die von Deinen bisher verbratenen Klischees irgendwie abweichen würde. Daher muß ich mich jetzt schweren Herzens wieder um meine Leser kümmern. Denen gehe ich nämlich mittlerweile mächtig auf den Sack mit meinem geduldigen Bemühen um Dich, und sie scrollen schon ganz hektisch ans Ende der Seite, um zu sehen, ob da bei mir noch eine Pointe kommt.

Tja, liebe Leserinnen und Leser, was soll man dazu sagen? Vielleicht noch ein kleines bißchen analytische Distanz. Ich zitiere dazu mal mich selbst, etwas, das ich eben erst in einem Kommentar formuliert habe: eine solche Perspektive wie die von Penny ist nur dadurch möglich, dass sie – als gute, völlig typische Feministin – die Beziehung der Frau zum Mann mit der Beziehung der Gesellschaft zur Umwelt verwechselt. Aus der Perspektive des Feminismus ist der Mann die Gesellschaft, mit dem ganzen doppelten Irrtum einer zugeschriebenen Allmacht und als alleiniger Adressat für Wunscherfüllungen. Und aus demselben Grund meinen Feministinnen auch, dass wenn sich die Gesellschaft ändern soll, der Mann sich ändern muss. Das ist sozusagen ein »topologischer« Irrtum: die Fixierung der Feministinnen auf den Mann verstellt den Blick auf die Gesellschaft als Ganze, von der sie selbst ja ein Teil sind, während sie sich selbst nur in Opposition, als dem Manne gegenüber, wahrnehmen – weshalb sie auch außerstande sind, ihre eigenen Verstrickungen in faktische Mitverantwortlichkeit wahrzunehmen und sich selbst einen überlegenen, erkenntnistheoretisch privilegierten Standpunkt zuschreiben. Dass und wie sie selbst Teil der Gesellschaft sind, dass und wie sie selbst in sexistischen Stereotypen denken, dass und wie sie selbst moderne Mythologien über die Geschlechter reproduzieren, können sie gar nicht wahrnehmen – weil sie glauben, als Frau – und zwar nicht nur aufgrund des Mythos von der moralischen Überlegenheit der Frau, sondern aufgrund der Wahrnehmung ihrer eigenen Position in Relation zum Mann glauben, den Standpunkt über den Standpunkten eingenommen zu haben.

Auf dieser (theoretisch anspruchsvollen) Ebene müsste eine prominente Feministin wie Penny die Diskussion eigentlich führen – aber sie publiziert ja nicht in einer wissenschaftlichen … bzzzzz … pchchchchch … piiiiitsch … pip pip pip pip … wo zur Hölle ist mein …

Postscriptum:

(Aahh!!! Da ist mein Blitzdings!!)

Bitte alle mal herschauen!

FITZZZZ!!

Ich danke Laurie Penny von ganzem Herzen für ihren wunderbaren Artikel im Geiste des wissenschaftlichen Feminismus, veröffentlicht in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift, der auch uns Männern den Weg eröffnet, an den Errungenschaften des Feminismus teilzuhaben, sofern wir aufgeschlossenen genug sind, um einzusehen, wie fürchterlich vermurkst unsere Männlichkeit ist, und die Chance ergreifen, uns aus der Zwangsjacke geschlechtsspezifischer Unterdrückung zu befreien! Danke! Danke! Danke! Laurie, Freund, Genossin, treu und klug!

(Bild: die Laurie-Penny-Statue in Nizhnij-Pridurakovo
an der Unteren Bljachamucha)

Lenin-Statue

Schon wieder keine Agitpropkultur, nur was zum entspannen
(bei Bedarf englische Untertitel zuschalten):

Literatur:

  • Penny, Laurie (2015a), Feminismus: Die Befreiung der Männer. In: Blätter für deutsche und internationale Politik 6, 2015, S. 81-90
  • Penny, Laurie (2015b), Unsagbare Ding. Sex, Lügen und Revolution. Hamburg: Edition Nautilus
  • Max Weber (2014), Wirtschaft und Gesellschaft. Soziologie. Studienausgabe der Max-Weber-Gesamtausgabe, Band I/23. Tübingen: Mohr (Siebeck)
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33 Kommentare zu „Laurie Penny, Stoßarbeiterin der feministischen Bewußtseinsindustrie“

  1. Bevor ich jetzt den ganzen Artikel lese ….:
    „»Feminismus: Die Befreiung der Männer«“
    Diese Überschrift assoziierte mir spontan:
    „Christianisierung, die Befreiung der Indianer“

    1. Ich versuche jetzt mal, die große Lehre der Laury Penny aus dem Zitierten zu ziehen:
      Die Feministen ( ganz grundsätzlich, insofern wohl auch die Allies ) sind die wahren Frauen. Alle anderen Frauen ( also die normale Mehrheit ) sind eher Männer ( wenn auch bestimmt nicht freiwillig ) und somit kapitalistisch und deshalb frauenfeindlich.
      Und ohne sich ( als jeweilige Gruppe ) wirklich schmerzhaft selbst zu kasteien ( oder sich kasteien zu lassen ), kann da auch gar nix anderes draus werden.

      Fazit: Große Mutter, vernichte und erlöse uns!

      ( und wieder fallen mir die missionarischen Ziele der Conquistadoren ein …, sicherlich historisch unkorrekt, aber …. )

    2. @Fiete:

      »Christianisierung, die Befreiung der Indianer«

      Ich glaube, der missionarische Aspekt liegt bei Penny auf der Hand. Was mich so fassungslos macht (was man dem Blogpost vermutlich anmerkt), ist das Ausmaß an Gedankenlosigkeit in ihren Texten, daher auch meine Assoziation mit Stoßarbeit und Massenproduktion. Da haben es ein paar Mädels erfolgreich in die Aufmerksamkeitsökonomie geschafft und liefern nun halt ab, was ein bestimmtes Publikum hören will. Es ist das perfekte Spiegelbild des sogenannten »Rechtspopulismus«: gib mir einfache Lösungen für komplizierte Probleme, gib mir moralische Lösungen für strukturelle Probleme. Ich weiß, »strukturell« ist ein weasel word – aber vor allem darum, weil solche Strukturen ständig behauptet und nie belegt werden. Ein »strukturelles Problem« war zum Beispiel die Elektrifizierung Russlands, ich zitiere Karl Schlögel:

      »Die Industrieproduktion konnte nur in Gang kommen, wenn die Fabriken mit Rohstoffen beliefert und die Arbeiter ernährt wurden; der Rohstoff konnte nur eintreffen, die Städter konnten nur mit Getreide versorgt werden, wenn das Transportsystem wieder funktionierte; das Transportsystem seinerseits konnte nur in Gang kommen, wenn der nötige Brennstoff bereitgestellt wurde; Brennstoff aber konnte nur geliefert werden, wenn die entsprechenden Arbeiten in den Gruben, in den Wäldern wieder aufgenommen wurden. Dies war wiederum nur möglich, wenn ein Minimum an Getreide in die Städte gelangte; die Dorfbevölkerung ihrerseits aber konnte nur liefern, wenn sie ein gewisses Äquivalent in Form von Industriewaren erhielt. Exakt dieser Circulus vitiosus war in dem Auftrag des Allrussischen Zentralen Exekutivkomitees bei der Einrichtung der GOELRO-Kommission formuliert und seine Auflösung verlangt worden.« (Karl Schlögel, »Petersburg. Das Laboratorium der Moderne 1909-1921«, S. 364)

      Oder ein heutiges strukturelles Problem ist der Umgang mit der Arbeitslosigkeit: z. B. BGE oder nicht oder andere Alternativen. Aber weil unsere Feministinnen notorisch »die Gesellschaft« mit »den Männern« verwechseln (weil sie im Kern nur den narzisstischen Blick ihrer eigenen Beziehung zum Mann auf dem Radar haben), verstehen sie nicht, dass Männer ebenso wie Frauen das Objekt »gesellschaftlicher Kräfte« sind, nur eben an tendenziell anderen Positionen dieser Gesellschaft als Frauen. Das »Subjekt« (da es letztlich natürlich ohne Individuen auch keine Gesellschaft gibt) sind aber wir alle, die Frauen inklusive, und zwar in den Folgen unserer Handlungen und unseres Verhaltens, die nur sehr schwer überblicken, wenn überhaupt. Und das ist das »Strukturelle« daran: wir brauchen Regeln (bzw.) eine Anpassung von Regeln, denen unsere Kooperation und Konkurrenz unterliegt, damit wir besser in den Griff bekommen, welche Effekte das hat. Das ist aber meistens sehr unanschaulich und darum schwer zu vermitteln.

      Aus vergleichbaren Gründen hat sich ja auch der Antisemitismus des wilhelminischen und k.u.k. Kaiserreiches die Juden als sinnlich faßbare Symbole ähnlicher »struktureller« Fehlentwicklungen ausgekuckt. Und für die Feministinnen ist es halt »die Männlichkeit«. Mein Argument ist eigentlich dasselbe wie das von Christoph Kucklick, wenn er in Luhmannscher Sperrigkeit formuliert: »Geschlecht supercodiert die Differenz von Interaktion und Gesellschaft«. Interaktionen sind konkret und direkt beobachtbar, Gesellschaft ist abstrakt und braucht Modelle von nicht-trivialen Kausalzusammenhängen. Die feministische Ideologie vereinfacht uns »die Gesellschaft«, indem sie behauptet, sie sei identisch mit »männlicher Macht«. Worauf ihr mit dieser Weichenstellung auch gar keine andere Wahl bleibt, als eine psychosoziale »Männlichkeit« zum Schlüssel aller Probleme und Problemlösungen zu erheben.

      Schlimm ist nur, dass diese Art von vereinfachendem Denken mit der ganzen postmodernen Theoriewelle in den Sozialwissenschaften weithin salonfähig geworden ist (siehe z. B. Richard Evans, In Defense of History) und tatsächlich die Qualität der wissenschaftlichen Arbeit vergiftet – an dem Punkt haben unsere »Soziologenfresser« zumindest die richtige Ausgangsintuition.

      Das Herausgebergremium der »Blätter« müsste Feministinnen wie Solnit und Penny mit ihren Aufsätzen eigentlich zur Tür hinausprügeln wie Jesus die Geldwechsler aus dem Tempel. Aber ich denke, da hat crumar recht: sie sind zu opportunistisch und zu feige dafür.

      1. „Das Herausgebergremium der »Blätter« müsste Feministinnen wie Solnit und Penny mit ihren Aufsätzen eigentlich zur Tür hinausprügeln wie Jesus die Geldwechsler aus dem Tempel. Aber ich denke, da hat crumar recht: sie sind zu opportunistisch und zu feige dafür.“

        Sehr fein, so wie der ganze Artikel. Etwas launischer als sonst, aber man gönnt sich ja sonst nichts. Ich habe herzlich geschmunzelt. 🙂

        Im übrigen möchte ich hiermit eine Vorbestellung für dein Buch aufgeben! Wenn es annähernd die Qualität deiner Beiträge und Kommentare erreicht, und davon kann ich wohl guten Gewissens ausgehen, dann wird das eine Lesegenuss und ein intellektuelles Festessen.

        Und falls dieser subtile Hinweis nicht konkret genug war: Wann ist es endlich soweit????

      2. @pingpong:

        »Und falls dieser subtile Hinweis nicht konkret genug war: Wann ist es endlich soweit?«

        Ich kann mich ehrlicherweise nur auf den Standpunkt von J.R.R. Martin stellen und sagen: es ist fertig, wenn es fertig ist. Und nein, es werden keine sieben Bände über zwanzig Jahre wie bei ihm. 🙂 Ich habe in den zwei Wochen Winterpause wieder intensiv daran gearbeitet, wo ich im sonstigen Alltag (Beruf und de facto alleinerziehender Vater für eines von zwei Kindern) nur kontinuierlich kleine Häppchen anfügen kann (die jüngsten Blogposts habe ich verfasst, weil sie dem Buchtext direkt zuarbeiten). Ich möchte es in 2018 eigentlich fertigbekommen und muss mich jetzt mal ernsthaft mit jemandem über Verlag oder Eigenverlag und Publikationsstrategie unterhalten, vielleicht empfiehlt sich ja auch eine Veröffentlichung in Teilbänden, obwohl mir das persönlich eigentlich widerstrebt. Wenn ich mir anschaue, was sonst so alles zwischen Buchdeckel gepackt wird, würde es vom Textvolumen mit entsprechendem Satzspiegel auch jetzt schon für einen Teilband (für die Problemexposition) ausreichen, aber das erschiene mir zu »unfertig«.

      3. @pingpong:

        Ach so, und das »Launische« an dem Blogpost entstammt tatsächlich der nackten Verzweiflung über das, was Penny uns da an »Argumenten« zumutet, sowie über den Ort, an dem sie das publizieren durfte.

  2. „wir können es hier nicht mit einer Kapitalismuskrise zu tun haben, also muss es eine Geschlechterkrise sein.“

    Unglaublich dreist. Penny wirft hier Männern vor, ökonomische Krisen fälschlich auf das Geschlechterverhältnis zurückzuführen. Dabei ist genau diese falsche Verursachung eine Standardargumentation von Feministinnen und ein zentraler Trick, die alleinige Lösungskompetenz für ökonomische Probleme und entsprechende Machtpositionen für sich zu reklamieren.

    „wenn sie einsam und isoliert sind, unfähig, ihre wahren Gefühle auszudrücken oder das Leben zu führen, das sie sich wirklich wünschen,…“

    Ich dachte, was man sich „wirklich wünscht“, sei sozial konstruiert, z.B. die Wünsche von Feministinnen, wie sich Männer verhalten sollen.

    „… müssen Männer sich und ihre Erfahrungswelt … der Welt der Gewalt, der Frauenfeindlichkeit und der emotionalen Verstopfung entfliehen wollen, …“

    Wir reden ja u.a. im Rahmen des NetzDG viel über Haß oder Haßrede. Haß ist nicht nur tiefe Abneigung, sondern zusätzlich der Wille, das Haßobjekt zu schädigen. Dazu muß man das Haßobjekt dämonisieren, wahlweise zum Vollidioten zu erklären, um die eigenen Skrupel beim Schädigen zu überwinden.

    Nun sind Ferndiagnosen, ob in der Psyche andere Leute Haß vorliegt, immer schwierig. Ich verwende nach meiner Beschäftigung mit Rechts- und Linksradikalen inzwischen folgenden mMn zuverlässigen Indikator für Haß: der vollkommen unkritische Glaube an Horrorgeschichten über das Haßobjekt (der Russe will die deutsche Scholle haben, der Kapitalist will nur das Blut der Werktätigen aussagen, der Mann unterjocht die Frau, …). Pennys Traktat ist insofern ein Dokument des Männerhasses. Ihre Womensplainerei über die männliche Psyche grenzt an freie Erfindung. Jedem, der auch nur einen Funken Verstand hat, werden diese pauschalen Verdächtigungen und Diskreditierungen dubios vorkommen, und man wird ein Mindestmaß an Skepsis entwickeln. Ich rätsele immer, wie jemand, der solchen Schrott produziert, akademisch so viel Erfolg haben kann.

    Zu dem zitierten Artikel von Raether / Stelzer: der ist jetzt 4 Jahre alt, inhaltlich aber deutlich fortgeschrittener als der Text von Penny. Ich habe den Raether-Artikel noch einmal überflogen – hat sich in den Debatten irgendwas verändert seit 2014? Werden immer wieder die gleichen Argumente reproduziert, und man dreht sich endlos im Kreise? Dienen Artikel wie der von Penny dazu, den Diskussionsstand um Jahre zurückzudrehen, indem immer wieder die gleichen Haßerzeugungs-Stereotype wiedergekäut werden?

    „… wunderbaren Artikel im Geiste des wissenschaftlichen Feminismus, veröffentlicht in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift“

    Das scheint aber einen wunden Punkt bei Dir getroffen zu haben, irgendwie scheinst Du schwer enttäuscht zu sein. Ich habe die „Blätter“ nach nur wenigen Artikeln als Propagandaplattform klassifiziert und in die gleiche Schublade gesteckt wie neues deutschland. Was völlig OK ist, alle Seiten betreiben Propaganda. Andererseits:

    „… hier bekomme ich das Relevanzargument sozusagen vom befrackten Domestiken auf dem Silbertablett serviert.“

    Kann man die Kreise, in denen die Blätter als relevant angesehen werden, eingrenzen? Letztlich ist das nach meiner Wahrnehmung keine Zeitschrift, die von einem breiten Publikum wahrgenommen wird.

    1. @mitm:

      »Das scheint aber einen wunden Punkt bei Dir getroffen zu haben, irgendwie scheinst Du schwer enttäuscht zu sein. Ich habe die „Blätter“ nach nur wenigen Artikeln als Propagandaplattform klassifiziert und in die gleiche Schublade gesteckt wie neues deutschland.«

      Wunder Punkt stimmt schon, aber das ist nicht im engeren Sinne auf die »Blätter« bezogen, sondern auf die Soziologie insgesamt. Ich wollte ja im Ernst mal Professor werden. Habe mir dann fast sieben Jahre lang den Buckel krummstudiert, mit Einser-Abschluss (nicht in Bremen!! 🙂 ), um dann festzustellen, dass der Professor leider kein Geld im Topf hatte (allerdings habe ich zu dem Zeitpunkt den generellen Perspektiven in der Branche auch schon nicht mehr über den Weg getraut, Livebeispiele abgehalfterter Privatdozenten, die sich über 40 noch von Lehrauftrag zu Lehrauftrag durchhangeln müssen). Führte dazu, dass die Soziologie statt Beruf mein Hobby wurde, und ich war zusätzlich frei von akademischem Sozialisationsdruck, der oft genug ein Konformitätsdruck ist.

      Und wenn ich dann sehe, wer heute alles auf welchem Niveau in »Fachzeitschriften« gedruckt wird, dann nehme ich das natürlich schon persönlich. Die »Blätter« und die »Sezession«, das ist wie beim Stricken, eins links, eins rechts, ich lese beide nicht, um mich in meinen Ansichten zu bestätigen, sondern um exemplarisch in Nahaufnahme mitzukriegen, wie da jeweils diskutiert wird (auf die »Blätter« bin ich ursprünglich allerdings verfallen, weil Habermas da zum Herausgeberkreis gehört, aus dessen Schriften habe ich lange Zeit viel gelernt). Jetzt habe ich die »Blätter« schon dreimal dabei erwischt, wie sie auf unterirdische Weise mit dem Patriarchatsbegriff herumferkeln, mit Solnit sogar in flagranti, aktuelles Heft (Penny 2015 und Ilse Lenz 2011 die anderen beiden). Insofern ist meine Strategie eigentlich voll aufgegangen. 🙂

      1. „..den generellen Perspektiven in der Branche auch schon nicht mehr über den Weg getraut,“

        In einer Nachbarbranche scheint es noch viel wüster zuzugehen: http://www.zeit.de/campus/2018/01/universitaet-goettingen-betrug-dozent-professor/komplettansicht.

        Dieser Fall, der Penny-Artikel und die von James Lindsay beschriebenen Verhältnisse haben eine Gemeinsamkeit, das Versagen der wissenschaftlichen Qualitätssicherungssysteme. Das ist einer meiner Hauptkritikpunkte an den Gender Studies. Auch wenn die Ursachen dieses Versagens vielfältig sind, es ist nicht hinnehmbar und müßte eigentlich ganz oben auf einer wissenschaftspolitischen Agenda stehen.

    2. @mitm:

      »Kann man die Kreise, in denen die Blätter als relevant angesehen werden, eingrenzen? Letztlich ist das nach meiner Wahrnehmung keine Zeitschrift, die von einem breiten Publikum wahrgenommen wird.«

      Relevant wird das gerade durch den eigenen Anspruch, ein wissenschaftliches Magazin zu sein. Wenn Texte wie die von Penny oder Solnit einen Fuß in die Tür dieses Anspruchs kriegen und auf diese Weise ihre Ideologie zur Wissenschaft geadelt wird, dann halte ich das für hoch relevant, den jede verdammte Talkmasterin und Journalistin kann sich bei Bedarf darauf berufen.

      1. Im Herausgeberkreis (https://www.blaetter.de/aktuell/ueber-die-blaetter/der-herausgeberkreis-der-blaetter) sind außerdem einige bekannte Namen, von denen sogar ich als MINTler gehört habe. Auch wenn so ein Herausgeberkreis ggf. nichts tut un die Leute dort nur Pöstchen sammeln, aber keine Kontrollfunktion ausüben.

        Kann aber auch sein, daß das ein weiteres Beispiel für die Narrenfreiheit der feministischen Theoretiker ist, die James Lindsay in seinem letzten Papier thematisiert, s. hier: https://allesevolution.wordpress.com/2018/01/03/timesup-hollywoodstars-rufen-einen-rechtsfond-ins-leben-der-opfer-sexueller-belaestigung-unterstuetzten-soll/#comment-326742

      2. „Kann aber auch sein, daß das ein weiteres Beispiel für die Narrenfreiheit der feministischen Theoretiker ist,“

        Ich sehe Penny allerdings nicht als Theoretiker, zumindest sicher nicht in einem akzeptablen akademischen Sinn. Dazu sind die von ihr verwendeten Thesen zu primitiv. Wie Djad schon mit Bestürzung feststellt scheint sie zu diesen „Theorien“ völlig gedankenlos zu sein, sie braucht noch nicht mal eine humpelnde Scheinlogik, sondern einfach gar nichts zur Begründung ihres Unfugs.
        V.dh. würde ich sie eher feministische Hetzpraktikerin ( i.S. eines fanatischen Predigers ) bezeichnen.
        Deshalb auch mein Vergleich oben mit den Priestern der Christianisierung der Amerikas.
        Nach der Methode: Wer an meinen Gott glaubt, dem sind alle Sünden verziehen und er kommt in das Paradies. Selbst wenn ich ihn in der Mitte durchhacke, weil er freiwillig nicht konvertieren will, so mache ich mich damit nicht schuldig, weil ich ja gläubig und reinen Herzens bin, und er kommt gewiss in den Himmel, weil ich ihm den Segen erteile, also war es richtig ihn zu töten.
        So gesehen ist Feminismus natürlich die Befreiung der Männer.
        So kommt es dann, daß ein sog. wissenschaftliches Medium selbst vollkommen subtanzfreie reine Zickigkeiten auf dem Niveau beliebter Mädchen-TV-Serien mit Zauberei und Glitzereinhorn in seine Veröffentlichungen kritiklos ( wahrscheinlich sogar ohne jedes Lektorat ) aufnimmt.
        Angst vor Inquisition.

  3. »Als die Finanzkrise in den USA begann, schnellten die Scheidungszahlen in Manhattan nach oben. Reihenweise lösten die Frauen ihre Ehen auf. Ihre Männer hatten über Nacht jeglichen Sex-Appeal eingebüßt.« (Elisabeth Raether, Tanja Stelzer in der ZEIT 2, 2014)

    Man muss für diese armen Frauen ja auch Verständnis haben: nicht nur finden sie ihre Männer nicht mehr sexy – sie müssen sich ja schließlich auch rechtzeitig scheiden lassen, bevor die Finanzkrise auf das Aktenportfolio des Gerade-Noch-Gatten durchschlägt und das Vermögen, anhand dessen sich die Höhe ihres Unterhalts errechnet, so richtig in den Keller rauscht!

    War das wirklich so? Ist ja eiskalt.

    1. @Matze @djad

      Noch viel geiler -also zutiefst empathisch, bzw. weiblich eben – ist, wie darüber berichtet wird:
      „Die Betroffenen sind verzweifelt – schließlich war das Recht auf eine finanziell ertragreiche Scheidung so etwas wie ein Grundrecht für die Ehefrauen vermögender Amerikaner.“

      Rechte oder wie die Autorin des Artikels, Hannah Wilhelm, befindet *Grundrechte* von Frauen einschränken, geht ja nun mal gar nicht.
      Können wir es Feministinnen wirklich verübeln, wenn sie das Verhältnis zur Gesellschaft mit dem zu (ihren) Männern verwechseln?
      Eine „ertragreiche Scheidung“ ist der Kapitalismus des dummen Weibes, bzw. der Sozialismus der cleveren Frau.

      Aber die Finanzkrise erschwerte dann so vieles, auch die Verwirklichung von Grundrechten:
      „So zitiert die New York Times eine betroffene Dame mit den Worten: „Wir wollten es wirklich unbedingt freundschaftlich hinter uns bringen, aber die jetzige Situation belastet uns sehr. Ich möchte, dass er mich ausbezahlt. Dieses Geld wird doch mein einziges Einkommen sein. Es ist unglaublich aufreibend.“ (1)

      Die Situation belastet UNS sehr – ICH möchte, dass ER mich auszahlt.
      Sitzen Mann und Frau zusammen, sie: „Wenn einer von uns beiden stirbt, verkaufe ich das Haus.“

      Kann man es denn L. Penny wirklich verdenken, die Auswirkungen der Finanzkrise mit einer Krise der Männlichkeit in eins zu setzen?
      Zumal sie nicht gerade gesegnet ist mit der „schwer fassbare(n), eminent einflussreiche(n) Kombination aus Schönheit, Sex-Appeal, sozialen Kompetenzen und der Fähigkeit, das eigene Selbst zu präsentieren“, wie C. Hakim das von ihr so genannte „erotische Kapital“ definiert. (2)

      Es ist ihr knallharter Realismus, der Laurie „Dieser Feminismus wird doch mein einziges Einkommen sein“ Penny diktiert, jede Chance zu nutzen, z.B. in wischenschatflichen Zeitschriften, wie den „Bälterln“ (Motto: „Eine Flasche der Vernunft in einem Meer von Rotwein“) Zeilengeld zu schinden (oder mit dem dortigen Lektorat Koks zu schnupfen).

      Kann man das verurteilen?
      Bzw. wenn ja, wen und warum?

      (1) http://www.sueddeutsche.de/leben/scheidungen-in-zeiten-der-krise-rosenkrieg-und-haeuserkampf-1.366334
      (2) http://www.sueddeutsche.de/karriere/erotisches-kapital-warum-frauen-in-high-heels-karriere-machen-1.1182999

      1. @crumar:

        »Es ist ihr knallharter Realismus, der Laurie „Dieser Feminismus wird doch mein einziges Einkommen sein“ Penny diktiert, jede Chance zu nutzen, z.B. in wischenschatflichen Zeitschriften, wie den „Bälterln“ (Motto: „Eine Flasche der Vernunft in einem Meer von Rotwein“) Zeilengeld zu schinden (oder mit dem dortigen Lektorat Koks zu schnupfen).«

        Ich habe es ja nicht lassen können, zu diesem ihrem einzigen Einkommen beizutragen, indem ich mir nicht nur damals ihre redseligen »Unsagbaren Dinge« (die dann aber erst mal »auf Halde« lagen), sondern jetzt auch ihre aktuelle »Bitch-Doktrin« zugelegt habe. Es ist schon ganz aufschlussreich, was sie da alles über sich selbst plaudert, man bekommt schon den Eindruck, dass ihre journalistische Existenz tatsächlich immer wieder mal prekär gewesen ist. Bei Artikeln wie in den »Blättern« geht es aber wohl nicht nur ums Zeilenschinden, sondern auch ums Bewerben der jeweiligen Bücher, auch Solnits Artikel ist ja ein Auszug aus einer Neuerscheinung.

        Penny ist radikaler Subjektivismus: »Ich gegen die Welt«, und alles Schlimme an der Welt ist eben männlich. Ein kleines, aber repräsentatives (und inline kommentiertes) Schmankerl aus der »Bitch-Doktrin«:

        »Und hier noch etwas Wichtiges: Ich hasse Männer nicht als Individuen. Das muss ich als Frau vorausschicken für die Empfindlichen unter uns [also solche wie sie selbst – dj.], die meinen, wer über Frauenrechte diskutiere, rufe zum massenhaften Männermord auf [die Online-Debatten um Solanas hat sie offenbar mitbekommen – dj.]. In meinem Fall ist es wirklich so, dass ich Männer nicht hasse. Mit Männern als sozialem Phänomen geht mir allerdings zunehmend die Geduld aus. In den letzten Jahren wurde ich so unerbittlich und wütend attackiert, dass ich unwillkürlich zögere, wenn ich meine Gedanken zu Papier bringen will. Mittlerweile fürchte ich im Zusammenhang mit Männern meine eigene Empathiefähigkeit. Männer können so zart besaitet sein [sagt die, die ein paar Seiten später wütend »safe spaces« für Zartbesaitete verteidigt – dj.]. Jedes Hinterfragen [lies: jede dumme Unterstellung frei nach Bauchgefühl – dj.] ihrer allgemein akzeptierten Narrative, jeder Widerspruch gegen ihre Weltsicht kommt bei vielen als existenzielle Bedrohung an [liest die eigentlich ihre eigenen Aussagen über Männer, oder geht das wie in Hildegunst von Mythenmetz‘ Unredigierter Phase tintenfeucht zum Druck? – dj.], erst recht, wenn es eine Frau ist, die widerspricht und hinterfragt. Natürlich, natürlich – nicht alle Männer. Aber genügend.« (S. 24)

        Da leidet Penny wohl unter dem Problem nicht weniger Feministen: sie stellt fest, dass sie »wütend attackiert« wird, kommt aber nicht auf die Idee, dass das daran liegen könnte, dass sie penetrant nölend Bullshit vorträgt – nein, es muss daran liegen, dass sie »als Frau widerspricht und hinterfragt«. Sie sagt ja selbst, dass sie eine Angststörung hat und in ihrer Jugend anorektisch war – und ja, hochsensible und nervöse Menschen haben es sicher schwerer in der Welt als andere – aber das rechtfertigt nicht, intellektuell zu einer Verschwörungstheorie Zuflucht zu nehmen, bloß weil das Ordnung schafft im Chaos der Wahrnehmungen der sozialen Welt.

        »Kann man das verurteilen? Bzw. wenn ja, wen und warum?«

        Gute Frage. Ich habe überhaupt nichts gegen ehrliche Schlampen, bei denen man vorher weiß (oder wissen kann), worauf man sich einlässt, und die haben meinen Respekt, nicht meine Verachtung, wie die Feministinnen unterstellen. Die feministische Bitch oder Slut spielt aber ein doppeltes Spiel: das erotische Kapital soll gefälligst wirken (Penny selbst beschreibt sich als »polyamor«), aber die Männer sollen zusätzlich gefälligst ein schlechtes Gewissen dabei haben. Maximale Optionen, aber volles Rückgaberecht (sprich: Vergewaltigungsvorwurf) auch vierzehn Tage danach (bei manchen sind es eher vierzehn Jahre).

        Mit Penny habe ich stellenweise schon Mitleid, wenn ich ihre Selbstauskünfte lese, da klingt sehr vieles nach heillosem, hochsensitivem Überfordertsein. Aber das dürfte kein seltenes Schicksal in der Kreativbranche sein. Nur leider müsste sie sich mal der Einsicht stellen, dass sie für ihre Texte nicht nur psychologisch, sondern auch intellektuell verantwortlich ist.

      2. Ich denke, Ihr beschreibt hier einen typischen Teufelskreis nach TV-Kaiser

        Weshalb ich mir erlaube, das Dillemma Djad-Penny mal mit einem metaphorisch-lösungsorientierten Ansatz zu versehen:
        Mann ( untere Mittelschicht ) kommt nachhause, die Frau liegt vor dem Fernseher.
        Er: „Du, Schatz, ganz ehrlich, was würdest Du machen, wenn ich im Lotto gewinne?“
        Sie ( ganz ehrlich ): „Ganz ehrlich? Na ja, ich würde auf meine anteilige Hälfte bestehen und Dich verlassen.“

        Er: „Dachte ich mir. Tatsache ist, ich habe wirklich im Lotto gewonnen. Und zwar zehn €uro. Hier hast Fünfe und jetzt hau ab!“

      3. @djad

        „Ich habe es ja nicht lassen können, zu diesem ihrem einzigen Einkommen beizutragen, indem ich mir nicht nur damals ihre redseligen »Unsagbaren Dinge« (die dann aber erst mal »auf Halde« lagen), sondern jetzt auch ihre aktuelle »Bitch-Doktrin« zugelegt habe.“

        Ich auch! Ersteres und ihr „Meat Market“. Und ich habe noch nie so oft „Muahahaha!“ an den Rand eines Buches geschrieben. „Babys machen und andere Storys“ habe ich dann ausgelassen, weil: Laurie Penny (geboren am 28. September 1986 in London) und das Buch erschien 2016.
        Deinen Befund: Radikaler Subjektivismus – teile ich vollumfänglich.
        Preisfrage: Unter Berücksichtigung des Geburtstags der Autorin, unter Berücksichtigung des Erscheinungsdatums und des Titels des Buches, zu welchen ausschweifenden Erläuterungen wird die Autorin wohl gekommen sein (ich vermeide das Wort „Schlüsse“ in Verbindung mit L.P.)???

        „Da leidet Penny wohl unter dem Problem nicht weniger Feministen: sie stellt fest, dass sie »wütend attackiert« wird, kommt aber nicht auf die Idee, dass das daran liegen könnte, dass sie penetrant nölend Bullshit vorträgt – nein, es muss daran liegen, dass sie »als Frau widerspricht und hinterfragt«

        Der Modus der *verfolgenden Unschuld* eben.
        Aber was mich immer fasziniert ist, sie sitzt auf allen Podien dieser Welt, hat Zeitungsartikel über Zeitschriftenartikel zu Verfügung ihren passiv-aggressiven Rotz abzusondern und ist tatsächlich der Meinung, sie würde zum schweigen gebracht oder es gäbe Versuche, sie zum schweigen zu bringen.
        Wie klappt diese Autosuggestion?
        Wäre ich an ihrer Stelle, ich könnte irgendwann nicht mehr aufhören zu lachen.
        Ok, ich fand den „Ozean des Schweigens“ einen ähnlichen Brüller, aber wie bekommt man das über die Lippen, ohne loszuprusten???

        Das erstaunliche am Lektorat und ihr (die Koksnasen) ist genau das: „die ein paar Seiten später wütend »safe spaces« für Zartbesaitete verteidigt“ – sie schafft es, sich innerhalb von einem halben Dutzend Seiten fundamental zu widersprechen.
        Um nach weiteren 10 Seiten wieder auf ihre Ausgangsthese zurück zu kommen, als wäre nie etwas gewesen.
        Mal abgesehen von ihr und den Junkies vom Nautilus-Verlag und den Blättern (ein offenes Geheimnis ist ja deren Beschaffungskriminalität); was sagt das über die Lesekompetenz oder geistige Verfassung ihrer Fans aus?
        Ein Buch von L.P. im Regal eines ONS und mein Tipp ist: Lauf, Forrest, lauf (obwohl der Sex mit Borderlinemädchen zuweilen spektakulär sein kann)!

        Ist es wirklich so, dass sie „intellektuell zu einer Verschwörungstheorie Zuflucht (…) nehmen, bloß weil das Ordnung schafft im Chaos der Wahrnehmungen der sozialen Welt“?
        Ist „Ordnung“ für das Produkt dieses „Intellekts“ wirklich das geeignete Wort?
        Oder anders herum, sind: „Maximale Optionen, aber volles Rückgaberecht“ nicht genau die Entgrenzungen, die „hochsensitives Überfordertsein“ erst ermöglichen und damit produzieren?

        Ich fürchte nämlich: „Nur leider müsste sie sich mal der Einsicht stellen, dass sie für ihre Texte nicht nur psychologisch, sondern auch intellektuell verantwortlich ist.“ diesen Satz hat sie noch nie gehört und sie wüsste auch gar nicht, was er bedeutet oder was sie damit anfangen sollte.
        Das ist m.E. tatsächlich die Generation von Frauen, die keinerlei realistisches Selbstbild hat, deren Narzissmus von allen Seiten nur bedient worden ist, die sich nie einer intellektuellen Herausforderung stellen mussten und die in einem lauwarmen Ozean der Widerspruchsfreiheit existieren.

        Egal, wie viel Mitleid ich mit den Einzelpersönlichkeiten habe, es sind dies die Frauen, die den „pathologischen Feminismus“ als Subjekte betreiben und befeuern.
        Wenn ich das lese: „Ich hasse Männer nicht als Individuen. (…) Mit Männern als sozialem Phänomen geht mir allerdings zunehmend die Geduld aus.“ weiß ich, warum man sie bekämpfen muss.
        Für sie sind wir im Zweifelsfall keine Subjekte, sondern ein „soziales Phänomen“ und ihre Sorge „gilt (im) Zusammenhang mit Männern“ höchstens dem Verlust der „EIGENEN Empathiefähigkeit“.
        Das ist genau die Mentalität, mit der man guten Gewissens auch ein KZ betreiben kann; sich zutiefst beglückwünschend, dass durch diese scheußliche (wiewohl notwendige) Arbeit der eigene menschliche Anstand dennoch keinen Schaden gelitten hat.

      4. „Die Betroffenen sind verzweifelt – schließlich war das Recht auf eine finanziell ertragreiche Scheidung so etwas wie ein Grundrecht für die Ehefrauen vermögender Amerikaner.“

        Rechte oder wie die Autorin des Artikels, Hannah Wilhelm, befindet *Grundrechte* von Frauen einschränken, geht ja nun mal gar nicht.
        Können wir es Feministinnen wirklich verübeln, wenn sie das Verhältnis zur Gesellschaft mit dem zu (ihren) Männern verwechseln?
        Eine „ertragreiche Scheidung“ ist der Kapitalismus des dummen Weibes, bzw. der Sozialismus der cleveren Frau.

        Aber die Finanzkrise erschwerte dann so vieles, auch die Verwirklichung von Grundrechten:
        „So zitiert die New York Times eine betroffene Dame mit den Worten: „Wir wollten es wirklich unbedingt freundschaftlich hinter uns bringen, aber die jetzige Situation belastet uns sehr. Ich möchte, dass er mich ausbezahlt. Dieses Geld wird doch mein einziges Einkommen sein. Es ist unglaublich aufreibend.“ (1)

        Unfassbar, dass der Mann vielleicht auch einen guten Schnitt machen will ist ja wirklich aufreibend. Wieso kann er nicht einfach akzeptieren das er nun einen Großteil seiner Lebenszeit damit verbringen soll, der Frau das Leben zu erleichtern. Schließlich waren sie doch ein paar Jahre zusammen und er hat sie mich doch mal nackt gesehen! Das ist genug Gegenleistung für alles was man ihm abverlangen will.

        Was diese Frauen wohl davon halten würden, wenn man sich mit Genital-Herpes vergleicht? Hast ihn einmal, wirst in nicht wieder los.
        Frauen sollen das Recht haben sich jederzeit von einem Mann trennen zu können ohne negative Konsequenzen befürchten zu müssen. Aber wer sich als Mann von einer Frau trennt, muss weiterhin für sie sorgen.

        UND DA WUNDERT MAN SICH DAS MÄNNER NICHT MEHR HEIRATEN WOLLEN?

      5. Da leidet Penny wohl unter dem Problem nicht weniger Feministen: sie stellt fest, dass sie »wütend attackiert« wird, kommt aber nicht auf die Idee, dass das daran liegen könnte, dass sie penetrant nölend Bullshit vorträgt – nein, es muss daran liegen, dass sie »als Frau widerspricht und hinterfragt«.

        Das ist die einzige Erklärung die Feministen akzeptieren. Wieso wird man nur angegriffen wenn man sagt das alle Männer Monster sind oder man Männer dezimieren oder gleich ganz abschaffen sollte?

        Aber wenn jemand sagt das Frauen schneller weinen: Hängt ihn, steinigt ihn, er soll nie wieder einen Job bekommen!

        Die Heuchelei und Doppelstandards bei Feministen kennt keine Grenzen.

    2. Es gibt ein Buch von Susan Faludi: „Stiffed: The Betrayal of the Modern Man“. Da stehen ein paar ganz interessante Sachen drin.

      Z. B. wird dort nebenbei enthüllt, daß es zumindest unter Arbeitern in den USA weit verbreitet ist, daß sich die Ehefrauen scheiden lassen, sobald ihre Ehemänner, die Arbeiter also, ihre Arbeit verlieren.

      Die Frage ist also nicht so sehr: *War* das wirklich so? Die Frage lautet vielmehr: *Ist* das wirklich so?

  4. „das enorme Ausmaß, in dem Männer insgesamt Frauen schon verletzt haben. Deshalb fällt es Männern enorm schwer, über Männlichkeit zu reden, ohne sich damit auseinanderzusetzen, wie furchterregend und aggressiv Männlichkeit in ihrer modernen Form mittlerweile ist. Sie ist erschreckend.«“

    Lol, Feministinnen wollen das die Leute genau das denken und sind bereit dafür zu lügen und falsch darzustellen was das Zeug hält. Natürlich alles nur zum Besten der Männer 😉

    1. „in ihrer modernen Form mittlerweile“
      Allein diese historische Steigerung ist doch schon ein genialer Lacher.
      Nie waren wir so schlimm wie heute. Kreuzzüge, Inquisition, die Akkordguillotine, das dritte Reich, alles nicht so schlimm der durchschnittliche ( selbstverständlich nur der männliche männliche ) Bundesbürger von heute …..

      1. Feministen erklären die Welt auch anhand des Game of Thrones Universiums. Denen ist wirklich nichts zu blöde

  5. Leute, wir können uns hier die Finger wund schreiben (und dabei natürlich die Argumente auf Fehler abklopfen, das wäre sogar noch produktiv), aber deswegen fällt nach meinem Eindruck in China kein einziger Sack Reis um und der Herausgeberkreis der Blätter bleibt weiter in seinem Tiefschlaf bzw. winkt weiter feministische Propaganda durch.

    crumar: „Das erstaunliche am Lektorat [der Blätter] …“

    das ist nicht nur erstaunlich, ich stehe beim Verhalten des Herausgeberkreises vor einem Rätsel. Die Leute sind ja nicht dumm, jedenfalls nicht alle, darunter sind einige hochdekorierte Profs.
    Ist denen bewußt, was für ein Unsinn in „ihrer“ Zeitschrift steht? Falls ja, nehmen sie ihn bewußt in Kauf? Glauben sie, daß sie mit dieser Art Propaganda etwas erreichen? (und übersehen, wie sehr sie sich selber damit bei vielen Lesern unglaubwürdig machen und selber schädigen und daß – nach meiner Meinung – dieses allgemeine Phänomen eine Hauptursache für den Aufstieg von AfD und Co. war?)

    An welcher Front kämpft man hier eigentlich?

    Würde es etwas bringen, einen Brief an einen der Herausgeber zu schreiben und die Frage nach dem wissenschaftlichen Anspruch aufzuwerfen? Mit Beispielen für eklatante Qualitätsmängel. Landet der direkt und ungelesen im Papierkorb?

    Wenn das Lindsaysche Modell vonder Narrenfreiheit feministischer Autorinnen stimmt, dann kämpfen wir an der falschen Front.

    1. @mitm:

      »Ist denen bewußt, was für ein Unsinn in „ihrer“ Zeitschrift steht? Falls ja, nehmen sie ihn bewußt in Kauf? Glauben sie, daß sie mit dieser Art Propaganda etwas erreichen?«

      Ich denke, sie vermeiden die Konflikte, die ihnen entstünden, würden sie solche feministischen Artikel ablehnen. Es wird öffentlich eben nicht bestraft, feministischen Unsinn zu produzieren, also gilt: wo kein Kläger, da kein Richter, es wird aber viel eher bestraft, feministischen Unsinn »totzuschweigen« oder »unsichtbar zu machen«. Das wird sich erst an dem Tag ändern, an dem die öffentliche Meinung zu diesem Thema grundsätzlich kippt.

      »Wenn das Lindsaysche Modell vonder Narrenfreiheit feministischer Autorinnen stimmt, dann kämpfen wir an der falschen Front.«

      Wie schon gesagt: mir geht es weniger um die »Blätter« als um den Nachweis, für welches intellektuelle Schindluder der Begriff des Patriarchats bis zum heutigen Tag herhalten muss. Er dient wie zur ersten Stunde der neuen Frauenbewegung dazu, die Begründungsdefizite feministischer Behauptungen abzufangen, und beachtliche Geistesgrößen dieser Republik winken das durch. Für mich ist das ein »State-of-the-Union«-Argument: solcher Schrott hat wesentlichen Einfluß auf die »geistige Situation der Zeit«. Damit blockiere ich das Rückzugsargument, »Patriarchat« sei nur noch ein unbedeutender Nischenbegriff.

      1. „sie vermeiden die Konflikte, die ihnen entstünden, würden sie solche feministischen Artikel ablehnen.“

        Ich habe keine Ahnung von den redaktionellen Prozeduren bei den Blättern und ähnlichen ideologischen Zeitschriften: reicht man dort als Autor Papiere ein, die dann anonym begutachtet werden und ggf. akzeptiert werden? Könntest Du einen 10-Seiter mit dem Titel „Die Patriarchatshypothese und deren Rolle bei der Kaschierung von Begründungsdefiziten in feministischen Theorien“ (oder besser mit einem Stück Zucker: „Die Patriarchatshypothese und deren Rolle beim Aufstieg der neuen Rechten“) einreichen?

        Oder laden die Herausgeber und die Redaktion Autoren mit passender ideologischer Orientierung ein?

        So oder so würde die Ablehnung schlechter Artikel nicht publik werden, d.h. von daher hätte man eigentlich nichts zu befürchten. Bei der 2., aktiven Rolle wären Herausgeber und Redaktion sogar Mittäter.

        PS: bei aller Kritik feministischer Outlets sollte man immer loben, wenn sie mal was Gutes bringen. Insofern großes Lob an den Tagesspiegel für dieses Interview von Andreas Rödder: http://www.tagesspiegel.de/politik/professor-fuer-neueste-geschichte-als-historiker-kann-ich-nur-sagen-es-kommt-nichts-zurueck/20799492.html (über allesevolution gefunden)

      2. @mitm:

        »Oder laden die Herausgeber und die Redaktion Autoren mit passender ideologischer Orientierung ein?«

        Ich hatte gegen Ende meines Studiums genau einen Kontakt mit einer soziologischen Fachzeitschrift – auf Empfehlung des Professors, bei dem ich eine Vorversion dieses Textes als Hausarbeit geschreiben hatte, habe ich darauf basierend einen Artikel bei ich einer soziologischen Zeitschrift (weiß nicht mehr welche, irgendwo tief in meinen Akten müsste der Schriftverkehr noch auffindbar sein). Soweit ich weiß, werden dann solche Gutachter angefragt, die die Redaktion für thematisch kompetent hält, also wohl auf Grundlage von deren eigener Publikationshistorie.

        Der Artikel wurde dann abgelehnt: offiziell wegen Überangebot an Manuskripten, aber mein Professor (der auch heute noch lehrt, den ich hier aber nicht outen werde) hat mir damals – aufgrund welchen Hintergrundwissens auch immer – tatsächlich erklärt: »Sie sind das Opfer einer Frau!«. Das verstehe ich so, dass wenn der betreffende Gutachter halt dummerweise selber ideologisch drauf ist, dann hat der betreffende Einreicher halt Pech. Zum Gutachter(un)wesen in wissenschaftlichen Fachzeitschriften gibt es auch einen interessanten Artikel von Stephan Schleim bei Telepolis.

        »Könntest Du einen 10-Seiter … einreichen?«

        Ich könnte das versuchen, über das formale Kriterium eines akademischen Abschlusses verfüge ich ja immerhin. Aber der Moment, in dem ich als Autor mit Klarnamen blankziehen muss, wird ohnehin kommen, und dann muss ich über solche Artikel im Rahmen einer Publikationsstrategie ohnehin nachdenken – entweder auf eigene Faust oder in Absprache mit einem Verlag und Lektorat.

      3. @mitm:

        Aber Du hast mich auf eine Idee gebracht: ich werde genau diesen Professor von damals anschreiben und ihn fragen, ob er bereit wäre, mich in Bezug auf mein Buchprojekt zu beraten. Dann werde ich schon sehen, wie er heute drauf ist. Damals hatte ich eine sehr hohe Meinung von ihm.

      4. „Dann werde ich schon sehen, wie er heute drauf ist.“
        Du wirst uns ja bestimmt davon berichten … ich bin schon gespannt.

      5. @ Djad
        „Soweit ich weiß, werden dann solche Gutachter angefragt, die die Redaktion für thematisch kompetent hält, also wohl auf Grundlage von deren eigener Publikationshistorie.

        Der Artikel wurde dann abgelehnt: offiziell wegen Überangebot an Manuskripten, aber mein Professor (der auch heute noch lehrt, den ich hier aber nicht outen werde) hat mir damals – aufgrund welchen Hintergrundwissens auch immer – tatsächlich erklärt: »Sie sind das Opfer einer Frau!«. Das verstehe ich so, dass wenn der betreffende Gutachter halt dummerweise selber ideologisch drauf ist, dann hat der betreffende Einreicher halt Pech.“

        Das zwingt aber schon zu erschreckenden Rückschlüssen!
        Daß der Bereich „Geschlechter im sozialwissenschaftlichen Kontext“ solche Pfeifen als Gegenleser&Durchwinker in das Rennen um die scheinbar mit relativ hohen Eigenansprüchen um sich werfende F(l)achliteratur wirft, lässt die Befürchtung aufkommen, daß es entweder längst eine Hyperinflation der Genderista gegeben hat, die z.Zt. mangels alternativer Masse einfach nicht mehr ( oder eben noch nicht ) umkehrbar ist. Oder, daß tatsächlich eine Art „Krieg gegen die Lauterkeit in den Wissenschaften an sich“ relativ gezielt betrieben wird ( nein, ich denke nicht, daß man dazu eine VT braucht, weil „solche Leute“ auch so wissen, was sie zu tun haben ).
        Oder – man mag es kaum glauben – beides!

        Und da es mir mal wieder schwerfällt, so etwas ( in einer „modernen“ Gesellschaft ) als real möglich zu betrachten, fällt mir wieder der alte Spruch ein:
        Die beste Waffe von Feministen und Kinderhändlern ist ihre Unglaublichkeit!
        Da kommt doch bei jedem halbwegs zurechnungsfähigen Menschen als erstes der Gedanke auf: „Das kann ja wohl ( so ) nicht wahr sein!“.
        ( Da bekommt der Terminus „Postmoderne“ doch gleich ein ganz anderes Gschmäckle )

        Tja, und damit schließe ich mich Deiner These an, daß eine effektive Änderung erst dann eintreten kann, wenn die öffentliche Debatte tatsächlich gekippt ( worden ) ist, wobei ich die mediale Debatte nicht für „die öffentliche“ an sich halte, nur bestimmt sie wohl noch Teile davon, die zu großen Einfluss haben ( und das im gegenseitig verstärkenden Feedback mit der „hohen Politik“ ).

        Um es mal kaum überspitzt auf den Punkt zu bringen:
        Heutzutage bleibt der Vernunft eigentlich nur das Bloggen, Twittern, … und Kommentieren, um gegen den hochinfektiösen Massenwahn des hysterischen Subjektivismus anzustinken …

        Die Hoffnung ( hier auf eine einigermaßen geordnete Lösung dieses Zustands ) stirbt zuletzt.
        Jetzt! …
        Das ist ( zwar ) bitter, aber wohl eine Einsicht, die einem wenigsten eine Chance bietet, die Verhältnisse einigermaßen realistisch zu betrachten.
        Besser jedenfalls, als ab und zu mal einen Don Alphonso, einen relativ gutmütigen TAZ-Artikel, o.ä. Ausreißer als „Vorhut einer Wende“ zu idealisieren.
        Solange Profs., Apparatschiks u. Medienredakteure nicht nur zitternd vor intellektuell schlicht unbrauchbaren Genderdeppen stramm stehen, dieselben sogar noch selbst produzieren, o. zumindest nach oben wegloben, kann sich gar nix wenden.

        Insofern sehe ich Chr. Bergmann ( die Anita Heiliger der Bundes-SPD ), Susanne Baer, aber auch Jasna Strick, Anne Wizorek, Laury Penny ( un dat janze Jesocks ) als ganz gute Indikatoren für den bösartigen Unfug.
        Einfach aus dem Verhältnis von kritischen Kommentaren ( sofern es in dem jeweiligen Medium überhaupt eine offene Kommentarfunktion dazu gibt ) zu „offiziell“ kritischen Medienkommentaren.
        Ähm, ja, da fallen mir dann Gisela Friedrichsen und Thomas Fischer, sowie Don Alphonso ( der aber nur so halb ) als Gegenstimmen ein ( so vom ungefähren Einflussgrad her und Fischer ist ja jetzt raus ). Schleim und die Hammers vielleicht noch ( so für die Heise-Fans ).
        Ohne die genauen Zahlen zu kennen, oder sie gar analysieren zu wollen, kann man wohl sagen:
        Das ist viel zu dünn!

        Gut, daß es Geschlechterallerlei u.w. gibt!
        Das muß mehr werden!

      6. @mitm

        „Ich habe keine Ahnung von den redaktionellen Prozeduren bei den Blättern und ähnlichen ideologischen Zeitschriften: reicht man dort als Autor Papiere ein, die dann anonym begutachtet werden und ggf. akzeptiert werden.“

        Die eingereichten feministischen Beiträge werden natürlich bei der zuständigen Fachfrau für Frauen&Feminismus landen.
        Die Herren Herausgeber werden sich hüten eine Diskussion anzufangen, so lange der mediale Rückenwind da ist und sich der Scheiß verkauft.

        Aber man hat bereits in offenen Foren, wie z.B. „telepolis“ entdecken können, dass hartnäckiger Widerspruch wirkt – ich hatte dazu bereits geschrieben.
        Zweitens werden via „Genderama“ sowohl „Geschlechterallerlei“, „Alles Evo“ und „man tau“ regelmäßig verlinkt. Die Zugriffszahlen werden Stück für Stück wachsen.

        Die Bereitschaft, sich mit Nischenpublikationen zu beschäftigen wird steigen, weil sich der Mainstream immer unglaubwürdiger macht und weil der Tonfall immer hysterischer wird.
        Die Bereitschaft, einen Maskulisten in der Mainstreampresse abzudrucken liegt trotzdem bei geschätzt 0,3%, weil via FDP nun erst einmal der Nimbus des rechten Randes weg ist, wir jedoch trotzdem keinerlei „Stallgeruch“ in Sachen CDU/SPD/Grüne haben.

        Was anders herum bedeutet, wir müssen sukzessive so viel Druck aufbauen, dass sie uns nicht mehr ignorieren *können*. Ich finde, wir brauchen immer mehr eine gemeinsame mediale Plattform und wir brauchen youtube.

        „Steter Tropfen höhlt den Klassenfeind!“
        Der Riesling

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