Von Luise F. Pusch den Umgang mit Shitstorms lernen

Luise F. Pusch ist die Frau, die es für eine gute Idee hielt, als unmittelbare Reaktion auf den Absturz der Germanwings Maschiene, bei dem 149 Personen starben, auf ihrem Blog und in der EMMA eine „Frauenquote fürs Cockpit“ zu fordern. Weil sich nämlich Frauen weniger oft umbringen würden als Männer, und das daher sicherer sei mit der ganzen Fliegerei. Völlig überraschend wurde Frau Pusch daraufhin von einem heftigen Shitstorm heimgesucht. In einem aktuellen Beitrag zeigt sie nun anschaulich, wie frau mit solcher Kritik am Besten umgeht:

1. Greifen Sie sich aus der ganzen Kritik die sie erhalten, die Aggressivste heraus und erzeugen somit den Eindruck, ihre Kritiker seien allesamt nur mordlüsternde gemeingefährliche Psychopathen.

2. Stellen sie klar, dass sie zwar in allen Medien heftig kritisiert wurden, aber „privat“ ja ganz viel Unterstützung bekommen haben. Das kann natürlich keiner nachprüfen und erzeugt den Eindruck, dass die mediale Darstellung nicht die wahre Volksmeinung widerspiegelt.

3. Wenn nichts mehr hilft, behaupten Sie einfach noch, der Shitstorm sei auch gar nicht an Sie persönlich gerichtet, sondern es ginge nur darum (wie immer) „die Frauen“ fertig zu machen. Denken Sie an die alte Formel, ein Shitstorm der von Frauen ausgeht (#aufschrei) ist ein Beleg für Unterdrückung der Frauen, ein Shitstorm der sich gegen eine Frau richtet aber auch.
4. Als Knaller am Ende: Tun sie erst so, als würden sie die Kritik vielleicht doch ein klein wenig ernst nehmen und verkehren sie das dann gleich wieder ins Gegenteil:

Der Shitstorm ist für mich vor allem ein Anlass, über ihn nachzudenken. In der nächsten Woche widme ich mich der Frage, welche Opfer in der Berichterstattung spezifiziert werden dürfen und welche nicht. Wir wurden fortlaufend über die Anzahl der deutschen Opfer informiert. Aber mein Interesse an der Anzahl der weiblichen Opfer unter den “16 Schülern” aus Haltern empfanden viele als unerträglich. Warum?

Genau Frau Pusch. Anlass des Shitstorms war natürlich nicht Ihr geschmackloser Versuch das Thema Frauenquote auf Kosten von Katastrophennopfern zu profilieren – oh nein, es lag natürlich nur daran, dass sie es mutig gewagt hatten speziell nach „weiblichen Opfern“ des Absturzew zu fragen. Ein Tabu im aktuell herrschenden Patriarchat, wo Medien ansonsten ja nie speziell von weiblichen Opfern berichten….

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7 Kommentare zu „Von Luise F. Pusch den Umgang mit Shitstorms lernen“

  1. Ich denke bzw. hoffe, wir sind uns alle einig darüber, dass sich Nachrichten wie die von Pusch zitierte verbieten. Sowas geht gar nicht, und ich muss sagen, bei allem was ich am Mainstream-Feminismus inhaltlich zu kritisieren habe, halte ich derartiges Verhalten für nochmal um Längen widerlicher.

    Allerdings frage ich mich auch, warum sie auf derlei überhaupt reagiert – oder vielmehr: warum sie AUSSCHLIESSLICH auf derlei reagiert und kein anderes Beispiel sachlich formulierter Kritik daneben stellt, an der sie sich dann abarbeitet. Das würde ihrer Position inhaltlich sicherlich mehr nützen, weil sie nur dann auch die Möglichkeit hätte, inhaltliche Kritik zu entkräften und bei den Kritikern zum Nachdenken anzuregen.

    Positiv finde ich immerhin, dass sie in den Kommentaren diesmal immerhin auch inhaltliche Kritik freigeschaltet hat – und da gibt es den einen oder anderen Kommentar (insbesondere den von noting am Ende der ersten Kommentarseite), denen ich mich nur voll und ganz, und viele, denen ich mich teilweise anschließen kann.

  2. Diese Kritik wurde ja nur freigeschaltet, um den Anschein von Meinungsfreiheit zu erzeugen.

    „Sehet her, so tolerant bin ich … Märtyrerin der Bewegung zur Befreiung des Besseren Geschlechtes“ …

  3. Jaa mal wieder ein interessanter Blog! Ich hab mir eben deinen Artikel durchgelesen und beschäfttige mich zwecks Uni auch mit dem Shitstorm-Phänomen. Mich würde auch mal interessieren was genau der Trigger dafür ist, denn einige ober-behinderte Artikel werden (leider) nie zu einem Shitstorm und andere bekommen likes und ich denk nur für was.. Komplett checken tu ich diese welt jedenfalls nicht. Die Frau hatte echt übelst einen an der Haua das so zu sagen aber dann wird sie gleich als prototyp der Feministinnen dargestellt und ich würd mich auch als Feministin oder bezeichnen und ziehe da klar ne Linie. Auch würde ich arme Weltraumforscher wegen eines Sexistischen Tshirts nicht „shitstormen“. Poor guy. Schau jetzt mal was dein Blog sonst noch zu bieten hat 🙂

    1. @lauterkopf

      „Mich würde auch mal interessieren was genau der Trigger dafür ist“

      Ich würde mal vermuten, dass das Thema hinreichend geeignet für eine moralische entrüstung sein muss um Leute zu bewegen, sich tatsächlich aufzuregen. Es muss also entweder so etwas frisches wie der Flugzeugabsturz sein oder es muss eine Gruppe von Leuten geben, die gerade dieses Thema aufregt und die genug Medienmacht hat, um es den nötigen Impuls und die Ausweitungskapazität zu geben.

      Deswegen gibt es vermutlich mehr Shitstorms in bestimmten Gruppemn, weil der Gruppenaspekt das Interesse bewirkt (siehe Piraten), gerade wenn Berufsempörer wie radikale Feministen dabei sind

      1. Absolut! Deine Argumente könnten natürlich auch der Trigger für einen mega erfolgreichen Artikel werden, weil der dann diese Aggressionen mal verbalisiert mit denen man sich identifizieren kann. Nur das beim Shitstorm eben das Gegenteil passiert 🙂

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