Grüße aus der #aufschrei-freien Zone

Als Christian es letzte Woche hier ansprach, dass nur noch sporadisch Blogeinträge auf Geschlechterallerlei erscheinen, bot ich es an, einige ältere Posts von meinem Blog hier noch einmal quasi als Lückenfüller einzustellen.
Bevor ich jedoch mit diesem „Recycling“ beginne, ist es wohl sinnvoll, erst einmal einen Eintrag zur Vor- (und Selbstdar-)stellung zu nutzen.
Da ich schon seit mehrere Monaten häufig hier und auf Alles Evolution als breakpoint (AKA Anne Nühm) kommentiere, werden die regelmäßigen Leser mich bereits kennengelernt haben.
Ganz kurz zu meinem Background: Als diplomierte Physikerin bin ich in der IT-Branche tätig, wo ich selbständig berate sowie Software spezifiziere und entwickle. Außerdem unterstütze ich meinen Mann, indem ich die Softwareentwicklung in seiner Firma leite.

Christian beginnt seine About-Seite mit

„Irgendwie bin ich zu Geschlechterfragen gekommen.“

Dieses „Irgendwie“ amüsiert mich jedesmal wieder, wenn ich es lese.
Bei mir war es unter anderem die Tatsache, dass ich als Frau in einem „Männerberuf“ zwangsläufig immer wieder mit derartigen Themen konfrontiert wurde.
Das Problem waren dabei nicht die Männer, mit denen ich im Allgemeinen sehr gut auskomme, sondern die Frauen (natürlich nicht „alle“ Frauen, aber doch so einige), die versuchten, mich in eine Schublade zu stecken.

Insbesondere wurde ich mit zunehmendem beruflichen Erfolg immer mehr mit Feminismus konfrontiert. Immer öfter bekam ich irgendwelche Anfragen, in denen ich mehr oder weniger direkt gebeten wurde, feministische bzw. frauenfördernde Projekte zu unterstützen. Hier mal in eine Datenbank für selbständige Frauen eintragen, dort mal vor einer Gruppe Schülerinnen meinen Beruf vorstellen, an anderer Stelle Artikel schreiben oder einen Vortrag halten, wieder woanders irgendwelche reine Frauenveranstaltungen besuchen oder auf Frauenmessen ausstellen.
Früher hatte ich eigentlich gar keine konkrete, vorgefasste Meinung zum Feminismus. OK, den gab es, setzte sich scheinbar für Rechte von Frauen ein .. tja, sollen sie doch .. betrifft mich nicht, mir egal.
Aufgrund dieser Anfragen informierte ich mich dann erst einmal und recherchierte – mit der Folge, dass ich entsetzt war (und immer noch bin). Entsetzt über deren negativ verzerrtes Männerbild. Und über ihre ablehnende Einstellung zu Sex. Fassungslos über die Bevormundung anderer Frauen. Und darüber, wie sie rücksichtslos versuchen, ihre Ziele durchzusetzen. Bestürzt, wie es ihnen gelingt, Männer und Frauen gegeneinander aufzuhetzen. Und nur noch kopfschüttelnd über ihre häufig widersinnigen und inkonsistenten Argumente.

Ein weiterer Punkt, warum ich mich sehr für die hier behandelten Themen interessiere, ist dass mich das uralte Wechselspiel zwischen Mann und Frau generell fasziniert. Einerseits die körperlichen Unterschiede, andererseits aber auch die Unterschiede im Denken und Verhalten.
Wie ich erst hier gelernt habe, sind meine Ansichten dazu „biologistisch“. Aber das ist OK. Schließlich bin ich Naturwissenschaftlerin (und als solche haben für mich die Naturgesetze die höchste Autorität).

Ich begrüße es, meine Sichtweise hier einbringen zu können, und werde mich dabei immer um Aufgeschlossenheit und eine möglichst unvoreingenommene Perspektive bemühen, auch wenn ich meine empirisch abgesicherten persönlichen Überzeugungen vertrete.
Vielen Dank für euer Interesse!
Vive la différence!

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Über breakpoint AKA Anne Nühm

Die Programmierschlampe.
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37 Antworten zu Grüße aus der #aufschrei-freien Zone

  1. tom174 schreibt:

    Physik ist der Versuch der Mathematik die Natur zu vergewaltigen 😉

  2. m schreibt:

    Ich werde sich mit Interesse lesen.

  3. Graublau schreibt:

    Willkommen in der Runde! Ich muss zugeben, dass ich Deinen Hintergrund bisher gar nicht kannte. Liest sich sehr sympathisch, was Du so schreibst.

  4. quellwerk schreibt:

    Sei gegrüßt graublau! Keine schlechte Idee, dass du dich kurz beschrieben hast: mein Tunnelblick wurde erweitert. 🙂
    Ich finde es klasse, wenn Frauen mit eigenem Kopf an Bord kommen. Je mehr desto besser!

  5. Leszek schreibt:

    Hi breakpoint AKA Anne Nühm,
    ich bin gespannt auf deine Texte.
    Du hattest doch mal einen interessanten feminismuskritischen Text auf deinem Blog. Dieser Text würde m.E. mehr Aufmerksamkeit verdienen. Würde mich freuen, wenn du eine aktualisierte Version dieses Textes bei Gelegenheit hier einstellen würdest.

    • Du meinst sicherlich diesen Eintrag:
      http://breakpt.blog.de/2014/05/23/siebenhundertdrei-18518809/

      Ja, vermutlich werde ich ihn hier einmal einstellen. Vielleicht teile ich ihn aber in mehrere Teile auf, da er ja schon ziemlich lang ist.

      • Leszek schreibt:

        @ breakpoint AKA Anne Nühm

        „Du meinst sicherlich diesen Eintrag:“

        Ja, er enthält einige gelungene kritische Passagen.

        Allerdings hört es sich manchmal so an, als wenn du die Begriffe „Gleichberechtigung“ (Chancengleichheit) und „Gleichstellung“ (Ergebnisgleichheit) sowie die private und die politische Ebene nicht klar genug voneinander differenzieren würdest.

        Gleichberechtigung im Sinne von „gleiche Rechte UND gleiche Pflichten“ halte ich für eine notwendige und unaufgebbare Forderung für die rechtlich-politische Ebene. Ob ein Individuum ein bestimmtes Recht auch in Anspruch nehmen will, bleibt ja jedem selbst überlassen.
        Daher ist der Grundsatz der Gleichberechtigung (und Gleichverpflichtung) kein Prokrustesbett, sondern ermöglicht erst jedem Individuum unabhängig vom Geschlecht so zu leben und zu handeln, wie es seinen Neigungen und Interessen entspricht.
        Eine Forderung nach Gleichstellung (Ergebnisgleichheit statt Chancengleichheit) läuft hingegen Gefahr die individuelle Freiheit einzuschränken, weil dadurch neure Rollenvorgaben kreiiert werden.
        Wobei der vorherrschende Feminismus aber ohnehin in Wahrheit weder Gleichberechtigung, noch Gleichstellung anstrebt, wie du ja auch richtig anmerkst, sondern Frauenprivilegierung.

        Auf der privaten Ebene hingegen sollten Frauen und Männer meiner Überzeugung nach weder gleich, noch unterschiedlich behandelt werden, sondern jeder Mensch sollte von klein auf als das Individuum akzeptiert und behandelt werden, das er/sie ist.

        Dass Feministinnen im Schnitt weniger attraktiv wären, widerspricht zudem meiner persönlichen Erfahrung. Die Gründe für eine Hinwendung weiblicher Individuen zu radikalen Formen des Feminismus sehe ich woanders:

        http://allesevolution.wordpress.com/2014/09/07/welcher-frauentyp-findet-sich-haufig-im-feminismus/

        Von diesen beiden Aspekten abgesehen stimme ich mit deiner Kritik am vorherrschenden Feminismus – insbesondere bezüglich seiner Männerfeindlichkeit, Sexfeindlichkeit und Sprachverhunzung – in vielen Punkten überein und einige Stellen deines Texten fand ich ziemlich amüsant.

        „Vielleicht teile ich ihn aber in mehrere Teile auf, da er ja schon ziemlich lang ist.“

        Ich finde ihn eigentlich nicht so lang.

      • @Leszek

        „nicht klar genug voneinander differenzieren würdest.“
        Bei diesem Text ging es mir nicht um eine möglichst exakte Abgrenzung von Begrifflichkeiten, sondern ich wollte meine persönliche Sichtweise darstellen, und .. ja .. wohl auch etwas Frust ablassen.

        “ \“gleiche Rechte UND gleiche Pflichten\“ halte ich für eine notwendige und unaufgebbare Forderung für die rechtlich-politische Ebene“
        Auch bei den Rechten/Pflichten meine ich, dass stures Beharren auf „gleich“ nicht in jedem Falle zweckdienlich ist. Es mag sinnvolle Ausnahmen geben, was in jedem Einzelfall kritisch zu überdenken ist.

        „sondern jeder Mensch sollte von klein auf als das Individuum akzeptiert und behandelt werden, das er/sie ist“
        100-prozentige Zustimmung!

        „einige Stellen deines Texten fand ich ziemlich amüsant“
        Das freut mich. 🙂

        „Ich finde ihn eigentlich nicht so lang.“
        Meist bevorzuge ich kürzere Texte, die sich auf weniger Einzelaspekte beschränken und deshalb übersichtlicher sind.

      • Peter Müller schreibt:

        Ja, ein interessanter Text. Der würde sich hier als Diskussionsbasis bestimmt gut machen.

        Manche Stellen sind wirklich kurios, aber bei dem Teil z.B mit dem „Ladies first“ hast Du ja selber schon im Text gezwinkert. da weisst Du ja, dass es nur eine hohle Floskel geworden ist und die Grundlage dafür schon längst entfallen…

      • Danke.
        Meine Texte sind meist cum grano salis zu lesen.
        Etwas überspritzte Formulierungen transportieren die Aussage oft besser, und ich versuche auch immer, ein bisschen Humor durchschimmern zu lassen.

  6. chschlesinger schreibt:

    „Irgendwie“ kommt wohl keiner erst nach einem abgeschlossenen Hochschulstudium zur Geschlechterfrage. Mit 13, 14 bereits mein erstes Dasistnunmalso, dass Mädchen sich nicht interessieren für das Schachspiel, im Verein daher auf vierzig Jungen bloß die beiden Töchter des Vereinsvorsitzenden kamen, die damit wohl eher ihrem Papa gefallen wollten. Nein, als „Freak“ wird man eigentlich schon von Kindesbeinen an „irgendwie“ auf das Ernsthafteste konfrontiert mit der Geschlechterfrage.

    • So hatte ich das auch nicht formuliert.
      Die Bedeutung mancher Themen ändert sich eben im Laufe der Zeit. Manches wird einem auch erst im Nachhinein bewusst, oder man empfindet es schlicht nicht als Problem.

      Schachspiel hätte mich in meiner Jugend vermutlich interessiert, aber da es in meinem Heimatort kein entsprechendes Angebot gab, und in meinem ganzen Umfeld keinen (guten) Schachspieler, stellte sich mir die Frage erst gar nicht.
      So bin ich nie über Anfängerniveau hinausgekommen.

  7. petpanther schreibt:

    Schöner Artikel.

    Danke.

    „… Bestürzt, wie es ihnen gelingt, Männer und Frauen gegeneinander aufzuhetzen. Und nur noch kopfschüttelnd über ihre häufig widersinnigen und inkonsistenten Argumente. …

    Wie ich erst hier gelernt habe, sind meine Ansichten dazu “biologistisch”. Aber das ist OK. Schließlich bin ich Naturwissenschaftlerin (und als solche haben für mich die Naturgesetze die höchste Autorität).“

    Geht mir als Naturwissenschaftler ganz ähnlich.

  8. anonym schreibt:

    willkommen

  9. emannzer schreibt:

    Auch von mir ein Willkommen und ich finde mit deinem Preludium hast du einen sauberen Start hingelegt. Viel Erfolg und Feedback wünsche ich dir.

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