Die Literatin als Hasenhirn

oder

Wie die Frauenquote den Weltuntergang verhindern soll

Eine Rezension von Karen Duves »Warum die Sache schiefgeht«

Deutschland ist um einen Wutbürgertext reicher, diesmal geschrieben von »einer Art feministisch-vegetarischer Pirincci«, nämlich Karen Duve.

Das Buch besteht im Wesentlichen daraus, in vier Kapiteln vier positiv und bis zu einem gewissen Grad auch »männlich« konnotierte Tugenden, nämlich »Einsatzbereitschaft«, »Risikobereitschaft«, »Selbstvertrauen« und »Durchsetzungsvermögen« als solche charakterliche Ausprägungen darzustellen, die entweder auf der Kippe zum Krankhaften stehen oder bereits ins Psychopathologische umgekippt sind, und sie als Ursache einiger zum Untergang der Menschheit führender Probleme dingfest zu machen. Woraufhin dann in einem fünften Kapitel Frauen explizit und offensiv als die »besseren Menschen« beansprucht werden, welche die Herrschaft der männlichen Psychopathen beenden sollen, und im Schlusskapitel doch noch – sicherheitshalber, für alle Fälle, falls es die Frauen auch nicht reißen – das potentielle Aussterben des Menschen zu einem guten Zweck erklärt wird.

Aber der Reihe nach. Duves erste philippische Rede nimmt sich die »Einsatzbereitschaft« vor, und zwar auf Basis einer Kritik des gehobenen Managements. Hier lautet die Kernaussage, dass leitende Angestellte umso wahrscheinlicher »Psychopathen« sind, je mehr sie das Ideal des Managers erfüllen und je höher sie auf der Karriereleiter nach oben steigen. Denn die Kehrseite der »Einsatzbereitschaft« besteht darin, dass sie außer ihrem Job nichts anderes mehr kennen und ihm Partnerschaft und Familie opfern, nur um sich in der geistigen Inzucht einer Elite wiederzufinden, die ihre asozialen Werte für eine höhere Daseinsform hält. »Was sind schon Freundschaft, Liebe, Bildung und Kultur gegen die Aussicht, ein High Performer mit mehreren Millionen Euro Jahresverdienst zu sein.« (S. 21) Duve kann sich nicht recht entscheiden, ob sie die Entstehung psychopathischer Persönlichkeitsmerkmale (Gewissenlosigkeit, manipulative Grundhaltung, fehlendes Einfühlungsvermögen, übersteigertes Selbstbewusstsein und hohes Aggressionspotential) biologischen oder psychologischen Ursachen zuordnen soll, neigt aber in Anbetracht der von ihr rezipierten Literatur zu ersterem. Jedenfalls haben Menschen mit einer entsprechenden Persönlichkeitsstörung erhöhte Chancen, in entsprechende Spitzenpositionen zu gelangen. »Eine höhere Psychopathen-Dichte als in Politik und im oberen Management findet sich nur noch in den Hochsicherheitstrakten amerikanischer Gefängnisse.« (S. 23) Und sobald sich diese Sorte von Leuten einmal durchgesetzt hat, zwingen sie ihrer Umwelt ihre eigenen Verhaltensmuster als Normen auf: »Hat der Psychopath den Chefsessel erst einmal erreicht, dreht er psychopathisch erst richtig auf und der ganze Konzern muss wie in einer kriminellen Gang das Moralgesetz und die normativen Verhaltensweisen des Anführers übernehmen.« (S. 38) Halten wir an dieser Stelle nur fürs Protokoll fest, dass Duves Erklärungsmodell sich ganz offensichtlich auf der Ebene psychologischer Kausalzusammenhänge bewegt.

Die zweite philippische Rede greift den Wert der »Risikobereitschaft« an. Als besonders risikobereit erscheinen ihr Physiker: sie zünden die erste Atombombe, obwohl die sich nicht ganz sicher sind, dass nicht die gesamte Erdatmospäre in eine Verbrennungsreaktion eintrete, sie rechnen uns vor, dass Unfälle in Atomkraftwerken aufgrund Unwahrscheinlichkeit auszuschließen seien und sie lassen Hadronen miteinander kollidieren, obwohl sie sich nicht ganz sicher sind, dabei ein Schwarzes Loch zu erzeugen, dass die Erde verschlucken kann. Die »Risikobereitschaft« dieser Physiker, die von der Autorin offenkundig als Risikobereitschaft auf anderer Leute Kosten verstanden wird, hat wiederum psychologische Gründe, denn diese Physiker sind überwiegend männliche, semi-autistische Nerds, die von ihrem eigenen Wissen einfach zu sehr überzeugt sind: »Die Physiker im CERN sind nicht nur überwiegend männlich, aller Wahrscheinlichkeit nach funktionieren auch noch ihre Gehirne – selbst die der Physikerinnen – deutlich männlicher als männliche Durchschnittshirne.« (S. 67) Und das normale männliche Hirn ist – das entnimmt sie im Umkehrschluss bei Simon Baron-Cohens These vom »extreme male brain« – nur »eine minder schwere Form von Autismus«. (S. 66) Das »männliche« systemische Denken hat seine Vorteile (es bringt Autos und Computer hervor), aber es ist zugleich die Ursache für unbrauchbare Risikoeinschätzungen. »Risikobereitschaft« ist also nur die Unfähigkeit von Nerds, sich selbst und den Nicht-Nerds die Grenzen des Nerd-Wissens einzugestehen.

Die dritte Philippika attackiert das »Selbstvertrauen«. Hier müssen, nach Managern und Physikern, nun Mediziner und Massentierhaltungsbauern als Beispiel herhalten. Mediziner trauen sich zu, Herztransplantationen vorzunehmen und Grauen Star zu operieren, auch wenn ihnen die ersten Experimentalpatienten munter dabei wegsterben oder erst richtig blind dabei werden. Aber Mediziner erfinden immerhin Antibiotika, die eine sinnvolle Erfindung sind, nur dass diese Erfindung dann von bauernschlauen Bauern nach dem Gießkannenprinzip in der Massentierhaltung eingesetzt wird und uns aufgrund der entstehenden Resistenzen mit der Heraufkunft eines postantibiotischen Zeitalters bedrohen. Und die haben so viel Selbstvertrauen zu dem, was sie tun, dass sie jegliche Kritik an ihrem agrarindustriellen Modell einfach vom Tisch wischen: »Die Natur ist zum Ausbeuten da, das war schon immer so, Wurst gehört zum Brot, und die grünen Spinner haben eh keine Ahnung.« (S. 95) Mediziner machen sich des Selbstvertrauens also nur in einem minder schweren Fall schuldig und können manchmal sogar nützlich sein, aber dafür treiben es die Bauern umso schlimmer: Antibiotikamissbrauch in der Massentierhaltung ist ganz klar auf übersteigertes Selbstbewusstsein des Nährstandes zurückzuführen!

Die vierte Philippika schließlich geht auf den Wert des »Durchsetzungsvermögens« oder Dominanzverhaltens los. Hier muss keine besondere Berufsgruppe den Bösewicht vom Dienst spielen, sondern Duve geißelt die Herrschaft und »die Mächtigen«, die die »friedlich Gestimmten« »über Jahrtausende hinweg« (was sonst) um ihre Möglichkeiten betrogen haben. Das Argument geht so, dass eine Gesellschaft ohne Dominanzhierarchien eine Gesellschaft ist, die niemanden »unterdrückt«, und wenn sie niemanden unterdrückt, dann können diese Nichtunterdrückten ihre Potentiale besser entfalten, als wenn sie unterdrückt wären: »Welche Erfindungen wären gemacht, welche Kunstwerke geschaffen und welche sozialen Errungenschaften wären etabliert worden, wenn die Mächtigen nicht über Jahrtausende hinweg stets den größten Teil der Gesellschaft unterdrückt und von Entscheidungen, Ressourcen und dem Zugang zu Bildung ausgeschlossen hätten?« (S. 119) Und für den Fall, dass es sich nicht von selbst versteht, werden wir sicherheitshalber noch einmal daran erinnert, dass es sich bei diesen Unterdrückern um Männer handelt: »Die Kulturleistungen, die wir den dominanten Alpha-Männern zu verdanken haben, mögen ja ganz beeindruckend sein …, aber sie sind nichts im Vergleich zu dem, was alles hätte sein können, wenn wir nicht Jahrhundert für Jahrhundert von den aggressivsten, egoistischsten, raffgierigsten und dabei nicht einmal besonders intelligenten Charakteren geleitet worden wären.« (S. 121) Die ganze Weltgeschichte ist also ein Ausfluss von Charaktermerkmalen, und darum »wird es Zeit, mal die anderen ans Steuer zu lassen – verantwortungsbewusste, sachorientierte, soziale und zur Selbstbeherrschung fähige Leute.« (S. 122)

Frauen? Frauen! Denn bei Männern – und das erfahren wir im fünften Kapitel – ist die höhrere Aggression genetisch verankert: »Es gibt ein genetisches Merkmal, das mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine Ursache kriminellen Verhaltens ist. (…) In Europa besitzen 93% bis 96% aller Strafgefangenen dieses Merkmal und bei Gewaltverbrechern und Sexualstraftätern ist die Zahl vermutlich noch höher.« (S. 125) Karen Duve meint das Y-Chromosom. Gewalttätige Frauen seien demgegenüber zu vernachlässigen. Und die Gewalttätigkeit des Mannes umfasst nicht nur  Gewaltverbrechen, sondern es gilt auch: »Bestellt jemand beim Griechen den großen Hierfür-sind-zehn-Tiere-gestorben-Olympia-Teller – sehr wahrscheinlich ein Mann.« (S. 127) Auch der Verzehr von Fleisch ist also letztlich nichts anderes als ein männliches Gewaltverbrechen, und wer wird schon so kleinlich sein, hier auf einer Differenzierung zu bestehen. Mit diesem kruden rassenbiologischen Ausflug hat sich die Autorin aber vermutlich nur ein wenig Entspannung verschafft, denn nun räumt sie etwas milder gestimmt ein: »Es kommt nicht darauf an, dass Menschen in Führungspositionen von nun an alle einen Busen haben sollen, sondern dass sie soziale und moralische Kompetenzen besitzen.« (S. 143) Aber das sieht sie als nicht praktikabel an, und darum kommt nun der argumentative Höhepunkt des ganzen Buches:

»Emotionale Minderbemitteltheit, ethische Leichtfertigkeit, Geldgier und Machtversessenheit wird man bei Männern viel leichter finden, aber wenn die Quote niedrig genug angesetzt wird, lassen sich auch die entsprechenden Frauen auftreiben. Selbst weibliche Psychopathen ließen sich finden, wenn man unbedingt wollte. Je niedriger die Quote, desto mehr wird das Verhalten der neu eingestellten Frauen dem ihrer Vorgänger ähneln. Deswegen müssen die Regierungen als Normgeber einspringen. Und da man den mächtigsten Männern der Welt schlecht sagen kann: Ihr müsst abtreten, weil ihr problematische Charaktere seid, da könnt ihr zwar auch nichts dafür, aber wenn wir euch weitermachen lassen, werden wir alle draufgehen – ist es am wenigsten heikel, einfach den Gerechtigkeitsaspekt vorzuschieben. Also doch Frauenquote, weil es praktikabel und durchsetzbar ist. Die müsste dann allerdings gleich bis in die Vorstände und Regierungsparteien hineinreichen und so hoch – unter 50% würde sich beim vorgeschobenen Gerechtigkeitsaspekt ja sowieso verbieten – und so kurzfristig angesetzt sein, dass Firmen und Parteien gar nicht genug Zeit bleibt, für sämtliche Stellen Frauen aufzutreiben, die ihren Vorstellungen entsprechen. Nur so kann man sich darauf verlassen, dass die neuen Führungskräfte deutlich anders agieren als ihre Vorgänger und neue Führungsqualitäten erschlossen werden.« (S. 144 f.)

Es lohnt sich, dieses Knäuel an Widersprüchen zu entwirren. Erstens: Machthierarchien sind Duve zufolge dadurch gekennzeichnet, dass sich an ihren Spitzen überproportional viele »Psychopathen« befinden und dem jeweiligen Betrieb ihre Moral aufdrücken. Zweitens: eine dieser von Psychopathen besetzten Machthierarchien, nämlich die politische, wird nun dazu auserwählt, eine Quote durchzusetzen, mit der sie sich unter anderem selbst abschafft. Drittens: dieser Hierarchie von Psychopathen soll ihre Selbstentleibung dadurch schmackhaft gemacht werden, dass man sich – ausdrücklich als Vorwand – auf den angeblichen Gerechtigkeitsaspekt der Quote beruft, und offenbar darf unterstellt werden, dass die Psychopathen zu blöde sein werden, diesen Vorwand zu durchschauen, obwohl ihn Duve schon ankündigt. Viertens: sodann soll diese Selbstentleibung so vorgenommen werden, dass schockartig und pauschal ein gesellschaftsumfassender, flächendeckender Personalaustausch vorgenommen wird, bei dem ohne jede Rücksicht auf Erfahrung und Qualifikation Positionsinhaber ausgewechselt werden – weil nicht Sach- und Branchenkenntnis, Berufserfahrung und Bildungsgang eine Rolle spielen, sondern nur charakterlich vorgeprägte »neue Führungsqualitäten«. Die Simplizität dieses Vorschlags ist kaum zu überbieten: wir machen aus einer schlechten Gesellschaft eine gute Gesellschaft, indem wir die schlechten Menschen durch gute Menschen ersetzen – vorzugsweise durch solche, die nachweisen können, noch nie beim Griechen einen Olympia-Teller bestellt zu haben. Dass wir damit das öffentliche und wirtschaftliche Leben in eine Dysfunktion stürzen wie eine überstürzte Zwangskollektivierung spielt keine Rolle, denn ganz abstrakt betrachtet retten wir damit ja die Welt! Aber wir erwarten die Rettung dieser Welt von einem maximal unwahrscheinlichen Regierungshandeln, das, wenn wahrscheinlich, zugleich maximal dysfunktional wäre.

Spätestens an dieser Stelle sollten wir nun innehalten und die Autorin fragen, ob sie eigentlich ernsthaft erwartet, damit ernst genommen zu werden. Denn mit einer Kritik von Karen Duves psychologischen Fehlschlüssen lassen sich auch alle zuvor rezensierten Kapitel des Buches rückabwickeln. Es gab mal eine Zeit, da war es möglich, solche Verhältnisse wie die von Duve beanstandeten mit dem Mittel der Kapitalismuskritik zu analysieren. Insbesondere beim Thema des krisenhaften Finanzsektors hätte sich das angeboten. Dass Menschen ihre psychopathischen Potentiale nicht darum entfalten, weil sie plötzlich die Macht dazu haben, sondern weil sie sich in einem Regelsystem befinden, dass sie dazu einlädt, es zu tun, dass die Verhaltensanforderungen an eine Machtposition sich nicht aus der Psychologie ihres Inhabers, sondern aus den Regeln des Systems ergeben, von dem diese Position ein Teil ist, das hätte man in einem soziologischen Grundstudium lernen können – oder dann, wenn man wenigstens ein bisschen von der relevanten Literatur studiert hätte. Ungefähr zur selben Zeit wie Duves Buch ist unter dem Titel »Ganz normale Organisationen« ein Buch von Stefan Kühl zur »Soziologie des Holocaust« erschienen, in dem er aufzeigt, wie nicht charakterliche (oder nationalkulturelle, »völkerpsychologische«) Merkmale ganz normale Menschen zu Mittätern in einer Tötungsindustrie machen, sondern der Charakter der Organisation, der sie angehören, weil sie den einzelnen Tätern einen rationalisierenden, legitimierenden und motivierenden Kontext bieten, in dem der Schritt vom normalen Mensch zum Massenmörder am Ende ein unmerklicher ist.

Analoges gilt für Duves Geschichtsbild: »Unterdrückung« und ihre Abwesenheit ist die einzige Kategorie, die sie zu veranschlagen weiß, und diese Kategorie leitet sie aus der Psychologie des Dominanzverhaltens ab – sie gelangt nicht mal zu der Frage nach den historischen Bedingungen von Produktivkraftentfaltung, geschweige denn zur Frage danach, welche funktionalen Leistungen denn die historische Stabilität von »unterdrückerischen« Herrschaftsformen gewährleistet haben. Der Römische Friede und das Römische Recht sind eben nichts weiter als »patriarchaler Rotz«! Karen Duves in Psychologisierungen und Moralisierungen ersaufendes Buch markiert auf diese Weise einen Bankrott der analytischen Gesellschaftskritik. Unter der schieren Masse an moralischem Anspruch kollabieren Analytik und Argumentation des Buchs – ganz ohne das CERN und den Large Hadron Collider – zu einem Schwarzen Loch der Gedankenlosigkeit. Und im Zentrum dieses Schwarzen Lochs befindet sich eine auf das Niveau von Rassenlehre geschrumpfte Erklärung für alle Übel dieser Welt: die Biologie des Mannes.

Karen Duve (2014), Warum die Sache schiefgeht. Wie Egoisten, Hohlköpfe und Psychopathen uns um unsere Zukunft bringen. Berlin: Galiani

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48 Kommentare zu „Die Literatin als Hasenhirn“

  1. Hut ab, dass Du Dir dieses Machwerk ohne seelischen Schaden hast antun können. Das ist ja einfach nur gruselig. Und es ist das, was herauskommt, wenn man z.B. die Soziologie für dummes Zeug erklärt. Sowohl die Systemtheorie (funktional differenzierte Gesellschaft) als auch die Organisationssoziologie könnten hilfreiche Erklärungen bieten, warum Unternehmen und ihre Chefs bzw. auch andere Organisationen so agieren, wie sie agieren. Da wäre nicht nur Stefan Kühl zu nennen, sondern in Deutschland auch Günther Ortmann. Aber Duve reduziert das ganze Weltgeschehen offenbar auf Seifenopernniveau, wo es die Guten und die Bösen gibt und die Hoffnung, die Ablösung der Bösen schüfe eine bessere Welt.

    Mich ärgert das alles schon beim Überfliegen Deiner Rezension. Daher bewundere ich Deinen Langmut, dieses Buch tatsächlich gelesen zu haben.

    1. @LoMi:

      Zum Glück ist es ja ein eher kurzer Text, dessen plakative Art den Leser zumindest nicht vor Entschlüsselungsprobleme stellt, und er verlangt nicht wirklich geistige Arbeit. Von daher ist mir das recht leicht gefallen. Was mich letztlich zur Rezension provohziert hat, war nicht nur Duves Misandrie, sondern auch ihre hemmungslose Psychologisierung, bei der ich mich in meinem soziologischen Berufsethos (das bei mir auch ohne entsprechenden Beruf wirkt 🙂 ) gekränkt fühle.

      1. Danke für diese Rezension. Wir haben uns heute – einige Physiker, Mathematiker und Ingenieure – köstlich amüsiert.

        Dabei hatte ich schon Angst, dass ihre Theorie der schwarzen Löcher, auf diese Mutmaßung zurückgehen könnte: http://www.forum-maennerrechte.de/index.php?id=8618

        Nun habe ich festgestellt, dass alles am 1. April 2012 ihren unaufhaltsamen Lauf nahm: http://scienceblogs.de/hier-wohnen-drachen/2012/04/01/stabiles-minischwarzes-loch-aus-higgsteilchen-erzeugt/

        Offensichtlich ist Frau Duve nicht die Erste die drauf reingefallen ist: http://www.conspirare.net/w2/die-gefahr-die-es-nicht-geben-darf-schwarze-locher-am-cern-lhc/

        Es bereitet mir aber zunehmend Genugtuung, dass wir Männerrechtler die feministische Realitätsverzerrung gar nicht mehr ans Tageslicht zerren müssen, das machen sie schon allein und ich muss sagen, sie haben meine Vorstellungskraft weit übertroffen.

        Frau Duve befindet mein und meiner Kollegen Hirn als besonders männlich? Danke für das Kompliment.

        Ist immerhin viel netter als die verkrampfte Bemerkung einer „humorlosen und hysterischen“ (wie ihre Kritiker befinden) Dame: Sie meint, dass
        „Wir gestehen Männern ein Hirn zu“! http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/566080/Wir-gestehen-Maennern-ein-Hirn-zu

        Wie gnädig, nicht wahr?

        Die Auswüchse des Feminismus und der Gendertheorie scheinen selbst eingefleischten „progressiven“ Medien langsam auf den Keks zu gehen: „Pfeilkröte Feminismus!“ titelte unlängst die taz ein Artikel über die sprachlichen Ergüsse einer Professxyz: http://www.taz.de/!128389/

        Auch das sprachliche Sexspielzeug Binnen-I wurde bei der taz richtig auseinander genommen: „Die Erektion im Text!“ http://www.taz.de/Das-Binnen-I-und-die-taz/!31423/

        Schade, dass kaum einer die Schreibweise Feminist.I.nnen nicht benutzt. Mann könnte diesen Entgleist.I.nnen dann permanent ihr Eigentor vor den Augen führen.

        Wenn wir heute Klimaschutz durch humorvolles Lichtabschalten betreiben können (http://www.danisch.de/blog/2014/11/18/klimaschutz-nach-art-der-spd/), dann müsste man auch den Feminismus a la Duve-Shrupp-Schwarzer-mädchenmannschaft-usw. durch Stecker abziehen stoppen können.

        Bei all der Freude über die Selbstzerlegung der Feminist.I.nnen: Mann sollte niemals vergessen, dass Feminist.I.nnen nicht mit „Frau“ gleichzusetzen sei. Das sollten auch die Frauen beherzigen und sich nicht davor abschrecken lassen, dass Feminismus-Kritikerinnen wie esther Villar von Damen des Typus Andrea Dworkin vermöbelt wurden.

        Am Ende des Feminismus steht Gewalt, Humorlosigkeit, Diktatur … Niemand kann sich so etwas wünschen.

      2. @Michael
        Interessante Links. Aber der Schwarze-Loch-Hoax ist schon älter. Der LHC ging ja auch bereits 2008 erstmalig in Betrieb.
        Ich erinnere mich, dass ich damals sinngemäß einem Kollegen, der bei der Inbetriebnahme dabei war, im Scherz gesagt habe, er solle sich vor den schwarzen Löchern vorsehen, zumal es viel lohnendere Löcher zu erforschen gäbe.

      3. @breakpoint
        Ja, wir hatten damals auch solche Witze gerissen. Es gehört allerdings zur Selbstverständlichkeit eines Wissenschaftlers, solche Witze nicht öffentlich zu machen, da sie falsch aufgenommen werden können.

        Beweis 1: Berühmt-berüchtigt ist Orson Welles Radio-Sendung „The war of the worlds“ (1937) http://en.wikipedia.org/wiki/The_War_of_the_Worlds_%28radio_drama%29#Public_reaction
        Beweis 2: Nach der Fukushima-Katastrophe gab es einige Mobbing-Fälle an Schulen gegen die Kinder von Mitarbeitern deutscher Kernkraftwerke.

        In beiden Fällen gab es medial gesteuerte Massenpsychosen. In beiden Fällen wurden nichtexistente Bedrohungen durch die Medien gepuscht.

        Die Gefahr, dass durch Frau Duwe eine ähnliche Massenpsychose ausgelöst wird, schätze ich allerdings als sehr gering ein – ausgenommen ihre eigene Filterbubble. Die hat es allerdings in sich, die feministische Filterbubble. Diese hat ja die Definitionsmacht bei uns, sonst hätten wir den ganzen Sermon nicht, mit Binnen-I, Sichbarmachung des weiblichen Geschlechts und Unsichtbarmachen der Diskriminierung des männlichen Geschlechts und so.

        Damit eignen sich die Ergüsse einer solchen Autorin, dazu a) eine ganze Berufsgruppe zu diskreditieren in einer Filterbubble, die das Sagen in Deutschland hat b) Frauen tatsächlich von MINT abzuhalten.

      4. @Michael

        Es gehört allerdings zur Selbstverständlichkeit eines Wissenschaftlers, solche Witze nicht öffentlich zu machen, da sie falsch aufgenommen werden können.

        Weil man i.A. nur Verständnislosigkeit erntet. Und, ja, manche Scherze können eben auch von Laien ganz falsch interpretiert werden.

        Damit eignen sich die Ergüsse einer solchen Autorin, dazu a) eine ganze Berufsgruppe zu diskreditieren in einer Filterbubble, die das Sagen in Deutschland hat b) Frauen tatsächlich von MINT abzuhalten.

        a) Für einen dauerhaften Effekt ist m.E. die Reichweite dieser Publikation zu gering.
        b) Auf Personen, die sich von einem derartigen Geschwätz abschrecken lassen, können die MINT-Fächer gerne verzichten. Nee, solche Leute wollen wir erst gar nicht.

    2. @breakpoint
      „Auf Personen, die sich von einem derartigen Geschwätz abschrecken lassen, können die MINT-Fächer gerne verzichten. Nee, solche Leute wollen wir erst gar nicht.“ 😉

      Da kann ich Dich hoffentlich beruhigen.

      Laut heise 2007 ging die Zahl der Studienanfängerinnen in den Fächern Maschinenbau seit 2005, im Fach Informatik seit 2003 zurück.

      Wenn mann weiss, dass die Girls-Days seit 2003 laufen, kann mann getrost behaupten, dass diese Damen mit ihrem Geschwätz ganze Arbeit geleistet haben (Ja, ich weiss, Korrelation ist noch keine Kausalität, mann gönne mir aber bitte den Lacher ;-))
      http://www.heise.de/newsticker/meldung/Der-Nachwuchsmangel-in-der-Informatik-ist-weiblich-135366.html

      Es sind hoffentlich die Damen zurückgehalten worden, die auf derartigen Geschwätz hereinfallen.

      Ich glaube, das ist so ziemlich die einzige positive Nebenwirkung solcher Esoterik-Feminist.I.nnen: Das Fernhalten der Esoterikerinnen von den MINT-Fächern!

      Das Blöde dabei ist nur, dass sie dann in Politik, Medien oder sozialen Berufen strömen.

  2. Schöner Text, vielen Dank. Die einzige Frage, die mich unhertreibt ist, wie es möglich, dass so jemand auch noch ernsthafte Aufmerksamkeit im feullition bekommt?

    Und was sagt das über unsere Gesellschaft aus?

    1. @Teardown

      Was Duve da ablässt, konnte man ja schon lange vorher lesen: Bei Hanna Rosin oder bei all denen, die die Finanzkrise als rein männerverschuldet beschrieben haben. Es gibt diesbezüglich eine lange Tradition der Männerverachtung, die öffentlich gutgeheißen wird.

      Der dahinterliegende Irrsinn bleibt unausgesprochen, nämlich der, dass Frau Duve und die anderen sich von Ärzten gesundmachen lassen, von Programmierern ihre Computer und Smartphones, von Ingenieuren ihre Autos bauen lassen usw., kurz, dass sie den ganzen technischen Fortschritt nutzen, um ihre Thesen rauszuhauen.

      1. „Frau Duve … sich von Ärzten gesundmachen lassen“
        Echt? Weiss jemand, wie die Diagnose ausfiel? Sie muss erst nach der Veröffentlichung gesundet sein, oder?

    2. Sie stößt doch nur in das lauteste Horn, in das schon so viele andere getrötet haben. Irgendein Rest Anstand gibt ihnen das Gefühl, etwas Gewagtes zu sagen, eigentlich aber sind sie dumm-konformistisch.
      Z.B Frau Pieper:
      „Während die Frau sich ständig weiterentwickelt, heute alle Wesenszüge und Rollen in sich vereint, männliche und weibliche, und sich in allen Bereichen selbst verwirklichen kann, blieb der Mann auf seiner Entwicklungsstufe stehen. Als halbes Wesen. (…) Er ist weiterhin nur männlich und verschließt sich den weiblichen Eigenschaften wie Toleranz, Sensibilität, Emotionalität. Das heißt, er ist – streng genommen – unfertig und wurde von der Evolution und dem weiblichen Geschlecht überholt.“
      Und andere…
      http://manndat.de/geschlechterpolitik/zwischenstaende-der-champions-league-des-sexismus.html

      Insofern ist sie im Föhjetong gut aufgehoben und zeigt (ich begeb mich mal auf ihr Niveau), dass unsere Kultur an der Analyseunfähigkeit und Flachheit des weiblichen Geistes zu Grunde geht.

  3. Eigentlich wäre hier ein längerer Rant fällig.
    Aus Zeitgründen aber nur ganz kurz zu einem konkreten Einzelaspekt:

    Bei der Inbetriebnahme des LHC waren sich die Physiker durchaus sicher, dadurch kein „Schwarzes Loch zu erzeugen, dass die Erde verschlucken kann“.
    Dieses Gerücht wurde durch fachfremde Personen aufgebracht, denen es wohl um Panikmache oder um Schüren von Hysterie und Paranoia zu Lasten der Wissenschaft ging.
    Gerade in Physik und Ingenieurwesen sind umfangreiche Risikoanalysen üblich.

    1. Nein, das siehst Du falsch. Physiker sind sozial minderbemittelte Spielkinder, die sich nicht um die Folgen ihres Tuns kümmern. Ein Wunder, dass die überhaupt miteinander reden. ^^

      Mal im Ernst, ist es theoretisch überhaupt vorstellbar, mit den begrenzten Ressourcen auf Erden ein solches schwarzes Loch zu erzeugen? Das wirkt auf mich nicht realistisch.

    2. @LoMi

      mit den begrenzten Ressourcen auf Erden ein solches schwarzes Loch zu erzeugen? Das wirkt auf mich nicht realistisch.

      Ganz genau. Schon aufgrund der Erhaltungssätze wäre das nicht möglich.
      Deshalb hat auch nie ein Physiker diese Befürchtungen ernst genommen, was sie aber nicht davon abhielt, mit typischem Nerd-Humor Witze darüber zu reißen.

      @Elmar
      Danke!
      Ohne jetzt pauschalieren zu wollen, sind die meisten Physiker, die ich kenne, sogar eher vorsichtig und handeln mit Bedacht.
      Frau Duve hat anscheinend keinerlei empirische Belege, die ihre These stützen würden, sondern spekuliert nur so, wie es ihr am besten passt.

      1. @breakpt

        „Deshalb hat auch nie ein Physiker diese Befürchtungen ernst genommen, was sie aber nicht davon abhielt, mit typischem Nerd-Humor Witze darüber zu reißen.“

        Sehr präzise beobachtet – danke dafür. 🙂

  4. @djadmoros

    Danke.

    Völlig off topic würde mich die über diese Rezension hinausgehende Frage interessieren, ob die Autorin selbst glaubt, was sie schreibt. Und wenn sie es glaubt, dann würde mich interessieren, wie sie sich der Wahrheit ihrer Aussagen versichert: Wie macht sie es, offensichtliche Einwände zu übersehen? Dahinter muß System stecken, das ist nicht einfach Zufall oder Dummheit oder so, es muß eine Art begriffliche Grundlage geben, methodische Einschränkungen, die so ein Buch möglich machen.

    1. Gute Frage, Elmar.

      Vielleicht ist die Antwort aber recht einfach. Erstens bedient sie sich eines feministischen, eigentlich gesamtkulturellen Common senses: Männer sind schlechtere Menschen. Damit sagt sie, was viele glauben und was sie wie wir alle seit Jahrzehnten immer wieder auch von anderen gehört hat. Gerade weil es common sense ist, wirkt er überzeugend.

      Wer Einwände sehen soll, muss zunächst bereit sein, sein Wissen zu evaluieren und in Rechnung zu stellen, dass man falsch liegen könnte. Das ist eine speziell wissenschaftliche Einstellung. Im Alltagsleben ist diese Einstellung nicht der Normalfall, zumindest ist sie nicht als stark verhaltenssteuernder Ethos ausgeprägt. Nicht mal bei den Studierten kann man diesen Ethos flächendeckend finden. Er ist also schwer herzustellen in einem langjährigen Prozess. Deine Frage beruht auf diesem Ethos. Aber Du nimmst damit eine Spezialperspektive ein, während die Duve eben einfach runterschreibt, was sie für wahr hält und eine Prüfung dessen als Alltagsmensch für unnötig hält.

      Will man allerdings doch eine Art rationales System dahinter sehen, ist es dieses: Das Buch soll zuspitzen, steile Thesen aufstellen, krass und provokant sein, weil es so Aufmerksamkeit der Medien erzeugt und gut verkauft wird. Differenzierung und Prüfung würde dagegen keine hohen Wellen schlagen.

      1. Hm.

        Würdest du sagen, daß es common sense ist, daß Männer aufgrund der Eigenschaften ihres Gehirns emotional minderbemittelt, ethisch leichtfertig, geldgierig und machtversessen sind?

        Das ist keineswegs triviale Frage i.S.v. „Klar, das lehrt doch der Feminismus!“, denn nicht jedes Gerücht ist auch common sense. Gerüchte sind z.B.: „Alle Unternehmensberater sind dumm“. „Alle Chefs sind Psychopathen.“ „Alle Männer mögen Bier.“ „Alle Schwäne sind weiß.“.

        Gerüchte kann man für wahr halten oder nicht, das macht im Alltag nicht sehr viel Unterschied für uns. Aber common sense sind Behauptungen, die so basal sind, daß man hinter sie verständnismäßig nicht zurückgehen kann:

        „Jeder Raum ist teilbar.“ „Materie existiert kontinuierlich.“ „Meine Hand liegt gerade auf meinem Arm.“

        Diese Behauptungen üben eine bedeutende Ordnungsfunktion für den Alltag jedes Menschen aus z.B. beim Umzug, beim Suchen der verlegten Brieftasche oder beim Verscheuchen lästiger Mücken.

        Der common sense unter Frauen – soweit es Männer angeht – sieht meiner Einschätzung nach völlig anders aus. Beispiele dafür sind:

        i) Gewalt unter Männern greift niemals auf Frauen über.
        ii) Wenn Männer einer Frau schaden können, ohne davon mehr zu profitieren, als ihrer boshaften Natur zu folgen, dann schaden sie einer Frau nicht.
        iii) Männer sind nicht raffiniert, sie desinformieren sie nicht, um sie zu testen.
        iv) Männer legen Unklarheiten von Frauen niemals zum Nachteil von Frauen aus. Daher müssen sich Frauen nicht vorsehen in dem, was sie nicht sagen.
        v) Unfähigkeit bei Frauen ist nicht peinlich, sondern süss.

        Mit anderen Worten: Der common sense unter Frauen in Bezug auf Männer ist außerordentlich positiv. Nur das intentionale Verhalten der Frauen gegenüber Männern ist so negativ. Dieser Kontrast ist meiner Ansicht nach die Quelle der Empörung, die viele Maskulisten gegenüber der moralischen Verkommenheit von Frauen hegen.

        Linke Maskulisten verwechseln das in der Regel mit Frauenfeindlichkeit. Doch dahinter steckt etwas ganz anderes.

        Feminismus mag was mit dem commen sense zu tun haben. Aber der Grund für den Rassismus der Feministen ist er nicht.

      2. Es gibt schon Gemeinplätze, die Männer eher als Problemfälle einstufen. Ich sage jetzt mal Gemeinplätze statt common sense, weil Du letzteres an stärkere Bedingungen geknüpft hast. Mit Gemeinplätzen meine ich dann eher: was häufig gesagt wird und für wahr gehalten wird, ohne dass es geprüft oder bestritten wird. Das sind zudem Aussagen, die selten richtig begründet werden.

        Dazu gehören halt gewisse Männerbilder:
        1) Männer sind psychologisch gesehen unkompliziert und haben einfache Bedürfnisse (Bier, Fußball, Sex, Technik)
        2) Männergeschmack ist etwas robuster, sie ernähren sich ungesunder (Fleisch), sie leben insgesamt riskanter (Nikotin, Alkohol)
        3) Männer sind sehr viel triebhafter als Frauen
        4) Männer können nicht gut zuhören
        5) Männer sind auf Äußerlichkeiten fixiert (weibliche Körper)

        und so weiter

        Da gibt es genug Material, um Männer zu Trotteln zu erklären. Eine äußerst gängige Erklärung für politische Debatten oder für Debatten in Fachfragen lautet: das sind kleine Jungs im Sandkasten (Mädchen streiten sich da vermeintlich nie?). Eine gängige Erklärung für Sportwagen und andere aufmerksamkeitserzeugende Aktionen oder Gegenstände: Der Besitzer bzw. Akteur hat ein kleines Genital.

        usw.

      3. LoMi

        >Da gibt es genug Material, um Männer zu Trotteln zu erklären.
        Ich versteh das schon und ich kenne diese Fälle genauso gut wie du. Aber meine Frage ist doch, welche Rolle diese Aussagen für Frauen eigentlich wirklich spielen – in ihrem normalen Leben und nicht in de besonderen Situation öffentlich aufgefordert zu werden, zu irgendwas Stellung zu beziehen.

        „Dazu gehören halt gewisse Männerbilder:“
        Schauen wir uns das mal an:

        „Männer sind psychologisch gesehen unkompliziert und haben einfache Bedürfnisse“

        Wirklich? Ich kenn vor allem Frauen, die, wenn sie befragt werden, warum z.B. ihr Ex-Freund sie verlassen hat, zugeben, es einfach nicht zu wissen. Da kommt niemals sowas wie „Ich hab ihn nicht oft genug rangelassen.“ oder „Das Essen stand nicht pünktlich auf dem Tisch.“ – was ja nach deiner Theorie der Fall sein müßte.

        „Männergeschmack ist etwas robuster, sie ernähren sich ungesunder (Fleisch), sie leben insgesamt riskanter (Nikotin, Alkohol)“

        Wirklich? Ich kenne vor allem Frauen, die sagen „Der geht nicht zum Arzt, obwohl das nötig wäre und da hab ich ihm eben einen Termin gemacht.“. Ich höre nie „Männer leben eben riskanter, ich respektiere das.“.

        „Männer sind sehr viel triebhafter als Frauen.“

        Wirklich? Ich höre eigentlich nur sowas wie „Ich will rammeln, aber wenn er geschafft nach Hause kommt und auf dem Sofa einpennt, bleibt mir eben nicht anderes übrig, als fremdzugehen.“. So wie wie „Ein Glück, er gibt Ruhe.“ ließt man nur im Internet.

        „Männer können nicht gut zuhören.“

        Wirklich? Meiner Erfahrung nach sagt da keine „Er spielt Xbox, wenn ich mit ihm rede.“ sondern es heißt „Er geht nicht auf meine Wünsche ein.“. Das bedeutet, daß er nicht tut, was sie will und das bedeutet, daß er sehr gut zugehört hat. Ich kenne vor allem Frauen, die den Gesprächen mit Männern ausweichen, nichts zu sagen wissen, sich für das soziale Miteinander nicht zuständig fühlen.

        „Männer sind auf Äußerlichkeiten fixiert (weibliche Körper)“

        Wirklich? Warum gibt es dann das Phänomen, daß sich meist Männer über 30 nach 6-8 Wochen Beziehung plötzlich nicht mehr melden, das sogenannte Sex-in-the-City-Phänomen? Es funktioniert so, daß der reifere Mann, der etwas aufbauen will, der Frau seine Beziehungsentscheidung vorgespielt hat, um sie näher kennenlernen zu können, um den nächsten Schritt machen zu können. Und wenn er die Frau dann eine Weile beobachten konnte, fällt er seine wahre Entscheidung – und geht. Wie erklärst du dir das, wenn Frauen den Männern gleich zu Anfang über sich reinen Wein einschenken? Und wenn sie es nicht tun, glauben sie dann, daß der Mann mit Äußerlichkeiten rumzukriegen ist? Wohl kaum, oder?

        „und so weiter“

        Meine Erfahrungen sind natürlich nicht einfach zu verallgemeinern, aber andererseits glaube ich auch nicht, daß Frauen die Tendenz haben, sich vom mainstream allzuweit zu entfernen.

        Worüber wir uneinig sind, ist die Frage, der kommunikativen Rolle, die Äußerungen von Frauen über Männer haben. Abwertende Äußerungen über Frauen können Frauen z.B. auch machen, um sich selbst aufzuwerten.

      4. „Worüber wir uneinig sind, ist die Frage, der kommunikativen Rolle, die Äußerungen von Frauen über Männer haben. Abwertende Äußerungen über Frauen können Frauen z.B. auch machen, um sich selbst aufzuwerten.“

        Ich denke eigentlich eher an Aussagen, die gesellschaftlich konform sind, die also keinen Skandal auslösen, sondern eher Zustimmung finden. Das sind im Grunde Klischees. Aber es gibt Klischees, die als skandalös empfunden werden, z.B. „Wenn eine Frau Nein sagt, meint sie eigentlich ja“. Und es gibt Klischees, die niemand als ehrenrührig ansieht, wie z.B. „Programmierer sind Nerds, die sich von Pizza ernähren“.

        Solche Klischees werden dann z.B. in LIteratur verarbeitet: Robert Harris schrieb wohl einen Roman über Finanzmathematiker an der Wall Street und zeichnete sie als eigenwillige, kauzige Nerds mit Autismusanmutung. Wer recht MINT-fern ist, überträgt das sicher auch auf Physiker. Frau Duve hat dieses Buch sicherlich gelesen, denn es gibt sich ja gesellschaftskritisch.

        Sie verknüpft dieses Denken vielleicht noch mit einem anderen Klischee, journalistisch reichlich gepflegt: Die Finanzkrise verdankt sich der individuellen Gier der Manager. Ergo: Da oben sitzen Leute mit schlechter Moral (Gier) und fehlendem Empathievermögen (Nerds). Frauen sind nach landläufigem Klischee empathischer und würden alles besser machen, weil sie auch an die Folgen denken.

        Und so weiter. Also ich glaube, es wäre sehr einfach, aus solchen Klischees automatisiert einen Duve-Rant zu erzeugen.

      5. LoMi

        „Ich denke eigentlich eher an Aussagen, die gesellschaftlich konform sind, die also keinen Skandal auslösen, sondern eher Zustimmung finden.“

        Ok, lass es mich anders versuchen: Dein Standpunkt – so wie djadmoros und ich das am Anfang auch gemacht haben – beruht darauf, anzunehmen, daß die Autorin sagt, was sie für wahr hält – wahr gemessen an der sozialen Realität.

        Denk nun mal daran, was Schoppe letztens bei EvoChris gesagt hat:

        “ Was als moralisch wertvoll erschien, wird verwerflich – und was zuvor primitiv und amoralisch war (und das bei Licht besehen auch bleibt), wird plötzlich zur Tugend erklärt. Um das zu verstehen, ist es vielleicht wichtig, dass diese Haltung oft mit einer bestimmten Selbstsicht verbunden war und ist. Mit der Vorstellung nämlich, Frauen hätten IMMER SCHON die Welt aus der Perspektive der Männer gesehen, sich empathisch in sie hineinversetzt, für sie liebevoll gesorgt – und sie hätten darüber ihre eigene Perspektive vergessen oder gar nicht erst entwickeln können. Zur Befreiung der Frau wäre es demnach geradezu notwendig, diese Empathie zu verlieren und sie als Instrument männlicher Herrschaft zu entlarven. “

        Frauen galten schon als die besseren Menschen, bevor der Feminismus auch nur PIEP gesagt hat. Ohne Feminismus gehörte es zur Weiblichkeit, Männer zu retten, sie in ein besseres Leben zu führen. Du kannst das in jedem 2. Western aus den 50igern nachvollziehen. Der Feminismus hat für Meinung verbreitet, daß Männer das nicht verdient haben. Auch der Sex mit Männern ist für feministische Frauen wenig erstrebenswert, daß Männer nur viehische Triebe haben.

        Was bleibt also noch für ein weibliches Selbstverständnis, wenn jeder Bezug auf Männer daraus eleminiert wird? Der moralische Anspruch – vielleicht ist das Buch als Beispiel für eine feministische Version von Weiblichkeit und wir werden in Zukunft immer öfter Frauen sehen, die als Ausdruck von Weiblichkeit nicht Empathie/Mitleid/Aufopferung mit und für andere sieht – weil das Arschlöcher sind, die das nicht verdient haben – sondern den moralischen Zeigfinger gegen diejenigen, die weiblichen Werten nicht stets und überall den Vorrang einräumen.

        Denn schließlich kann, was moralisch richtig ist, ja kaum das ganze System zu Absturz bringen. Oder vielleicht doch? 😉

      6. Elmar

        „Ok, lass es mich anders versuchen: Dein Standpunkt – so wie djadmoros und ich das am Anfang auch gemacht haben – beruht darauf, anzunehmen, daß die Autorin sagt, was sie für wahr hält – wahr gemessen an der sozialen Realität.“

        Ja, das ist richtig. Davon bin ich ausgegangen. Ich nehme an, Du denkst an eine ganz andere Fragestellung: Nicht die danach, was Duve für wahr hält. Sondern? Das ist mir noch nicht ganz aufgegangen.

        Ich lese Dich so, dass es Dir offenbar um Moral geht oder um Kooperation:
        „Der moralische Anspruch – vielleicht ist das Buch als Beispiel für eine feministische Version von Weiblichkeit und wir werden in Zukunft immer öfter Frauen sehen, die als Ausdruck von Weiblichkeit nicht Empathie/Mitleid/Aufopferung mit und für andere sieht – weil das Arschlöcher sind, die das nicht verdient haben – sondern den moralischen Zeigfinger gegen diejenigen, die weiblichen Werten nicht stets und überall den Vorrang einräumen.“

        Duve vertritt ein antikooperatives Bild der Geschlechter, eines der Konkurrenz. Es gibt Männer“moral“ und Frauenmoral. Männer“moral“ ist gefährlich, Frauenmoral rettet die Welt. Wenn Duve Frauen als moralischer als Männer beschreibt, folgert sie daraus also nicht, dass die moralischeren Menschen die anderen retten. Sie verdrängen die Unmoralischen und übernehmen das Regiment. Weiblichkeit ist dann ein klarer Machtanspruch. Oder wird der Machtanspruch durch Weiblichkeit begründet?

        Wie Du ja sagst, tritt Duve mit einem Ausschließlichkeitsanspruch auf, es ist eine entweder-oder-Entscheidung. Entweder Frauen- oder Männermoral. Beides geht nicht. Wenn das gleichzeitig ein Bild von Weiblichkeit ist, ist es ein ausschließendes Bild. Weiblichkeit müsse sich von Männern ungehindert entfalten. Weiblichkeit muss der Männlichkeit übergeordnet werden.

        Im Grunde deutest Du an, dass meine Idee falsch ist: Es ist offenbar nicht zielführend, danach zu fragen, was Duve für wahr hält, schon gar nicht aufgrund von Klischees und Stereotypen. Die gibt es, aber es gibt auch gegenteilige Erfahrungen, die den Klischees widersprechen. Klischees lassen sich durch Kommunikation auflösen in differenziertere Bilder. Nur wer Kommunikation verweigert, kann letztlich bei den Klischees bleiben.

        Insofern zurück zu Deiner Ausgangsfrage:
        „Und wenn sie es glaubt, dann würde mich interessieren, wie sie sich der Wahrheit ihrer Aussagen versichert: Wie macht sie es, offensichtliche Einwände zu übersehen? Dahinter muß System stecken, das ist nicht einfach Zufall oder Dummheit oder so, es muß eine Art begriffliche Grundlage geben, methodische Einschränkungen, die so ein Buch möglich machen.“

        Ich würde sagen, dieses Buch ist das Produkt fehlender Kommunikation. Die von Duve aufgestellte Behauptung, man müsse Männer beiseite schieben, ist eigentlich die Prämisse des Buches. Solche Behauptungen gelingen nur, wenn man nicht mit Männern spricht. Duve sah sich offenbar schon im Recht, bevor sie ihre Thesen formulierte. Denn sonst hätte sie ja eventuelle Einwände prüfen müssen, um sich der Gültigkeit ihrer Behauptungen zu versichern.

      7. Elmar

        „Mit anderen Worten: Der common sense unter Frauen in Bezug auf Männer ist außerordentlich positiv. Nur das intentionale Verhalten der Frauen gegenüber Männern ist so negativ. Dieser Kontrast ist meiner Ansicht nach die Quelle der Empörung, die viele Maskulisten gegenüber der moralischen Verkommenheit von Frauen hegen.

        Linke Maskulisten verwechseln das in der Regel mit Frauenfeindlichkeit. Doch dahinter steckt etwas ganz anderes.

        Feminismus mag was mit dem commen sense zu tun haben. Aber der Grund für den Rassismus der Feministen ist er nicht.“

        Welchen Grund vermutest Du?

    2. @Elmar:

      »Völlig off topic würde mich die über diese Rezension hinausgehende Frage interessieren, ob die Autorin selbst glaubt, was sie schreibt. Und wenn sie es glaubt, dann würde mich interessieren, wie sie sich der Wahrheit ihrer Aussagen versichert: Wie macht sie es, offensichtliche Einwände zu übersehen?«

      Ja, das habe ich mich tatsächlich durchgängig auch gefragt. Zum einen könnte ich mir vorstellen – Literatur ist ein Markt – dass sie einfach mal die Pirincci-Nummer ausprobieren wollte: einen subjektivistischen Rant runterreißen und schauen, wie erfolgreich sie damit landet. Aber ich denke eher, dass es sich dabei – wenn es denn eine Rolle spielt – nur um den Anlass handelt, nicht um die Ursache.

      Denn der Text macht zum anderen schon den Eindruck, dass sie darin ganz sie selbst ist und nicht nur eine technische Fingerübung produziert, insbesondere da, wo sie inhaltlich an ihr Vegetarismus-Buch anschließt (diese Passagen finde ich in den sachlichen Anteilen sogar noch am ehesten nachvollziehbar, man merkt dem Text an, dass sie da auf eine *echte* Recherche zurückgreifen konnte).

      Aber im Kern läuft es, wie mir scheint, auf die Frage hinaus, ob der ganze Text wirklich primär eine Darstellungsfunktion hat, oder nicht primär ein Appellfunktion. Man kann das Buch nämlich auch als weiteres Beispiel einer weiblichen Unterverantwortlichkeit (female hypoagency) lesen, insofern es nicht nur Papa Staat zum Handeln auffordert, sondern auch ihr Verhältnis zu Männern eines der Überschätzung und Unterschätzung zugleich ist, und zwar im klassischen feministischen Muster: Überschätzung männlicher Macht, Unterschätzung männlicher Moral. Diesen Appell könnte man so formulieren: »Höret, Ihr Männer der Macht! Ich als Frau bin wütend! Ich bin sehr wütend!! Sorgt also dafür, dass ich nicht mehr wütend sein muss!!« In diesem Sinne kann man den ganzen Text als weibliche Delegation verstehen.

      An einzelnen Stellen spielt sie mit dem Begriff der »Revolution«, ohne ihn aber zu einem systematischen Motiv ihres Buchs zu machen. Dabei habe ich den Eindruck, dass sie davor zurückschreckt, sich auf die besondere Verantwortlichkeit einzulassen, die eine Revolution im Guten wie im Bösen nun mal mit sich bringt. Am Ende bleibt sie in der Komfortposition stecken, aus der heraus sie fordert, dass der »männliche Staat« ihr die Revolution auf dem Silbertablett servieren möge.

      1. „Dabei habe ich den Eindruck, dass sie davor zurückschreckt, sich auf die besondere Verantwortlichkeit einzulassen, die eine Revolution im Guten wie im Bösen nun mal mit sich bringt. “

        Sie zählt sich wohl zu den Guten und besotzt daher kein Selbstvertrauen.

      2. @djadmoroes

        „Aber ich denke eher, dass es sich dabei – wenn es denn eine Rolle spielt – nur um den Anlass handelt, nicht um die Ursache.“

        Das würde ich auch vermuten.

        „Aber im Kern läuft es, wie mir scheint, auf die Frage hinaus, ob der ganze Text wirklich primär eine Darstellungsfunktion hat, oder nicht primär ein Appellfunktion. Man kann das Buch nämlich auch als weiteres Beispiel einer weiblichen Unterverantwortlichkeit (female hypoagency) lesen“

        Interessante These … doch verträgt sich deine Delegationsthese mit den Forderungen nach einer radikalisierten Frauenquote?

      3. @djadmoros

        Das ist ja das komische am weiblichen Geschlecht im Gewande des Feminismus.

        Wenn Männer bspw. vom Unternehmer besser bezahlt werden wollen, dann fordern sie individuell oder gründen eine Organisation, die ihre Interesse an besserer Bezahlung als kollektive Forderung vertritt.

        Frauen hingegen fordern, dass Unternehmer *wollen*, dass sie besser bezahlt werden.
        (Evtl. klappt diese Strategie im öffentlichen Dienst?!)

        Genau das findet man m.E. ebenfalls im Satz über die „mangelnde gesellschaftliche Wertschätzung“ der Arbeit von Frauen, welcher sich in der Bezahlung X wiederfindet. Es wird gar nicht gefordert, nach einem Wert Y, die die Arbeit Z hat bezahlt zu werden, sondern es wird moralisierend unterstellt, generell und für alles unterbezahlt zu werden.

        Es ist diese unspezifische Genöhle, das resignativ-aggressive, dieses weinerliche, das mich vorschlagen lässt, wir sollten es als „Endosphären-Denken“ charakterisieren. 😉

        Schönen Gruß, crumar

        PS: Ach so, ich hab noch eine Textpassage von Lieselotte Steinbrügge (Das moralische Geschlecht) gefunden, welche wie Eimer auf Hasenhirn passt – darf ich die einfügen?
        Ist länger!

      4. Crumar

        „Frauen hingegen fordern, dass Unternehmer *wollen*, dass sie besser bezahlt werden.“

        Das stimmt nur bedingt.
        Feministinnen sind organisiert. Ja, sie rufen den großen Ersatzmann Staat an. Aber sie haben schon verstanden, wie organisierte Macht funktioniert. Frage mal SPD-Mitglieder nach der ASF. Das, was Duve macht, ist halt die „öffentliche Debatte“, die emotionalisierende Begleitmusik, die zur Politik dazugehört. Hier geht es um Deutungshoheit im Diskurs. Und ganz politiktraditionell wird der eigene Standpunkt nicht als rationales Interesse dargestellt, sondern als Moralfrage. Das machen alle anderen genauso. Denn würde klar sein, dass sie lediglich Partikularinteressen verfolgen, also Klientelpolitik betreiben, erschiene es allen banal und eben auch strittig. Deshalb muss so getan werden, als ginge es um das Heil der Welt selbst.

      5. @djadmoros

        Ich wollte auch nur einen Scherz machen über die bittere Realität und keinesfalls unterstellen, Feministinnen wären politisch naiv.

        Du schreibst: „Feministinnen sind organisiert. Ja, sie rufen den großen Ersatzmann Staat an. Aber sie haben schon verstanden, wie organisierte Macht funktioniert. Frage mal SPD-Mitglieder nach der ASF.“

        In Deutschland hätte eine exklusiv feministische Organisation – als Partei angetreten – keinerlei Chance auf auch nur einen Sitz im Bundestag. Deshalb war die entristische Strategie, nämlich in bestehende linke Organisationen und Parteien (vornehmlich Grüne und SPD, aber auch im DGB) einzudringen und sich dort Machtpositionen zu sichern völlig alternativlos. Ebenso verankert im öffentlichen Dienst und da, wo der Frauenanteil besonders hoch ist: Gesundheits-, Sozial- und Erziehungswesen und Gewähr bietet für Leitungspositionen.

        Ist dieser Schritt erst einmal geschafft, kann man über Personal, welches über (öffentliche) Mittel und Schlüsselpositionen zur Verteilung der Mittel verfügt Netzwerke finanzieren. Diese wiederum spielen sich dann die Bälle zu – siehe die Angriffe gegen uns und HBS und FES (die nichts anderes sind als think-tanks der Parteien, finanziert zu 97% aus öffentlichen Geldern). In einer gezielten *Kampagnenpolitik* werden „Erkenntnisse“ dann an ÖR-Medien, bzw. private Medien weitergegeben und dort lanziert.

        Es gab eine (lange!) Liste bei Schoppe, in der aufgelistet wurde, wie viele Förderprojekte und -stellen allein für die Beseitigung der Nachteile von Mädchen in STEM existieren.
        Die Liste, wenn es sich um feministische Lieblinge handelt, wie „Gewalt gegen Frauen und Mädchen“ angesehen wird, dürfte geradezu enorme Ausmaße annehmen. Und wenn die sich verstetigen, dann landen sie als Fixposten in „Soziales“ (auch bei Kommunen).

        Z.B. „Frauenrat e.V.“ – Der Deutsche Frauenrat ist ein gemeinnütziger Verein. Er wird vorwiegend aus öffentlichen Geldern, das heißt aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ( BMFSFJ) finanziert. Aber die Frauenräte gibt es auf der Ebene jedes Bundeslandes und die bedienen sich aus diversen Honigtöpfen.

        Wenn wir dereinst endlich (!!!) einmal in die politische Arena eintreten sollten, dann wird es spannend! Die haben nämlich wirklich etwas zu verlieren.

        Schönen Gruß, crumar

        PS: „Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Stiftung?“ 😉
        Seit ich mich eingehender mit der HBS – und speziell ihren Finanzen – beschäftigt habe, ziehe ich meinen Hut vor der Chuzpe dieser mintgrünen Gestalten. Ich will auch eine Stiftung gründen!!!

      6. Lieselotte Steinbrügge, „Das moralische Geschlecht“, 1992, S.122 ff. (Herv. v. mir)

        „Das als widersprüchlich erfahrene Verhältnis von kalkulierender Vernunft und zwischenmenschlichem Gefühl, von privater und öffentlicher Moral, wird auf die beiden Geschlechter mit ungleicher Gewichtung verteilt.
        Die größere Betonung der „Naturbasis“ – im anthropologischen Diskurs nur eine Tendenz – wird bei der Frau verstärkt.
        Sie wird zum „moralischen Geschlecht.“
        Es geht dabei nicht um die Diskriminierung des einen Geschlechts, sondern um die Zuteilung von objektiven Funktionen, d.h. um die Platzanweisung im theoretischen System. Das Problem besteht nicht primär darin, welchen Aktionsradius der männliche Teil der menschlichen Gattung dem weiblichen einräumt. Sondern wie vernünftig eine Gesellschaft sein kann bzw. welche Vernunft im zwischenmenschlichen Bereich tragfähig ist, um das Ganze funktionsfähig (!!!) zu halten.
        (…)
        Die Welle der „neuen Sensibilität“ die gerade in der Frauenbewegung hohe Wogen geschlagen und sich in einer Flut von autobiographisch geprägter Erfahrungsliteratur ergossen hat, zeugt oftmals von einem ganz bewussten (!!!) Verzicht auf Objektivierung, Verallgemeinerung, Analyse.
        (…)
        Der als zerstörerisch empfundenen männlichen Vernunft wird nicht mit einer anderen Art Vernunft zu Leibe gerückt, sondern mit einer Aufwertung der letztlich alten (!!!) Konzeption von Weiblichkeit.
        Dabei wird die Konnotation von Vernunft und Egoismus unreflektiert übernommen, aus der nur die offensive Verteidigung von weiblicher Emotionalität einen Ausweg zu bieten scheint. Genau darin aber bestand schon die Lösung der Aufklärung. Die neue Suche nach spezifisch weiblichen Werten und der neuen „Weiblichkeit“ in expliziter Abgrenzung zur männlichen Welt ist nur die Kehrseite (!!!) der bekämpften aufklärerischen Vernunft, d.h. sie gehört zu ihr. (wunderschön!)

        So steht der Verzicht auf Rationalität und die Abkehr vom „Prinzip Aufklärung“, durch die (nicht nur) Teile der Frauenbewegung patriarchalischen Machtverhältnissen den Kampf angesagt haben, selbst in der aufklärerischen Tradition.“

        Schönen Gruß, crumar
        (ich hoffe, ich habe beim scannen nicht irgendwelche Fehler übersehen)

      7. @Elmar:

        »verträgt sich deine Delegationsthese mit den Forderungen nach einer radikalisierten Frauenquote?«

        Ich sehe da zwei Möglichkeiten:

        Erstens: es handelt sich schlicht um eine der unaufgeklärten Inkonsistenzen der Argumentation.

        Zweitens: es handelt sich um eine Parusieerwartung: nach der mirakulösen Rettung der Welt durch die Frauenquote befindet sich die Menschheit im Zustand des Heils, weshalb alle Logik aus dem Zustand der Sünde nicht mehr anwendbar ist.

      8. »Höret, Ihr Männer der Macht! Ich als Frau bin wütend! Ich bin sehr wütend!! Sorgt also dafür, dass ich nicht mehr wütend sein muss!!« In diesem Sinne kann man den ganzen Text als weibliche Delegation verstehen.

        Genau so verstehe ich es auch, was reihum geschieht. Da wird gekreischt, getobt und gefordert (ohne jede Gegenleistung) und die eigene Verantwortung, welche auch auf die Übernahme von Pflichten hinausläuft, kurzerhand delegiert.

        Das Ganze kann natürlich nur funktionieren, wenn es Menschen betrifft, die sich anschließend und schuldbewusst um Wiedergutmachung bemühen.

        Im Kleinen eigentlich das, war wir im Großen tagtäglich lesen müssen (wg. WK I und II): Wir haben (angeblich) so große Schuld auf uns geladen, dass wir, über die nächsten Generationen hinaus, noch viel an Reparation leisten müssen.

        Nicht anders agieren diese Sektierer.I.innen.

  5. @djadmoros

    “ in dem er aufzeigt, wie nicht charakterliche (oder nationalkulturelle, »völkerpsychologische«) Merkmale ganz normale Menschen zu Mittätern in einer Tötungsindustrie machen, sondern der Charakter der Organisation, der sie angehören, weil sie den einzelnen Tätern einen rationalisierenden, legitimierenden und motivierenden Kontext bieten “

    Interessanterweise bietet die philosophische Handlungstheorie im Moment ein Paradigma an, daß dieses Ergebnis ziemlich einleuchtend reproduziert und es geht etwa – knapp angedeutet – etwa so:

    i) Intentionales Verhalten wird weder z.B. durch eine Kombination
    von Wünschen und Überzeugungen verursacht, noch kausal oder final erklärt.
    ii) Entsprechend sind Handlungserklärungen völlig abzukoppeln von kausalen
    Aspekten der physiologischen Verursachung: Es geht beim Handeln in keiner
    Weise um das tätige Individuum als von der Gemeinschaft isolierte Person.
    iii) Eine Handlung zu beschreiben und zu erklären, heißt vielmehr, Veränderungen
    eines gegebenen sozialen Kontextes durch Rationalisierungen auf
    an Raum-Zeit-Punkten intentional auftretenden Akteuren und daher auf
    Manipulationen durch Personen zu projezieren.
    iv) Eine Handlung ist damit eine kollektive Betrachtungsweise der Fähigkeiten von Personen, aber keine Tätigkeit, kein Ereignis, sondern eine explanatorische Relation des
    Herbeiführens zwischen Akteur, Veränderungen und einer sozialen Sphäre
    seiner Verantwortung, die mit der Rolle des Akteurs in einer Gemeinschaft
    wechselt.
    v) Entsprechend sind Handlungen oder Unterlassungen nicht
    dasjenige, was von unseren Wünschen, Absichten oder Überzeugungen
    gesteuert wird, sondern sie sind selbst die Steuerung von lokalen Abläufen
    in der Zeitentwicklung der externen Welt verstanden als Menge erklärter
    Tatsachen.

    Wenn du dir das Ganze mal kurz und knapp näher ansehen willst, dann kannst du das hier tun:

    http://www.amazon.de/Handlungen-Handlungsgr%C3%BCnde-Ralf-Stoecker/dp/3897854015/ref=sr_1_4?ie=UTF8&qid=1416477340&sr=8-4&keywords=Ralf+Stoecker

  6. Vielen Dank Djadmoros. Das muss Mühe gekostet haben. Trotzdem ein sehr schöner und zutreffender Text den du uns da gegeben hast.

    »Warum die Sache schiefgeht«

    Tja. Warum wohl.

    Wegen solcher spießbürgerlich kleingeistiger Dumpfheit, die als „progressiv“ daher gegaukelt kommt, und die offenbar ein Massenphänomen geworden ist.

    Erschreckend auch, die an das Mittelalter erinnernde und fast kindlich abergläubische Einstellung. Sich selber heroisierend und gleichzeitig als armes besser wissendes Opfer positionierend. Natürlich mit Feind- und Sündenbockbild.

    Das ist doch genau die dekadent dumpfe Mythenmelange aus der Totalitismen und ihre „moralischen“ (Lynch)Mobs entstehen. Und dazu dann auch folgerichtig Denkmuster, die sich übrigbleibend, immer wiederholend und verdeckt rassistisch und intolerant zeigen.

    Im Selbstbild als Anti-Rassistin und Toleranzanhängerin selbstschmeichelnd verklärt. Eine neuzeitliche modern-progressive Heroin, die dann aber Menschen und gut und böse/schlecht einteilt und das als Erklärung der von ihr so wahrgenommenen Welt und Mitmenschen nimmt.

    Das ist eigentlich *der* Klassiker, nur mit zeitgenössischen inhaltlichen Parametern. Und das ist auch das kulturelle „Problem“ was wir haben, dass offenbar alles durchzieht. Medial populistisch aufgepustet.

    Und Feminismus, als Teil eines sich als Pro – „Social Justice“ und „… Justice“ … etc. sehenden Establishments

    (Harz IV, Europäische Grenze, Feindbildmythen kreierende und Abweichler dämonisierende ideologische NGOs für heroische fette Katzen und Kater, … etc.),

    mit seinen angebeteten Lieblingskalb Gender bedient es und lebt davon. Aber er ist auch nur ein (hochgradig) verstärkender Teil. Mit dem Mob-und Mythen-Booster Social Media noch dazu obendrauf.

  7. Fall 4 ist gut…
    Mal überlegen was wenn es keine hierarchischen Gesellschaften gegeben hätte…
    Wer hätte die Pyramiden errichtet
    oder das Pantheon, die Aquädukte und Straßen?
    Wer hätte Michealangelo, Bernini, Brunelleschi, Boticelli oder Da Vinci für Ihre Arbeit bezahlt bzw. Arbeit gegeben?

    Welche Kunstwerke, Gebäude und Erfindungen wären nie gemacht worden, wenn Fürsten nicht Erfindern, Musikern und Künstlern den Lebensunterhalt finanziert hätten.

    1. Naja, ich hatte jetzt hier einen riesen Text stehen, in dem ich untermauert habe, warum gesellschaftlicher Druck unerlässlich für Entdeckungen und Erfindungen ist. Aber letztendlich läuft es immer nur auf eines hinaus:
      Es gab nie eine anarchische Gesellschaft. In sofern ist es einfach nur sinnlos darüber zu streiten, wie die Welt wohl ausgesehen hätte, wenn es keine gegeben hätte.

      Die Frage ist wie wir die Probleme in dieser Welt, und davon gibt es ja durchaus genug, beheben wollen.
      Eine Anarchie zu errichten ist in meinen Augen da nicht sehr sinnvoll, zumal sie innerhalb von kürzester Zeit zu einer Hierarchie (nur mit anderen Sturkturen) werden würde, in der trotzdem machtbewusste, durchsetzungsstarke Egoisten an der Macht wären. eben weil sie durchsetzungsstark, machtbewusst und egoistisch sind.

      Die einzige Möglichkeit dieses Problem zu umgehen wäre ein wohlmeinender Diktator, in Form eines superintelligenten Ausserirdischen, Computers oder Gottes, der alles lenkt und leitet. Aber erstens wäre das auch nur wieder eine neue hierarchie und zweitens, gibt es keien entsprechend fähigen Ausserirdischen oder Computer. Über einen vielleicht sogar vorhandenen, leitenden Gott zu streiten ist wiederum sinnlos.

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