Nur für Frauen

Immer mal wieder bekomme ich Einladungen für Veranstaltungen, die nur für Frauen sind.
So beispielsweise zu einer jährlich stattfindenden, regionalen Frauenmesse.

Man stelle sich nur den #Aufschrei vor, wenn es eine ähnliche Messe gäbe, bei der nur Männer ausstellen dürfen. Als Besucher werden dann auch Frauen großzügig und gönnerhaft akzeptiert.
Ich stehe ja nicht erst seit gestern im Berufsleben, habe aber in den letzten paar Jahren mehr und mehr den Eindruck, dass man als Frau beruflich umso weniger ernst genommen wird, je mehr Frauenförderung es gibt.
Während man früher bei Frauen in entsprechender Position noch von Eignung ausgehen konnte, trifft man mittlerweile zunehmend auf Alibifrauen und Quotentussis.
Es scheint sich der gesellschaftliche Konsens durchzusetzen, dass Frauen nur dann beruflich erfolgreich sein können, wenn sie entsprechend gefördert wurden (mit anderen Worten: „Frauen sind zu doof, um selbst etwas zu leisten“).

Normalerweise boykottiere ich ja reine Frauen-Veranstaltungen, aber zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich vor etlichen Jahren, als ich mich selbständig machte, an Gründerinnenseminaren teilgenommen habe.
Zwar wären mir geschlechtsunabhängige Seminare lieber gewesen, aber es wurde nichts entsprechendes gehalten. Diese Gründerinnenseminare dagegen wurden sehr preisgünstig angeboten, vermutlich weil sie aus irgendwelchen Fördertöpfen bezuschusst wurden.
Aus damaliger Sicht erschien es naheliegend, an diesen Seminaren teilzunehmen. Im Rückblick schäme ich mich fast dafür. Aber es war mir damals noch nicht bewusst, dass Förderung von Frauen auf Benachteiligung von Männern hinausläuft.

Als drittes Beispiel nenne ich noch die neuen Informatikstudiengänge nur für Frauen, die an einigen deutschen Universitäten (etwa in Berlin und Bremen) angeboten werden.
Dort können Frauen in einem Schonraum – ungestört von Männern, und ohne lästige männliche Konkurrenz – Informatik studieren. Inwieweit dort das Niveau an den allgemeinen Studiengang heranreicht, darüber möchte ich gar nicht spekulieren.
Spätestens wenn sie ins Berufsleben treten, müssen dann auch diese Informatikerinnen von ihrer Sandbox Abschied nehmen. Vermutlich ist dann der Praxisschock umso größer, wenn sie letzendlich doch gezwungen sind, mit Männern zu konkurrieren.

[Nachtrag]
Ganz aktuell endet der heutige Beitrag auf Alles Evolution, bei dem es darum geht, dass viele Männer die Auswirkungen des Feminismus gerne ausblenden, anstatt sich die negativen Konsequenzen klarzumachen, mit

„Man muss die Leute nur wach bekommen und ihnen deutlich machen, dass viele Bereiche bereits betroffen sind.“

Ich habe hier ein paar Bereiche genannt, die das Berufsleben betreffen.

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