Die nächste Generation am eigenen Berufsbild nicht interessierte Journalisten ist am Start!

Wozu recherchieren, wenn man schon eine festbetonierte Meinung zur Sache hat? Wozu sich mit den Ansichten anderer Leute auseinandersetzen, wenn man doch von der Eigenen zutiefst überzeugt ist? Wozu das alles, wenn der Ethos des Journalismus heute darin besteht, die Leserschaft hin zur „richtigen“ Meinung zu erziehen? Die Nachwuchsjournalistin Angela Gruber macht’s den Alten nach und instrumentalisiert in SPIEGEL ONLINE die Amokfahrt eines 25jährigen in Toronto für einen Rundumschlag gegen alles, was die heilige Kuh „Feminismus“ und ihre gottgebenen Vormachtsstellung ankratzen könnte. Tendenziöse Berichterstattung at it’s best.

Damit auch wirklich jeder kapiert, wohin die Reise des Artikels gehen soll, wird der Begriff „Frauenhass“ oder Synonyme davon (Frauenverachtung, Mysogenie, Krieg gegen Frauen, Online-Frauenhass usw.) im kurzen Beitrag gleich ein Dutzend mal aufgeführt.

Und dann geht das Feuerwerk der Begrifflichkeiten los: Incel, Reddit, 4chan, Gamergate, Alt-Right, MGTOW, Breitbart, Maskulinismus, Pick-up.

Aber Frau Gruber weist auch den richtigen Weg:

Während sich Feminismus und die Gleichberechtigung der Frau im gesellschaftlichen Mainstream als wichtige Themen durchsetzen, Beispiel #MeToo, sammelte sich im Netz eine Gegenbewegung

Gut, die Machthaber in China haben auch alles als „Konterrevolution“ bezeichnet, was ihnen nicht ins Schema paßte …

Es ist nichts dagegen zu sagen, wenn über die eigentliche Tat berichtet wird und auch der Hintergrund des Täters beschrieben wird. Die Amokfahrt wird hier jedoch nur als Aufhänger benutzt, um einen sehr einseitigen Artikel pro Feminismus und contra „alles Andere, was nicht Feminismus ist“ zu schreiben. Insbesondere, dass der allgemeine Begriff Maskulinismus erwähnt wird, ist nicht zu rechtfertigen.

Aber diese Methoden ziehen nicht mehr, sie sind durchschaubar. Erst recht, wenn so dick aufgetragen wird, wie im Artikel von Angela Gruber. Alle Journalisten, die nicht kurz vor dem Rentenalter stehen, täten gut daran, zu den Wurzeln ihres Berufs zurückzukehren (möglichst objektive Berichterstattung) und ihre ideologischen Scheuklappen abzulegen.

Für den schnellen Leser (SPIEGEL bietet den Service auch): Achtet immer darauf, welches gedankliche Klima in Euren Köpfen erzeugt werden soll.

 

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9 Kommentare zu „Die nächste Generation am eigenen Berufsbild nicht interessierte Journalisten ist am Start!“

  1. Na, wenigstens unterscheiden sie das „Feminismus“ und „die Gleichberechtigung der Frau“ nicht das gleiche sind.

  2. Ich teile deine Kritik. Dass die Autorin den Anschlag mit der maskulistischen Bewegung undifferenziert in Zusammenhang stellt ist gefährliche Propaganda.
    Aber es ist auf jeden Fall wichtig, dass über solche politischen Tendenzen (Terror aus Frauenhass) berichtet wird. Nur würde ich dem Spiegel hier leider keine brauchbare Berichterstattung zutrauen. Daher Frage: Wer kennt sich mit diesem „Incel“-Zeug näher aus? Der Artikel spricht von einer regelrechten Incel-„Bewegung“. Gibt es sowas?

  3. Wenn man auf Seite 5 von Google ist und immer noch nichts darüber gefunden hat, scheint es diese Gruppierung gar nicht zu geben.
    Nicht auf Wikimannia, nicht auf Wikilügia oder sonstwo – anscheinend eine Erfindung von Feministinnen, um Männerrechtler Mundtot zu machen

    1. Ich weiß ja nicht, wonach Du googelst, aber bei „Incel“ kommt an fünfter Stelle bereits der deutsche Wikipedia-Eintrag.

    2. die engische wikipedia hat einen längeren Artikel. einen deutschen gibt es auch, aber da steht nichts.
      https://en.wikipedia.org/wiki/Involuntary_celibacy

      im Artikel ist von Foren bei reddit und 4chan die Rede. Ich hab davon aber keine Ahnung.
      Beim Spiegel gigt es noch diesen Artikel:
      http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-128743720.html

      der standart:
      https://www.derstandard.de/story/2000067477046/frauenhass-reddit-schliesst-maennergruppe-mit-40-000-mitgliedern

      also einfach eine feministische Propaganda-Ente ist das meiner Einschätzung nach nicht. Aber eine echte Bewegung vielleicht auch (noch) nicht.

      1. Die reine Existenz ist offenbar also wohl keine Ente.
        Man darf dann allerdings davon ausgehen, dass die angegebenen Screenshots wohl eher zu den heftigeren Beiträgen des Forums gezählt haben dürften.

        Richtig ist dann einerseits, dass diese Beiträge ziemlich unterirdisch und zum fremdschämen abstoßend sind.
        Andererseits aber auch durchaus harmlos im vergleich zu den feministischen Gewaltfantasien, die man bei entsprechendem Suchen in jedem größeren feministischen Forum finden kann.
        Dort findet sich dann alles, von Kastrationsfantasien der Form Eier ab, Schwanz ab, Abfeiern von Solanas oder Lorena Bobbit („eine hat es getan – jetzt kann es jede tun“), konkrete Betrugsratschläge, um unliebsame Männer zu entsorgen, Ideen von Männern in Lagern oder deren dezimierung oder auslöschung – da ist alles geboten.
        Und auch wenn man nicht in jedem Feministischen Forum alles davon findet – etwas heftigeres als das hier gebotene findet sich dort allemal.

        Gibt es bei reddit feministische Foren?
        Da sollte man mal ein bissle suchen. Was dort so gepostet wird, dürfte den hier gelieferten Rahmen doch mit leichtigkwit sprengen. Nach diesem Beispiel sollte es dann doch nur konsequent sein, dann eine Sperrung zu fordern ? (Dumm nur, dass ich ganz grundsätzlich kein Freund solcher Sperrungen bin, aber ein Signal wäre es natürlich schon.)

        Bemerkenswert natürlich, wie in den Kommentaren die gegebenen Screenshots dan wieder überinterpretiert werden:
        Aus „Sie sehen euch bloß als Untermenschen, “ (also sie, die Frauen, sehen Männer als Untermenschen ), was so zwar auf die meisten feministen (inklusive und ganz besonders offenbar die männlichen feministen) zutreffen mag, aber sicher nicht auf Frauen allgemein, wird dann ganz plötzlich die Umkehrung gezaubert zu „Meiner Meinung nach sind solche Menschen durchaus gefährlich. Die Frau als Untermensch, ….“

      2. Über eine Bewegung findet man im Urban Dictionary nichts. In den sechs Definitionen für „Incel“ werden sowohl Männer als auch Frauen als Beispiele angeführt. Unfreiwillig zölibatär ist z. B. ein Mann, wenn er sich allen Frauen gegenüber schlecht verhält, und deshalb keine Frau, was mit ihm zu tun haben will. Und eine Frau kann unfreiwillig zölibatär leben, wenn sie fett, faul und den ganzen Tag zickig ist. https://www.urbandictionary.com/define.php?term=incel

  4. Natürlich keine Kommentiermöglichkeit unter dem Artikel, sonst hätten ihn ihr viele schon um die Ohren gehauen.
    Typisch für Feministinnen, alles in einen Topf werfen, gut rumrühren und dann kommt eine braune Soße raus. Hat nur nicht viel mit der Realität zu tun.

    Da beschwert sich eine, dass sich Frauenhass in irgendwelchen obskuren Internetforen, die man erst mühsam suchen muss, austobt, während sie ihren Männerhass als Mainstream im Spiegel verbreiten darf.

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