Fundstücke 2014: Nivea(u) mit Vätern

Pünktlich zum Nikolaus möchte ich eine Geschichte aufgreifen, die letztes Jahr in der Vorweihnachtszeit für einigen Wirbel gesorgt hat. Nivea brachte einen Weihnachtsspot heraus, bei dem auffälligerweise der Vater der Familie vollkommen selbstverständlich ausgeblendet war. Weder tauchte er auf, noch wurden er oder sein Fehlen erwähnt. (Zu weiteren und genaueren Analysen verweise ich auf die Darstellung von Lucas Schoppe mit weiterführenden Links.)

Nivea: Weihnachten (2013)

Das wurde jedoch nicht nur in diversen Blogs auf die Tagesordnung gebracht, nein, es gab einen offenen Brief an die Firma Beiersdorf und einige Leute ließen nicht locker, trafen sich sogar mit einem Vertreter der Firma. Das erste Zwischenergebnis, über das auch hier im Blog berichtet wurde: Zum Vatertag kam ein eigener Spot heraus. (Emannzer hat darüber mehrfach geschrieben – auch hier mit weiterführenden Links.)

Nivea: Danke, Papa (zum Vatertag 2014)

Klar, einen endgültigen Beweis dafür, dass dieser Aktivismus letzten Endes zu diesem Ergebnis geführt hat, habe ich nicht. Dennoch gehe ich nach dem mir vorliegenden Informationsstand davon aus: Protest lohnt sich.

Da sind Leute aus ihrer Blogblase herausgegangen, wurden ungemütlich, blieben hartnäckig an der Sache. Man kann etwas erreichen – ich halte das für eine der wichtigsten Botschaften aus dem Jahr 2014, was Männerrechte angeht.

Über das Twitterkonto „Das Patriarchat“ wurde ich – ohne selbst Twitter zu benutzen, ich lese nur bei Alles Evolution und Ach Domina mit – auf einen Beitrag bei Agens e.V. aufmerksam. Nivea hat dazugelernt und zeigt dieses Jahr einen viel schöneren Spot:

Nivea – Weihnachten (2014)

Da fällt der Satz „Zusammen ist Weihnachten am schönsten“ – das ist doch schön gesagt. Leider werden dieses Jahr manche die Freude ihrer Kinder nicht mehr erleben, weil sie im Kampf um das Sorgerecht zermürbt wurden.

Ein wenig Medienanalyse

Es ist mir erst beim Anschauen der älteren Videos aufgefallen: Da wurde dasselbe Kleinkind verwendet und einige Szenen für den aktuellen Weihnachtsclip einfach wiederverwertet. Deswegen habe ich mir mal die Mühe gemacht und genauer hingesehen (Videos zu besprechen kann ja recht nützlich sein):

Nivea: Weihnachten (2014)
1. Szene: Kind auf Sofa mit Plätzchen: schon Weihnachten 2013, ab ca. 0:30
2. Szene: Kind tapert durch die Wohnung und weckt die Eltern: schon Vatertag, ab 0:00
3. Szene: Kind kommt mit Papa vom Einkaufen wieder: schon Vatertag, ab ca. 0:41
4. Szene: Mutter erwartet Vater und Kind: nicht in den zwei anderen Videos
5. Szene: Mutter schmückt Baum mit Kind: nicht in den zwei anderen Videos
6. Szene: Mutter mit Onkel und Kind: schon Weihnachten 2013, ab ca. 0:19
7. Szene: Kind guckt aus dem Fenster, die Großeltern kommen: schon Weihnachten 2013, ab ca. 0.36

Gesamtlänge: 0:49 Minuten, davon ca. 9 Sekunden Material, das nicht aus zwei konkreten älteren Videos stammt. So wenig kostete es, einen Weihnachtsspot zu drehen, in dem auch der Vater einen Platz hat. Klar, das musste noch richtig geschnitten und vertont werden, aber: Es brauchte anscheinend keine Neu- oder Nachdrehs, die Aufnahmen waren offensichtlich in weiser Voraussicht „auf Halde“ geschossen worden, um sie bei Bedarf neu zu kombinieren. Das Kind ist dasselbe vom letzten Jahr und in den neuen Szenen keinen Tag gealtert. Es gibt im Video 2013 eine etwas andere Baumschmückszene, in der die Mutter dieselben Sachen anhat.

Wir sehen denselben Hauseingang, wenn einmal Vater und Kind vom Einkauf zurückkehren und ein anderes Mal die Großeltern eintreffen. Vater und Kind sind dabei erstaunlich luftig angezogen für die Winterzeit – man beachte im Vergleich dazu die deutlich erkennbar auf Winter getrimmten Großeltern. Hingegen sind Kleidung und Frisur der Mutter in der darauffolgenden Szene, die die Einkaufsrückkehr abschließt und den Vater in denselben Sachen zeigt, anders als in ihren Weihnachtsszenen. Die Szene, in der das Kind ins Schlafzimmer der Eltern tappst, ist etwas zusammengeschnitten, weil die ursprüngliche Aussage „irgendetwas ist mit meinem Spielzeug, Papa bringt das wieder in Ordnung“ zum Vatertag-, aber nicht zum Weihnachtssetting passt. Und schließlich kommt der Vater in keiner eindeutig als Winter oder Weihnachten erkennbaren Szene auf.

Das alles könnte darauf hindeuten, dass man die Szenen mit dem Vater ursprünglich gar nicht für Weihnachten vorgesehen hatte. In der polnischen Version des Weihnachtsspots 2013 war angeblich ein anderer Text verwendet worden, in der der Onkel der deutschen Version der Vater war. Vielleicht wollte man auf Deutsch den etwas nerdig wirkenden und als „ungeschickt“ dargestellten Mann dann doch nicht als Vater verwenden, weil man damit gleich ins nächste Fettnäpfchen getappt wäre. Dass Väter angeblich nichts auf die Kette kriegen und nutzlos sind, wäre ja keine bessere Botschaft. (Einem Onkel, der zu Gast ist und offensichtlich keine eigenen Kinder hat, kann man zumindest verzeihen, dass er mit den praktischen Tagesabläufen einer Familie nicht vertraut ist.)

Wie auch immer es gewesen ist (das letzte war ja Spekulation meinerseits): Der neue Spot zeigt, dass man es besser machen kann!

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Diesmal ganz naheliegend ein Lied, in dem der Vater schon im Titel auftaucht.

Cat Stevens: Father and Son

Werbeanzeigen

Es geht auch anders

Für die meisten hier ist es nichts neues, dass Männer in den Medien häufig in einem negativen Licht dargestellt werden. In der Werbung tritt dies oft besonders stark heraus. So ist zum Beispiel Nivea in der Vergangenheit schon öfter mit misandrischen Werbespots wie diesem aufgefallen:

Dafür hat Nivea auch wohlverdiente Kritik bekommen (man beachte etwa die aktuell 8 Daumen nach oben und 223 Daumen nach unten die für das Video auf YouTube vergeben wurden).

Dass es aber auch anders geht hat Nivea nun mit einem Werbespot zum Vatertag bewiesen:

Bei all der berechtigten Kritik muss man eben auch loben wenn ausnahmsweise ein Werbespot gemacht wird in dem Männer sehr positiv dargestellt werden. Angesichts der sehr positiven Reaktionen auf den Spot findet hier womöglich auch generell ein Umdenken statt. Vielleicht ist es tatsächlich so, dass positive Botschaften sich besser verkaufen als Misandrie.

Das SCUM-Manifest von Valerie Solanas. Satire in Vollendung?

(Füllartikel. Der 9, ist noch frei. Meldet euch!)
Die wenigsten haben es gelesen. Die vielen die es tatsächlich kennen, stehen meist dem darin enthalten krassen Geschlechterrassismus nicht allzu fern. Trotzdem spielt es oft in Diskussionen rund um Geschlechterkampf oft eine Rolle.

Die Rede ist von der Schrift: „Manifest der Gesellschaft zur Vernichtung der Männer“ (Society for Cutting up Men, SCUM), das von einer Frau namens Valerie Solanas verfasst wurde. Diese Frau verübte einen Mordanschlag auf Andy Warhol weil sie „ihn zutiefst verachtet“.
Ihr Werk wurde von Sara Stridsberg ins Schwedische übersetzt und dort von vielen Feministas begeistert aufgenommen.  Ein Theaterstück das daraus 2010 gemacht wurde, erfreut sich großer Beliebtheit nicht nur in radikalfeministischen Kreisen in Schweden und auch außerhalb.
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Ein persönliches Wort noch. Ich halte SCUM nicht für Satire, sondern für einen, in eine Welterlösungsphantasie gegossenen, Hassschrei für den begangenen Seelenmord durch den Mißbrauch durch den Vater und für die damit verbundene geraubte Kindheit und Jugend. Eine innere Abrechnung mit dem ganzen Leid und dem Schmerz dem sie ausgesetzt war. Ich denke sie hat diese Schrift todernst gemeint.

Dieser Schrei, dieser Hass und dieser unendliche Schmerz ist in allen Missbrauchsopfern zu finden. Auch in den männlichen die von Frauen mißbraucht wurden. Manche schaffen es nach jahrzehntelangen Therapien sich ein wenig davon zu lösen. Und viele untherapierte Opfer von Männern, finden heutzutage im radikalen Feminismus und diesen Ideen die den Hassgefühlen Form, Inhalt und eine Art Rationalität verleihen, Erlösung aus diesem Wutstau.
Der Feind ist identifiziert. „Bildet Banden, macht sie platt!“,#killmostmen.  (Gebt mir ein Messer ich bring die Drecksau um, die mir das angetan hat)
Wenn sich alle weiblichen Überlebenden der Seelenmorde, alle Frauen die sexuellen Übergriffen ausgesetzt waren und sind, die von Männern verübt wurden und werden, in dieser Phantasie langsam zusammenfinden, dann wird es wirklich gefährlich. Der geballte Hass auf den Freund,  den Onkel, den Großvater, den Bruder,  den Vater.  Die Vernichtung des Patriarchats, Die Bestrafung der Täter, die Auslöschung aller Vergewaltiger. Der Versuch endlich Frieden zu finden. Nachdem die Schweine endlich das bekommen haben was sie verdienen. Denn alle Männer sind Schweine.
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Dies sind Auszüge aus der Schrift dieser Frau,

Das SCUM-Manifest

Das Leben in dieser Gesellschaft ist ein einziger Stumpfsinn, kein Aspekt der Gesellschaft vermag die Frau zu interessieren, daher bleibt der aufgeklärten, verantwortungsbewußten […] Frau nichts anderes übrig, als die Regierung zu stürzen, das Geldsystem abzuschaffen […] und das männliche Geschlecht zu vernichten.

Heute ist es technisch möglich, sich ohne Hilfe der Männer […] zu reproduzieren und ausschließlich Frauen zu produzieren. Wir müssen sofort damit beginnen.

Der Mann ist eine biologische Katastrophe: Das männliche y-Gen ist ein unvollständiges weibliches x-Gen […]. Mit anderen Worten, der Mann ist eine unvollständige Frau, eine wandelnde Fehlgeburt, die schon im Genstadium verkümmert ist.

Mann sein heißt, kaputt zu sein; Männlichkeit ist eine Mangelkrankheit, und Männer sind seelische Krüppel. Der Mann ist völlig egozentrisch, in sich selbst eingekerkert und unfähig, sich in andere hineinzuversetzen oder sich mit ihnen zu identifizieren, unfähig zu Liebe, Freundschaft, Zuneigung oder Zärtlichkeit. Er ist ein vollkommen isoliertes Einzelwesen, unfähig zu irgendwelchen Beziehungen mit anderen.
Seine Reaktionen kommen aus den Eingeweiden, nicht aus dem Gehirn; seine Intelligenz ist lediglich Werkzeug seiner Triebe und Bedürfnisse; er ist unfähig zu geistiger Leidenschaft, geistigem Kontakt […].

Er ist ein halbtoter, reaktionsloser Klotz, unfähig, Freude und Glück zu geben oder zu empfangen; so ist er bestenfalls ein altes Ekel oder ein harmloser Tropf […].

Der Mann ist irgendwo im Niemandsland zwischen Mensch und Affe stehengeblieben, wobei er noch schlechter dran ist als die Affen […].

Obwohl er ausschließlich physisch existiert, ist der Mann nicht einmal als Zuchtbulle geeignet […], unfähig, eine lustvolle, sinnliche Nummer zu schieben […], die körperliche Empfindung, die er aufzubringen mag, ist gleich Null, […] er versetzt sich nicht in seine Partnerin hinein, sondern ist von der Idee besessen, ob er einen erstklassigen Auftritt hinkriegt, ob er seinen Klemptnerjob gut hinter sich bringt.

Den Mann ein Tier zu nennen, heisst, ihn zu schmeicheln […].

Der Mann ist psychisch passiv. Er haßt seine Passivität, darum projiziert er sie auf die Frauen, definiert Männlichkeit als Aktivität und versucht dann, dies sich selbst zu beweisen […], vor allem beim Vögeln. Da er versucht, einen Irrtum zu beweisen, muß er diesen Beweis immer und immer wieder antreten. Das Vögeln ist für ihn ein zwanghafter Versuch zu beweisen, daß er keine Frau ist. Aber er ist passiv und will eine Frau sein […].

Der Mann muß ständig zwanghaft kompensieren, daß er keine Frau ist. Dadurch, und durch seine Unfähigkeit zu menschlichem Kontakt und zum Mitleid hat das männliche Geschlecht die ganze Welt in einen Scheißhaufen verwandelt.

Er ist verantwortlich für:

  • Krieg […]
  • Geld […]
  • Ehe, Prostitution, Arbeit […]
  • Vaterschaft […]
  • Angst, Feigheit, Schüchternheit, Unsicherheit, Demut, Passivität […]
  • Unterdrückung der Individualität […]
  • Unterdrückung der Intimität […]
  • Autorität, Regierung […]
  • Philosophie, Religion, Moral […]
  • Allgemeinbildung, Dummheit […]
  • Unterdrückung des Gesprächs und der Freundschaft […]
  • Kultur […]
  • Mißtrauen, Zensur […]

Wie die Menschen ein vorrangiges Lebensrecht gegenüber den Hunden haben, so haben die Frauen ein größeres Lebensrecht als die Männer. Die Vernichtung sämtlicher Männer ist daher eine gute und rechtliche Tat; eine Tat, die sich zum Wohl der Frauen und Segen aller auswirken würde.

Wie dem auch sei, diese moralischen Forderungen bleiben abstrakt, da die Männer sich mit der Zeit selbst eliminieren werden. […]
Aber SCUM ist ungeduldig […] und wenn die große Mehrzahl der Frauen SCUM wäre, dann würden sie innerhalb weniger Wochen die vollständige Kontrolle über dieses Land gewinnen […]. Zusätzliche Maßnahmen […] könnten darin bestehen, daß die Frauen das Geldsystem abschaffen, […], daß sie plündern und sich weigern, den beschissenen Gesetzen zu gehorchen […].

Sogar ohne die Männer zu verlassen, könnten die Frauen – wären sie sich nur über das Maß ihrer Überlegenheit und Macht über die Männer bewußt – die vollständige Kontrolle über das Ganze innerhalb weniger Wochen erobern und können die totale Unterwerfung der Männer unter die Frauen erreichen. In einer gesunden Gesellschaft würde der Mann folgsam hinter der Frau hertrotten […].

SCUM wird die Rundfunkmedien […] übernehmen und […] Ehe-kaputt spielen, sich zwischen gemischte (männlich-weibliche) Paare drängen und sie auseinanderjagen.

SCUM [wird] Dreckseminare einrichten, bei denen jeder männliche Teilnehmer seine Rede mit den Worten beginnen wird: „Ich bin ein Dreck, ein schmutziger, gemeiner Dreckskerl.“ […]

Einige Beispiele für die widerlichsten, schädlichsten Typen sind: Frauenschänder, Politiker […] miese Schlagerstars und Musiker […] Aufsichtsratsvorsitzende, Hausbesitzer […] Geizhälse […] Polizisten […] Lügner und Angeber, Diskjockeys […] Grundstücks- und Börsenmakler, Männer, die den Mund aufmachen, wo sie nichts zu sagen haben; Mänber, die faul auf der Straße rumlungern und die Landschaft mit ihrer Anwesenheit verschandeln […] alle Männer in der Werbebranche […].

Die Versuchung ist groß, auch die weiblichen […] Heuchler usw. zusammen mit den Männern zu beseitigen, aber das wäre undurchführbar, weil dann niemand mehr übrig bliebe […]

[…] Ist das Geld einmal abgeschafft, dann wird es nicht mehr nötig sein, die Männer zu töten; sie werden ihres einzigen Machtmittels über die psychologisch unabhängigen Frauen beraubt sein […].

Alle Frauen werden damit beschäftigt sein, die wenigen noch offenen Fragen zu lösen […]: Dazu wird eine völlige Neuordnung des Ausbildungssystems gehören, damit Millionen Frauen binnen weniger Monate für hochqualifizierte intellektuelle Arbeit ausgebildet werden können […]. Ferner werden Probleme um Krankheit, Alter und Tod gelöst […].

Die wenigen überlebenden Männer mögen ihre kümmerlichen Tage mit […] Drogen weiterfristen, als Travestiten in Frauenkleidern herumstolzieren oder passiv die superdynamischen Frauen in voller Aktion bewundern
[…] oder sie können gleich um die Ecke zum nächsten Selbstmord-Center gehen, wo sie unauffällig, schnell und schmerzlos vergast werden.

 

Fundstück: Jörg, der Obdachlose vom Leopoldplatz in Berlin

Da wir hier im Blog darüber diskutiert haben, ob Jungs weinen dürfen und wann das für Männer gilt, hier ein kleines Video, in der der Obdachlose Jörg eine bewegende Geschichte erzählt.

Ich weiß nicht, ob es mehrere Anläufe gebraucht hat, um dieses Video zu produzieren und wieviel Material gedreht wurde, um am Ende etwa dreieinhalb Minuten zu bekommen. Es beeindruckt mich, mit welch klarer Stimme und wie direkt dieser Mann aus seinem Leben berichtet.

Jörg hat einen Sohn, der jetzt etwa 21 Jahre alt ist. Das letzte Mal gesehen hat er ihn, als er 6 war. An dieser Stelle ihm Video muss er weinen – ein starker Kontrast zum Rest, den er recht nüchtern erzählt.

Es ist ein konkretes Beispiel für einen Vater, der sein Kind nicht mehr sehen durfte. Umgekehrt gibt es viele verantwortungslose Väter, die sich nicht für ihre Kinder interessieren. Beides schreckliche Dinge.

Jörg erwähnt, dass er vor Karstadt sitzt, der Titel des Videos erwähnt den Leopoldplatz, und wenn man die Bilder des Videos mit den Aufnahmen von Google Streetview vergleicht, kann man sehr leicht herausfinden, wo Jörg sitzt. Es ist direkt an der U-Bahnhaltestelle Leopoldplatz. Als ich letzte Woche in Berlin war, habe ich ihn besucht und ihm ein wenig Kleingeld gegeben.

(gefunden via Genderama)

Aktualisierung 20.03.2014: Die Reaktionen sowohl von Stephan Fleischhauer als auch von Wolle Pelz zeigen mir, dass mein Verweis auf einen Beitrag von Robin missverständlich ist. Es geht mir nicht um den werdenden Vater aus ihrer Geschichte (der ist ja noch keiner!), sondern um Robins Vater. Für dieses Missverständnis bin ich verantwortlich, weil ich den kleinen, aber feinen Verweis ohne weiteren Kommentar gesetzt habe.

Aber noch ein anderer Punkt ist mir wichtig, weil es bei mir so ankam, als würde ich mir durch einen Verweis auf Robin ihre Positionen zu eigen machen: Wer Robin als Person ist, muss dabei überhaupt nicht diskutiert oder beleuchtet werden, denn das spielt für meine Beurteilung keine Rolle. Selbst die bösesten Menschen überhaupt (Nazikommunisten?) haben bestimmte Rechte verdient, in diesem Fall den Kontakt zum Vater. Dass bei diesen Rechten gerade nicht darauf geguckt wird, wen sie betreffen: Das ist doch der Rotz, den wir so lieben!

Ein zweiter Kritikpunkt kam von Wolle Pelz (Artikel siehe oben):
„Ich kann auch nicht feststellen, wer den Artikel verfasst hat.“

Ich habe das eine Weile gar nicht verstanden. Schließlich ist mein Pseudonym klar und deutlich zu lesen, wenn man den Artikel auf der Hauptseite des Blogs liest. Aber dann ging mir ein Licht auf: Ich hatte für den Eintrag die Vorlage „Video“ gewählt. Dabei scheint der Autorenname nicht oben im Artikel selbst angezeigt zu werden! Das ist eine Eigenart des WordPress-Themas „Twenty Ten“, die ich noch nicht kannte und die ohne Zweifel kontraproduktiv ist. Ich habe den Eintrag daher so geändert, dass wieder die Standardvorlage verwendet wird.

Immerhin habe ich bei allen Beiträgen von mir eine Sache konsequent eingehalten: Ich habe sie immer in die Kategorie „Graublau“ eingeordnet und beim bisher einzigen Gastbeitrag, den ich eingestellt habe, den Autor ausdrücklich erwähnt. Über die Kategorie war der Autor also die ganze Zeit ermittelbar – wenn das auch, zugegeben, ein ziemlicher Umweg ist.

Oh, und falls jemand die Popkultur vermisst hat: Die taucht am Ende des Videos auf! 🙂

Warum ich keinen Männerstreik brauche – aber mehr als nur ein Jahr des Mannes

Ich gestehe: Wahrscheinlich betreibe ich hier nur Wortklauberei. Dieser Text zeigt die Sicht eines männlichen Single-Junggesellen ohne Kinder unter 40.

Streik – was ist das?

Einen Streik kenne ich aus der Arbeitswelt: Die Arbeiter, jeder für sich zu unbedeutend, um etwas auszurichten, schließen sich zusammen und legen die Arbeit nieder. Typische Ziele sind höhere Löhne (als sie in Tarifverhandlungen angeboten wurden) oder Verbesserung der Arbeitsbedingungen.

Entscheidend ist, wie groß der Schaden für das Unternehmen ist, denn davon hängt ab, ob es sich lohnt, einzulenken. Wird nur in einem Werk gestreikt und kann der Ausfall woanders aufgefangen werden, ist ein Streik witzlos. Gleiches gilt, falls ein großes Heer an Arbeitswilligen zur Verfügung steht, das statt der Streikenden die Arbeit übernehmen will. Daraus ergibt sich, dass in einigen Branchen leichter gestreikt werden kann als in anderen.

Die Streikenden haben daher ein hohes Interesse daran, dass alle (oder so viele wie möglich) mitmachen, denn damit steht und fällt der Streik. Gewerkschaften versuchen möglichst viele Arbeiter unter sich zu vereinen, damit nicht einzelne ihrem persönlichen (eventuell nur kurzfristigen) Nutzen folgen und als Streikbrecher fungieren. Die Unternehmensführung könnte ja lukrativere Bedingungen für diejenigen in Aussicht stellen, die nicht streiken.

Männerstreik? Welcher Männerstreik?

Was habe ich alles unter dem Etikett Männerstreik gefunden! Etwa junge Männer, die nicht den höchsten und besten Bildungsabschluss anstreben, den sie erreichen könnten; Männer um die 30, die in absehbarer Zeit keine Partnerschaft und Heirat anstreben; Berufstätige, die nicht alle Mühe darauf verwenden, die Karriereleiter nach oben zu klettern, sondern lieber eine solide Stelle anzielen, bei der ihnen noch Zeit für Hobbys bleibt, oder irgendwann aus dem Arbeitstrott, den sie als Hamsterrad empfinden, ganz aussteigen.

Aber was ist denn daran ein Streik? Üblicherweise gehören dazu Demonstrationen und Protestaktionen mit Symbolwert und Medienaufmerksamkeit, die Sympathie bei anderen Bevölkerungsgruppen erzeugen und Druck auf die andere Seite ausüben soll. Wenn gestreikt wird und die Leute machen erst einmal eine schöne Reise, gehen zum Basteln in den Hobbykeller oder bringen einige lange vor sich hergeschobene Arzttermine hinter sich, wird das dem Ziel und den Mitteln des Streiks nicht gerecht.

Weder haben sich die angeblich streikenden Männer abgesprochen, noch haben sie Forderungen aufgestellt – und schon gar nicht gibt es einen Druck auf die Männer, dass alle so handeln sollen. In meinem Bekanntenkreis etwa heiraten die Leute und gründen Familien – vielleicht später als ihre Eltern, wahrscheinlich mit größerer finanzieller Unsicherheit, und sicherlich mit all den Schwierigkeiten, die ein Familienleben mit sich bringt. Aber sie tun es. Wer es kann und will, ohne sich völlig zu verrenken, der macht es.

Und diejenigen Männer, die das Wagnis Ehe eingehen, sind doch keine „Verräter an der Sache aller Männer“. Im Gegenteil, darüber freue ich mich! Homosexuelle Männer, die sowieso nicht im klassischen gesellschaftlichen Anforderungskatalog vorkommen, haben offensichtlich Spaß am Körperlichen, an der männlichen Sexualität. Sollen sie haben! Ist doch super!

Wenn ich dann noch lese, wie negativ die unter Männerstreik beschriebenen Phänomene interpretiert und lauthals beklagt werden, kann ich nur zu dem Schluss kommen: Entweder es gibt keinen Streik (ich habe noch keine Aufforderung erhalten), oder er schlägt kolossal fehl.

Warum ein Männerstreik nicht funktionieren könnte

Doch stellen wir uns einen Moment vor, ein Allgemeiner Männerbund würde sich gründen und alle Männer unter seinen Fittichen zum Streik aufrufen. Zwar hätte jeder das Recht, nach wie vor seinen Interessen wie oben beschrieben nachzugehen, aber einmal die Woche (oder im Monat) gäbe es Demonstrationen in großen deutschen Städten, man organisierte Leserbriefwellen, es gäbe Bücher der Vordenker (der Streik wäre zur Not auf viele Jahre ausgelegt) und Veranstaltungen noch und nöcher. Nur eines dürften die Männer nicht: Sich so verhalten, wie es bisher von ihnen eingefordert wurde.

Gehen wir davon aus, dass die Mitgliedschaft in diesem Allgemeinen Männerbund freiwillig wäre oder dass es zumindest die Möglichkeit gäbe, ihm nicht anzugehören, selbst wenn man dafür Nachteile in Kauf nehmen müsste (als unsolidarisch gelten, von anderen geschnitten werden, eventuell sogar einige Stellen nicht bekommen). Dann hätte ich persönlich einen hohen Anreiz, nicht mitzumachen. Ich könnte auch ohne diese Organisation tun, was ich will. Sollte durch den Streik jedoch tatsächlich ein eklatanter Mangel an Männern entstehen, könnte ich davon hervorragend profitieren: Ich könnte, wenn ich wollte, eine bessere Position im Berufsleben bekommen, ohne mich entspechend abzurackern (wenn es wenige Kandidaten gibt, die Stelle aber besetzt werden muss, muss man nehmen, wen man kriegen kann). Bei der Damenwelt würden meine Chancen beträchtlich steigen, ohne dass ich einen Fingerschnipp dafür tun müsste. Für jeden, der bei knapperer Verfügbarkeit von Männern gewinnen würde, würde es sich lohnen, auszuscheren. Damit würde der Streik sabotiert.

In der Spieltheorie nennt man so etwas ein Gefangenendilemma: Könnten sich die Spieler wirksam absprechen, würden alle Beteiligten mehr erreichen; weil sie es aber nicht können, handelt jeder nach seinem unmittelbaren Vorteil. Schließlich kann ein „unkooperatives Verhalten“ nicht geahndet werden. Die fehlende Sanktionsmöglichkeit für „nicht kooperiende“ Männer würde einen Streik aussichtslos machen.

Ich glaube auch, dass ein Appell an „männliche Solidarität“ wirkungslos verpuffen würde. Wie Christian bei Alles Evolution bereits treffend bemerkte, mögen Männer Männer weniger als Frauen Frauen. Männer mögen sich zwar in allen möglichen Organisationen zusammenschließen, insgesamt jedoch konkurrieren sie untereinander und haben wenig Interesse, alle Männer mitzuziehen.

Das ist alles normal – denn wir wollen es insgesamt nicht anders

Doch schauen wir noch einmal auf die erwähnten Phänomene. Probleme sind sie ja nur, wenn bei der gegebenen Lage mehr drin wäre. Aber was ist die Ausgangslage?

Die Reallöhne in Deutschland – einem der wirtschaftlich stärksten Länder der Welt – sind gesunken. 2005 gab ein Artikel mit dem Titel „Generation Praktikum“ einem neuen Zustand einen Namen: Gut ausgebildete Leute, die dennoch (zumindest in den ersten Jahren) kein Bein auf den Boden bekommen.

Selbst bei der Sendung „hart aber fair“ gab es einen bemerkenswert ehrlichen Film: Moderator Frank Plasberg hatte auch ohne abgeschlossenes Studium kein Problem, eine sichere Stelle zu finden; die jungen Leute, die heute mit Abschluss in seine Fußstapfen treten wollen, erhalten befristete Verträge.

Das Gros der jungen Leute ist besser ausgebildet als ihre Elterngeneration, arbeitet härter, bekommt aber dafür weniger: Arbeitsleistung lohnt sich im direkten Vergleich weniger. Ob das gerecht ist, ob das die Zeiten so erfordern, ob schlaue Leute nicht einfach auswandern sollten – all das steht auf einem anderen Blatt Papier und soll hier nicht weiter interessieren.

Es gibt mindestens zwei Möglichkeiten, darauf zu reagieren: Wer im Beruf die primäre Erfüllung sieht, verzichtet weitgehend auf andere Interessen. Was ansonsten so an Leben stattfindet, muss nebenher laufen. Das Risiko besteht darin, dass man eines Tages den Job verliert und dann nichts anderes mehr hat, auf das die eigene Identität fundiert.

Viele Menschen sind jedoch risikoscheu. Für sie bietet sich ein anderer Weg an: Pfeif auf den Aufstieg, es ist ja bereits Karriere genug, nicht gefeuert zu werden und regelmäßig eine Gehaltserhöhung zu bekommen, die nicht durch die Inflation aufgefressen wird. Zum Ausgleich dafür, dass mehr Unsicherheit im Leben herrscht, muss auch mehr Freiraum für andere Interessen da sein.

Damit eng verknüpft ist jedoch die männliche Attraktivität. Geld ist nicht alles, aber ohne Geld ist alles nichts. Insgesamt sind die Männer also automatisch unattraktiver geworden. (Es kommt wohl auch nicht von ungefähr, dass in den wirtschaftlich unsicheren Zeiten nach dem Zerfall der Sowjetunion die Selbstmordrate unter Männern stark anstieg, unter Frauen jedoch nicht, siehe folgendes PDF, Seiten 30-31)

Auch in dieser Hinsicht bieten sich wenigstens zwei Optionen: Entweder Partnerschaft, Ehe und Familie sind so wichtig, dass man doch in den sauren Apfel beißt und sich abrackert, um Karriere zu machen oder zumindest soviel Geld zu verdienen, um zum Ehemann und Vater zu taugen. Interessanterweise tauscht man hier bewusst eine Freiheit gegen die andere ein. Die Forderung, dass man „Frau und keine Karriere“ endlich unter einen Hut bringen können muss, klingt völlig abstrus. („Karriere“ ist denn auch weniger wie im klassischen Sinne ein steter Aufstieg, sondern eher ein solides Einkommen.)

Oder dem Fuchs sind die Trauben, die er nicht erreichen kann, zu sauer. Dann kann man sich jedoch wenigstens die Anstrengung sparen, das ganze Leben darauf auszurichten, ein attraktiver Heiratskandidat zu sein, und sich um seinen eigenen Kram kümmern. Für einige bedeutet das, an sich selbst zu arbeiten oder sich durch Frauen aufreißen die Hörner abzustoßen. Da die Wette darauf, dass man die Stelle behält und die Frau einen nicht verläßt, insgesamt unsicherer geworden ist, erreicht man wenigstens das Minimalziel, seinen eigenen Interessen nachgegangen zu sein.

Irgendwann ist vielleicht der Punkt erreicht, an dem man das lange genug gemacht hat. Dann kann man sich immer noch binden und wenn man inzwischen Geld angesammelt hat, umso besser. In den frühen Jahren nach Studium oder Ausbildung ist jedoch Illusion – das geht nicht mehr so wie vor noch ein oder zwei Generationen.

Und sollten Frauen und Männer in Deutschland aus welchen Gründen auch immer zu oft keine Lust mehr aufeinander haben – Globalisierung hilft! Dafür gibt’s doch den Latin Lover und die heiße Russin (eigentlich natürlich „den Südländer“ und „die Mittel- und Osteuropäerin“).

Zwischen diesen beiden Extremen gibt es jedoch Abstufungen. Die Leute heiraten ein paar Jahre später, gehen ein größeres Risiko ein, zu scheitern, setzen vielleicht weniger Kinder in die Welt als sie es ein oder zwei Generationen vorher gemacht hätten. Sie werden insgesamt betrachtet mit mehr Anstrengung weniger erreichen als ihre Eltern.

Das soll der Untergang des Abendlandes sein? Wie konnte sich das Abendland dann nur so lange halten?

Nach diesen Kriterien verhält sich ein Großteil der Männer äußerst vernünftig – ebenso wie ein Großteil der Frauen. Denn was hat man ihnen, sowohl Männern als auch Frauen, eingetrichtert?

Bindet Euch nicht zu früh! Stellt hohe Anforderungen an Euch selbst! Geht nicht zu schnell Kompromisse ein! Lebt lieber alleine als in einer unglücklichen Beziehung!

Es läuft darauf hinaus, dass man Entscheidungen trifft und mit ihnen lebt. Das ist das Verhalten eines modernen Menschen, der weniger durch vorgefertigte Bilder festgelegt wird als seine Vorfahren. Was ist daran schlecht?

Wenn wir gesamtgesellschaftlich – falls dieses „gesamt“ überhaupt möglich ist – etwas anderes wollten, müssten wir auch anders handeln, also anderes fordern. Doch wer möchte ernsthaft das Rad der Geschichte um einige Jahrzehnte zurückdrehen, um zurück zu den alten Verhältnissen zu kommen? Ich nicht und ich meine auch nicht, dass das geht. Von irgendeiner Gruppe zu verlangen, sie möge doch klein beigeben und sich mit weniger zufrieden geben, wird nicht funktionieren.

Und gesamtwirtschaftlich etwas ändern – dieses Fass möchte ich gar nicht aufmachen. Wenn wir das wollten und könnten, würden wir es tun. Da es nicht geschieht, kann der Leidensdruck insgesamt nicht so groß sein. Also wo ist das Problem?

Ein Jahr des Mannes? Dutzende!

2014 wurde als Jahr des Mannes angekündigt. Wenn ich mir durchlese, was unter diesem Stichwort erschienen ist, finde ich bisher „die üblichen Verdächtigen“ unter den Forderungen und Bewegungen.

Zwei grundlegende Erkenntnisse vermisse ich jedoch:
1. Das beste Rezept für ein Jahr des Mannes ist aus meiner Sicht ein Jahr, in dem ich als Mann mein eigenes Leben lebe. Politik, Gesellschaft, Welt… wenn ich das alles ändern muss, um glücklich zu werden, bin ich zum traurig sein verurteilt. Stattdessen sollte ich mich fragen, was mir gefällt und wie ich selbst aktiv und kreativ sein kann. Wenn ich das dann umsetze, muss das reichen. Das wird ja wohl mehr als nur mir selbst eine Freude bereiten, womit ich mir auch keine Sorgen um mich als soziales Wesen machen muss.
2. Wieso soll sich das nur auf ein Jahr beschränken? Der richtige Weg ist doch, in jedem Jahr Zeit für mich und meine Interessen zu haben.

Es gibt keinen ungeschriebenen Vertrag, nach dem ein Mann ohne jeden Grund Opfer bringen muss, und falls es das als gesellschaftlichen Konsens je gegeben hat, wurde dieser Vertrag gekündigt. Aber ohne Vertrag gibt es auch keine Pflicht zur Arbeit und damit keinen Grund zum Streiken.

Was vom „Streike“ übrig blieb

Vielleicht muss man manche Dinge unter dem Stichwort „Männerstreik“ bringen, damit sie Gehör finden. Ich mag solche (für mich falschen) Etikettierungen aber nicht. Und was wird unter anderem als Rezept angegeben?

„Hören Sie damit auf, Frauen die Tagesordnung bestimmen zu lassen, was die Themen Geschlechterpolitik, Beziehungen und Reproduktion angeht.“

Ein Mann, der das zuläßt, ist ein Waschlappen! Wie könnte der jemals streiken?

„Setzen Sie durch, dass Sie in Ihrer Partnerschaft besser behandelt werden. Sie müssen nicht grob werden, aber lernen Sie, Grenzen zu setzen. Wenn Sie Ihre Partnerin nicht respektiert, weisen Sie sie zurecht, auch vor Freunden. Frauen hassen es, öffentlich zur Rede gestellt zu werden.“

Ein Mann, der das… oh, ich wiederhole mich. Aber auch das hat nichts mit Streik zu tun, sondern mit modernem Leben.

„Und falls Sie von Ihrer Frau verlassen werden: Lassen Sie sich nicht von Ihrer Ritterlichkeit oder kulturell erzeugten Minderwertigkeitsgefühlen leiten, so dass Sie sich die Schuld am Scheitern Ihrer Beziehung geben. Es war die Entscheidung Ihrer Frau zu gehen.“

Entscheidungen und die damit verbundene Verantwortung… das hatte ich doch weiter oben schon. Also Frauen wie ganz normale Menschen behandeln. Klingt immer noch nicht nach Streik.

„Schützen Sie sich dagegen, unfreiwillig zum Vater gemacht zu werden.“

Mal abgesehen davon, dass jeder Verantwortung für Verhütung hat: Man denke, wie ich erst gestern schrieb, an die Kinder und was es wohl für ein „tolles“ Leben sein muss, wenn sie ohne vernünftiges Verhältnis zu ihrem Vater aufwachsen. Die Folgen der Vaterlosigkeit werden unterschätzt.

Also, so wie ich das sehe: Alles keine Streikmittel, sondern ganz normale Maßnahmen für ein verantwortungsvolles Leben!

Zusammengefasst: Männer steigen nicht aus der Gesellschaft aus, sondern machen richtig mit, indem sie unterschiedliche Wege gehen. Das Verhalten der jungen Generation ist den geänderten Lebensbedingungen geschuldet, auf die angemessen reagiert wird. Insgesamt wollen wir alle das auch so.

Ich glaube, dass es genug Frauen gibt, die mit solchen verantwortungsbewussten Männern zusammenleben wollen. Dafür braucht es keinen Kampf, nur eine vernünftige Suche, Offenheit und Neugier! 🙂

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Der Titel entspricht dem, was ich meine: Dass wir bekommen, was wir insgesamt auch gar nicht anders wollen (auch wenn es runtergebrochen auf eine einzelne Person immer fürchterlich ungerecht sein kann – aber es geht hier ja um das Gesamtbild). Gerade die erste Strophe, in der Michi Beck fragt, warum alles so doof ist, passt hervorragend – und nebenbei kann ich Bewegtbilder von einem Mann in Frauenkleidern mit pinkem Federschmuck in dieses Blog schmuggeln. 😉

Die Fantastischen Vier: Ernten was wir säen

Fundstück: Spenderkinder

Da für heute niemand einen Artikel eingestellt hat, liefere ich ein kleines Fundstück aus dem Netz. Lesestoff bietet das allemal.

Über einen Artikel beim Flussfänger bin ich vor einigen Monaten auf den Internetauftritt Spenderkinder gestoßen. Es geht dabei um Personen, die durch eine Samenspende entstanden sind. Im Grunde kann man sich alle Seiten durchlesen; sie sind gut gemacht und bieten viele Informationen.

Was mich jedoch wirklich erschüttert hat, sind die persönlichen Geschichten der Betroffenen. Sie leiden darunter, dass sie ohne ihren genetischen Vater auch einen Teil ihrer Wurzeln nicht kennen.

Was das mit Geschlechterallerlei zu tun hat? Ein Mann hat Verantwortung für seine Nachkommen, auch dann, wenn sie unter diesen Umständen entstehen. Wer das nicht glauben will, lese sich die Berichte der Kinder durch.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? In diesem Lied geht es in einer Strophe ebenfalls um künstliche Befruchtung.

Zager & Evans: In the year 2525