Kurznachrichten vom 11.02.2016

1: Na endlich! Auf diesen Vorschlag habe ich ja schon länger gewartet: Pfarrer Ulrich Wagner schlägt vor, Asylbewerbern den Besuch von Prostituierten zu spendieren, um dem sexuellen Notstand abzuhelfen. Bezahlt werden sollte das aber nicht vom Staat, sondern von einem freiwilligen Unterstützerkreis. Die Nutzer-Kommentare sind geteilt.

Ellie […] meint, dass der Pfarrer sexuelle Gewalt gegen Frauen rechtfertigt: „Sexualität im Gewand einer Vergewaltigung als nicht beherrschbarer Naturtrieb! Mir ist gerade speiübel!“

Ähnlich sieht es auch Hasn: „Was für ein Schwachsinn, sexuelle Übergriffe sind mit eiskalter Härte zu sanktionieren und nicht mit Puffgutscheinen.“ Der User Menschenverachtung: „Eine menschenverachtendere Einstellung gegenüber Prostituierten habe ich noch selten gelesen!“

Den letzten Kommentar finde ich etwas wirr. Was ist denn daran menschenverachtend, den Prostituierten neue Kunden zu vermitteln? Etwas praktischer ist die Ansicht von User hanz:

„Ich bin ganz für die Idee, es darf jedoch nicht vom Staat bezahlt werden. Die Menschen kriegen schon ‚Taschengeld‘, da können sie sich doch einmal im Monat 60 Euro dafür sparen. Einfach nur vermitteln und das war‘s.“

Ich finde den Vorschlag zwar durchaus charmant, frage mich allerdings, warum der nicht schon im Zuge der Agenda 2010 aufgekommen ist. Haben deutsche Hartz-IV-Empfänger weniger sexuelle Bedürfnisse (zu haben) als Asylbewerber? Sind Asylbewerber irgendwie notgeiler oder vergewaltigungsfreudiger als Einheimische und müssen deshalb auf diese Weise davon abgehalten werden? Und wenn nein – ein ja wäre doch sicher rassistisch -, warum muss man bei den einen für Linderung sorgen und die anderen müssen sehen, wo sie bleiben?

2: Um beim Thema zu bleiben: Der Bürgermeister der sächsischen Gemeinde Bad Schlema, Jens Müller (Freie Wähler), hat auf einer Anwohnerversammlung jungen Mädchen den Tipp gegeben, zum eigenen Schutz nicht zu „provozieren“ und die Umgebung des Asylbewerberheims zu meiden. Aufgrunddessen erntete der Bürgermeister erhebliche Empörung. Allerdings nicht, weil seine Aussage als „rassistisch“ gewertet wurde, wie das die #ausnahmslos im Elfenbeinturm vor sich hin träumenden Mädchen des Netzfeminismus wohl sehen würden. Sondern weil er damit den jungen Frauen ggf. die Mitverantwortung gibt, und weil man es zurecht nicht einsieht, in der eigenen Stadt nicht mehr herumspazieren zu können, wie und wo man will.

3: Die Grünen in Klagenfurt (Österreich) bezeichnen jetzt alle ihre Mitglieder mit weiblichen Funktionstiteln. Somit ist Reinhard Schinner nun „Stadtobfrau“.

4: Auch die Berliner Umbenennung des Studentenwerks in Studierendenwerk scheint jetzt durch. Der Wissenschaftsausschuss hat zumindest einstimmig (!) dafür gestimmt. War ja nicht anders zu erwarten. Den Esel in seinem Lauf hält weder Ochs noch Einsicht auf… Oder so…

5: Wo wir gerade dabei sind: Hier ein Video von Dr. Tomas Kubelik: „Wie Gendern unsere Sprache verhunzt.“

 

 

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