Kurznachrichten vom 08.02.2016

1: Der „Schwulemiker“ Adrian und Gideon Böss von der WELT kümmern sich noch einmal um den „postheroischen Mann“, dem vorgeworfen wird, sich nicht mehr für seine Frau zu prügeln.

2: Lucas Schoppe analysiert auf seinem Blog „man tau“ ebenfalls das Youtube-Video „36 Fragen an Männer“, das ich die letzten Tage auch hier auf diesem Blog kommentiert habe.

3: Uepsilonniks analysiert die Doppelmoral der EMMA, wenn es um das Thema Prostitution geht. Die EMMA veröffentlichte eine Kritik über den halbdokumentarischen Film „Paradies: Liebe“, der am 3.2. auf ARTE gezeigt wurde. In dem Film geht es um Frauen, die zum Sexkauf nach Kenia reisen. Während die EMMA ja Prostitution am liebsten ganz verbieten möchte, natürlich nur die, die Männer in Anspruch nehmen, hat sie für Frauen, die Sex kaufen, vollstes Verständnis:

Eine deutsche Filmförderung habe die Unterstützung des Films abgelehnt, weil das Projekt „frauenfeindlich“ sei, erzählte Seidl in einem Interview. Größer könnte das Missverständnis nicht sein. […] In seiner Paradies-Trilogie geht es immer um die Sehnsucht der Frauen. Um die Sehnsucht, wahrgenommen und geliebt zu werden. […]

Ein Film ganz dicht an den Menschen, an ihren Ängsten und Hoffnungen

Mir kommen die Tränen vor Rührung. Die Emma weiß ganz genau:

Denn Frauen haben gelernt, Begehren vorzuspielen, Männer hatten das nie nötig. Auch nicht, wenn sie so arme Schweine sind wie diese Schwarzen, die sich für ihren Lebensunterhalt prostituieren.

Gekaufte Männer verachten ihre Kundinnen dafür – gekaufte Frauen werden von ihren Kunden verachtet.

Das wissen sie deshalb ganz genau, weil sie auch jeden Freier hier und jeden männlichen Prostituierten in Kenia darüber befragt haben. Oder so. Der nächste Film, der männliche Freier über ihre Motive interviewt, ist für die EMMA ganz sicher nicht „ganz dicht an den Menschen, an ihren Ängsten und Hoffnungen“. Uepsilonniks kommentiert sinnigerweise:

Es ist also so, dass Sexkauf nicht generell abgelehnt wird – der Beweis, dass es an Sexarbeit auch aus feministischer Sicht nichts auszusetzen gibt.

4: Die Liste der Männer, die wegen eines falschen Satzes den Job verloren haben, ist wieder um einen länger. Der serbische Verteidigungsminister Bratislav Gasic wurde nach massivem Druck von Frauenverbänden durch eine Abstimmung des Parlaments entlassen, nachdem er vor zwei Monaten den Satz gesagt hatte: „Ich liebe diese Journalistinnen, die so leicht auf die Knie gehen“. Ich bin mir nicht sicher, ob dieser Satz ausreichen sollte für eine Kündigung, darüber kann man geteilter Meinung sein. Ich bin mir aber sicher, dass ein ähnlicher Satz einer Ministerin über Männer in den Mainstream-Medien noch nicht einmal groß bemerkt werden würde.

5: Twitter hat am Donnerstag den Account von Kolja Bonke, einem deutschen Autor, unter anderem auch von Pick-Up-Büchern, ohne Angabe von Gründen gesperrt. Bonke hatte sich in letzter Zeit deutlich kritisch gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung geäußert, allerdings sind den letzten Tweets keine Unflätigkeiten oder Beleidigungen zu entnehmen, zumindest nicht herausragend aus dem Twitter-üblichen Maß. Nutzer haben dazu den Solidaritäts-Hashtag #solidaritätmitkolja eingerichtet.

6: Wo wir gerade bei der Unterdrückung unliebsamer Meinungen sind: Der Landesvorstand Bayern der Piratenpartei hat gestern die Seite des Ortsverbandes Neu-Ulm aufgrund eines Beitrags des dortigen 1. Vorsitzenden Hajo Betz komplett vom Netz genommen, die Seite anschließend wieder freigeschaltet, allerdings den entsprechenden Artikel entfernt, da er angeblich „im Widerspruch zum Programm und den Grundsätzen der Piratenpartei“ stehe. Betz hatte in dem Artikel sowohl die Einwanderungspolitik kritisiert als auch offen maskulistische Positionen vertreten:

Auch der Versuch von interessierten Kreisen, die Übergriffe gegen Frauen in Köln und anderswo als Männergewalt gegen Frauen zu titulieren und so aus der Verhaftung zwischen ethnischen und kulturellen Ursachen zu lösen, ist fadenscheinig, kommt doch der überwiegende Teil der Täter von Köln aus Ländern, in denen Frauen als Menschen zweiter Klasse gehalten werden, oder gar, wie zum Beispiel in Saudi-Arabien, als Eigentum des Mannes angesehen werden, über das er frei verfügen kann (weibliche Familienangehörige in Saudi-Arabien werden i.d.R. in die Reisepässe ihrer Ehemänner, Väter oder Brüder eingetragen).

Aber weil nicht sein kann, was nicht sein darf, und im Sinne der geltenden Political Correctness Asylanten, Zuwanderer und Migranten die Opfer sind und die Deutschen allenfalls als Täter in Frage kommen, scheint es für manche angemessen, die ethnisch-kulturellen Zusammenhänge zu ignorieren und die Vorkommnisse als Männergewalt gegen Frauen darzustellen.

Auch hier gilt: Frauen sind immer in der Opferrolle, Männer sind immer die Täter – wenigstens, wenn es nach der vorherrschenden politisch-korrekten Meinung geht.

Dass es umgekehrt ebenso Frauengewalt gegen Männer und institutionelle Benachteiligung von Männern gibt, kann seit einer Pilotstudie des Bundesministeriums für Familien, Soziales und Gleichstellung nicht von der Hand gewiesen werden.

Aber auch hier gilt, dass alles, was nicht ins politisch-korrekte Bild passt, ausgeblendet wird. Die entsprechende Pilotstudie kann auf der Homepage des Ministeriums nur gefunden werden, wenn man den genauen Titel kennt. Die in der Pilotstudie angeregte Vollstudie zur Untersuchung des Themenkomplexes ist auch zehn Jahre nach der entsprechenden Empfehlung nicht einmal in Angriff genommen worden.

Der komplette Text findet sich an mehreren Stellen im Netz. Statt des Artikels wurde eine Diskussionsseite eingerichtet. Welcher Passus des Artikels genau dem Programm und den Grundsätzen der Piratenpartei widerspricht, darüber schweigt sich der Landesvorstand bisher aus.

7: Feministin Gloria Steinem unterstellte in einem Interview mit Bill Maher jungen Frauen, sie würden nur deswegen statt Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton ihren Konkurrenten Bernie Sanders unterstützen, um junge Männer zu beeindrucken, die mehr zu Sanders tendieren. Talkmaster Maher witzelte daraufhin, wenn er das gesagt hätte, hätte sie ihm wahrscheinlich eine Ohrfeige verpasst, denn die politische Einstellung von jungen Frauen mit ihrem Bedürfnis, Jungs zu treffen, in Verbindung zu bringen, sei wohl ein wenig sexistisch.

Hier das ganze Interview:

 

 

Kurznachrichten vom 01.02.2016

1: François Hollande begnadigt Frau nach Mord an brutalem Ehemann. Sie hatte ihn mit drei Schüssen aus einem Gewehr aus nächster Nähe niedergestreckt, nachdem sie es in 47 Jahren Ehe nicht geschafft hatte, ihn zu verlassen. Nun überlegen wir uns kurz, was passieren würde, wenn ein Mann seine Frau nach 47 Jahren Ehe-Hölle hinterrücks erschießt. Könnte er auf Begnadigung hoffen? Undenkbar. Aber Frauen dürfen sowas…

(von Graublau: siehe hierzu Uepsilonniks über einen EMMA-Beitrag oder Frauen morden nicht – sie töten nur? von Gerhard Amendt)

2: Vor zwei Tagen war in Genderama zu lesen, dass Richard Dawkins, emeritierter Oxford-Professor in Evolutionsbiologie und einer der Wortführer der Neuen Atheisten („Der Gotteswahn„) von der Northeast Conference on Science & Skepticism (NECSS) ausgeladen wurde, weil er einen Tweet retweetet hat, in dem in einem Video auf satirische Weise Feminismus mit Islamismus verglichen wird. Dieses Video habe ich vor einiger Zeit ebenfalls schon hier verlinkt. Der Vorgang wurde von Christina Hoff Sommers wie folgt kommentiert:

In einem Blogbeitrag von Michael Nugent verteidigt dieser das Satire-Video sowie Dawkins, und weist auf die lange Tradition von Satire-Songs hin. Dawkins hat enttäuscht reagiert und, aber dennoch seinem Unverständnis Ausdruck gebracht:

“De-platformed for tweeting an irrelevant joke song? Ah well, ‘Always look on the bright side of life.’ Incidentally, would Monty Python have been de-platformed for that? No, don’t be silly, Life of Brian was only satirising Christianity.”

Den auslösenden Tweet hat er inzwischen gelöscht, weil er darauf hingewiesen wurde, dass in dem Video reale Personen karikiert werden und diese aufgrund des Videos Drohungen erhalten hätten. Einerseits ist das durchaus nobel, andererseits ist es höchst fragwürdig, Satire aus dem Verkehr zu ziehen, nur weil eventuell irgendwelche Idioten auf den Zug aufspringen und die Kritisierten belästigen oder gar bedrohen. Abgesehen davon ist es ja eine beliebte Taktik von Feministinnen und SJWs allgemein, zu behaupten, eine fundierte und moderate oder auch etwas aggressivere satirische Kritik hätte andere (sog. Hater) zu schlimmen Drohungen animiert (die allerdings selten nachgewiesen werden), um damit auch die ursprüngliche Kritik zu delegitimieren.

Ergänzend dazu (von Graublau zusammengesucht):

a) ein Video als Reaktion von Sargon of Akkad, auf dessem Kanal das beanstandete Lied veröffentlicht wurde

b) die Reaktion von fefe (der ja ebenfalls in den Kurznachrichten vorkam).

3: Dazu passte auch dieser Vorgang: Die Fehde zwischen Techblogger Sascha Pallenberg und der Netzfeministin Yasmina Banaszczuk, die seinerzeit als #fappygate bekannt wurde, scheint wieder hoch zu kochen.

4: Und weil auch das gerade so schön dazu passt: Diese etwas ältere South Park-Parodie über Safe Spaces wurde mir in die Timeline gespült:

5: Man kann von der AfD ja halten, was man will, aber in Sachen Gender-Mainstreaming sind sie manchmal auch vorbildlich. Gestern entspann sich eine absurde Diskussion um den von der AfD geforderten Schießbefehl für illegal ins Land einreisende Flüchtlinge. Beatrix von Storch (AfD) stellte klar:

Ein Kommentator auf Facebook schrieb dazu: „Das ist Schwachsinn. Wollt Ihr etwa Frauen mit Kindern an der grünen Wiese den Zutritt mit Waffengewalt verhindern?“ Von Storch antwortete: „Ja“.

Kurz darauf musste sie noch einmal präzisieren, dass dies natürlich nicht für die Kinder gelte. Trotzdem scheint die Vorstellung eines Schießbefehls auch gegen weibliche Flüchtlinge für die Empörten es noch einmal einen Tick schlimmer zu machen.

Ich finde diese Empörung auch ziemlich künstlich. Nur weil es die AfD ist, die Selbstverständlichkeiten ausspricht? Selbstverständlich dürfen Grenzschützer illegal Einreisende kontrollieren. Und wenn diese versuchen, sich durch Flucht der Kontrolle zu entziehen, und nach mehrmaliger Aufforderung nicht anhalten, darf nach evtl. einem Warnschuß auch scharf geschossen werden. Nichts weiter meinen Petry und von Storch, wenn sie „ultima ratio“ sagen. Das ist so Gesetz, das war zu allen Zeiten so und das dürfte so ziemlich jeder andere Staat der Welt auch so handhaben. Woher soll denn ein Grenzschützer wissen, ob es sich um einen harmlosen Flüchtling und nicht etwa um einen Schmuggler handelt, bevor er ihn nicht kontrolliert hat?

Auch der Vergleich mit dem Schießbefehl an der DDR-Grenze ist absurd. Dort ging es darum, die Ausreise der eigenen Bürger zu verhindern. Worum es jetzt geht, ist, die unkontrollierte Einreise von Fremden zu verhindern. Man kann das natürlich auch ablehnen und befürworten, auf diese Kontrolle zu verzichten. Aber trotzdem ist der Vergleich schlichtweg unzulässig.

6: Ein bemerkenswertes Interview, in dem es generell um die Vertrauenskrise der Medien geht. Wolfgang Herles, immerhin ehemaliger Leiter des ZDF-Studios in Bonn, bis 2015 dann Redaktionsleiter und Moderator der ZDF-Kultursendung aspekte, also ein deutscher Top-Journalist und ZDF-Interner, spricht Tacheles, hier der Ausschnitt:

7: Auf ARTE gibt es anlässlich der Berlinale 2015 eine Kurzfilmreihe über „Paare – Eine Kurzfilmreihe auf der Couch“. Die Filme sind auch online zu sehen. In Clip 3 karikiert Samuel Finzi den „richtigen Mann“. Das ist allerdings so sehr überzeichnet, dass man es kaum erst nehmen kann. Den Rest habe ich noch nicht angesehen. Wer mag und empörenswertes findet, darf das gerne kommentieren.

8: Auf Edition F findet ein Mann „10 Gründe, warum Mann in einer Beziehung nicht auf die Pille bestehen sollte„. Witzigerweise ist der Mensch so nebenbei Gründer der Kondomfirma „einhorn“, wie er immerhin selbst zugibt.

9: (von Graublau) Noch etwas ganz vom Thema ab, das geht ja traditionell beim letzten Beitrag und es mag viele Blogger betreffen.
Habt Ihr Euch so wie Tom174 darüber geärgert, dass der WordPress.com-Editor so schlecht geworden ist? Keine Sorge, Ihr findet den alten nach wie vor, ist nur ein Extraklick auf „WP-Admin“ in der Navigationsleiste. Tom war entzückt! 🙂

Warum überhaupt dieses Gehampel? Technischer Hintergrund ist, dass wordpress.com von PHP auf JavaScript umgestiegen ist und in dem Zusammenhang offensichtlich „mobile-Endgeräte-freundlicher“ werden wollte (spricht, für Laptops und Desktop-Computer muss es zwangsweise schlechter werden – geht ja nicht anders). Es geht dabei nur um dem Admin-Teil um das eigentliche WordPress herum – welches ja selbst einen Admin-Teil, inklusive dem alten Editor hat.