Fundstücke: Gender Pay Gap

Kurz und bündig – worum geht’s?

Summiert man die Löhne aller Männer und Frauen und bildet den Durchschnitt jeweils für ein Geschlecht, so ist der Unterschied zwischen diesen Durchschnitten der Gender Pay Gap (GPG). Das sind die Fakten, grob, nackt und ohne weitere Erklärung, auf die man sich allgemein einigen kann.

Als ideologischer und politischer Kampfbegriff wird der Gender Pay Gap verwendet, indem er mit zwei zusätzlichen Annahmen verbunden wird:
– Frauen bekämen weniger Lohn für dieselbe Arbeit
– Er sei ein Merkmal für die Diskriminierung von Frauen
Beides gibt der GPG so nicht her.

Aber wie ist die Faktenlage im Detail? Und wie läßt sich der GPG erklären? Dazu dient diese Quellensammlung.

die beste Quelle zuerst

Von Erzählmirnix stammt der beste Artikel zu dem Thema, inklusive dem Phänomen „Gender Equality Paradox„. Wer nur wenig Zeit hat, lese diesen!

Diskriminierungsthese längst erforscht

Bereits 1981 (!) argumentierte der Ökonom Thomas Sowell anhand eigener Forschungsergebnisse gegen die Idee einer allgemeinen Diskriminierung – in der Fernsehsendung Firing Line – „The Economic Lot of Minorities“ (auf Englisch; deutsche Besprechung im Blogartikel).

zwei Videos auf Deutsch

der Doktorant zum Gender Pay Gap
der Doktorant zum Gender Pay Gap, Teil 2

Equal Pay Day

Diesen Tag gibt es doppelt: Als Datum dienen sowohl am 19. März als auch der 02. November.

Bereits der Begriff „Equal Pay Day“ ist ein ideologischer Trick: Durch seine (doppelte!) Existenz und die Namenswahl wird die Idee verbreitet, „gleiche Bezahlung“ sei ein noch nicht erreichtes Ziel. Denn wenn schon so wäre, wozu bräuchte man dann überhaupt so einen Tag?

Das ist eine Steilvorlage für Gratismut. Das Lohngleichheitsgesetz ist reine Symbolpolitik, ohne wirklich etwas tun zu müssen (die politische Variante des „virtue signalling“: zeigen, dass man zu „den Guten“ gehört, ohne etwas riskieren zu müssen).

Statistik-Experten bezeichnen GPG-Behauptung als Unfug

Wie hier im Blog erwähnt, war der GPG Thema der „Unstatistik des Monats“ des RWI – Leibniz-Institutes für Wirtschaftsforschung. Inzwischen war er das sogar zweimal (letztere Meldung gefunden via MANNdat):

Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern? (Unstatistik Nr. 5 vom 03.04.2012)

Nichts dazugelernt – Equal Pay Day weiter falsch (Unstatistik Nr. 53 vom 31.03.2016)

Besserverdienende Frauen klagen gegenüber Männern

MANNdat zitierte und kritisierte Dr. Daniela De Ridder (SPD-Bundestagsabgeordnete), deren Jahresgehalt zum Zeitpunkt ihrer GPG-Behauptung etwa 263.000 EUR betrug, und stellte süffisant fest:

Fakt ist, dass eine Frau Dr. De Ridder Ende Februar schon mehr verdient hat, als ein männlicher Lkw-Fahrer im ganzen Jahr insgesamt verdient.

Der Doktorant kritisierte ein von Rundfunkgebühren finanziertes Video, in dem die sachlich falsche Aussagen von ungleicher Bezahlung wiederholt wird, und wendete sich in einem offenem Brief an die Öffentlich-Rechtlichen. Zwei schöne Zitate aus diesem Brief, die man zusammen lesen sollte:

[Suzie Grime] erklärt, dass die männlichen Zuschauer mit großer Wahrscheinlichkeit mehr Geld für ihre Arbeit bekommen als sie.

Im einem kurz darauf folgenden Clip unterhält sich Suzie Grime mit einigen Möbelpackern über den Gender Pay Gap.
(…)
Suzie Grimes Gucci Handtasche, welche kurz zuvor im Video sekundenlang deutlich zu sehen ist, überschreitet das verfügbare monatliche Einkommen eines Möbelpackers mit hoher Wahrscheinlichkeit um mehrere Größenordnungen.

Materialsammlungen

von man in the middle – sehr ausführliche Hintergrundinformationen, da bleiben keine Wünsche offen:
Kampfbegriff „Gender Pay Gap“
Berechnung des GPGs
Erklärungsmodelle und Bewertung des GPGs
GPG: Propaganda und Debatten
Ergänzungen und Literatur zum GPG

MANNdat über Feministische Mythen: Lohndiskriminierung

beeindruckende Sammlung an Videos bei Alles Evolution

alle Beiträge zum Stichwort „Gender Pay Gap“ bei Alles Evolution (auch für die Zukunft), darunter:

Der Gender Gap

Berufswahl von Frauen und andere Prioritäten als Beruf

Ausnahmen

  1. der Fall Birkenstock – hier wurde Frauen tatsächlich weniger gezahlt für dieselbe Arbeit
  2. der Fall Janusz Korwin-Mikke – hier vertritt tatsächlich jemand diskriminierende Ansichten

Man achte bei diesen Fällen darauf, wie die Allgemeinheit darauf reagiert!

Diese Materialiensammlung wird weiter ergänzt.

Nostalgie-Fundstück: Thomas Sowell über das Gender Pay Gap

Zu dem Thema Mythos Gender Pay Gap hatte ich kürzlich noch einen Freakonomics-Beitrag von 2016 erwähnt. In einem früheren Kommentar zum selben Thema hatte Kommentator Matze auf einen Ausschnitt aus einer Fernsehsendung von vor mehreren Jahrzehnten verwiesen. Das fand ich so interessant, dass ich unbedingt die ganze Sendung sehen wollte, auch um den Kontext zu haben.

Firing Line – „The Economic Lot of Minorities“

William F. Buckley Jr. interviewt Thomas Sowell, Autor mehrerer Bücher („Ethnic America“, „Markets and Minorities“). Bei der Dame, die im zweiten Teil der Sendung Fragen stellt, handelt es sich um Harriet F. Pilpel. Sie wird vorgestellt unter anderem als Anwalt und Feministin.

Die Sendung wurde aufgezeichnet am 12. und ausgestrahlt am 15. November 1981 (laut ovguide).

Der Ausschnitt, den ich zuerst gesehen hatte, ist ab ca. 45:30-49:33 zu sehen. Relevant für das Thema ist aber auch 25:02-25:41 – auf diese Passage bezieht sich Sowell später auch ausdrücklich. Die im späteren Teil zitierten Daten sind von 1978.

Ich gebe im folgenden die Aussagen Sowells wieder, wobei ich sie meistens nicht als indirekte Rede kennzeichne. Wo ich mich mit meinem Anmerkungen nicht zurückhalten konnte, habe ich dies in kursiv getan. In einigen Fällen wird an verschiedenen Stellen in der Sendung mehrmals dasselbe Thema angeschnitten. Ich habe diesbezügliche Aussagen soweit es ging zusammengetragen. Es ist also nicht streng chronologisch!

IQ

Der IQ von Schwarzen liegt 15 Punkten unter denen von Weißen. Er erhöht sich mit ihrem sozioökonomischen Aufstieg. Es gibt keinen speziellen „IQ von Schwarzen“ und keine besonderen Faktoren bei ihnen.

Zum Vergleich: Jüdische Soldaten schnitten während des 1. Weltkriegs unterdurchschnittlich in einem Armeetest ab. Innerhalb eines Jahrzehnts hat sich das verändert.

Der IQ (auch einer Gruppe) ist also nicht festgelegt. Es gab in der Vergangenheit Gruppen mit Sprüngen von mehr als 20 Punkten in zwei Generationen.

ethnische Gruppen und Verdienst

Der „angelsächsische“ Anteil der Bevölkerung Amerikas liegt bei 15%. Zwar verdienen sie 105-106% im Vergleich zum Durchschnitt, aber andere Gruppen noch mehr:

Juden 170%
Japaner 132%
Chinesen 112%
Iren 103%
Westindier 94%
Schwarze 62%
Indianer 60%

Hierbei wurde das Alter nicht berücksichtigt. Gerade das wurde vorher als ein Faktor genannt, z.B. dass ältere Schwarze weniger verdienen als ältere Weiße, aber bei den jüngeren sich das angleicht.

Bestimmte Gruppen, die klar diskriminiert wurden, verdienen sogar mehr. Der Durchschnittsverdienst ist also nicht Folge von Diskriminierung.

der Markt als anti-diskriminatorisches Instrument

Buckley wirft dann auch die passende These in den Raum: Der Markt hat überhaupt kein Interesse an Diskriminierung. Sowells Erwiderung: Diskriminierung kostet – und einige Leute werden bereit sein, dafür zu zahlen.

Der Markt muss z.T. stark reguliert werden, um Diskriminierung aufrechtzuerhalten: In Südafrika gibt es Quoten für Weiße und die Firmen versuchten, Schlupflöcher zu finden, um doch mehr Schwarze anzustellen (weil diese weniger kosteten). (Ja, die Diskriminierung wird durch die Quote eingeführt, nicht etwa durch sie beseitigt!)

Typischerweise geht Diskriminierung von Regierungen aus. (Soviel zur Idee „Der Staat soll’s richten.“) Wer nicht auf Profit aus ist, diskriminiert leichter (Bildungssystem, früher z.B. nicht nur gegen Schwarze, sondern auch gegen Juden). Diskriminierung ist pandemisch, verbreitet „wie Sauerstoff“, wenn sie nicht viel kostet. Sport und Unterhaltung, wo es großen Wettbewerb gibt, sind offener.

Gerade weil die Regierung diskriminiert, läßt sich Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt schwer messen. Wenn etwa bestimmte Gruppen nur schlechte Bildung bekommen, dann werden es deren Mitglieder automatisch auf dem Arbeitsmarkt schwerer haben.

Politik, Armee und Universitäten

Als Aufhänger diente die geringe Anzahl von Frauen in hohen politischen Ämtern. Darauf entgegnet Sowell: Regierungen sind nie ein genaues Spiegelbild gesellschaftlicher Gruppen. Das sind Armeen ja ebenfalls nicht! Das gilt auch nicht für Studenten, Doktoranden an Unis.

Dinge wie eine politische Karriere schließen andere Sachen aus, weswegen auch Sowell selbst keine angestrebt hat. Frauen in der Wissenschaft (mit Karriere) sind deutlich seltener verheiratet, häufiger geschieden (als sonstige Frauen oder männliche Wissenschaftler).

Werbung und Fernsehkonsum

Es gibt demographische Analysen über Fernsehkonsum, damit die Werbung stimmt. Die Werbung folgt den Interessen der Leute, nicht umgekehrt. (Soviel zur Allmacht der Werbung!)

Selbst bei Sachen, die vollständig der individuellen Kontrolle von Leuten unterliegen, zeichnen sich große Unterschiede ab. Wo ist das Werteproblem, wenn Leute unterschiedliche Dinge tun (im Unterschied zu „andere Leute davon abhalten, etwas zu tun“)?

Gender Pay Gap, erste Passage (25:02-25:41)

Dinge wie unterdurchschnittlich viele Frauen / Schwarze in politischen Ämtern sagen erst einmal gar nichts. Wenn es Hinweise auf Diskriminierung gibt, dann soll man Beweise vorlegen. Am besten ist es, die vernünftigste Erklärung unter den bekannten Umständen anzunehmen.

Leider wird genau umgekehrt argumentiert: Man schaut auf Prozentzahlen (Politik/Verdienst) und folgert daraus auf Diskriminierung, ohne auf die Bedingungen zu achten.

In Wirklichkeit sollte man gleiches mit gleichem vergleichen, also z.B. Frauen, die dauerhaft Vollzeit arbeiten. Dann verschwinden die Unterschiede, ja, Frauen verdienen sogar z.T. mehr.

Leider werden viele Faktoren üblicherweise nicht berücksichtigt: Begabung, Ausbildung, Alter…

Die Unterschicht selbst entscheiden lassen?

Spannenderweise fragt die Feministin, ob es denn wirklich eine gute Idee sei, bei den armen, ungebildeten Schwarzen die Eltern Entscheidungen treffen zu lassen. (Genau so sieht für mich Arroganz der Eliten aus!) Sowohl Buckley als auch Sowell befürworten eine Entscheidungsfreiheit etwa bei der Bildung. Gerade Sowell plädiert aus eigener und allgemeiner Erfahrung, dass solche Eltern wollen, dass es ihren Kindern besser gehe.

Gender Pay Gap, zweite Passage (45:30-49:33)

Pilpel sieht Diskriminierung gegen Schwarze und Frauen, Sowell verweist auf das, was er vorher gesagt habe. Unter gleichen Umständen verdienen Schwarze sogar mehr. Pilpel behauptet, Frauen verdienten weniger für die gleiche Arbeit, Sowell verneint dies und fordert, gleiches mit gleichem zu vergleichen. Bei gleichen Faktoren verdienen Frauen z.T. mehr.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Die Musik aus der Sendung klingt in besserer Qualität viel schöner!

Brandenburg Concerto No. 2 in F major, BWV 1047 (Freiburger Barockorchester)