Kurznachrichten vom 09.06.2017

1: Tamara Wernli beschäftigt sich zum zweiten Mal in der Basler Zeitung mit „Toxischer Männlichkeit„, nachdem eine Studie herausgefunden hat, dass Frauen mit männlicheren Partnern zufriedener sind.

Das von Studienleiterin Andrea L. Meltzer auf zwölf Seiten dargelegte Resultat offenbart, dass Frauen mit Ehemännern, die sich selbst anhand ihres Verhaltens als männlich einstufen, um den Eisprung herum zufriedener mit ihren Partnern sind als Frauen mit weniger maskulinen Ehemännern.

Wernli meint dazu:

Die Tatsache, dass wir Frauen ausgerechnet während unserer biologisch wertvollsten Zeit – dann, wenn wir nichts weniger tun, als den Fortbestand der Menschheit zu sichern – mit maskulinen Partnern zufriedener sind als mit verweichlichten, lammfrommen Stubentigern, dürfte sich für «Gender Studies»-Professoren anfühlen wie eine zu eng gebundene Fliege.

Ihr erster Beitrag zum Thema von voriger Woche ist ebenfalls lesenswert.

2: Ebenfalls ein Beitrag zur Verteidigung von wohlverstandener Männlichkeit kommt von Ben Shapiro:

But boys want to become men; men want to be men. As Christina Hoff Sommers points out: “Most boys evince healthy masculinity. . . . telling a boy to ‘man up’ can be harsh and degrading. But teaching him to ‘be a gentleman’ is another matter.”

If men are not told to be “gentlemen,” some will be emasculated, but more will become destructive men. If men are not trained by good men, they will be trained by bad men; if they have no good males to follow, they follow bad ones.

3: Noch eine Studie. Sie will herausgefunden haben, dass Männer – aufgepasst – auf untreue Frauen stehen. Hat das das Potential, das Weltbild von Feministinnen zu erschüttern, nach deren Lesart Männer nichts lieber tun, als Frauen im Ehejoch zu unterdrücken und eifersüchtig auf ihr sexuelles Monopol auf eine Frau pochen? Nun ja, gemach, gemach. Die Studie beruht auf einer Umfrage des Dating-Portals „Victoria Milan“, das man auch eher in die Casual Sex und Seitensprung-Schiene einsortieren dürfte. Insofern betreibt „Victoria Milan“ eventuell schlicht Werbung in eigener Sache.

Vielleicht haben da ein paar Beteiligte nicht ganz verstanden, dass es natürlich auf die Situation ankommt, in welcher Männer Untreue von Frauen gut finden und in welcher nicht. Wenn es um unverbindlichen Sex geht, ist Untreue kein Problem. Warum auch, erhöht sie doch die Chance darauf, dass es überhaupt zum Sex kommt. Geht es allerdings um eine langfristige Partnerschaft, sieht es ganz anders aus. Also einfach das gute alte Hure-Heilige-Prinzip, sprich der Versuch der Optimierung des Verhältnisses von Fortpflanzungschance im Verhältnis zum notwendigen Ressourcenaufwand. Ich weiß nicht, was daran so schwer zu verstehen ist.

4: Katrin Göring-Eckhardt (Grüne) hat bei der Kundgebung zum Christopher-Street-Day in Hannover für Konservative, die Bedenken gegen die sog. „Ehe für alle“ haben, folgenden Satz übrig:

„Diese Leute sind nicht homophob, das sind einfach Arschlöcher“

Roger Letsch kommentiert das auf seinem Blog Unbesorgt.

Mit Verlaub, das ist schon nicht mehr öko- oder in dem Fall genderpopulistisch, das ist schlicht ordinär. Das sind dieselben Leute, die anschließend wieder von Verrohung der Sitten im politischen Geschäft schwafeln. Dieses Umsichwerfen mit Verbalinjurien ist aber auch bezeichnend für die Situation der Linken und Grünen. Man wähnt sich so dermaßen auf der moralisch richtigen Seite, dass man Argumentieren gar nicht mehr für nötig hält und meint, es reiche stattdessen, Andersmeinende herabzusetzen oder in die rechte Ecke zu stellen. Die letzten Wahlergebnisse zeigen allerdings, dass dieses Konzept an seine Grenzen gestoßen ist. Wenn Linke auf dieser Schiene weitermachen wollen, werden sie auf Dauer nur noch mehr Rückhalt in der Bevölkerung verlieren.

Update: Was ich eigentlich auch fragen wollte: Gilt das auch für Muslime, die die „Ehe für alle“ ablehnen, Frau Göring-Eckhardt? Ist das nicht ein wenig islamophob?

5: Hagen Grell unterhält sich in einem neuen Video mit dem Verführungscoach Maximilian Pütz, unter anderem über die Hetzjagd auf Xavier Naidoo und den Film „The Red Pill“.

Gastartikel: djadmoros über „The Red Pill“

Der inzwischen mehrfach preisgekrönte Film The Red Pill von Cassie Jaye wurde vor nach Berlin auch in Karlsruhe gezeigt. In den Kommentaren bei Alles Evolution schildert djadmoros seine Eindrücke, denen ich hier noch einmal an hervorgehobener Stelle einen Platz einräumen möchte (so dass wir hier etwas von ihm lesen, auch wenn er sich einen Arbeitsurlaub genommen hat):

Nur kurz im Telegrammstil:

Der Film selbst ist ganz hervorragend und lohnt sich unbedingt! Jaye stellt nicht nur die Positionen der (amerikanischen) Männerrechtsbewegung sachlich dar, sondern lässt auch den simplen Kontrast zu den Ansichten der interviewten Protagonisten der Frauenbewegung (Michael Kimmel, Katherine Spillar, »Big Red« und ein Soziologe, dessen Name ich schon wieder vergessen habe 🙂 ) für sich selbst sprechen, und sie macht ihren eigenen Lernprozess sichtbar. Die ganze Absurdität der feministischen Propaganda gegen die MRAs wird deutlich sichtbar. Ich hatte mir schon im Januar vorab die für das Frühjahr angekündigte DVD bei Amazon bestellt und werde das nicht bereuen.

Die Veranstaltung selbst war mit ungefähr 50 Anwesenden (davon über vierzig Männer und ein halbes Dutzend Frauen) gut besucht und hat den gewählten Raum in etwa gefüllt. Unter anderem waren Franzjörg Krieg vom VAfK Karlsruhe und Bruno Köhler von MANNdat anwesend, zudem ein sehr netter Wikimannia-Autor. Ungefähr ein Drittel der Zuschauer ist unmittelbar nach dem Film gegangen, die übrigen haben noch diskutiert – als ich selbst gegen halb elf gegangen bin, war noch ein gutes Dutzend übrig. Die Diskussion (die durch Moderation ein bißchen strukturierter hätte ablaufen können) kam vom Film schnell auf verschiedene Themen der Väterrechtler und der generellen Feminismuskritik, wobei keiner der Anwesenden feministische Standpunkte verteidigt hat.

Also anschauen, wer ihn sich anschauen kann – und wer sich die DVD zulegt, unterstützt eine Produktion, die es verdient hat!

Mitte diesen Monats sind außerdem noch zwei weitere Besprechungen erschienen, die ich ebenfalls erwähnen möchte:

  1. The Red Pill – eine Filmkritik von Dr. Bruno Köhler bei MANNdat
  2. Schwierigkeiten beim Abbruch von Schweigemauern – Cassie Jayes „The Red Pill“ bei man-tau

Hier im Blog gab es bereits folgenden Artikel zum Thema: „Netzfrauen“ machen Stimmung gegen „The Red Pill“.

MANNdat hatte Kritiken zum Film „The Red Pill” gesammelt.

Sebastian Wessels hat redpillberlin.de ursprünglich für die Berliner Aufführung eingerichtet und bloggt inzwischen dort.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Da die Analogie mit der roten Pille Bezug auf den Film Matrix nimmt, hier ein Stück vom Soundtrack.

Rob D: Clubbed to Death (Kurayamino Mix)

„Netzfrauen“ machen Stimmung gegen „The Red Pill“

Die Deutschland-Premiere der Dokumentation „The Red Pill“ von Filmemacherin Cassie Jaye kriegt auch langsam Gegenwind. Die „Netzfrauen“ veröffentlichten heute ein von jeglicher Realität unbelecktes Pamphlet auf ihrer Website mit dem absurden Titel

Frauenfeindlicher Film „The Red Pill“ in Australien verboten nun in Berlin! Frauenhasser auf dem Vormarsch – weltweiter Protest!

Der meiste Teil des ellenlangen Artikels hat mit dem Film überhaupt nichts zu tun, es geht nur darum Empörung und Emotionalität anzustacheln. Es geht erst einmal los mit einer Erinnerung an den Pick-Up Artist Julien Blanc. Hat zwar nichts mit dem Film zu tun, aber egal, der Frame muss erst einmal hergestellt werden. Dann werden über zwei lange Absätze neueste Gewalttaten an Frauen in aller Welt ausgebreitet. Hat zwar auch nichts mit dem Film zu tun, aber egal, das packen wir mal rein, um die Dramatik zu erhöhen.

Im fünften Absatz beschäftigt man sich endlich mit dem Film, wie folgt:

Während immer mehr Frauen gegen Gewalt auf die Straße gehen, macht genau eine Frau das Gegenteil,  die Filmemacherin Cassie Jaye versucht die Männerrechtsbewegung zu verstehen und drehte dazu eine Dokumentation die schon jetzt für heftigen Protest sorgt. Zuerst bekam sie kein Geld für die Produktion zusammen, dass war auch gut so, dann fanden sich doch fleißige Geldgeber, Sie dürfen raten, aus welcher Szene?  Und jetzt haben schon Länder, da wo damals schon Julien Blanc ausgewiesen wurden, diesen Film verweigert. Allen voran Australien. Hier wollte ein Kino diesen Beitrag zeigen, doch durch heftigen Protest hat das Kino bekannt gegeben, darauf zu verzichten.

Heftiger Protest? Das war eine popelige Online-Petition mit exakt 2.367 Unterschriften, während die Gegenpetition derzeit bereits 8411 Unterschriften hat. Das Kino hatte wohl Angst vor Randale und hat deswegen die Zusage zurück genommen. Dass Australien als Land den Film verboten hätte, davon kann überhaupt nicht die Rede sein.

Dann gehts wieder zwei Absätze über Julien Blanc, und auch Bill Cosby muss erwähnt werden. Endlich nähert man sich ein bisschen dem Film, aber auch nur dem Titel, denn daraus wird messerscharf geschlossen, dass der Film eine enge Verbindung mit dem Reddit-Forum „The Red Pill“ haben muss. Die Schandtaten und schlimmen Äußerungen auf diesem Forum werden dann auch noch einmal absätzeweise breit getreten. Diejenigen, die dort posten, sind für die Netzfrauen

Typen, die offenbar glauben, bisher nicht den ihnen in dieser Welt zustehenden Anteil Frauen und Sex bekommen zu haben. Die keinem weiblichen Wesen über den Weg trauen, und Vergewaltigungsopfer zu Lügnerinnen erklären

Schließlich gipfelt das in der absurden Frage:

Wollen Sie es einfach so hinnehmen, dass eine Anleitung zur Gewalt an Frauen ins Kino kommt?

Erstaunlich an der Sache ist ja, dass die Netzfrauen den Trailer offensichtlich gesehen haben, schließlich verlinken sie ihn sogar. Wie man daraus allen Ernstes irgendeine „Anleitung zur Gewalt an Frauen“ herauslesen will, ist mir schleierhaft.

Dann gleiten sie endgültig ins Reich der Phantasie ab:

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hat sich von Männern eine Antifeministische Bewegungen gegründet,  ihre Ideologien und Organisationen bildeten sich in Europa und den USA  als Reaktion auf Emanzipationsforderungen .Sie formieren sich vor allem in Bewegungen, die gegen etwa das Frauenwahlrecht oder das Frauenstudium kämpften und die traditionelle Rolle des weiblichen Geschlechts festschreiben wollten.

Fazit: Frauen sind ein Produkt, die der Männerwelt zu Füßen liegen müssen. Oder wie auch schon der Pickup-Künstler Julien Blanc beschreibt: „Männer nehmt sie euch, ich sage euch wie es geht.“

„Bitte in keinem Fall diesen Film in einem Kino zulassen, wo man Menschen lehrt, wie sie Frauen körperlich und emotional verletzen können. Bitte kämpfen sie mit den Frauen auf der ganzen Welt, die fordern, keinen misogynen Hass zu fördern!“  So der Aufruf aus Australien, worüber auch The Guardien Ende Okotober berichtete. [Rechtschreibfehler sind original]

Kaum hat man diesen Nonsens verzapft, setzt man noch einen drauf:

Die selbsternannte Feministin Jaye behauptet, dass alles nur Lügen seien, was man über den Film berichtet und dass es Feministinnen sind, die sich gegen diesen Film wehren. Schaut man sich die Bewegung der „Roten Pillen“ an, dann braucht man keine Feministin zu sein, um sich dagegen aufzulehnen .

„Die selbsternannte Feministin“. Dass ich diese Wortkombination noch erleben darf…

Zum Abschluss bringen sie es fertig, den ersten von mir zitierten Absatz noch einmal fast identisch zu wiederholen, und mit dem Satz zu schließen:

Auch in Deutschland muss dieser Film verboten werden.

Damit sich auch keiner Illusionen über totalitäre Anwandlungen von Feministinnen machen muss…

Fazit: Man fragt sich ja schon, in welcher Parallelwelt man leben muss, um ein solches Traktat auszudünsten. Es gibt nicht den geringsten Hinweis, dass der Film irgendetwas mit der Pickup-Szene zu tun hat, und mit dem Reddit-Forum verbindet ihn auch kaum mehr als der Name. Aber diese Verbindungen werden von den Netzfrauen ohne jeglichen realen Grund herbei phantasiert, um aus dem Film eine „Anleitung zur Gewalt an Frauen“ zu machen. Dass der Trailer das nicht im entferntesten hergibt, interessiert nicht. Wenn man ein Beispiel für das postfaktische Zeitalter braucht, hier haben wir ein wunderbares solches. Anschuldigungen ohne jeglichen Realitätsbezug zu erheben ist eben die übliche Masche, die Feministinnen verwenden, um männerrechtliche Anliegen in den Schmutz zu ziehen, um sich mit diesen erst gar nicht real beschäftigen zu müssen.

Im Text der Netzfrauen sind noch mehr Facepalm- und Kopf-zu-Tisch-Momente versteckt, aber ich kann ja nicht alles zitieren. Viel Vergnügen!

Und bevor wer nochmal den Trailer suchen muss (es gibt auch deutsche Untertitel):