Warum ich von der SPD einen weiblichen Kanzlerkandidaten erwartet hätte

Wir sind inzwischen an einem Punkt angelangt, an dem Satiremagazine wie der Postillon bessere Nachrichten bringen als die echten Journalisten. Man lese sich das fiktive Interview mit Sigmar Gabriel durch – da werden die wichtigsten Punkte klar benannt. Wenn man umgekehrt aus dem Aufwachen-Podcast auf die offizielle Berichterstattung schaut und sieht, wie da der SPD-Ortsverein aus der Heimat von Martin Schulz auf dessen Kanzlerkandidator reagiert, dann wirkt das alles nicht nur überflüssig, sondern auch inszeniert (wie Stefan Schulz und Tilo Jung bereits sehr treffend feststellen).

Aber wenn so eine Entscheidung ohnehin von oben herab getroffen wird, ohne die Basis irgendwie einzuspannen, dann könnte man doch noch ganz andere Optionen umsetzen. In einem Punkt sind mir erst die Augen aufgegangen, als ich einen Kommentar von xyz bei Alles Evolution las:

Wenn man dann noch bedenkt, dass die SPD als streng männerhassende Partei schon wieder keine Frau an die Spitze lässt und Martin Schulz auch nicht unbedingt den optischen Bedürfnissen weiblicher Wähler entspricht, könnte das auch noch so manche weibliche Wählerstimme kosten.

Es ist schon fast tragisch. Da plärrt eine wie Frau Schwesig herzzerreißend jahrelang zusammen mit ihrem Wackeldackel Heiko Maas, dass Frauen die bemitleidenswertesten Geschöpfe seien und selbst in der frauenpampernden SPD lässt sich kaum eine Frau finden, die bereit wäre, Verantwortung für den Saftladen zu übernehmen.

Da steckt viel Wahrheit drin: Warum eigentlich nicht Manuela Schwesig antreten lassen und besser sein als die Grünen, die nicht genügend Frauen finden, die politisch arbeiten wollen? Die SPD ist doch für nichtfeministische Männer ohnehin unwählbar und der SPD sind Männer herzlich egal.

Das wäre doch endlich die Gelegenheit, die männliche Gesellschaft überwinden, so wie es im Grundsatzprogramm steht. Schwesig könnte sofort zur Tat schreiten und aufklären, ob eine Frau als Kanzler nicht 20% weniger verdient. In ihrem Kabinett kann sie 50% Frauen in den Ministerposten durchsetzen.

Nach zwei Männern ist es endlich Zeit für einen weiblichen Merkel-Herausforderer. Nur so läßt sich die Quote von mindestens 30% bei den Spitzenpositionen erfüllen!

Für heutige „Linke“ sind Fragen von Klasse oder Gerechtigkeit kein Thema mehr und junge Linke haben ohnehin den Bezug zur Unterschicht verloren. Die SPD kann sich konsequent als Partei der Karrierefrauen und Studienabbrecherinnen präsentieren. Und sollte es trotz allem mit der Wahl nicht klappen, kann die Kandidatin im Zweifelsfall immer noch Vizekanzlerin werden und eine weitere gläserne Decke durchstoßen.

Also, alte Dame SPD, jetzt mal nicht so lahm! Wer dezidiert Frauen fördern will, muss mit gutem Beispiel voranschreiten.

Bitte nicht von sozialromantischen Ausführungen irritieren lassen! Das sind alles nur Sozialdemokraten alter Schule, das erledigt sich von selbst.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? „Wir wählen SPD“ und „Wir sind für Europa“ – ja, da haben wir doch gleich ein passendes Lied für den Wahlkampf!

Funny van Dannen: Luftballon

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