Fundstück: Spaß mit Männerhass – Folge 9

MANNdat e.V. hat seinerzeit mit der Champions League des Sexismus eine Aktion ins Leben gerufen, die ganz dem Sinne dieser Serie entspricht: Den Missstand nennen und das Ganze trotzdem spielerisch verpacken.

Einer der größten Klopper, der auch immer wieder gerne zitiert wird, findet sich im sogenannten Hamburger Programm, dem Grundsatzprogramm der SPD (PDF-Version) auf Seite 41 (Seite 42 im PDF). Der Satz geht auf Erhard Eppler (2007) zurück, der ihn sehr ähnlich so gesagt hat. Im fertigen Programm liest sich das so:

Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die männliche überwinden.

Und das lädt natürlich dazu ein, sich zu fragen, welche Partei etwa so einen Satz in ihr Grundsatzprogramm schreiben würde:

Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die jüdische überwinden.

Na, da zuckt man doch zusammen – und zwar aus gutem Grund! Allein Unbelehrbare, Geschichtsvergessene oder Verschwörungstheoretiker würden das verteidigen wollen.

Zur Erinnerung: die Spielregeln

Nur ein kleiner Test:

Was kommt dabei heraus, wenn ich in einem Text „Männer“ wahlweise durch „Ausländer“, „Schwarze“ oder „Juden“ ersetze?

Fundstücke mit Quellangabe einfach in die Kommentare schreiben!

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? „Und Schuld daran war nur die SPD“ – diesmal stimmt das Liedzitat sogar! Passend zum Ende des Sommers ein melancholischer Klassiker.

Rudi Carrell: Wann wird’s mal wieder richtig Sommer

Kurznachrichten vom 18.06.2016

1: In Frankfurt will die SPD Schwimmzeiten nur für Frauen erheblich ausweiten aufgrund des wachsenden Bedürfnisses von Musliminnen, ohne das Beisein von Männern schwimmen gehen zu können. Ein Glück, dass jetzt niemand mehr ausgegrenzt wird.

2: Hadmut hat da zwei hübsche Beispiele über feministische Indoktrinierung im Unterricht gesammelt.

3: Ebenfalls bei Danisch habe ich den Hinweis auf diesen höchst amüsanten Artikel mit dem Titel „Wie sage ich es meinem Kind, dass die Biologie eine Scheibe ist?“ über die Genderista auf der Achse des Guten gefunden.

4: Die Bundesregierung hat den neuen Bildungsbericht 2016 herausgegeben. In ihrer Pressemitteilung wird herausgehoben, dass Kinder aus Migrationshintergrund deutlich schlechter abschneiden, und selbstverständlich auch Kinder aus ärmeren, bildungsfernen Schichten. Das wird eher unkritisch auch von den sog. Qualitätsmedien wiedergekäut, als Beispiel nur FAZ und SPIEGEL.

Tatsächlich ist natürlich die Benachteiligung von Kindern aus Migranten- und ärmeren Schichten zu beklagen. Kein einziges Wort dagegen verlieren die Verfasser des Berichts sowohl in der in der Pressemitteilung als auch in der Kurzzusammenfassung des Berichts über das Verhältnis von Jungen und Mädchen bei den Bildungschancen. In der Kurzzusammenfassung werden sage und schreibe 40 Punkte genannt, die als Zusammenfassung der „wesentlichen Ergebnisse“ aufgeführt werden. Kein einziger dieser Punkte befasst sich mich den Unterschieden zwischen den Geschlechtern. Die Langfassung, immerhin 366 Seiten stark, habe ich noch nicht gelesen, aber auch da weist kein einziger Punkt des Inhaltsverzeichnisses darauf hin, dass er sich auch mit dem Geschlechterverhältnis beschäftigen könnte.

Nachdem wir alle wissen, dass schon seit Jahren die Jungen zu den Bildungverlierern gehören, und nachdem dies in den Jahren zuvor, solange Mädchen noch zurück lagen, ständiges Hauptthema war, ist es schon frappierend, dass dies die regierungsamtlichen Bildungsforscher offensichtlich so gar nicht zu interessieren scheint. Ist man in dem Bereich mit der Situation völlig zufrieden und hält sie deswegen nicht für erwähnenswert? Will man vielleicht gar nicht auf bestehende Schieflagen hinweisen, weil das nicht ins offizielle Bild passt?

Es spricht Bände, dass dieser Aspekt von Bildungspolitik völlig kommentarlos unter den Tisch fällt, nachdem er jahrzehntelang ein Hauptaspekt war. Und dass das Journalisten in den Mainstream-Medien anscheinend nicht einmal auffällt und zur Nachfrage anregt, ist ebenfalls mehr als bezeichnend.

Kurznachrichten vom 17.05.2016

1: Die TAZ sorgt sich um Männer, die durch Sexualstraftatsbeschuldigungen voreilig verurteilt werden könnten. Allerdings nur um nicht-weiße Männer, bei weißen hat sie kein Problem damit. Schrägerweise trägt der Kommentar auch noch den Titel „Selbstbestimmung ja, Rassismus nein“.

2: Volker Beck is back und deckt schon wieder haarsträubende Skandale über homophobe Behördenformulare auf. Migrantengewalt gegen Schwule interessiert ihn dagegen nicht so sehr, wie der ebenfalls schwule Publizist Dr. David Berger meint.

3: Schauspielerin Emma Watson („Harry Potter“) und Botschafterin der UN-Kampagne #HeForShe, taucht in den Panama Papers mit einer eigenen Briefkastenfirma auf. Selbstverständlich hat sie das nach eigener Aussage, wie alle anderen auch, die dort Briefkastenfirmen haben, niemals zur Steuerhinterziehung benutzt.

4: Sexspezialistin Erika Berger ist tot. Die älteren unter uns werden sich noch an ihre Sexratgebersendung auf RTL in den 80ern in den Anfangszeiten des Privatfernsehens erinnern.

5: Gunnar Kunz fasst auf seinem Blog „Das Alternativlos-Aquarium“ die alltägliche Verzerrung von Nachrichten zusammen, mit der männliches Leid, aber auch männliche Erfolge kleingeredet und das weibliche Leiden an der Welt überhöht wird.

6: Gestern gab es ziemlichen Zoff innerhalb der Antifa. Da fühlt sich eine Genoss_in von einem Genoss_en irgendwie dumm angemacht und gemobbt (was genau der Herr sich hat zu Schulden kommen lassen, bleibt im Unklaren) und outet ihn in einem Wutanfall mit Klarnamen und Wohnbezirk. Woraufhin sie von anderen Genoss_en zusammengefaltet wird, denn Veröffentlichung von Klarnamen und Adresse eines Mitkämpfers geht nun mal gar nicht, die könnten ja persönlichen Gefahren ausgesetzt sein. Sowas macht man schließlich nur mit Besuchern von AfD-Parteitagen, also dem politischen Gegner. Die Genoss_in muss sich schließlich entschuldigen, nicht ohne noch einen Seitenhieb auf die „Macker-Fa“ loszulassen.

Dass eine Macker-Antifa gezielt mit Masku-Taktiken Marginalisierte angreift hat sich allerdings in diesem Fall zu ganz neuen Sphären hochgeschaukelt. […] My Antifa will be feminist or it will be Bullshit. Ihr seid also auch nicht meine Genossen und hiermit von allen Mariokart-Abenden in meiner Wohnung ausgeschlossen, ätsch.

Ein wirklich bezaubernder Einblick in eine fremde Welt. Meine Fresse, was bin ich froh, dass ich nicht in so einer selbstzerfleischenden Szene bin, wo jeder falsche Satz zum Ausschluss führen kann. Ähm, wait… Na gut, so schlimm wie die sind wir nicht.

7: OT-Thema des Tages: Die SPD hat offensichtlich die nächsten Bundestagswahlen schon verloren gegeben. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Parteichef Gabriel schlägt „generös“ vor, den Kanzlerkandidaten per Mitgliederentscheid wählen lassen, obwohl er selbst ja den ersten Zugriff darauf hätte. Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz hat da aber keine Lust drauf und schubst ihn nach vorne in die erste Reihe. Da hat wohl keiner Lust, der Loser zu sein, der das historische Tief von irgendwas um die 20% einfahren will. Wobei fraglich ist, wozu man angesichts dieser Aussichten überhaupt einen Kanzlerkandidaten braucht, denn offensichtlich würde es nicht mal mehr für Rot-Rot-Grün reichen, selbst wenn man sich auf die Linken einlassen wollte. Auf der anderen Seite wäre es erst recht ein Eingeständnis von vorheriger Aufgabe, keinen Kanzlerkandidaten zu küren bzw. ihn verschämt Spitzenkandidaten zu nennen. Aber wenn schon der Parteichef zum Jagen getragen werden muss, verdeutlicht das mehr als klar das Elend der Partei.

8: Mal wieder ein hübscher Comic zum Schluss:

manspreading

 

Kurznachrichten vom 11.05.2016

So, nach langen Wochen, in denen ich einfach mal was anderes lieber gemacht habe, raffe ich mich mal wieder auf, einen Überblick über aktuelle Artikel und Ereignisse zu geben.

1: Jan Fleischhauer vom SPIEGEL stellt die These auf, #aufschrei und die mediale Vernichtung von Rainer Brüderle wäre der Kulminationspunkt und Startschuss für die rechte soziale Gegenbewegung gegen die ausufernde Political Correctness gewesen.

Die einzige Gruppe von Menschen, über die man herziehen darf, bis die Schwarte kracht, sind die Zurückgebliebenen, die im Verdacht stehen, mit Leuten wie Petry oder Trump zu sympathisieren. Das sind die Hinterwäldler, die mit der Moderne nicht zurechtkommen und deshalb an überkommenen Vorstellungen kleben. Dass sich niemand gern von neunmalklugen Dies-und-das-Studenten sagen lässt, er habe den Anschluss verpasst, sollte sich eigentlich von selbst verstehen. Komischerweise gehört Einfühlungsvermögen nicht zu den stärksten Seiten der Antidiskriminierungsexperten.

Richtig. Ausgerechnet die, die „Emphathie“ wie einen Mercedesstern vor sich her tragen, beweisen immer wieder, dass sie so gut wie Null davon haben und stattdessen selbstverliebte Narzissten sind. Danisch kommentiert das so:

Wobei ich den „Rechtsruck” ja schon lange nur für eine Art Notwehr gegen linke Diktatur halte, nicht für Ausdruck rechter Positionen. Würde aber meine These stützen, dass das Anwachsen des rechten Flügels keineswegs von Rechten oder dem vielbeschworenen „Rechtspopulismus” verursacht wird, sondern eine schiere Abstoßungs- oder Abwehrreaktion gegen die überkochende linke totalitäre Meinungsdiktatur und Hetzjagd ist.

2: In der ZEIT beklagt Elisa Gutsche – haltet Euch fest – zuwenig Feminismus in der SPD.

Jedoch sollte sich die SPD nicht nur allein auf Geschlechtergerechtigkeit im Berufsleben konzentrieren, sondern auch auf andere Themenbereiche. So sind die Grünen und die Linken weitaus konsequenter und progressiver beim Thema sexuelle und reproduktive Rechte von Frauen. Das Feld hier den Grünen und Linken zu überlassen wäre fatal.

Wenn es nach ihr ginge, müsste den jungen Frauen das Leben so leicht wie nur irgend möglich gemacht werden. Dass das manchmal auch bedeutet, den Männern das Leben schwerer zu machen, interessiert sie nicht. Oder ist ihr vielleicht sogar recht. Macht nur weiter so, wenn Ihr auch die letzten Männer noch vergraulen wollt!

3: Der Tech-Blogger Sascha Pallenberg (MobileGeeks), auch bekannt geworden durch das sogenannte #fappygate, hat mal wieder Ärger mit Feministinnen, weil er einen kritischen Artikel über das Sponsoring der re:publica 2016 durch die Firma Eyeo GmbH, die den Werbeblocker AdblockPlus herstellt, geschrieben hat. Angeblich blockt AdblockPlus nämlich Werbung, auf die freie kleine Bloggingportale dringend angewiesen sind, was denen die Einnahmen wegbrechen lässt, andererseits soll Werbung doch durchgelassen werden, wenn der Werbetreibende nur genug an Eyeo bezahlt. Klingt nach einer windigen Sache und hat mit Freiheit im Netz, für das ja angeblich die re:publica stehen will, wirklich nichts zu tun. Ganz im Gegenteil.

Das Pikante daran ist nun, dass Laura S. Dornheim, bekannte Feministin und m.W. Mitinitiatorin von #aufschrei jetzt neuen Chef-Lobbyistin der Eyeo GmbH ist und den Deal mit der re:publica eingefädelt hat. Das anzuprangern reicht schon, um sich den Unmut der Allies zuzuziehen, denn eine Frau zu kritisieren, das geht ja nun mal gar nicht.

Fefe hat das dann auch nochmal gebührend kommentiert.

4: Es wurde ja bereits mehrfach berichtet, dass Ronja von Rönne, die letztes Jahr mit ihrem Rant „Warum mich der Feminismus anekelt“ Furore gemacht hat, den Axel-Springer-Preis dafür bekommen sollte und diesen abgelehnt hat. Es wurde auch gemunkelt, sie sei reumütig zum Feminimus zurückgekehrt, bzw. wollte nicht als Galeonsfigur der Antifeministen gelten. Was allerdings fehlte, war ihr eigenes Statement, das m.W. kaum einer beachtet hat. Das sei hiermit nachgeholt.

5: Vor einigen Tagen versuchte eine Gruppe von erfahrenenen Wikipedia-Autoren, einen Artikel über „Gender Biomedizin“ in der Wikipedia zu platzieren und stieß dabei aber auf den harten Widerstand der Genderfeministinnen in der Wikipedia, worauf der Artikel noch am selben Tag als angeblich irrelevant zur Löschung freigegeben wurde. Die durchaus rennomierte Dawkins-Foundation dokumentiert den Artikel und den Vorgang.

6: Der ehemalige Bürgermeister von New York, Michael Bloomberg, hat auf einer Abschlussfeier der University of Michigan die absurde Safe-Space-Kultur angeprangert.

7: Im Tagesspiegel gab es letzte Woche einen Artikel über die Antifa Demo in dem 300-Seelen-Dorf, in dem der thüringische AfD-Chef Björn Höcke wohnt. Den Antifas wurde letztlich verboten, direkt vor Höckes Haus zu demonstrieren. Um das Thema geht es mir gar nicht, sondern mehr um eine Skurrilität am Rande in diesem Artikel, über die ich gestolpert bin, eine Aussage des thüringischen Innenministers:

Ein Missbrauch dieses Grundrechts werde durch die Thüringer Polizei nicht toleriert werden. „Unsere Beamtinnen und Beamtinnen sind auf alles vorbereitet“, versicherte Poppenhäger – und unterstützte ausdrücklich die Position von Ramelow.

Jetzt frage ich mich: Hat der das wirklich so gesagt? Oder hat sich der Journalist da vertan? Und warum fällt sowas beim Korrekturlesen gar nicht mehr auf? Gibts da überhaupt wen, der Korrektur liest? Aber eigentlich ist es nur ein Zeichen dafür, dass diese Phrasen so dermaßen in Fleisch und Blut übergegangen sind, dass wirklich niemand mehr genau hinschaut.

Ach ja, um dann doch mal Off-Topic zu werden: Die Antifa hat auch was verlautbart:

Stephan Maßdorf vom Anti-Demonstrationsbündnis hatte in einem Interview mit der „Jungle World“ erklärt, die Linkspartei und die AfD würden nur „sehr wenig“ unterscheiden. […] „Beide können sich mit dem Gemeinschaftskult, der hier herrscht, ganz gut arrangieren.“ Die Linkspartei habe mit ihrem Ost- und Regionalkult den Nährboden geschaffen für die AfD.

Alles Nazis, auch die Linken! Da hab ich eigentlich keine Fragen mehr.

8: Zum Abschluss mal wieder ein wunderbarer Comic von Jesus and Mo, halb On-, halb Off-Topic: