Kurznachrichten vom 18.07.2017

1: Das Gunda-Werner-Institut der grünen Heinrich-Böll-Stiftung hat ein neues WIKI über die bösen „Antifeministen“ gestartet. Für uns ebenso eine wertvolle Hilfe für Links und Vernetzungsmöglichkeiten. 😉

Ich habe ein wenig darauf herum gesurft. Da gibt es inhaltlich sicher viel zu kritisieren, aber das ist mir jetzt zu müßig, um jetzt in Einzelfälle einzusteigen. Das kann gerne wer anders übernehmen. Es wird auch viel über Gestalten referiert, mit denen ich nicht viel gemeinsam habe. Allerdings liegt es natürlich im Interesse der Grünen, den Eindruck zu erwecken, das sei alles rechts bzw. extrem rechts, was diese „Antifeministen“ so treiben.

2: Auf die taz ist wirklich Verlass. Nach der Kölner Silvesternacht, wer waren da die Schuldigen? Natürlich nicht Zuwanderer aus muslimischen Staaten, sondern – Männer. Und nach den Krawallen vom G20 waren es natürlich auch nicht Linksextreme, sondern – Männer. Ja, warum sind wir nicht gleich darauf gekommen? Unter dem Titel „Problematische Kerle: Debatte um toxische Männlichkeit“ walzt Redakteurin Nina Apin eine der feministischen Lieblingserfindungen, nämlich besagte „Toxische Männlichkeit“ aus. Der Artikel beginnt so:

Junge Männer mit entblößten Oberkörpern stürmen wie von Sinnen einer Wand von Polizisten entgegen. Junge Männer mit wutverzerrten Gesichtern schmeißen mit Flaschen, Steinen, Gehwegplatten. Junge Männer treten, völlig enthemmt und aus vollem Halse Beschimpfungen brüllend, gegen Schaufensterscheiben, fackeln Autos ab, plündern Läden.

So geht das ganze 14 Absätze in ähnlichem Stil weiter. In den letzten zwei Absätzen versucht sie dann alibimäßig die Kurve zu kriegen, was aber nicht mehr als ein Feigenblatt ist, um den triefenden Männerhass ein wenig zu kaschieren:

Dringend reden muss man jetzt erst mal über das Verhältnis der radikalen Linken zur Gewaltfrage. […] Vieles an Hamburg war toxisch. Und nur manches davon hatte direkt mit problematischen Kerlen zu tun.

Ja, müsste man. Dumm nur, dass dafür jetzt in diesem Artikel kein Platz mehr ist. Einer der Kommentatoren lässt sich tatsächlich aufs Glatteis führen:

Danke für die die Ehrenrettung für uns Männer, sofern dies gewollt war.

Da weiß man nicht mehr, ob man lachen oder weinen soll, denn das war genau das Gegenteil einer „Ehrenrettung“.

Ich wette darauf, dass bei der nächsten Nazi-Gewalttat ausnahmsweise mal wieder die Ideologie bzw. Sozialisation Schuld sein darf und nicht nur das Geschlecht. Wer hält mit?

3: Ich habe neulich über die Vorgänge im Freiburger Frauenbad berichtet, wo nach einigen Streitereien wieder männliche Bademeister eingesetzt werden. Jetzt gibt es eine Petition dagegen mit dem Ziel, wieder nur weibliche Bademeister zuzulassen:

Der Einsatz von männlichem Personal schließe nicht nur gezielt viele muslimische Frauen aus, sondern treffe auch Frauen, die aufgrund von Gewalterfahrungen oder sich schlicht abseits von alltäglichen Blicken und Übergriffen eine Auszeit wünschten, heißt es weiter in der Petition. „Zu glauben und zu verdeutlichen, Ruhe und Sicherheit im Damenbad nur durch die Präsenz und Aufsicht von männlichem Personal zu leisten, ist zutiefst reaktionär und sexistisch.“

4: Breit in der Presse wurde vergangene Woche über die „Vertrauliche Geburt“ berichtet, die es jetzt seit drei Jahren gibt und die bisher über 300 Frauen genutzt haben, z.B. beim DLF Kultur, der RP und bei der ZEIT. Bei dieser Art der Geburt bleibt die Mutter anonym, allerdings kann das Kind ab dem 16. Geburtstag ihren Namen erfahren. Den Namen des Vaters leider nicht, und dieser kann auch nichts dagegen tun. Die Beiträge thematisieren das unisono noch nicht einmal.

5: Genderama hat am Sonntag über einen von Edition F in der ZEIT übernommenen feministischen Artikel berichtet, der die Frauenquote unterstützt. Eine Studie aus Schweden soll gezeigt haben, dass die Quote auch das Kompetenzlevel der Männer erhöhe in den Posten, die ihnen nicht durch die Frauenquote weggenommen werden. Und woran misst diese Studie die Kompetenz? Ganz einfach: am Einkommen. Eine Kernthese der Studie, die die feministische Autorin bejubelt, mit der die Studie auch steht und fällt, ist also die Korrelation zwischen Einkommen und Kompetenz. Ich finde diese These zwar diskutabel, aber doch leicht abenteuerlich.So einfach ist das sicher nicht.

Aber nochmal zum Mitdenken: Was genau bedeutet das für die Analyse des Gender Pay Gaps, wenn man vom Einkommen auf die Kompetenz schließen kann? Mehrere Kommentatoren bei ZEIT Online weisen dezent darauf hin, dass das doch ein grandioses feministisches Eigentor ist.

6: Nun wirds zweimal Off-Topic, die beiden Themen passen aber hervorragend zusammen: Im Münchener Stadtteil Sendling musste ein alteingesessenes italienisches Restaurant schließen, weil ihm offenbar auf Betreiben zweier SPD-Funktionäre aus dem Sendlinger Bezirksausschuss der Pachtvertrag von der Brauerei gekündigt wurde. Das Vergehen des Wirts: Er hat sich geweigert, ein paar Pegida-Leuten Hausverbot zu erteilen, die sich regelmäßig bei ihm trafen. Wobei diese weder randalierten noch agitierten. Der Wirt meinte dazu:

„Die Leute kamen einzeln. Sie reden unter sich. Soll ich jeden nach seiner Gesinnung fragen? Ich bin Wirt und kein Spion!“

Womit er vollkommen recht hat. Wenn das ein Ausrutscher wäre, wäre das schon schlimm genug, aber diese Art von Gesinnungsterror scheint mir derzeit leider typisch für die SPD zu sein. Ist es jetzt so weit, dass Wirte als Spitzel eingespannt werden, und wenn sie sich weigern, verlieren sie ihre Existenz? Ist es jetzt schon so weit, dass „Rechtspopulisten“ das Recht verwirkt haben, zusammen ein Bier in einer Wirtschaft trinken gehen zu dürfen? Und wer genau waren in dieser Angelegenheit die Fremdenfeinde? Die, die dem italienischen Wirt Umsatz beschert haben, oder die, die ihm die Existenz kaputt gemacht haben? Danisch hat auch was dazu.

7: Am Samstag trafen sich 6000 Anhänger der rechten Szene und feierten im thüringischen Themar ein Rechtsrockfestival. Um so etwas künftig zu vermeiden, will Ministerpräsident Bodo Ramelow (LINKE) das Versammlungsrecht einschränken. Noch gerade eben haben ebenfalls Linke als Reaktion auf die G20-Krawalle als Lösungsmöglichkeit eine Lockerung des Vermummungsverbots eingefordert.

Für mich klingt das wie: Wenn wir für den Weltfrieden plündern und brandschatzen, dann soll uns bitte möglichst nichts daran hindern, zumindest keine Identifikation durch die Polizei, aber Nazis sollten sich noch nicht mal zum Musikhören und Biertrinken treffen dürfen. Den dezenten Unterschied zwischen den beiden Veranstaltungen, nämlich dass das Nazi-Treffen völlig friedlich und ohne Probleme abgelaufen ist im Gegensatz zu den G20-Randalen, würde man am liebsten unter den Teppich kehren.

Also wenn man schon das Vermummungsverbot abschaffen will mit der Begründung, dass es deeskalierend wirke, weil dann die Polizei diese Straftat nicht mehr verfolgen müsse, wäre es nach dieser Logik nicht auch deeskalierend, wenn man den Hitlergruß wieder legalisieren würde?

Wie da auf der linken Seite der moralische Kompass so dermaßen ins Schleudern geraten ist und man sich mehr und mehr in Freund-Feind- und schwarz-weiß-Kategorien zurückzieht und nur noch die Wagenburg verteidigt, ist schon frappierend. Ihr Linken, egal ob Sozis, Grüne oder „Linke“ oder sonstwie parteilich ungebunden, ehrlich, Ihr habt in diesem Zustand einfach fertig, und das ist elendiglich traurig für mich, weil ich mich eigentlich noch ein wenig zugehörig fühle. Aber in diesem Zustand darf man Euch einfach keine Verantwortung mehr überlassen, so leid es mir tut.

Schon wieder Homoehe: Die SPD kann’s auch nicht lassen

Ich hatte schon zwei Beiträge über die neuerliche kompromisslose Haltung der Grünen zum Thema Homoehe geschrieben. Die Grünen machen die Anerkennung der Homoehe zur Koalitionsbedingung.

https://geschlechterallerlei.wordpress.com/2017/06/21/homoehe-katrin-goering-eckardt-kanns-nicht-lassen/

und

https://geschlechterallerlei.wordpress.com/2017/06/17/noch-mehr-kurznachrichten/

Nun ist die SPD nachgezogen und macht dasselbe. Unter großem Jubel der Delegierten verkündet Kanzlerkandidat Martin Schulz, dass er keinen Koalitionsvertrag unterschreiben wird, der nicht die „Ehe für alle“ enthält.

http://www.zeit.de/video/2017-06/5482769608001/parteitag-spd-macht-ehe-fuer-alle-zur-Koalitionsbedingung

Das wird noch zu spannenden (bzw. unnötig nervigen) Verhandlungen mit der Union führen, die die Homoehe bisher noch ablehnt. Was ich an dieser Haltung von SPD und Grünen kritisiere, steht ausführlich in den beiden schon verfassten Artikeln und dazugehörigen Kommentaren und gilt nach wie vor. Der Kommentator ‚cero‘ hatte dazu den letzten Kommentar geschrieben,

Sorry, aber das ist doch albern. Es ist ein wichtiges Thema für eine große Anzahl an Menschen (ca 6% der Bevölkerung – https://daliaresearch.com/counting-the-lgbt-population-6-of-europeans-identify-as-lgbt/ ).
Zudem findet es eine breite Mehrheit innerhalb der Bevölkerung und der Parteien.

Was ist denn für dich ein „wichtiges“ Thema, dass es rechtfertigt eine Koalitionsbedingung zu werden?

 

auf den ich hier gleich antworte:

Nein ist es ist kein „wichtiges Thema“. Wie schon gesagt, die Homoehe verändert wenig. Sie ist vor allem eine Namensänderung. Also in erster Linie von symbolischem Wert.

6% sind eine große Anzahl an Menschen und natürlich müssen deren Interessen berücksichtigt werden, aber wie viele von denen wollen die „Ehe für alle“ überhaupt eingehen? Und selbst wenn sie sie eingehen: Wo ist jetzt die weltbewegende Veränderung für diese Bürger, die es rechtfertigt, von diesem Thema die Existenz der Regierung abhängig zu machen?

Dass die Homoehe eine breite Mehrheit in der Bevölkerung findet, mag sein. Das verändert aber nichts daran, dass die Homoehe eine Nebensächlichkeit ist (bzw sein sollte). In den Parteien gibt es dafür keine breite Mehrheit. Union und AfD sind dagegen. Beide zusammen könnten bis zu 50% (oder sogar mehr) kriegen.

Mit solchen Koalitionsbedingungen sollte man grundsätzlich vorsichtig umgehen. Nur wirklich richtungsweisende Entscheidungen sollten hier zum tragen kommen. Z.B. Energiewende, Umgang mit EU-Schuldern, Einwanderungspolitik, ausländische Spionage. Wenn es bei diesen Fragen zwischen den etablierten Parteien Konsens gibt, braucht man keine Koalitionsbedingungen. So kann man ganz entspannt zusammen fair, demokratisch und zielorientiert regieren. Aber nee… die sehr geehrten Wählerinnen und Wähler wollen ja belustigt werden. Mit Kampf und mit Ideologie. Mit Identität und mit Abgrenzung. Und dafür braucht es aufgeblasene Reizthemen.

 

Kurznachrichten vom 01.06.2017

1: Der Schlager der Woche in geschlechterpolitischer Hinsicht ist natürlich der Wechsel im Ministerium für alle außer Männer (=BMFSFJ). Manuela Schwesig verlässt den Ministerposten, durchbricht eine weitere gläserne Decke und wird Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern. Sie wird also quasi die Vorpommeranze.

Ihr folgt Katharina Barley (ebenfalls SPD) im Amt der Familienministerin. Der Tagesspiegel schreibt:

Ihre Aufgabe sieht sie dabei vor allem im Kampf um grundsätzliche Haltungen. In den knapp vier Monaten bis zur Bundestagswahl gebe es keine großen Gesetzgebungsvorhaben mehr, sagte Barley am Dienstag in Berlin. Aber es gebe laufende Projekte und „vor allem die große Linie, die gesellschaftspolitische Linie, und um die geht es.“ Wie man zu Gleichberechtigung, Vielfalt und Demokratie stehe, sei eine „grundsätzliche Frage“.

Mit anderen Worten: Es wird sich nichts groß ändern. Für Männerbewegte eher eine schlechte Nachricht. Es war aber auch nichts anderes zu erwarten, solange die SPD dieses Ministerium besetzt hält.

2: Menstruation ist völlig unnötig und nur eine fiese Verschwörung der vermaledeiten Fleischesser, findet eine vegane Feministin. Durch Veganismus könne frau sich davon befreien, berichtet die Brigitte, deren Journalistin anscheinend nicht ganz davon überzeugt ist.

3: Katrin Göring-Eckhard begrüßte auf dem gerade beendeten Kirchentag Zuhörer mit der Ansprache „Liebe Kinderinnen und Kinder“ und kassierte dafür einen Shitstorm. Daraufhin beteuerte sie, dass sie das doch gar nicht ernst gemeint habe. Das sei „Selbstironie“ gewesen. Nun ja, immerhin kommt es in letzter Zeit nicht nur bei AfDlern vor, dass man hinterher darauf besteht, das wäre ja alles anders gemeint gewesen. Auch die Politkorrekten hauen einfach mal nen Spruch raus (Margot Käßmann!) und hinterher ist man eben absichtlich missverstanden worden. Man sollte allerdings als politischer Beobachter schon sehr darauf achten, wer wem was durchgehen lassen will und wem nicht. Ein wirklich vernünftiger, ausgewogener Beitrag zum Thema Käßmanns kleinem Arierparagraphen kam übrigens von Gerd Buurmann.

4: Das „guerilla sculpting“ in der New Yorker Wall Street geht weiter. Eine feministische Bildhauerin hatte vor einigen Monaten eine Skulptur namens „Fearless Girl“ einer anderen Skulptur eines kraftvollen Bullen gegenüber gestellt, wodurch sich dieser Bildhauer beleidigt fühlte, weil die zweite Skulptur die positive Ausstrahlung seines Bullen in eine negative verwandele (m.E. zurecht). Pikant an der Geschichte war, dass beide Bildhauer keine Genehmigung zum Aufstellen von der Stadtverwaltung eingeholt hatten. Soweit zur Vorgeschichte.

Jetzt hat ein dritter Bildhauer eine dritte Skulpur hinzugestellt, um wiederum das „Fearless Girl“ lächerlich zu machen, nämlich einen kleinen Hund, der ihr ans Bein pinkelt.

pissed_fearless_girl

Das finden jetzt allerdings einige Frauen frauenfeindlich:

But many female passers-by Monday said “Fearless Girl” has come to represent women taking on Wall Street — and just about anybody else standing up to financial firms — and that Gardega’s peeing dog is misogynistic.

Ich find’s ok. Wer austeilt, muss auch einstecken können. Zur Gleichberechtigung gehört, dass das auch Frauen nicht erspart bleibt.

5: Onyx macht sich mal wieder zum Horst. Zitate aus dem Zusammenhang reißen, nicht verlinken, damit auch keiner ihre Behauptungen überprüfen kann, erst behaupten, dass niemand einem Statement in einem Blog-Kommentar (das nur sie verwerflich findet und alleine ausreichend, um die ganze Männerrechtsbewegung zu „entlarven“) widersprochen habe, dann zurückrudern mit der Einschränkung, dass niemand SOFORT widersprochen hat, oder halt nur lau. Will aus einer Mücke einen Elefanten machen, hat aber allenfalls den Mückenschiß dazu. Wie man das eben von Onyx kennt. Ach, wer sich den Quatsch antun will, selber nachlesen…

6: Bei den Störenfriedas leidet eine Autorin namens Nimue unter dem „manspaining“ ihres Freundes, der sich als „misogynes Arschloch“ herausstellt, weil er ihr einen Tipp gibt, wie sie ihre Vagina in fortgeschrittenem Alter in Form hält. Leider findet sie später heraus, dass er dummerweise recht hat und sie diese Info vorher von ihrer (evtl.) inkompetenten Frauenärztin nicht bekommen hat.

Warum hat mir das meine Frauenärztin nicht gesagt? Warum weiß ich das nicht über meinen eigenen Körper? Warum muss mich mein Freund darüber aufklären und damit meiner berechtigten Kritik an seinen Vorstellungen einer engen Vagina jede Grundlage entziehen?

Schuld an alledem ist danach dann weder ihre Frauenärztin noch ihre Faulheit, ein paar der in die Hunderte oder Tausende gehenden Aufklärungsbücher, die sich auf dem Markt befinden, zu lesen, sondern das „ständige, vollinvasive Vorgehen der Gynäkologie“, das „Ausdruck männlicher Gewalt über Frauenkörper“ ist. Schuld ist natürlich auch die Pornoindustrie, die falsche Vorstellungen verbreitet. Ach was? Und ich dachte immer, das seien seriöse Dokumentarfilme!

Also, wenn ich das richtig verstehe, übt ihre Frauenärztin durch ihr Nichtwissen männliche Gewalt auf sie aus. Kann man so sehen. Oder auch nicht. Ein wirklich amüsantes Beispiel von Realsatire.

7: Wieder ein wenig off topic: Der linke Philosoph Slavoj Žižek lässt sich in der NZZ (wo sonst) über Political Correctness aus, speziell in der Queer-Szene. Durchaus lesenswert:

Ironischerweise ist nun bei diesem Umzug die Vergangenheit fast spiegelbildlich verkehrt. Jetzt ist es die Heterosexualität, die geduldet ist, wobei erwartet wird, dass die heterosexuelle Mehrheit ihre Präferenzen nicht mehr mit allzu viel Stolz zur Schau stellt. Dies würde sofort als heterosexistisch denunziert. […]

Alle haben sich an die offizielle Sprachregelung zu halten, alle haben das angeblich subversive Potenzial alternativer, in Wahrheit jedoch privilegierter Lebensentwürfe zu loben und zu preisen.

Fundstücke: Nachklapp zur NRW-Wahl 2017

Nachdem ich gestern bereits einige Fundstücke zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2017 gebracht habe und das Thema bei Alles Evolution diskutiert wurde, heute ein wenig Analyse, um einer Dolchstoßlegende entgegenzuwirken. Ich hatte das schon im Artikel „Feindbild weißer Mann“ für die US-Präsidentschaftswahlen und für die österreichische Präsidentschaftswahl gemacht und Jonas hatte das dankenswerterweise für Frankreich übernommen.

Der Legende nach zeigen Männer und Frauen ein vollständig unterschiedliches Wählerverhalten, gemäß dem Mythos, dass Frauen und Männer grundsätzlich gegeneinander kämpfen müssten und würden. Männer wählten angeblich vor allem rechts und Frauen links.

Wie bekämpft man einen solchen Mythos? Ich schlage vor, bei jeder Wahl, für die die Daten vorliegen, die aufzuführen.

Für NRW lieferte diese die Umfrage: Wer wählte wen? (Infratest dimap):

Partei Männer Frauen Differenz F-M
CDU 33 34 +1
SPD 30 32 +2
FDP 13 12 -1
AfD 9 5 -4
Grüne 5 7 +2
Linke 5 4 -1

Alles bis 2% halte ich sowieso für statistisches Grundrauschen oder eine Fehlermarge. Der einzige Blip auf dem Radar wären die leicht höheren Werte bei der AfD für Männer, aber da hört es auch schon auf. Von zwei „klar unterscheidbaren Gruppen“ kann hier nicht die Rede sein. Auch wenn nur Frauen gewählt hätten, wäre die AfD nach diesen Zahlen in den Landtag gekommen.

Der Postillon hat inzwischen in schöner Tradition eine gute Analyse für die SPD vorgelegt: Freundliches Gesicht reicht offenbar doch nicht, um 17 Jahre unsoziale Politik vergessen zu machen

Aktualisierung: Lucas Schoppe mit einer ernsten Analyse.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Bei „Alles Evolution“ wurden bereits Zweifel geäußert, ob die FDP ihren Einsatz für Männer, Väter und Jungen nicht wieder fallenlassen würde, sobald sie an der Macht sei. Nun bin ich ja ebenfalls Pessimist, aber bis das passiert, hat die FDP noch ein männerdiskriminierendes Beförderungsgesetz weniger als Rot-Grün und einen positiven Einsatz im Landtag mehr auf dem Konto!

Walter Scheel: Hoch auf dem gelben Wagen

Fundstück: „Mehr Vater wagen“

Das Grußwort zum Zweiten Deutschen Gender-Kongress, auf den ich bereits hingewiesen hatte, hat es in sich:

Ein halbes Jahrhundert nach Willy Brandts legendärer Aufforderung an uns alle, „mehr Demokratie zu wagen“, würde er uns heute vermutlich dazu auffordern, „mehr Vater“ zu wagen. Gerade mit Blick auf die anstehende Bundestagswahl und die fortschreitende Männerdiskriminierung. Wer sich nur in den Echokammern seines immer gleichen Meinungsumfeldes aufhält, wird niemals das genießen, was unsere Demokratie ausmacht: „Meinungsvielfalt und Meinungsfreiheit“.

Na, das ist doch mal ein knackiger Spruch: Mehr Vater wagen.

Das drückt in wenigen Worten aus, was wirklich anliegt. Genügend Männer wären bereit, Verantwortung zu übernehmen – der Staat macht es ihnen nur unnötig schwer bis unmöglich, das auch zu tun. Vater Staat ist ein schlechter Ersatzvater.

Hier wird genannt, was Lutz Bierend bei fatherleft und als Superlutz immer wieder angeführt hat. Auch Lucas Schoppe hat es ständig auf der Tagesordnung.

Es passt zur FDP, die das Wechselmodell als Standard fordert. Es spricht aber auch SPD-ler alter Schule an, die sich wehmütig daran erinner, für was ihre Partei mal unter Willy Brandt stand.

Und ganz nebenbei wird auch noch angesprochen, wo wir wirklich mehr „Diversity“ benötigen: Bei den Meinungen! Das ist immer noch das beste Rezept gegen eine postfaktische Gesellschaft.

Also, das wäre auch etwas zum Hingucken für Manuela Schwesig. Wenn sie denn wollte.

Das Grußwort steht derzeit bei www.genderkongress.org und vaeter-netzwerk.de. Dauerhaft wird es bei Genderama nachzulesen sein.

Aktualisierung: Lucas Schoppe zum selben Thema.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Wenn es um Väter geht, die (wieder) am Leben ihrer Kinder teilhaben…

John Williams: Father and Son Reunited

Fundstück: Die Geschichte eines überwundenen Mannes

Der Westerwald-Bote hat jetzt sein eigenes Blog namens „Geisterzeiten“ und dort vor einigen Tagen eine ganz traurige Geschichte veröffentlicht. Der Titel enthält ein berühmt-berüchtigtes Zitat aus dem Grundsatzprogramm der SPD – und letzten Endes ist das auch die richtige Einstimmung in das Thema.

Man findet hier auf engstem Raum einige zentrale Wahrheiten über das „Mann sein“ versammelt: Als erstes die männliche Verfügbarkeit, die schon Jungen eingetrichert wird – entgegen allem Gerede von dem Wert, den angeblich alle Menschen „einfach so“ hätten. Wer nicht mehr nützlich ist, wird weggeworfen. So sieht sie aus, die traditionelle Beurteilung nach Verwertbarkeit.

Als zweites, wie stark davon wiederum der Wert auf dem Partnermarkt abhängig ist. Wer als Mann mit Beruf, Geld, Status ein Problem hat, hat schnell gleich noch weitere dazu!

Als drittes, wie eine Trennung einem Mann komplett den Boden unter den Füßen wegziehen kann. Als viertes, dass Männer in der Not weniger Hilfsangebote zur Verfügung haben. Und schließlich als fünftes eine ganz anschauliche Begründung, warum die Suizidrate bei Männern um ein Vielfaches höher ist als die von Frauen.

Mein Vorschlag für die menschliche Gesellschaft: Die Gesellschaft, die so mit Männern mit umgeht, gehört überwinden!

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? An das Lied musste ich als erstes denken bei dem Blognamen…

Die Ärzte: Geisterhaus

Fundstück: Gewaltschutzwohnungen in Sachsen

Wie Gleichmaß e.V. berichtet, wurden Gewaltschutzwohnungen für Männer in Dresden und Leipzig eröffnet. Das ist für sich schon ein großer Erfolg!

Interessant wird es, wenn man die Umstände der Eröffnung mit denen der Gewaltschutzwohnung in Gera vergleicht:

a) Landesregierung Thüringen (Rot-Rot-Grün): keine Unterstützung.
b) Landesregierung Sachsen (Schwarz-Rot): 100.000 € Unterstützung, von der Sächsischen Staatsministerin für Gleichstellung und Integration Petra Köpping (SPD) „persönlich unterstützt und forciert„.

Das ist doch eine hervorragende Vergleichsmöglichkeit, unter welcher Landesregierung und mit welchen Parteien sich etwas tut. Natürlich ergibt sich hier kein Schwarzweißbild, denn die SPD ist an beiden Regierungen beteiligt, aber darum geht es ja auch nicht: Für die innerparteiliche Diskussion ist das zum Beispiel eine wertvolle Anregung. Dass die SPD einmal nicht, weil sie die menschliche Gesellschaft will, „die männliche überwinden“ muss, und dann auch noch eine Ministerin für Gleichstellung diesen Schritt in die richtige Richtung trägt, ist eine Ausnahme von der Regel, die ich mir öfters wünsche. Bitte mehr von so einem Wettbewerb der Ideen und Taten!

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Ein beachtlicher Name für eine Band aus North Carolina…

Sorry about Dresden: Sick and Sore

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