Feminismuskritik heilt Tourette-Syndrom! – Der kuriose Wandel des Shlomo Finkelstein und die gruppenbildende „Anti-SJW-Identität“

Heute hab ich endlich das zwei-stündige Video „Ursachen der Flüchtlingskriminalität“ von den beiden Youtubern ‚Doktorant‘ und ‚Shlomo Finkelstein aka Die Vulgäre Analyse‘ zu Ende geschaut. (ist schon vom 21.07.) Zunächst eine gewisse Einführung in die Thematik und wer die beiden sind:

Doktorant ist das Pseudonym eines anonymen Biologen, der sich insbesondere dadurch hervorgetan hat, dass er mit Youtube-Videos Feminismus, Gendertheorie und Identitätspolitik aus (evolutions-)biologischer und politisch linksliberaler Sicht kritisiert. Er zeichnet sich dabei durch einen betont neutralen, wissenschaftlichen und sehr Statistik-lastigen Stil aus. Dabei schafft er es aber meistens, äußerst geistreich und anschaulich zu argumentieren. Er hält sich mit seinen Urteilen grundsätzlich zurück, wenn ihm die Faktenlage nicht klar ist. Seine Lieblingswörter sind „Daten“ und „anschauen“. Manche seiner Videos haben inhaltlich den Wert von wissenschaftlichen Arbeiten, wie sie im akademischen Bereich Standard sind (bzw. sein sollten). Zum Thema Flüchtlinge und Islam hatte sich Doktorant vor dem Video mit Finkelstein noch nicht geäußert.

Shlomo Finkelstein aka DVAist das Pseudonym eines anonymen Youtubers, dessen Markenzeichen ist, dass er vor allem Islam, Feminismus und „Gutmenschentum“ bzw. „Social Justice Warriors (SJWs)“ in maximal beleidigender Form in den Dreck zieht, Schweinespeck auf dem brennenden Koran grillt, Andersdenkende regelmäßig als wertlose Vollspastis ansieht und inhaltlich auf eher bescheidenem Niveau argumentiert. Dumm ist er nicht, auch kein klassischer Neurechter etc. doch das rhetorische Niedermachen des Andersdenkenden und -glaubenden steht bei ihm definitiv im Vordergrund. Er verkauft sich nicht durch Seriösität und Intellekt sondern; ähnlich wie z.B. Akif Pirinçci; durch exzessiv zur Schau getragene politische Unkorrektheit und massig Fäkalsprache. Wie Pirinçci kommt er mir als wütender gekränkter Narzisst daher. Finkelsteins Lieblingswörter sind „ich“ und „fick“. Seine Videos haben daher einen gewissen Unterhaltungswert (wenn man Tourette-Patienten und Mein Kampf lustig findet, wird man auch mit ihm seinen Spaß haben). Manchmal können sie auch zum kritischen Nachdenken anregen oder sind sehr origineller witziger Spott auf dümmliche Diversity-Ideologen. Doch abgesehen davon sind sie nach wissenschaftlichen Standards wertlos und nach journalistischen Standards meist hochgradig tendenziös. Sie sind oft der Prototyp von dem, was Heiko Maas als „Hatespeech“ verbieten möchte.

Beide Youtuber sind also sehr unterschiedlich. Das einzige, was sie verbindet ist ihre ablehnende Haltung zur Identitätspolitik der „SJW“-Bewegung und insbesondere zum zeitgenössischen Feminismus. Und genau dies hat sie nun zusammengebracht. Beide hatten ein beliebtes Opfer; nämlich den öffentlich-rechtlich finanzierten Youtube-Kanal „Jäger&Sammler“, bei dem auch die völlig verblödete aber um so mehr von sich selbst überzeugte Feministin Suzie Grime und der dusselig-nervige „Antirassismus“-Aktivist Tarik Tesfu zu Wort kommen, dessen Qualität vor allem darin besteht ein schwarzer schwuler Hipster zu sein. Des Weiteren gibt’s da noch Nemi el-Hassan, deren wichtigste Lebenswerke sind, dass sie ein Kopftuch trägt aber trotzdem emanzipiert ist und diskriminiert wird aber trotzdem hübsch lächeln kann und dann noch weitere Gestalten, die ich nicht kenne und wahrscheinlich auch nicht kennen muss. Das Programm soll politische Aufklärung für Jugendliche darstellen, ist aber meist nur oberflächliches Political Correctness und Diversity-Kasperletheater für die Kids. Dieses Youtube-Projekt hat nun – wie das nun mal so ist, wenn man die Leute GEZ-finanziert für dumm verkaufen will – ein großes Problem mit „Hatespeech“ (also anderen Meinungen) und ist daher auf die selbstgerechte Idee gekommen, den bösen Nazis, die sie immer in den sozialen Medien haten eine „Hass-Therapie“ anzubieten. Dafür boten die Neger&Gammler den drei Youtubern, die sie „für den meisten Hass verantwortlich machen“, ein Gespräch in Berlin an, um die Welt endlich ein Stück weit vom grausamen Joch des Meinungspluralismus zu „therapieren“. Diese fiesen Oberhater, die dafür eingeladen wurden, waren nun Doktorant, Shlomo Finkelstein und noch ein Dritter namens Dorian, der hier jetzt keine Rolle spielt.

Das Gespräch kam leider nicht zu Stande. Warum, ist jetzt nicht wichtig. Wichtig ist, dass durch die ganze Aktion der Jäger&Sammler zwei Charaktere zusammenkamen, die kaum zueinander passen und sich unter normalen Umständen wohl eher aus dem Weg gehen würden. Doch diese haben nun bereits drei Videos zusammen gemacht und eines davon ist das oben verlinkte „Ursachen der Flüchtlingskriminialität“. In dieser Youtube-Diskussion zwischen dem Doktorant und Finkelstein geht es um die Frage, ob die häufigen Sexualstraftaten von muslimischen Einwanderern in Deutschland direkt mit dem Islam zu tun haben. Finkelstein meint, „ja“, kann dies aber nicht ausreichend begründen und Doktorant meint „weiß nicht“, weil er keine ausreichende Begründung sieht. Das war’s eigentlich schon. Inhaltlich ist das Video daher nicht so super spannend, auch weil beide bei dem Thema auch nur Zeitungsleser sind. Doch sehenswert ist es aus einem anderen Grund: Weil dort ein kleines Wunder geschehen ist.

Shlomo Finkelstein wurde plötzlich von seinem aufgesetzten Tourette-Syndrom geheilt und konnte während des gesamten zwei-stündigen Videos ganz normal reden. Und das obwohl es in dem Dialog um sein absolutes Lieblingsthema geht; nämlich den kausalen Zusammenhang zwischen Islam und Widerwärtigkeit. Nur ganz selten musste er unbedingt mal „Fick“ sagen (was sollen sonst die Leute denken, schließlich hat er viele Fans zu verlieren) aber ansonsten argumentierte er ruhig und sachlich. Niemand wurde schwer beleidigt, sämtliche Koranexemplare in greifbarer Nähe wurden verschont. Er konnte sogar – aufpassen! – seine eigene islamfeindliche Position in Frage stellen und verschiedene Sichtweisen abwägen. Hammerhart! Und das, obwohl der Doktorant eine Sicht auf muslimische Flüchtlinge offenbarte, die Finkelstein höchstwahrscheinlich als „schwachsinnige naive SJW-Fotzen-Scheiße“ und „Leck-mich-am-Arsch-Islamfaschismus-Fick-Relativierung“ oder dergleichen gelten würde, wenn sie jemand aus dem linken politischen Lager geäußert hätte. Doch nun kann er auf einmal seine penetrant nervige ultra-arrogante „dass ich Recht hab ist absolut klar und wer das nicht einsehen will ist Abschaum“-Attitüde komplett ablegen. Wie kommt das? Spontaner Sinneswandel? Ist Finkelstein kurz vor dem Gespräch Gutmensch geworden? Macht er heimlich ’ne „Hasstherapie“ mit Nemi el-Hassan, die ihn solange anlächelt und ‚Islam ist Frieden‘ sagt, bis er hypnotisiert und zu Tränen gerührt in ihre Arme fällt?

Leider nein; es gibt andere Gründe. Er ist Narzisst. Und die etablierten linken Meinungsmacher, die ihn und seinesgleichen als boshafte Nazi-Ketzer ansehen und mit ihrer aufdringlichen Verlogenheit seinen Geschmack beleidigt haben, haben ihn schwer gekränkt. Und so geht’s vielen. Nur beherrschen sich die meisten halt trotzdem. Aber nicht Finkelstein. Er will Rache. Und die schweren Beleidigungen, mit denen er seine Videos ausschmückt, sind eben nicht einfach nur vulgär-polemische Überspitzung seiner Meinung, sondern sie erfüllen genau diese Funktion. Mit ihnen zahlt er es den politisch-korrekten SJW-Beknackten heim. Aber warum sollte er sich am harmlosen Doktorant rächen? Ich verwette meinen fucking islamophilen Arsch darauf, dass der Dok sogar dann ungefickt geblieben wäre, wenn er explizit gesagt hätte, dass er eine Mitschuld des Islams an der Flüchtlingskriminalität ausschließt. Denn seinen Bruder fickt man eben nicht.

Was lernen wir draus? Je nachdem mit welcher Seite Finkelstein gerade redet, passt er seine Rethorik, seinen Stil und sogar seine Meinung an. Denn nur so ist erklärbar, weshalb sich Finkelstein im Dialog mit Doktorant nicht kämpferisch geben musste. Schließlich musste er sich ja hier nicht mit den verfeindeten SJWs messen, sondern nur mit einem „Gleichgesinnten“ von der anscheinend „eigenen Seite“, der halt nur eine etwas andere Meinung vertritt.

Ferner wurde durch die Aktion „Hasstherapie“ der J&S eine problematische Gruppenidentität geschaffen, die es möglich machte, dass ein lösungsorientierter Wissenschaftler wie Doktorant mit einem islamfeindlichen Schwadroneur wie Finkelstein zusammen Videos zu macht. Beide gehörten nämlich in Folge der unnötigen und eben polarisierenden Auseinandersetzung mit den selbstgerechten Linken von J&S der „Anderen Seite“ an, nämlich dem Lager der „politisch-Unkorrekten“ – den „Anti-SJWs“. Beide saßen im selben Boot. Und als die Bootsfahrt eigentlich zu Ende war, sind sie einfach drin sitzen geblieben und noch mal rausgefahren. Die Tatsache also, dass Doktoant und Finkelstein u.a. die Feminismuskritik teilen und daher vermeintlich eine Gruppe bilden, hat letzteren von den nervösen vulgären Ausfällen seines vorlauten Mundwerks befreit.

Wieso ist mir dieser blöde Finkelstein so wichtig, dass ich so einen langen Artikel darüber schreibe? Weil ich glaube, dass Finkelsteins Lagerdenken ein anschauliches Beispiel für ein tiefliegendes Problem der Anti-SJW-Bewegung ist. Wie harmlos wäre Finkelstein, wenn er sich in all seinen Videos nicht dem entmenschlichten SJW-Zeitgeist gegenübersehen würde, sondern einfach nur gleichrangigen Mitbürgern, die halt eine andere Meinung haben als er? Was wäre, wenn er sich nicht dauernd im destruktiven Lagerdenken des Finkelstein vs. SJW-Modus befinden würde, sondern konsequent im konstruktiven Finkelstein vs. Doktorant-Modus? Es würde garantiert kein Koran gegrillt werden und keine Fotze müsste gefickt werden, weil sie die falsche Meinung vertritt.

Jeder, der das hier liest, fasse sich an bzw. in die eigene Nase und prüfe, wie groß der Finkelstein ist, der in ihm steckt. Denn dieser identitätspolitische Popel ist ein generelles Problem aller, die sich vom herrschenden politisch-korrekten linken Diskurs abgestoßen fühlen. Wie würden wohl unsere Meinungsäußerungen und Argumentationen aussehen, wenn wir uns nicht einem wahnsinnigen quasi-entmenschlichten übermächtigem Feind gegenübersehen würden (z.B. dem Staat, den Medien, dem linken Zeitgeist, Dem „System“ oder der „Islamisierung“), sondern ganz normalen Mitbürgern, die halt einfach eine andere Meinung haben? Man könnte einfach seine Ansichten austauschen, zu einer Lösung kommen oder am Ende einsehen, dass man eh keine Ahnung hat und fertig. Das ganze kann man natürlich leicht weiter spinnen: Pegida-Demonstranten müssten sich keine Volksverräter und Lügenpressen, die das deutsche Volk austauschen wollen, herbei phantasieren, dauerrasende Berserker wie Hadmut Danisch könnten mal ’ne Woche Urlaub nehmen und in sich gehen bevor sie heißlaufen wie ein MG im Grabenkrieg und WikiMANNia, bräuchte sich kein Frauenbild zusammenbasteln, das an nationalsozialistische Rassentheorien erinnert. Sie alle müssten es nur schaffen sich der Anti-System oder Anti-SJW-Identität zu verweigern. Dann würde es keinen Krieg der Vorwürfe, sondern einen Austausch der Ansichten geben. Selbiges gilt natürlich für die „andere Seite“.

 

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Fundstück: Es kommen andere Zeiten

Gefunden via Matze in den Kommentaren bei Alles Evolution: Ein Bob-Dylan-Klassiker in einer Version für Lügner und Manipulatoren (SJW).

Chris Ray Gun: „The Times They Are A-Changing“ – Social Justice: The Musical

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Es ist naheliegend, auch das Original einzubinden…

Bob Dylan: The Times They Are A-Changin‘

Kurznachrichten vom 13.06.2016

1: Der Fall Gina Lisa Lohfink war einer der Aufreger der letzten Tage. Sie hat einen Strafbefehl über 24.000 Euro wegen falscher Verdächtigung erhalten, weil sie zwei Männer der Vergewaltigung bezichtigt hatte, und kämpft nun vor Gericht dagegen. Feministinnen spangen sofort bei und sangen beim Hashtag #TeamGinaLisa das Hohelied der Definitionsmacht. Und wiederholten wie immer den Nonsens, dass ein Nein nicht ausreiche, um wegen Vergewaltigung zu verurteilen. Ich kann nicht beurteilen, ob da wirklich eine Vergewaltigung stattgefunden hat, denn ich habe nicht mal das öffentlich zugängliche Video gesehen, geschweige denn die längere Form, die nur den Prozessbeteiligten bekannt ist.

Gut finde ich an dem Fall, dass das Thema Falschbeschuldigung und die Möglichkeit, dass eine solche auch ernsthafte Folgen haben kann, endlich einmal breit diskutiert wird. Blöd nur, dass das evtl. tatsächlich der falsche Fall dafür ist. So wie ich die bisherigen Infos bewerte, ist das beileibe nicht so komplett einvernehmlich abgelaufen. Die andere Frage ist natürlich, ob man das auch beweisen kann. Den Vogel abgeschossen hat für mich da aber Lohfinks Anwalt Burkhard Benecken mit der Aussage:

„Dass Gina mit ihrer Beschwerde vom Opfer zur Täterin gemacht wird, ist ein katastrophales Signal an jedes Mädchen, das eine Straftat anzeigen möchte“, sagt er. „Wenn du nicht einmal sagen darfst, wie du selbst eine Tat erlebt hast, wenn du deine eigene Wahrnehmung nicht schildern darfst, ohne zu riskieren, dafür angezeigt zu werden, dann werden künftig noch weniger Frauen zur Polizei gehen.“

Ähm, nein. Man kann nicht einfach rumlaufen und jedem, der es nicht hören will, verklickern, dass man von dem oder jenem vergewaltigt wurde, ohne dass man es beweisen kann. Wenn man jemand einer schweren Straftat bezichtigt und das nicht beweist, dann ist das Verleumdung und Rufschädigung. Da beißt die Maus keinen Faden ab und das sollte ein Anwalt auch wissen.

Wenn wir Männer bei einer solchen Angelegenheit etliche Jahre Knast riskieren, ist es nur recht und billig, wenn die Frauen da immerhin ein paar Tagessätze riskieren, die bei Frau Lohfink wohl auch ziemlich üppig ausgefallen sein dürften, was den doch ziemlich teuren Strafbefehl erklären würde.

In einem Punkt muss ich allerdings den Feministinnen beipflichten: Das bisherige Vorleben von Frau Lohfink mit Pornodrehs, Parties, diversen Liebhabern und sonstigem Lotterleben kann in keinem Punkt ein Argument dafür sein, ihr von vorneherein nicht zu glauben. Auch ein Halbwelt-Girl und Pornosternchen hat ein Recht darauf, eine Vergewaltigung anzuzeigen, wenn es denn eine war. Das sollte eigentlich selbstverständlich sein.

2: Seit einigen Tagen gibt es in München Ärger um ein überdimensioniertes Werbeplakat für Bademoden am Marienplatz. Für die SZ ist das natürlich Sexismus. Da das Plakat direkt gegenüber vom Rathaus steht, von dem aus man den freien Blick darauf hat, ist die Gleichstellungsbeauftragte besondern pikiert. Offensichtlich würde sie lieber die beschaulichen Bau-Container betrachten, die von dem Plakat verdeckt werden, weil dort gerade Hugendubel seine Filiale umbaut.

3: Allzu verhüllt will man es in Bayern dann doch nicht haben. Ärger gibt es nämlich auch um ein Burkini-Verbot im Schwimmbad Neutraubling. Und schon wird dem Bürgermeister Rassismus vorgeworfen. Bei der Welt setzt Hermann Weiß die beiden Ärgernisse in Zusammenhang und kommentiert, wie heldenhaft die Grüne Jugend das Recht von Frauen verteidigt, sich selbst unsichtbar zu machen.

4: Wir bleiben auch gleich beim Thema, aber um einige intellektuelle Level darüber: Einen überaus lesenwerten Essay von Magnus Klaue darüber, wie sich islamische und „antisexistische“ Prüderie derzeit die Hand geben, habe ich bei der Redaktion Bahamas gefunden. Ein Auszug:

Alle politischen Initiativen, die seither als Reaktion auf die Vorfälle von Köln angekündigt oder schon durchgesetzt wurden, dienen dieser Versöhnung: die Schaffung juristischer Grundlagen zwecks schnellerer Abschiebung „krimineller Asylanten“, was am allerletzten die Angehörigen des Kölner Mobs treffen wird, denen sich in den seltensten Fällen individuell Straftaten werden nachweisen lassen, sondern Gelegenheitsdiebe und andere Kleinkriminelle, die durch ihr gesellschaftlich völlig bedeutungsloses Fehlverhalten den Anspruch auf Hilfe durch die Volksgemeinschaft verspielt haben; die Verschärfung des Sexualstrafrechts, mit der sich gegen die Etablierung der Taharrush gamea auf europäischen Großstadtplätzen nichts ausrichten lässt, die aber jedem Migranten, der aus Unsicherheit oder Unwissen im Café oder in der Diskothek die falsche Frau zu früh an falscher Stelle berührt, die erhoffte bessere Zukunft zerstören kann; das geplante Verbot „sexistischer Werbung“, von dem sich schon gar nicht mehr sagen lässt, ob es eher antisexistischen oder islamischen Sittenwächtern gefallen will und das die letzten Spuren jener Liberalität aus dem öffentlichen Raum zu tilgen hilft, die nicht wenige Migranten überhaupt erst zur Einwanderung motiviert hat.

5: Arne Hoffmann durfe ja mal wieder im Fernsehen auftreten. Immerhin durfte er seine Positionen halbwegs unverfälscht darlegen. Aber wie auch bei dem berüchtigten SZ-Artikel hat man natürlich wieder ein abschreckendes Beispiel, eine schlechte Karikatur eines angeblichen Männerrechtlers namens „Manfred“ dagegenstellen müssen. Und selbstverständlich darf man einen Männerrechtler nicht einfach so reden lassen, ohne dass irgendwer die feministische Gegenposition vertritt und das alles für Unfug erklärt. Wie die Machtverhältnisse sind, erkennt man alleine schon daran. Dass man im deutschen Fernsehen immer dann, wenn eine Feministin ihre Positionen darlegt, gleich einen Maskulisten nach der Gegenposition befragt, ist schlicht unvorstellbar. Immerhin hat auch die Gleichstellungstante dem Klischee einer Feministin total entsprochen.

6: Reason TV nimmt die Vorstellung aufs Korn, dass alleine die Tatsache, dass Hillary Clinton eine Frau ist, schon ein Argument dafür sei, sie zu wählen.

7: Vorsicht, Parodie: Social Justice Warriors in a nutshell, erklärt in neun Sekunden:

8: Weitgehend OT: Angesichts des Massakers von Orlando macht sich Spiegel Online mal so richtig zum Horst. Erst steht da noch:

Der Kongressabgeordnete Adam Schiff – ein Demokrat, der im Geheimdienstausschuss sitzt und normalerweise nicht zu politischer Panikmache neigt – sagt auf CNN später, er habe gehört, der mutmaßliche Täter habe der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) einen Treueschwur geleistet. „Dies sieht aus wie radikaler Islam“, sagt auch sein republikanischer Kongresskollege Devin Nunes, der gut informierte Vorsitzende des Geheimdienstausschusses.

Nur um zwei Absätze später folgenden Satz rauszuhauen:

Warum der Täter – im Juni, dem „Gay Pride Month“ – einen Nachtklub für Schwule und Lesben wählte, bleibt unklar.

Man findet sicher wieder haufenweise Mäuse, die den Porzellanladen zerdeppern, wenn man den Elefanten einfach nicht sehen will.

9: Noch schnell ein Nachtrag: Eine Niederländerin bringt in Katar eine Vergewaltigung zur Anzeige. Stattdessen wird sie wegen wegen außerehelichen Geschlechtsverkehrs festgenommen. Noch keine Reaktion von feministischer Seite zu hören. Vermutlich will man der falschen Seite nicht in die Hände spielen.

Fundstück: Sargon of Akkad und die Rangliste der Privilegien

Sargon of Akkad, den ich zuletzt im Februar erwähnte, hat einen Ausschnitt aus einem seiner Wochenrückblicke „This Week In Stupid“ noch einmal als eigenes Video veröffentlicht. In den 1:23 Minuten erläutert er, wie die Rangliste der Privilegien im Jahr 2016 aussieht:

The Progressive Stack Explained

Er beschreibt dabei aus seiner Sicht die Haltung der „Progressiven“, die er auch als „regressive Linke“ bezeichnet – in ausdrücklicher Abgrenzung von anderen Linken oder Liberalen. Die Pseudo-Progressiven sieht er in enger Beziehung zu Lügnern und Manipulatoren (SJW).

Die „Rangliste der Privilegien“ (meine Wortwahl, eigentlich „der progressive Stapel“) dient dabei dazu, zu klären, wer im Zweifelsfall mehr unterdrückt ist, was allein durch Identitätsmerkmale bestimmt wird. Die Liste sieht folgendermaßen aus (erneut meine Übersetzungen):

  1. Rasse (*)
  2. Cis-Normativität (*)(*)
  3. Geschlecht
  4. sexuelle Ausrichtung
  5. (Nicht-)Behinderung
  6. Klasse

Seine Begründungen für diese Einschätzung finde ich ebenfalls erwähnenswert: Homosexuell zu sein sei weniger wichtig als die Tatsache, dass man gleichzeitig ein weißer cis-Mann ist. Beachtlich befindet er ferner, dass Dinge wie körperliche Eingeschränktheit oder eine Herkunft aus armen Verhältnissen, die bei der Frage nach Privilegien eigentlich eine große Rolle spielen sollten, ganz unten rangierten. Daraus ergebe sich dann, dass etwa die aus recht wohlhabendem Hause stammende Laurie Penny sich als ganz schrecklich unterdrückt darstellen kann, weil sie ja eine Frau sei.

Doch wehe dem, der weiß, cis, männlich, hetero, nicht behindert und aus der Mittelklasse ist. In der Weltanschauung der „Progressiven“ seien diese Menschen schlicht und ergreifend Abschaum, der von Privilegien profitiere und die Gruppen mit jeweils anderen Merkmalen unterdrücke.

Diese regressive Linke ist offensichtlich sein Feindbild, da sie sich genau konträr zu der von ihm beschriebenen neuen Gegenkultur verhalten. Es ist daher natürlich Vorsicht geboten, diese Rangliste einfach so als Tatsache zu übernehmen.

Reizvoll finde ich es aber schon, sie daraufhin zu überprüfen, wie oft sie bei „Privilegienkonflikten“ zutrifft. Es wäre doch interessant, zukünftige Fälle zu sammeln, bei denen sie stimmt – und natürlich auch solche, bei denen sie nicht stimmt, inklusive dem ableitbaren alternativen Rangsystem.

(*) Die Verwendung des Wortes „Rasse“ bedeutet dabei nicht, dass er selbst (oder gar ich) an irgendwelche „Rassentheorien“ glaubt, sondern nur, dass der Begriff Rasse als bedeutendes Merkmal in Diskussionen verwendet wird.

(*) (*) Wortwörtlich übersetzt wäre es „Heteronormativität“, aber er bezieht sich nicht auf hetero/homo, sondern cis/trans, wie aus seiner Erläuterung deutlich wird.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Hier eine weitere Geschichte von einer schrecklich unterdrückten Frau (man sehe nur, wie sie von all den Männern mit Geschenken belästigt wird!):

Madonna: Material Girl

Fundstück: Die neue Gegenkultur

Sargon of Akkad kommt in seinem Jahresrückblick 2015 („This Year in Stupid“) im letzten Teil (ab 01:05:22) überraschend auf etwas Positives zu sprechen: Die neue Gegenkultur.

Die Grundthese, in meinen eigenen Worten wiedergegeben: Identitätspolitik („identity politics“) ist Mainstream. Was sich dagegen stellt, ist die neue Gegenkultur.

Eine Generation ist herangewachsen, die Gleichberechtigung kennt und deswegen nicht den Aktivismus dazu versteht – so, als ob es noch große Gefechte dazu in der westlichen Gesellschaft zu schlagen gäbe. Eine Gruppe Lügner und Manipulatoren (SJW) erklärt jedoch jeden, der nicht die Ansicht teilt, es sei alles ganz schlimm, zu den Bösen.

Weiße junge Männer, „priviligiert“ durch mehrfach höhere Selbstmordrate, in der Schule abgehängt sein usw. sind inzwischen der Buhmann. Sie hätten angeblich die Macht und an allem Schuld. Deswegen ist es logisch, dass sie die erste Zielgruppe für eine solche Gegenkultur bilden.

Dazu kommen alle anderen, die nicht ständig auf „Rasse“, „Geschlecht“ usw. fokussiert sein wollen, sondern auf das individuelle Verhalten der Personen. Im Grunde eine klassisch liberale Gesinnung – nicht wer jemand ist zählt, sondern was er macht.

Die normale Popkultur von heute ist nicht „böse“ und muss auch nicht bereinigt werden. Genau das wird aber nach wie vor in den Massenmedien gepredigt – und wer das nicht so sieht, ist so schrecklich wie das, was er konsumiert. GamerGate war erst der Anfang zu der neuen Gegenkultur.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Ich hatte zuletzt gebloggt über neue Tiefststände dafür, was rassistisch bzw. als Vergewaltigung gilt. Inzwischen gibt es wirklich haarsträubende Sammlung darüber, was sexistisch sein soll. Diesen Wahnsinn kann man kaum noch in Worte fassen – angenehmerweise wurde er inzwischen vertont. Was könnte als besseres Beispiel für die neue Gegenkultur dienen als dieses Lied?

Chris Ray Gun: Everything is Sexist

Fundstück: Blogblume gegen den Begriff Social Justice Warrior

In einem Kommentar zum gestrigen Artikel wies Leszek auf einen Artikel von Blogblume hin: Social Justice Warrior ist ein Scheißbegriff

Über den Begriff hatte es vor kurzem noch einen Artikel mit längerer Diskussion bei Alles Evolution gegeben. Von daher wusste ich schon, dass Leszek ihn ebenso ablehnt wie „Gutmensch“.

Blogblumes Artikel ist vollständig lesenswert. Insbesondere beschreibt sie die manipulativen Methoden, mit denen in Diskussionen die Oberhand gewonnen werden soll, ohne tatsächliche Argumente zu haben.

Sie nimmt das Beispiel GamerGate und nennt bestimmte Äußerungen gegen GG ganz direkt Lügen. Der entscheidende Part des Artikels ist aus meiner Sicht folgender:

Warum ist nun also der Begriff Social Justice Warrior falsch?

Weil es nicht um soziale Gerechtigkeit geht. Es geht vor allem nicht um Gerechtigkeit. Es geht darum, Menschen zu lenken. (…) Während der Begriff “Social Justice Warrior” ähnlich wie “Gutmensch” mittlerweile von den Angesprochenen stolz getragen wird, verbirgt er jedoch, worum es wirklich geht. Lügen und Manipulation im Namen des guten Zwecks. Dabei zerstören sie die Diskussion um den guten Zweck mit ihrem Auftreten so sehr, dass man über das Thema nicht mehr öffentlich sprechen kann. Sie zerstören also jede Basis einer sachlichen Diskussion.
(…)
Streichen wir also den Begriff “Social Justice Warrior” und ersetzen ihn durch die Begriffe, die wir bereits haben, wenn sie doch sowieso zutreffen: “Lügner und Manipulator”

Eine interessante Idee, das Kind direkt beim Namen zu nennen. Gleichmaß e.V. ist ja auch kürzlich dazu übergegangen, statt Alleinerziehende Getrennterziehende zu verwenden, weil das den Sachverhalt zutreffender beschreibt.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Hier ein Lied, in dem auch Krieger vorkommen…

Manowar: Warriors of the World United

Fundstück: Was tun gegen SJW?

Das Blog sjw-watch, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, „Social Justice Warriors, Shitstormer und andere Netz-Populisten“ zu beobachten, gibt eine Liste von Tipps, was sich gegen SJW tun läßt.

Nicht alles davon findet meine Zustimmung, insbesondere der Punkt des „Blockierens“ bei Twitter erinnert mich zu sehr an fragwürdige Methoden. Dem Kern kann ich jedoch zustimmen:

  1. sich selbst informieren
  2. ruhig und sachlich widersprechen, nach Quellen für Behauptungen fragen
  3. sich nicht aus der Ruhe bringen lassen
  4. Logikfehler o.ä. dokumentieren

An die anderen Autoren beim Geschlechterallerlei: Ich hatte zuletzt Mitte Juni noch etwas zum Bloggen geschrieben. Von zwei Artikeln von Gerhard abgesehen, habe ich die letzten zwei Monate alleine bestritten und es gab jeden Tag im Juni und Juli einen Beitrag. Das hatte ursprünglich drei Gründe:

  1. Die Artikelfrequenz war wieder zurückgegangen
  2. Meine Sammlung an URLs, Artikelideen und Textfragmenten quoll über
  3. Ich wollte einmal ausprobieren, wie lange ich das durchhalte
  4. Ich wollte wissen, wie sich mehr Artikel auf die Anzahl der Besucher auswirkt

Wir haben jetzt die zwei Monate mit den meisten Artikeln, seit es das Blog gibt, gehabt. Das Archiv ist noch groß, aber schon angenehm geschrumpft. Und ich brauche eine Pause. Ich werde also im August nur, wenn ich es schaffe, etwas einstellen – womöglich kommt auch weiter nichts von mir, da ich ja heute schon etwas geschrieben habe. Mal sehen, wie es ab September läuft. Die Reaktionen auf die gesteigerte Aktivität waren jedenfalls positiv und so manches Mal gingen die Leserzahlen stark hoch.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Diesmal ein Klassiker von den Beatles, die angeblich die Schüler von heute nicht mehr kennen. Anlass ist Lucas Schoppes von Blogsport (aus dem dort zuletzt erschienenen Artikel klaute ich das Lied) zu einer eigenständigen URL: man-tau.com.

The Beatles: Hello Goodbye