Nostalgie-Fundstück: Dating der Zukunft aus Cherry 2000

Bei vielen 1980er-Jahre-Streifen werde ich inzwischen an den Spruch erinnert: Leute, diese dystopischen Erzählungen waren nicht als Anleitung gedacht!

Selbst ein eher trashiges Werk wie Cherry 2000 hat hier seine Meriten. Wer den Film noch gucken möchte, lese daher nicht weiter, denn ab hier gibt’s Details.

Erster Lacher: Spielt im Jahr 2017.

Die Wirtschaft ist inzwischen den Bach heruntergegangen, die Gesellschaft verroht. In den großen Städten hat man den Rest der Welt praktisch vergessen. Außerhalb der wenigen noch halbwegs zivilisierten Zonen haben Banden das Sagen.

Mit anderen Worten: Völlig realitätsfern, wie sich die Leute damals das Jahr 2017 vorgestellt haben! 😀

Dieser Hintergrund bietet natürlich zahlreiche Gelegenheiten für Ballereien und sonstige Gewalt. Der Plotauslöser ist allerdings der eigentliche Grund, warum der Film mir immer wieder ins Gedächtnis kommt. Hier werden zwei Themen behandelt, die in der Geschlechterdebatte in den letzten Jahren immer wieder auftauchten. (Das wurde übrigens vorher schon von Kommentator GOI erwähnt, sehr gut!)

Nummer 1: Roboter als Ersatz für eine Partnerin. Der Protagonist hat so einen, Modell Cherry 2000. Hat nicht nur das Aussehen und die Figur eines Fotomodells (umgesetzt durch Besetzung mit einem Fotomodell), sondern macht auch Essen und wäscht ab, ist also nicht nur für Sex zu gebrauchen.

Nummer 2: Modernes Dating, bei dem alles bereits vorher ausgehandelt werden muss. Die Idee, dass man aufgrund der geforderten „consent culture“ und dem neuen Sexualstrafrecht praktisch vor dem Geschlechtsakt einen Vertrag ausmachen und von einem Anwalt prüfen läßt, hier ist sie bereits vollständig umgesetzt!

Tja, und dann kann es auf den letzten Metern doch noch scheitern aufgrund einer „oralen Klausel“… womit wir wieder bei dem Thema wären, warum mancher Mann auf Roboter zurückgreift und lieber in eine Todeszone reist, um sein Lieblingsmodell zu ergattern!

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Mir war bisher gar nicht bewusst, dass die Musik aus dem Film von dem Mann stammt, der auch den „Starship Troopers“-Soundtrack gemacht hat!

Basil Poledouris: Cherry 2000 Music Suite

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Peter Nowak über das Urteil in der Causa Gina-Lisa Lohfink und sein eigentümliches Verständnis von Rechtsstaatlichkeit

von Mark E. Smith

Der Journalist Peter Nowak hat sich in einem meinungsbetonten Artikel mit dem Titel „Das Urteil im Fall Lohfink ist ein Rollback für die Rechte der Frauen“ auf der Online-Plattform Telepolis auch zur Causa Lohfink verlauten lassen. Dabei offenbart er, wenn man es freundlich ausdrücken will, ein äusserst eigentümliches Verständnis von Rechtsstaatlichkeit und den Männern im Allgemeinen und den Männerrechtlern im Besonderen. Eine Kritik!

Wer ist Peter Nowak und muss man ihn kennen? Selbstverständlich nicht! Wer jedoch regelmässig auf der Online-Plattform Telepolis die Online-Artikel liest, dem wird vermutlich sein Name geläufig sein, zumal er dort regelmässig journalistisch tätig ist. Ich selbst lese die Artikel von Nowak kaum noch und zwar nicht deshalb, weil Nowak zu Gender-Themen viel Unsinn schreiben würde (er schreibt quasi nie über diese Themen), sondern weil ich seine politischen Schlussfolgerung auf unterschiedlichsten Politikfeldern nicht teile. Wenn ich ihn „schubladisieren“ müsste, dann am ehesten unter die Antideutschen. Ich habe eine Vielzahl von Artikeln über das ergangene Urteil im Fall Gina-Lisa Lohfink gelesen: Besonders aufgefallen ist mir dabei im negativen Sinne der Artikel von Peter Nowak und im positiven Sinne ein Artikel mit dem Titel „Team_Zivilisation vs Team_Gina_Lisa“ von Peter Tosch auf seinem Blog „Der Lindwurm“. Peter Tosch schreibt darin u.a. folgendes:

Ein Feminismus, der zu einer barbarischen Regung verkommen ist, ist keiner mehr. Und es ist nichts anderes als Barbarei wenn man fordert, das Recht Banden zu überantworten, rechtsstaatliche Grundprinzipien über Bord zu werfen und auch Unschuldige einzusperren, solange das nur die eigene gesellschaftspolitische Agenda voranzubringen verspricht. Da schimmert die alte Krankheit durch, die immer wieder alle möglichen politischen Bewegungen heimgesucht hat, tragischerweise gerade auch linke, nämlich die Bereitschaft zur Inhumanität im Namen der guten Sache. Dass der Zweck die Mittel heilige ist jener moralische Kurzschluss, der immer wieder Menschen, manchmal Millionen von ihnen, Freiheit und Leben gekostet hat. (…) Für eine nicht verübte Vergewaltigung nicht bestraft zu werden, ist aber kein Privileg, sondern ein Menschenrecht.

Das erinnert doch stark an einen Aphorismus von Karl Kraus, der Anfang des 20. Jahrhunderts (1909) geschrieben hat: „Das Übel gedeiht nie besser, als wenn ein Ideal davorsteht.“
M.E. sollte man den Artikel von Nowak über das Urteil im Fall Lohfink insbesondere auch unter dieser Perspektive betrachten; das Gleiche gilt natürlich auch für Texte, die auf dem „Zentralorgan des postmodernen Gefühlsfeminismus“ (Peter Tosch), also dem Blog „Mädchenmannschaft“, erscheinen.

Nowak und die Definitionsmacht der Frauen

Nowak schreibt:

Das Urteil ist ein Angriff auf die Definitionsmacht der Frauen.
Doch das gestrige Urteil hat eine andere Dimension. Es spricht einer Frau das Recht ab, selber zu definieren, wann ein Sexualakt eine Vergewaltigung ist. Das wird aus der Argumentation des Gerichts sehr deutlich.

Mit „es“ meint hier Nowak das Urteil bzw. im weiteren Sinne das Gericht oder in einem noch weiteren Sinne den Rechtsstaat.

Hier müsste man Novak gleich fragen: „Gibt es auf Verfassungs- (Grundgesetz), Gesetzes- oder Verordnungsebene irgendwo eine rechtliche Bestimmung, die den Frauen oder sonst irgendeiner partikularen Gruppe das Recht zuspricht, selbst zu definieren, wann ein Sexualakt eine Vergewaltigung ist?“ Natürlich nicht! Wie Peter Nowak auf diese wirklich absurde Idee kommt, bleibt wohl sein Geheimnis.

In einer repräsentativen Demokratie, verbunden mit einem Rechtstaat, hat die Definitionsmacht darüber, was erlaubt ist und was nicht die Legislative (gesetzgebende Gewalt), Exekutive (ausführende bzw. vollziehende Gewalt) und Judikative (rechtsprechende Gewalt) und die Judikative bzw. Rechtssprechung wird durch sogenannte „unabhängige Richter“ ausgeübt bzw. gewährleistet. Ob diese Richter immer und in jedem Fall „unabhängig“ sind, darf sicherlich bezweifelt werden, aber zumindest ist es ein anzustrebendes Ideal, das mal mehr oder weniger gut erreicht wird.

Jetzt kann man sich natürlich fragen, weshalb sollte man einer partikularen Gruppe (z.B. den Frauen, den Männern, den Behinderten, den Grossaktionären, den Homosexuellen, den Juden, den Christen, den Moslems etc.) bei bestimmten Straftatbeständen quasi die Definitionsmacht darüber geben, wann eine Handlung eine Straftat ist und wann nicht? Gibt er hierzu irgendwelche gute Gründe dafür? Rechtsstaatlichkeit meint ja insbesondere, dass diejenige Institution (hier der Staat), die das Gewaltmonopol inne hat, in ihrem Handeln durch das Recht begrenzt wird. Hauptsächlich geht es um die Gewährleistung der grundlegenden Menschenrechte, der Gerechtigkeit, der Rechtssicherheit (Rechtsklarheit), der Gewaltenteilung und der Unabhängigkeit der Gerichte etc.

Wenn quasi jede Frau in einem einzelnen konkreten Fall bestimmen könnte, wann eine Handlung eine Vergewaltigung ist, dann wäre z.B. die Rechtsklarheit bzw. Bestimmungsgebot ad absurdum geführt. Ein Mann wüsste dann überhaupt nicht mehr, welches Verhalten überhaupt noch legal ist und welches nicht – es würde die reinste Willkür herrschen. Und auch gerade das Willkürverbot ist ein bedeutender Grundpfeiler jedes Rechtsstaates. Die Frage würde sich dann weiter stellen, warum sollte man nur beim Straftatbestand der Vergewaltigung diese Definitionsmacht einer partikularen Gruppe überantworten? Weshalb nicht auch bei Diebstahl, Verleumdung, Üble Nachrede, Mord, versuchter Totschlag etc? Kleines Beispiel hierzu: „Ein Mann schaut eine Frau ein bisschen böse an und diese behauptet dann, dieser hätte sie mit seinem Blick töten wollen – ergo würde es sich hier um einen Mordanschlag handeln!“ Nur dieses eine Beispiel zeigt bereits deutlich auf, wie absurd die Idee wäre, einer partikularen Gruppe die Definitionsmacht über einen Straftatbestand zu geben.

Dürfen Filmaufnahmen als Beweismittel verwendet werden?

Nowak schreibt weiter:

Die Frage ist aber, warum kann hier ein eindeutig auf illegale Weise erstelltes Video – Frau Lohfink war mit den Aufnahmen nicht einverstanden und wollte sie löschen – mit dem das Persönlichkeitsrecht der Frau verletzt wurde, überhaupt als Beweismittel gegen sie verwendet werden?

Schließlich sind genügend Fälle bekannt, wo illegal mitgeschnittene Gespräche nicht als Beweismittel verwendet werden durften, auch wenn Angeklagte freigesprochen werden mussten.

Nowak schreibt diese Sätze in seiner Funktion als Journalist auf einem Onlinemedien-Internetportal. Anstatt nun seiner journalistischen Pflicht nachzukommen, die verlangt, Recherche zu betreiben und herauszufinden (z.B. indem er Experten zu diesem Sachverhalt befragt), weshalb dieses Filmmaterial zu Beweiszwecken vom Gericht verwendet wurde, stochert er lieber ein bisschen im „dichten Nebel“ herum und belässt es bei impliziten Andeutungen und Vermutungen. Qualitativ hochwertiger Journalismus sieht m.E. anders aus!

Sind Sex und Filmaufnahme untrennbar als eine einzelne (sexuelle) Handlung zu verstehen?

Nowak schreibt weiter:

Wenn das Gericht selber einräumt, dass die Frau die Videoaufnahmen ablehnte und das auch artikulierte, dann ist schwer vorstellbar, wieso das Gericht dann zu der Überzeugung kommt, sie wollte mit ihren Ausrufen nicht den Geschlechtsakt beenden. Schließlich war das der Gegenstand des Filmens.

Sie hatte erlebt, dass sich die beiden Männer an diesen Punkt zweifelsfrei über ihren Willen hinwegsetzen. Dann ist es doch eigentlich sehr wahrscheinlich, dass sie mit diesen Männern eben keinen sexuellen Kontakt mehr wollte und genau das artikulieren wollte. Dann könnte selbst ein zunächst einvernehmlicher Sex zu einer Vergewaltigung werden, wenn Lohfink angesichts der Videokameras die weitere Zustimmung verweigerte.

Nehmen wir hier einmal ein anderes Beispiel, um dem Sachverhalt auf den Grund zu gehen. Wenn ein Mann mit einer Frau Sex hat und dieser beim Sex noch telefoniert und die Frau sagt „Hör auf“ und aus den nachfolgenden Interaktionen wird klar deutlich, dass sie mit dem „Hör auf“ das Telefonieren während des Sexes meinte, das sie störte und nicht wollte, dann hat diese Frau zwar nichts gegen die sexuelle Handlung an sich, aber sie hat was gegen das Telefonieren beim Sex, weil sie vermutlich der Auffassung ist, dass sich der Mann während des Sexes vollständig auf sie konzentrieren sollte und dies sonst für sie ziemlich unerotisch, unpersönlich und ev. despektierlich wäre. Nun ist Telefonieren keine sexuelle Handlung und ein „Hör auf“, das sich gegen das Telefonieren während des Sexes richtet, kann somit auch kein Straftatbestand gegen die sexuelle Integrität sein, Eine Straftatbestand gegen die sexuelle Integrität wäre es dann z.B., wenn die Frau zwar mit Oral- und Vaginalverkehr einverstanden ist, aber keinen Analverkehr will. Das unerlaubte filmen während des Sexes könnte dann ev. eine Persönlichkeitsverletzung, aber sicherlich kein Straftatbestand gegen die sexuelle Integrität sein.

Fehlende Kraft für die Berufung als Indiz für ein Rollback?

Nowak schreibt:

Lohfinks Anwalt Burkhard Beneken erklärte nach dem Urteil, er werde mit seiner Mandantin besprechen, ob sie die Kraft habe, in Berufung zu gehen. „Wir tendieren zu ‚Ja'“, wird der Anwalt vom Rundfunk Berlin-Brandenburg zitiert.

Es hört sich selbstverständlich besser an, wenn gesagt wird, man werde in Berufung gehen, wenn die Kraft der Mandantin dies erlauben werde. Damit wird signalisiert, dass man „schwach“ ist und somit wohl in erster Linie als Opfer gesehen werden möchte und sofern man dann nicht in Berufung geht, ist diese Begründung natürlich viel eleganter, anstatt zuzugeben, dass man die Chance für einen Freispruch eher gering einschätzt und deshalb auf eine Berufung verzichtete. Die Anwälte von Lohnfink hätten vermutlich nichts dagegen, wenn Lohfink auch bei Aussichtslosigkeit in Berufung ginge, weil Prozess- und Anwaltskosten muss ja Lohfink bei einer erneuten Niederlage selber tragen und nicht die Anwälte und für die Anwälte dürfte sich eine Berufung nicht nur finanziell positiv auswirken, insofern sie von einer Win-Win-Situation ausgehen können: kommen sic mit der Berufung nicht durch, können sie auch hier ein Skandalurteil reklamieren und von der Publicity (Marketing) her hat es sich erst recht für sie gelohnt.

Nowak schreibt weiter:

Mit dem Hinweis darauf, dass man sich jetzt beraten müsse, „ob Frau Lohfink die Kraft dazu hat“, wird der Rollback deutlich, der die Entscheidung für die Rechte der Frauen bedeutet. Sie brauchen wieder besondere Kraft, um sexuelle Gewalt  öffentlich zu machen. Dabei gehörte es mal zu einer feministischen Praxis, Frauen  die gesetzlichen Möglichkeiten in die Hand zu geben, sexuelle Gewalt auch im Alltag, im engsten Freundes- und Familienkreis öffentlich zu machen.

Nowak befördert Lohfink zum wiederholten Male in eine Opferposition – leider verkennt er hier vollständig die Situation. De iure ist Lohfink selbstverständlich kein Opfer im Bezug auf irgendwelche Form sexueller Gewalt, de iure war sie jedoch Angeklagte und erstinstanzlich verurteilte Täterin (Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig) im Bezug auf eine Falschverdächtigung; im Bezug auf die rechtliche Lage nimmt hier Nowak somit eine Täter-Opfer-Umkehr vor. Lohfink musste demzufolge in diesem Prozess überhaupt nichts öffentlich machen, sondern sie musste höchstens schauen, dass sie nicht wegen einer Falschverdächtigung verurteilt wird. Es fehlt Nowak offenbar jegliche Empathie dafür, sich überhaupt in die mutmasslichen Opfer einer Falschverdächtigung einzufühlen oder wenigstens einen Perspektivewechsel vorzunehmen. Wie Nowak überhaupt auf die Idee kommt, besser als das Gericht zu wissen, was de facto und de iure Sache ist, ist vollständig nicht nachvollziehbar. Hat Nowak die vollständig Akteneinsicht erhalten? War Nowak regelmässig bei den Gerichtsverhandlungen dabei? Hat er mit den unterschiedlichsten Parteien Interviews geführt? Wenn man seinen Artikel liest, bekommt man den Eindruck, dass er überhaupt nichts davon gemacht hat.

Urteil sichert die patriarchalen Privilegien der Männer

Nowak schreibt weiter:

Darin sahen viele Männer, die auf ihre patriarchalen Privilegien nicht verzichten wollten, eine große Gefahr. Mit dem Urteil scheint ihre Welt wieder  in Ordnung. Das wird in einem Kommentar von Christian Bommarius in der Berliner Zeitung deutlich, für den nach der – noch nicht rechtskräftigen – Gerichtsentscheidung klar ist, dass es nie eine Vergewaltigung gegeben hat. Ihre „Hört-auf-“ Rufe in den Video-Szenen seien nur „auf das Filmen, nicht auf den Sex“ bezogen.

Von welchen „patriarchalen Privilegien“ hier Nowak spricht, auf die viele Männer nicht verzichten wollten, wird leider nicht explizit erklärt und man kann nur mutmassen. Ich vermute, er meint ein imaginiertes Privileg, dass ein Mann eine Frau vergewaltigen kann, ohne rechtlich belangt zu werden. Nun, dass gewisse Männer so denken könnten, kann man sich durchaus vorstellen, aber wie Nowak darauf kommt, dass „viele Männer“ so denken würden, wird mit keiner wissenschaftlichen repräsentativen empirischen Studie belegt; das ist vermutlich wiederum reinste Spekulation von Nowak ohne jeden repräsentativen empirischen Nachweis. Jetzt kann man sich die Frage stellen: ist das seriöser Journalismus?

Nowak schreibt weiter:

Zugleich polemisiert Bommarius gegen alle, die sich mit Lohfink solidarisierten, Sie seien vom Amtsgericht Berlin indirekt mit verurteilt worden. Selbstverständlich hält Bommarius auch nichts von der Verschärfung der Vergewaltigungsgesetze. Denn schließlich müssen die Privilegien des Mannes, der seine Lust ausleben will, wann und wo es ihm passt, gewahrt bleiben.

Nowak kommt offenbar nicht auf die Idee, dass man auch rechtspragmatische, rechtsstaatliche und gegen eine populistische Kriminologie gerichtete Gründe geltend machen kann, um eine Verschärfung des Sexualstrafrechts abzulehnen, wie dies z.B. Thomas Fischer auf Zeit oder Monika Frommel auf Nova Argumente gemacht haben. Die – sagen wir mal böswillige – Unterstellung, dass quasi die gesamte Population der Männer Frauen vergewaltigen wollen, ohne dass sie rechtlich belangt werden, ist wiederum reinste Spekulation von Nowak ohne jegliche empirisch repräsentative Unterfütterung.

Männerrechtler als falsche Frauenfreunde

Zum Schluss schreibt Peter Nowak:

Die falschen Frauenfreunde nach Köln sind jetzt wieder Männerrechtler
Man stelle sich vor, nicht zwei semiprominente Deutsche, sondern Migranten wären von Lohfink der Vergewaltigung bezichtigt worden. Sie hätte sich von falschen Solidaritätsbekundungen all derer, die jetzt man wieder als strikte Männerrechtler auftreten, nicht retten können.

Die Reaktionen auf das Lohfink-Urteil scheint die zu bestätigen, die in der großen Aufregung nach der Silvesternacht von Köln nicht ein geschärftes Bewusstsein für Frauenrechte wahrnahmen, sondern nur das Fortleben der völkischen Fama von der „Schwarzen Schmach“ erkennen wollten.  
Deutsche Frauen sollen vor den „ausländischen Horden“ geschützt werden. In der Folge von Köln gab es in sozialen Netzwerken immer wieder Meldungen von angeblichen sexuellen Übergriffen von Männern mit Migrationshintergrund auf deutsche Frauen. In den meisten Fällen haben sich diese Meldungen als falsch erwiesen. Kaum jemand hat gefordert, dass hier der Unschuldsbeweis gilt.

Abschließend packt Nowak, neben der fortgesetzten Unterstellung, „Männer wollten vor allem Frauen vergewaltigen, ohne dass sie rechtlich belangt werden können“, noch die Rassismuskeule gegen die Männerrechtler aus. Nun mag es einzelne Männerrechtler geben, die so denken, wie Nowak vermutet, aber es ist nicht einzusehen, weshalb viele Männerrechtler gerade nicht so denken, wie Nowak vermutet; es ist offenbar wiederum reinste Spekulation und böswillige Unterstellung, was Nowak hier betreibt, ohne irgendwelche repräsentative empirische Fakten zu haben. Seriöser Journalismus sieht sicherlich anders aus! Diese extreme Spaltungsneigung in „Gut und Böse“ wie sie hier Nowak betreibt, scheint ein Markenzeichen der Antideutschen zu sein.

Fundstück: Ahoi Polloi zum neuen Sexualstrafrecht und der Unschuldsvermutung

Weil Ahoi Pollois Beiträge zu „hate speech“ neulich so gut ankamen und auch die bereits früher erwähnten nichts von ihrem Charme verloren haben, bringe ich noch einmal drei Cartoons, die sich mit dem neuen Sexualstrafrecht und der Unschuldsvermutung befassen.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Wo wir schon beim Thema sind… (es ist natürlich eine Parodie auf „Boom Boom Boom Boom“ von den Vengaboys)

J.B.O.: Bums bums bums

Das neue Sexualstrafrecht hat auch gute Seiten für Männer

Eigentlich war dieser Text als Kommentar unter diesem m.E. hervorragenden Artikel von RA Alexander Stevens gedacht. Aber da er immer länger wurde, habe ich mich entschlossen, ihn hier zu veröffentlichen:

Gesellschaftspolitisch wird sich das neue Strafrecht so auswirken, dass es genau die falschen trifft. Die Idioten, Machos, die sich für die Supermänner halten, sprich, die, die sich schon bisher eher wenig für den Willen der Frau interessiert haben, werden sich nicht abhalten lassen. Die netten Männer dagegen wird das noch mehr verunsichern, sie werden noch mehr darauf warten, bis die Frau endlich mit dem Zaunpfahl winkt. Und dann werden sich die Frauen noch mehr beschweren, dass sie immer nur an die Arschlöcher geraten, denn die sind die einzigen, von denen sie noch offensiv angebaggert werden.

Außerdem wird es wahrscheinlich eine deutliche Zunahme an Anzeigen geben. Weil Frauenberatungsstellen den Frauen jetzt mehr zuraten, das zu tun, weil es ja inzwischen leichter ist. Was für die Feministinnen dann wiederum der Beweis für ihre These der Rape Culture sein wird. Und der Ruf nach noch schärferen Regeln auf dem Fuße folgt, bis Sex endgültig wie Körperverletzung gehandhabt wird, sprich strafbar ohne vorherige schriftliche Zustimmung.

Die Frage ist allerdings, ob es bei dem Anstieg von Anzeigen auch zum Anstieg von Verurteilungen kommt. Schließlich gibt es in den meisten Fällen immer noch keine Zeugen und es steht Aussage gegen Aussage. Wenn die Richter kühlen Kopf bewahren, bedeutet das ein Stagnieren der Verurteilungen bzw. weiteres Sinken der Verurteilungsquote, was natürlich ein weiterer „Beweis“ für die „Rape Culture“ sein wird. Wenn die Richter mehr verurteilen, wird auch die Anzahl der Kollateralschäden steigen, sprich der Falschbeschuldigungen, die zu einer Verurteilung geführt haben. In beiden Fällen depremierende Aussichten. Vermutlich wird sogar beides passieren, ein Anstieg von Justizirrtümern und der weiter anschwellende Bockgesang in Sachen Rape Culture.

Ein besseres Konjunkturprogramm für das horizontale Gewerbe hätte man sich kaum einfallen lassen können. Da ist Mann wenigstens einigermaßen sicher, dass ihn die Frau hinterher nicht vor den Kadi zerrt.

Für die normalen Frauen wird es aber dünn. In ein, zwei Jahren werden wir dann von noch mehr Artikeln der Sorte „Wo sind die echten Männer geblieben? Die trauen sich ja gar nichts mehr!“ überschwemmt. Aber man kann ja mit den Freundinnen nach Italien fahren, wo es noch echte Papagallos gibt.

Ab jetzt ist Tacheles angesagt!

Tja Mädels, das habt ihr Euch selber eingebrockt. Spielchen mit Rumzieren und so tun, als sei man das anständige Mädel, ist nicht mehr. Jetzt könnt ihr Euch nicht mehr selbst belügen und so tun, als wärt Ihr ja nur verführt worden. Jetzt müsst Ihr selbst klar und deutlich sagen, was ihr wollt, und zwar von Euch aus. Damit ist dann zwar die Romantik hinüber, wenn man alles vorher verbal aushandeln muss, aber was solls, ihr wolltet es ja so.

Ach, und hat man eigentlich geklärt, wie lange ein Nein gilt, bis man es wieder versuchen darf? Eine Stunde? Für den Rest des Tages? Für den Rest des Lebens, bis die Frau von sich aus widerruft? Ich für meinen Teil würde beim ersten Nein sowieso die Finger von ihr lassen, selbst wenn ich vermute, es ist gespielt. Nur so ist man auf der sicheren Seite. Und dann konsequent warten, bis sie von sich aus kund tut, es jetzt doch zu wollen. Daran müssen sich Frauen erst noch gewöhnen, aber es bleibt Euch nichts anderes übrig, sonst wird bei dem netten Typen, den Ihr ja eigentlich wollt, eben nichts laufen, wenn Ihr ihn einmal abgewehrt habt. Von sich aus wird er es jedenfalls nicht mehr probieren.

Das heißt, vor allem eines wird eine Folge des Gesetzes sein, die Frauen gar nicht schmecken wird:  Ab jetzt sind klare Ansagen vonnöten! Männer werden von Frauen deutliche Willensbekundungen verlangen (müssen). Keine Zweideutigkeiten mehr, kein Durch-die-Blume-Gesäusel mehr, kein Lesen zwischen den Zeilen. Die weibliche Art der Kommunikation ist out, jetzt ist direkte männliche Kommunikation angesagt. Wenn sie zukünftig sagt: „Schahaatz, wir haben schon lange nicht mehr miteinander gekuschelt…“ wird er schon alleine aus rechtlichen Gründen fragen müssen: „Meinst Du jetzt Kuscheln oder Ficken?“