Fundstück: Ahoi Polloi zu Sexismus

Diesmal verweise ich auf nur einen einzigen Beitrag von Ahoi Polloi, aber der hat es in sich: Sexismus.

Die Comics sollen übertreiben, aber in diesem Fall gibt es reale Vorbilder: Es erinnerte mich sofort an Jessica Valenti (bekanntester Spruch: „Ich bade in Männertränen„) und
Bascha Mika (sehr empathisch: „Frauen sind dadurch benachteiligt, dass Männer früher sterben„).

bisherige Erwähnungen von Ahoi Polloi:

  1. Modernität bei Arbeit, Gesellschaft und Moby Dick
  2. über kulturelle Aneignung, rape culture und sexistische Werbung
  3. gegen mansplaining und Mikroaggressionen und für die Wahrheit
  4. zum neuen Sexualstrafrecht und der Unschuldsvermutung
  5. dreimal zu „hate speech“
  6. eine ganze Sammlung
  7. zu Sprache

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Wo es ums richtige Alter geht… es gibt zumindest ein „zu jung“.

Gary Puckett & The Union Gap: Young Girl

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Fundstück: Sexismus in Comics bei Schisslaweng

Marvin Clifford zeichnet nicht nur zu Single-Dasein und Beziehungen, sondern äußert sich auch zu der „Sexismus in der Popkultur„-Debatte:

Sexismus in Comics
die Figur, die niemanden ärgert

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Beim Thema „Helden“ kommt mir dieses Lied in den Sinn…

Bonnie Tyler: Holding Out For A Hero

Kurznachrichten vom 05.10.2016

1: Ein 43-Jähriger Mann ist in Oberfranken nach mehreren Jahrzehnten Isolation in seinem Elternhaus in ein Krankenhaus gebracht worden. Gegen die Eltern sind laut Polizeisprecher Ermittlungen wegen Körperverletzung durch Unterlassung und auch Freiheitsberaubung eingeleitet worden.

Ich bin mal gespannt, ob er auch durch alle Talkshows gereicht wird wie Natascha Kampusch oder ob das Thema nach drei Tagen keinen mehr interessiert.

2: Beim Tagesanzeiger fordert Christoph Fellmann ein Verbot des Herrenanzugs, weil:

Der Herrenanzug ist aber nicht nur ein Symbol für die Unterdrückung der ihn tragenden Männer. Der Herrenanzug ist gleichzeitig auch ein Symbol für die Unterdrückung der Frau. Er markiert und feiert die – statistisch belegbare – weibliche Untervertretung in Führungspositionen, in verantwortungsvollen und gut bezahlten Jobs. Der Herrenanzug ist das textile Zeichen männlichen Kastendenkens. Der Herrenanzug verhöhnt damit wichtige Grundwerte der westlichen Gesellschaft.

Das ganze entpuppt sich dann aber als eine mehr oder weniger verunglückte Glosse gegen das Burka-Verbot.

3: Auf Haiti wird die linke Aktivistin Amanda Kijera von einem schwarzen Mann mehrfach vergewaltigt. Die Schuld dafür gibt sie aber den weißen Männern.

“Women are not the source of their oppression; oppressive policies and the as-yet unaddressed white patriarchy which still dominates the global stage are,” she explained. She also went on to argue that it is up to the United Nations to support people who are forced to bear the brunt of black male aggression.

Kijera makes the outrageous claim that dependency on white people causes them to act out against them. She alludes that this was the reason for her attack.

4: Der Porno-Darstellerin Natalie Hot hat das Landratsamt Mühldorf am Inn das Strippen in der eigenen Wohnung vor der Webcam verboten, und zwar mit der Begründung, dass der Bebauungsplan eine gewerbliche Nutzung nicht vorsehe. Und der Schenkelklopfer:

Das Zimmer, in dem die Frau sich räkelt, sei als Kinderzimmer vorgesehen.

Sie zieht jetzt dagegen vor Gericht.

Ich vermute, die meisten Home Office-Arbeiter, die zuhause am Computer Texte schreiben, Grafiken erstellen oder programmieren, wissen noch nicht einmal, ob ihr zuständiger Bebauungsplan überhaupt eine gewerbliche Nutzung zulässt. Warum auch, es interessiert sich ja eh keiner dafür, weil es auch nicht stört. Wenn man sich aber vorm Computer nackig macht, scheint das sehr viele zu stören.

5: Nach einem Sexismus-Vorwurf müssen zwei tschechische Fußballer nun „zur Strafe“ mit Frauen trainieren.

Ich frage mich gerade, ob das nicht wieder Sexismus ist, wenn man es als demütigend betrachtet, mit Frauen trainieren zu müssen. Oder inwiefern das für die beiden nicht sogar eine willkommene Abwechslung ist. Ob sie danach auch zusammen duschen. Und was ihre Frauen dazu sagen.

6: Hadmut Danisch und Sciencefiles.org verarzten Christian Seidel, der in der ZEIT dazu aufgerufen hat, Männer zu ihrem Glück zu zwingen.

7: Beim hpd gibt es einen Vorabdruck eines Kapitels des neuen Buches von Andreas Altmann, einem bekannten und renommierten Reporter und Reisebuchautor. Darin hält er ein flammendes Plädoyer gegen die Beschneidung, allerdings mehr aus säkularer und weniger aus männerrechtlicher Sicht.

8: Das Innenministerium hat jetzt Zahlen zu Kinderehen von Flüchtlingen präsentiert. Registriert sind 1.475 minderjährig Verheiratete, 361 unter 14 Jahren. Jetzt warten wir alle auf den Riesen-#aufschrei der Netzfeministinnen. Noch ist nichts zu hören. Wahrscheinlich ist man zu beschäftigt, gegen Altherrenwitze und schlimmste traumatisierende Beleidigungen wie „süße Maus“ zu kämpfen.

9: Die Weltraumaffen analysierten am Montag in einem Sonderstream den Bericht des Europarates zur Bekämpfung sog. „sexistischer Hasssprache“. Das ist offensichtlich eines der Papiere, das eine Grundlage der „No Hate Speech“-Bewegung ist, wobei „Bewegung“ ein Euphemismus ist, denn es handelt sich eher um reines Astroturfing, sprich es handelt sich um eine lupenrein staatlich finanzierte Kampagne, die so tut, als wäre sie eine Bewegung von unten. Dabei kreieren die Weltraumaffen auch gleich noch das wunderbare Mem „Kein Wort ist illegal“. Empfehlenswert, wenn man wissen möchte, wo die Reise der EU hingeht in Richtung Verbot von antifeministischer Meinung und überhaupt jedweder Sprache, die Frauen verletzten könnte.

10: Noch ein Sendehinweis: Heute Abend ist um 22:15 Uhr bei phoenix das Thema in der phoenix Runde: „Kampf der Geschlechter – Die Sexismus-Debatte„. Dabei geht’s um das Thema Jenna Behrends und ihren Sexismus-Vorwurf an CDU-Parteifreunde. Einzige zum jetzigen Zeitpunkt bekannte Teilnehmerin ist Susanne Gaschke, die als Quereinsteigerin aus der ZEIT-Redaktion 2012 Kieler Oberbürgermeisterin wurde, dort schon nach 11 Monaten scheiterte und dies dem Männerklüngel in der SPD, insbesondere Ministerpräsident Torsten Albig und Parteichef Ralf Stegner, anlastete.

Kurznachrichten vom 06.09.2016

1: Das Düsseldorfer Verwaltungsgericht hält das neue Frauenförderungsgesetz des Landes Nordrhein-Westfalen wegen der darin allzu offen vertretenen Frauenbevorzugung für verfassungswidrig. Sciencefile.org und Hadmut Danisch kommentieren.

2: Bei der ZEIT sinniert man über den neuen Mann. Zunächst wird es etwas sonderbar:

Sagt ein Mann, dass er wegen des Kindes keine Zeit habe, kann man die Bewunderung fast greifen: So ein toller, emanzipierter Mann! Frauen in exakt derselben Situation müssen sich rechtfertigen: Wie, Sie müssen los? Sind Sie so unemanzipiert? Kann das nicht ihr Mann machen? Die alten Zuständigkeiten, sie schimmern bei allem guten Willen überall noch durch.

Das mag ja vielleicht im Betriebsklima bei der ZEIT so sein, im normalen Leben ist es m.E. andersrum. Da hat man das Verständnis für die Frauen, die ihre Kinder abholen müssen. Und der Mann wird gefragt, ob er denn keine Frau zuhause habe.

Aber dann kriegt der Artikel die Kurve:

Der Sexismus und das Herablassende gegenüber dem jeweils anderen ist offenbar keine Frage des Geschlechts, sondern nicht mehr als eine Verlockung gesellschaftlicher Macht. Wo immer Feministinnen die Diskussion beherrschen, ist Häme gegenüber Männern nicht weit. Alle Männer pauschal als „Penisträger“ zu verunglimpfen? Gar kein Problem! Ohne Widerspruch von der „Problemzone älterer Mann“ zu schwadronieren? Total in Ordnung.

Man muss nicht einmal den simplen Gegentest machen und die entsprechenden Begriffe auf Frauen münzen, um zu merken: So geht das nicht. Seit wann bitte ist „Penisträger“ ein akzeptables Synonym für die Gesamtheit aller Männer? Warum widerspricht keiner? Weil Männer sich nicht zu widersprechen trauen, aus Angst, dass ihnen das sofort wieder als Schwäche ausgelegt wird? Warum ist es vollkommen in Ordnung, von der „Problemzone älterer Mann“ zu sprechen? Ohne wenigstens verstehen zu wollen, warum manche älteren Männer sich so angegriffen fühlen?

Dass diese Schubladen auch dazu führen, dass die wohlgesinnten Männer in ihren politischen, gesellschaftlichen und familiären Überzeugungen einfach übergangen werden, ist ein Drama: Wenn ich als Mann sowieso und immer ein Schwein bin, denkt sich der moderne Mann, warum dann überhaupt noch die Mühen? Vor allem aber: War Feminismus nicht einmal ein inklusives Angebot, zum Vorteil von Frauen und Männern?

Durchaus lesenwert.

3: Der SPIEGEL stellt eine Studie vor, nach der Männer mehr als andere Männer verdienen, wenn sie in Gleitzeit arbeiten, während es diesen Unterschied bei Frauen nicht in dem Maße gibt.

Zu diesem Ergebnis sind die Soziologinnen Yvonne Lott und Heejung Chung von der [DGB-nahen] Hans-Böckler-Stiftung und der University of Kent in einer Untersuchung gekommen. […] Die Forscherinnen begründen die Unterschiede mit der ungleichen Verteilung unbezahlter Arbeit: Weil Haushalt und Kinderbetreuung nach wie vor überwiegend in der Verantwortung von Frauen liegen, nutzten viele Frauen flexible Arbeitszeiten in erster Linie, um ihren familiären Pflichten nachkommen zu können. Männer konzentrierten sich dagegen traditionell auf die Erwerbsarbeit und seien daher eher geneigt, länger zu arbeiten.

Das klingt natürlich wieder so, dass Männer nur deswegen mehr verdienen, weil sie sich vor der Hausarbeit drücken. Man könnte das allerdings auch ganz anders interpretieren. Z.B. so, dass Männer zu einem höheren Anteil in  der freien Wirtschaft arbeiten, wo man erst in den hochqualifizierten und damit besser bezahlten Jobs flexible Arbeitszeiten gegenüber dem Arbeitgeber durchdrücken kann. Während im öffentlichen Dienst, wo sich Frauen mehr hingezogen fühlen, eben nicht mehr bezahlt wird, wenn der Job flexible Arbeitszeiten erlaubt, sondern eben stur nach Tarif.

4: Auch beim SPIEGEL: Ein Bericht, der sich mit Suiziden beschäftigt und immerhin auch betont, dass laut Statistischem Bundesamt die Betroffenen zu 3/4 Männer sind.

5: Plan International macht in einer neuen Kampagne weiter mit der üblichen Einseitigkeit zu Gunsten von Mädchen. Heute flatterte mir ein Werbebrief ins Haus und schon auf dem Cover ist der Slogan

Mädchen haben es noch schwerer…

zu finden. Drinnen geht es genauso weiter. Sechs Bilder von Mädchen, kein einziger Junge dabei. Und dann die Slogans:

Mädchen brauchen Ihre Unterstützung!

Plan macht sich stark für Mädchen.

Reichen Sie einem Mädchen die Hand!

Zwar darf man auf dem Spende-Formular tatsächlich noch selbst entscheiden, wenn man lieber einen Jungen unterstützen möchte, aber wer traut sich das nach diesem Trommelfeuer noch?

Im Text wird dann klar gemacht, wohin die Reise geht:

Grundsätzlich helfen wird allen Kindern in Not – egal ob Mädchen oder Jungen. Plan startete jedoch eine Bewegung für die Belange der Mädchen.

woraufhin eine Reihe von Aktionen vorgestellt wird, die nur Mädchen zugute kommen. Das einzige Projekt, in dem Jungen erwähnt werden, nennt sich ziemlich unspezifisch

Projekte mit Jungen zur Gleichberechtigung

Ich fürchte, es geht dabei nicht darum, Jungs zu erklären, dass sie dieselben Rechte wie Mädchen haben, sondern wie sie Mädchen angemessen zu behandeln haben. Und jetzt, wo ich nochmal auf der Website gesucht habe, wird auch klar, dass meine Vermutung richtig war. Plan meint damit:

Gleichberechtigung: Wir bestärken Jungen darin, sich mit ihrer Rolle auseinanderzusetzen und sich für ihre und die Rechte von Mädchen einzusetzen.

Was kann es wichtigeres geben für Jungs als schon in jungen Jahren Selbstkritik zu üben!

6: Die Schweizer Nationalratspräsidentin Christa Markwalder empfing eine Kuwaitische Delegation in einem knappen Minikleid. Darüber gab es wohl einige Diskussionen in der Schweiz, die Reaktion der Kuwaitis ist nicht zu mir durchgedrungen. Den Fotos nach zu urteilen waren die Herren jedoch relativ entspannt.

7: Das gerade aktuelle Thema Kuckuckskinder nimmt die Zeitschrift Cicero wie folgt aufs Korn:

 

 

Kurznachrichten vom 13.06.2016

1: Der Fall Gina Lisa Lohfink war einer der Aufreger der letzten Tage. Sie hat einen Strafbefehl über 24.000 Euro wegen falscher Verdächtigung erhalten, weil sie zwei Männer der Vergewaltigung bezichtigt hatte, und kämpft nun vor Gericht dagegen. Feministinnen spangen sofort bei und sangen beim Hashtag #TeamGinaLisa das Hohelied der Definitionsmacht. Und wiederholten wie immer den Nonsens, dass ein Nein nicht ausreiche, um wegen Vergewaltigung zu verurteilen. Ich kann nicht beurteilen, ob da wirklich eine Vergewaltigung stattgefunden hat, denn ich habe nicht mal das öffentlich zugängliche Video gesehen, geschweige denn die längere Form, die nur den Prozessbeteiligten bekannt ist.

Gut finde ich an dem Fall, dass das Thema Falschbeschuldigung und die Möglichkeit, dass eine solche auch ernsthafte Folgen haben kann, endlich einmal breit diskutiert wird. Blöd nur, dass das evtl. tatsächlich der falsche Fall dafür ist. So wie ich die bisherigen Infos bewerte, ist das beileibe nicht so komplett einvernehmlich abgelaufen. Die andere Frage ist natürlich, ob man das auch beweisen kann. Den Vogel abgeschossen hat für mich da aber Lohfinks Anwalt Burkhard Benecken mit der Aussage:

„Dass Gina mit ihrer Beschwerde vom Opfer zur Täterin gemacht wird, ist ein katastrophales Signal an jedes Mädchen, das eine Straftat anzeigen möchte“, sagt er. „Wenn du nicht einmal sagen darfst, wie du selbst eine Tat erlebt hast, wenn du deine eigene Wahrnehmung nicht schildern darfst, ohne zu riskieren, dafür angezeigt zu werden, dann werden künftig noch weniger Frauen zur Polizei gehen.“

Ähm, nein. Man kann nicht einfach rumlaufen und jedem, der es nicht hören will, verklickern, dass man von dem oder jenem vergewaltigt wurde, ohne dass man es beweisen kann. Wenn man jemand einer schweren Straftat bezichtigt und das nicht beweist, dann ist das Verleumdung und Rufschädigung. Da beißt die Maus keinen Faden ab und das sollte ein Anwalt auch wissen.

Wenn wir Männer bei einer solchen Angelegenheit etliche Jahre Knast riskieren, ist es nur recht und billig, wenn die Frauen da immerhin ein paar Tagessätze riskieren, die bei Frau Lohfink wohl auch ziemlich üppig ausgefallen sein dürften, was den doch ziemlich teuren Strafbefehl erklären würde.

In einem Punkt muss ich allerdings den Feministinnen beipflichten: Das bisherige Vorleben von Frau Lohfink mit Pornodrehs, Parties, diversen Liebhabern und sonstigem Lotterleben kann in keinem Punkt ein Argument dafür sein, ihr von vorneherein nicht zu glauben. Auch ein Halbwelt-Girl und Pornosternchen hat ein Recht darauf, eine Vergewaltigung anzuzeigen, wenn es denn eine war. Das sollte eigentlich selbstverständlich sein.

2: Seit einigen Tagen gibt es in München Ärger um ein überdimensioniertes Werbeplakat für Bademoden am Marienplatz. Für die SZ ist das natürlich Sexismus. Da das Plakat direkt gegenüber vom Rathaus steht, von dem aus man den freien Blick darauf hat, ist die Gleichstellungsbeauftragte besondern pikiert. Offensichtlich würde sie lieber die beschaulichen Bau-Container betrachten, die von dem Plakat verdeckt werden, weil dort gerade Hugendubel seine Filiale umbaut.

3: Allzu verhüllt will man es in Bayern dann doch nicht haben. Ärger gibt es nämlich auch um ein Burkini-Verbot im Schwimmbad Neutraubling. Und schon wird dem Bürgermeister Rassismus vorgeworfen. Bei der Welt setzt Hermann Weiß die beiden Ärgernisse in Zusammenhang und kommentiert, wie heldenhaft die Grüne Jugend das Recht von Frauen verteidigt, sich selbst unsichtbar zu machen.

4: Wir bleiben auch gleich beim Thema, aber um einige intellektuelle Level darüber: Einen überaus lesenwerten Essay von Magnus Klaue darüber, wie sich islamische und „antisexistische“ Prüderie derzeit die Hand geben, habe ich bei der Redaktion Bahamas gefunden. Ein Auszug:

Alle politischen Initiativen, die seither als Reaktion auf die Vorfälle von Köln angekündigt oder schon durchgesetzt wurden, dienen dieser Versöhnung: die Schaffung juristischer Grundlagen zwecks schnellerer Abschiebung „krimineller Asylanten“, was am allerletzten die Angehörigen des Kölner Mobs treffen wird, denen sich in den seltensten Fällen individuell Straftaten werden nachweisen lassen, sondern Gelegenheitsdiebe und andere Kleinkriminelle, die durch ihr gesellschaftlich völlig bedeutungsloses Fehlverhalten den Anspruch auf Hilfe durch die Volksgemeinschaft verspielt haben; die Verschärfung des Sexualstrafrechts, mit der sich gegen die Etablierung der Taharrush gamea auf europäischen Großstadtplätzen nichts ausrichten lässt, die aber jedem Migranten, der aus Unsicherheit oder Unwissen im Café oder in der Diskothek die falsche Frau zu früh an falscher Stelle berührt, die erhoffte bessere Zukunft zerstören kann; das geplante Verbot „sexistischer Werbung“, von dem sich schon gar nicht mehr sagen lässt, ob es eher antisexistischen oder islamischen Sittenwächtern gefallen will und das die letzten Spuren jener Liberalität aus dem öffentlichen Raum zu tilgen hilft, die nicht wenige Migranten überhaupt erst zur Einwanderung motiviert hat.

5: Arne Hoffmann durfe ja mal wieder im Fernsehen auftreten. Immerhin durfte er seine Positionen halbwegs unverfälscht darlegen. Aber wie auch bei dem berüchtigten SZ-Artikel hat man natürlich wieder ein abschreckendes Beispiel, eine schlechte Karikatur eines angeblichen Männerrechtlers namens „Manfred“ dagegenstellen müssen. Und selbstverständlich darf man einen Männerrechtler nicht einfach so reden lassen, ohne dass irgendwer die feministische Gegenposition vertritt und das alles für Unfug erklärt. Wie die Machtverhältnisse sind, erkennt man alleine schon daran. Dass man im deutschen Fernsehen immer dann, wenn eine Feministin ihre Positionen darlegt, gleich einen Maskulisten nach der Gegenposition befragt, ist schlicht unvorstellbar. Immerhin hat auch die Gleichstellungstante dem Klischee einer Feministin total entsprochen.

6: Reason TV nimmt die Vorstellung aufs Korn, dass alleine die Tatsache, dass Hillary Clinton eine Frau ist, schon ein Argument dafür sei, sie zu wählen.

7: Vorsicht, Parodie: Social Justice Warriors in a nutshell, erklärt in neun Sekunden:

8: Weitgehend OT: Angesichts des Massakers von Orlando macht sich Spiegel Online mal so richtig zum Horst. Erst steht da noch:

Der Kongressabgeordnete Adam Schiff – ein Demokrat, der im Geheimdienstausschuss sitzt und normalerweise nicht zu politischer Panikmache neigt – sagt auf CNN später, er habe gehört, der mutmaßliche Täter habe der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) einen Treueschwur geleistet. „Dies sieht aus wie radikaler Islam“, sagt auch sein republikanischer Kongresskollege Devin Nunes, der gut informierte Vorsitzende des Geheimdienstausschusses.

Nur um zwei Absätze später folgenden Satz rauszuhauen:

Warum der Täter – im Juni, dem „Gay Pride Month“ – einen Nachtklub für Schwule und Lesben wählte, bleibt unklar.

Man findet sicher wieder haufenweise Mäuse, die den Porzellanladen zerdeppern, wenn man den Elefanten einfach nicht sehen will.

9: Noch schnell ein Nachtrag: Eine Niederländerin bringt in Katar eine Vergewaltigung zur Anzeige. Stattdessen wird sie wegen wegen außerehelichen Geschlechtsverkehrs festgenommen. Noch keine Reaktion von feministischer Seite zu hören. Vermutlich will man der falschen Seite nicht in die Hände spielen.

Kurznachrichten vom 08.06.2016

1: Bei Facebook wird gerade heftig über dieses Video diskutiert:

Ich enthalte mich vorläufig eines Kommentars, vielleicht später in der Diskussion.

2: Ein Polizist mit 23 Dienstjahren Erfahrung schreibt Fefe, dass er die Quote der Falschbeschuldigungen bei Vergewaltigungsanzeigen auf 60-70% schätzt.

3: Noch ein Video: Thunderf00t berichtet (nicht zum ersten Mal), wie Feministinnen und SJWs die säkulare bzw. atheistische Bewegung spalten. Das schaffen sie, indem sie ihre eigene Unterbewegung „Atheism+“ gegründet haben und jeden mobben, der nicht akzeptieren will, dass Atheismus automatisch auch das Eintreten für Feminismus, LGBTQOMGWTF-Rechte und selbstverständlich Gender bedeuten muss. Aber seht selbst:

Das lustige oder vielmehr traurige daran ist, dass sich Atheisten ja eigentlich auf die Fahne geschrieben haben, nichts ohne nachvollziehbare Evidenz zu glauben. Und dann soll man aber plötzlich ohne jegliche Beweise obskure Gender-Theorien und selbstverständlich jegliche „Harassment“-Anschuldigungen glauben. Und natürlich auch, dass die atheistische Community genauso wie die übrige Gesellschaft vor Sexismus und Rassismus nur so strotzt. Das ist so, weil die Femis das so sagen. Wer das anzweifelt, ist ein Frauenhasser. So wird das nix mit einer angeblich skeptischen Bewegung.

4: Wo wir gerade bei Würgegriffen sind: Feministinnen haben sich ja über das Plakat für den neuen X-Men Film beklagt, weil da ja einer Frau (der Superheldin Mystique) Gewalt angetan wird. Und die 20th Century Fox hat sich tatsächlich auch noch dafür entschuldigt. Ich finde allerdings, das hier ist der passendere Kommentar dazu:

Kurznachrichten vom 29.02.2016

1: Der ansonsten als kreuzbrav wahrgenommene Arbeiter-Samariter-Bund versucht dieses Image abzulegen mit einem sexy Werbeclip für Erste Hilfe und dem zugehörigen Hashtag #erstehilfe.

Natürlich gibt es wie immer das übliche Sexismus-Gemecker.

2: Am Donnerstag gab es einen erneuten Fall von „Taharrush gamea“ in Kiel. Innenminister Stefan Studt beeilte sich, davor zu warnen,

Vergleiche zu den Geschehnissen in der Silvesternacht in Köln und Hamburg zu ziehen.

Mit was denn sonst? Die drei Mädchen wurden zwar nicht ernsthaft sexuell belästigt, aber sich zu dritt von einer Menge von 30 Männern verfolgt zu sehen, dürfte sicher nicht lustig sein. Bei diesem Verhalten geht es m.E. weniger um Sexualität, sondern um Einschüchterung und Durchsetzen eines bestimmten Verhaltens, also um Macht. Hier stimmt es ausnahmsweise mal, dass es tatsächlich nicht um Sex, sondern um Macht geht, aber hier fällt Third-Wave-Feministinnen nichts besseres ein, als vor Rassismus zu warnen und zu behaupten, das wäre alles nichts neues.

3: Das Versagen des Dritte-Welle-Feminismus angesichts der Realitäten, die nicht in ihr Weltbild passen, analysiert noch einmal Melanie Götz in der Jungle World.

Der gehypte Postfeminismus verfällt in Schockstarre, wenn bestimmte Konstellationen nicht in sein Weltbild passen. Sein Scheitern liegt im eigenen antiaufklärerischen Potential begründet. […]

Wenn der Rekurs auf gesellschaftliche Verhältnisse und Strukturen durch die »diskursive Herstellung« von Kultur, Geschlecht und Identitäten ersetzt wurde, verschwinden die schlechten gesellschaftlichen Realitäten ausnahmslos bequem aus dem Blick. Dafür gelingt neoislamistischen Welt­anschauungen die Integration im Mainstream und in der antiimperialistisch aufgestellten Restlinken. Der ­Islam braucht nämlich neben der Kairoer Menschenrechtscharta auch noch einen eigenen, koran- und shariakompatiblen »islamischen« Feminismus. Als quasi natürlicher Verbündeter ist letzterer fest in liberale, linke und queerfeministische Diskurse integriert. Dort kann man bestaunen, wie die notorischen Neofeministinnen gemeinsam mit Hijab-Aktivistinnen das Partikulare überhöhen und das Uni­versale verwerfen. Hier feiern ausgerechnet die Dekonstruktionsfetischistinnen mit der neoislamischen Erneuerungswelle gemeinsam jenen Weiblichkeitswahn als Befreiung, dessen Entlarvung der Zweiten Welle noch zum Aufbruch gegen das Patriarchat bewegte.

3: Im Fall Kesha vs. Dr. Luke schlagen sich unsere feministischen Leitmedien ZEIT und SPIEGEL auf die Seite des vermeintlichen Opfers, natürlich unter Weglassen wichtiger Fakten. Die Kommentatoren hauen ihnen das wie üblich um die Ohren.

4: In der Abteilung „Feministinnen diskutieren Männerrechtsthemen“ gibt es zwei neue Posts. Onyx versucht uns zu erklären, warum es gerecht ist, wenn Frauen sich das mit dem Kinderkriegen nach der Empfängnis nochmal überlegen dürfen, Männer aber nicht. Klappt nicht so ganz. Und bei gleichheitunddifferenz wird gefragt, warum Männerrechtler sich (angeblich) kaum für nicht-konforme Männer einsetzen. Ist zwar m.E. nicht so, aber man kann ja mal fragen.

5: Christina Hoff Sommers hat einen einfachen Test von Helen Pluckrose retweetet, unter welchen Umständen man gerne Feminist ist:

Der Beitrag von Helen Pluckrose „Why I No Longer Identify as a Feminist.„, aus dem der Text stammt, ist zur Gänze lesenswert. Immerhin auch Michael Shermer, Herausgeber des Skeptic Magazine und einer der führenden Köpfe der amerikanischen säkularen Bewegung, hat das ebenfalls retweetet. Ich musste das mal eben kommentieren.

Man muss dazu sagen, dass P.Z. Myers auch einer der führenden Köpfe der amerikanischen säkularen Bewegung ist, allerdings mehr in der „Atheism+“-Fraktion, die die SJW-Fraktion innerhalb der säkularen Bewegung ist, also der Ansicht ist, als Atheist müsste man auch Feminist sein. P.Z. Myers hat mich kurz nach folgender Anwort geblockt:

Welche Ehre… 😉

Wie tolerant diese Leute sind, beweisen sie immer wieder aufs neue.

6: Lego ist jetzt auch sexistisch, weil man da was hartes rundes in ein Loch stecken muss/kann/darf. Ganz schlimm daran ist, dass homosexuelle Lebensweisen diskriminiert werden, weil Knubbel an Knubbel nun mal nicht hält und Loch an Loch auch nicht, also werden heteronormative Strukturen dadurch reproduziert:

7: Ein soziales Experiment einer Schauspielergruppe in New York zeigt, was passiert, wenn die Verlobung eines arabisch aussehenden 65-jährigen Mannes mit einer 12-jährigen an die Öffentlichkeit gerät. Das glückliche Paar muss sich schlimme islamophobe, rassistische Anfeindungen von größtenteils cis-sexistischen alten weißen Männern gefallen lassen. Oder so ähnlich…

8: OT-Beitrag des Tages: Facebook hat die Seiten der „Perlen von Freital“ gesperrt, auf denen von anonym bleibenden Seitenbetreibern sog. rechte Hetzer mit vollem Namen genannt und an den Pranger gestellt werden und zu deren Denunziation bei dem entsprechenden Arbeitgeber aufgerufen wird. Kurze Zeit später wurde die Seite offensichtlich auch auf Protest von höchster Stelle (Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD)) wieder freigeschaltet.

Wir lernen daraus: Denunziation, Blockwartmentalität und Menschenjagd sind völlig in Ordnung, wenn sie der guten Sache dienen. Dann nennt man das „Aufklärung“.

Manchmal wünschte ich mir, Dieter Hildebrandt würde noch leben, nachdem es sein Freund Konstantin Wecker es auch nicht fertig bringt, mal ein Wort gegen solche Auswüchse zu sagen.